{"id":1845,"date":"2015-05-06T12:30:46","date_gmt":"2015-05-06T11:30:46","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1845"},"modified":"2015-05-06T12:30:46","modified_gmt":"2015-05-06T11:30:46","slug":"kenia-von-nord-bis-sued-tag-8-fahrt-in-die-maasai-mara","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/kenia-von-nord-bis-sued-tag-8-fahrt-in-die-maasai-mara\/","title":{"rendered":"Kenia von Nord bis S\u00fcd &#8211; Tag 8: Fahrt in die Maasai Mara"},"content":{"rendered":"<p>Ein gutes Fr\u00fchst\u00fcck hilft den Tag gut zu beginnen. Am Morgen ist es noch so frisch, dass die Kapuze durchaus angesagt ist. Generell war es hier aber am w\u00e4rmsten, weil wir tief unten im Rift Valley sind.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/toast.jpg\" title=\"toast.jpg\" alt=\"toast.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 55: Fr\u00fchst\u00fcckstoast<\/p>\n<p>Am Vormittag steht noch ein ausf\u00fchrlicher Game Drive am Programm. In Nakuru kann man sich nicht verfahren und der Park ist so klein, dass man alle wichtigen Wege an einem Tag abfahren kann. Uns gen\u00fcgen heute die S\u00fcd- und Ostseite. Wieder einmal ist erstaunlich, wie wenige Touristen im Park sind und Overlander wir unsereiner trifft man gar nicht mehr. Wir begegnen nur sehr selten Safaribussen, ein Fahrer gr\u00fc\u00dft uns sehr freundlich und meint, wir h\u00e4tten uns in Sweetwater schon getroffen. Ich kann mich zwar nicht direkt an ihn erinnern, aber unser Toyota ist so auff\u00e4llig, dass es schon stimmen wird.<br \/>\nAu\u00dfer den \u00fcblichen Giraffen und Antilopen gibt es nicht allzu viel Aufregendes zu sehen. Bis auf die Nash\u00f6rner nat\u00fcrlich, diesmal sehen wir 14 St\u00fcck und im Nakuru haben sie auch noch die H\u00f6rner. Aufgrund der Kleinheit und Abgeschlossenheit des Parks d\u00fcrften sie es hier schaffen die Tiere vor den Wilderern zu besch\u00fctzen.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/rhino4.jpg\" title=\"rhino4.jpg\" alt=\"rhino4.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 56: 3 Rhinos beim Grasen<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/6 rhinos.jpg\" title=\"6 rhinos.jpg\" alt=\"6 rhinos.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 57: 6 Rhinos auf einem Bild \u2013 das gibt es wahrscheinlich nur in Nakuru<\/p>\n<p>Es ist schon wieder zehn Jahre her dass wir auf dem Lookout-Hill an der Ostseite des Parks waren. Die Auffahrt ist einfach zu bew\u00e4ltigen, auch diese Stra\u00dfe haben sie gut ausgebaut und teilweise ganz neu angelegt. Von oben hat man einen sehr sch\u00f6nen Blick \u00fcber den Park und die im Norden anschlie\u00dfende Stadt.<br \/>\nDie vor einigen Jahren gebaute Picknick-Site ist bereits wieder dem Verfall preisgegeben.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/lookout.jpg\" title=\"lookout.jpg\" alt=\"lookout.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 58: Blick vom Lookout-Hill Richtung Nakuru<\/p>\n<p>Der gesamte Park wird durch den See bestimmt und geformt. Die \u00dcberschwemmung hat einen guten Teil davon vernichtet, wo fr\u00fcher eine Wegkreuzung war, flattern jetzt die Flamingos.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/wegkreuzung.jpg\" title=\"wegkreuzung.jpg\" alt=\"wegkreuzung.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 59: Wegkreuzung mit Flamingos<\/p>\n<p>Wir verlassen den Park zu Mittag und folgen den Tipps des netten Fahrers von gestern. Die Fahrt hinauf nach Mau ist langwierig, denn nach einer kurzen Anfahrt auf perfekter Asphaltstra\u00dfe muss man den Rest auf einer so genannten \u201eD-Road\u201c bew\u00e4ltigen. Das ist nach A, B und C die unterste Kategorie, in der Regenzeit oft gar nicht fahrbar und auch jetzt, in der Trockenzeit, empfiehlt sich ein Gel\u00e4ndewagen, ein LKW oder zumindest ein sehr robustes Auto mit gen\u00fcgend Bodenfreiheit.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/dirtroad.jpg\" title=\"dirtroad.jpg\" alt=\"dirtroad.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 60: eine sehr wellige Stra\u00dfe<\/p>\n<p>Der Weg ist insofern interessant, als man dort durch mehrere kleine D\u00f6rfer und Siedlungen f\u00e4hrt und einen Teil Kenias sehen kann, den man als normaler Tourist nicht zu Gesicht bekommt. Alles ist von klein strukturierter Landwirtschaft gepr\u00e4gt, recht dicht besiedelt und wie \u00fcberall ist man als \u201eMuzungu\u201c nach wie vor eine Attraktion, zumindest f\u00fcr die Kinder.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/land.jpg\" title=\"land.jpg\" alt=\"land.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 61: Landwirtschaft am Mau-Escarpment<\/p>\n<p>Ab Mau, dem Ort, nach dem das Mau-Escarpment benannt ist, erwarten wir eine gute Stra\u00dfe bis Narok, werden aber leider entt\u00e4uscht. Nach wenigen Asphaltkilometern wird die Stra\u00dfe immer schlechter und irgendwann einmal wirklich katastrophal. Mehr als 10 bis 15 Kilometer in der Stunde sind nicht drin und wir merken wieder einmal, dass man sich auf Zeit- oder Stra\u00dfenzustandsangaben der Kenianer nicht verlassen darf. Wir bef\u00fcrchten, dass die Fahrt nach Narok ewig dauern wird, k\u00f6nnen es aber ohnehin nicht \u00e4ndern und qu\u00e4len uns halt voran.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/hauptstra\u00dfe.jpg\" title=\"hauptstra\u00dfe.jpg\" alt=\"hauptstra\u00dfe.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 62: eine Hauptstra\u00dfe<\/p>\n<p>Doch pl\u00f6tzlich beginnt wieder eine Asphaltstra\u00dfe, und zwar eine der ganz feinen. Die Geschwindigkeit steigert sich von 20 auf 90 km\/h und wir sind guter Dinge Narok noch einigerma\u00dfen fr\u00fch zu erreichen. Das ganz schlechte St\u00fcck ist \u00fcbrigens etwa 35 Kilometer lang und man sollte 1,5 bis 2 Stunden daf\u00fcr einplanen.<br \/>\nSelbst wenn dieses schlechte St\u00fcck einmal asphaltiert werden sollte, wird das aufgrund der h\u00fcgeligen Topographie noch lange dauern.<\/p>\n<p>Narok hat sich ver\u00e4ndert, so wie die meisten D\u00f6rfer und St\u00e4dte in Kenia. Es ist massiv gewachsen und ausgesprochen belebt. Was zu Beginn meiner Afrikareisen ein gr\u00f6\u00dferer, vertr\u00e4umter Ort mit gerade einmal einer Tankstelle war (die legend\u00e4re \u201eKobil\u201c an der Ortseinfahrt, mit den kleinen Souvenirbuden im Zebra-Look), ist jetzt eine Stadt mit jeder Menge Tankstellen, Hotels und Superm\u00e4rkten. Der neueste und gr\u00f6\u00dfte davon ist \u201eTuskys\u201c und d\u00fcrfte erst k\u00fcrzlich er\u00f6ffnet haben. Er befindet sich im Areal eines riesigen Einkaufszentrums, das noch nicht ganz fertig ist und irgendwie seltsam neu wirkt. Tuskys selbst ist vergleichbar mit Uchumi und Nakumatt, jedoch verkaufen sie hier keinen Alkohol, warum auch immer. Vielleicht wollen sie sich nicht der Gefahr eines Al-Shabab-Attentats aussetzen oder die Besitzer sind selbst Muslime.<br \/>\nGaskartuschen bekommen wir zwar keine, aber wir k\u00f6nnen unsere Lebensmittelkisten wieder auff\u00fcllen. Der Supermarkt wirkt auch steril und unpers\u00f6nlich. Tanken m\u00fcssen wir nicht, weil wir inzwischen wissen, dass wir mit dem Auto nach Mombasa fahren und es dort einschiffen werden. Die Bef\u00f6rderungsrichtlinien schreiben vor, dass die Tanks maximal zu 25% gef\u00fcllt sein d\u00fcrfen und wir wissen noch nicht, wie streng das \u00fcberpr\u00fcft wird. Da wir bisher nur den kleineren, vorderen Tank verwendet haben, m\u00fcssen wir jetzt bald beginnen den hinteren leer zu bekommen, der ja noch randvoll ist. Zumindest nach dezidierter Aussage meines Bruders.<br \/>\nDie Stra\u00dfe ab Narok ist ebenfalls sch\u00f6n, zumindest bis Ewaso Ngiro und dann noch ein paar Kilometer. Dann sehen wir weiter vorne bereits die Staubs\u00e4ulen aufsteigen und wissen: heute gibt es wieder eine volle Panier!<br \/>\nDie Oase, die ich seit drei\u00dfig Jahren fotografiere, wenn ich vorbei komme, existiert nicht mehr. Sie ist schon seit ein paar Jahren eingez\u00e4unt, ver\u00e4ndert, kultiviert und vor allem privatisiert worden. Scheinbar geh\u00f6rt sie jetzt jemandem, davor war sie Allgemeingut und hat denen gedient, die sie brauchten.<br \/>\nAls das Sekenani-Gate naht, schauen wir nach der Campingm\u00f6glichkeit, die uns der nette Fahrer versprochen hat, angeblich auf der linken Seite, ca. 1,5 Kilometer vor dem Parkeingang.<br \/>\nTats\u00e4chlich stehen hier auf einmal mehrere Schilder, die alle auf irgend einen Campingplatz hinweisen. Und ein ca. 10-j\u00e4hriger Bub steht auch da, mit seinen Kumpanis, und kommt sofort hergelaufen. In tadellosem Englisch fragt er, ob wir eine Campsite suchen und als wir bejahen, schl\u00e4gt er uns eine vor. Er w\u00fcrde uns gerne dorthin bringen und sie sei auch gar nicht weit.<br \/>\nWir sind etwas skeptisch und fragen, ob es dort Wasser und Duschen gibt. Er meint, dass es sogar \u201eHot shower\u201c g\u00e4be und wir werden neugierig. Also setzen wir ihn ins Auto (sein Freund muss allerdings dableiben, was diesen gar nicht freut) und er f\u00fchrt uns quer durch B\u00fcsche und kleine, trockene Wasserl\u00e4ufe einen langgezogenen Hang hinauf.<br \/>\nNach wenigen Minuten kommen wir tats\u00e4chlich bei einem Camp an und sind schon sehr gespannt.<br \/>\nDer Empfang ist herzlich, wir d\u00fcrften die einzigen G\u00e4ste sein, was uns wiederum etwas z\u00f6gern l\u00e4sst. Ist das ein guter Ort? Rundherum stehen einige Maasai und kommen uns begr\u00fc\u00dfen. Der Bub hei\u00dft Emanuel (in seinem englischen Namen, in Kenia hat jeder auch noch einen Stammesnamen, aber den hab ich mir nicht gemerkt und genau deswegen haben sie ja auch englische Namen) und f\u00fchrt uns herum, um uns alles zu zeigen. Das Camp liegt sehr nett ungef\u00e4hr auf halber H\u00f6he eines H\u00fcgels. Unten auf der anderen Seite der Stra\u00dfe sieht man die riesige Lodge, die vor einem Jahr von den Chinesen gebaut wurde. Der G\u00fcrtel an Lodges rund um die Maasai Mara wird seit Jahren immer dichter.<br \/>\nDann kommt James und er hat eine Kanga um plus Laufschuhe, was irgendwie witzig aussieht. Er ist der \u00c4lteste und stellt sich als eine Art Chef oder Organisator vor. Es handelt sich um ein Entwicklungsprojekt der Maasai und das Camp ist von einer Gemeinschaft mehrerer D\u00f6rfer finanziert und gebaut worden. Es handelt sich um eine Art Genossenschaft, denn sie betreiben es auch gemeinsam.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/james.jpg\" title=\"james.jpg\" alt=\"james.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 63: James, mit Kanga, Turnschuhen und Laptop<\/p>\n<p>Der Name ist \u201eSemadep Safari Camp\u201c (eine Abk\u00fcrzung von Sekenani Maasai Development Project) und nat\u00fcrlich findet man es inzwischen auch auf Facebook und im Internet, etwa auf Tripadvisor oder hier: http:\/\/semadepmaracamp.com<br \/>\nNeben dem eigentlichen Camp gibt es auch noch die M\u00f6glichkeit ein Maasai-Dorf zu besuchen bzw. dort sogar einige Tage zu leben. Sicher ein Erlebnis der anderen Art, vor allem wenn man Fliegen mag.<br \/>\nDas ist sicher auch der einzige Nachteil: die Fliegen. Sie sind blitzschnell, sehr l\u00e4stig und es gibt sie in gro\u00dfer Zahl \u00fcberall dort, wo es Maasai gibt.<br \/>\nDas Camp liegt in einem Akazienwald, den man sich allerdings afrikanisch vorstellen muss. Schatten spenden die Akazien wenig bis gar nicht, aber die gesamte Atmosph\u00e4re ist trotzdem eine fantastische. Die Erbauer mussten sehr auf\u00b4s Geld schauen, das merkt man nat\u00fcrlich. Trotzdem ist alles sehr sauber und ordentlich und insgesamt auf einem Nivau, das f\u00fcr alle normalen Bed\u00fcrfnisse ausreicht.<br \/>\nEs gibt eine Art zentrale H\u00fctte mit einer Kochstelle und ein paar Tischen. Davor befindet sich eine Terrasse mit einer gro\u00dfen, gemauerten Feuerstelle. Das ist der sch\u00f6nste Ort im Camp und man blickt von dort hinunter in die weite Ebene, in der sich leider die Chinesen-Lodge un\u00fcbersehbar befindet.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/semadep1.jpg\" title=\"semadep1.jpg\" alt=\"semadep1.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 64: Blick vom Semadep-Camp auf die gar nicht so weit entfernte Chinesen-Lodge<\/p>\n<p>Macht nichts, es ist trotzdem ein sehr sch\u00f6ner Ort, den man von der Stra\u00dfe aus nicht erahnen w\u00fcrde. Es gibt eine Handvoll Zelte und sie bauen auch gerade zwei gemauerte H\u00e4user f\u00fcr all jene, die nicht in einem Zelt schlafen wollen. Die Zelte sind alte, ausgemusterte Safarizelte, die sie wahrscheinlich g\u00fcnstig bekommen haben. Sie sind aber in Ordnung und haben davor eine kleine Terrasse und hinten einen gemauerten Waschraum. Das ist in den Luxuscamps auch nicht anders, nur sind dort die Fliesen halt sch\u00f6ner und die Wasserh\u00e4hne vergoldet. Der Unterschied liegt aber vor allem im Preis und in der Frage, wer das Geld bekommt: hier bekommen es die ans\u00e4ssigen Maasai, dort bekommt es meistens ein internationaler Hotelkonzern. Der Tourist hat die Wahl: hier zahlen wir 30 Euro die Nacht, im Luxuscamp das f\u00fcnf- bis zwanzigfache.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/zelt.jpg\" title=\"zelt.jpg\" alt=\"zelt.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 65: H\u00fctte mit Zelt drinnen<\/p>\n<p>Und es gibt noch einen gro\u00dfen Unterschied: in den Luxuscamps ist man von Land und Leuten m\u00f6glichst abgeschirmt \u2013 hier findet man das Gegenteil. Wir sind mit jeder Menge Neugier konfrontiert und auch mit Fremdheit. Unser Leben muss den Maasai so fremd erscheinen wir ihres uns. Da wir heute noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang da waren, konnte ich mir eine Rasur g\u00f6nnen.<br \/>\nIm Nassraum gibt es leider noch keinen Spiegel, daher wird es eine Safari-Rasur, also im Seitenspiegel vom Toyota.<br \/>\nUnd es wird eine Rasur mit Publikum. Emanuel, zwei seiner Freunde und noch zwei Maasai \u2013 ich sch\u00e4tze sie auf Anfang zwanzig \u2013 sind h\u00f6chst interessiert wie sich ein Muzungu rasiert.<br \/>\nSie beobachten jeden Handgriff ganz genau und finden es h\u00f6chst am\u00fcsant. Dazu muss man sagen, dass den Maasai nur sehr wenig Bart w\u00e4chst, sie kennen diese Art der Rasur nicht wirklich, weil sie keine brauchen.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/rasieren.jpg\" title=\"rasieren.jpg\" alt=\"rasieren.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 66: Rasur mit Maasai-Publikum<\/p>\n<p>Die Betten im Zelt sind \u00fcbrigens tadellos, nur die P\u00f6lster verdienen es irgendwie nicht so genannt zu werden.<br \/>\nDie Dusche ist nach einigen Anfangsschwierigkeiten tats\u00e4chlich warm und insgesamt gar nicht schlecht.<br \/>\nAls Abendessen gibt es heute Spaghetti mit einer verfeinerten Fertigsauce und Fruchtsalat. Da wir zu viele Spaghetti gekocht haben, laden wir Emanuel auf eine Portion ein, sind uns aber nicht ganz sicher, ob sie ihm wirklich schmecken oder er sie nur aus H\u00f6flichkeit isst.<br \/>\nDanach sitzen wir noch mit James und den Maasai rund um ein Feuer und genie\u00dfen den lauen Abend in der Savanne. Thomy zeigt den Kindern Videos von seinem Sohn Moritz und dessen ersten Abenteuern im Schnee. Sie sind begeistert, haben aber keinen blassen Schimmer was Schnee ist.<br \/>\nSie k\u00f6nnen es sich einfach nicht vorstellen, und das ist nicht verwunderlich. Was f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich ist, ist ihnen v\u00f6llig unbekannt und unbegreiflich.<br \/>\nIch sitze noch l\u00e4nger mit James zusammen und gebe ihm ein paar Marketing-Tipps, wie er das Camp noch attraktiver machen k\u00f6nnte: ein sch\u00f6nes und attraktives Hinweisschild auf der Stra\u00dfe, eine Beschilderung des Weges hinauf zum Camp und noch einiges mehr. Der wichtigste Tipp jedoch sind die Haken, die wie immer \u00fcberall fehlen. Das w\u00e4re ein USP! In ganz Kenia findet man Haken nur in den H\u00e4usern der dort lebenden Europ\u00e4er.<br \/>\nEmanuel hat auch noch ein Anliegen: er m\u00f6chte gerne auf die Highschool gehen, hat aber nicht das Geld dazu. Die Primary School von 6 bis 14 ist in Kenia seit einigen Jahren gratis, die Secondary School jedoch nicht. Er hat auch schon ausgerechnet, was die vier Jahre kosten w\u00fcrden: 1.500 Euro. Das kostet die Ausbildung eines Jugendlichen in Kenia. Eigentlich nicht viel Geld, m\u00f6chte man meinen, f\u00fcr den Vater von Emanuel jedoch unerschwinglich.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.27_Kenia\/bub.jpg\" title=\"bub.jpg\" alt=\"bub.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 67: Emanuel<\/p>\n<p>Ich finde das vor allem deswegen sehr schade, weil er sehr begabt sein d\u00fcrfte. Sein Englisch ist jetzt schon sehr gut und auch sonst wirkt er recht aufgeweckt.<br \/>\nWas k\u00f6nnte einmal aus ihm werden? Vielleicht ein Arzt, m\u00f6glicherweise ein Politiker, vielleicht auch ein Ingenieur? Wenn er die Secondary School nicht machen kann, wird er auf jeden Fall einen anderen Weg gehen m\u00fcssen.<br \/>\nIch bin noch am \u00fcberlegen eine Sammelaktion zu starten. Davor sind noch einige Einzelheiten zu kl\u00e4ren: wie kommt er zu dem Geld und wie kann sicher gestellt werden, dass es f\u00fcr seine Schulausbildung verwendet wird?<br \/>\nMit solchen und noch vielen anderen Gedanken und Eindr\u00fccken geht auch dieser Tag zu Ende.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein gutes Fr\u00fchst\u00fcck hilft den Tag gut zu beginnen. Am Morgen ist es noch so frisch, dass die Kapuze durchaus angesagt ist. Generell war es hier aber am w\u00e4rmsten, weil wir tief unten im Rift Valley sind. 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