{"id":193,"date":"2009-07-29T13:29:59","date_gmt":"2009-07-29T12:29:59","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=193"},"modified":"2009-07-29T13:29:59","modified_gmt":"2009-07-29T12:29:59","slug":"sustainable-world-congress-eine-ruckschau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/sustainable-world-congress-eine-ruckschau\/","title":{"rendered":"Sustainable World Congress &#8211; Eine R\u00fcckschau"},"content":{"rendered":"<p>Letzte Woche Donnerstag und Freitag fand in Schloss Grafenegg bei Krems der Kongress statt, der vom Betreiber des &#8222;Save the world-Award&#8220; Georg Kindel ins Leben gerufen und von Debbie Grumberg hervorragend organisiert wurde.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn gab es eine Ansprache des Landeshauptmanns Erwin Pr\u00f6ll und es war wieder sehr erstaunlich, wie pointiert, staatstragend und ausdrucksvoll er sprach &#8211; ohne auch nur das Geringste zu sagen. Das war Politiker pur, sein Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf tat es ihm wenig sp\u00e4ter nach, auch hier keine Festlegungen, kein Funke an Selbstkritik oder \u00c4hnliches.<br \/>\nIch erlaube mir hier generell f\u00fcr Reden anzumerken: Sie gefallen mir nicht, wenn sie 1.) zu tragend-pathetisch sind, 2.) zu allgemein und 3.) ohne jegliche Selbstkritik. <\/p>\n<p>Ganz anders der Einstieg der Nobelpreistr\u00e4gerin Betty Williams, die ebenfalls einen der Startvortr\u00e4ge hielt und gleich zu Beginn alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufforderte, aufzustehen und den jeweiligen Nachbarn zu umarmen (ein herrliches Bild, wie sie Erwin Pr\u00f6ll innig umarmte, sein leicht gequ\u00e4ltes L\u00e4cheln&#8230;) &#8211; gefolgt von ihrem Res\u00fcm\u00e9: &#8222;Arms are for hugging, not for killing!&#8220;<\/p>\n<p>Der Vortrag von Prof. Kromp-Kolb, einer Klimaforscherin, war sehr interessant, hier ihre zentrale Aussage, die uns alle ein wenig aufr\u00fctteln sollte: &#8222;Ein \u00dcberleben der Menschheit k\u00f6nnen wir uns im Zuge des notwendigen Wirtschaftswachstums nicht leisten!&#8220;<\/p>\n<p> Der Schweizer Biologe Wulf berichtete, dass das Aussterben der Arten 100 bis 1000 Mal schneller vor sich geht als noch vor der Zeit der Menschen. Von 30.000 Reissorten w\u00fcrden heute nur 10 weltweit angebaut &#8211; er meint, die zu starke Reduktion der Artenvielfalt aus Gr\u00fcnden des Profits w\u00fcrde uns in Zukunft ernsthafte Probleme bringen, weil nur die Vielfalt eine (von der Natur clever ausgedachte) M\u00f6glichkeit der Krisenpr\u00e4vention darstellt. <\/p>\n<p>Dr. Jan Sendzimir, Wissenschafter, berichtete, dass &#8222;virtual water&#8220; in Zukunft eine wesentlich gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen werde als bisher &#8211; damit ist jenes Wasser gemeint, das tats\u00e4chlich zur Herstellung von Ge- und Verbrauchsg\u00fctern notwendig ist.<br \/>\nEin Beispiel: Die Erzeugung eines Hamburgers verbraucht 2.500 Liter, ein T-Shirt 2.000 und ein halber Liter Milch 250 Liter Wasser.<br \/>\n\u00c4u\u00dferst interessant seine Ausf\u00fchrungen bez\u00fcglich der Re-Kultivierung des Afrikanischen Landes Niger, das direkt an der Sahel-Zone liegt. Dort erholt sich die Natur in erstaunlichem Ausma\u00df, da man alte Kultivierungs- und Bew\u00e4sserungsmethoden aus der Zeit vor der franz\u00f6sischen Kolonisation wieder aktivieren konnte &#8211; mit enormem Erfolg. B\u00e4ume wachsen in gro\u00dfer Zahl, der Anbau von Gem\u00fcse und Getreide ist wieder m\u00f6glich sowie Viehzucht &#8211; und das alles in einer Gegend, die zunehmend zur W\u00fcste werden sollte&#8230;<\/p>\n<p>Robert Slameczka, Vorstandsmitglied von respACT, zeigte uns ein Bild von Schachspielern, gr\u00fcbelnd \u00fcber ihre Bretter gebeugt, scheinbar nachdenkend. Slameczka: &#8222;Das Bild tr\u00fcgt. Kein Schachspieler denkt jemals nach. Die denken alle VOR.&#8220; Sein Appell: Nicht nachdenken, mehr vordenken, und dazwischen ein wenig Umdenken!<\/p>\n<p>Nach einem spannenden Vortrag von Vandana Shiva, der Tr\u00e4gerin des Alternativen NObelpreises, bei dem sie berichtete, wie sie den Agrarmulti Monsanto in die Knie zwingen konnte, kam als H\u00f6hepunkt des ersten Tages der tolle Vortrag von Michael Braungart, seines Zeichens Erfinder des Cradle-to-Cradle Systems.<br \/>\nEr zauberte uns pointiert eine tats\u00e4chlich neue Sichtweise auf die Frage der Nachhaltigkeit: &#8222;Ich halte nichts von Nachhaltigkeit &#8211; wenn mich jemals wer fragt, wie die Beziehung zu meiner Frau ist, und ich antworte: nachhaltig! &#8211; dann lasse ich mich scheiden!&#8220;<br \/>\nBraungart entwirft eine spannende Weltsicht &#8211; nicht nur aus seiner Sicht als Chemiker, sondern durchaus gesamt\u00f6konomisch und gesamt\u00f6kologisch gesehen: Aus Abfall werden Rohstoffe, direkt angelehnt an das Vorbild Natur, wo es Abfall in dem Sinn gar nicht gibt. Holland hat diesen Ansatz bereits ins Regierungsprogramm geschrieben und auch in \u00d6sterreich gibt es eine Anzahl von Betrieben, die modern genug sind und weit genug in die Zukunft zu denken bereit sind, um diese Idee in ihr Denken und Handeln einzubeziehen.<br \/>\nSein Res\u00fcm\u00e9: Ich will einen M\u00d6GLICHST GRO\u00dfEN \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck hinterlassen &#8211; aber einen N\u00dcTZLICHEN! <\/p>\n<p>Dazu noch abschlie\u00dfend ein Buchtipp: Braungart Michael &#8211;  &#8222;Einfach intelligent produzieren: Cradle to cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen k\u00f6nnen. Gebrauchsanweisungen f\u00fcr das 21. Jahrhundert&#8220;<br \/>\nMein Kommentar dazu: Dort liegen die Investitionsm\u00f6glichkeiten der n\u00e4chsten Jahre und Jahrzehnte! <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche Donnerstag und Freitag fand in Schloss Grafenegg bei Krems der Kongress statt, der vom Betreiber des &#8222;Save the world-Award&#8220; Georg Kindel ins Leben gerufen und von Debbie Grumberg hervorragend organisiert wurde. 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