{"id":1728,"date":"2014-10-09T20:28:17","date_gmt":"2014-10-09T19:28:17","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1728"},"modified":"2014-10-09T20:28:17","modified_gmt":"2014-10-09T19:28:17","slug":"auch-der-oliver-ist-nicht-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/auch-der-oliver-ist-nicht-mehr\/","title":{"rendered":"Auch der Oliver ist nicht mehr"},"content":{"rendered":"<p>Drei Freunde in drei Monaten &#8211; langsam wird es mir zu viel. So muss es im Krieg gewesen sein, wenn du st\u00e4ndig Nachrichten vom Tod eines geliebten oder gesch\u00e4tzten Menschen bekommen hast.<br \/>\nUnd jetzt noch der Oliver. Dabei dachte ich noch bis zur Nachricht seines Todes, dass er es auf jeden Fall schaffen w\u00fcrde. Selten habe ich mich so bitter geirrt. Ich f\u00fchle mich wie ein Elefant, der sein von Wilderern geschossenes Junges sucht und nicht versteht, dass es nicht mehr da ist. Es muss doch antworten auf die Rufe!<br \/>\nDas Bild habe ich vor ca. 3 Jahren beim Rollertreffen im Prater gemacht:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.09.02_oliver\/prater.jpg\" title=\"prater\" alt=\"prater\" \/><\/center><\/p>\n<p>Es f\u00e4llt mir sehr schwer \u00fcber den Oliver zu schreiben. Ich habe ja noch nicht einmal wirklich kapiert, dass es den Christian und den Ronny nicht mehr gibt. Jetzt habe ich noch einen meiner engsten Freunde verloren. Mit kaum sonst jemandem habe ich in den letzten Jahren so viel Zeit verbracht und \u00fcber so viele verschiedene Dinge gesprochen.<br \/>\nUnd doch war es zu wenig als dass ich ihm h\u00e4tte helfen k\u00f6nnen. Wer sich die Kommentare meines Weblogs durchliest, wird da und dort auch eines vom Oliver finden, er hatte es mittels RSS abonniert.<\/p>\n<p>Eines Tages (am 8. April 2008) stand ein riesenhafter blonder Typ in der T\u00fcre von der Galleria und war mir auf der Stelle sympathisch. Das passiert ohne dass ich wei\u00df warum, es ist das Bauchgef\u00fchl, das mir sagt, ob jemand ein Guter ist oder nicht. Bei Oliver war die Sache sofort klar, keine Bedenken. Wir kamen gleich ins Plaudern \u00fcber dies und jenes und nat\u00fcrlich \u00fcber Vepas. Ich hatte gerade eine GS in Restauration, er hatte auch eine. Ich hatte eine Sprint, er auch.<br \/>\nAus dem gemeinsamen Hobby wurde eine Freundschaft und eine Kollegenschaft. Eines Tages (ich hab die mail gefunden, es war am 16. September 2009) fragte mich Oliver, ob ich nicht Lust h\u00e4tte, auf der Fern-FH eine Lehrveranstaltung zu machen, einer der Lehrenden k\u00f6nnte einen Co gebrauchen und eigentlich w\u00fcrde er ihn gerne abl\u00f6sen lassen. Und zwar durch mich.<br \/>\nAls ich erfuhr, dass es sich um den Masterstudienlehrgang in Wirtschaftsinformatik handelt, war ich mehr als skeptisch &#8211; davon habe ich nicht den Tau einer Ahnung. Doch er beruhigte mich &#8211; das w\u00e4re kein Problem, und au\u00dferdem w\u00e4re er mein Chef und w\u00fcrde mir helfen. Und sogar Geld g\u00e4be es.<\/p>\n<p>Daraus entwickelte sich eine durchaus intensive Zusammenarbeit und ich lernte Oliver neben dem Vespafahren und -zangeln auch von einer ganz anderen Seite kennen, als Wissenschafter, Computerspezialist und auch als oftmals leicht genervten Studienlehrgangsleiter.<br \/>\nWir redeten \u00fcber viele Themen und er war stets ein aufmerksamer Zuh\u00f6rer und ein spannender Diskussionspartner. Die Freundschaft wuchs und entwickelte sich immer besser, ich hatte auf einmal drei Lehrveranstaltungen und auch die Abstimmung in Sachen Vespa wurde immer exakter &#8211; bald wussten wir \u00fcber alle Pl\u00e4ne gegenseitig Bescheid und konnten uns in vielen Dingen aushelfen und erg\u00e4nzen.<br \/>\nAuf dem folgenden Bild haben wir eine alte Vespa GL in seinen Keller getragen. Er wollte sie \u00fcber den Winter herrichten.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.09.02_oliver\/27.03.2013.JPG\" title=\"27.03.2013.JPG\" alt=\"27.03.2013.JPG\" \/><\/center><\/p>\n<p>Wieso habe ich der d\u00fcsteren Seite nicht mehr Beachtung geschenkt? Ich wei\u00df sehr wenig \u00fcber seine Vergangenheit, wir besch\u00e4ftigten uns eigentlich immer mit der Gegenwart, die war viel spannender und lustvoller. Und nat\u00fcrlich auch mit der Zukunft, denn wir waren wahre Weltmeister im Pl\u00e4neschmieden und im gemeinsamen Teilen der Vorfreude.<br \/>\nDas folgende Bild ist das letzte, das ich von Oliver machen konnte. Es zeigt ihn mit seiner fertig typisierten P 200 E und wurde am 2. August aufgenommen. Da hatte er noch genau vier Wochen zu leben.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.09.02_oliver\/02.08.2014.jpg\" title=\"02.08.2014.jpg\" alt=\"02.08.2014.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Das wusste ich nicht. Das ahnte ich nicht. Das konnte und wollte ich mir auch nicht vorstellen. Schlie\u00dflich hatte er die bei weitem beste Prognose der drei Freunde, schlie\u00dflich hatten die \u00c4rzte gesagt, dass er entweder vollst\u00e4ndig geheilt werden k\u00f6nne oder schlechtestenfalls eine Art chronischer Krankheit haben w\u00fcrde &#8211; alles nicht lustig, aber noch keine Beeintr\u00e4chtigung des Lebens.<\/p>\n<p>Ich habe erst jetzt erfahren, dass auch \u00fcber seiner Familie ein Schatten lag, kenne aber keine Details. Er hat seinen Vater nie kennen gelernt &#8211; wer wei\u00df, was das mit ihm gemacht hat.<br \/>\nMehr wusste ich nat\u00fcrlich \u00fcber seine beruflichen Vorstellungen und dass ihn der Job als Studienlehrgangsleiter schon l\u00e4nger nicht mehr freute &#8211; damit war aber nicht die wissenschaftliche und organisationsentwicklerische Seite seiner Arbeit gemeint, sondern die st\u00e4ndige Auseinandersetzung mit den Studenten &#8211; mit nervigen Typen, Obezahrern und anderen schwierigen Leuten. Da wollte er schon vor \u00fcber zwei Jahren raus und durch die Krebserkrankung ist ihm das auch gelungen. Allerdings musste er jetzt den h\u00f6chsten aller Preise zahlen.<br \/>\nDamit will ich nicht andeuten, dass ihn der Job krank gemacht hat, denn das stimmt sicher nicht. Es ist \u00fcberhaupt nur als eine Verkettung vieler Umst\u00e4nde vorstellbar &#8211; genetische Pr\u00e4disposition, Umweltsch\u00e4den in kulminierter Form, vielleicht auch systemische Ursachen aus der Familiengeschichte &#8211; alles in allem ein t\u00f6dlicher Cocktail. Oliver lebte nicht ungesund, er rauchte nicht oder fast nicht und ern\u00e4hrte sich nicht schlecht.<br \/>\nEs gab gen\u00fcgend Bereiche seiner Arbeit, die ihn mit Begeisterung erf\u00fcllten und wo er sich sehr wohl f\u00fchlte &#8211; vor allem wenn es um Verbesserungen im Sinne der Effizienz ging, konnte er stundenlang neue Programme schreiben und entwarf tolle Strukturen. <\/p>\n<p>&#8222;Warum erwischt es nicht die Arschl\u00f6cher&#8220; hat ein guter Freund anl\u00e4sslich seiner Todesnachricht gefragt. Leider kenne ich niemand, der darauf eine Antwort geben k\u00f6nnte. Wenn es Gott gibt, dann w\u00fcrfelt er nicht, genauso wenig wie man mit dem Schicksal verhandeln kann.<\/p>\n<p>Es gibt viel, was mir fehlen wird und wahrscheinlich wei\u00df ich davon erst einen Teil. Die gute Zangel-Freundschaft und die daraus entstandene st\u00e4ndige Bereitschaft dem anderen bei Problemen zu helfen &#8211; mit Rat und Tat. Stundenlange Diskussionen \u00fcber gute oder vielleicht noch bessere L\u00f6sungen f\u00fcr den Aufbau eines Restaurationsprojekts, bis hin zu einem kurzen Anruf: Kannst du mir morgen helfen den Motor einzuh\u00e4ngen? Er konnte immer.<br \/>\nDas folgende Bild zeigt Oliver am 22. April bei der Reparatur der Kupplung seiner PX 125 &#8211; sie war seit einem Jahr sein Alltagsgef\u00e4hrt und wird wohl eines der Fahrzeuge sein, das sich Ulli beh\u00e4lt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.09.02_oliver\/22.04.2014.JPG\" title=\"22.04.2014.JPG\" alt=\"22.04.2014.JPG\" \/><\/center><\/p>\n<p>Wir machten alles m\u00f6gliche gemeinsam, etwa das Sandstrahlen der Karosserien. Das ist eine unglaublich schmutzige Angelegenheit und auch sehr anstrengend. Wir wechselten uns ab und immer wenn einer sein Kreuz nicht mehr sp\u00fcrte oder irgendwie schon nichts mehr sehen konnte, sprang der andere ein und \u00fcbernahm. So wurde es f\u00fcr beide leichter und wir hatten noch dazu eine gute Geschichte zu erz\u00e4hlen: etwa die der &#8222;Strahlem\u00e4nner&#8220;:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.09.02_oliver\/2013.03.14.jpg\" title=\"2013.03.14.jpg\" alt=\"2013.03.14.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Sehr fehlen werden mir die gemeinsamen Ausfahrten, bei denen er stets vorsichtiger fuhr als ich. Mit seiner Umh\u00e4ngetasche und seinen riesigen Schuhen (passend zu seiner K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe aber nicht zu italienischen Trittbrettern) war er auch beim Vespafahren irgendwie unverwechselbar. Er fotografierte selbst gerne und oft und die vielen Bilder werden mir eine liebe Erinnerung sein an ein paar Jahre, die durch Oliver und seine Freundschaft merklich bereichert wurden.<br \/>\nHier am Tulbinger Kogel am 12. Oktober 2013, eine der sch\u00f6nsten gemeinsamen Touren \u00fcber Greifenstein und Katzelsdorf:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.09.02_oliver\/12.10.2013.jpg\" title=\"12.10.2013.jpg\" alt=\"12.10.2013.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Hier kann ich nur ein paar davon zeigen. Das n\u00e4chste war eine unserer letzten Ausfahrten am 10. November 2013. Wir machen gerade Rast kurz vor der Kreuzung der Mauerbachstra\u00dfe mit der Exelbergstra\u00dfe. Ich wei\u00df nicht, warum mir gerade diese Ausfahrt irgendwie stark in Erinnerung geblieben ist. Es war weder besonders sch\u00f6n noch aufregend. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.09.02_oliver\/10.11.2013.jpeg\" title=\"10.11.2013.jpeg\" alt=\"10.11.2013.jpeg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Vielleicht liegt es daran, dass er damals noch nichts von seiner Erkrankung wusste. Die Welt war sozusagen noch heil, d.h. sie hatte eine Zukunft. Wir beide hatten eine Zukunft und damit auch unsere Freundschaft. Doch daran dachten wir nicht, weil es nichts zu denken gab, es war ohnehin klar.<br \/>\nIn den letzten Monaten erz\u00e4hlte ich immer, dass es der Oliver auf jeden Fall schaffen w\u00fcrde &#8211; schlie\u00dflich waren die \u00c4rzte zuversichtlich und h\u00e4tten &#8211; so meinte er &#8211; noch viele verschiedene Pfeile im K\u00f6cher. Das mag stimmen, nur wussten wir nicht, dass es Giftpfeile waren. Die moderne Schulmedizin hat in sehr vielen Bereichen unglaubliche und bewundernswerte Fortschritte gemacht. Bei den meisten Krebsarten jedoch versagt sie kl\u00e4glich. Paul Watzlawick hat das einmal ungef\u00e4hr so beschrieben: Wer nur einen Hammer in der Hand hat, f\u00fcr den sieht alles aus wie ein Nagel.<br \/>\nSie haben Oliver mit Chemie vollgepumpt, er bekam 6 Chemotherapien, dazu noch Bestrahlungen und jede Menge Medikamente, um die Folgen und Nebenwirkungen abzufangen. Er glaubte daran, dass die \u00c4rzte w\u00fcssten, was sie tun. Das war m\u00f6glicherweise ein t\u00f6dlicher Fehler. Sie haben Statistiken und Studien und an die glaubt man am besten nur dann, wenn man sie selbst gef\u00e4lscht hat. Sie k\u00fcmmern sich weder um die Ursachen noch um eine ganzheitliche Betrachtung des Organismus.<br \/>\nIch m\u00f6chte ihnen nicht ihren guten Willen absprechen und auch nicht ihre Anstrengungen gering sch\u00e4tzen. Es muss f\u00fcr sie auch schlimm sein, einem Patienten beim Sterben zuzusehen. Irgendwie haben in diesem System alle an die Heilung geglaubt: die \u00c4rzte, Oliver und sein gesamtes Umfeld. So hat sich auch niemand nach Alternativen umgesehen bzw. Oliver wollte sie lange nicht annehmen. Er dachte, er w\u00fcrde noch eine zus\u00e4tzliche Anstrengung neben der Chemo nicht aushalten, es w\u00e4re ihm einfach zu viel gewesen, meinte er. Erst fast zum Schluss konnte ich ihn &#8211; leider zu sp\u00e4t &#8211; zu einer Spezialistin schicken, die ich selbst gut kenne und von der ich wei\u00df, dass sie erfolgreich ist. Zaubern kann sie allerdings auch nicht.<br \/>\nIrgendwann verlor er auch den Glauben an die Schulmedizin. Dann wurde es sehr sehr schwierig, denn die anstehenden Entscheidungen waren keine einfachen: mache ich mit dem weiter, was mir die \u00c4rzte empfehlen, auch wenn sie ihre Meinungen st\u00e4ndig \u00e4ndern und es irgendwie so scheint, als h\u00e4tten sie auch keinen Plan? Gehe ich weiter ins Krankenhaus, auch wenn mir schon bei seinem Anblick schlecht wird?<br \/>\nWusste Oliver, wie es wirklich um seine Krankheit und damit um sein Leben stand? Wir werden das nie erfahren und irgendwie ist es auch egal, denn wir k\u00f6nnen es nicht mehr \u00e4ndern.<br \/>\nAber vielleicht k\u00f6nnen wir daraus lernen, etwa den Wert unserer Gesundheit zu sch\u00e4tzen, so lange wir sie haben. Vielleicht sollten wir auch den blinden Glauben an die Allmacht der Schulmedizin aufgeben, das wird gar kein leichter Lernprozess, denn wir haben das seit unserer Kindheit sozusagen inhaliert: Wenn du krank bist, geh zum Arzt.<br \/>\nDas ergibt aber nur einen Sinn, wenn es der richtige Arzt f\u00fcr deine Krankheit ist. Und hier ist auch der einzige echte Vorwurf, den ich der Schulmedizin hier und jetzt mache: Sie bietet keine Alternativen an. Es geht dabei nicht darum, dass ein Schulmediziner irgend einen Wunderheiler anpreist, sondern um zwei Dinge: Erstens w\u00fcnsche ich mir eine Schulmedizin, die bereit ist sich mit Alternativen zu besch\u00e4ftigen ohne sofort nach klinischen Studien und Statistiken zu schreien. Zweitens w\u00fcnsche ich mir eine Schulmedizin, die nicht der Ansicht ist, dass sie die alleinige Heilkunst hat und somit alles andere aus Prinzip schlecht oder unwirksam ist. Genau das ist aber der Fall &#8211; nicht bei jedem Arzt, aber bei den meisten.<br \/>\nIch m\u00f6chte eine Diagnostik, die ganzheitlich orientiert ist. Das bedeutet in der Praxis folgendes: Wer krank ist geht zum Arzt. Dieser macht eine Diagnose und danach einen Therapievorschlag. Bei Krebs ist das Chemo, Bestrahlung und Operation. Ansonsten gibt es nichts und darf es nichts geben, denn alles andere w\u00fcrde bedeuten, dass die drei Therapien nicht das einzig Heilende sind, sondern nur drei von vielen verschiedenen M\u00f6glichkeiten. Der Arzt k\u00f6nnte etwa sagen: Lieber Patient, es gibt 7 (oder 12 oder vielleicht nur 5) M\u00f6glichkeiten ihre Krankheit zu behandeln. Wir k\u00f6nnen ihnen drei davon anbieten und empfehlen. F\u00fcr die anderen m\u00fcssen sie die daf\u00fcr zust\u00e4ndigen Spezialisten aufsuchen.<br \/>\nNat\u00fcrlich macht das den Patienten die Auswahl nicht leichter. Aber jetzt haben sie gar keine, au\u00dfer sie ignorieren die Schulmedizin v\u00f6llig und machen sich selbst schlau. F\u00fcr die Schlauheit habe ich aber das (nicht gerade billige) Medizinsystem. Die Entscheidung \u00fcber mein Leben kann mir der Arzt sowieso nicht abnehmen und wie ich bei meinen drei jetzt verstorbenen Freunden gesehen habe, war es drei Mal die falsche Entscheidung. Ich wei\u00df nicht, ob sie noch leben w\u00fcrden, aber noch mehr tot k\u00f6nnten sie bei alternativen Behandlungen auch nicht sein. Jedenfalls h\u00e4tten sie sich die schmerzhaften und unangenehmen Chemotherapien erspart.<\/p>\n<p>Was es bedeutet, dass er mir fehlt, zeigen vielleicht die beiden n\u00e4chsten Bilder. Das obere stammt vom 12. Oktober 2013, das untere ist ein Jahr sp\u00e4ter.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.09.02_oliver\/schatten1.jpg\" title=\"schatten1.jpg\" alt=\"schatten1.jpg\" \/><\/center><br \/>\n<center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.09.02_oliver\/schatten2.jpg\" title=\"schatten2.jpg\" alt=\"schatten2.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Ich werde den fr\u00f6hlichen, freundlichen Oliver vermissen. Die unz\u00e4hligen Mails, die er mir zu tausend verschiedenen Themen oft zu n\u00e4chtlicher Stunde geschickt hat. Er ist einen Weg gegangen, den wir alle gehen m\u00fcssen. Wahrscheinlich ist es gut, dass wir nicht wissen, wann er uns bevorsteht und auf welche Art wir ihn betreten werden. Oliver konnte sich nicht mehr von uns verabschieden, er k\u00e4mpfte bis zum Schluss um sein Leben. Vielleicht kann uns die Vorstellung tr\u00f6sten, dass wir ihm wieder begegnen werden. Ich werde dann mit ihm eine sch\u00f6ne Vespa-Ausfahrt machen, durch eine sonnige, h\u00fcgelige Landschaft. Wir werden an einer Stelle mit guter Aussicht stehen bleiben und in die Abendsonne schauen. Wir beide, der Oliver und ich. Vielleicht wird dann in der Ferne ein Knattern zu h\u00f6ren sein und wir werden eine blau-wei\u00dfe Lambretta und eine Vespa herankommen sehen. Dann werden Ronny und Christian neben uns stehen und gemeinsam werden wir uns ein Bierchen aufmachen, ein gut gek\u00fchltes Stiegl k\u00e4me da grad recht.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2014.09.02_oliver\/08.06.2014.jpg\" title=\"08.06.2014.jpg\" alt=\"08.06.2014.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Dieses Posting entstand genau 40 Tage nach seinem Tod. So lange bleibt laut schamanischer Vorstellung die Seele noch bei uns, bevor sie sich wohin auch immer verabschiedet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Freunde in drei Monaten &#8211; langsam wird es mir zu viel. So muss es im Krieg gewesen sein, wenn du st\u00e4ndig Nachrichten vom Tod eines geliebten oder gesch\u00e4tzten Menschen bekommen hast. Und jetzt noch der Oliver. 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