{"id":2082,"date":"2017-04-14T08:39:37","date_gmt":"2017-04-14T07:39:37","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2082"},"modified":"2017-04-14T08:39:37","modified_gmt":"2017-04-14T07:39:37","slug":"wieder-in-afrika-tag-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wieder-in-afrika-tag-7\/","title":{"rendered":"Wieder in Afrika &#8211; Tag 7"},"content":{"rendered":"<p>In der Nacht gab es ein heftiges Gewitter mit starkem Regen &#8211; drei bis vier Stunden lang. Da wir in einem der gro\u00dfen Zelte im Camp sind, war das nicht st\u00f6rend. Sollte dies der Beginn der Regenzeit sein, so w\u00fcrde unser Besuch in der Maasai Mara buchst\u00e4blich ins Wasser fallen.<br \/>\nDer Morgen ist jedoch sonnig und James meint, dass dies zwar der l\u00e4ngste Regen seit langem war, er jedoch nicht mit gr\u00f6\u00dferen Regenf\u00e4llen in den n\u00e4chsten Tagen rechnet.<br \/>\nTrotzdem besch\u00e4ftigt uns die Frage weiter, denn von unserer Absch\u00e4tzung h\u00e4ngt ab, ob wir auf unserem Zeltplatz in der Mara das gro\u00dfe Hauszelt aufstellen. Wir beschlie\u00dfen das am Abend spontan zu entscheiden.<\/p>\n<p>Heute haben wir viel Zeit, denn zum Parkeingang sind es nur zehn Minuten Fahrt und wir wollen erst gegen 10:30 dort sein, damit wir am Abreisetag uns nicht hetzen m\u00fcssen. Der Parkeintritt ist teuer und wenn wir auch nur wenige Minuten zu sp\u00e4t am Gate sind, m\u00fcssen wir einen ganzen Tag mehr zahlen.<br \/>\nIch habe daher viel Zeit f\u00fcr eine ausf\u00fchrliche Plauderei mit James und bin sehr neugierig, wie es den Maasai geht.<br \/>\nEr best\u00e4tigt meinen Verdacht, dass es viel zu wenige Touristen und viel zu viele Camps gibt. Selbst in der Hochsaison (Juli und August bzw. Dezember und J\u00e4nner) sind die wenigsten Lodges und Camps ausgebucht. Man hat einfach viel zu viele gebaut und leider daf\u00fcr auch die Genehmigungen bekommen. Jetzt gibt es einen Baustopp, aber das n\u00fctzt nicht viel, weil es ohnehin hinter jedem zweiten Busch schon ein Camp gibt.<br \/>\nEin Problem sind auch die au\u00dferhalb des Parks gebauten Camps. Sie unterliegen nicht der Kontrolle der Parkverwaltung und k\u00f6nnen daher in gro\u00dfer Zahl und letztlich einfach irgendwo hin gestellt werden. Gegen\u00fcber vom Semadep-Camp gibt es sein ein paar Jahren eine riesige chinesische Lodge. Auch hier stellt sich die Frage, ob die gut gebucht ist und ob es das \u00fcberhaupt braucht.<br \/>\nDazu kommt noch der generelle Einbruch, den es vor ein paar Jahren aufgrund der Terroranschl\u00e4ge in Nairobi gab. Seitdem reisen mehr Touristen nach Tanzania, das zwar nicht sicherer ist, aber Fakten z\u00e4hlen hier nicht viel. Erschwerend kommt hinzu, dass heuer im Sommer Wahlen sind und die Vorwahlzeit nahezu immer von mehr oder weniger starken Unruhen begleitet wird.<\/p>\n<p><em>Exkurs: Der Widerspruch der \u00d6kologie<br \/>\nIch m\u00f6chte mir allerdings auch nicht vorstellen was passiert, wenn alle Camps ausgelastet w\u00e4ren, denn die Mara ist ein \u00f6kologisch h\u00f6chst sensibles Gebiet und auch nicht gro\u00df genug um den Wildtieren ein Ausweichen zu erm\u00f6glichen. Schon jetzt sind einige Tierarten stark gef\u00e4hrdet, an erster Stelle der Gepard, der im Gegensatz zu L\u00f6wen sehr sensibel auf St\u00f6rungen reagiert. Zehn Minibusse, die ihn umlagern, sind eine massive St\u00f6rung.<br \/>\nVon meinem Vater habe ich geh\u00f6rt, dass die Stra\u00dfe in die Mara absichtlich nicht erneuert wird, damit weniger Touristen mit Bussen und generell mit dem Auto anreisen. Die bringen n\u00e4mlich weniger Geld als die reichen S\u00e4cke, die sich mit dem Flugzeug einfliegen lassen. Das Argument ist aus \u00f6kologischer Sicht zugleich verst\u00e4ndlich und bedenklich, denn Flugzeuge sind auch nicht gerade sehr gr\u00fcn. Kann man &#8222;wenige Flugzeuge&#8220; gegen &#8222;viele Autos&#8220; aufrechnen? Die einfliegenden Touristen brauchen in der Mara dann auch wieder Fahrzeuge, um auf Game Drive zu fahren.<br \/>\nJames erz\u00e4hlt mir, dass das Vertrauen der Maasai in die lokale Regierung und Verwaltung in Narok ziemlich entt\u00e4uscht wurde. Vor der Wahl wurde ihnen alles m\u00f6gliche versprochen und rein gar nichts ist bisher umgesetzt worden.<br \/>\nWir haben am Vortag eine Handvoll Typen gesehen, die an der Stra\u00dfe etwas vermessen haben. James best\u00e4tigt, dass es sich hier um die Vorarbeiten f\u00fcr die neue Stra\u00dfe handelt.<br \/>\nDazu muss man wissen, dass Stra\u00dfen bzw. ihr Zustand enorm viel bedeuten. Auf den ersten Blick scheint es den Afrikanern (und Afrikanerinnen) hier in Kenia und auch in den Nachbarl\u00e4ndern vollkommen egal zu sein auf welcher Stra\u00dfe sie dahin rumpeln. Sie hocken oft zusammengepfercht in oder auf LKWs, fahren mit klapprigen R\u00e4dern oder gehen weite Strecken zu Fu\u00df. Mobilit\u00e4t ist sowieso nicht mit Komfort verbunden und es wird erst dann schwierig, wenn in der Regenzeit eine Stra\u00dfe unbefahrbar wird und die Versorgungsstr\u00e4nge abreissen.<br \/>\nDas stimmt jedoch so nicht, sie lieben genauso wie wir die &#8222;Tamark Road&#8220; und sind auch stolz, wenn sie eine solche haben. F\u00fcr den Tourismus ist es ohnehin entscheidend, ob eine Gegend erschlossen werden kann oder nicht. Das wirft jedoch einen \u00f6kologischen Widerspruch auf:<br \/>\n&#8211; Nur mit viel Tourismus gibt es gen\u00fcgend Geld um die Umwelt zu erhalten.<br \/>\n&#8211; Viel Tourismus zerst\u00f6rt die Umwelt.<br \/>\nBeides stimmt leider, den Ausschlag gibt die Art und Weise, wie mit dem Geld und den Ressourcen generell umgegangen wird. Wenn sich korrupte Politiker alles einstecken, bringt der Tourismus nur Zerst\u00f6rung und wenn Projekte genehmigt werden, die einigen wenigen Menschen auf Kosten der Umwelt hohen Profit bringen, dann funktioniert es auch nicht. Vor ein paar Jahren war im Gespr\u00e4ch, dass der Fluss Mara gestaut und in riesige Plantagen geleitet werden soll. Das h\u00e4tte das schnelle und radikale Ende der Maasai Mara bedeutet, weil ihr die Lebensader abgeschnitten worden w\u00e4re. Gl\u00fccklicherweise durfte das Projekt bis jetzt noch nicht umgesetzt werden.<\/em><\/p>\n<p>Angeblich soll jetzt bald die Stra\u00dfe kommen. Es gab ja schon einmal ein l\u00e4ngeres St\u00fcck Asphalt, das ca. 1990 gebaut wurde. Einzelne winzige Reste sind bis heute sichtbar.<br \/>\nJames hofft, dass sein Semadep-Camp (das steht f\u00fcr Sekenani Maasai Development) bald im Lonely Planet erw\u00e4hnt wird, das dazu geh\u00f6rige Maasai-Dorf steht schon drin. Dort kann man ein paar N\u00e4chte in einem mehr oder weniger authentischen Maasai-Dorf leben, wahrscheinlich inklusive der Milliarden Fliegen, die es traditionell immer gibt, wenn irgendwo Maasai leben. Er zeigt mir ein paar Fotos von den Unterk\u00fcnften, die einigerma\u00dfen an den westlichen Standard angepasst wurden. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.10_Afrika\/james.jpg\" title=\"james.jpg\" alt=\"james.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Team vom Wajee-Camp, James ist der freundliche, aber unfreundlich drein schauende Herr mit der Kanga (dem Maasai-Tuch)<\/p>\n<p>Wer sich das geben will, hier der Link zum Camp und zum Dorf:<br \/>\nhttp:\/\/semadepmaracamp.com\/index.html<br \/>\nhttp:\/\/maasaimaravillage.com\/<\/p>\n<p>Das Camp ist derzeit geschlossen, soll aber renoviert im Juli wieder aufsperren. Ich kann es rundherum empfehlen, genauso wie das Camp, in dem wir jetzt sind.<br \/>\nHier sind die Infos drauf:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.10_Afrika\/wajee.jpg\" title=\"wajee.jpg\" alt=\"wajee.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Wajee-Camp<\/p>\n<p>Wir brechen auf und fahren in die Mara. Der Eintritt funktioniert problemlos, da heute das Computersystem mal wieder funktioniert und wir moderne Rechnungen ausgedruckt bekommen.<br \/>\nGespannt fahren wir los und finden eine sehr gr\u00fcne Mara vor. Das ist erstaunlich, weil es dieses Jahr eine extrem lange und harte Trockenzeit gab, die auch vielen Rinderherden zum Verh\u00e4ngnis wurde, wie James erz\u00e4hlt hat.<br \/>\nDie Bilder, die mein Bruder im J\u00e4nner geschickt hat, zeigten eine vollkommen ausged\u00f6rrte Savanne. Jetzt sehen wir aber die gr\u00fcnen H\u00fcgel Afrikas, wie sie Hemmingway beschrieben hat. In der Mara sind sie besonders malerisch und wir biegen bald von der Hauptstra\u00dfe nach links ab, hinauf zur alten und jetzt verlassenen Research-Station und dann weiter hinein in einen Abschnitt, der wenig befahren wird. Es gibt dort auch wenig zu sehen, einerseits weil es zu Mittag generell wenige Tiere zu beobachten gibt, andererseits weil in den Seitent\u00e4lern Maasai-Cattles grasen. Diese d\u00fcrfen bei langer Trockenheit in den Park, meist jedoch nur in die Randgebiete. Das ist ein notwendiger Kompromiss, den es schon seit Jahrzehnten gibt und der einigerma\u00dfen funktionieren d\u00fcrfte.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.10_Afrika\/b\u00fcffel.jpg\" title=\"b\u00fcffel.jpg\" alt=\"b\u00fcffel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gro\u00df, schwarz, stark: Kaffernb\u00fcffel<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.10_Afrika\/topi.jpg\" title=\"topi.jpg\" alt=\"topi.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Topi-Antilopen, sie sind in der Mara recht zahlreich<\/p>\n<p>Unser Game Drive f\u00fchrt uns quer durch die Mara in den S\u00fcden an den Sand River, der auch die Grenze zu Tanzania und der dortigen Serengeti darstellt. Gerne w\u00fcrden wir den Flu\u00df durchqueren und uns dr\u00fcben die &#8222;Kopjes&#8220; ansehen, bizarre Granitbl\u00f6cke, die frei in der Savanne stehen. Leider f\u00fchrt der Sand River so viel Wasser, dass die Durchquerung nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.10_Afrika\/sandriver.jpg\" title=\"sandriver.jpg\" alt=\"sandriver.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Sand River mit Furt<\/p>\n<p>Wir kommen an einem unserer sch\u00f6nsten ehemaligen Zeltpl\u00e4tze vorbei, wo jetzt ein Luxuscamp steht. Dann geht es zur Keekorok-Lodge, die exakt in der Mitte des Parks liegt. Sie ist die \u00e4lteste Lodge und immer noch sehr beliebt, da man innerhalb des Gel\u00e4ndes auf einem Fu\u00dfweg Wildtiere (v.a. B\u00fcffel und Elefanten) beobachten kann. Zu Fu\u00df gehen ist in der Mara generell verboten.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.10_Afrika\/keekorok.jpg\" title=\"keekorok.jpg\" alt=\"keekorok.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Blick von der Terrasse der Lodge<\/p>\n<p>Da wir uns am Ende der Saison befinden, ist die Lodge nur m\u00e4\u00dfig gebucht. Die Preise schwanken je nach Saison von 300 bis 590 Dollar f\u00fcr das Doppelzimmer &#8211; Vollpension, aber ohne Game Drives, die mit je 60 Dollar pro Person zu Buche schlagen. Wer also in der Hauptsaison zu zweit hier ist, zahlt 710 Dollar pro Nacht, zwei Game Drives pro Tag sind n\u00e4mlich ein sinnvolles Minimum. Thomy meint zu Recht, dass die Lodge sicher deutlich billiger ist, wenn man sie in einer Pauschalreise bucht.<br \/>\nWir setzen uns auf die Terrasse, genehmigen uns einen kalten Drink und legen eine wahre WiFi-Orgie hin, von der ich Philipp und Thomy nur schwer wieder losreissen kann. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.10_Afrika\/handy.jpg\" title=\"handy.jpg\" alt=\"handy.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Jungs beim Internet checken<\/p>\n<p>F\u00fcr mich hat die Lodge eine besondere Bedeutung, weil wir vor allem in den 1980er-Jahren auf ihre Tankstelle, ihre Werkstatt und ihren kleinen Shop angewiesen waren. Damals hatten wir noch keine Camping-Fahrzeuge und mussten das m\u00e4\u00dfig saubere Wasser von der Lodge holen. Es gab in Narok nur eine Tankstelle und bei der gab es nicht immer Benzin. Wenn wir mehrere Tage in der Mara waren und entsprechend viele Kilometer bei Game Drives abspulten, war die Keekorok oft die letzte Rettung, auch wenn man gut verhandeln musste, um etwas zu bekommen.<br \/>\nHin und wieder quartierten wir uns dort auch eine Nacht lang ein, wenn uns starker Regen vom Zeltplatz vertrieb. Billig war das schon damals nicht.<\/p>\n<p>Nach dieser sp\u00e4ten Mittagspause geht es \u00fcber die Plains zu unserem Zeltplatz. Dieser liegt gut versteckt in einem Galeriewald an der Biegung eines kleinen Nebenflusses zur Mara. Noch vor einer Woche war mein Vater da, bis auf eine alte Feuerstelle ist davon jedoch nichts zu bemerken und das ist kein Zufall. Wir d\u00fcrfen hier nur sein unter der Bedingung, dass wir den Platz exakt so hinterlassen wie wir ihn vorgefunden haben. Es darf nicht das kleinste Futzerl Plastik oder sonstiger M\u00fcll bleiben, darauf achten wir auch penibel.<br \/>\nAm Weg dorthin, mitten auf den Plains, sehen wir eine Hy\u00e4ne, die bei unserer Ann\u00e4herung beschlie\u00dft ein Bad zu nehmen. Als wir drei Tage sp\u00e4ter wieder an dieser Stelle vorbei kommen, sitzt sie schon wieder drin.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.10_Afrika\/hy\u00e4ne.jpg\" title=\"hy\u00e4ne.jpg\" alt=\"hy\u00e4ne.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine T\u00fcpfelhy\u00e4ne<\/p>\n<p>Der Fluss f\u00fchrt Hochwasser, weil es in der Nacht stark geregnet hat. Er kommt von den Plains und ist nicht sehr lang, ich sch\u00e4tze 3 Kilometer. Trotzdem sieht er gerade wie ein rei\u00dfender Fluss aus, obwohl die tats\u00e4chliche Steigerung zu dem kleinen Rinnsal, das er normalerweise ist, vielleicht einen Meter betr\u00e4gt.<br \/>\nAlle Fl\u00fcsse und B\u00e4che sind hier tief in die Landschaft gegraben, es gibt also jeweils eine Uferb\u00f6schung mit Einschnitten, die vor allem von Nilpferden als Trampelpfade f\u00fcr ihre n\u00e4chtlichen Ausfl\u00fcge verwendet werden.<br \/>\nIch teile Thomy und Philipp mit, dass ich dann zum Fluss gehe um mir eine kleine Dusche zu verpassen. Davor setzen wir uns aber erst einmal in aller Ruhe hin und beobachten den Fluss und genie\u00dfen unser Ankommen an diesem paradiesischen Platz.<br \/>\nEin gro\u00dfer Baumstamm treibt vorbei, das Wasser gurgelt und die zahlreichen V\u00f6gel erg\u00e4nzen das Szenario. Ich habe das Gef\u00fchl, dass ich erst jetzt wirklich wieder in Afrika angekommen bin.<br \/>\nPl\u00f6tzlich bleibt der Baumstamm stehen, dreht um und treibt stromaufw\u00e4rts.<br \/>\nHm, seltsam. Das machen Baumst\u00e4mme nicht. Bei uns nicht und auch nicht in Afrika.<br \/>\nJetzt gilt es blitzschnell den Fotoapparat zu z\u00fccken, denn der Baumstamm ist ein ca. 3,5 Meter langes Krokodil, das uns entdeckt hat und jetzt stromaufw\u00e4rts fl\u00fcchtet. Nicht, dass es daf\u00fcr einen Grund h\u00e4tte, aber Vorsicht ist Vorsicht.<\/p>\n<p>Wir beobachten, wie sich das riesige Tier (es geht schon noch gr\u00f6\u00dfer, sie werden bis zu acht Meter lang) ein St\u00fcck weiter oben anh\u00e4lt und sich auf die Lauer legt. Man sieht gut die N\u00fcstern und Augen, die beim Krokodil erh\u00f6ht liegen, damit es genau das tun kann, was es jetzt tut. 100 Millionen Jahre gibt es diese Echsen schon in weitgehend unver\u00e4nderter Form, eindeutig ein Erfolgsmodell der Evolution.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.10_Afrika\/kroko.jpg\" title=\"kroko.jpg\" alt=\"kroko.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein Nilkrokodil, echt nicht weit weg<\/p>\n<p>Ich beschlie\u00dfe doch nicht zum Fluss duschen zu gehen. Wieso gibt es hier Krokodile? Ich habe bei unserem Zeltplatz noch nie eines gesehen. Okay, meist ist der Fluss nur ein Rinnsal und die wirklich gro\u00dfen Krokodile gibt es einen Kilometer flu\u00dfabw\u00e4rts in der Mara, aber ich h\u00e4tte das wissen m\u00fcssen. Warum hat mir mein Vater das nie gesagt? Wenn mich so ein Krokodil beim Duschen erwischt, bin ich geliefert. (In der Fachsprache hei\u00dft das glaube ich &#8222;Afrikanische Enterbung&#8220;)<br \/>\nDas Krokodil blieb dann ein paar Meter weiter einfach liegen bis in die Nacht hinein. Beim Hinleuchten mit der Taschenlampe konnten wir das Auge in der Dunkelheit leuchten sehen.<\/p>\n<p>Wir bauen das kleine Zelt auf und hoffen, dass es keine gr\u00f6\u00dferen Regenf\u00e4lle gibt. Dann genie\u00dfen wir den Rest des Tages ohne Eile am Zeltplatz, kochen uns ein gutes Abendessen (es gibt eine Riesenportion Nudelsalat), gekr\u00f6nt mit einem Sundowner (Kenya Cane mit Fruchtsaft) und freuen uns, es problemlos bis hierher geschafft zu haben.<br \/>\nDie Maasai Mara ist immer noch Spitzenreiter was den Wildbestand betrifft. Hier ein Auszug aus der Liste der Tiere, die wir nur heute schon gesehen haben:<br \/>\nHippo, Sekret\u00e4r, Mungos, Impala-Gazellen, Topi-Antilopen, Giraffen, Meerkatzen, Paviane, Thompson-Gazellen, Kongoni-Antilopen, Gnus, Elefanten, Warzenschweine, B\u00fcffel, eine Hy\u00e4ne, ein Krokodil, Strau\u00dfe, Kronenkraniche und Elen-Antilopen sowie unz\u00e4hlige bunte V\u00f6gel.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.10_Afrika\/hippos.jpg\" title=\"hippos.jpg\" alt=\"hippos.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Hippos<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Nacht gab es ein heftiges Gewitter mit starkem Regen &#8211; drei bis vier Stunden lang. Da wir in einem der gro\u00dfen Zelte im Camp sind, war das nicht st\u00f6rend. 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