{"id":1861,"date":"2015-05-15T22:13:31","date_gmt":"2015-05-15T21:13:31","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1861"},"modified":"2015-05-15T22:13:31","modified_gmt":"2015-05-15T21:13:31","slug":"kenia-von-nord-nach-sued-tag-16-hotel-und-strand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/kenia-von-nord-nach-sued-tag-16-hotel-und-strand\/","title":{"rendered":"Kenia von Nord nach S\u00fcd &#8211; Tag 16: Hotel und Strand"},"content":{"rendered":"<p>Thomy \u00fcberredet mich zu einem fr\u00fchmorgendlichen Strandlauf, der mir durchaus gut tut. Neben dem Hotel ist ein Felsvorsprung und dahinter beginnt ein weiterer Strandabschnitt, schnurgerade und nicht nur f\u00fcr Hotels. Einige Jugendliche spielen Fu\u00dfball, wir sind aber die einzigen L\u00e4ufer.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.03.08_Kenia\/strand2.jpg\" title=\"strand2.jpg\" alt=\"strand2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 105: Strand<\/p>\n<p>Zu dieser Zeit ist die Sonne noch nicht so hei\u00df und wir laufen den ganzen Strand zwei Mal auf und ab. Das dauert ca. eine halbe Stunde und danach haben wir uns ein Bad im indischen Ozean verdient.<br \/>\nAm Strand gibt es ein gewisses Angebot an Aktivit\u00e4ten. Kamelreiten geh\u00f6rt etwa dazu.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.03.08_Kenia\/kamelreiten.jpg\" title=\"kamelreiten.jpg\" alt=\"kamelreiten.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 106: Kamelreiten<\/p>\n<p>Das anschlie\u00dfende Fr\u00fchst\u00fcck enth\u00e4lt wieder deutsche Elemente, aber es gibt die internationale Mischung aus Bacon &#038; Eggs, Eiomlett, Fr\u00fcchten, Toastbrot, K\u00e4se und Wurst. Das Buffet h\u00e4lt auch M\u00fcsli bereit und Joghurt sowie noch einiges mehr. Die Qualit\u00e4t ist gut, einzig die salzige Butter passt nicht zur Marmelade, gar nicht.<br \/>\nLeider gibt es unter den G\u00e4sten nur wenig Kontakt. Die Ehepaare sitzen zu zweit an einem Tisch, es gibt eine Gruppe (wie wir sp\u00e4ter erfahren lauter Damen einer gemeinn\u00fctzigen Organisation aus Nairobi) und einige kleine Gruppen wie zwei befreundete P\u00e4rchen etc.<br \/>\nIch habe nicht herausfinden k\u00f6nnen, warum sich die Leute nicht zu anderen an einen Tisch setzen, aber da es scheinbar nicht \u00fcblich ist, tun wir es auch nicht.<br \/>\nDa auch Thomy nicht nur am Pool hocken will, beschlie\u00dfen wir einen kleinen Spaziergang in den Ort. Es ist schon ca. 11 Uhr und die Sonne knallt gnadenlos runter. Es ist hier nicht \u00fcblich das Hotel zu verlassen, schon gar nicht zu Fu\u00df. Daher kommen sofort ein paar Tuk-Tuk-Fahrer und bieten an uns zu f\u00fchren. Sie sind sehr erstaunt, dass wir ablehnen und lieber zu Fu\u00df gehen wollen.<br \/>\nDas ist aber gar nicht leicht. Es gibt keinen Schatten und eigentlich auch keinen Gehsteig. Wir befinden uns in einem reinen Touristenort und da braucht man keine Gehsteige, da ohnehin niemand zu Fu\u00df auf der Stra\u00dfe geht. Wir drehen trotzdem eine Runde, aber es ist eher deprimierend. Es gibt keinerlei Infrastruktur, zumindest nicht in dem Teil von Nyali, in dem wir uns befinden. Nur Hotels und Privath\u00e4user bzw- -villen, die alle mit einer hohen Mauer und viel Gitterwerk umgeben sind. Auch auf der Hauptstra\u00dfe ist es alles andere als gem\u00fctlich, es gibt hier auch nichts zu sehen. Wir kehren verschwitzt ins Hotel zur\u00fcck und ich ruhe mich aus. Das soll sich den ganzen Tag nicht mehr \u00e4ndern \u2013 so denke ich. Doch dann kommt ein Anruf von Frank, der mir mitteilt, dass es leider Probleme mit dem Toyota gibt. Der Zoll l\u00e4sst ihn nicht auf\u00b4s Schiff, weil die Best\u00e4tigung f\u00fcr die bezahlte Roadlicence fehlt. Zuerst verstehe ich \u00fcberhaupt nicht, was er meint, doch dann erkl\u00e4rt er es mir und ich erinnere mich dumpf an das Gespr\u00e4ch mit Chris vor zwei Wochen, wo er mir erkl\u00e4rt hat, dass es sein kann, dass sie die Roadlicence verlangen.<br \/>\nDa es eine solche nicht gibt, ist guter Rat teuer. Ich rufe Chris an und der meint, wir werden wohl den Zoll bestechen m\u00fcssen. Dann rufe ich meinen Bruder an und erwische ihn gerade am Sessellift. Er ist etwas ungehalten \u00fcber die St\u00f6rung und wir fangen ein wenig zu streiten an. Er meint, er k\u00f6nne jetzt auch nicht helfen und ich solle mir was einfallen lassen.<\/p>\n<p>Also \u00fcberlege ich wie viel wir dem Zoll anbieten k\u00f6nnen. Mein Gef\u00fchl sagt zwischen 100 und 200 Dollar. Ich rufe Frank an und biete ihm das an. Er stimmt mir zu und ruft mich wenig sp\u00e4ter zur\u00fcck. Es kostet 150 Dollar.<br \/>\nJetzt stellt sich nur die Frage, wie ich ihm das Geld zukommen lassen kann. Er schl\u00e4gt M-pesa vor, doch ich habe keinen Account.<br \/>\nDas muss ich ein wenig erkl\u00e4ren: Da es in Kenia nur wenige Banken gibt und diese vor allem in Nairobi und Mombasa, mussten sich die Menschen hier etwas einfallen lassen, um Geld transferieren zu k\u00f6nnen. So wurde M-Pesa erfunden, das \u201eM\u201c steht f\u00fcr \u201eMobil\u201c und \u201ePesa\u201c hei\u00dft Geld auf Swahili.<br \/>\nDie Kenianer besitzen ein sehr gut ausgebautes Mobilfunknetz und fast jeder hat ein Handy. Es geh\u00f6rt hier zum guten Ton und ist nat\u00fcrlich auch ein Statussymbol, die Leute hier sind noch verr\u00fcckter auf das Zeug als wir in Europa.<br \/>\nAlso hat man die Technik, und darauf baut M-Pesa auf. Man kann Geld einfach von einer M-Pesa-Station zur n\u00e4chsten Schicken und es gibt in Kenia inzwischen ca. 40.000 solche Stationen: im Supermarkt, an der Tankstelle, im Hotel, an einer Bar \u2013 einfach \u00fcberall gibt es sie. Man braucht nur angemeldet sein und kann mittels eines SMS-Codes Geld schicken. Das funktioniert hervorragend und ist scheinbar auch vor gr\u00f6\u00dferen Betr\u00fcgereien gesichert. Es ist weit verbreitet und jeder kennt es. Den Nachteil haben die Banken, die jetzt erst recht niemand mehr braucht, und den Vorteil hat der Mobilnetzanbieter Safaricom.<br \/>\nIch marschiere zur Rezeption und jetzt zeigt sich, dass wir in einem wirklich guten Hotel sind. Die Kassierin meint, dass sie jetzt gleich Feierabend h\u00e4tte und ohnehin ins Dorf hineinfahren w\u00fcrde. Sie k\u00f6nnte \u00fcber ihren M-Pesa-Account das Geld an Frank schicken \u2013 einfach als SMS an sein Handy. Er kann es dann sofort abheben und dem Zoll geben.<br \/>\nAlso gebe ich ihr die Dollar und sie f\u00fchrt die Transaktion durch. Es geht sehr einfach und blitzschnell.<br \/>\nEbenso schnell erhalte ich die SMS von Frank, dass die Transaktion geklappt hat. Bei uns in \u00d6sterreich funktioniert so etwas nicht, n\u00e4mlich nicht anders oder schlechter, sondern gar nicht. Die Kenianer sind uns in diesem Punkt weit voraus.<br \/>\nIch bitte Frank noch, dass er mir Bescheid gibt, wenn der Toyota durch den Zoll ist. Auf diesen Anruf warte ich bis heute und Frank wei\u00df nicht, dass meine Mordpl\u00e4ne auch bis heute aufrecht sind. Die angenehme Entspanntheit ist gewichen, aber ich denke mir, dass ich jetzt sowieso nichts mehr \u00e4ndern kann und dass es zu erwarten war, dass wir irgendwo noch was zahlen m\u00fcssen, das ist in Afrika einfach so.<br \/>\nStunden sp\u00e4ter rufe ich selbst Frank an und erfahre, dass alles geklappt hat. Zufriedenheit stellt sich ein und ich marschiere zum Strand, um mir die dort befindliche Tauchbasis anzusehen. Ein netter Angestellter erkl\u00e4rt mir, wie es hier abl\u00e4uft: Man w\u00fcrde, sofern mehr als 3 Leute angemeldet w\u00e4ren, mit einem Motorboot zu einem Tauchplatz fahren und dort zwei Tauchg\u00e4nge machen, mit einer recht kurzen Oberfl\u00e4chenpause von ca. 45 Minuten. Die L\u00e4nge der Tauchg\u00e4nge w\u00e4re aber auch auf 45 Minuten begrenzt, was mir pers\u00f6nlich einfach zu wenig ist. Ich empfinde das als Abzockerei und da ich sowieso nicht vor hatte hier tauchen zu gehen, st\u00f6rt es mich auch nicht weiter.<br \/>\nSie w\u00fcrden mich sogar ohne Breviet und ohne Logbuch tauchen lassen \u2013 hier merke ich wieder, dass ihnen einfach die Touristen fehlen. Das trifft ein Land wie Kenia schon sehr hart, denn hier ist sehr viel vom Tourismus abh\u00e4ngig.<br \/>\nAm Strand spricht mich eine nette Kenianerin an und fragt, ob ich nicht eine Massage m\u00f6chte. Ich bin etwas unschl\u00fcssig, wobei 12 Euro f\u00fcr eine Stunde Massage ein echt fairer Preis ist.<br \/>\nAls ich z\u00f6gere und meine, dass ich das Geld bei Thomy im Safe h\u00e4tte, schl\u00e4gt sie vor, dass ich jetzt gleich zur Massage mit gehe und ihr das Geld morgen gebe. Wir k\u00f6nnten jetzt gerade noch vor der Flut \u00fcber den Strand gehen und sie w\u00fcrde mich dann sp\u00e4ter \u00fcber die Stra\u00dfe zum Hotel bringen.<br \/>\nIch bin einverstanden und wir marschieren \u00fcber den Strand, der jetzt schon sehr belebt ist. Heute ist Samstag und die Jugend aus Mombasa vergn\u00fcgt sich hier \u2013 man macht ein kleines Picknick, spielt Ball oder vergn\u00fcgt sich im Wasser. Das ist eine Szenerie, die mir komplett neu ist. Bisher kannte ich Str\u00e4nde nur mit Wei\u00dfen, allerdings war ich schon seit zwanzig Jahren in Kenia nicht mehr hier im S\u00fcden am Strand und wei\u00df au\u00dferdem nicht, ob sich das in Diani Beach auch so ge\u00e4ndert hat.<br \/>\nEs ist eine Art neue Mittelschicht entstanden und diese pflegt auch die Gewohnheiten der europ\u00e4ischen Mittelschicht. Dazu geh\u00f6rt ein Strandausflug am Wochenende. <\/p>\n<p>Die Massage ist angenehm, wenn auch nichts Besonderes. Ich erfahre von der Masseuse ihre Lebensgeschichte (mehrere Kinder, den Mann hat sie rausgeschmissen, nachdem er mit der Putze was angefangen hat etc.) und marschiere dann wieder den inzwischen gut gef\u00fcllten Strand zur\u00fcck zum Hotel. Die Flut ist inzwischen recht hoch und ich \u00fcberlege, ob ich die heikle Stelle am Felsvorsprung riskieren kann, vor allem, weil ich das Handy in der Hand halte.<br \/>\nIch riskiere es und es geht gut. Ich bin um die Erfahrung reicher, wie sich ein Europ\u00e4er an einem Strand mit lauter Afrikanern f\u00fchlt. Irgendwie seltsam.<br \/>\nIch treffe wenig sp\u00e4ter noch die Masseuse und gebe ihr das Geld, danach ist noch ein wenig Entspannung bis zum Abendessen angesagt, das sich vom Vortag nicht wesentlich unterscheidet.<br \/>\nDas Entertainment ist auch nicht sehr aufregend, diesmal interessieren sich noch weniger G\u00e4ste f\u00fcr das, was sich da in der Mitte abspielt. Wir trinken den bew\u00e4hrten Gin Tonic und posten Fotos auf Facebook.<br \/>\nDann neigt sich auch dieser Tag dem Ende zu und wir gehen ein letztes Mal in Kenia schlafen, hoffentlich nicht f\u00fcr lange Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomy \u00fcberredet mich zu einem fr\u00fchmorgendlichen Strandlauf, der mir durchaus gut tut. Neben dem Hotel ist ein Felsvorsprung und dahinter beginnt ein weiterer Strandabschnitt, schnurgerade und nicht nur f\u00fcr Hotels. 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