{"id":2093,"date":"2017-04-15T10:48:39","date_gmt":"2017-04-15T09:48:39","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2093"},"modified":"2017-04-15T10:48:39","modified_gmt":"2017-04-15T09:48:39","slug":"wieder-in-afrika-tag-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wieder-in-afrika-tag-8\/","title":{"rendered":"Wieder in Afrika &#8211; Tag 8"},"content":{"rendered":"<p>Da es um 06:30 hell wird stehe ich ca. um 7 Uhr auf. L\u00e4nger schlafen geht irgendwie nicht, weil wir ja schon gegen 22 Uhr schlafen gehen. Die Nacht war okay, nur gab es bereits am Abend sehr viel Tau, was in der Fr\u00fch auch ohne Regen zu einem waschelnassen Zelt f\u00fchrt, gl\u00fccklicherweise nur au\u00dfen.<\/p>\n<p>Nach einem guten Fr\u00fchst\u00fcck beschlie\u00dfen wir eine Tour \u00fcber die Plains zu machen, mit einem Besuch an der Mara. Zuvor m\u00fcssen wir uns noch beim Verlassen unseres Zeltplatzes unsichtbar machen. Das geht so:<br \/>\nWir fahren durch die B\u00fcsche bis zum Rand des Galeriewaldes und checken, ob irgendwo ein Auto zu sehen ist. Da wir antizyklisch fahren, ist das meist nicht der Fall. (Die Minibusse und Landrover der diversen Camps und Logdes sind schon zeitig in der Fr\u00fch beim Early Morning Game Drive. Der findet tats\u00e4chlich kurz nach Sonnenaufgang statt und dauert ca. bis 9 Uhr. Dann fahren die alle zur\u00fcck und bekommen ein gutes Fr\u00fchst\u00fcck. Wir starten etwa um 9 nach einem guten Fr\u00fchst\u00fcck. Der Nachteil besteht darin, dass wir weniger Tiere sehen, wobei sich die meisten zwischen 9 und 10 Uhr noch nicht vor der Sonne in die W\u00e4ldchen zur\u00fcck gezogen haben.)<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/wasserb\u00f6cke.jpg\" title=\"wasserb\u00f6cke.jpg\" alt=\"wasserb\u00f6cke.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Zu den sch\u00f6nsten Antilopen geh\u00f6ren die Ellipsen-Wasserb\u00f6cke<\/p>\n<p>Wir fahren zur Mara, die immer wieder beeindruckend ist. Dort gibt es fast \u00fcberall Hippo-Pools und man kann diese urzeitlichen Tiere dabei beobachten, wie sie im Wasser herumd\u00f6sen. Hin und wieder tauchen sie ab und wieder auf, schnaufen und grunzen und verschwinden wieder unter Wasser. Dazu muss man wissen, dass Hippos nicht schwimmen k\u00f6nnen. Bei Hochwasser m\u00fcssen sie aus dem Fluss um nicht zu ersaufen. Dann sind sie sehr unentspannt, weil sie das Wasser zur K\u00fchlung ihrer empfindlichen Haut brauchen und au\u00dferdem Raubtierangriffen ausgeliefert sind. So einem unentspannten Hippo begegnet man besser nicht zu Fu\u00df. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/mara.jpg\" title=\"mara.jpg\" alt=\"mara.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Mara, das ist der Fluss, durch den die gro\u00dfen Herden der Migration zwei Mal im Jahr durch m\u00fcssen. Viele tausend Gnus und Zebras gehen dabei zugrunde und es ist ein Fest f\u00fcr die Krokodile<\/p>\n<p>Diese Gnus und Zebras ziehen eine Achterschleife durch die Savanne. Ihre Zahl betr\u00e4gt bis zu einer Million Tiere und wer einmal im Leben die Migration gesehen hat, vergisst das nicht. Hier in der Mara sind sie \u00fcbrigens im August und September. Jetzt gibt es nur relativ wenige Gnus und Zebras, immer aber gen\u00fcgend f\u00fcr ein gutes Foto.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/gnus.jpg\" title=\"gnus.jpg\" alt=\"gnus.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gnus und Zebras<\/p>\n<p>In der Nacht war \u00fcbrigens ein Hippo bei unserem Zeltplatz. Ich bin aufgewacht und habe geh\u00f6rt, wie es Gras abrupft. Es war so nahe, dass der Trittschall gut zu sp\u00fcren war. Ich habe das schon oft erlebt, aber es ist immer wieder spannend, denn ich wei\u00df nicht, was geschieht, wenn es z.B. \u00fcber die Zeltschn\u00fcre stolpert. Das ist aber noch nie passiert und ich glaube, dass sie sehr genau wissen, dass wir da im Zelt sind und einfach das Territorium respektieren. Elefanten tun das \u00fcbrigens auch.<br \/>\nNach einiger Zeit hat es sich wieder getrollt und ich bin eingeschlafen.<\/p>\n<p>Ich bin immer wieder neu von unserem Toyota begeistert. Er hat diesmal die Mud-Terrain Reifen drauf und die sind so gut, dass wir sogar bei Schlamml\u00f6chern und kleinen Furten nicht einmal den Allrad zuschalten m\u00fcssen. Es ist h\u00f6chst angenehm sich \u00fcber das Auto keine Gedanken machen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/toyota.jpg\" title=\"toyota.jpg\" alt=\"toyota.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Toyota ist ein verl\u00e4sslicher Begleiter<\/p>\n<p>Danach fahren wir auf den Lookout-Hill, von dem man tats\u00e4chlich einen sehr guten Blick \u00fcber einen gro\u00dfen Teil der Mara hat. Diese unglaubliche Weite fasziniert mich jedes Mal wieder, dazu die landschaftliche Struktur &#8211; es ist f\u00fcr mich der sch\u00f6nste Nationalpark Afrikas, ohne Zweifel. Und es ist jedes Mal wie ein Geschenk wenn ich hier sein kann.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/lookout.jpg\" title=\"lookout.jpg\" alt=\"lookout.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Blick vom Lookout-Hill \u00fcber die Plains<\/p>\n<p>Weiter geht es \u00fcber die Meta-Plains, auf denen wir nicht mehr viele Tiere sehen, da es gegen Mittag zu hei\u00df ist. Wir fahren die gro\u00dfe Runde weiter und kommen an den Talek. Das ist der zweitgr\u00f6\u00dfte Fluss der Mara und dort hatten wir einige Jahre lang den sch\u00f6nsten Campingplatz im Park. Leider wussten das auch andere und so steht dort seit vielen Jahren &#8211; ein Camp! Und nicht weit davon haben sie noch ein neues errichtet. Es ist unglaublich.<br \/>\nAn einer Furt bleiben wir stehen und machen eine Mittagsrast. Wir steigen aus und setzen uns unter einen gro\u00dfen, schattigen Baum und riskieren, dass wir dabei entdeckt werden.<br \/>\nPl\u00f6tzlich tauchen am anderen Ufer drei Buben auf, gesch\u00e4tzte 14 Jahre alt, wahrscheinlich Hirten aus einem der D\u00f6rfer, die hier nicht weit weg sind, da die Parkgrenze ein paar Kilometer weiter verl\u00e4uft.<br \/>\nF\u00fcr mich ist das eine Szenerie, die mich nachdenklich stimmt. Hier drei reiche wei\u00dfe M\u00e4nner, dort drei arme schwarze Buben. Wir schauen einander \u00fcber den Fluss an, dann macht sich jeder wieder auf den Weg. Ein kurzes Aufeinandertreffen, ohne echten Kontakt, vielleicht ohne Bedeutung, f\u00fcr mich aber von gro\u00dfer Symbolik.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/mittag.jpg\" title=\"mittag.jpg\" alt=\"mittag.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Thomy und Philipp am Talek-Fluss. Wir sind mit unserem Outfit die Karrikatur des dortigen Standard-Safaripublikums, das fast immer mit khakifarbenen Safarihosen, khakifarbenen Safarihemden und khakifarbenen Safarischuhen ausger\u00fcstet ist, wahlweise mit Tropenhelm und khakifarbenen Lederhandschuhen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/boys.jpg\" title=\"boys.jpg\" alt=\"boys.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Drei Maasai<\/p>\n<p>Weniger romantisch ist der Dreck, den wir am Rande des Talek-Flusses finden. Es ist gl\u00fccklicherweise nicht sehr viel, immer aber zu viel. Mir ist es unbegreiflich, wie Menschen ihren Mist einfach in die Natur werfen k\u00f6nnen, vor allem wenn sie von so atemberaubender Sch\u00f6nheit ist wie hier in der Maasai Mara.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/litter.jpg\" title=\"litter.jpg\" alt=\"litter.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein weggeworfenes und vom Fluss angesp\u00fcltes Plastiksackerl<\/p>\n<p>Bei der R\u00fcckfahrt treffen wir auf eine Herde B\u00fcffel. Einer davon mag uns irgendwie nicht und beschlie\u00dft einen Angriff zu starten. Gl\u00fccklicherweise habe ich den Motor laufen lassen und kann das Weite suchen, da die Stra\u00dfe gerade eben und ohne L\u00f6cher ist. Die Kerle sind sehr kr\u00e4ftig und w\u00fcrden uns zumindest eine fette Delle ins Auto machen. Da wir abhauen, l\u00e4sst er nach einiger Zeit die Verfolgung sein und kehrt wieder zu seiner Herde zur\u00fcck.<br \/>\nSpannend ist so etwas deswegen, weil es immer wieder Erdl\u00f6cher gibt, die sich mitten am Weg befinden. Nach einem Regen sind sie mit Wasser gef\u00fcllt und wer in so eines hinein f\u00e4hrt, riskiert eine kaputte Achse. Meist befindet sich auch irgendwas im Erdloch, sehr beliebt sind diese L\u00f6cher bei Warzenschweinen (die kleineren), Hy\u00e4nen und B\u00fcffeln (die gr\u00f6\u00dferen).<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/warthog.jpg\" title=\"warthog.jpg\" alt=\"warthog.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Warzenschweine<\/p>\n<p>Wir kommen auch am Elefantenplatz vorbei. Das war eigentlich derjenige Zeltplatz, an dem wir die l\u00e4ngste Zeit waren, bevor sich auch dort ein Camp gebaut haben, n\u00e4mlich das &#8222;Little Naibor Camp&#8220;, das Thomy und ich vor zwei Jahren besucht haben. Wenn man \u00fcber die Plains f\u00e4hrt, dann schauen die Savannenbuchten, die in die Galleriew\u00e4lder hinein ragen, oft ziemlich gleich aus. Um die richtige zu finden, braucht man eine auff\u00e4llige Landmarke. Das war in unserem Fall der &#8222;Bienenbaum&#8220;, den es heute noch gibt. Den konnte man von weiter oben von der Stra\u00dfe aus sehen und wusste: hier geht es hinunter&#8220;<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/bienenbaum.jpg\" title=\"bienenbaum.jpg\" alt=\"bienenbaum.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Bienenbaum<\/p>\n<p>Gegen 15 Uhr sind wir wieder am Zeltplatz und ruhen uns aus. Ach ja &#8211; bei der R\u00fcckkehr zum Platz ist das Spiel mit dem Verstecken etwas komplizierter. Wir bleiben oben auf den Plains stehen und suchen mit einem Feldstecher die H\u00fcgel rundherum nach Autos ab. Wenn eines zu sehen ist, bleiben wir einfach stehen und tun so, als w\u00fcrden wir irgend welche Tiere beobachten. Sobald die Luft rein ist, fahren wir flott \u00fcber die offene Savanne hinunter zu unserer Einfahrt in den Galleriewald und hoffen, dass uns niemand gesehen hat. Das ist fast wie ein altes, liebevoll gepflegtes Ritual.<\/p>\n<p>Ich mache wieder eine gro\u00dfe Portion Fruchtsalat, quasi unser versp\u00e4tetes Mittagessen. Dann setzen wir uns einfach hin und tun das, was die Tiere in der Nachmittagshitze auch tun: ausrasten. Einfach nix tun, vielleicht ein Buch lesen oder in die Gegend starren. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/fluss.jpg\" title=\"fluss.jpg\" alt=\"fluss.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Blick von unserem Zeltplatz auf den Fluss. Unter dem umgest\u00fcrzten Baumstamm links im Bild befindet sich unsere Quelle mit klarem, frischem Wasser.<\/p>\n<p>Irgendwann wird es Abend und wir kochen &#8211; S\u00fc\u00dfkartoffeln, Zucchinigem\u00fcse und einen Salat. Nicht nur das Obst ist hier besonders schmackhaft, auch das Gem\u00fcse ist hervorragend und wir vermissen das Fleisch eigentlich \u00fcberhaupt nicht. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/kochen.jpg\" title=\"kochen.jpg\" alt=\"kochen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gekocht wird mit einem zweiflammigen Gaskocher auf einem Klapptisch innen in der Heckt\u00fcre des Toyota. Links h\u00e4ngt das Mistsackerl, das wir bis Nairobi mitgenommen haben &#8211; also eines von mehreren.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.11_Afrika\/abendessen.jpg\" title=\"abendessen.jpg\" alt=\"abendessen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Salat wird zubereitet &#8211; Zwiebel, Paprika, Paradeiser, Avocado, K\u00e4sew\u00fcrfel. Dazu ein gut gek\u00fchltes Bier und wir wissen: mehr Komfort braucht echt kein Mensch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da es um 06:30 hell wird stehe ich ca. um 7 Uhr auf. L\u00e4nger schlafen geht irgendwie nicht, weil wir ja schon gegen 22 Uhr schlafen gehen. 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