{"id":1847,"date":"2015-05-09T06:45:18","date_gmt":"2015-05-09T05:45:18","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1847"},"modified":"2015-05-09T06:45:18","modified_gmt":"2015-05-09T05:45:18","slug":"kenia-von-nord-bis-sued-tag-9-maasai-mara-endlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/kenia-von-nord-bis-sued-tag-9-maasai-mara-endlich\/","title":{"rendered":"Kenia von Nord bis S\u00fcd &#8211; Tag 9: Maasai Mara, endlich!"},"content":{"rendered":"<p>Auf diesen Tag habe ich mich seit vielen Jahren gefreut, denn die Mara ist f\u00fcr mich einer der magischsten und sch\u00f6nsten Orte der Welt.<br \/>\nDie Nacht war angenehm und auch v\u00f6llig sicher, denn einer der Maasai hat die ganze Nacht im Lager patrouilliert und aufgepasst, dass uns und unserem Auto nichts passiert.<br \/>\nIch kann das Semadep-Safaricamp uneingeschr\u00e4nkt empfehlen. F\u00fcr uns war es auch deswegen so spannend, weil es den Rhythmus umgedreht hat: bisher haben wir immer schweineviel Geld f\u00fcr die \u00dcbernachtung in den Parks bezahlt und konnten die 24 Stunden nie ausn\u00fctzen, au\u00dfer im Marsabit und dort hat es sich nicht so ganz ausgezahlt.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.28_Kenia\/aufenthaltsraum.jpg\" title=\"aufenthaltsraum.jpg\" alt=\"aufenthaltsraum.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 68: Esszimmer, Maasai-Stil<\/p>\n<p>Jetzt haben wir drau\u00dfen \u00fcbernachtet und fahren um 10 Uhr Vormittags in den Park. Wenn wir in ein paar Tagen nach Nairobi fahren, so werden wir kurz vor 10 Uhr den Park verlassen und damit die Eintrittsgeb\u00fchren voll auskosten.<\/p>\n<p>Dann ist es soweit, wir brechen auf und sind nur kurze Zeit sp\u00e4ter am Parkeingang. Dort hat sich einiges ver\u00e4ndert, das System wurde komplett auf Computer umgestellt, alles ist jetzt im Park vernetzt und jedes Gate wei\u00df, wer bei einem anderen Gate hinein f\u00e4hrt usw.<br \/>\nAu\u00dfer das System st\u00fcrzt ab, dann wei\u00df niemand gar nichts. Und genau das ist der Fall als wir hinkommen.<br \/>\nMeine Geschw\u00e4tzigkeit kommt mir wieder einmal zu gute, denn ich erz\u00e4hle wie lange ich schon hierher komme und noch einiges mehr. Der Game-Ranger ist erfreut und meint, das Computerproblem soll f\u00fcr uns kein Nachteil sein. Dann schreibt er uns einen Zettel als Quittung f\u00fcr die bezahlten drei Tage (sportliche 70 Dollar pro Tag und Nase) samt seiner Telefonnummer. Da sollten wir anrufen, wenn es bei einer Kontrolle Probleme gibt. Auf die heikle Frage, wo wir denn hinfahren w\u00fcrden, nennen wir das Makindo-Camp, das ist ein neues Privatcamp auf unserem ehemaligen Flussschlingenplatz. Er ist zufrieden und wir hoffen, dass er nicht dort anruft. Alle Game-Ranger haben inzwischen Handys und sind genauso verr\u00fcckt danach wie die Leute bei uns. Telefoniert wird st\u00e4ndig.<br \/>\nWir machen uns aber jetzt einmal keine unn\u00f6tigen Sorgen und fahren in den Park.<br \/>\nNach kurzer Zeit kommt links die Abzweigung zur Mara Research Station. Wir haben beschlossen, tats\u00e4chlich in die Gegend vom Makindo-Camp zu fahren, denn dort gab es in der Vergangenheit immer viel zu sehen. Hinter der Research-Station f\u00fchrt ein Weg \u00fcber einen H\u00fcgel und wir k\u00f6nnen den Weg abk\u00fcrzen und m\u00fcssen nicht \u00fcber die im Zentrum des Parks gelegene Keekorok-Lodge fahren. Au\u00dferdem ist der Weg \u00fcber den Berg zugleich auch schon ein Game-Drive.<br \/>\nZu meinem Erstaunen ist die Station scheinbar aufgegeben worden. Alles befindet sich schon im Verfall und die Szenerie ist ein bisschen gespenstisch, wie aus einem Endzeitfilm.<br \/>\nWir fahren weiter und nehmen oben an der Kuppe die linke Abzweigung statt der rechten. Es ist lange her, dass ich hier das letzte Mal gefahren bin und ich kann mich nicht genau erinnern, wo es lang geht.<br \/>\nNach einiger Zeit wird klar, dass wir die falsche Abzweigung genommen haben. Das spielt aber keine Rolle, da wir es nicht so wahnsinnig eilig haben und genau genommen ohnehin nur da sind um herumzufahren und Tiere zu sehen.<br \/>\nDie gibt es in dieser Ecke allerdings nicht gerade reichlich, momentan sieht alles wie ausgestorben aus.<\/p>\n<p>  <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.28_Kenia\/furt.jpg\" title=\"furt.jpg\" alt=\"furt.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 69: Eine Furt \u2013 wie tief ist sie? Am besten kl\u00e4rt man das, indem man einfach durch watet.<\/p>\n<p>Das \u00e4ndert sich auch nicht als wir weiterfahren und uns der Weg immer weiter Richtung Ololaimutiak-Gate f\u00fchrt. Dort wollen wir zwar nicht hin, aber in dem Tal dorthin f\u00fchrt die gro\u00dfe Stra\u00dfe, die uns wieder dorthin bringen wird, wo wir eigentlich hin wollen.<br \/>\nNach einer l\u00e4ngeren Fahrt \u00fcber Wege, die nur sehr selten befahren werden, kommen wir an die Stra\u00dfe. Vorher jedoch entdecken wir auf einem kleinen H\u00fcgel eine Bande Mangusten \u2013 allesamt neugierig ohne Ende, aber auch scheu. Sie verschwinden immer wieder in ihrem Bau und kommen sofort wieder heraus. Das alleine macht den Game-Drive schon erfolgreich, denn die habe ich noch nie zuvor gesehen.<\/p>\n<p>  <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.28_Kenia\/mangusten.jpg\" title=\"mangusten.jpg\" alt=\"mangusten.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 70: Mangusten<\/p>\n<p>Die alte Abzweigung zu unserem ehemaligen Zeltplatz finden wir zwar nicht, aber um den H\u00fcgel, der dort liegt, kann man auch von der anderen Seite herumfahren und dieser Weg ist nicht zu verfehlen.<br \/>\nDas Gl\u00fcck ist uns hold und wir entdecken in einer besonders sch\u00f6nen Ecke, an die ich mich noch gut erinnere, eine riesige Herde Elefanten. Ich z\u00e4hle fast vierzig, sp\u00e4ter erfahren wir, dass es 47 St\u00fcck sind.<br \/>\nWir fahren weiter und sind irgendwie erstaunt, dass die Mara menschenleer wirkt. Wir sind bisher nur einem einzigen Auto begegnet, und das war auf der Hauptstra\u00dfe.<br \/>\nJetzt erreichen wir das Makindo-Camp, das aber ebenfalls sehr ausgestorben wirkt. Pl\u00f6tzlich kommen doch zwei Ranger und wir wechseln ein paar Worte. Dann geht es auf dem alten Weg den kleinen Fluss bergauf. Wir finden die alte Furt und sehen auf der anderen Seite den kleinen Wald mit der Quelle, von der wir fr\u00fcher das Wasser geholt haben.<\/p>\n<p>  <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.28_Kenia\/furt2.jpg\" title=\"furt2.jpg\" alt=\"furt2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 71: Furt<\/p>\n<p>Als wir weiter oben \u00fcber den steinigen Teil des Weges humpeln und ich mich daran erinnere, wie wir uns fr\u00fcher mit dem Bus da dr\u00fcber gequ\u00e4lt haben, sehen wir auf der anderen Seite des Flusses doch einen Minibus voller Touristen.<br \/>\nUnd er hat Probleme, und zwar mit einem Elefanten, der die Ann\u00e4herung des Minibusses gerade gar nicht leiwaund findet und langsam Fahrt aufnimmt. Der Minibusfahrer wendet ganz ganz schnell und haut ab. Der Elefant verfolgt ihn aber l\u00e4nger als das normalerweise \u00fcblich ist. Wir k\u00f6nnen das von der anderen Seite aus beobachten und wissen: das Mittagessen f\u00fcr die Touristen f\u00e4llt heute eher aus, denn die Elefanten verspeisen gerade ihr Mittagessen auf dem einzigen Weg, der zum Camp hinunter f\u00fchrt. Sorry, Leute, don\u00b4t mess with an Elephant!<br \/>\nDie Safari ist toll und wir sehen jede Menge Tiere: Elefanten, Strau\u00dfe, Elen-Antilopen, B\u00fcffel, Gazellen etc.<br \/>\nHier nur zwei besonders sch\u00f6ne Bilder:<\/p>\n<p>  <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.28_Kenia\/elen.jpg\" title=\"elen.jpg\" alt=\"elen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 72: Elen-Antilope<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.28_Kenia\/b\u00fcffel.jpg\" title=\"b\u00fcffel.jpg\" alt=\"b\u00fcffel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 73: B\u00fcffel, mit V\u00f6geln<\/p>\n<p>Dann fahren wir zur Keekorok und machen kurz davor noch ein kleines Picknick mit K\u00e4sesandwich. Da wir meist gut fr\u00fchst\u00fccken brauchen wir zu Mittag nur einen kleinen Imbiss, Bananen oder ein Sandwich.<br \/>\nDann fahren wir in die Keekorok-Lodge, die \u00e4lteste Lodge im Park. Sie wurde damals an den wildreichsten Fleck in der ganzen Gegend gebaut und ist bis heute ein wichtiger Punkt im Park. Bei ihr gibt es auch eine Autowerkstatt, einen Airstrip mit Linienflug von und nach Nairobi, eine Tankstelle und einen kleinen Shop. Wir haben in den fr\u00fchen Mara-Jahren die Keekorok vor allem in der Regenzeit als Zufluchtsort verwendet, etwa wenn wir nach tagelangen Regenf\u00e4llen einfach nicht mehr campen konnten. Die Lodge ist nat\u00fcrlich nicht billig, aber wie gesagt, manchmal hat man einfach genug.<br \/>\nIn der Lodge gibt es eine Terrasse, auf der man einen guten Drink einnehmen kann. Dort kann man mit etwas Gl\u00fcck wilde Tiere beobachten, die auf wenige Dutzend Meter herankommen. Wir waren allerdings jetzt am Nachmittag da um uns mit meinem Vater zu treffen. Und ich war sehr gespannt, wie die Wirtschaftskammer-Wahlen ausgegangen waren, wir hatten am Vorabend, als das Ergebnis bekannt gegeben wurde, leider keinen Internet-Account, obwohl ich mit James rund um das Camp auf der Suche nach Empfang marschiert war. Eigentlich auch eine bizarre Szene: ein Maasai und ein \u00d6sterreicher marschieren mit hoch gehaltenen Handys quer durch die n\u00e4chtliche Savanne, auf der Suche nach ein wenig Internet-Empfang.<br \/>\nHier haben sie ihn, zwar nur rund um die Rezeption, daf\u00fcr gratis. So darf ich erfahren, dass wir ordentlich abger\u00e4umt haben. Ein guter Tag, allein schon wegen der Freude, die ich jetzt haben darf.<br \/>\nEin Bitterlemon sp\u00e4ter trifft mein Vater ein und wir fahren gemeinsam Richtung L\u00f6wenplatz. Diese Fahrt \u00fcber die Plains erfolgt auf einer neuen Piste, die zur Ashnil-Lodge f\u00fchrt, einer Nobellodge, die sie unweit von unserem Zeltplatz gebaut haben, direkt am Mara-Fluss, mit Swimmingpool und viel Luxus f\u00fcr reiche Leute.<br \/>\nDas mit den Zeltpl\u00e4tzen muss ich kurz erkl\u00e4ren. Die Maasai Mara ist war fr\u00fcher ein Game Reserve und ist jetzt ein National Reserve. Das spielt aber keine Rolle, denn so wie in vielen Nationalparks ist es streng verboten aus dem Auto auszusteigen. Man k\u00f6nnte ja spontan gefressen werden und manchen Touristen \u2013 vornehmlich US-Amerikanern \u2013 ist das auch schon gelungen.<br \/>\nDe facto passiert es nicht und schon gar nicht, wenn man sich auskennt und ein paar wichtige Regeln beachtet. Eine lautet etwa \u201eAlle Tiere sind entweder schneller als du oder st\u00e4rker als du. Die meisten sind beides.\u201c Eine andere lautet \u201eBei Elefanten stellt man den Motor nicht ab.\u201c Das ist zwar m\u00fchsam beim Filmen und die Touristen wollen keine Motorenger\u00e4usche auf ihren Kameras, aber einem guten Fahrer ist das wurscht. Wenn n\u00e4mlich ein junger Elefantenbulle sich gerade ein wenig in Szene setzen will und deinen Kleinbus angreift, hast du schlechte Karten, wenn der Motor beschlie\u00dft genau jetzt nicht mehr zu starten. Elefanten erwarten, dass du als Zeichen des Friedens das Feld r\u00e4umst. Wer das tut, wird \u2013 wie im Minibus-Beispiel von vorhin \u2013 noch ein wenig verfolgt, dann aber in Ruhe gelassen.<br \/>\nWer bei einem Elefantenangriff stehen bleibt, will den Elefant herausfordern. Und dann geht es halt darum, wer st\u00e4rker ist.<br \/>\nDiese und noch viele andere Regeln muss man kennen, dann kann man sich, die n\u00f6tige Erfahrung vorausgesetzt, auch in einem Wildreservat gefahrlos bewegen. Ein gewisses Restrisiko bleibt immer, aber das gibt es sonst ja auch.<br \/>\nTrotzdem ist es streng verboten aus dem Auto auszusteigen und nat\u00fcrlich erst recht wild zu campen. Die offiziellen Camps und alle Lodges betonen das auch st\u00e4ndig, damit gar niemand auf die Idee kommt es zu versuchen. Um das zu unterstreichen, rennen \u00fcberall in den offiziellen Camps Wildh\u00fcter herum, die eigentlich Menschenh\u00fcter sind, und fuchteln mit gro\u00dfen Schie\u00dfgewehren eindrucksvoll herum. Es kann sogar passieren, dass man in Camps, wo nicht jedes Zelt \u2013 wie \u00fcblich \u2013 ein eingebautes Klo hat, in der Nacht am Weg zum H\u00e4usl von einem schwer bewaffneten, k\u00fcnstlich sich todernst gebenden Typen begleitet wird, den du eigentlich nur siehst, wenn er grinst.<\/p>\n<p>Mein Vater campiert seit 1975 in der Maasai Mara und wurde schon mehrfach angezeigt, vertrieben, verhaftet und hat Geld ohne Ende zahlen m\u00fcssen. Das hat leider alles nichts gen\u00fctzt und er campiert immer noch wild, obwohl er nicht einmal aus dem Auto aussteigen d\u00fcrfte.<br \/>\nIrgendwann haben die Game Ranger aufgegeben ihm das campieren abgew\u00f6hnen zu wollen. Jetzt wollen sie nur mehr Geld und bekommen es auch. Offiziell campen wir daher auf einer Special Campsite der Ashnil Lodge und werden rund um die Uhr bewacht. De facto sind wir ganz allein und brennen rund um die Uhr. Der Chief Game Warden ist kein armer Mann mehr.<\/p>\n<p>  <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.28_Kenia\/pinzi.jpg\" title=\"pinzi.jpg\" alt=\"pinzi.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 74: Game Ranger kreuzen unseren Weg<\/p>\n<p>Also fahren wir zu unserer Campsite und legen aber trotzdem wert darauf, dass uns niemand beobachtet, wenn wir vom markierten Weg wegbiegen und uns in die B\u00fcsche schlagen. Unser Zeltplatz liegt gut versteckt und kann eigentlich nur vom Flugzeug aus gesehen werden. Und der Chief Game Warden wei\u00df nat\u00fcrlich auch wo wir sind, denn er muss ja jedes Mal kassieren kommen. Er tut das \u00fcbrigens allein, wahrscheinlich damit er mit niemandem teilen muss.<br \/>\nAm Weg \u00fcber die Plains sehen wir ein L\u00f6wenp\u00e4rchen, das schl\u00e4frig unter einem Baum liegt. Ein super Willkommensgru\u00df der Maasai Mara, wir bedanken uns ganz artig und fahren weiter, denn wir m\u00fcssen heute noch ein ganzes Camp aufbauen.<\/p>\n<p>  <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.28_Kenia\/l\u00f6wenbaum.jpg\" title=\"l\u00f6wenbaum.jpg\" alt=\"l\u00f6wenbaum.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 75: L\u00f6wen im Schatten unter einem einsamen Baum<\/p>\n<p>  <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.28_Kenia\/l\u00f6wen.jpg\" title=\"l\u00f6wen.jpg\" alt=\"l\u00f6wen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 76: L\u00f6wenp\u00e4rchen<\/p>\n<p>Am Zeltplatz (wir haben ihn \u201eL\u00f6wenplatz\u201c genannt) ist alles wie immer. Der kleine Zufluss zur Mara hat wenig Wasser, daneben befindet sich jedoch eine Art Pool mit k\u00fchlem Wasser, der also scheinbar von unten gespeist wird. Eine Art Quelle, die aber nicht immer brauchbar ist, weil manchmal ein Nilpferd drinnen liegt. Da Nilpferde schneller, st\u00e4rker und auch gewichtiger sind als unsereiner, sind in so einem Fall die Besitzverh\u00e4ltnisse klar.<\/p>\n<p>Wir haben Gl\u00fcck, der T\u00fcmpel ist leer und wir gehen schwimmen, was nach einem hei\u00dfen Tag im Auto durchaus erfrischend ist.<\/p>\n<p>  <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.02.28_Kenia\/l\u00f6wenplatz.jpg\" title=\"l\u00f6wenplatz.jpg\" alt=\"l\u00f6wenplatz.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 77: Der L\u00f6wenplatz<\/p>\n<p>Danach bauen wir die Zelte auf und kochen ein gutes Abendessen. Mein Vater hat Judy als Unterst\u00fctzung dabei und zahlt ihr f\u00fcrs Kochen und Abwaschen und den Rest der h\u00e4uslichen T\u00e4tigkeiten.<br \/>\nEr hat sich vor vielen Jahren einen Puch Pinzgauer gekauft und nach Afrika bringen lassen. Das Ding hat einen riesigen Wohnmobil-Aufbau mit Standh\u00f6he und ist feuerrot. Damit ist er in der gesamten Mara bekannt und hei\u00dft \u201ethe man with the house\u201c, weil sich die Afrikaner stets wundern, dass er alles mit sich herumf\u00fchrt, was sie selbst in ihren H\u00e4usern haben. Wahrscheinlich f\u00fchrt er sogar mehr mit sich herum als die meisten \u00fcberhaupt besitzen.<br \/>\nF\u00fcr manche Zwecke ist dieses Auto aber sehr brauchbar, etwa zum Kochen oder auch zum Schlafen. Man kann auch auf\u00b4s Dach klettern und schauen, ob man oben einen Internet-Empfang zustande bringt.<br \/>\nWir haben es diesmal nicht geschafft, das ist von irgendwelchen Faktoren abh\u00e4ngig, die jedes Mal anders sind.<\/p>\n<p>Nach einem guten Abendessen genie\u00dfen wir noch die hereinbrechende Nacht und gehen wie immer sehr fr\u00fch schlafen, hier sogar noch fr\u00fcher, meist so gegen 22 Uhr.<br \/>\nDas bedeutet aber auch, dass ich immer sp\u00e4testens um vier Uhr in der Fr\u00fch aufwache. Dann ist es drau\u00dfen meist ganz still, weil auch die lautesten Nachttiere irgendwann eine Pause einlegen. Allerdings vergeht die Zeit bis zum Sonnenaufgang manchmal nur sehr langsam und in der Nacht geht man nicht aus dem Zelt, au\u00dfer Thomy, der leider die Scheisserei bekommt und teilweise mehrmals pro Nacht mit dem Spaten durch die Gegend rennt. Da wir kein Klo haben, muss man die Dinge vergraben.<br \/>\nDiesmal gibt es Abwechslung, denn um 23.45 Uhr kommt ein Gewitter. Ich liege in meinem alten Marechal-Zelt, das ich vor knapp drei\u00dfig Jahren von meinem Vater zur Matura bekommen habe. Es ist immer noch gut in Schuss, hat aber keinen wasserfesten Boden, weil es eines dieser Zelte ist, die f\u00fcr Rucksackreisen konzipiert wurden. Starker Regen ist ein Problem, aber wie viel wird es diese Nacht regnen? Der Donner zeigt, dass es sich um ein echtes Gewitter handelt und ich rechne damit, dass es schnell vorbei ist.<br \/>\nWir befinden uns in der Trockenzeit und da pflegen Gewitter den trockenen Boden nicht zu \u00fcberlasten. In meinem Zelt wird es nur kritisch, wenn ganze B\u00e4che \u00fcber den Boden rinnen. Au\u00dferdem hat mir Thomy Asyl im Toyota angeboten, wenn es zu schlimm werden sollte.<br \/>\nAlso liege ich da und horche dem Regen zu. Ein Gewitter folgt immer einem bestimmten Muster: es beginnt mit einem scharfen Wind, den das Gewitter sozusagen vorausschickt. Dann wei\u00df man: Sachen einpacken, alles wetterfest machen. Wenn der Wind schw\u00e4cher wird, fallen die ersten schweren Tropfen. Dann geht es meist sehr schnell, das h\u00e4ngt jedoch davon ab, wo das Zentrum des Gewitters ist. Meist ist so etwas sehr lokal und eben nicht von allzu langer Dauer.<br \/>\nDie schweren Tropfen verdichten sich und es kommt zu einem heftigen Regenguss, der bei uns gerne mit dem Modewort \u201eStarkregen\u201c beschrieben wird. In Afrika gilt das wirklich, hier sind die Naturereignisse meist etwas st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt.<br \/>\nDer Donner kommt n\u00e4her, dann zieht das Gewitter langsam vorbei, der starke Regen dauert aber noch eine Zeitlang an. Er wird zu einem gleichm\u00e4\u00dfigen Rauschen, das irgendwann, meist so nach einer halben Stunde oder einer ganzen, so etwas wie L\u00fccken bekommt. Da wird es kurz schw\u00e4cher, dann wieder normal, noch einmal schw\u00e4cher und noch ein wenig schw\u00e4cher. Dann wei\u00df man, es neigt sich dem Ende zu. Diesmal gab es noch das, was ich einen \u201eNachschlag\u201c nenne: es hat schon aufgeh\u00f6rt oder fast aufgeh\u00f6rt. Man kann nicht unterscheiden, ob es noch Regen ist oder nur mehr von den B\u00e4umen tr\u00f6pfelt. Doch dann f\u00e4ngt es wieder an, allerdings nicht sehr stark. Diese Phase dauert meist noch ein paar Minuten und ziemlich pl\u00f6tzlich h\u00f6rt es dann ganz auf.<br \/>\nDas merkt man, weil die Nachttiere wieder anfangen Ger\u00e4usche zu machen, also die Fr\u00f6sche und die Grillen und jede Menge anderer Tiere, die man nicht kennt und auch niemals zu Gesicht bekommt und von denen man aufgrund der Ger\u00e4usche keinerlei auch noch so blasse Ahnung oder Idee hat, wie sie aussehen k\u00f6nnten. Von Insekt bis Nilpferd ist sozusagen alles m\u00f6glich. In dieser Nacht h\u00f6ren wir nur die \u00fcblichen Hippos, L\u00f6wen und Hy\u00e4nen, allesamt nicht allzu weit weg.<br \/>\nNachdem der Regen endg\u00fcltig aufgeh\u00f6rt hat, leuchte ich mit der Lampe in die Apsis hinaus und entdecke, dass alles trocken geblieben ist. Beruhigt kann ich einschlafen und mich auf den zweiten Tag Masai Mara freuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf diesen Tag habe ich mich seit vielen Jahren gefreut, denn die Mara ist f\u00fcr mich einer der magischsten und sch\u00f6nsten Orte der Welt. Die Nacht war angenehm und auch v\u00f6llig sicher, denn einer der Maasai hat die ganze Nacht<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1847","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reiseberichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1847","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1847"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1847\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1881,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1847\/revisions\/1881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1847"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1847"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1847"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}