{"id":144,"date":"2009-05-24T23:08:14","date_gmt":"2009-05-24T22:08:14","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=144"},"modified":"2009-05-24T23:08:14","modified_gmt":"2009-05-24T22:08:14","slug":"acdc-live-ein-konzertbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/acdc-live-ein-konzertbericht\/","title":{"rendered":"AC\/DC live &#8211; ein Konzertbericht"},"content":{"rendered":"<p>Der eigentliche Trick besteht darin, w\u00e4hrend der letzten Zugabe-Nummer abzuhauen. Das erspart verkehrstechnische Sorgen (&#8222;Ich bin nach dem Konzert drei Stunden im Stau gestanden&#8220;) und gibt einem guten Konzert einen kr\u00f6nenden Abschluss. Man ist quasi wie ein Surfer ganz vorne auf der Welle und entkommt dem postkonzertanten Chaos.<\/p>\n<p>Aber jetzt der Reihe nach. Der Job als Platzanweiser erm\u00f6glicht witzige Begegnungen und Beobachtungen, ist sehr stressfrei und kurz vor Konzertbeginn zu Ende. Man erspart sich eine teure Karte, bekommt ein Lunch-Paket, ein eher peinliches T-Shirt in BZ\u00d6-orange und ein klein wenig Autorit\u00e4t.<br \/>\nBesonders lustvoll ist es, vom dritten Rang den Einlasszeitpunkt zu beobachten. Pl\u00f6tzlich ergie\u00dfen sich Gestalten aus den Eing\u00e4ngen Richtung B\u00fchne, um sich dort einen Platz an vorderster Front zu sichern. Einige dickliche Fans sind beim Wettlauf zwar gehandicapt, k\u00f6nnen das aber vorne mit Gewichtsautorit\u00e4t wieder wettmachen. Dann beginnt das langsame, letztlich stundenlange R\u00f6sten in der Sonne. Wer aufs Klo muss, hat verloren. (Einlass 16 Uhr, Konzertbeginn 21 Uhr)<\/p>\n<p>Aus der Serie &#8222;Wie kann man es am d\u00fcmmsten machen&#8220; darf ich diesmal von der Bier-Ausschank berichten, und zwar von der im Sektor B am dritten Rang. Das System l\u00e4uft folgenderma\u00dfen: Die Cateringfirma stellt eine Zapfs\u00e4ule hinter eine Buddel neben einen der Aufg\u00e4nge und engagiert eine Handvoll netter Studentinnen (&#8222;eine Zapfs\u00e4ule reicht locker f\u00fcr einen halben Sektor, sind eh nur ein paar tausend Personen&#8220;). Diese bekommen einen Bauchladen und k\u00f6nnen bei dieser Zapfs\u00e4ule Bier kaufen, das sie dann von ihrem Bauchladen aus an die G\u00e4ste verklopfen. So weit so schlecht. Sobald die Menschen die Buddel mit der Zapfs\u00e4ule sehen, dr\u00e4ngen sie in Scharen dorthin. Der leicht genervte Zapfmeister hat zwar versucht, mit einem Kugelschreiber &#8222;Hier kein Verkauf&#8220; auf eine Tafel hinter sich zu schreiben, das hatte aber den gleichen Effekt wie ein Glas Wasser ins Meer zu sch\u00fctten. Aufgrund der dr\u00e4ngenden Masse kamen die Studentinnen nicht mehr durch, es gab also weder bei ihnen noch bei der Buddel Bier, was die hinten nachdr\u00e4ngenden ja nicht wussten. Dieses Chaos konnte das gesamte Konzert hindurch beobachtet werden. Ver\u00e4rgerte G\u00e4ste, genervte Studentinnen &#8211; einen herzlichen Gru\u00df an die unf\u00e4higste Cateringfirma der Welt, wie auch immer sie hei\u00dft. <\/p>\n<p>Zum Konzert. Die \u00e4ltlichen Herren zeigten wieder einmal sehr gut auf, warum Robbie Williams sein Leben lang ein Boy aus einer Boygroup bleiben wird. Unter unglaublichem Get\u00f6se legte der  Gitarrist einen netten Strip hin und zeigte am Schluss seinen Hintern ins Publikum, \u00fcbertragen von drei riesigen Videow\u00e4nden. Eine schwarze Boxershort mit fetten roten AC\/DC-Lettern hinten drauf, eh klar. Die Menge tobt.<br \/>\nSeine 60+ Jahre st\u00f6rten das Publikum genau \u00fcberhaupt nicht, seine sensationell h\u00e4sslichen, schwei\u00dftriefenden, langen, d\u00fcnnen Haare lie\u00dfen die M\u00e4dchen kreischen, das alles untermalt mit einer Lichtshow, die ihresgleichen sucht. Der Stromverbrauch von 10 Sekunden entspricht wahrscheinlich dem, was ich im Jahr brauche. Allerdings verdienen AC\/DC in 10 Sekunden auch mehr als ich im ganzen Jahr und Stromverbrauch ist bei einer Gruppe mit diesem Namen wahrscheinlich ohnehin eine Ehrensache.<br \/>\nMan spielte genau zwei Stunden lang und gab als erste Zugabe ein famoses &#8222;Highway to Hell&#8220;, bei dem das Stadion zitterte. Ebendieses pflegte bummvoll zu sein, mit dem Nachteil, dass auch ein paar hundert sogenannte &#8222;Arschkarten&#8220; verkauft wurden &#8211; ganze Bl\u00f6cke, von denen aus man nur etwas sehen konnte, wenn der Gitarrist \u00fcber den Laufsteg in die Mitte des Stadions rannte (also nicht so arg schnell, aber doch). Gute Einnahmen f\u00fcr die Veranstalter, schlechte Pl\u00e4tze f\u00fcr die G\u00e4ste.<\/p>\n<p>Zum Publikum. Es ist immer wieder sehenswert, wie zigtausende Menschen exakt gleiche Bewegungen ausf\u00fchren (bis auf ein paar Betrunkene, die ein wenig hinterherhinken). Vom obersten Rang ist das besonders gut zu beobachten, ein wogendes Meer, gespickt von tausenden leuchtenden Teufelsh\u00f6rnern, die um sportliche 10 Euro verkauft wurden und auf den K\u00f6pfen der Besucher blinkten.<br \/>\nAls Platzanweiser empf\u00e4ngt man die G\u00e4ste mit einem freundlichen L\u00e4cheln, sagt ihnen etwas wie &#8222;Sehen Sie dort den Bladen mit dem blauen T-Shirt? Dort ist Block K und dort gehen Sie hinauf und dann links&#8220; und hofft, dass der Blade bis zu Konzertbeginn dort stehen bleibt (hat er getan, ein freundliches Dankesch\u00f6n an dieser Stelle, unbekannterweise). Italiener bitten um eine Wiederholung auf Englisch, Steirer verirren sich (es gab enorm viele Steirer, keine Ahnung wo die alle herkamen, wahrscheinlich direkt aus der Steiermark) und h\u00fcbsche M\u00e4dchen geleitet man galant bis zu ihrem Platz.<br \/>\nMein pers\u00f6nlicher H\u00f6hepunkt war ein junger Mann mit leicht panischem Gesichtsausdruck, der uns anflehte, ihm irgendwoher Ohrenst\u00f6psel zu besorgen, die Sanit\u00e4ter h\u00e4tten ihm keine gegeben und er f\u00fchle sich so h\u00f6rsturzgef\u00e4hrdet (&#8222;Depperta, das ist ein AC\/DC-Konzert!!!&#8220;). <\/p>\n<p>Alles in allem ein gelungener Abend und in ein paar Tagen werde ich sicher wieder etwas h\u00f6ren, vielleicht sogar auf beiden Ohren. Und auch das Glockengel\u00e4ute in meinem Kopf wird sich wieder geben, haben mir erfahrene Konzertbesucher glaubhaft versichert.<br \/>\nIn diesem Sinne: Hells Bells!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der eigentliche Trick besteht darin, w\u00e4hrend der letzten Zugabe-Nummer abzuhauen. Das erspart verkehrstechnische Sorgen (&#8222;Ich bin nach dem Konzert drei Stunden im Stau gestanden&#8220;) und gibt einem guten Konzert einen kr\u00f6nenden Abschluss. 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