{"id":1422,"date":"2013-12-09T23:08:25","date_gmt":"2013-12-09T22:08:25","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1422"},"modified":"2014-01-21T16:21:48","modified_gmt":"2014-01-21T15:21:48","slug":"mein-dutzend-gruende-fuer-politisches-engagement-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/mein-dutzend-gruende-fuer-politisches-engagement-teil-3\/","title":{"rendered":"Mein Dutzend Gr\u00fcnde f\u00fcr politisches Engagement: 3 &#8211; W\u00fcrdevolles Leben f\u00fcr alle"},"content":{"rendered":"<p>Politik ist die Kunst der Gesellschaft. Menschen leben nur dann friedlich in Gemeinschaften, wenn ihre unterschiedlichen Interessen ausbalanciert werden. Diese Vermittlungst\u00e4tigkeit nennt man meinem Verst\u00e4ndnis nach &#8222;Politik&#8220;. Sie regelt das Zusammenleben der Menschen.<br \/>\nIch habe ein Dutzend Gr\u00fcnde gefunden um mich politisch zu engagieren. Heute ist der dritte Grund an der Reihe, es geht ums Geld.<\/p>\n<p>Ich besch\u00e4ftige mich seit ca. f\u00fcnf Jahren intensiv mit dem Thema Geld und seiner Bedeutung. Das Ergebnis ist nicht spektakul\u00e4r, daf\u00fcr aber recht komplex. Jetzt greife ich nur einen Aspekt heraus, n\u00e4mlich das Gl\u00fcck.<br \/>\nForschungen haben es gezeigt und meine Beobachtungen best\u00e4tigen: Zu wenig Geld macht genauso ungl\u00fccklich wie zu viel. Da Geld das Symbol f\u00fcr Lebenserhaltung ist, kommen wir schwer bis gar nicht ohne aus. Bis zu einer gewissen Menge macht es gl\u00fccklich, weil es Sorgen nimmt und gesellschaftlichen Status erm\u00f6glicht. Wer so viel hat, dass er sich ein anst\u00e4ndiges Heim, gen\u00fcgend zu Essen, da und dort etwas Besonderes plus den einen oder anderen Urlaub leisten kann und zus\u00e4tzlich noch Ersparnisse anlegen kann, etwa um f\u00fcr schwere Zeiten eine Reserve zu haben, lebt stressfreier als jemand, der das nicht hat. Hier gibt es Ausnahmen, aber ich glaube, dass das f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Menschen in unserer Kultur zutrifft.<br \/>\nManche kommen mit weniger aus, andere brauchen etwas mehr. Aber irgendwann kommt eine Grenze, ab der beginnt die Zufriedenheit zu sinken und auch das Gl\u00fcck nimmt ab. Dann hat man an der dritten Rolex nicht mehr so viel Freude wie an der zweiten und auch die Breitling wird bald zu wenig. Okay, dann halt ein neues Auto, das mich gl\u00fccklicher machen wird als das alte.<\/p>\n<p>Ich k\u00fcrze das jetzt ab. Viele Menschen lassen sich in den Konsumrausch hinein ziehen bzw. einreden, dass mehr Geld gl\u00fccklicher macht als weniger und zwar mit einer nach oben unendlich steigenden Kurve.<br \/>\nDamit wird eine Spirale gestartet, die zugleich nach oben und nach unten geht. Die Gier als das Gegenteil des Gl\u00fccks ist per se unendlich, ganz im Gegensatz zum Bed\u00fcrfnis, das nach seiner Befriedigung weg ist, w\u00e4chst die Gier nach ihrer Befriedigung.<br \/>\nDas erkl\u00e4rt die ins Unendliche wachsenden Geldmengen und auch, warum Menschen keine Grenze in ihrer Gier nach Geld kennen. Das betrifft nat\u00fcrlich nicht alle Menschen, sondern interessanterweise vor allem \u00e4ltere und alte M\u00e4nner. Was unterscheidet diese von allen anderen Menschen? Es ist in erster Linie die nachlassende Potenz (&#8222;Kennen Sie schon die zwei Trag\u00f6dien im Leben eines Mannes? Die erste erlebt er, wenn es beim zweiten Mal nicht mehr geht. Die zweite erlebt er, wenn es beim ersten Mal nicht mehr geht.&#8220;), die ihr \u00c4lterwerden bestimmt. Das bringt sie dazu nach Ersatzpotenz zu gieren. Geld bietet sich hier an und eignet sich hervorragend. Man kann es unendlich wollen und es macht einen alten Mann zwar nicht j\u00fcnger, aber es l\u00e4sst ihn j\u00fcnger erscheinen. Er kann sich mit jungen, attraktiven Frauen umgeben und so tun, als ob diese ihn wegen seiner scheinbar immer noch vorhandenen Potenz m\u00f6gen. Er kann Sportlichkeit simulieren und sich einen Sportwagen kaufen (&#8222;Einst dr\u00fcckte ihn der forsche Pimmel &#8211; heut hat er einen Porschefimmel&#8220;) und sich bei teuren Chirurgen das \u00c4u\u00dfere auf j\u00fcngere Optik operieren lassen.<br \/>\nMein Stiefgro\u00dfvater hat sich seinerzeit eine vierzig Jahre j\u00fcngere Frau geangelt und mit ihr ein Kind gezeugt. Als gut situierter Zahnarzt konnte er sich das leisten und hat tats\u00e4chlich mit 80 Jahren noch ausgesehen wie 65. <\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist es h\u00f6chst an der Zeit \u00fcber einen anderen Umgang mit Geld nachzudenken bzw. dem Geld eine neue Bedeutung zu geben. Die Finanzm\u00e4rkte haben l\u00e4ngst schon abgehoben und auf gef\u00e4hrliche Weise zugleich viel und nichts mehr mit der wirtschaftlichen Realit\u00e4t der Gesellschaft zu tun. Einige Reiche werden zu Superreichen (in \u00d6 geh\u00f6rt den reichsten 5% der Bev\u00f6lkerung ca. 50% des Besitzes und wir sind in diesem Punkt noch kein extremes Land. Die reichsten 85 Menschen dieser Erde haben so viel Geld wie die \u00e4rmsten 3,5 Milliarden) und viele werden \u00e4rmer.<\/p>\n<p>Derzeit ist ein Ende dieser Verm\u00f6gensschere nicht in Sicht. Nicht einmal die Gr\u00fcnen reden von Gerechtigkeit, die f\u00fcr mich darin besteht, dass alle Menschen am Verm\u00f6gen der Gesellschaft (und auch an den Reicht\u00fcmern der Natur) zumindest so weit teilhaben, dass ihnen ein w\u00fcrdevolles Leben m\u00f6glich ist.<br \/>\n<strong>Daher meine politische Forderung Nr. 3: Kein Mensch soll Hunger leiden, d\u00fcrsten oder frieren. Und niemand soll vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sein.<\/strong><\/p>\n<p>Ich finde, das ist nicht zu viel verlangt. Allerdings gibt es in \u00d6sterreich massive Kr\u00e4fte, die da entschieden was dagegen haben. (z.B. diejenigen, die Wasser und Energie in den Besitz einiger weniger Milliard\u00e4re geben wollen).<br \/>\nDie geh\u00f6ren bek\u00e4mpft, denn es ist f\u00fcr mich evident, dass Menschen mit zu viel Macht und Geld sich einen absoluten Schei\u00dfdreck darum k\u00fcmmern, wie es anderen geht. Warum sollten sie auch? Sie k\u00f6nnen es manchmal nicht verhindern, dass ein bisschen was vom \u00fcberreichlich gedeckten Tisch zu Boden f\u00e4llt und von den Armen aufgesammelt wird. Daraus aber abzuleiten, dass es den Armen besser geht, wenn die Reichen noch reicher werden, halte ich f\u00fcr einen gro\u00dfen Irrtum. Die Entwicklung in der Welt beweist eindrucksvoll das Gegenteil.<br \/>\nNat\u00fcrlich gibt es Ausnahmen &#8211; g\u00fctige und gro\u00dfz\u00fcgige Industrielle im alten Stil, aber sie sind eben die Ausnahme. Und das reicht mir bei weitem nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik ist die Kunst der Gesellschaft. Menschen leben nur dann friedlich in Gemeinschaften, wenn ihre unterschiedlichen Interessen ausbalanciert werden. Diese Vermittlungst\u00e4tigkeit nennt man meinem Verst\u00e4ndnis nach &#8222;Politik&#8220;. Sie regelt das Zusammenleben der Menschen. 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