{"id":1849,"date":"2015-05-09T06:45:39","date_gmt":"2015-05-09T05:45:39","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1849"},"modified":"2015-05-09T06:45:39","modified_gmt":"2015-05-09T05:45:39","slug":"kenia-von-nord-nach-sued-tag-10-das-mara-triangle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/kenia-von-nord-nach-sued-tag-10-das-mara-triangle\/","title":{"rendered":"Kenia von Nord nach S\u00fcd &#8211; Tag 10: Das Mara Triangle"},"content":{"rendered":"<p>Am Morgen ist mein Schlafsack nass, allerdings nicht vom n\u00e4chtlichen Gewitter, sondern vom Tau, der an der Innenseite der Au\u00dfenh\u00fclle jede Menge Kondenswasser bildet. Da das Zelt klein ist, streife ich mit dem Fu\u00dfteil an der Innenh\u00fclle, die schleift an der Au\u00dfenh\u00fclle und so ist das Fu\u00dfende des Schlafsacks nass. Kein gro\u00dfes Thema, denn die Sonne ist so stark, dass sie alle n\u00e4chtlichen N\u00e4ssen nach kurzer Zeit getrocknet hat.<br \/>\nDie Maasai Mara liegt ca. 1.500 Meter hoch und hat ein eigenwilliges Klima. Am Tag ist es meist sehr hei\u00df, wir messen am vierten Tag satte 36 Grad, in der Nacht wird es aber k\u00fchl bis manchmal kalt. Im Februar ist Trockenzeit und da k\u00fchlt es auch in der Nacht nicht so stark ab, aber mehr als 15 Grad hat es trotzdem nicht. Da braucht man am Abend und in der Fr\u00fch schon einen ordentlichen Pullover oder Sweater.<br \/>\nWenn wir Internet haben wollen, m\u00fcssen wir hinauf auf die Plains fahren, dort gibt es eine gute Verbindung. Die ist heute auch sehr wichtig, denn mein Bruder hat uns angerufen und gebeten, die Versicherungsplakette auf der Windschutzscheibe zu fotografieren und au\u00dferdem noch die ersten beiden Seiten des Carnets.<br \/>\nEr braucht all das um den Transport des Toyotas nach Bremerhaven zu organisieren. Genau genommen braucht das ein gewisser Frank von der Spedition in Mombasa. Wir sollen die Fotos machen und ihm schicken. Das w\u00e4re vor ein paar Jahren noch ein echtes Problem gewesen, heute macht man mit dem Smartphone das Bild und schickt es per Mail sofort weg.<br \/>\nWir passen bei der Fahrt raus aus unserem Galleriewald sehr darauf auf, dass uns kein Safaribus sieht und sich denkt: da muss was Interessantes drin sein, wenn ein anderes Safariauto dort war. Da derzeit nur sehr wenige Touristen im Park sind, ist das kein allzu gro\u00dfes Problem.<br \/>\nWir fahren heute ins Mara Triangle, das ist ein Abschnitt der Mara ganz im S\u00fcdwesten und ich war noch nie dort. Thomy hat in seinem Reisef\u00fchrer gelesen, dass es dort eine ganze Menge Geparde geben soll und will unbedingt hin. Also machen wir uns auf den Weg und fahren zuerst noch an den Mara-Fluss, wo Thomy hofft Krokodile zu sehen. Auch hier begegnen wir nur zwei oder drei Autos, normalerweise m\u00fcssten es zwanzig oder drei\u00dfig sein.<br \/>\nAm Mara-Fluss ist es eher unspektakul\u00e4r, aber den einen oder anderen Hippo-Pool gibt es dann doch und die Landschaft ist sowieso \u00fcberall hier gro\u00dfartig.<br \/>\nDann fahren wir auf den Lookout-Hill, auf dem ich auch schon seit vielen Jahren nicht oben war, \u00e4hnlich wie im Nakuru-Nationalpark.<br \/>\nAuch dieser H\u00fcgel belohnt die Auffahrt mit einer absolut spektakul\u00e4ren Sicht \u00fcber fast den ganzen Park. Die Gegend ist immer wieder atemberaubend und ich kann mich nie sattsehen. Das wird sich bis zu meinem Lebensende auch nicht \u00e4ndern, hier ist es einfach so unglaublich sch\u00f6n. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.03.01_Kenia\/lookout hill.jpg\" title=\"lookout hill.jpg\" alt=\"lookout hill.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 78: Am Lookout-Hill<\/p>\n<p>Die Mischung aus H\u00fcgeln, weiten Ebenen, T\u00e4lern mit Fl\u00fcssen und Galleriew\u00e4ldern ist so vielseitig und zugleich strahlt sie eine gro\u00dfe Sanftheit aus. Und sie ver\u00e4ndert sich alle paar Kilometer und bietet immer wieder neue, interessante Perspektiven.<br \/>\nWir durchqueren eine letzte Furt und kommen zur Hauptstra\u00dfe, die von der Keekorok Lodge bis an die westlichste Spitze des Parks f\u00fchrt. Dabei muss sie den Mara-Fluss \u00fcberqueren, was mittels einer Br\u00fccke geschieht. Genau genommen gibt es sogar zwei Br\u00fccken, eine kleinere, \u00e4ltere und eine modernere, die auch bei extremem Hochwasser nicht \u00fcberschwemmt wird.<br \/>\nDavor bleiben wir jedoch noch bei einem Aussichtspunkt am Mara-Fluss stehen und treffen ein paar dort herumlungernde Game-Ranger. Sie fragen uns, ob wir sie zu ihrem Camp mitnehmen k\u00f6nnen, weil wir ja nach dem Triangle zur\u00fcck zur Keekorok-Lodge fahren \u2013 das habe ich ihnen erz\u00e4hlt, als sie fragten, wo wir denn herk\u00e4men.<br \/>\nWir versprechen bei der R\u00fcckfahrt an sie zu denken und fahren zur Br\u00fccke. Dort empf\u00e4ngt uns ein sehr unfreundlicher Typ, der misstrauisch unsere Papiere be\u00e4ugt und dann telefonieren geht, als wir ihm erz\u00e4hlen, dass wir beim Sandriver-Gate campieren w\u00fcrden. Wo wir wirklich kampieren, sollen wir ihnen nicht sagen \u2013 so der Auftrag meines Vaters. Mir ist nicht wohl dabei, vor allem, weil der Unfreundliche unsere Autonummer aufschreibt und dann mehrfach telefoniert.<br \/>\nDann aber kommt er, gibt uns ein Info-Blatt f\u00fcr das Triangle und eine Art Rechnung f\u00fcr die Mara-Br\u00fccke, f\u00fcr die wir aber nichts zahlen m\u00fcssen. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.03.01_Kenia\/marabruecke.jpg\" title=\"marabruecke.jpg\" alt=\"marabruecke.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 79: Die Mara-Br\u00fccke<\/p>\n<p>Ich kaufe mir noch schnell eine neue Mara-Karte, weil meine bisherige schon \u00fcber zwanzig Jahre am Buckel hat und die neue wirklich hervorragend ist.<br \/>\nDann \u00f6ffnet sich f\u00fcr uns die Schranke und alles scheint bestens zu sein. Wir fahren los und kommen in einen g\u00e4nzlich anderen Teil der Mara. Kleine Vulkankegel mischen sich mit langgestreckten Ebenen und wir fahren ins Triangle ein. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.03.01_Kenia\/triangletafel.jpg\" title=\"triangletafel.jpg\" alt=\"triangletafel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 80: Mara-Triangle<\/p>\n<p>Leider ist dort das Gras sehr hoch und man sieht nur sehr wenige Tiere. Bei diesem Vegetationsstand hat man mehr oder weniger keine Chance auf Geparde. Daf\u00fcr laufen auf einmal zwei Zebras vor uns her, die keinerlei Lust haben wegen uns schneller zu laufen oder gar die Stra\u00dfe zu verlassen. Sie blicken sich immer wieder um und stimmen scheinbar mit einer Riesenhetz ihre eigene Geschwindigkeit auf unsere ab. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Wir bleiben stehen und lassen sie davonlaufen. Doch das funktioniert nicht, sie werden auch langsamer und warten dann auf uns, bis wir wieder ein paar Meter hinter ihnen sind. Dann laufen sie seelenruhig weiter. Pl\u00f6tzlich, als wir wieder mehr Abstand lassen, verl\u00e4sst eines der beiden die Stra\u00dfe. Endlich, denken wir und wollen beschleunigen. In diesem Moment rennt das Zebra wieder vor uns auf die Stra\u00dfe und weiter vor uns her, fast wie zum Flei\u00df.<br \/>\nDas Triangle hat eine ganz eigene Landschaft, einige B\u00e4che und S\u00fcmpfe und wird im Norden vom Escarpment begrenzt. Eine faszinierende Landschaft.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.03.01_Kenia\/b\u00e4ume.jpg\" title=\"b\u00e4ume.jpg\" alt=\"b\u00e4ume.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 80: Landschaft im Triangle<\/p>\n<p>Als wir eine Pause machen beschlie\u00dfe ich Diesel vom vollen hinteren Tank in den inzwischen fast leeren vorderen Tank zu pumpen. Die Pumpe gibt allerdings seltsame Ger\u00e4usche von sich und ich merke nur, dass sich die Dieselanzeige nicht ver\u00e4ndert, auch nach einigen Minuten pumpen nicht.<br \/>\nMir schwant \u00dcbles: hat mein Bruder vergessen zu tanken? Hat uns irgend ein Gauner den Sprit abgezapft, aber wenn, dann wo? Wir haben das Auto nicht alleine stehen gelassen und au\u00dferdem braucht man daf\u00fcr einen Schl\u00fcssel.<br \/>\nWir hingegen brauchen Diesel, und zwar eher dringend. Wir k\u00f6nnten zwar noch ein bis zwei Tage Gamedrive machen, aber dann w\u00fcrden wir nicht mehr bis Narok kommen. Also ist guter Rat teuer, bzw. eher guter Diesel.<br \/>\nWir beschlie\u00dfen, dass es v\u00f6llig ausreicht, wenn wir uns am Abend darum k\u00fcmmern, vorher k\u00f6nnen wir sowieso nichts machen. Also fahren wir weiter \u00fcber die hervorragenden Stra\u00dfen im Triangle und sehen leider fast nichts. Ein paar Elefanten, einige Antilopen aber sonst gar nichts.<br \/>\nDie Landschaft ist daf\u00fcr wirklich sch\u00f6n und so bereuen wir es nicht, hierhergekommen zu sein.<br \/>\nBei der R\u00fcckfahrt treffen wir einen der Game-Ranger wieder, der scheinbar am Stra\u00dfenrand auf uns gewartet hat, damit wir ihn mitnehmen. Er m\u00f6chte zu seiner Ranger-Station, die etwa f\u00fcnf Kilometer Richtung Keekorok liegt. Wir erkl\u00e4ren ihm, dass wir sp\u00e4ter noch einen weiteren Gamedrive machen w\u00fcrden und daher nicht bis zur Keekorok fahren w\u00fcrden. Au\u00dferdem w\u00fcrden wir meinen Vater treffen (was ja sogar stimmt) und das w\u00e4re der Mann mit dem \u201ebig red sixwheeler\u201c. Der Ranger hei\u00dft Kamot und meint sich an das Auto und den Mzee (Kiswahili: alter Mann) erinnern zu k\u00f6nnen. Das kommt gut an und unser Anhalter muss noch zwei Kollegen erkl\u00e4ren, warum wir sie nicht mitnehmen k\u00f6nnen, auch wenn das sehr unh\u00f6flich erscheint.<br \/>\nDann nehmen wir ihn mit und fahren zu seinem Camp. Es liegt direkt neben der Stra\u00dfe in einem kleinen W\u00e4ldchen, sehr versteckt auf einer Lichtung. Da stehen einfache Blechbaracken im Kreis angeordnet \u2013 wie das in Afrika halt so \u00fcblich ist. Kamot spricht eine Einladung aus: wir sind jederzeit herzlich willkommen, er w\u00fcrde sogar seine H\u00fctte f\u00fcr uns r\u00e4umen und zu einem Kollegen in die H\u00fctte ziehen. Irgendwie werde ich das Gef\u00fchl nicht los, dass sowohl die Polizisten wie auch die Game Ranger ganz besonders freundlich zu Touristen sind. Vielleicht haben sie ja von weit oben eine Anordnung bekommen, die Freundlichkeit ist zwar angenehm, aber irgendwie ungew\u00f6hnlich, zumindest in dem Ausma\u00df, das wir hier erleben.<br \/>\nWir verabschieden uns h\u00f6flich und fahren wieder Richtung L\u00f6wenplatz.<br \/>\nDer restliche Tag verl\u00e4uft ruhig und angenehm: ein erfrischendes Bad im T\u00fcmpel, Judy fabriziert ein hervorragendes Abendessen und schon wird es wieder dunkel.<br \/>\nWir sitzen noch eine Zeit lang bei einem Schluck Kenya Kane und einem Bier vor dem Zelt und beobachten die Gl\u00fchw\u00fcrmchen. Wenn man mit einer Lampe den Fluss bzw. das andere Ufer ableuchtet, tauchen immer wieder verschiedene Augenpaare auf, die durch das Licht zu leuchten beginnen. Manchmal kann man erraten, um welches Tier es sich handelt, an diesem Abend ist es z.B. eine Antilope. Auf jeden Fall wird klar, dass es rundherum jede Menge Tiere gibt, die man meist nicht sieht und nur manchmal h\u00f6rt.<br \/>\nDann zieht wieder ein Gewitter auf, das diesmal \u00e4hnlich verl\u00e4uft wie das gestrige, aber etwas l\u00e4nger dauert. Doch auch in dieser Nacht muss ich die Gastfreundschaft von Thomy im Toyota nicht beanspruchen.<br \/>\nDas ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, ich will nur eines von zahlreichen nassen Erlebnissen der Vergangenheit hervorkramen. Vor vielen Jahren waren wir \u00f6fter zu Weihnachten in der Mara. Das ist gegen Ende der Regenzeit und die Erde in der Mara ist von der Feuchtigkeit ges\u00e4ttigt. Wir schliefen damals in einem Hauszelt und ich merke mitten in der Nacht, dass mich etwas am Kopf st\u00f6\u00dft. Seltsam, was kann das sein? Dann noch ein Sto\u00df, ich greife zur Lampe und sehe, dass es sich um eine Luftmatratze handelt, die an mich dran geschwommen ist.<br \/>\nWir alle lagen n\u00e4mlich in einem kleinen See, der sich im Hauszelt gebildet hatte. Er war so hoch, dass die Luftmatratze, auf der zwei Leute schliefen, einfach aufgeschwommen war. Wir hatten das Zelt n\u00e4mlich str\u00e4flicherweise in einer Mulde aufgestellt. Ich hatte es nicht fr\u00fcher bemerkt, weil der Schlafsack das Wasser noch irgendwie aufgehalten hatte, aber genau genommen lag ich komplett im Wasser und war auch schon entsprechend nass.<br \/>\nIch wei\u00df ehrlich gesagt nicht mehr, was wir damals getan haben, um die restliche Nacht zu \u00fcberstehen. Wahrscheinlich haben wir uns in die Autos gelegt, wobei wir damals noch keine Campingmobile hatten, daher sa\u00dfen wir eher im Auto f\u00fcr den Rest der Nacht. Camping ist nicht immer nur der reine Spa\u00df.<\/p>\n<p>Diesmal war es jedoch nur ein harmloses Gewitter in der Trockenzeit. In den letzten Jahren wurde aber gerade in Afrika der Klimawandel ganz besonders deutlich. Hier ist alles ein wenig st\u00e4rker und extremer als bei uns in Mitteleuropa. Wenn es einmal stark regnet, dann schwemmt es alles davon und wenn eine echte Hitzeperiode da ist, verdorrt das halbe Land. Fr\u00fcher konnte man sich ziemlich genau auf Regen- und Trockenzeiten verlassen. Sie kamen manchmal mit ein oder zwei Wochen Versp\u00e4tung oder auch fr\u00fcher als im Durchschnitt, aber sie kamen und waren in etwa gleich stark.<br \/>\nHeute kann es passieren, dass eine Regenzeit komplett ausf\u00e4llt, dann bedeutet das den Tod f\u00fcr sehr viele Tiere. Aber auch das Gegenteil kommt vor, eine Trockenzeit f\u00e4llt aus. Dann gibt es Schlamm ohne Ende, \u00dcberschwemmungen, Murenabg\u00e4nge und eine unglaubliche Bodenerosion. Das ist genauso tragisch und leider kommen beide Ph\u00e4nomene immer \u00f6fter vor. Das bringt den afrikanischen Kontinent unter Druck, weil ja das Bev\u00f6lkerungswachstum nach wie vor zunimmt und es so zu Ern\u00e4hrungsengp\u00e4ssen kommt. In Verbindung mit dem Land- und Ressourcenraub durch die Chinesen, Inder, US-Amerikaner und Europ\u00e4er bedeutet das eine echte Herausforderung f\u00fcr viele afrikanische Staaten. Und es bedeutet Fl\u00fcchtlinge, die bei uns dann absch\u00e4tzig \u201eWirtschaftsfl\u00fcchtlinge\u201c genannt und gerne wieder zur\u00fcckgeschickt werden.<br \/>\nPolitische Unruhen, die politische Fl\u00fcchtlinge erzeugen, entstehen meist durch eine angespannte wirtschaftliche Situation. Somit sind alle Fl\u00fcchtlinge Wirtschaftsfl\u00fcchtlinge und viele Menschen, die bei uns im Luxus fast ersticken, sind der Ansicht, dass diese Fl\u00fcchtlinge ohne guten Grund zu uns fl\u00fcchten und somit zur\u00fcckzuschicken sind. Sie k\u00f6nnten uns ja etwas von dem Luxus wegnehmen wollen, den wir \u00fcbrigens nur haben, weil wir ihn durch die billigen Rohstoffe und die billige Arbeit in ihren Heimatl\u00e4ndern bekommen.<br \/>\nIhre billige Arbeit nehmen wir gerne, sie selbst sind aber bei uns unerw\u00fcnscht. Wer bei uns etwa billige Kleidung oder billige Blumen kauft, unterst\u00fctzt dieses System. <\/p>\n<p>Die afrikanische Nacht ist anders als die europ\u00e4ische, sie ist voller Gegens\u00e4tze:<br \/>\nHei\u00df \u2013 weil es oft hei\u00df hergeht.<br \/>\nKalt \u2013 weil es nach Hitze am Tag oft empfindlich kalt wird.<br \/>\nLaut \u2013 jede Menge Ger\u00e4usche verbinden sich oft zu einem wahren Konzert.<br \/>\nLeise \u2013 irgendwann mitten in der Nacht wird es ganz pl\u00f6tzlich totenstill.<br \/>\nTrocken \u2013 sehr schnell nach dem Regen trocknet es auf.<br \/>\nNass \u2013 nicht nur in der Regenzeit, auch bei einem Gewitter oder durch Tau am Morgen.<br \/>\nWild \u2013 ungez\u00e4hmt, oft brutal, unberechenbar, \u00fcberraschend.<br \/>\nMild \u2013 seit Jahrmillionen unver\u00e4ndert und somit in gewisser Weise geordnet.<br \/>\nLang \u2013 sie dauert fast zw\u00f6lf Stunden.<br \/>\nKurz \u2013 durch die viele Aktivit\u00e4t vergeht sie schnell.<br \/>\nBe\u00e4ngstigend \u2013 wenn man daran denkt, was sich da alles abspielt.<br \/>\nBeruhigend \u2013 sie kann einlullen, durch Ger\u00e4usche und Ger\u00fcche auch friedlich stimmen.<br \/>\nHell \u2013 wenn der Mond scheint, kann man ein Buch lesen.<br \/>\nDunkel \u2013 durch die fehlende Lichtverschmutzung ist es vor allem bei Bew\u00f6lkung oft stockfinster.<\/p>\n<p>Die afrikanischen N\u00e4chte sind archaisch im Sinne von urspr\u00fcnglich, sie zeigen uns den Ursprung der Menschheit fast besser als die Tage. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Morgen ist mein Schlafsack nass, allerdings nicht vom n\u00e4chtlichen Gewitter, sondern vom Tau, der an der Innenseite der Au\u00dfenh\u00fclle jede Menge Kondenswasser bildet. 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