{"id":578,"date":"2011-02-18T10:36:39","date_gmt":"2011-02-18T09:36:39","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=578"},"modified":"2011-02-18T10:37:32","modified_gmt":"2011-02-18T09:37:32","slug":"offener-brief-an-christian-kornherr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/offener-brief-an-christian-kornherr\/","title":{"rendered":"Offener Brief an Christian Kornherr"},"content":{"rendered":"<p>Der Mann ist Chefredakteur der autorevue, der spritzig und witzig geschriebenen \u00f6sterreichischen Autozeitschrift. Ich erlaube mir sein Kommentar (Ausgabe 3\/11) zu kommentieren.<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Kornherr!<\/p>\n<p>Sie schreiben mehr oder weniger \u00fcber ein Ende des Elektrobooms und ein Wiederaufleben des Verbrennungsmotorautos und umschreiben Ihre Meinung mit &#8222;ein wenig Skepsis ist wieder gestattet.&#8220;<br \/>\nDann folgt jedoch nicht Skepsis, sondern eine klare Absage an das Elektrokonzept. Sie unterstellen &#8222;Umweltaktivisten, Journalisten und Politikern&#8220;, dass sie die von ihnen herbeigew\u00fcnschten Elektroautos selbst gar nicht kaufen w\u00fcrden. Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass Sie damit sich selbst meinen (als Journalist) und bei Politikern bin ich mir selbst auch nicht sicher. Wieso werden aber die UmweltaktivistInnen (ein wenig gendern k\u00f6nnte auch Ihre Weltsicht erweitern) pauschal angegriffen? Wieso sollten sich diese Menschen nicht ihre Autos aus \u00f6ffentlichen T\u00f6pfen finanzieren lassen? Die derzeitige Autoindustrie wird auch nicht zu knapp gesponsert, oder? Woher kommen denn die Milliarden Euro, die an Opel gezahlt wurden? Ist das die &#8222;freie Marktwirtschaft&#8220;, von der Sie im letzten Abschnitt sprechen?<\/p>\n<p>Sie schreiben, dass die Menschen kaum 30.000 Euro f\u00fcr &#8222;deutlich weniger Nutzen&#8220; ausgeben werden. Ist Ihnen schon in den Sinn gekommen, dass es noch einen Nutzen jenseits der Autobahnhetzerei nach Salzburg und zur\u00fcck in einem St\u00fcck geben kann und dass die meisten Fahrten Kurzstrecken zur Arbeit und zur\u00fcck sind? K\u00f6nnte es auch einen Nutzen jenseits Ihrer Vorstellungswelt geben, etwa einen f\u00fcr die Umwelt? Oder einen Nutzen in Form der Vorbildwirkung?<br \/>\nSie schreiben, dass staatliche Subventionen in Zeiten von Euro-Krise und Inflationsgefahr &#8222;geradezu absurd&#8220; w\u00e4ren. Und die Subventionen an private Organisationen wie Banken oder Autofirmen, die sind nicht absurd? Eine seltsame Sicht, k\u00f6nnte da eine Scheuklappe im Spiel sein?<\/p>\n<p>Ihre Angst, dass wir Europ\u00e4erInnen mit einer progressiven Umweltpolitik &#8222;zu viel Zimperlichkeit und Zur\u00fcckhaltung&#8220; auf dem globalen Markt zeigen k\u00f6nnten, ist mir g\u00e4nzlich unverst\u00e4ndlich. Macht Ihnen Ver\u00e4nderung Angst? Sie meinen mit Fritz Indra, das Elektroauto w\u00fcrde ein &#8222;Spielzeug f\u00fcr \u00f6kobewusste Reiche&#8220; bleiben. Noch vor 25 Jahren war das Mobiltelefon das auch (ohne \u00f6kobewusst), und heute?<\/p>\n<p>Sie schreiben von der Abendd\u00e4mmerung des Elektroautos. Lehnen Sie sich zur\u00fcck, gie\u00dfen Sie sich ein gutes Glas Rotwein ein und denken Sie \u00fcber folgenden Spruch (Hegel) nach: &#8222;Die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden D\u00e4mmerung ihren Flug.&#8220; Ich w\u00fcnsche Ihnen ein wenig Zukunftsoptimismus und Freude am Neuen. Ich jedenfalls freue mich dar\u00fcber, dass mein derzeitiger &#8222;Sch\u00fcttelhuber&#8220; mein letzter Stinker sein wird, auch wenn ich noch nicht wei\u00df, womit ich in Zukunft fahren werde.<\/p>\n<p>Verbindlichst, Guido Schwarz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mann ist Chefredakteur der autorevue, der spritzig und witzig geschriebenen \u00f6sterreichischen Autozeitschrift. 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