{"id":2017,"date":"2016-09-19T10:17:44","date_gmt":"2016-09-19T09:17:44","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2017"},"modified":"2016-09-19T10:17:44","modified_gmt":"2016-09-19T09:17:44","slug":"secret-island","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/secret-island\/","title":{"rendered":"Secret Island"},"content":{"rendered":"<p>Also genau genommen hei\u00dft die Insel ja Zirje, aber irgendwie klingt das sehr unspektakul\u00e4r.<br \/>\nWir befinden uns mitten in Dalmatien und die Insel ist ca. zw\u00f6lf Kilometer lang, hat ein paar kleine Orte und jede Menge Felsbuchten &#8211; so wie hunderte andere Inseln in Kroatien. <\/p>\n<p>Ich bin zum Tauchen da und m\u00f6chte den einzigen Urlaub des Jahres genie\u00dfen, immerhin f\u00fcnf Tage &#8211; wenn auch inklusive Hin- und R\u00fcckfahrt, wobei wir auch gleich am Beginn des Reiseberichts sind.<br \/>\nIch war seit zwei Jahren nicht Tauchen und als mir Werner letzten November die E-Mail schickte, z\u00f6gerte ich nicht lange, vor allem weil der Preis (499,- Euro) ausgesprochen akzeptabel war.<\/p>\n<p>Abfahrt drei Uhr fr\u00fch &#8211; nicht gerade meine Zeit, aber um elf Uhr ist Treffpunkt in der Marina von Tribunj und von dort geht es mit dem Schiff nach Zirje. Die Fahrt nach Bruck an der Mur verl\u00e4uft unspektakul\u00e4r und nachdem ich das Auto abgestellt habe, fahren wir mit drei Autos Richtung Kroatien &#8211; neun SteirerInnen und meine Wenigkeit. Am Zielort werden wir noch drei TirolerInnen treffen, insgesamt dreizehn Personen, davon neun mit Tauchambitionen.<\/p>\n<p>Gelernte \u00d6sterreicher schimpfen gerne \u00fcber Autobahnmaut, aber Slowenien und Kroatien sind auch nicht gerade billig, bieten daf\u00fcr jedoch ebenfalls gute Autobahnen. Vor allem das letzte St\u00fcck, das spektakul\u00e4r die enorme Kante von den Bergen hinunter zum Meer \u00fcberwindet, kann nicht billig gewesen sein.<br \/>\nDas Wetter ist durchwachsen und eher k\u00fchl, \u00e4ndert sich aber sobald wir uns dem Meer n\u00e4hern. Von den Bergen bl\u00e4st die Bora und auf der Autobahn ist eine windbedingte Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 km\/h.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/01.jpg\" title=\"01.jpg\" alt=\"01.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Tribunj<\/p>\n<p>Tribunj liegt zwischen Zadar und Sibenik und ist ein netter kleiner Ort mit einer Marina, in der auch unser Tauchboot liegt. Es ist ein ehemaliges Rettungsboot, das 1945 gebaut wurde, jahrelang am Grund des Meeres lag, dann aber eine zweite Chance bekam. Der alte Perkins-Dieselmotor lag ebenfalls jahrelang unter Wasser, was ihn aber nicht sonderlich beeindruckt hat. Angeblich hat die Maschine 75 PS, tuckert aber trotzdem nur sehr gem\u00e4chlich dahin, die Fahrt von der Marina zur Insel dauert so knapp zwei Stunden.<br \/>\nDamit ist auch klar, dass das Tauchrevier eng begrenzt ist und sich haupts\u00e4chlich rund um unsere Bucht erstrecken wird. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/1.jpg\" title=\"1.jpg\" alt=\"1.jpg\" \/><\/center><\/p>\n<p>Die Tauchbasis wird von Marin und seiner Frau Sanja betrieben. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/38.jpg\" title=\"38.jpg\" alt=\"38.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Marin am Steuerstand des Tauchboots<\/p>\n<p>Er ist ehemaliger Soldat, sie studiert Jus und gemeinsam haben sie zwei Kinder, die jedoch w\u00e4hrend der Arbeitswochen ausgelagert sind. Dazu gibt es noch eine Aushilfe f\u00fcr den Service und eine K\u00f6chin. Die Basis liegt malerisch in einer Bucht, die sehr gerne von Seglern angelaufen wird. In den N\u00e4chten lagen meist zwischen zehn und f\u00fcnfzehn Segelboote an den zahlreichen Bojen. Die Bucht ist nicht billig und jeden Abend f\u00e4hrt der Zahlmeister mit dem Motorboot von Segler zu Segler und kassiert die \u00dcbernachtungsgeb\u00fchren.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/2.jpg\" title=\"2.jpg\" alt=\"2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Tauchanz\u00fcge h\u00e4ngen parat f\u00fcr den n\u00e4chsten Tauchgang<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/5.jpg\" title=\"5.jpg\" alt=\"5.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Bucht mit ein paar Segelschiffen<\/p>\n<p>Diese sind nicht billig, aber die Bucht d\u00fcrfte g\u00fcnstig liegen und so macht die Tauchbasis samt angeschlossenem Restaurant in den Sommermonaten ein gutes Gesch\u00e4ft.<br \/>\nWir sind die vorletzte Tauchergruppe in dem Jahr, nach der letzten wird Ende September die Basis bis zum n\u00e4chsten Fr\u00fchling komplett zugesperrt. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/3.jpg\" title=\"3.jpg\" alt=\"3.jpg\" \/><\/center><br \/>\n<center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/4.jpg\" title=\"4.jpg\" alt=\"4.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBilder: Das Restaurant<\/p>\n<p>Das Essen ist gut und f\u00fcr uns ist die Atmosph\u00e4re sehr famili\u00e4r &#8211; man hilft beim Abr\u00e4umen und diskutiert gemeinsam, was es am n\u00e4chsten Abend Gutes gibt.<br \/>\nDie Zimmer sind okay, leider holt uns hier die s\u00fcdl\u00e4ndische Schlampigkeit ein, mit der wir zwar irgendwie zurecht kommen, die aber manchmal einfach nur nervt. Mitten in der Tauchbasis gibt es einen Schacht, in dem das Wasser steht. Das ist die Brutst\u00e4tte f\u00fcr Gelsen &#8211; vollkommen unn\u00f6tig, auf dieser wasserarmen Insel w\u00e4re es ein Leichtes vollst\u00e4ndig ohne die Plagegeister auszukommen. Ein Netz \u00fcber den Schacht und alles w\u00e4re erledigt. Oder wenigstens Moskitonetze an den Fenstern. Selbst einfache und billige L\u00f6sungen werden einfach nicht umgesetzt, obwohl man mit wenig Aufwand allen k\u00fcnftigen G\u00e4sten ruhige N\u00e4chte erm\u00f6glichen k\u00f6nnte. Da in der Nacht der Generator abgeschaltet wird, gibt es auch keinen Strom f\u00fcr Gelsenstecker.<br \/>\nDas mit dem Strom und dem Wasser ist \u00fcberhaupt so eine Sache. Ersteren gibt es nur in der Fr\u00fch und am Abend und somit ist sonst Pause f\u00fcr alle elektrischen Ger\u00e4te. Die K\u00fcche kocht mit Gas und irgendwie funktioniert das alles eh ganz gut. Auch Wasser hatten wir genug, es wird mit einem Tankschiff auf die Insel gebracht und man bittet uns sparsam zu sein. Die Dusche ist aber okay und der Komfort aus meiner Sicht vollkommen ausreichend.<br \/>\nRegenwasser aufzufangen und zu n\u00fctzen ist ihnen noch nicht eingefallen &#8211; obwohl es durchaus immer wieder regnet. <\/p>\n<p>Weil wir pro Tag nur eine Ausfahrt mit dem Tauchboot machen, sind die Nachmittage frei f\u00fcr Erholung, das eh selten m\u00f6gliche Nichtstun oder einen Spaziergang auf der Insel. Ich n\u00fctze die Gelegenheit jeden Nachmittag und erkunde das zw\u00f6lf Kilometer lange Zirje, auf dem es genau eine Asphaltstra\u00dfe gibt. Sie f\u00fchrt von Nord nach S\u00fcd und ist in sehr gutem Zustand, wohl auch weil sie selten befahren wird. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/9.jpg\" title=\"9.jpg\" alt=\"9.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Asphaltstra\u00dfe<\/p>\n<p>Sie f\u00fchrt \u00fcber H\u00fcgel und durch kleine T\u00e4ler, in denen Oliven und Wein angebaut werden. Es wirkt alles nicht sehr engagiert, die Weinst\u00f6cke sind in schlechtem Zustand und auch die Olivenhaine wirken eher vernachl\u00e4ssigt bzw. es sieht so aus, als ob sie gerade mal f\u00fcr den Eigenbedarf da w\u00e4ren. Es gibt eine Handvoll winziger Ortschaften, die bis auf eine (n\u00e4mlich Zirje selbst) an der K\u00fcste liegen. Die meisten Menschen d\u00fcrften vom Tourismus leben und es gibt eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl an Privath\u00e4usern, die Kroaten geh\u00f6ren, die am Festland leben. Es sind klassische Wochenendh\u00e4user und sie wirken die meiste Zeit unbewohnt und sind es wohl auch.<br \/>\nEine Besonderheit der Insel besteht darin, dass die meisten Autos dort keine Nummerntafeln haben. Sie werden vom Festland auf die Insel gebracht und tun dann noch einige Zeit ihren Dienst. Wenn sie kaputt sind, holt man die n\u00e4chsten alten Kisten vom Festland. Die Wracks bleiben dann irgendwo stehen, so wie viele andere Dinge, die als Zivilisationsm\u00fcll auf der Insel verrotten, weil niemand das Geld bezahlen will um sie ans Festland zu entsorgen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/11.jpg\" title=\"11.jpg\" alt=\"11.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein alter Zastava<\/p>\n<p>Kroatien ist katholisch und so gibt es auch hier da und dort kleine Kirchen und Kapellen. Die meisten alten Geb\u00e4ude sind aus den Steinen gebaut, die man auf der Insel zur Verf\u00fcgung hat. Nur die modernen Ferienh\u00e4user der wohlhabenderen Kroaten sind gro\u00dfteils aus modernen Materialien gebaut (Stahl, Beton).<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/13.jpg\" title=\"13.jpg\" alt=\"13.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: kleine Kirche<\/p>\n<p>Zur Insel kommt man nur mit dem Boot, die Fahrt von Tribunj dauert ca. 100 Minuten. In den Buchten der kleinen D\u00f6rfer liegen die ebenfalls kleinen Boote, eine kleine F\u00e4hre gibt es auch, die nach Sibenik f\u00e4hrt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/15.jpg\" title=\"15.jpg\" alt=\"15.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: kleine Boote in einer Bucht<\/p>\n<p>Die Zeit scheint auf Zirje teilweise stillzustehen und es h\u00e4ngt \u00fcberall ein Echo der Vergangenheit in der Luft. Die alte Lebensform als Fischer und Hirte ist Geschichte und ich habe keine einzige Ziege und auch kein Schaf irgendwo gesehen. Hie und da f\u00e4hrt noch ein alter Fischer mit seinem Boot hinaus, aber auch das ist selten und ich hatte das Gef\u00fchl, dass die Zeit doch \u00fcber Zirje hinweggerauscht ist. Zur\u00fcck bleiben alte Menschen, die ihre letzten Olivenhaine bewirtschaften. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/16.jpg\" title=\"16.jpg\" alt=\"16.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: verrottendes altes Fischerboot<\/p>\n<p>Und dann gibt es da noch die Mauern. Laut unserem Tauchguide Marin sind daran die \u00d6sterreicher Schuld, die vor langer Zeit einen Landkataster erstellt und daf\u00fcr das Land vermessen haben. Danach gab es &#8222;meins&#8220; und &#8222;deins&#8220; und um das darstellen zu k\u00f6nnen, begann man Mauern zu bauen. Am folgenden Bild sieht man diesen Irrsinn, den es nicht nur hier auf dieser Insel gibt:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/24.jpg\" title=\"24.jpg\" alt=\"24.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild aus Google Earth: Mauern<\/p>\n<p>Die Mauern hatten fr\u00fcher einen Sinn, da sie kleine Weidegr\u00fcnde absteckten und den Bauern ihr St\u00fcck Land zuwiesen. Es muss ein ungeheurer Aufwand gewesen sein all diese Mauern zu bauen. Heute wirken sie wie Relikte aus der Vergangenheit und sind es wohl auch. Da sie aus den Steinen der Inseln sind, verrotten sie nicht und werden wohl noch in Jahrhunderten zu sehen sein. Sie sind aber auch das Symbol einer verkehrten Entwicklung, denn das Mauerndenken hat sich tief in die kroatische Seele hineingefressen, wie auch Marin richtig erkannt hat. Der Eigentumsbegriff wird hier pervertiert, was gut an den vielen H\u00e4usern zu erkennen ist, die von den Kroaten hier gebaut werden. Am folgenden Bild sieht man so ein Haus, das irgendwo ganz allein auf einem H\u00fcgel steht. Rundherum sind nur B\u00fcsche und Mauern, aber der Erbauer hat gro\u00dfen Wert auf Z\u00e4une, Gittertore und andere Abgrenzungen gelegt &#8211; und nicht nur er, das machen hier alle:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/25.jpg\" title=\"25.jpg\" alt=\"25.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: eingez\u00e4untes Haus<\/p>\n<p>Auch der Autoabstellplatz wirkt skurril, denn rundherum gibt es jede Menge freien Platz, der \u00fcberhaupt nicht gebraucht wird. Aber vielleicht geh\u00f6rt er ja jemand anderem. Noch skurriler wird es, wenn man die frisch erschlossenen Grundst\u00fccke ansieht. Bevor irgendetwas geschieht, wird zuerst einmal eine gro\u00dfe Mauer rundherum gebaut, wie auf folgendem Bild gut zu erkennen ist:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/26.jpg\" title=\"26.jpg\" alt=\"26.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Mauer<\/p>\n<p>Wer will hier wohnen bzw. leben? Offensichtlich nicht mehr viele, denn die Insel hat weder Wasser noch Strom, der hier ausschlie\u00dflich aus Dieselgeneratoren und ein wenig Solarstrom erzeugt wird. Es fehlt das Geld f\u00fcr eine L\u00f6sung f\u00fcr die ganze Insel und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich das so bald \u00e4ndern wird. So wird jeder f\u00fcr sich weitermachen mit seiner Individuall\u00f6sung und auf der Insel wird sich au\u00dfer wachsenden M\u00fcll- und Schrottbergen wohl nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/18.jpg\" title=\"18.jpg\" alt=\"18.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Hier gibt es Land zu kaufen<\/p>\n<p>Einer meiner Ausfl\u00fcge f\u00fchrte mich auf einen H\u00fcgel, der bis vor einiger Zeit milit\u00e4risch genutzt wurde. Im WK2 waren hier die Deutschen stationiert und einige Kilometer weiter auf der Insel Vis (fr\u00fcher &#8222;Lissa&#8220;) waren die Alliierten. Es gibt eine Bunkeranlage und man sieht noch gut die Befestigungen der Gesch\u00fctze, die es hier aber schon l\u00e4nger nicht mehr gibt. Die gesamte Anlage ist aufgegeben und wird nur noch von Touristen besucht.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/20.jpg\" title=\"20.jpg\" alt=\"20.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ausblicksturm<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/22.jpg\" title=\"22.jpg\" alt=\"22.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Befestigung der Gesch\u00fctze<\/p>\n<p>Der Marsch auf den H\u00fcgel ist aber vor allem wegen des gro\u00dfartigen Ausblicks lohnend. Richtung Norden sieht man die s\u00fcdlichsten Kornateninseln (dort w\u00e4re das Tauchen genial, aber sie sind f\u00fcr unser Boot zu weit weg und wir hatten auch nicht die Spezialgenehmigungen, die man daf\u00fcr braucht).<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/19.jpg\" title=\"19.jpg\" alt=\"19.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Kornaten<\/p>\n<p>Der Blick Richtung S\u00fcdosten zeigt unsere Bucht mit ein paar Segelbooten:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/21.jpg\" title=\"21.jpg\" alt=\"21.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Bucht von Tratinska<\/p>\n<p>Nun zum Tauchen. Ich war vorher noch nie auf oder bei Zirje und kannte die Spots somit nicht. Der Nachteil an den langsamen Tauchbooten besteht darin, dass die Reichweite sehr gering ist &#8211; zu einer kleinen Insel nicht weit weg f\u00e4hrt man gleich einmal eine Stunde oder zwei. Damit ist die Anzahl der betauchbaren Pl\u00e4tze nat\u00fcrlich eingeschr\u00e4nkt und viel mehr als 3-4 Tage zahlen sich auch nicht aus.<br \/>\nWir hatten am Mittwoch einen Checkdive und dann am Do, Fr, Sa jeweils zwei Tauchg\u00e4nge, die beide am Vormittag bzw. zu Mittag erledigt wurden. Am Donnerstag gab es zwei leichte Tauchg\u00e4nge in einer Nachbarbucht, \u00fcber die wenig zu sagen ist, au\u00dfer dass es erstaunlich wenige Fische gibt. Das bin ich von Kroatien doch anders gewohnt, denn das Meer ist immer noch sehr sauber und wird meines Wissens nach auch nicht extrem befischt &#8211; aber vielleicht hat sich das ge\u00e4ndert. So ein kleiner Schwarm wie am folgenden Bild war nur selten zu sehen:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/27.jpg\" title=\"27.jpg\" alt=\"27.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Schwarm an einer Steilwand<\/p>\n<p>Bei einem Tauchgang konnten wir auch eine Amphore entdecken. Es blieb aber unklar, wie alt sie sein kann. Es gibt in Kroatien noch einige antike Amphorenfelder, etwa bei der Insel Vis, wo sie aufgrund des ehemaligen milit\u00e4rischen Sperrgebiets nicht gepl\u00fcndert wurden.<br \/>\nDer mangelnde Bewuchs deutet allerdings darauf hin, dass diese Amphore einen anderen Ursprung hat:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/28.jpg\" title=\"28.jpg\" alt=\"28.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Amphore<\/p>\n<p>Generell waren wir ein wenig entt\u00e4uscht vom nur m\u00e4\u00dfig reichen Unterwasserleben. Einige Highlights gab es dann aber doch, etwa dieser Feuerwurm, der \u00f6fter zu sehen war. Auff\u00e4llig war auch die hohe Anzahl an verschiedenen Seesternen und Seeigeln.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/29.jpg\" title=\"29.jpg\" alt=\"29.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Feuerwurm<\/p>\n<p>DAS Highlight schlechthin ist dort jedoch der Stuka-Bomber (Eine Junkers JU 87) aus dem zweiten Weltkrieg. Er wurde erst im Herbst 2014 bei einem Apnoe-Lehrgang entdeckt und ist daher noch in gutem Zustand. Er ist genauer gesagt in hervorragendem Zustand, denn er liegt flach im Wasser auf ca. 30 Meter Tiefe und d\u00fcrfte seinerzeit angeblich von der jugoslawischen Luftabwehr abgeschossen worden sein und ist dann abgest\u00fcrzt.<br \/>\nWie das genau passiert ist, kann nicht mehr rekonstruiert werden, aber ich sch\u00e4tze, er ist am Wasser aufgekommen, dann hat es den Motor abgerissen &#8211; er liegt einige Meter vom Flugzeug entfernt. Die Piloten konnten wahrscheinlich noch aussteigen, weil die Kabinend\u00e4cher offen sind. Dann ist der Bomber auf den Meeresgrund gesunken und lag dort ca. 75 Jahre.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/30.jpg\" title=\"30.jpg\" alt=\"30.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Stuka-Bomber<\/p>\n<p>Es gibt \u00fcbrigens laut einem Tauchguide nur mehr drei St\u00fcck, eines davon in London, eines in Chicago und eines jetzt eben in Kroatien. Ich sch\u00e4tze, dass davon in ein paar Jahren nicht mehr viel \u00fcbrig sein wird, wenn bestimmte Leute anfangen Teile zu demontieren. Wir wurden auch gebeten, dass wir uns nicht auf den Sitz setzen, denn wenn das jeder macht, ist bald alles kaputt.<br \/>\nAm folgenden Bild sieht man den Motor, ein 12-Zylinder (Jumo 211 mit bis zu 1.500 PS), bei dem aber scheinbar der Zylinderkopf abmontiert oder abgerissen wurde. Es ist trotzdem erstaunlich, wie gut die Teile noch in Schuss sind &#8211; das gilt f\u00fcr das gesamte Flugzeug. Damals zu Beginn des Krieges verwendete man in der deutschen R\u00fcstungsindustrie scheinbar exzellente Materialien. Die Alu-Bleche der Fl\u00fcgel sind nahezu unbesch\u00e4digt und auch die Stahlteile sind nach immerhin 75 Jahren noch enorm gut erhalten.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/31.jpg\" title=\"31.jpg\" alt=\"31.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Motor<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/32.jpg\" title=\"32.jpg\" alt=\"32.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Guido vor der tw. eingedr\u00fcckten Kabine.<\/p>\n<p>Am folgenden Bild sieht man den Sitz des Piloten samt dem Steuerkn\u00fcppel. Sogar diverse Anzeigeinstrumente sind vollst\u00e4ndig erhalten, das ganze Flugzeug ist nur wenig bewachsen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/33.jpg\" title=\"33.jpg\" alt=\"33.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Pilotensitz<\/p>\n<p>Der Sch\u00fctze sa\u00df nach hinten gerichtet und bediente ein Maschinengewehr, das durch die runde \u00d6ffnung ragte. Es d\u00fcrfte abmontiert worden sein.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/34.jpg\" title=\"34.jpg\" alt=\"34.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Heck der Stuka-Kabine<\/p>\n<p>Heute wirft der Bomber keine Bomben mehr ab, sondern dient Fischen als Wohnst\u00e4tte, wie etwa diesem Drachenkopf:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/35.jpg\" title=\"35.jpg\" alt=\"35.jpg\" \/><\/center><br \/>\nFoto: Drachenkopf <\/p>\n<p>Die weiteren Tauchg\u00e4nge blieben auch unspektakul\u00e4r, bei einem alten Leuchtturm waren wir jedoch bei einer sehr interessanten Steilwand, die schon an die Kornaten erinnert: guter Bewuchs, viele kleine H\u00f6hlen mit Sandboden, in denen man hin und wieder Hummer oder Langusten sieht.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/36.jpg\" title=\"36.jpg\" alt=\"36.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Steilwand, tw. mit roten Gorgonien bewachsen.<\/p>\n<p>Am Sonntag in der Fr\u00fch ging es wieder zur\u00fcck nach Wien. Es war ein sch\u00f6ner Urlaub, erholsam, mit gutem Essen und ein paar interessanten Tauchg\u00e4ngen. Mein einziger Urlaub heuer.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/37.jpg\" title=\"37.jpg\" alt=\"37.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: R\u00fcckfahrt nach Tribunj<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2016.09.11_Kroatien\/23.jpg\" title=\"23.jpg\" alt=\"23.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Abendstimmung in Dalmatien<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Also genau genommen hei\u00dft die Insel ja Zirje, aber irgendwie klingt das sehr unspektakul\u00e4r. 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