{"id":1561,"date":"2014-05-26T16:41:46","date_gmt":"2014-05-26T15:41:46","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1561"},"modified":"2014-08-26T23:02:16","modified_gmt":"2014-08-26T22:02:16","slug":"bmw-i3-und-du-faehrst-nie-wieder-einen-verbrennungsmotor","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bmw-i3-und-du-faehrst-nie-wieder-einen-verbrennungsmotor\/","title":{"rendered":"BMW i3 &#8211; und Du f\u00e4hrst nie wieder einen Verbrennungsmotor"},"content":{"rendered":"<p>Ich tu das nat\u00fcrlich trotzdem, aber in einer alten Vespa und wenn ich mir ein Auto ausborge.<br \/>\nAber zur Sache: Ich durfte den BMW i3 probefahren, ein reines Elektroauto. Es gibt zwar einen Range Extender f\u00fcr die Leute mit &#8222;Range Anxiety&#8220;, dann hat das Ding aber fast \u00fcberhaupt keinen Kofferraum mehr und au\u00dferdem braucht das wirklich fast niemand.<\/p>\n<p>Die Gr\u00f6\u00dfe entspricht etwa einem VW Golf und BMW hat sich bem\u00fcht so viel wie m\u00f6glich ein wenig anders zu machen, sozusagen als Zeichen, dass man da auch wirklich in einem anderen Auto sitzt. Die hinteren T\u00fcren gehen z. B. nach hinten auf, wie beim alten Puch 500, wo sie als &#8222;Selbstm\u00f6rdert\u00fcren&#8220; bekannt waren. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.05.26_bmwi3\/1.jpg\" title=\"1\" alt=\"1\" \/><\/center><\/p>\n<p>Hinten ist beim BMW ausreichend Platz, vorne nat\u00fcrlich auch. Ein zerkl\u00fcftetes Armaturenbrett, bei dem sich die Konstrukteure vorgenommen haben, m\u00f6glichst viel Besonderheiten einzubauen, etwa bei den verwendeten Materialien. Da sieht ein Teil aus wie Holz, aber nicht lackiert, sondern irgendwie anders behandelt. Die Kunststoffe wirken auch anders, bleiben aber Plastik, letztlich.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.05.26_bmwi3\/2.jpg\" title=\"2\" alt=\"2\" \/><\/center><\/p>\n<p>Leider leider k\u00f6nnte man mir das Auto nicht verkaufen, erstens brauch ich kein eigenes Auto und zweitens hat er ein &#8222;Keyless Go&#8220; System, d.h. man kann den Schl\u00fcssel eingesteckt lassen oder irgendwo ins Auto legen. Damit habe ich extrem schlechte Erfahrungen gemacht und so etwas w\u00e4re f\u00fcr mich ein Ausschlie\u00dfungsgrund, egal was die Kiste sonst noch kann.<\/p>\n<p>Der BMW kann einiges, etwa sehr flott fahren. Damit sind wir auch schon beim eigentlichen Punkt. Der Wagen hat eine unfassbar brutale Beschleunigung. Die meisten wirklich kr\u00e4ftigen Autos d\u00fcrfen sich hier hinten anstellen, unter 200 PS braucht man es gar nicht versuchen. Du steigst auf das &#8222;Gas&#8220;pedal und er reisst ohne irgend ein erkennbares Loch an, es dr\u00fcckt dich in den Sitz wie bei einem Flugzeug, \u00dcberholman\u00f6ver sind eine Sache von wenigen Augenblicken. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.05.26_bmwi3\/6.jpg\" title=\"6\" alt=\"6\" \/><\/center><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind bei so einem modernen Auto auch Fahrwerk und Bremsen entsprechend gut, man kann den i3 wirklich schnell bewegen. Die schweineteuren und speziell f\u00fcr dieses Auto gefertigten Reifen zeigten zumindest bei meiner Probefahrt keine Schw\u00e4chen, trotzdem hat die Physik hier ihre Grenzen. Echte Asphaltschneider sind es nicht, aber ein Satz neuer Reifen verpasst dir beim Blick auf das Konto einen Satz hei\u00dfe Ohren. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.05.26_bmwi3\/7.jpg\" title=\"7\" alt=\"7\" \/><\/center><\/p>\n<p>Ein sehr nettes Instrument ist die Verbrauchsanzeige. Da gibt es so eine blaues Band in Form eines Halbkreises und ein wei\u00dfer Strich, der eigentlich kein Strich ist, sondern nur eine Wei\u00dff\u00e4rbung der blauen Dioden, zeigt dir den Verbrauch an. Linke H\u00e4lfte Rekuperation, rechte H\u00e4lfte Verbrauch. Je nach Fahrweise und Topographie wandert bzw. h\u00fcpft der wei\u00dfe Strich hin und her, mal auf die linke Seite und mal auf die rechte. Er ist dezent gemacht, so dass man hinschauen kann, aber nicht muss. Trotzdem befindet er sich in der Mitte der Anzeige, das ist nun einmal so bei Elektroautos. Es ist erstaunlich wie viel er rekuperiert, beim Bremsen, aber oft auch einfach beim Dahinfahren leicht bergab, manchmal sogar in der Ebene. Das bewirkt, dass man in bergigem Gel\u00e4nde nicht mehr verbraucht als in der Ebene. In die Berge fahren verk\u00fcrzt sozusagen nicht die Reichweite.<\/p>\n<p>Das ist nat\u00fcrlich eine elende Sache, die meisten Menschen achten bei so einem Fahrzeug nur auf die Reichweite, selbst wenn sie 100 km betr\u00e4gt und man ohnehin nur 10 km fahren m\u00f6chte. Das hat die Industrie den Leuten sehr gut eingesch\u00e4rft: die Angst vor dem Stehenbleiben. BMW nimmt das eher locker und spendiert dem i3 ein Navi, das die Elektrotankstellen und deren Entfernung anzeigt. Wenn man dann in einen Sparmodus schaltet, hat man gute Karten.<\/p>\n<p>Trotzdem bleibt die Tatsache, dass einem der Energieverbrauch der Mobilit\u00e4t wieder bewusst wird. Beim derzeit immer noch unglaublich billigen Verbrennungskraftstoff interessiert das die meisten Menschen schlicht und einfach gar nicht. Beim Elektroauto denkt man daran und das ist vielleicht gar kein Nachteil.<\/p>\n<p>Der Startschl\u00fcssel ist ein Knopf, das ist derzeit sehr modern. Schalten tut man mit einer Wippe und wenn man die Kiste abstellt, schaltet er automatisch in den Parkmodus. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.05.26_bmwi3\/3.jpg\" title=\"3\" alt=\"3\" \/><\/center><\/p>\n<p>Dann kann man noch eine Handbremse per Knopfdruck aktivieren. Anfahren tut er mit viel Drehmoment, also im Zweifelsfall ruckartig. Und er hat einen sehr guten Einschlag. Interessant ist das Ger\u00e4usch, es unterscheidet sich beim Fahren n\u00e4mlich nicht wirklich von einem modernen PKW. Bei dem sind die Motorger\u00e4usche auch schon fast zur G\u00e4nze wegged\u00e4mmt. Innen merkt man fast keinen Unterschied, au\u00dfen nat\u00fcrlich schon, da ist er fast lautlos. <\/p>\n<p>Das Design ist modern, vorne unter der Abdeckklappe, die man gerne &#8222;Motorhaube&#8220; nennen m\u00f6chte, befindet sich die Ladeeinheit. Hinten ein Kofferraum, der allerdings wirklich sehr bescheidene Ausma\u00dfe hat, ca. wie der Einser-Golf, vielleicht sogar noch kleiner. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.05.26_bmwi3\/4.jpg\" title=\"4\" alt=\"4\" \/><\/center><\/p>\n<p>Man kann den BMW daheim an die ganz normale Steckdose anschlie\u00dfen oder mit einer Schnelllade-Einheit bei einer entsprechenden Stromtankstelle. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.05.26_bmwi3\/5.jpg\" title=\"5\" alt=\"5\" \/><\/center><\/p>\n<p>Fazit: Ein gutes Auto, brauchbar f\u00fcr Menschen mit dem Ladebed\u00fcrfnis eines VW Polo (also f\u00fcr die meisten) und normalen Fahrten von unter 100 km (auch das betrifft die meisten Fahrten). Ungel\u00f6ste Probleme sind sicher der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung (v.a. von der Batterie) und dass bis auf den Schadstoffaussto\u00df keinerlei Mobilit\u00e4tsmodernit\u00e4t zu erkennen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich tu das nat\u00fcrlich trotzdem, aber in einer alten Vespa und wenn ich mir ein Auto ausborge. Aber zur Sache: Ich durfte den BMW i3 probefahren, ein reines Elektroauto. 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