{"id":1106,"date":"2012-08-18T12:01:13","date_gmt":"2012-08-18T11:01:13","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1106"},"modified":"2017-08-22T17:48:25","modified_gmt":"2017-08-22T16:48:25","slug":"rom-mit-einer-39-jahre-alten-vespa-tag-7","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/rom-mit-einer-39-jahre-alten-vespa-tag-7\/","title":{"rendered":"Rom mit einer 39 Jahre alten Vespa &#8211; Tag 7"},"content":{"rendered":"<p>Heute ist der gro\u00dfe Tag, heute komme ich ans Ziel!<\/p>\n<p>Nach dem fantastischen Essen gestern erwartete mich ein weiterer wolkenloser und sehr heisser Tag auf der Via Appia Antica. Das war mein Ziel, der Ausgangspunkt der ganzen Reise: den Ort wieder sehen, an dem ich vor 28 Jahren war und dessen Bild sich mir bis heute eingepr\u00e4gt hat.<\/p>\n<p>Ich wollte fr\u00fch starten um noch ein wenig Morgenfrische mitzunehmen. Leider geht am Sonntag zu dieser Zeit noch kein Zug von der kleinen Station Aqua Acetosa und so hatsche ich zum Bahnhof in Ciampino. Dadurch erwischte ich den 08:16 Uhr Zug, der p\u00fcnktlich um 08:21 abfuhr, aber schneller war als der Bummelzug vom Vortag.<\/p>\n<p>An dem Supermarkt mit den Mortadella-Panini marschierte ich vorbei, ohne es zu bemerken. Am Vortag hatte der Verk\u00e4ufer noch gemeint, dass sie am Sonntag auch ge\u00f6ffnet h\u00e4tten, aber das darf man offensichtlich in Italien nicht so ernst nehmen. Oder er sperrt erst um 09 Uhr auf. Ich wollte jedoch nicht warten und ging weiter zur U-Bahn-Station, um zum Circus Maximus zu fahren.<br \/>\nDer Fahrkartenkauf erwies sich als schwierig, weil ich nicht die n\u00f6tigen M\u00fcnzen dabei hatte. Also wieder hinauf und in Richtung der Gesch\u00e4fte, die beim Supermarkt in der Via Cavour liegen. Dort w\u00fcrde ich Geld wechseln k\u00f6nnen.<br \/>\nZum Circus Maximus w\u00e4re es auch zu Fu\u00df nicht allzu weit gewesen, aber ich wusste, dass ich an diesem Tag noch sehr viele Kilometer gehen w\u00fcrde. Der Fu\u00df war zwar wieder okay und ich sp\u00fcrte die Schmerzen schon am Vortag fast nicht mehr, aber ich war schon die knappe halbe Stunde nach Ciampino gegangen und wollte mir die U-Bahnfahrt g\u00f6nnen.<br \/>\nInzwischen war es kurz nach neun und der Supermarkt hatte offen. Jubel! Doch leider gab es an diesem Tag keine Panini und somit auch keine Mortadella-Panini. Meine Entscheidung vom Vortag hatte sich als richtig erwiesen.<br \/>\nAlso kaufte ich zwei gro\u00dfe Wasserflaschen und im Gesch\u00e4ft gegen\u00fcber zwei Sandwiches. Das w\u00fcrde als Wegproviant ausreichen.<br \/>\nIch ahnte, dass es den kleinen Alimentari meiner Jugend nicht mehr geben w\u00fcrde oder dass er am Sonntag nicht offen h\u00e4tte. Ich wusste ja nicht einmal mehr ungef\u00e4hr, wo er sich befunden hatte. Ich habe bis heute das Bild des Gesch\u00e4fts vor mir &#8211; ziemlich dunkel, klein, und sehr italienisch. Aber ich hatte keine Ahnung mehr, ob dieser kleine Grei\u00dfler wirklich neben der Appia Antica war oder ob wir die Panini schon drei Busstationen vorher gekauft hatten.<\/p>\n<p>Egal, ich hatte meine Sandwiches und mein Wasser und die M\u00fcnzen f\u00fcr die U-Bahn. Der Tag konnte beginnen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/start.jpg\" title=\"start.jpg\" alt=\"start.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Beginn der Via Appia Antica<\/p>\n<p>Die Appia Antica beginnt genau hier, an der Porta Capena, wenngleich auch recht unspektakul\u00e4r, weil sie hier eine gro\u00dfe Verkehrskreuzung bildet. Man kann aber \u00fcber die kleine Seitengasse ausweichen und ist sofort in einer anderen Welt. Riesige alte B\u00e4ume, die den Asphalt aufgebrochen hatten, protzige Villen und einige Jogger, die den Sonntag mit Fr\u00fchsport begannen. Ein guter Beginn f\u00fcr eine Wanderung.<\/p>\n<p>Zwei US-P\u00e4rchen, ein deutsches Ehepaar und eine alte, wei\u00dfhaarige Dame haben ab den Caracalla-Thermen den gleichen Weg und so schlendern wir \u00fcber den am Sonntag menschenleeren Abschnitt bis zur Porta San Sebastiano. Ich empfehle auf jeden Fall den Sonntag f\u00fcr eine Wanderung, da sich die Stra\u00dfe in einem g\u00e4nzlich anderen Flair zeigt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/mauern.jpg\" title=\"mauern.jpg\" alt=\"mauern.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Zwischen hohen Mauern<\/p>\n<p>Hinter hohen Mauern bzw. dichten Hecken wohnen reiche R\u00f6mer, es ist mitten in der Stadt und doch sehr ruhig. Die Tore wirken alt und gebrechlich, aber fast \u00fcberall lauern moderne Kameras.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/verborgen.jpg\" title=\"verborgen.jpg\" alt=\"verborgen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: verborgen liegen riesige Grundst\u00fccke und Villen<\/p>\n<p>Bis zur Porta San Sebastiano geht es schattig und ruhig dahin, erst dahinter bekommt die Via Appia Antica auch ihren echten Namen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/porta.jpg\" title=\"porta.jpg\" alt=\"porta.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Porta San Sebastiano mit der alten Pforte und dahinter der &#8222;neueren&#8220; Stadtmauer. <\/p>\n<p>Es gibt hier auch ein Museum, aber ich beschloss dieses und auch die anderen auszulassen. Sie w\u00fcrden mich nicht nur viel Zeit kosten, sondern sie waren auch nicht mein eigentliches Ziel. Heute war Wandern angesagt, idealerweise w\u00fcrde ich es bis zum Ende der begehbaren Stra\u00dfe schaffen, das w\u00e4ren etwa 18 Kilometer. Danach geht die Stra\u00dfe theoretisch weiter, vereinigt sich aber mit der Appia Nuova zur Staatsstra\u00dfe Nr. 7. In der Pontinischen Ebene geht sie insgesamt 62 km schnurgeradeaus &#8211; bis heute die l\u00e4ngste gerade Stra\u00dfe Europas. W\u00fcrde man sie weiter fahren, k\u00e4me man bis nach Brindisi, wo die R\u00f6mer seinerzeit ihren Sklavenhafen hatten. Zw\u00f6lf bis vierzehn Tage brauchte man vor \u00fcber 2.000 Jahren f\u00fcr die insgesamt 560 Kilometer. Ich wusste, mir w\u00fcrden die 18 reichen.<\/p>\n<p>Bei den Katakomben zweigten die Amerikaner ab. Ich folgte ihnen und machte eine kleine Jausenpause im Schatten der Katakombenanlage. Auch hier wartete eine lange Schlange an Touristen und ich machte mich wieder auf den Weg.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/leer.jpg\" title=\"leer.jpg\" alt=\"leer.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Stra\u00dfe ist Sonntags nur leicht befahren, sonst ist es hier stressig. <\/p>\n<p>Nach den San-Sebastian Katakomben ver\u00e4ndert sich die Stra\u00dfe merklich. Sie wird ruhiger, sch\u00f6ner und ist auch f\u00fcr den Durchzugsverkehr gesperrt. Nur Anrainer d\u00fcrfen sie ben\u00fctzen und fahren langsam \u00fcber das mehr als 2.000 Jahre alte Pflaster. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/pflaster.jpg\" title=\"pflaster.jpg\" alt=\"pflaster.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Altes Pflaster, nix f\u00fcr St\u00f6ckelschuhe<\/p>\n<p>Die Appia Antica ist das l\u00e4ngste Museum Europas und wird auch entsprechend gepflegt und sauber gehalten. Zwischen den alten Grabsteinen stehen moderne Mistk\u00fcbel. Dann kommt pl\u00f6tzlich links das Grabmal der Cecillia Metella, vor dem sich schon Goethe malen lie\u00df. Ich verzichtete auch hier auf einen Besuch, der \u00fcbrigens sportliche 6 Euro Eintritt gekostet h\u00e4tte. Mir f\u00e4llt der Spruch meines Gro\u00dfvaters ein: Wieso soll ich mir das anschauen, ist ja eh alles kaputt.<br \/>\nJetzt wird die Stra\u00dfe l\u00e4ndlicher, offener und auch sch\u00f6ner. Ich wei\u00df noch, dass wir vor 28 Jahren nicht sehr lange \u00fcber die Appia gegangen sind und eher auch noch in dem Bereich San Sebastiano. Aber ein St\u00fcck der Stra\u00dfe, die jetzt beginnt, sind wir auch noch gegangen, diese Erinnerung hab ich noch.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/draussen.jpg\" title=\"draussen.jpg\" alt=\"draussen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: so sieht sie aus ein St\u00fcck weiter drau\u00dfen<\/p>\n<p>Alle paar Meter gibt es verfallene Grabm\u00e4ler, manchmal in Form von \u00fcberwachsenen H\u00fcgeln, dann wiederum als Steinhaufen, manchmal mit einer alten B\u00fcste davor. Einige sind sehr gro\u00df und zylindrisch, andere ganz klein. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/grab.jpg\" title=\"grab.jpg\" alt=\"grab.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein Grabmal<\/p>\n<p>Die R\u00f6mer durften seinerzeit die Toten nicht innerhalb der Stadtmauern begraben und so haben sich tausende B\u00fcrger ihre Gr\u00e4ber entlang der Appia Antica anlegen lassen.<br \/>\nIrgendwann sah ich vor mir ein P\u00e4rchen mit einem Hund. Da es auch an der Zeit war, mein &#8222;Zielfoto&#8220; zu machen, sprach ich sie an und bat sie um den Gefallen. Es stellte sich heraus, dass sie eine Deutsche war und er ein Amerikaner. Sie wohnten nicht weit von da und machten einen Mittagsspaziergang. Deswegen hatten sie auch kein Gep\u00e4ck und nicht einmal Wasser dabei. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/paar.jpg\" title=\"paar.jpg\" alt=\"paar.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das P\u00e4rchen<\/p>\n<p>Sie waren so nett, mein Zielfoto zu machen. Ich hatte es geschafft! Das Zielfoto mit Weckerl und Wasserflasche, an einem der sch\u00f6nsten und klassischsten Pl\u00e4tze der Via Appia Antica.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/ziel.jpg\" title=\"ziel.jpg\" alt=\"ziel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Mein Zielfoto<\/p>\n<p>Er meinte noch, die Stra\u00dfe w\u00fcrde in zwei Kilometern dann schattiger werden, was ich mir nicht vorstellen konnte und was sich auch nicht als zutreffend erwies. Den schattigen Teil hatte ich schon hinter mir.<br \/>\nIch a\u00df mein Mittagessen und beobachtete die beiden, wie sie die Stra\u00dfe weiterschlenderten und langsam immer kleiner wurden. Als ich kurz wegsah und dann wieder hin, waren sie verschwunden.<br \/>\nIch hatte eine weitere nette Begegnung auf meiner eigentlich einsamen Reise gewonnen. Ich esse fertig und breche wieder auf, folge den Spuren der beiden ein St\u00fcck bis zu einer Wegkreuzung, an der es einen Brunnen gibt. Der Italiener, der gerade einen Schluck Wasser trinkt, meint, dass es absolut genie\u00dfbar w\u00e4re &#8211; Rom habe ein sehr gutes Trinkwasser, quasi aus Tradition heraus.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/brunnen.jpg\" title=\"brunnen.jpg\" alt=\"brunnen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Brunnen an einer Kreuzung<\/p>\n<p>Ein paar Kilometer weiter rastet ein Mountainbiker, von denen es sehr viele gibt. Sie fahren neben der eigentlichen Stra\u00dfe auf den kleinen Trampelpfaden links und rechts der Stra\u00dfe und sind meist in voller Montur. Ich plaudere ein wenig mit Marcello und finde heraus, dass er bei Mercedes Rom arbeitet. Er findet meine Reise toll und w\u00fcnscht mir noch viel Gl\u00fcck f\u00fcr die Heimfahrt. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/marcello.jpg\" title=\"marcello.jpg\" alt=\"marcello.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Marcello, der r\u00f6mische Mountainbiker<\/p>\n<p>Hier gibt es noch gr\u00f6\u00dfere Abschnitte mit dem antiken Pflaster. Die R\u00f6merstra\u00dfe 7 war seinerzeit sehr befahren und so sieht man die im Laufe von Jahrhunderten eingegrabenen Rillen der R\u00e4der zahlloser Ochsenkarren und Pferdewagen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/karren.jpg\" title=\"karren.jpg\" alt=\"karren.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Pflaster<\/p>\n<p>Nachdem die Stra\u00dfe anfangs noch ganz leicht h\u00fcgelig war, wird sie hier immer flacher und ist schnurgerade. Ich marschiere viele Kilometer durch die Mittagshitze und merke, wie das langsam an meinen Kr\u00e4ften zehrt. Es ist ein langer Weg und je weiter man ihn geht, desto weniger Menschen trifft man. Die meisten Touristen kommen gar nicht mehr so weit, sie marschieren nur ein kurzes St\u00fcck auf der Stra\u00dfe und steigen dann wieder in ihr Taxi oder ihren Bus. Ich habe andere Pl\u00e4ne, aber werde ich es bis Frattocchie durchhalten?<br \/>\nNoch ist die Stra\u00dfe von H\u00e4usern ges\u00e4umt, in denen wohlhabende R\u00f6mer wohnen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/grad.jpg\" title=\"grad.jpg\" alt=\"grad.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: An der Stra\u00dfe<\/p>\n<p>Dann bin ich irgendwann beim 6. Meilenstein beim Casal Rotondo, dem Grabmal des Messalla Corvinus. Es war mit einem Durchmesser von 35 Metern das gr\u00f6\u00dfte an der Via Appia, ist aber in Privatbesitz und sowieso nicht leicht zug\u00e4nglich. Irgendwann wurde au\u00dferdem ein Haus drauf gestellt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/casal.jpg\" title=\"casal.jpg\" alt=\"casal.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Casal Rotondo<\/p>\n<p>Danach kreuzt wieder eine Stra\u00dfe mit Bushaltestelle und ab hier gibt es nur mehr sehr wenige Menschen, die auf der antiken Stra\u00dfe wandern. Radfahrer gibt es noch einige, aber wenige Fu\u00dfg\u00e4nger.<br \/>\nDie Stra\u00dfe selbst ist hier aber noch gut erhalten, links und rechts von einer Steinmauer ges\u00e4umt, nur die Mistk\u00fcbel werden zunehmend weniger.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/weiter.jpg\" title=\"weiter.jpg\" alt=\"weiter.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Stra\u00dfe ver\u00e4ndert sich st\u00e4ndig<\/p>\n<p>Irgendwann macht die Stra\u00dfe eine kleine Biegung und \u00fcberwindet einen winzigen H\u00fcgel &#8211; kaum als Steigung merkbar. Trotzdem ist das f\u00fcr mich einer der sch\u00f6nsten Pl\u00e4tze der ganzen Stra\u00dfe, irgendwie stimmungsvoll.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/leerer.jpg\" title=\"leerer.jpg\" alt=\"leerer.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: schm\u00e4ler, l\u00e4ndlicher, trockener, leerer (Dieses Bild ist auch der Hintergrund des Titelbildes meines Buches &#8222;Vespa-Geschichten von Wien bis Rom&#8220;)<\/p>\n<p>Danach wird sie wieder gerade und bleibt so bis zum Ende der Pflasterung, nach insgesamt 9 Meilen, was ca. 14 Kilometern entspricht.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/schnur.jpg\" title=\"schnur.jpg\" alt=\"schnur.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: die schnurgerade Stra\u00dfe<\/p>\n<p>Nach einer weiteren Kreuzung ver\u00e4ndert sich die Via Appia Antica komplett. Sie wird zur sandigen Stra\u00dfe und schm\u00e4ler. Auch die Steinmauern h\u00f6ren auf und es ist ein etwas seltsamer Ort. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/fast.jpg\" title=\"fast.jpg\" alt=\"fast.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ende der freigelegten Pflasterung<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich kommt ein Typ und verschwindet hinter einem H\u00fcgel. Dann kommt er wieder hervor, m\u00f6glicherweise war er pinkeln. Noch ein Typ auf einem Motorroller kommt und f\u00e4hrt an mir vorbei, dann wieder zur\u00fcck. Auf einmal kommt ein Auto und wartet, bis ich weiter gegangen bin. Ich m\u00f6chte nicht wirklich wissen, welche seltsamen Gesch\u00e4fte die da zu erledigen hatten.<br \/>\nDann kommt das Ende der Stra\u00dfe, gekennzeichnet durch eine Steinmauer.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/nah.jpg\" title=\"nah.jpg\" alt=\"nah.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Ende ist nah (hinter der H\u00fcgelkette im Hintergrund liegt \u00fcbrigens Castel Gandolfo, die Sommerresidenz des Papstes und derzeitiger Wohnort von Benedikt XVI)<\/p>\n<p>Danach wird die Stra\u00dfe zu einem Trampfelpfad. Es gibt noch Reste der Mauer, die sie sch\u00fctzen. Links und rechts gibt es bereits Lagerpl\u00e4tze f\u00fcr Baumaschinen und Felder. Nur hin und wieder sieht man noch die antike Pflasterung und es stehen nach wie vor kleinere Grabm\u00e4ler an der Seite. Von links h\u00f6rt man schon das Rauschen des Verkehrs auf der Appia Nuova, die jetzt immer n\u00e4her kommt. Ein Schild beschreibt die letzten beiden Meilen mit ihren Grabm\u00e4lern. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/reste.jpg\" title=\"reste.jpg\" alt=\"reste.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Reste der Pflasterung<\/p>\n<p>Dann ist es vorbei, man ist an einer weiteren Kreuzung, unterquert kurz die Bahn und gleich daneben befindet sich die Bahnstation Santa Maria del Mole.<br \/>\nHier ist noch einmal ein St\u00fcck der Stra\u00dfe freigelegt, quasi wie ein letztes Aufb\u00e4umen vor dem Ende.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.08.18_Rom\/bahn.jpg\" title=\"bahn.jpg\" alt=\"bahn.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das letzte St\u00fcck, rechts ist die Bahnstation<\/p>\n<p>Meine F\u00fc\u00dfe tun mir weh, ich habe bereits Blasen und bin 4,5 Stunden gegangen. Die letzte Meile bis Frattocchie ist unspektakul\u00e4r und ich beschlie\u00dfe, sie nicht hin- und wieder zur\u00fcck zu wandern, die letzten 3 Kilometer brauche ich nicht mehr zu meinem Gl\u00fcck. Von hier f\u00fchrt die Bahn nach Ciampino und dann habe ich sowieso noch eine halbe Stunde Fu\u00dfmarsch zu meinem Quartier, zur\u00fcck in die Gegenwart. Das Ticket erspare ich mir f\u00fcr die eine Station, es gab hier ohnehin keinen Automaten, die Station ist winzig und nur alle zwei Stunden f\u00e4hrt ein Zug. Ich habe Gl\u00fcck, keine zehn Minuten sp\u00e4ter sitze ich im Waggon.<br \/>\nSo endet diese Wanderung, die f\u00fcr mich zu einem H\u00f6hepunkt meiner Reise nach Rom wurde. Eine stille Wanderung mit netten Begegnungen und zugleich eine kleine Reise in meine Jugend. <\/p>\n<p>Ciao Via Appia Antica, es war mir eine Ehre. Nach 28 Jahren habe ich mich mehr ver\u00e4ndert als du.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist der gro\u00dfe Tag, heute komme ich ans Ziel! Nach dem fantastischen Essen gestern erwartete mich ein weiterer wolkenloser und sehr heisser Tag auf der Via Appia Antica. 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