{"id":1205,"date":"2012-09-20T13:30:47","date_gmt":"2012-09-20T12:30:47","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1205"},"modified":"2014-09-07T08:09:07","modified_gmt":"2014-09-07T07:09:07","slug":"die-zero-ds-ein-neues-funbike-elektrisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/die-zero-ds-ein-neues-funbike-elektrisch\/","title":{"rendered":"Die Zero DS &#8211; ein neues Funbike, elektrisch"},"content":{"rendered":"<p>Zero ist mehr als Null<\/p>\n<p>Fahrbericht der neuen Zero DS Elektro-Funbike<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.09.20_zero\/zero.jpg\" title=\"zero\" alt=\"zero\" \/><\/center><\/p>\n<p>Die H\u00fcgel und Berge westlich von Wien sind als Motorradstrecken durchaus beliebt, und das nicht ohne Grund. Abwechslungsreich und landschaftlich traumhaft eignen sie sich daher auch gut f\u00fcr Testfahrten, wenngleich ich das Angebot der vielen Wienerwaldgasth\u00f6fe nicht in Anspruch nahm, es galt jede Minute mit lautlosem Dahingleiten zu n\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wobei Dahingleiten die Sache nicht trifft, die Zero geht zwischen 60 und 110 ab wie die sprichw\u00f6rtlich gesengte Sau. Das ist vor allem deswegen erstaunlich, weil sie als 125er eingestuft ist \u2013 zumindest laut dem holl\u00e4ndischen Zulassungsschein, der bei dem Fahrzeug dabei war.<\/p>\n<p>Aber der Reihe nach. Die Zero ist ein waschechtes Motorrad aus einer kleinen kalifornischen Fabrik (Zero Motorcycles Inc.), in der pro Woche ca. 35 Fahrzeuge hergestellt werden, mit steigender Tendenz.<br \/>\nIn der neuesten Generation hat die Zero DS (das ist die Stra\u00dfenenduro oder auch Funbike) einen ziemlich gro\u00dfen und leistungsf\u00e4higen Akku eingebaut. Er sitzt dort, wo bei anderen Motorr\u00e4dern der Motor sitzt. Der eigentliche Motor befindet sich dahinter, direkt neben den Anlenkpunkten f\u00fcr die Schwinge.<\/p>\n<p>Dann gibt es noch einen Rahmen, eine Gabel, zwei R\u00e4der mit Bremsen, Lenker, Sitz, Scheinwerfer und eine kleine Kiste, in der die Steuerelektronik verborgen ist.<br \/>\nDas ist alles. Der Antrieb erfolgt \u00fcber einen Zahnriemen direkt vom Ritzel des Elektromotors (der aussieht wie eine Lichtmaschine bei einem Auto, und genau das ist er auch, nur quasi verkehrt herum betrieben) auf das Hinterrad. Das w\u00e4re alles. Es gibt kein Getriebe und auch sonst nicht viel, was der Wartung bedarf oder kaputt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>So entsteht ein Gesamtgewicht von ca. 160 kg, wobei man hier nicht von \u201eTrockengewicht\u201c sprechen kann, weil es weder Getriebe\u00f6l noch Benzin gibt. Servicekosten beschr\u00e4nken sich auf Bremsen, Gabel und vielleicht noch ein wenig Schmierfett da und dort. Getankt wird Strom und nun kommen wir zum entscheidenden Punkt, bei dem alle st\u00e4ndig ausflippen und jammern.<br \/>\nEs gibt sogar schon einen Fachbegriff daf\u00fcr: Range Extension Fear \u2013 die Angst vor zu wenig Reichweite. Darum kreisen alle Fragen und \u00c4ngste, das wird als Killerargument gegen den Elektroantrieb gerne und oft ins Spiel gebracht.<br \/>\nIm Klartext: Die Zero DS f\u00e4hrt mindestens 120 km weit. Ein Freund von mir f\u00e4hrt sie seit einiger Zeit und kommt oft auf 160 km.<br \/>\nDann muss aufgeladen werden. Das geht mit einem Schnell-Ladeger\u00e4t in ca. 2 Stunden und an einer normalen Steckdose \u00fcber Nacht.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es Menschen, die weder daheim noch in der Arbeit noch sonst wo eine Steckdose in Motorradreichweite haben, aber es gibt auch gen\u00fcgend andere, um einen gro\u00dfen Markt zu bieten.<br \/>\nIch vergleiche die Zero einmal mit meiner alten Aprilia Pegaso, die war auch eine Stra\u00dfenenduro mit einem 650er Rotax Einzylinder und 50 PS. Bis ca. 120 k\u00f6nnte die Zero mithalten und w\u00e4re da und dort sogar noch spritziger. Danach ist Schluss, die Aprilia kam dann noch bis Tacho 160.<br \/>\nEine Tagestour gef\u00e4llig? Dann muss man das Schnell-Ladeger\u00e4t mitnehmen und die Mittagspause ein wenig l\u00e4nger gestalten, sich also etwa zwei Stunden Zeit nehmen. So kann man 2 x 120 Kilometer fahren. Ein normales Steckdosenkabel (wie beim Tintenstrahldrucker daheim) ist \u00fcbrigens im Fahrzeug integriert, die ganze Bedienung ist ausgesprochen einfach.<br \/>\nOder man verwendet sie in der Stadt, was vom Gewicht und der Wendigkeit her kein Problem ist. Es gibt sogar ein durchaus pfiffig gestaltetes Koffersystem. Aufgeladen wird dann einmal die Woche.<\/p>\n<p>Gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig ist die Lautlosigkeit. Da auch das Abrollger\u00e4usch der Reifen nicht hoch ist, d\u00fcst man absolut ohne Ger\u00e4uschentwicklung durch die Landschaft. Die Menschen am Stra\u00dfenrand drehen sich irritiert um und man muss besonders bei Radfahrern sehr aufpassen. Wir alle sind im Stra\u00dfenverkehr auf Akustik programmiert und ich hatte den Zwiespalt, ob ich die Radfahrer anhupen (die Zero hat eine sehr laute Hupe) oder lautlos an ihnen vorbeiflitzen soll. Erschrocken sind sie in beiden F\u00e4llen.<\/p>\n<p>Das Gef\u00fchl, ohne jegliches Ger\u00e4usch und g\u00e4nzlich ohne Abgase durch den Wienerwald zu fahren, war fantastisch. Ja, es ist ein Quantensprung und eine ziemlich andere Art Motorrad zu fahren. Die gewohnten Vibrationen und der kernige Auspuffklang sind Geschichte, die stufenlose Kraftentfaltung neu und reizvoll.<br \/>\nWir d\u00fcrfen in den n\u00e4chsten Jahren mit weiteren, deutlichen Steigerungen punkto Kraft und Reichweite rechnen, die alten Argumente z\u00e4hlen heute schon weniger und morgen gar nicht mehr.<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich bleibt der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung als Minus, aber das ist meiner Ansicht nach kein Grund, sich vor dieser Zukunft zu f\u00fcrchten. Die Zero jedenfalls und alle ihre T\u00f6chter haben zwar zero Abgase, aber sicher nicht zero Zukunft.<\/p>\n<p>Weitere Infos und Testberichte gibt es auf www.motomobil.at<\/p>\n<p>Bild: Guido Schwarz auf der Zero DS<br \/>\nBildquelle: Michael Bernleitner<\/p>\n<p>\u00a9 Guido Schwarz, September 2012<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zero ist mehr als Null Fahrbericht der neuen Zero DS Elektro-Funbike Die H\u00fcgel und Berge westlich von Wien sind als Motorradstrecken durchaus beliebt, und das nicht ohne Grund. Abwechslungsreich und landschaftlich traumhaft eignen sie sich daher auch gut f\u00fcr Testfahrten,<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1205","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1205"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1205\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1752,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1205\/revisions\/1752"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1205"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}