{"id":1947,"date":"2015-10-14T00:28:42","date_gmt":"2015-10-13T23:28:42","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=1947"},"modified":"2017-12-25T23:00:38","modified_gmt":"2017-12-25T22:00:38","slug":"der-waehringer-wahlkrimi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/der-waehringer-wahlkrimi\/","title":{"rendered":"Der W\u00e4hringer Wahlkrimi"},"content":{"rendered":"<p>Als letztes Jahr im Herbst die ersten Vor\u00fcberlegungen zur nahenden und doch noch so fernen Wien-Wahl auftauchten, meinten Silvia und Marcel, dass wir diesmal die Stimmenmehrheit in W\u00e4hring schaffen k\u00f6nnten. Dieser Gedanke war elektrisierend, wagemutig, hoffnungsvoll und irgendwie geil.<br \/>\nEs wurde aber auch schnell klar, dass wir dazu einen wirklich guten Wahlkampf f\u00fchren m\u00fcssen und dass das sehr viel Arbeit bedeutet. Und nat\u00fcrlich ist es mit dem Risiko verbunden, dass wir es eventuell nicht schaffen. Dann w\u00e4re der gesamte Aufwand mit einem Schlag umsonst, denn f\u00fcr den zweiten Platz gibt es nichts, rein gar nichts &#8211; au\u00dfer einen Bezirksvorsteher-Stellvertreter, na ja &#8211; okay, aber nichts, gar nichts im Vergleich zur m\u00e4chtigen Bezirksvorstehung.<\/p>\n<p>Es war in den internen Diskussionen auch schnell klar, dass der aktuelle Bezirksvorsteher, Karl Homole, wohl nicht leicht zu besiegen ist. Seit fast 25 Jahren im Amt, ein alter Fuchs, durchaus mit allen Wassern gewaschen und laut Silvia ein guter Wahlk\u00e4mpfer.<br \/>\nAlles in allem eine echte Herausforderung, die wir nur mit viel Arbeit, noch mehr pers\u00f6nlichem Engagement und einem Quentchen Gl\u00fcck w\u00fcrden bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir beschlossen sie anzunehmen und machten uns sofort an die Arbeit. Viele Monate intensiver Vorbereitung folgten und im Fr\u00fchjahr begann dann der Wahlkampf &#8211; zuerst etwas z\u00e4h, dann mit einer Sommerpause, in der wir zwar einige &#8222;Standln&#8220; und ein paar kleinere Aktionen setzten, mehr aber auch nicht.<br \/>\nWas aber auch kam war die syrische Fl\u00fcchtlingskrise mitsamt den bekannten Auswirkungen auf ganz Wien. Die Landesorganisation der Gr\u00fcnen fand darauf keine Antwort und wir wussten, dass dies unsere Chancen nicht gerade verbesserte.<\/p>\n<p>September und die wenigen Tage bis zum 10. Oktober waren mit unz\u00e4hligen Aktionen gepflastert, durchgef\u00fchrt von einer wirklich guten, ausreichend gro\u00dfen und schlagkr\u00e4ftigen und sehr motivierten Truppe. Wir k\u00e4mpften bis zum fr\u00fchen Nachmittag am Samstag, um dann mit flauem Gef\u00fchl in den Wahlsonntag zu starten.<br \/>\nUnd jetzt steigen wir hier live in den spannendsten Krimi ein, den ich je live erleben durfte.<\/p>\n<p>Es ist Sonntag 16 Uhr und ich steige unter die Dusche, um rechtzeitig um 16:40 in meinem Wahllokal zu sein. Dort werde ich nicht nur w\u00e4hlen, sondern auch Wahlzeuge sein. Ich habe einen Eintrittsschein, der mich dazu berechtigt als Zeuge bei der Wahl und der anschlie\u00dfenden Ausz\u00e4hlung in einem (\u00fcbrigens auch meinem) Sprengel anwesend zu sein. Sonstige Rechte oder Pflichten habe ich nicht.<br \/>\nAlso f\u00fclle ich meine Stimmzettel aus und melde mich dann bei der Leiterin der Wahlkommission. Diese hat mich nicht mehr erwartet und bereits als &#8222;nicht erschienen&#8220; vermerkt. Sie ist aber sehr nett und macht das r\u00fcckg\u00e4ngig, worauf ich auf einem Sessel Platz nehme und die letzten W\u00e4hler beobachte, die kurz vor Wahlschluss noch schnell ihre Stimme abgeben. Die Wahlbeteiligung, so erfahre ich, w\u00e4re diesmal ausgesprochen hoch und man erwarte etwa 500 Stimmen, die auszuz\u00e4hlen w\u00e4ren.<br \/>\nOb die Wahlzeugen zum Ausz\u00e4hlen eingeladen werden, liegt an der jeweiligen Leitung der Wahlkommission. Ich biete meine Dienste an (irgendwie w\u00e4re nur zuschauen fad und auch sinnlos) und schon geht es los: Urne \u00f6ffnen, Kuverts schlichten, dann \u00f6ffnen und mit dem Ausz\u00e4hlen beginnen. Die anderen 6 Leute sind allesamt nett und freundlich und es rennt sogar ein guter Schm\u00e4h, zu dem ich ein wenig beitragen kann.<br \/>\nAls die Gemeindestimmen ausgez\u00e4hlt werden, wird sehr schnell deutlich, dass die SP\u00d6 extrem vorne liegt. Ein erstes, ganz zart ungutes Gef\u00fchl stellt sich ein, aber es handelt sich um die Gemeinderatswahl und dass die an die SP\u00d6 gehen w\u00fcrde, war klar. Das Scheinduell mit der FP\u00d6 war ein ebensolches, nicht nur hier in W\u00e4hring.<\/p>\n<p>Wir arbeiten gut und flott und dann sind wir schon bei der Bezirksvertretungswahl. Jetzt wird es spannend, und zwar richtig. Die Stapel wachsen, die FP\u00d6 f\u00e4llt immer weiter zur\u00fcck, auch die \u00d6VP schw\u00e4chelt ein wenig, aber SP\u00d6 und Gr\u00fcne wachsen best\u00e4ndig. Dann werden die Stapel ausgez\u00e4hlt. Gr\u00fcn, rot, gr\u00fcn, rot &#8211; beide Stapel erscheinen &#8211; in Zehnerbl\u00f6cke sortiert &#8211; gleich hoch. Die Ausz\u00e4hlung ergibt eine Abweichung zur Liste, also muss noch einmal nachgez\u00e4hlt werden. Die Spannung bei mir steigt, ich z\u00e4hle vorsichtshalber die SP\u00d6 aus und nicht die Gr\u00fcnen, um jeden Unregelm\u00e4\u00dfigkeitsverdacht auszur\u00e4umen (den es eh nicht gibt, man vertraut sich hier, was sehr angenehm ist und nicht in allen Wahlkommissionen so abl\u00e4uft).<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist das Ergebnis da und ich notiere es auf einem kleinen Kartonst\u00fcck:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/karton.jpg\" title=\"karton.jpg\" alt=\"karton.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Stimmengleichheit mit der SP\u00d6. Na prack. Und das in einem Sprengel, der bei der letzten BV-Wahl 2010 gr\u00fcn war &#8211; ich wei\u00df zwar nicht wie viel, aber gr\u00fcn. Und jetzt das.<br \/>\nIch greife zum Telefon und rufe Silvia an, denn wir haben vereinbart, dass alle Wahlzeugen ihre Sprengel-Endergebisse abliefern, damit wir eine erste Einsch\u00e4tzung bekommen.<br \/>\nAndreas ist am Telefon und meint, auch in den anderen Sprengeln sei die SP\u00d6 sehr stark, eigentlich sogar ziemlich vorne. Ich bekomme wackelige Knie und kann es nur schwer fassen. Die Roten waren im Wahlkampf nahezu nicht pr\u00e4sent und im Bezirk die letzten f\u00fcnf Jahre auch nicht wirklich. Ich hatte schon im oben erw\u00e4hnten Herbst bei den ersten Vorgespr\u00e4chen meine Sorge ge\u00e4u\u00dfert, dass die Roten die lachenden Dritten sein k\u00f6nnten. Dem wurde heftig widersprochen: das w\u00fcrde nicht passieren, sie w\u00e4ren so schwach, dass da keine Gefahr vorhanden w\u00e4re.<br \/>\nDoch jetzt ist alles anders, der Spin der SP\u00d6, die Gewissheit, dass wir Stimmen an die Roten verlieren w\u00fcrden, und m\u00f6glicherweise nicht zu knapp.<br \/>\nIch wanke nach Hause und beschlie\u00dfe, gleich zur Wahlparty der Gr\u00fcnen in den Volksgarten zu fahren. Fahrrad oder Roller? Ich entscheide mich f\u00fcr den Roller, ich bin einfach zu m\u00fcde zum Radfahren und irgendwie auch zu bequem. <\/p>\n<p>Im Volksgarten erwartet mich eine seltsame Stimmung, laute Musik und ich bin so ziemlich der Einzige mit einer gr\u00fcnen Jacke. Alle anderen in &#8222;zivil&#8220; und ich beginne zu ahnen, dass das nicht mein Abend wird &#8211; nicht hier, nicht heute.<br \/>\nAndreas und noch ein paar andere aus W\u00e4hring erscheinen, \u00fcberall lange Gesichter. Wir wissen zwar noch nicht wirklich was konkretes, aber es d\u00fcrfte die SP\u00d6 vorne liegen. Ich erkundige mich nach der Einsch\u00e4tzung von Silvia und h\u00f6re, dass sie noch vorsichtig optimistisch ist. Das beruhigt mich aber nicht und auch die Tatsache, dass das kleine Bier hier um 4,80- Euro ausgeteilt wird und es auch nur ein teures Buffet gibt, bessert meine Laune nicht gerade. Hier treffen sich heute all die K\u00e4mpferinnen und K\u00e4mpfer aus 23 Bezirken, die wochen- oder sogar monatelang unbezahlt geschuftet haben, und dann gibt es nicht einmal ein paar W\u00fcrstl oder einen Willkommensdrink.<br \/>\nDie ersten Hochrechnungen sind schon da und ich bin mit dem Ergebnis der Gr\u00fcnen auf Gemeindeebene gar nicht unzufrieden &#8211; interne Prognosen hatten etwas von &#8222;Abfallen bis 10%&#8220; geraunt, nun w\u00fcrde es ungef\u00e4hr ein Prozent Verlust geben. Das halte ich f\u00fcr okay, den Umst\u00e4nden folgend sogar f\u00fcr sehr okay.<br \/>\nHier ist \u00fcbrigens das Gemeinde-Endergebnis (Quelle alle Statistiken: wien.gv.at)<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/krimi01.jpg\" title=\"krimi01.jpg\" alt=\"krimi01.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Aber eigentlich interessiert es mich nicht sehr, denn meine Sorge gilt W\u00e4hring. Dann treffen Alexander aus der Josefstadt und Barbara aus Wieden ein. Sie wissen schon, dass sie im Bezirk verloren haben. Beide waren auf Bezirksebene unsere st\u00e4rksten Hoffnungsbezirke und es war irgendwie klar, dass sie die Bezirksvorstehung holen. Und jetzt ist es aus und vorbei. F\u00fcr beide. Mir tut das sehr leid, denn ich mag sie und habe sehr gehofft, dass sie es schaffen.<br \/>\nAuch die anderen Hoffnungsbezirke w\u00fcrden es wohl nicht schaffen: Mariahilf und Alsergrund liegen hinten, von der Inneren Stadt ganz zu schweigen. <\/p>\n<p>Meine Stimmung sinkt rapide und mich \u00e4rgert die laute Diskomusik und dass ein Haufen junger Gr\u00fcner auf der B\u00fchne stehen und eine halbe Stunde lang auf das Eintreffen der Chefin warten. Sie stehen da im Scheinwerferlicht und langweilen sich. Ich rede noch mit ein paar Freunden, aber die Stimmung wird nicht besser. Ich hasse den Volksgarten seit drei\u00dfig Jahren und jedes Mal, wenn ich herkomme, steigert sich das noch.<br \/>\nIch jammere noch ein paar arme Opfer mit meinem Frust \u00fcber den scheinbaren Gewinn der SP\u00d6 in W\u00e4hring an und beschlie\u00dfe dann nach Hause zu fahren. Marcel fragt, ob ich nicht wenigstens die erste Bezirkshochrechnung abwarten m\u00f6chte, aber ich habe dazu eigentlich keine Lust mehr. Alles rund um mich herum ist irgendwie unfreundlich und ich will auch mit meiner Stimmung nicht \u00fcber Geb\u00fchr abf\u00e4rben.<br \/>\nAlso steige ich auf den Roller und bekomme am Ring eine SMS von Marcel. Ich habe keine Lust sie anzusehen und beschlie\u00dfe eine satte Konderdependenzhandlung zu setzen und mir ein paar fette, garantiert ungr\u00fcne Burger beim Schachtelwirt zu holen. <\/p>\n<p>Daheim entdecke ich, mehr oder weniger genussvoll meine Burger und Fritten lutschend, das erste Bezirksergebnis von W\u00e4hring. Und auf einmal sieht die Sache ganz, ganz anders aus. W\u00e4hring ist gr\u00fcn, die SP\u00d6 ziemlich geschlagen und auch die \u00d6VP schon merkbar hinter uns. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/krimi02.jpg\" title=\"krimi02.jpg\" alt=\"krimi02.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Das ist \u00fcberraschend, das ist komplett jenseits von dem, was ich bef\u00fcrchtet hatte, und es ist jenseits all der Infos, die ich bis dahin hatte.<br \/>\nHoffnung keimt auf &#8211; das k\u00f6nnten wir doch noch schaffen!<br \/>\nSoll ich noch einmal in den Volksgarten fahren? Nein, das ist heute dort nicht meine Party, warum auch immer. Ich beschlie\u00dfe hier zu bleiben und im Internet die weitere Entwicklung zu beobachten. Noch sind erst 14 von 41 Sprengel ausgez\u00e4hlt, und da die Ergebnisse wahlsprengelweise eintrudeln, ist hier noch \u00fcberhaupt nichts entschieden, auch wenn meine Hoffnung st\u00e4ndig w\u00e4chst.<br \/>\nAuf Facebook treffen die ersten Gratulationen ein, die ich nur mit &#8222;zu fr\u00fch&#8220; beantworte. <\/p>\n<p>Und dann kippt es auf einmal. Mit jeder neuen Grafik w\u00e4chst der Balken der \u00d6VP, sie zieht unaufhaltsam an uns vorbei. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/krimi03.jpg\" title=\"krimi03.jpg\" alt=\"krimi03.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Ich bin geschockt und frage mich, was da los ist. Ein SMS an Marcel soll helfen. Der schreibt zur\u00fcck &#8222;Geduld&#8220; &#8211; aber ich habe keine Geduld. Wof\u00fcr soll ich Geduld haben? Ich bin ungeduldig, wenn es um solche Dinge geht.<br \/>\nDer Abstand beginnt wieder zu schmelzen, aber er bleibt auf einem Niveau, das in mir keine guten und schon gar keine hoffnungsfrohen Gef\u00fchle ausl\u00f6st. Warum kann das nicht noch einmal drehen, das hat doch vorher zu unseren Ungunsten auch funktioniert?<\/p>\n<p>Irgendwann so gegen ein Uhr nachts beschlie\u00dfe ich schlafen zu gehen. Ich bin m\u00fcde und heute w\u00fcrde sich nichts mehr ver\u00e4ndern. Die Wahlkarten w\u00fcrden das Rennen morgen entscheiden. Gute Nacht!<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Morgen. Ich hab nicht gut geschlafen. Als ich den Computer aufdrehe, pl\u00f6tzlich die \u00dcberraschung: Wir sind vorne! <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/krimi04.jpg\" title=\"krimi04.jpg\" alt=\"krimi04.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Ich habe keinen blassen Tau, wie das funktionieren konnte. Als ich schlafen ging, waren 40 von 41 Sprengel ausgez\u00e4hlt. Die Frage, warum das \u00fcberhaupt so unglaublich lange gedauert hat, wurde mir erst viel sp\u00e4ter beantwortet (spannend, vor allem weil wir selbst mit der Bezirksstimmenausz\u00e4hlung um 19 Uhr fertig waren): Es h\u00e4ngt vom jeweiligen Leiter der Wahlkommission ab. Manche sind locker, andere pingelig. In diesem Fall hatte ich eine sehr lockere Dame, Robert hatte in der gro\u00dfen Wahlkommission einen schwer \u00fcberforderten Pedanten und daher mussten sie manche Arbeitsschritte mehrfach tun, sinnloserweise.<br \/>\nNun keimt wieder Hoffnung auf. Das k\u00f6nnen wir schaffen. Allerdings fehlen noch die Wahlkartenstimmen und da hat uns die \u00d6VP das Ergebnis bei der Nationalratswahl noch umgedreht &#8211; so um ca. 90 Stimmen. Das ist nichts, das ist gar nichts f\u00fcr einen Bezirk mit \u00fcber 30.000 EinwohnerInnen, und genau deswegen tut es umso mehr weh.<br \/>\nJetzt hei\u00dft es warten und zwar ziemlich lange. Robert hat gemeint, die Ausz\u00e4hlung w\u00fcrde um 12 Uhr beginnen und so ca. 2,5 bis 3 Stunden dauern. Allerdings hat er das vorgestern gesagt und da wusste er noch nix vom Wahlkommissionsleiter.<br \/>\nIch hasse warten. Deswegen suche ich mir sinnvolle und weniger sinnvolle Besch\u00e4ftigungen: Ein wenig Vespazangeln, Geschirrwaschen oder B\u00fcgeln. So vergeht die Zeit und Robert schickt irgendwann die Nachricht, dass sie jetzt mit der Ausz\u00e4hlung beginnen.<br \/>\nDie Spannung steigt. Ich sage mir mehrfach, dass ohnehin alles schon gelaufen ist, denn das Ergebnis steht ja seit gestern 17 Uhr fest. Wir wissen es halt noch nicht, aber es gibt genau genommen \u00fcberhaupt keinen Grund zur Nervosit\u00e4t. Das ist logisch und leuchtet mir ein.<br \/>\nLeider z\u00e4hlt Logik f\u00fcr den Bauch, wo die Emotionen entstehen und damit auch die Nervosit\u00e4t, genau original \u00fcberhaupt nichts. Rein gar nichts. Daher werde ich immer nerv\u00f6ser, esse ein wenig, habe aber keinen Appetit und beschlie\u00dfe, den Sonnenschein auszun\u00fctzen und einen Spaziergang zu machen. Am besten in den T\u00fcrkenschanzpark, das ist nicht allzu weit und mein Handy nehme ich mit. So kann ich jederzeit die entscheidende SMS oder den entsprechenden Anruf bekommen. <\/p>\n<p>Ich plane den Spaziergang auf ein bis 1,5 Stunden und marschiere los. Mit flottem Gehen m\u00fcsste sich die immer st\u00e4rker anwachsende Nervosit\u00e4t beseitigen lassen, sie kann quasi meinen schnellen Schritten nicht folgen.<br \/>\nDas funktioniert gar nicht so schlecht. Die Sonne scheint und ich marschiere durch das Cottage bis zum Park. Es ist ein traumhafter Herbsttag, die Luft ist k\u00fchl und klar, die Bl\u00e4tter auf den B\u00e4umen beginnen sich einzuf\u00e4rben, nachdem sie W\u00e4hring den ganzen Sommer \u00fcber gr\u00fcn eingef\u00e4rbt haben. Gr\u00fcn eingef\u00e4rbt &#8211; da ist sie wieder, die Nervosit\u00e4t.<br \/>\nIch erinnere mich, dass ich vor einem Jahr eine schamanische Reise durch den T\u00fcrkenschanzpark gemacht habe und beschlie\u00dfe, das noch einmal zu tun. Man braucht dazu nur ein Eingangstor (gibt es reichlich im Park) und einen Wunsch, den man f\u00fcr sich formuliert.<br \/>\nIch w\u00fcnsche mir, dass Silvia gewinnt. Das ist ein ziemlich fetter Wunsch, aber ich will ihn nicht abschw\u00e4chen. Pl\u00f6tzlich merke ich, dass meine schamanische Reise schon begonnen hat, obwohl ich noch gar nicht durch das Eingangstor gegangen bin. Das ist so, schamanische Reisen haben ein Eigenleben und lassen sich nur bedingt beeinflussen.<br \/>\nDer Park ist sch\u00f6n wie immer und ich lasse mich einfach treiben. Es gibt gef\u00fchlte hundert Abzweigungen, der ganze Park ist ein gestalterisches Meisterwerk mit unglaublicher Vielfalt, f\u00fcr mich der sch\u00f6nste Park in Wien.<br \/>\nBei einer schamanischen Reise ver\u00e4ndert sich die eigene Wahrnehmung. Dinge bekommen pl\u00f6tzlich eine Bedeutung, stechen ins Auge, lassen sich riechen oder \u00e4ndern schlagartig die eigene Stimmung. Ich versuche an den Gesichtern und Typen der Menschen, die mir entgegen kommen, einen Hinweis auf unseren Wahlsieg zu erkennen. Das funktioniert eher schlecht als recht, aber die die Menschen wirken samt und sonders entspannt und freundlich. Ich beschlie\u00dfe, das einfach als gutes Zeichen einzustufen und marschiere weiter.<br \/>\nIch bin noch nie so viele Abzweigungen und Runden gegangen, es f\u00fchlt sich an wie eine Ewigkeit. Die Stimmung \u00e4ndert sich st\u00e4ndig und auch die Wahrnehmungsformen, von sehen \u00fcber h\u00f6ren bis riechen &#8211; alles ist da und mir durch die letzte schamanische Reise vor einem Jahr auch schon bekannt.<\/p>\n<p>Dann komme ich zum gr\u00f6\u00dften Teich im Park und sehe am Springbrunnen einen Regenbogen. Das ist das Zeichen, auf das ich gewartet habe. Vielleicht ist dieser Regenbogen ja \u00f6fter zu sehen, aber f\u00fcr mich ist es das erste Mal. Ich z\u00fccke das Handy und mache sofort ein Foto. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/regenbogen.jpg\" title=\"regenbogen.jpg\" alt=\"regenbogen.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Genau genommen mache ich eher f\u00fcnf oder sechs Fotos, was mein Handy damit quittiert, dass es sich spontan ausschaltet. Ich wei\u00df, dass das am schwachen Akku liegt, der mit drei Jahren seine beste Zeit schon hinter sich hat.<br \/>\nOkay, dann bekomme ich die entscheidende SMS erst daheim, auch egal. Ich lasse mir die wundersch\u00f6ne Reise nicht vermiesen und setze sie noch ein wenig fort. Dann ist die Zeit gekommen um nach Hause zu gehen.<br \/>\nAls ich daheim das Handy wieder an den Strom anstecke, bekomme ich keine Entwarnung, auch sonst keine Nachricht. Das gibt es doch nicht! Die Stimmen m\u00fcssten l\u00e4ngst ausgez\u00e4hlt sein!<br \/>\nIch werde wieder nerv\u00f6s und merke, dass ich noch eine Stunde Zeit habe, bevor ich zu unserer Steuerungs-Sondersitzung muss, bei der wir das Ergebnis und die daraus entstehenden Konsequenzen diskutieren wollen. Das funktioniert \u00fcbrigens nur, wenn es schon ein Ergebnis gibt und das ist noch nicht der Fall.<br \/>\nAlso g\u00f6nne ich mir eine Dusche und denke mir, dass ich ohnehin nichts au\u00dfer warten tun kann.<\/p>\n<p>Dann wird es Zeit in unser Lokal zu gehen &#8211; eine Pizzeria in der Schulgasse. Ich beschlie\u00dfe noch eine ganze Ladung meiner selbstgemachten Marmeladen mitzunehmen, damit ich im Falle eines Sieges ein Geschenk an alle meine KollegInnen habe und im Falle einer Niederlage einen kleinen Trostspender. Mit ca. 25 Gl\u00e4sern im Rucksack mache ich mich auf den Weg, der ja nicht lang ist.<br \/>\nDort befindet sich bereits ein Haufen nervlicher Wracks, also bin ich in guter Gesellschaft. Wir besprechen lustlos die einzelnen Programmpunkte f\u00fcr unser Treffen nach der Wahl und f\u00fcr das heutige BO-Treffen, das hier ab 19 Uhr stattfindet. Sp\u00e4testens dann m\u00fcssen wir ein Endergebnis haben. Wobei &#8211; was hei\u00dft &#8222;m\u00fcssen&#8220; &#8211; wir m\u00fcssen genau genommen gar nichts haben, denn die Ausz\u00e4hlung dauert so lange wie sie eben dauert.<br \/>\nUnd wie lange dauert so eine Ausz\u00e4hlung? Das kann doch nicht wahr sein, es wird langsam 17 Uhr und vor 24 Stunden haben die Wahllokale geschlossen, und zwar alle. Und die Sch&#8230;Wahlkarten, wie viele k\u00f6nnen das sein und wie lange kann das dauern, die einfach zu z\u00e4hlen? Wir pfeifen sowieso auf die unn\u00f6tigen Vorzugsstimmen, es geht jetzt darum, ob wie W\u00e4hring gr\u00fcn machen, ob wir das schaffen, ob die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre elende Oppositionsarbeit bedeuten oder ein gr\u00fcnes W\u00e4hring.<\/p>\n<p>Ich will endlich ein Ergebnis! Dummerweise bleibt das ein frommer Wunsch und Silvia legt ihr Handy vor sich auf den Tisch, um die entscheidende SMS gleich sehen zu k\u00f6nnen. Jede Sekunde z\u00e4hlt. Jede Minute dauert eine Stunde. Irgendwann ruft Robert an und meint, es w\u00e4ren insgesamt ca. 5.500 g\u00fcltige Stimmen, die ausgez\u00e4hlt werden m\u00fcssen.<br \/>\nWir diskutieren, wie viel das ist und wie lange das dauern kann. Unser Ergebnis: schon vor 2-3 Stunden oder l\u00e4nger h\u00e4tte es nach Menschenermessen ein Ergebnis geben sollen.<br \/>\nDummerweise geht es nicht nach Menschenermessen sondern nach dem Ermessen des Wahlkommissionsleiters, und der will nicht. Inzwischen ist es 19 Uhr geworden und die meisten BO-Mitglieder sind schon da, allesamt nerv\u00f6s bis auf die Knochen. Das gemeinsame Leid macht es dummerweise nicht besser, meine Wahlkalauer und mehr oder weniger seichten Schm\u00e4hs nutzen irgendwie nicht viel.<br \/>\nDer Kellner bringt Pizza und Bier, ich nuckle aber an einem kleinen Apfelsaft, weil ich sonst irgendwie noch keinen Appetit auf ein gutes Bierli habe. <\/p>\n<p>Minuten werden zu Stunden, Stunden werden zu Ewigkeiten. Der entscheidende Anruf von Robert kommt nicht. Daf\u00fcr kommen noch mehr nerv\u00f6se BO-Mitglieder, um sich mit uns gemeinsam in einen ordentlichen Thrill hineinzuhypen (ein grauenvolles Wort, aber nicht so grauenvoll wie das Warten).<br \/>\nIch versuche mit kleinen Scherzen die Runde aufzulockern, was teilweise gelingt. Wir fragen uns st\u00e4ndig gegenseitig, warum es wohl so lange dauert. So lang kann das bitte wirklich nicht dauern. Warum ruft Robert nicht an?<\/p>\n<p>Irgendwann, nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit, kommt eine SMS von Robert. Er schreibt, dass die Stimmen der Gr\u00fcnen ausgez\u00e4hlt sind und die der \u00d6VP teilweise. Und es g\u00e4be noch einen Reststo\u00df von gesch\u00e4tzten 650 Stimmen. Silvia und ich schnappen uns je einen Zettel und einen Stift und versuchen auszurechnen, wie es theoretisch ausgehen m\u00fcsste. Wir kommen auf einen Unterschied von ca. 40 Stimmen, die wir noch vorne liegen. Das ist knapp, das ist sogar verdammt knapp. Wenn Robert sich versch\u00e4tzt hat, ist es aus.<br \/>\nJetzt wird das Warten noch einmal unglaublich spannend. Die Minuten vergehen und wir ahnen, dass auch diesmal die Z\u00e4hlung mehrfach durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnte. Hoffentlich nicht, das stehen wir irgendwie nicht mehr durch.<br \/>\nDie Zeit vergeht und auch wieder nicht. Minuten werden zu Stunden, die Luft knistert vor Spannung, der Kellner traut sich schon fast nicht mehr zu uns herein. Die Scherze werden weniger.<\/p>\n<p>Dann kommt der Anruf von Robert. Wir liegen nach fertiger Ausz\u00e4hlung 117 Stimmen vorne. Doch es ist noch nicht zu Ende, denn die EU-Wahlkarten m\u00fcssen noch ausgez\u00e4hlt werden. Wie viele sind das? Angeblich ca. 500. Aber genau wissen wir es auch nicht. Der Vorsprung k\u00f6nnte reichen, aber sicher ist das nicht. Es ist \u00fcberhaupt nicht sicher, aber die Chance lebt, es k\u00f6nnte sich ausgehen. Es muss sich ausgehen. Es darf jetzt nicht mehr schief gehen. Bitte nicht!<br \/>\nWir diskutieren kurz dar\u00fcber, wie es denn jetzt den Leuten von der \u00d6VP geht. Die sitzen sicher genau so wie wir um einen Tisch herum und warten auf das Ergebnis. Und ihr Verhalten wird genau das Gegenteil von unserem sein, so viel ist sicher.<\/p>\n<p>Jetzt steigt die Spannung einerseits ins Unertr\u00e4gliche, andererseits breitet sich fast eine Art fatalistische Ruhe aus. Etwas von der Spannung ist quasi vor die T\u00fcre gegangen eine rauchen.<br \/>\nWie lange kann die Ausz\u00e4hlung von nebbichen 500 Stimmen dauern? Das mach ich mit einer Hand in 15 Minuten, locker. Und dazwischen ess ich noch was. Dummerweise z\u00e4hle ich aber nicht aus, sondern irgendwelche Schleicher in der Kommission. Ich beginne ihre Langsamkeit zu hassen, ich will endlich ein Ergebnis, mehr als 24 Stunden nach der Wahl, das muss doch m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Wieder kommen Anrufe, jedes Mal schrecken wir hoch, ein lauter Schrei wird im Ansatz erstickt, es ist nur Ute, die schon bei der Landeskonferenz ist. Oder irgendwer, der gratulieren will. Wir beginnen die Anrufer zu hassen. Und jetzt steigt auch wieder die Spannung.<\/p>\n<p>Dann eine kurze SMS. Was Silvia genau sagt, h\u00f6re ich nicht mehr, denn es geht unter in einer wahnwitzigen Kaskade an ca. 25 Jubelschreien, die genau genommen Br\u00fcller sind, verdammt laute Br\u00fcller. Wer in der Nachbarschaft noch nicht wusste, wie die Wahl ausgegangen ist, der wei\u00df es jetzt. Einige fallen sich um den Hals, andere sitzen einfach da und grinsen, einige packen es gar nicht.<br \/>\nIch geh\u00f6re irgendwie zu allen Fraktionen, aber die pure Freude \u00fcberwiegt. Es ist interessanterweise keinerlei Triumph \u00fcber den Sieg gegen einen starken Gegner dabei, sondern nur die reine Freude f\u00fcr Silvia. Sie ist das gr\u00f6\u00dfte Risiko eingegangen, f\u00fcr sie haben wir wochenlang gek\u00e4mpft, eigentlich monatelang. <\/p>\n<p>Dann wird es wieder ruhiger, denn das Ergebnis ist noch nicht offiziell. Leichtes Bangen macht sich breit: haben wir zu fr\u00fch gejubelt? Wir alle wollen jetzt die Best\u00e4tigung, doch Robert schreibt, dass das noch ein wenig dauern wird.<br \/>\nWie fix ist es? Ist es wirklich fix? Robert, sag was!<\/p>\n<p>Er sagt kurz nix, doch dann kommt irgendwie schon die Best\u00e4tigung, dass nichts mehr schief gehen kann. Wir liegen mit 212 Stimmen vorne. Das ist nicht anfechtbar, das ist deutlich genug, da kann sich auch bei 100x ausz\u00e4hlen nichts mehr ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Wenn im TV irgend ein Sportler meint, er k\u00f6nne es noch gar nicht fassen, l\u00e4chle ich immer mitleidig. Jetzt wei\u00df ich selbst, wie das ist, denn ich kann es auch noch nicht fassen. Es sind so Erkenntnisfragmente, die unzusammenh\u00e4ngend im Raum schweben und keine gemeinsame, ganze Gewissheit ergeben.<br \/>\nDas ist aber auch irgendwie egal, denn jetzt ist es Zeit f\u00fcr ein gro\u00dfes, k\u00fchles Bier als Belohnung. Angelika teilt Cupcakes aus, die sie am Nachmittag selbst gebacken hat. Dazu gibt es Schaumwein auf Haus (also eigentlich nicht auf Haus, sondern von der Silvia) und ich teile Marmeladen aus: f\u00fcr jede(n) hier gibt es ein Glas selbst gemachter Marmelade, sozusagen als Vers\u00fc\u00dfung des Ergebnisses. Ich habe ordentlich geschleppt an den schweren Gl\u00e4sern, aber das war es wert.<br \/>\nHier sieht man meine Berechnungen:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/Sekt.jpg\" title=\"Sekt.jpg\" alt=\"Sekt.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist jeder jedem einmal um den Hals gefallen und die Szenerie wird wieder ruhiger. Nach einiger Zeit kommt auch unser ersch\u00f6pfter Held Robert aus der Wahlkommission und wird mit richtig viel Applaus empfangen. Wir sind jetzt unter uns, das wahlk\u00e4mpfende Kernteam, und wir haben uns das Feiern redlich verdient.<br \/>\nAuf den n\u00e4chsten beiden Bildern sieht man Silvia, die eine Gratulations-SMS empf\u00e4ngt sowie einige von uns, entspannt herumfacebookend oder twitternd.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/silvia.jpg\" title=\"silvia.jpg\" alt=\"silvia.jpg\" \/><\/center><br \/>\n<center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/BO.jpg\" title=\"BO.jpg\" alt=\"BO.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>So geht der spannendste Real-Life-Krimi zu Ende, den ich je erlebt habe. <\/p>\n<p>NACHTRAG<\/p>\n<p>Der alte Bezirksvorsteher Karl Homole ist Geschichte und darf seine wohlverdiente Pension mit 74 endlich antreten. Hier ist sein faires Abschiedsstatement (Quelle: Facebook)<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/krimi05.jpg\" title=\"krimi05.jpg\" alt=\"krimi05.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Es gibt zum ersten Mal seit \u00fcber 60 Jahren eine nicht-schwarze Bezirksvorstehung, noch dazu eine Frau und eine Gr\u00fcne. Die Gr\u00fcnen haben mit W\u00e4hring als einzigen Bezirk eine gr\u00fcne Bezirksvorstehung erobert, die schon existierende und verteidigte in Neubau nicht mitgez\u00e4hlt.<br \/>\nHier sieht man, wie die Bezirke aussehen:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/krimi06.jpg\" title=\"krimi06.jpg\" alt=\"krimi06.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Auf der n\u00e4chsten Grafik (alle: wien.gv.at) sieht man das knappe Ergebnis der W\u00e4hringer Bezirkswahl.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/krimi07.jpg\" title=\"krimi07.jpg\" alt=\"krimi07.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Spannend ist noch der Unterschied zur Gemeindewahl in W\u00e4hring. Manche Bezirke &#8211; wie Ottakring &#8211; haben hier ein fast deckungsgleiches Ergebnis zur Bezirkswahl, bei uns ist es sehr verschieden:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2015.10.12_Wahlkrimi\/krimi08.jpg\" title=\"krimi08.jpg\" alt=\"krimi08.jpg\" \/><\/center><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als letztes Jahr im Herbst die ersten Vor\u00fcberlegungen zur nahenden und doch noch so fernen Wien-Wahl auftauchten, meinten Silvia und Marcel, dass wir diesmal die Stimmenmehrheit in W\u00e4hring schaffen k\u00f6nnten. Dieser Gedanke war elektrisierend, wagemutig, hoffnungsvoll und irgendwie geil. Es<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1947","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1947","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1947"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1947\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2401,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1947\/revisions\/2401"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1947"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1947"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1947"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}