{"id":1837,"date":"2015-05-03T06:42:16","date_gmt":"2015-05-03T05:42:16","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1837"},"modified":"2015-05-03T06:42:25","modified_gmt":"2015-05-03T05:42:25","slug":"kenia-von-nord-bis-sued-tag-5-marsabit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/kenia-von-nord-bis-sued-tag-5-marsabit\/","title":{"rendered":"Kenia von Nord bis S\u00fcd &#8211; Tag 5: Marsabit"},"content":{"rendered":"<p>Die Nacht war ausgesprochen windig \u2013 man hatte es uns schon gesagt, aber jeden Abend frischt es hier ordentlich auf, wenngleich die N\u00e4chte nicht so k\u00fchl sind wie am Mount Kenya. Einerseits befindet man sich hier schon in der Halbw\u00fcste, andererseits doch in einer gewissen H\u00f6he (1.700 m) und der Wind bl\u00e4st meist von Osten und \u00fcber die Vulkankegel des Mount Marsabit. Dort befindet sich ein Nebelwald und der schafft ein Kleinklima, von dem die ganze Gegend lebt.<br \/>\nTau gab es hier keinen und die Nacht war sehr angenehm.<br \/>\nHeute war Nationalpark angesagt. In der Diskussion kamen Thomy und ich zu der Erkenntnis, dass wohl ein Tag gen\u00fcgen w\u00fcrde. Aber wenn es sch\u00f6n ist, bleiben wir halt zwei. <\/p>\n<p>Der Weg zum Nationalparkeingang war nicht schwer zu finden und so marschiere ich frohen Mutes in das B\u00fcro, um Tickets zu kaufen. Gl\u00fccklicherweise hat das Kenya Wildlife Service seine vor ein paar Jahren ersonnene Bl\u00f6dheit (Eintritt in die Parks nur mit einer speziellen Karte, die man nur in Nairobi bekommt) wieder aufgegeben und au\u00dferdem sind wir hier so weit weg von der Hauptstadt, dass sowieso alles anders l\u00e4uft.<br \/>\nZu meinem Erstaunen geht das hier extrem einfach und entspannt: Zwei Tickets zahlen (sehr g\u00fcnstig mit je 25 Dollar \u2013 okay, der Park ist klein, aber immerhin) plus die Fee f\u00fcr den Toyota plus eine Karte vom Park und schon kann es los gehen.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/Parkeingang.jpg\" title=\"Parkeingang.jpg\" alt=\"Parkeingang.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 26: Nationalparkeingang in Marsabit<\/p>\n<p>Nein, doch nicht. Der Game Ranger kramt in einer Lade und zieht ein schwarzes Plastiksackerl heraus. Darin w\u00e4ren, so meint er, ein paar frisch aufgeladene Handys und ob wir die nicht seinen Kollegen im Park mitnehmen k\u00f6nnten. Die w\u00fcrden beim Lake Paradise auf uns warten. Und nein, wir m\u00fcssten nicht genau wissen wo, denn sie w\u00fcrden uns finden.<br \/>\nGut, warum nicht? Wir schnappen das Sackerl und fahren los.<br \/>\nDer Weg ist in gutem Zustand und wir kommen sofort in dichten Bergwald. W\u00fcrzige Luft, tolle B\u00e4ume, aber hier w\u00fcrden wir wohl keine Tiere zu Gesicht bekommen. Au\u00dferdem war es inzwischen 10.30 Uhr und die Mittagshitze beginnt sich schon bemerkbar zu machen.<br \/>\nNach kurzer Fahrt erreichen wir einen Krater mit See und sehen gegen\u00fcber eine Lodge. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/seemitlodge.jpg\" title=\"seemitlodge.jpg\" alt=\"seemitlodge.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 27: See im Krater mit Lodge<\/p>\n<p>Nun muss man wissen, dass der Park klein ist und es daher nur eine einzige Lodge gibt.<br \/>\nWir besuchen sie und sehen uns an, wie das dort so abl\u00e4uft. G\u00e4ste d\u00fcrften keine da sein, aber man erwarte welche, morgen oder in ein paar Tagen.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/see.jpg\" title=\"see.jpg\" alt=\"see.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 28: See<\/p>\n<p>Das ist das Problem von Marsabit, aber auch von den anderen Parks: Es gibt zu wenige Touristen. Die Parks kosten viel Geld und stehen unter gewaltigem Druck, denn sie m\u00fcssen sich gegen die wachsende Bev\u00f6lkerung rundherum wehren. Das betrifft alle Reservate in Kenia und in ganz Ostafrika generell.<br \/>\nJe mehr Menschen, desto mehr Ressourcen werden gebraucht: Essen und Feuerholz, d.h. Land um Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Das beste Land gibt es in den Nationalparks und die Menschen rundherum verstehen nicht, warum sie diese nicht abholzen d\u00fcrfen. Sie k\u00f6nnten das Holz gut gebrauchen und wer heute hungrig ist, der denkt nicht an morgen. Das Problem versch\u00e4rft sich noch, wenn zu wenige Touristen kommen. Die Bev\u00f6lkerung rund um einen Park profitiert n\u00e4mlich von diesem, etwa durch Beteiligung an den Einnahmen oder dadurch, dass einige Leute aus den D\u00f6rfern rundherum im Park Arbeit finden.<br \/>\nWenn zu wenig Touristen da sind, funktioniert das nicht. Und die Bev\u00f6lkerung sieht noch viel weniger ein, warum man einen leeren Park nicht in Ackerland verwandeln und den Wald verbrennen kann.<br \/>\nGerade Marsabit steht unter Druck, denn in den letzten Jahrzehnten ist der Ort neben dem Park massiv gewachsen und die Felder wandern immer n\u00e4her und n\u00e4her zum Wald.<br \/>\nDas konnten wir auch beobachten, denn unsere Fahrt f\u00fchrte uns auf der Hauptroute eine Runde um den Park. Im S\u00fcden und S\u00fcdosten werden die Bergh\u00e4nge flacher und trockener, es gibt eigentlich keine echte Parkgrenze und so treiben die Hirten ihre Herden in den Wald. Der s\u00fcdliche Teil des Parks ist eigentlich schon Kulturland und die im Park lebenden Tiere k\u00f6nnen dort nicht mehr hinaus. Sie sind inzwischen mehr oder weniger eingesperrt, was nat\u00fcrlich f\u00fcr den Park nicht gut ist.<br \/>\nWie soll man das Problem l\u00f6sen? Irgendwann ist der Park so klein, dass sich die Artenvielfalt und der Tierbestand generell nicht mehr aufrecht erhalten l\u00e4sst. Dann ist es nur mehr ein kleiner Schritt zur Aufgabe und kompletten Abholzung des Waldes. An seiner Erhaltung sind die dort lebenden Menschen bis auf wenige Ausnahmen nicht interessiert.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/paradise2.jpg\" title=\"paradise2.jpg\" alt=\"paradise2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 29: Mittagsrast am Lake Paradise<\/p>\n<p>Am Lake Paradise machen wir Mittagspause und so eine Art Mini-Picknick. Wir wissen nicht genau, ob Aussteigen hier erlaubt ist, aber die Game Ranger d\u00fcrften schon am Weg in ihre Unterk\u00fcnfte sein, gemeinsam mit ihren frisch geladenen Handys, die wir ihnen am Aussichtspunkt hoch \u00fcber dem See gegeben haben.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/lakeparadise.jpg\" title=\"lakeparadise.jpg\" alt=\"lakeparadise.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 30: Lake Paradise, Blick von der Klippe hinunter<\/p>\n<p>Tiere lassen sich keine blicken und Thomy ist ein wenig entt\u00e4uscht. Au\u00dfer viel Gegend gibt es nicht viel zu sehen und wir fahren weiter.<br \/>\nDer s\u00fcdliche Weg ist nur f\u00fcr Gel\u00e4ndeautos befahrbar, zweimal m\u00fcssen wir mit der Untersetzung \u00fcber Felsen klettern, der Rest der Stra\u00dfe ist aber gut und bequem befahrbar.<br \/>\nRund um den Park ist alles Farmland.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/farmland.jpg\" title=\"farmland.jpg\" alt=\"farmland.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 31: Farmland<\/p>\n<p>An einer Kreuzung bleiben wir stehen um nach dem Weg zu fragen. Ein Mann fragt uns, ob er mitfahren darf. Thomy ist nicht begeistert, aber wir nehmen ihn mit, da wir sowieso schon am R\u00fcckweg sind.<br \/>\nIm Ort lassen wir ihn aussteigen und entdecken, dass wir an keinem Gate vorbei gekommen sind. Theoretisch k\u00f6nnte man den Park auch besichtigen ohne durch ein Gate zu fahren \u2013 allerdings d\u00fcrfen sie einen dann im Park nicht ohne Tickets erwischen und au\u00dferdem muss man den Trick erst einmal wissen.<br \/>\nUns ist es aber nicht leid um die 25 Dollar, denn wir haben damit zur Erhaltung des Parks beigetragen.<\/p>\n<p>Wir kaufen noch ein paar Paradeiser und haben im Ort endlich wieder Internet-Empfang. Ein zweiter Krater im Norden von Marsabit am Weg nach Moyale erweist sich als \u00f6d und wir fahren zu Henrys Camp zur\u00fcck. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/krater3.jpg\" title=\"krater3.jpg\" alt=\"krater3.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 32: noch ein Krater<\/p>\n<p>Eines ist klar: mehr als einen Tag braucht man hier nicht wirklich bleiben und wir werden morgen wieder fahren.<br \/>\nWie wird das sein, wenn der Afrika-Highway fertig ist? Dann kann man Marsabit von Isiolo aus in 2,5 Stunden erreichen. Werden dann mehr Touristen kommen?<br \/>\nWir verbringen den zweiten Abend geruhsam und ohne die Kanadier, die heute schon Richtung S\u00fcden aufgebrochen sind. Henry haben wir nicht zu Gesicht bekommen.<br \/>\nMarsabit war aus meiner Sicht einen Besuch wert \u2013 nur Tiere darf man sich hier nicht viele erwarten. Aber die werden wir woanders noch zu sehen bekommen.<br \/>\nAm R\u00fcckweg kommen wir noch an einer Kreuzung vorbei, die f\u00fcr Kenia-Reisende mit Hang zum Abenteuer eine Tafel mit besonderem Inhalt bereit h\u00e4lt: North Horr! Das ist von hier \u201enur 190 Kilometer, allerdings absolute Rough Road. Da braucht man schon einen Tag, wenn man Gl\u00fcck hat. Wer wei\u00df, ob ich dort irgendwann hin komme?<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.24_Kenia\/northorr.jpg\" title=\"northorr.jpg\" alt=\"northorr.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 33: Schild nach North Horr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht war ausgesprochen windig \u2013 man hatte es uns schon gesagt, aber jeden Abend frischt es hier ordentlich auf, wenngleich die N\u00e4chte nicht so k\u00fchl sind wie am Mount Kenya. 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