{"id":1833,"date":"2015-05-02T23:57:26","date_gmt":"2015-05-02T22:57:26","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1833"},"modified":"2015-05-02T23:57:26","modified_gmt":"2015-05-02T22:57:26","slug":"kenia-von-nord-bis-sued-tag-4-die-fahrt-zum-marsabit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/kenia-von-nord-bis-sued-tag-4-die-fahrt-zum-marsabit\/","title":{"rendered":"Kenia von Nord bis S\u00fcd &#8211; Tag 4: Die Fahrt zum Marsabit"},"content":{"rendered":"<p>TAG 4 \u2013 DIE FAHRT ZUM MARSABIT<\/p>\n<p>Ein strahlender Morgen empf\u00e4ngt uns nach einer klaren, kalten Nacht. Wir befinden uns immerhin auf 2.000 Metern Seeh\u00f6he und in der Nacht bl\u00e4st ein k\u00fchler Wind vom Berg. Der afrikanische Sternenhimmel ist hier so hell, dass man in der Nacht ohne Lampe auf\u00b4s Klo gehen kann, bei Mondlicht kann man ein Buch lesen. Noch extremer ist es nur weiter oben am Berg oder im n\u00f6rdlichen Drittel Kenias, weil dort sowohl Licht- wie auch Luftverschmutzung gering bis nicht vorhanden sind.<\/p>\n<p>Nach einem kurzen Fr\u00fchst\u00fcck marschieren wir hinauf zum Bauernhaus. Dort \u2013 es ist 8 Uhr \u2013 versammeln sich schon die ersten F\u00fchrer und Tr\u00e4ger, alle in freudiger Erwartung der Spenden.<br \/>\nIch habe ein wenig Sorge: werden sie sich wie wild auf die Sachen st\u00fcrzen oder wird es geordnet zugehen? Ich vertraue Judy, dass sie das alles managen wird.<br \/>\nCa. um halb neun sind etwa 25 Personen versammelt und ich bin mir nicht sicher, ob alle davon mit dem Berg zu tun haben. Nachdem ich aber auch hier letzte Nacht erleben konnte wie kalt es sein kann, sind die warmen Sachen \u2013 vor allem Jacken und Pullover \u2013 auf jeden Fall bei diesen Leuten besser aufgehoben als in irgendwelchen Kellern in \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Meine Bef\u00fcrchtungen erweisen sich als grundlos, alles l\u00e4uft sehr gesittet ab: man probiert, tauscht, reicht herum und freut sich. Alle bekommen etwas und es gibt keinen einzigen Streit. Selbst als sp\u00e4ter noch eine Handvoll Leute daher kommen, ist auch f\u00fcr sie noch etwas da. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/charity.jpg\" title=\"charity.jpg\" alt=\"charity.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 14: Verteilung der Kleidung<\/p>\n<p>Nach ca. einer halben Stunde haben alle mindestens ein nettes St\u00fcck und wir machen Gruppenfotos mit den Tr\u00e4gern, den F\u00fchrern und K\u00f6chen. Die meisten sind M\u00e4nner, aber es gibt zunehmend auch Frauen, die diesen gar nicht leichten Job aus\u00fcben. Wahrscheinlich wird es nicht das letzte Mal sein, dass wir dort hinauf fahren, denn es gibt in \u00d6sterreich noch jede Menge warme Kleidung, die nutzlos irgendwo herumliegt, weil sich ihre Besitzer l\u00e4ngst das n\u00e4chste oder \u00fcbern\u00e4chste St\u00fcck gekauft haben.<br \/>\nHier sind sie gl\u00fccklich \u00fcber jedes einzelne St\u00fcck, egal was sie bekommen k\u00f6nnen. Ganz besonders froh sind sie \u00fcber die vielen Polizei-Uniformen, die mein Bruder bei seinen Kollegen eingesammelt hat. Sie sind meist von exzellenter Qualit\u00e4t und immer in einem sehr guten Zustand, weil oft wenig getragen.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/polizei.jpg\" title=\"polizei.jpg\" alt=\"polizei.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 15: Polizeipullover, gut passend<\/p>\n<p>Der Abschied f\u00e4llt nicht leicht, aber ich dr\u00e4nge ein wenig zur Abfahrt. Vor allem die kleine Heather heult Rotz und Wasser und will uns nicht gehen lassen. Sie und noch zwei Buben d\u00fcrfen eine Runde mit dem Toyota mitfahren, das lindert den Schmerz ein wenig.<br \/>\nDann sind wir wieder auf der Stra\u00dfe und fahren Richtung Nanyuki. Der Mount Kenia ist komplett frei von Wolken und schenkt uns so zum Abschied ebenfalls einen netten Gru\u00df.<br \/>\nWir umrunden ihn und sehen die zahlreichen Blumenfarmen, die hier in den letzten Jahren gebaut wurden. Von ihnen stammen die Rosen und Tulpen, die wir im Holland-Blumenmarkt und in anderen, \u00e4hnlichen M\u00e4rkten um wenig Geld kaufen. Sie sind deswegen so billig, weil sie hier in Kenia (und auch in Tanzania) sehr g\u00fcnstig wachsen k\u00f6nnen. Erstens bekommen die Arbeiter wenig Lohn und zweitens sind die Besitzer meist sehr reiche Gesch\u00e4ftsleute, oft Politiker, die sehr gute Verbindungen zur lokalen Distriktverwaltung haben. So k\u00f6nnen sie das Wasser vom Mount Kenia in riesige Auffangbecken leiten, die der Bew\u00e4sserung der Gew\u00e4chsh\u00e4user dienen. Die Leidtragenden sind die Farmen der kleinen Bauern, die jetzt weniger oder gar kein Wasser mehr bekommen. Sie m\u00fcssen meist ihre Farmen aufgeben und dann werden diese zusammen gelegt und ein reicher Gro\u00dfbauer besitzt wieder eine riesige Farm mehr.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/rosenfarm.jpg\" title=\"rosenfarm.jpg\" alt=\"rosenfarm.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 16: Rosenfarm, davor Ackerland<\/p>\n<p>Rund um den Mount Kenia wird auch viel Getreide angebaut, die Felder sind riesig und das Korn steht hoch, als wir daran vorbei fahren. Der Anblick wirkt seltsam: Weizenfelder rund um kleine, gr\u00fcne Vulkankrater. Vor ein paar Jahren war hier noch Wildnis.<br \/>\nLeider gibt es noch weitere Nachteile durch die riesigen Farmen: nordwestlich des Mount Kenya liegt das Laikipia-Plateau, eine wildreiche Hochebene, in der sich zahlreiche private Naturreservate befinden. Sie haben sich zusammengeschlossen, um den Tieren gro\u00dfe Korridore f\u00fcr ihre Wanderungen zu bieten. Ihre Gegenspieler sind die m\u00e4chtigen Farmer, die meist auch lokale Politgr\u00f6\u00dfen sind und versuchen, die meist wei\u00dfen Betreiber der Wildparks zum Aufgeben zu zwingen. Dieser Kampf dauert an und ich kann noch nicht sagen, wer ihn gewinnen wird: Profitgier oder Naturschutz?<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/mount.jpg\" title=\"mount.jpg\" alt=\"mount.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 17: Der Mount Kenia in voller Pracht.<\/p>\n<p>Wir fahren weiter und erreichen Isiolo. Jetzt m\u00fcssen wir uns entscheiden, ob wir \u2013 wir urspr\u00fcnglich geplant \u2013 in den Samburu Nationalpark fahren oder die wesentlich weitere Strecke nach Marsabit.<br \/>\nIch rufe Henry an und erreiche eine junge Dame, die mir ausrichtet, dass Henry nicht da w\u00e4re und auch heute eher nicht erreichbar sei. Auf meine Frage betont sie jedoch, dass der Weg sicher w\u00e4re und dass es auch in Marsabit keine Security-Probleme g\u00e4be.<br \/>\nIch bin beruhigt und auch Thomy willigt ein dort hinauf zu fahren.<br \/>\nIn Isiolo tanken wir voll und es zeigt sich, dass der Diesel nur etwa 76 Cent kostet. Das macht lange Etappen durchaus g\u00fcnstiger als geplant.<br \/>\nJetzt geht es Richtung Norden und ein Hinweisschild verk\u00fcndet, dass es 277 km bis Marsabit sind und ca. 500 bis Moyale an die \u00e4thiopische Grenze. In ein paar Jahren wird diese Strecke wahrscheinlich fertig asphaltiert sein und dann geht der Transafrica-Highway von Kapstadt bis Kairo.<br \/>\nNoch ist es aber nicht so weit und wir fahren sowieso \u201enur\u201c bis Marsabit. Ich bin schon sehr gespannt wie viele Kilometer es tats\u00e4chlich sind und wie viel davon \u201eTamark\u201c und nicht \u201eMaram\u201c (Asphalt oder Schotter).<\/p>\n<p>Die Landschaft ist bizarr, wilde Felsformationen stehen in einer weiten Ebene, die Stra\u00dfe f\u00fchrt mittendurch Richtung Nord-Nordost.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/bizarr.jpg\" title=\"bizarr.jpg\" alt=\"bizarr.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 18: Felsformationen<\/p>\n<p>Und sie ist unglaublich gut, wahrscheinlich die beste Stra\u00dfe, die ich in Afrika je gefahren bin. Das liegt daran, dass sie brandneu ist und ich bin gespannt, wie lange sie halten wird. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/superstra\u00dfe.jpg\" title=\"superstra\u00dfe.jpg\" alt=\"superstra\u00dfe.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 19: exzellente Stra\u00dfe Richtung Marsabit<\/p>\n<p>Bisher war es so, dass die kenianischen Stra\u00dfen ein paar Jahre gehalten haben, dann bekamen sie Schlagl\u00f6cher, die anfangs noch repariert werden, sp\u00e4ter dann nicht mehr. In Folge werden die Schlagl\u00f6cher immer gr\u00f6\u00dfer, verbinden sich zu Schlaglochreihen und die Fahrer weichen an den Rand der Stra\u00dfe aus. Dadurch wird auch der Rand kaputt, br\u00f6ckelt ab und die Stra\u00dfe wird immer schwerer befahrbar. Nach einiger Zeit besteht die Stra\u00dfe nur mehr aus unzusammmenh\u00e4ngenden Asphaltst\u00fccken, durchsetzt mit riesigen \u201ePot-Holes\u201c. Das ist dann m\u00fchsamer zu fahren als eine einigerma\u00dfen gute Schotterpiste. Wenn dann noch ein paar Jahre vergehen, verschwinden die letzten Asphaltreste und es entsteht eine meist unglaublich schlechte Piste mit vielen Wannen und L\u00f6chern, die sich in der Regenzeit in eine Schlammgrube verwandelt und manchmal gar nicht mehr befahrbar ist.<br \/>\nIrgendwann wird sie dann wieder eingeebnet, es kommt Schotter drauf und manchmal wird sie asphaltiert. Dann beginnt das Spiel von vorne.<br \/>\nDas Problem ist einerseits die mangelnde Instandhaltung, andererseits die von Anfang an schlechte Bauweise. In Afrika kosten Stra\u00dfenkilometer nur einen Bruchteil von dem, was sie in Europa kosten. Das liegt daran, dass sie oft durch lange Ebenen f\u00fchren und keine besonderen Bauwerke notwendig sind. In der Regenzeit flie\u00dfen aber \u00fcberall ganz pl\u00f6tzlich wilde Flussl\u00e4ufe, die alles mitrei\u00dfen, was ihnen im Weg ist. Sie untersp\u00fclen die Stra\u00dfen und dann entstehen Schlagl\u00f6cher. Au\u00dferdem gibt die enorme Kraft der Sonne dem Asphalt irgendwann den Rest und das beg\u00fcnstigt ebenfalls die Entstehung von Schlagl\u00f6chern.<\/p>\n<p>Seit die Chinesen die Stra\u00dfen bauen, funktioniert es viel schneller als je zuvor. Man sagt allerdings, dass die chinesischen Stra\u00dfen nicht lange halten. Sie werden von den Chinesen ja nicht aus N\u00e4chstenliebe gebaut, sondern um Gesch\u00e4fte zu machen, sprich: um den Weg zu wertvollen Rohstofflagerst\u00e4tten befahrbar zu machen. Dann holen sich die Chinesen die Rohstoffe und wenn sie gar sind, braucht auch die Stra\u00dfe nicht l\u00e4nger zu existieren.<br \/>\nDas machen sie recht schlau, aber die Stra\u00dfe nach Marsabit k\u00f6nnte etwas anders sein. Sie d\u00fcrfte mit viel Sorgfalt gebaut werden, denn es gibt an allen wichtigen Stellen Br\u00fccken, unter denen die Flussl\u00e4ufe durchflie\u00dfen k\u00f6nnen. Die R\u00e4nder der Stra\u00dfe sind gut aufgebaut und haben so etwas wie einen Pannenstreifen, der ebenfalls asphaltiert ist und die eigentliche Fahrbahn sch\u00fctzt. Au\u00dferdem ist die Stra\u00dfe \u00fcberall gut drainagiert und k\u00f6nnte einem Regen durchaus standhalten. Ich bin gespannt, der Aufwand ist jedenfalls enorm. Und bezahlt wird das Ganze von der EU \u2013 gebaut aber von den Chinesen und den T\u00fcrken.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/eu.jpg\" title=\"eu.jpg\" alt=\"eu.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 20: bezahlt von der EU<\/p>\n<p>Es gibt in Ostafrika ein Ph\u00e4nomen, das f\u00fcr mich seit fast drei\u00dfig Jahren ungekl\u00e4rt ist. Du f\u00e4hrst auf einer Stra\u00dfe durch eine absolut menschenleere Gegend, meist Dornstrauchsavanne. Viele Kilometer lang gibt es kein Dorf, nicht einmal eine H\u00fctte irgendwo. Dann bleibst du am Stra\u00dfenrand stehen, etwa um eine kurze Pause zu machen oder auch nur um zu pinkeln, und pl\u00f6tzlich sind Leute da. Sie tauchen hinter einem Busch auf, kommen dahergelaufen, sind einfach da. Als w\u00fcrden sie aus dem Boden entstehen, der Erde entwachsen, sich einfach materialisieren, wo vorher nichts und niemand war.<br \/>\nIch wei\u00df nicht wie sie das machen, aber es funktioniert immer und \u00fcberall. Auch diesmal war es wieder so, meist sind es junge Burschen und meist wollen sie etwas. Hier auf der Stra\u00dfe zum Marsabit wollen sie Wasser und zeigen das ganz deutlich. Wenn man wegf\u00e4hrt, sind sie meist entt\u00e4uscht, einer schmiss uns einen Stein nach.<br \/>\nIch wei\u00df nicht, warum das so ist. Auf jeden Fall wissen sie sofort, dass es sich bei uns um Touristen handelt \u2013 das schon beschriebene Hochdach tut sein \u00fcbriges. Und sie wissen, dass Touristen immer Wasser dabei haben. Also muss man ihnen entweder Wasser geben oder schnell abhauen.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/kamele.jpg\" title=\"kamele.jpg\" alt=\"kamele.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 21: Kamele unter einer Akazie mit Weberv\u00f6gelnestern<\/p>\n<p>Meine Vermutung, dass die Kilometerangabe typisch afrikanisch nichts wert ist, best\u00e4tigt sich bei Kilometer 192. Bisher waren alle paar Kilometer Schilder am Stra\u00dfenrand, die \u2013 \u00e4hnlich wie bei uns auf Autobahnen \u2013 anzeigen, wie viele Kilometer es noch bis Marsabit sind. Bei 193 folgte dann aber nicht etwa 192, sondern 152. Vierzig Kilometer hatten sich in Luft aufgel\u00f6st, oder auch nicht. Trauen kann man nur dem eigenen Kilometerz\u00e4hler im Auto und der sagt einem erst am Ziel wie weit es wirklich war bzw. ist.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/strassenschild.jpg\" title=\"strassenschild.jpg\" alt=\"strassenschild.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 22: Kilometerangaben sind relativ<\/p>\n<p>Ich darf das Geheimnis hier l\u00fcften: Es sind von Isiolo bis Marsabit genau 235 Kilometer. Das ist eine machbare Distanz, wenngleich der Asphalt nicht, wie von Chris behauptet, \u201efast bis Marsabit\u201c geht, sondern ca. 100 km davor aufh\u00f6rt. Dann folgt eine durchaus gute Schotterpiste, die neben der neuen Trasse verl\u00e4uft. Am Fertigausbau der Stra\u00dfe wird eifrig gearbeitet und man kann auf dieser Strecke sehr sch\u00f6n beobachten, wie die Stra\u00dfe gebaut wird, denn man sieht alle Bauabschnitte, von der Trassenbaggerung bis zur fertigen Stra\u00dfe, auf der nur mehr die Bodenmarkierungen fehlen.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/stra\u00dfenbau.jpg\" title=\"stra\u00dfenbau.jpg\" alt=\"stra\u00dfenbau.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 23: Die neue Stra\u00dfe ist mit Plastikfolie abgedeckt \u2013 wozu auch immer.<\/p>\n<p>Es werden unglaubliche Mengen Material bewegt und man hat ca. 30 km vor Marsabit ein eigenes Zementwerk gebaut.<br \/>\nDer Asphalt h\u00f6rt vor dem Ort Merille auf, ab da geht es als Schotterpiste weiter, allerdings gibt es dazwischen, in der letzten gro\u00dfen Ebene, bevor es hinauf in die Vulkanberge geht, noch einmal zwanzig fertige Asphaltkilometer. Das h\u00e4rteste St\u00fcck, n\u00e4mlich durch die Berge, folgt erst sp\u00e4ter.<br \/>\nLustigerweise geht ab Marsabit noch ein St\u00fcck Asphalt in Richtung Norden, wir wissen allerdings nicht, wie weit \u2013 angeblich nur ein paar Kilometer. Dann gibt es Schotterpiste bis Moyale.<br \/>\nDas Problem bei der Schotterpiste ist das Wellblech. Ich wei\u00df nicht genau, wie es entsteht, aber es sch\u00fcttelt dich gnadenlos durch. Unser Auto war leicht und hatte harte Reifen, aufgepumpt auf 4 bar.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/wellblech.jpg\" title=\"wellblech.jpg\" alt=\"wellblech.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 24: Wellblechpiste<\/p>\n<p>Das bedeutet, man braucht eine gewisse Mindestgeschwindigkeit, um \u00fcber das Wellblech dr\u00fcber zu kommen, n\u00e4mlich ca. 70 km\/h. Darunter ist es unfahrbar und ab 80 f\u00e4ngt das Auto so zu schwimmen an, dass es lebensgef\u00e4hrlich wird. Das liegt an den Reifen und lie\u00df sich in unserem Fall nicht \u00e4ndern.<br \/>\nAnsonsten ist der Toyota das perfekte Auto f\u00fcr Afrika und nicht umsonst eines der meist verwendeten. Eigentlich halten nur zwei Autos dort durch: der Land Rover Defender, der jetzt 2015 ausl\u00e4uft, und der Toyota Landcruiser Serie 7, der zwar nach wie vor gebaut wird, aber leider inzwischen in mieser Qualit\u00e4t.<br \/>\nWirklich geeignet sind letztlich nur Autos mit Starrachsen, Blattfedern und einem Leiterrahmen. Alles andere f\u00e4hrt sich zwar komfortabel, wird aber ziemlich bald kaputt. <\/p>\n<p>Wir hatten also das richtige Auto und verfahren konnte man sich auch nicht. Also erreichten wir nach ein paar Stunden Fahrt Marsabit (nur die letzten 40 km sind ein wenig m\u00fchsam zu fahren) und fanden auch Henrys Camp. Henry war tats\u00e4chlich nicht da, aber eine h\u00fcbsche junge Mulattin namens Elisabeth begr\u00fc\u00dfte uns. Sie stellte sich als die nette Stimme am Telefon heraus und au\u00dferdem als Henrys Tochter. Das Camp lag zwar unter Akazien, die nicht wirklich viel Schatten spendeten, war aber sonst tadellos: es gibt ausgezeichnete Duschen mit einem echten Wasserstrahl (im Gegensatz zum \u00fcblichen Tr\u00f6pferlbad) und tief in die B\u00f6rse greifen muss man auch nicht: 3 Euro pro Person pro Nacht ist eine faire Ansage.<br \/>\nAllerdings stellte sich heraus, dass es au\u00dfer uns nur zwei weitere G\u00e4ste gab: Brandon und Lauren, eine junges P\u00e4rchen aus Kanada, das von Kairo nach Kapstadt fuhr. Sie hatten sich in London einen Land Rover Discovery 1. Serie gekauft und von einem \u00e4lteren Ehepaar ein Dachzelt bekommen, das diese nach ihrer langen Afrikareise nicht mehr brauchten. Ich war durchaus \u00fcberrascht, dass der Discovery diese lange Fahrt problemlos durchgehalten hatte, aber so war es.<br \/>\nSie kamen direkt aus \u00c4thiopien und waren wesentlich schlechtere Stra\u00dfen gefahren als wir. Am Abend spendierten wir ihnen ein eiskaltes Bier und mussten leider feststellen, dass der K\u00fchlschrank zu stark aufgedreht war. Viel Sonne den ganzen Tag, dazu die kr\u00e4ftige Lichtmaschine \u2013 ein Bier war gefroren und aufgeplatzt, dazu etwa die H\u00e4lfte unserer zwei Dutzend Eier. Alles nicht weiter tragisch, so w\u00fcrden wir in den kommenden Tagen halt mehr Eier als geplant essen.<br \/>\nDie Tropfen an der Vorderachse des Toyota konnte ich als Differenzial\u00f6l identifizieren, das aus einem \u00dcberlaufschlauch ausgetreten war \u2013 kein Grund zur Besorgnis. Sonst war der Toyota sehr gut in Schuss.<\/p>\n<p>Am Abend sa\u00dfen wir an einem kleinen Feuer und tauschten Geschichten aus. Wir erfuhren von Brandon und Laura einiges \u00fcber die Stra\u00dfen in \u00c4thiopien und sie bekamen von uns viele Tipps f\u00fcr Kenia.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/abendessen.jpg\" title=\"abendessen.jpg\" alt=\"abendessen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 25: Zubereitung des Abendessens<\/p>\n<p>Das mag ich an diesen Reisen: man trifft fast immer spannende Menschen und kann sich gegenseitig helfen. So profitieren alle vom Wissen der anderen. Was f\u00fcr ein Unterschied zu den vollklimatisierten Hotels, in denen man meist Landsleute am \u00fcppigen Buffet trifft. Ob man gerade in Afrika, Dubai oder San Jos\u00e9 ist, l\u00e4sst sich maximal an der Hautfarbe des Personals erkennen und oft nicht einmal daran.<br \/>\nHier plauderten wir unter dem Sternenhimmel von Marsabit, im Hintergrund bizarre Vulkankegel und hin und wieder heulte eine Hy\u00e4ne.<br \/>\nWieder ging ein anstrengender Tag zu Ende, aber wir hatten es hierher geschafft und ich hatte mir einen Traum erf\u00fcllt, der vor zwanzig Jahren entstanden war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TAG 4 \u2013 DIE FAHRT ZUM MARSABIT Ein strahlender Morgen empf\u00e4ngt uns nach einer klaren, kalten Nacht. Wir befinden uns immerhin auf 2.000 Metern Seeh\u00f6he und in der Nacht bl\u00e4st ein k\u00fchler Wind vom Berg. Der afrikanische Sternenhimmel ist hier<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1833","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1833","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1833"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1833\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1835,"href":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1833\/revisions\/1835"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}