{"id":168,"date":"2009-07-11T08:44:02","date_gmt":"2009-07-11T07:44:02","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=168"},"modified":"2009-07-17T12:46:02","modified_gmt":"2009-07-17T11:46:02","slug":"lovely-days-festival-wieder-genial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/lovely-days-festival-wieder-genial\/","title":{"rendered":"Lovely Days Festival &#8211; wieder genial!!"},"content":{"rendered":"<p>Wie viel Gl\u00fcck hat der Mensch? Meines schien gestern kurz sehr beansprucht zu sein. 13:30, ich hatte gerade getankt, die Regenkombi angezogen und fuhr auf die S\u00fcdautobahn. Kurz vor Wr. Neudorf, Tempo 120, dichter Verkehr, liegt ein K\u00fchlschrankteil (oder so was in der Art) auf meiner Spur.<\/p>\n<p>Die Griechen nennen das &#8222;kairos&#8220;, was in etwa &#8222;Augenblick&#8220; hei\u00dft &#8211; so lange hatte ich Zeit, um den Lenker nach links zu verrei\u00dfen. Mit dem rechten Vorderrad hab ich das Ding leicht touchiert, sonst ging alles gut.<\/p>\n<p>Bei Wr. Neustadt kam dann das Gewitter, das an Wiesen jedoch vorbeizog, alles war trocken, wenn auch stark bew\u00f6lkt.<\/p>\n<p>Die Fakten: Das Lovely Days Festival fand heuer zum vierten Mal statt, zum zweiten Mal in Wiesen und war das erste Mal ausverkauft &#8211; \u00fcbrigens 8.000 G\u00e4ste. <\/p>\n<p>Mother\u00b4s Finest kamen gut an, waren in Spiellaune und flirteten mit dem Publikum. Ten Years After spielen seit 2004 ohne Alvin Lee, aber der S\u00e4nger\/Gitarrist Joe Gooch machte seine Sache sehr gut, daher auch die Zugabe, die beim Festival un\u00fcblich ist, wegen der notwendigen Umbauzeiten (es konnten \u00fcbrigens alle Startzeiten eingehalten werden).<\/p>\n<p>Ein erster H\u00f6hepunkt war Eric Burdon, der das Publikum wirklich begeistern konnte, auch er wurde nicht ohne Zugabe von der B\u00fchne gelassen.  Alte Hits passen zum leicht geriatrischen Publikum und dieses wiederum zum Alter der K\u00fcnstler. &#8222;When I was young&#8220; als Opener trifft die Sache, mit &#8222;Boom Boom&#8220; und &#8222;Don\u00b4t let me be misunderstood&#8220; folgen zwei Kracher, bei denen das Publikum den Gro\u00dfteil des Gesangs \u00fcbernimmt (das ist wiederum ein Vorteil des hohen Altersschnitts). Bei &#8222;House of the Rising Sun&#8220; lehnte sich ein gut gelaunter Eric Burdon ohnehin weitgehend zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Pausen zwischen den Konzerten k\u00f6nnen auf der Wiese liegend oder im Gastrobereich stehend verbracht werden. Lange Schlangen vor jeder Gastro-Bude, auch vor der Negativ-Gastro-M\u00e4nnerbude (WC), weshalb erfahrene Wiesenbesucher das Gel\u00e4nde verlassen und gegen\u00fcber in das kleine W\u00e4ldchen gehen. Es ist das einzige kleine W\u00e4ldchen, das ich kenne, in dem schmusende Paare, pinkelnde Rocker und freundliche Kiffer friedlich nebeneinander ihrer Freizeitbesch\u00e4ftigung nachgehen bzw. -stehen.<\/p>\n<p>Die Gastro war wie immer schwer \u00fcberfordert &#8211; k\u00f6nnen solche Leute das Vorausdenken nicht irgendwann lernen? Bei 8.000 G\u00e4sten und einem \u00fcber 10 Stunden dauernden Festival sollte man mehr als 10 Hot-Dog-Br\u00f6tchen herrichten. Den Leuten ist eh wurscht, was sie essen, Hauptsache sie bekommen was. Merke: Der Stand mit der schnellsten\/k\u00fcrzesten Schlange macht das meiste Gesch\u00e4ft, die G\u00e4ste checken das blitzschnell.<\/p>\n<p>Als es dunkel wurde, waren die Pl\u00e4tze auf der Wiese nur mehr von wenig Vorteil. Ersten standen alle, zweitens dr\u00e4ngten sich st\u00e4ndig Leute durch und es kam zu Szenen wie: &#8222;Hey, du bist gerade \u00fcber mein Bett gelatscht&#8220; &#8211; &#8222;Jo, waa\u00df i eh!&#8220; <\/p>\n<p>Von mir schwer untersch\u00e4tzt waren Foreigner &#8211; sie brachten erstklassige Stimmung und es erschreckte mich, wie viele von ihren Nummern ich kannte. Wer Wiesen noch nicht kennt: Decke mitbringen und sich einen Platz auf der leicht ansteigenden Wiese suchen. Man kann in der Sonne liegen und den Wolken zusehen (das war gestern nicht unspannend) und zugleich die Musik h\u00f6ren und die Festival-Stimmung aufnehmen. F\u00fcr einen feinen Sommertag ein herrliches Men\u00fc! Von &#8222;Cold as Ice&#8220; und &#8222;Waiting for a girl like you&#8220; \u00fcber viele sehr gute Hardrocknummern bis zur Schlussschnulze &#8222;I wanna know what Love is&#8220; &#8211; alles da, alles in alter Pracht und Herrlichkeit gespielt. Nur daf\u00fcr h\u00e4tte es sich schon ausgezahlt hinzufahren!<\/p>\n<p> Danach ein Leerraum meiner Phantasie: &#8222;The Australian Pink Floyd Show&#8220;. Es stellte sich jedoch heraus, dass der einzige Nachteil darin besteht, dass die nicht Pink Floyd SIND, aber das ist nur theoretischer Natur. In der Praxis war es egal, sie spielten extrem gut und das Publikum war hingerissen. Vielen Dank \u00fcbrigens f\u00fcr &#8222;Wish you were here&#8220; und &#8222;Comfortably numb&#8220;, Hymnen meiner Jugend. <\/p>\n<p>Sie schafften den Spannungsbogen von Pink-Floyd-typischen d\u00fcsteren Teilen ihrer Show, gepaart mit knackiger Rockmusik, eine gute Mischung&#8230; hey, teacher, leave us kids alone! Sensationell und sehr zu empfehlen!<\/p>\n<p>Leider folgte dann eine Entt\u00e4uschung. Aus dem geplanten H\u00f6hepunkt Deep Purple wurde, \u00e4h, irgendwie nichts. Sie spielten brav, aber der S\u00e4nger sah aus wie einer dieser \u00e4lteren Therapeuten, die irrsinnig verst\u00e4ndnisvoll sind, viele probiotische Biokulturen in ihrem Darm pflegen und urgern ins Waldviertel auf Schlapfenseminare fahren. AND I WANTED A ROCKER!<\/p>\n<p>Das sahen auch andere Konzertg\u00e4ste so und als ich nach 45 Minuten (sie hatten gerade drei wimmernde Instrumentalnummern gebracht) das Weite suchte, ging ich gemeinsam mit vielen anderen hinaus. Irgendwie war die Luft bei Deep Purple drau\u00dfen, es wirkte kraftlos, wenn auch sicher gut und routiniert gespielt. Aber im Publikum waren keine H\u00e4nde in der H\u00f6he, es wurde brav applaudiert, das war\u00b4s.<\/p>\n<p>Zum Abschluss noch die Sieger des T-Shirt-Spruch-Kontests:<\/p>\n<p>Platz 3: &#8222;Kein Alkohol ist auch  keine L\u00f6sung&#8220;<\/p>\n<p>Platz 2: &#8222;Ottarocker&#8220; (schwarzes T-Shirt mit gelber Aufschrift in Ottakringer-Schrift)<\/p>\n<p>Platz 1: &#8222;Tausche Frau gegen Benzin&#8220;<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Jahr wieder? Yessssss! <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie viel Gl\u00fcck hat der Mensch? Meines schien gestern kurz sehr beansprucht zu sein. 13:30, ich hatte gerade getankt, die Regenkombi angezogen und fuhr auf die S\u00fcdautobahn. Kurz vor Wr. 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