Das Werbe-Quiz

Quelle: bezirksjournal, November 2009

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Bild: Werbeeinschaltung

Und nun das fröhliche Quiz:

a.) Der neue Minimalismus ist in Mode – weniger ist mehr!
b.) Der gnädigen Frau Wimmer ist das Geld ausgegangen – für einen Graphiker hat´s nicht mehr gereicht.
c.) Der Dodel bin ich, weil sie hat ohne viel Geld erreicht, dass zumindest ich ihre Werbung hier verbreite.

Die richtige Antwort bitte unten ins Kommentar schreiben, ich verlose unter den Gewinnern

a.) einen Porsche Cayenne Turbo S
b.) eine Villa auf den Bahamas
c.) nix (das ist MEIN neuer Minimalismus)

Die Aliens kommen!

Ist es die Angst vor der eigenen sozialen Irrelevanz? Was bringt Eltern dazu, ihren Kindern von Geburt an einen Klotz ans Bein zu binden, indem sie ihnen pseudo-originelle Namen geben?
Beispiel gefällig? „Marvin Keanu Montana“ – nein, keine Millionärsfamilie aus USA, sondern eine ganz normale aus Niederösterreich“.
Der „Kevin-Effekt“ ist inzwischen wissenschaftlich untersucht, weil vor die Gschrappn vor allem schulisch auffällig schlecht abschneiden. Studien haben ergeben, dass LehrerInnen ihnen weniger zutrauen und sie daher wesentlich weniger fördern.
Die Spitze des Eisbergs hab ich gestern erlebt. Der neueste Modeschrei in Sachen Namensgebung ist die „Buchstabenaddition“ – man gibt einem Kind in einen meist ohnehin schon leicht dämlichen Namen noch einen Buchstaben dazu und versucht damit, es quasi zu „adeln“ – ein Beispiel ist das „h“ in Hannah.
Im Unterschichtfernsehen läuft seit langem die Herz-Schmerz-Schmalz-Serie „Alisa“ und da wollten Eltern nicht zurückstehen und wählten „Alina“. Dann galt es noch, einen Buchstaben hinzuzufügen, und es kam ihnen ein „e“ in den Sinn. Jetzt heißt das arme Würstchen ihr ganzes Leben lang „Aliena“. Ja, das ist leider wahr. Nein, es wird wie „Alina“ ausgesprochen und die Filmfigur des Horrorklassikers mit Sigourney Weaver ist kein Vorbild gewesen.

Bitte, gebt euren Kindern normale Namen. Denkt an die Kinder und nicht an euer fehlendes Sozialprestige, das ihr damit ohnehin nicht aufmotzen könnt!

Breaking News 2016: Die beliebtesten Mädchennamen in der Obersteiermark sind „Gwyneth“ und „Cheyenne“.

Vera Würg!

Ja, es tut manchmal weh, wenn ich den Fernseher aufdrehe. Es läuft gerade Vera exklusiv und es gibt ein Interview mit der deutschen Schauspielerin Asli Bayram. Was Vera Russwurm am meisten interessierte, waren persönliche Details an der grauenvollen Kindheitsgeschichte von Asli Bayram, als ein Mann aus Türkenhass ihren Vater vor ihren Augen erschoss.
Da musste ordentlich nachgefragt werden: Wie war das genau mit dem schrecklichen Ereignis (lechz, Quote!) gibt es da nicht doch irgendwas Oarges? Zur Sicherheit wurde eine Schwarz-weiß-Szene eingeblendet, wo man eine Hand sehen konnte, die eine Pistole entsichert und durchlädt (jawohl, Gewalt, geil!!) – gerade dass nicht gellende Mädchenschreie zu hören waren!
Dass Frau Bayram eher einsilbig antwortete, gefiel Vera gar nicht. Sie schaffte es aber auch mit der stupidesten Suggestivfragentechnik nicht, weitere Details rauszulocken, Frau Bayram wirkte etwas angewidert und gelangweilt. Gesprächsanteil Vera: ca. 90% – ein Superinterview!

Die schrecklichen drei des ORF:
Vera Russwurm
Barbara Karlich

(nein, das ist kein Fehler, letztere zählt für zwei…)

Akustischer Tankterror

Aus der beliebten Serie „Marketingideen, die die Welt echt nicht braucht“ gibt es eine weitere Folge:

Dank Ogilvys Hilfe „darf“ man nun beim Tanken Musik hören, berichtet medianet: „An den Zapfsäulen von BP wird es dank Ogilvy Wien neben fließendem Benzin auch knallende Musik geben. Das Angebot erstreckt sich von internationalen Chart-Stürmern bis zu beliebten Schlagern.“

Warum nennt man das eigentlich „Angebot“? Darunter verstehe ich etwas, das man auch NICHT in Anspruch nehmen kann, was ja hier nicht der Fall ist.

Damit nicht genug des Terrors, man kann sich im Internet Musiknummern anhören und dabei animierte, hüpfende Autos betrachten. Darauf habe ich gewartet!
War es notwendig, die Kampagne durch einen Kreativen gestalten zu lassen, der aus Germanien kommt und kein „Österreichisch“ beherrscht? (Wie ist es sonst erklärbar, dass die im Shop kaufbaren Music-CDs, übrigens „Compilations“ genannt, offiziell „Fetenhits“ heißen. Mensch, Kalle, gehen wir mal auf ne dufte Fete!)

Vielleicht bin ich hier zu kritisch und die Kampagne wurde einfach ohne großen Aufwand fixfertig aus Deutschland gekauft. Das erklärt auch, warum der dazu gehörige „Schlager-Hit“ (also übersetzt ein „Schlager-Schlag“ – vielleicht sollte der Tischtennisspieler Werner Schlager hier eine Gewinnbeteiligung fordern) von DJ Ötzi stammt und brandneu ist: Ein Stern, der deinen Namen trägt…
Laut Medianet verzeichnete sie im Internet bereits in der ersten Woche über 5000 „Visitors“, was wahrscheinlich so viel wie „Besucher“ heißen soll. Und irgendwer hat einen Halblustigen in der Hose, weil er das alles als „crossmedialen Ansatz“ bezeichnen darf.

Ich glaube, es geht schlicht und einfach darum, mit den verkauften CDs Geld zu machen, alles andere ist schmückendes Beiwerk.

Im Werbebarometer bekommt diese Idee ein „LAAAAANGWEEIIIIILIG“

Grippe: Erste Übergriffe auf Schweine!

Laut APA gibt es erste Panikfälle in der Österreichischen Bevölkerung. Viele springen auf die Welle auf und rotten sich in kleinen Gruppen zusammen. Schuldige sind schnell gefunden: Die ohnehin in unserer Gesellschaft nicht mit übermäßig positiver Reputation versehenen Schweine werden immer öfter attackiert, erste verletzte Schweine haben sich bereits den Veterinärkliniken gemeldet. Ob sie dort abgewiesen wurden, ist nicht bekannt.

Soziologen rechnen mit einer weiteren Verschärfung der Situation: „Die Angst verwandelt sich in Aggression, vor allem wenn man in der Gruppe unterwegs ist, agiert der Einzelne gerne jenseits der Vernunft“ erklärt ein Experte. Schweine dürften in der nächsten Zeit durchaus einer höheren Gefährdung unterliegen, denn: „Schuldige werden schnell gefunden, idealerweise wählt man jene aus, die sich nicht gut wehren können, keine Lobby haben und von denen man quasi ohnehin immer schon gewußt hat, dass sie schädlich sind.“

Im Extremfall könnte es zu einer „Schweinskristallnacht“ kommen. Schweinen wird von offizieller Stelle empfohlen, das Land zu verlassen. Südlich von Wien soll bereits ein Schwein gelyncht worden sein.

Ein Experte, der nicht namentlich genannt werden will, ruft zur Besonnenheit auf: „Stell dir vor es ist Grippe, und kein Schwein geht hin!“