{"id":467,"date":"2010-08-24T07:09:26","date_gmt":"2010-08-24T06:09:26","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=467"},"modified":"2017-07-15T12:34:09","modified_gmt":"2017-07-15T11:34:09","slug":"oberosterreich-wegen-reichtum-geschlossen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/oberosterreich-wegen-reichtum-geschlossen\/","title":{"rendered":"Ober\u00f6sterreich: Wegen Reichtum geschlossen?"},"content":{"rendered":"<p>Vorweg, damit die Kommentare weniger \u00e4tzend ausfallen: Dieser kleine Reisebericht ist eine Momentaufnahme und soll keine Beurteilung eines ganzen Bundeslandes sein. <\/p>\n<p>Mein Bruder und ich beschlie\u00dfen zum Tauchen an den Attersee zu fahren. Erstens waren wir dort noch nicht, zweitens gibt es die mehr oder weniger legend\u00e4re &#8222;Schwarze Wand&#8220; (die eigentlich Schwarze Br\u00fccke hei\u00dft) und au\u00dferdem ist das Salzkammergut einigerma\u00dfen schnell erreichbar.<br \/>\nSchon die erste H\u00fcrde ist hoch. In der Tauchbasis Nautilus in Weyregg, die uns empfohlen wurde und die ich hiermit gerne weiterempfehle, empfiehlt man uns punkto Quartiersuche das Fremdenverkehrsb\u00fcro in eben diesem Ort anzurufen. Dort meldet sich eine jung, aber nicht sehr dynamisch klingende Dame, der ich mein Anliegen vortrage: Ein Zimmer mit zwei getrennten Betten in einer kleinen Fr\u00fchst\u00fcckspension irgendwo im Ort, oder zwei Einzelzimmer (S\u00e4gewerkserfahrung mit Peter).<br \/>\nUm mir Angebote zuschicken zu k\u00f6nnen br\u00e4uchte sie meine e-mail-Adresse: &#8222;Okay, das ist office@guidoschwarz.at&#8220; &#8211; &#8222;K\u00f6nnten\u00b4s ma das buchstabieren?&#8220; (Phuuu&#8230;)<br \/>\nN\u00e4chster Tag, keine e-mail. Ich rufe an und komme an eine andere, jung und noch weniger dynamisch klingende Dame, die von meiner Anfrage nichts wei\u00df, gestern w\u00e4re ihre Kollegin da gewesen.<br \/>\nUm mir Angebote zuschicken zu k\u00f6nnen br\u00e4uchte sie meine e-mail-Adresse: &#8222;Okay, das ist office@guidoschwarz.at&#8220; &#8211; &#8222;K\u00f6nnten\u00b4s ma das buchstabieren?&#8220; (Phuuu&#8230;)<br \/>\nN\u00e4chster Tag, keine e-mail. Da das bereits Freitag und der Tag unserer Anreise ist, rufe ich noch einmal an mit ein wenig mehr, \u00e4h, Verve, und frage, was da schiefgegangen ist. Ich m\u00f6chte nicht noch einmal den gleichen Mist machen und au\u00dferdem habe ich daf\u00fcr keine Zeit mehr.<br \/>\nDaraufhin legt die junge Dame einfach auf.<\/p>\n<p>Eigentlich habe ich die Lust auf den Attersee bereits verloren, rufe aber dann doch in der Zentrale an und erreiche einen netten Herren, der mir versichert, ich bek\u00e4me gleich ein Angebot und ja, doch, wir w\u00e4ren am Attersee durchaus willkommen.<br \/>\nDas klappt dann auch und wir bekommen eine nette Pension vermittelt (Untersberger in Weyregg, Wachtbergstra\u00dfe 17, empfehlenswert).<br \/>\nDort arbeitet eine junge Dame aus wahrscheinlich Tschechien, die einen schiefen Kopf hat. Das liegt aber nicht an einem Geburtsfehler, sondern daran, dass sie immer ein Handy eingeklemmt hat und dauertelefoniert, etwa w\u00e4hrend sie frische Wurst zum Fr\u00fchst\u00fccksbuffet tr\u00e4gt oder abserviert. Nur unwillig gibt sie Antworten, weil daf\u00fcr muss sie kurz ihr Telefonat unterbrechen.<br \/>\nDas Trinkgeld hielt sich in Grenzen.<\/p>\n<p>Am Abend ist Weyregger Strandfest und beim Eingang warten ein paar gutgelaunte Jungs, die uns je 6 Euro Eintritt abkn\u00f6pften und auf die Frage, was wir daf\u00fcr bek\u00e4men, schenkelklopfend &#8222;eine diafts, haahaaha&#8220; antworten.<br \/>\nUm wohlfeile 3,50 Euro bekam ich die kleinste K\u00e4sekrainer meines Lebens, was aber den Vorteil hatte, dass wir nicht allzu lang bleiben mussten. Das Feuerwerk war eh viel sch\u00f6ner von unserem Balkon aus zu sehen, wenngleich der Mond punkto spektakul\u00e4res Leuchten den ersten Preis bekam.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag zu Mittag machen wir einen kleinen Ausflug auf die Wieneroith, das ist eine Art extended H\u00fcgel an der Westseite des Attersees oberhalb von Nu\u00dfdorf. Da ich dort viele Kindheitssommer verbracht habe und mich gut auskenne, alles kein Problem.<br \/>\nOben angekommen stellen wir uns mit dem Auto auf eine kleine Anh\u00f6he um auf einer Wiese ein Wurstsemmerl zu verzehren und die pr\u00e4chtige Aussicht zu genie\u00dfen.<br \/>\nDas bleibt nicht lange unbemerkt, ein Bauer knattert auf seinem Traktor heran und br\u00fcllt schon von der Weite &#8222;Verschwinds da sofort!&#8220;. Dann f\u00e4hrt er zu uns heran und wartet, bis wir verschwunden sind.<br \/>\nIch bin ein wenig erstaunt, wir haben nichts kaputt gemacht, sind nur auf einem Schotterweg gefahren, haben keinen Dreck hinterlassen und wollten nur die sch\u00f6ne Aussicht bewundern.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2010.08.24_Attersee\/Wieneroith.jpg\" title=\"Wieneroith.jpg\" alt=\"Wieneroith.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Wieneroith<\/p>\n<p>Am Abend fahren wir in das &#8222;Liehmann&#8220; in Seewalchen, angeblich die beste H\u00fctte weit und breit und the place to go. Zuerst einmal ist es der place to wait, denn es dauert, bis sich eine Servierkraft (aus Germanien) zu uns bequemt. Auf die Frage nach dem H\u00fchnercurry antwortet sie &#8222;Leider heute nicht und auch die anderen Sachen auf der Karte haben wir heute nicht, au\u00dfer Toast und Bratw\u00fcrstel mit Sauerkraut, weil heute ist Champagnerfest.&#8220;<br \/>\nPeter w\u00e4hlt den Schinken-K\u00e4se-Toast, keinen Champagner und ich ordere ein Seiterl Trumer Pils, voller Vorfreude auf einen guten Schluck.<br \/>\nBekommen tu ich einen Hansel und bezahlen m\u00fcssen wir gleich, weil heute, eh scho wissen, Champagnerfest ist.<br \/>\nAuch dort war unsere Verweil von eher kurzer Dauer.<\/p>\n<p>Das Fazit f\u00e4llt trotzdem positiv aus: ein sch\u00f6nes Tauchwochenende, eine gute Pension, eine nette und kompetente Tauchbasis, ein paar interessante Tauchpl\u00e4tze.<br \/>\nBleibt nur die Frage, was mit den Ober\u00f6sterreichern los ist. Die habe ich gastfreundlicher in Erinnerung. Zu reich geworden?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorweg, damit die Kommentare weniger \u00e4tzend ausfallen: Dieser kleine Reisebericht ist eine Momentaufnahme und soll keine Beurteilung eines ganzen Bundeslandes sein. Mein Bruder und ich beschlie\u00dfen zum Tauchen an den Attersee zu fahren. 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