{"id":2100,"date":"2017-04-16T15:28:44","date_gmt":"2017-04-16T14:28:44","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2100"},"modified":"2017-05-18T07:34:11","modified_gmt":"2017-05-18T06:34:11","slug":"wieder-in-afrika-tag-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wieder-in-afrika-tag-9\/","title":{"rendered":"Wieder in Afrika &#8211; Tag 9"},"content":{"rendered":"<p>Auch in dieser Nacht gab es wieder extrem starken Tau, der jedoch durch die ersten Sonnenstrahlen sofort auftrocknet. Als ich g\u00e4hnend die Fahrert\u00fcre vom Toyota \u00f6ffne, entdecke ich Kacke auf der Motorhaube. Da in der Nacht keine Paviane unterwegs sind, die Kacke aber sehr nach Affenschei\u00dfe aussieht, bleibt es ein R\u00e4tsel, welches Tier in der Nacht unser F\u00e4kalgast war.<br \/>\nThomy kocht uns ein ordentliches Power-Fr\u00fchst\u00fcck mit gesch\u00e4tzten 100 Eiern, ich koste ihn daf\u00fcr seinen letzten Nerv mit meiner Toastbrotbraterei. Noch bevor wir fahren taucht pl\u00f6tzlich Salomon auf. Er hat eine alte klapprige Gel\u00e4ndewagenkiste, deren Motor er nie abstellt, weil der Starter kaputt ist. Ich bilde mir ein, dass das vor zwei Jahren auch schon war, bin aber nicht allzu erstaunt. So ist Afrika.<br \/>\nSalomon kassiert L\u00e4nge mal Breite, er ist sicher der bestverdienende Maasai in der Mara, Dank der verr\u00fcckten Schwarz-Familie. Trotzdem ist uns dieser unglaublich sch\u00f6ne Platz in der Wildnis das Geld wert.<\/p>\n<p>Heute geht es wieder \u00fcber die Plains zum Talek, wo wir unser Gl\u00fcck bei einer Furt versuchen wollen, die wir gestern schon besichtigt haben. Das mit den Furten ist so eine Sache, denn es bleibt immer ein gewisses Restrisiko, weil der Fluss kein statisches Flussbett hat. Es kann passieren, dass er eine Vertiefung ausw\u00e4scht, in die man mit dem Auto einfach hineinf\u00e4llt, weil das Wasser ist braun und somit undurchsichtig. Deswegen sind die meisten Furten auch dort angelegt, wo es felsigen Untergrund gibt und die Gefahr des Ausschwemmens geringer ist. Wir schauen auch meistens darauf, dass bereits Spuren von anderen Fahrzeugen vorhanden sind. Das ist auch keine Garantie, macht die Sache aber einen Deut sicherer.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/Furt.jpg\" title=\"Furt.jpg\" alt=\"Furt.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine der Furten durch den Talek<\/p>\n<p>Wo es viel Wild zu sehen gibt l\u00e4sst sich nicht vorhersagen. An diesem Tag sehen wir enorm viele Tiere schon auf unserer Seite des Talek. Wir bleiben einfach stehen, schalten den Motor ab und genie\u00dfen eine Viertelstunde lang die Szenerie. Rund um uns sind friedlich grasende Tiere, hin und wieder bl\u00f6kt eine Antilope, ansonsten h\u00f6rt man nur den Wind, der durch das Gras pfeift. Das sind genau die Momente, die mich und andere dazu bringen immer wieder hierher zu kommen. Vergleichbares habe ich noch nie woanders erlebt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/giraffe.jpg\" title=\"giraffe.jpg\" alt=\"giraffe.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine Maasai-Giraffe. Sie hat handf\u00f6rmige Flecken und sieht anders aus als die Netzgiraffe, die es im Nakuru-Park gibt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/giraffen2.jpg\" title=\"giraffen2.jpg\" alt=\"giraffen2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Sie geh\u00f6ren zwar nicht zu den &#8222;Big Five&#8220;, sind aber trotzdem sehr beeindruckende Tiere.<\/p>\n<p>Der Talek ist noch ein wenig gesunken und wir befinden, dass eine gefahrlose \u00dcberquerung m\u00f6glich ist. Auf der anderen Seite ver\u00e4ndert sich die Landschaft, die H\u00fcgel sehen anders aus und wir sind entt\u00e4uscht, dass sich hier wesentlich weniger Wild befindet. Salomon hat uns erz\u00e4hlt, dass es her\u00fcben jede Menge L\u00f6wen g\u00e4be und nat\u00fcrlich wollen wir welche sehen, vor allem wegen Philipp, der noch nie in seinem Leben einen L\u00f6wen gesehen hat.<br \/>\nWir fahren auf einen langgezogenen H\u00fcgel hinauf, auf dem ich selbst auch noch nie war. Auf der anderen Seite kann man die Parkgrenze erblicken und dahinter quasi die Zivilisation. Glasscheiben und Wellblechd\u00e4cher blinken im Sonnenlicht und der Unterschied zum Park ist auf den ersten Blick klar zu erkennen. G\u00e4be es die Nationalparks nicht, w\u00e4ren bereits alle Wildtiere aus Afrika verschwunden.<br \/>\nAuf einem Ast eines gro\u00dfen Baumes sehen wir die Reste einer Antilope &#8211; eine typische Leopardenbeute. Den Leopard selbst bekommen wir nicht zu Gesicht, dieses Gl\u00fcck hat man leider extrem selten.<br \/>\nDann kommen sie uns entgegen &#8211; Mr. und Mrs. Gro\u00dfwildj\u00e4ger. Sie sitzen in einem umgebauten Landrover und lassen sich von einem Fahrer durch die Gegend kutschieren. Sie sitzen jeder in einer Art Sofa, das in Summe den gesamten Fahrgastraum einnimmt, ein Art Landaulet, mit einem Baldachin dar\u00fcber, w\u00e4hrend der Fahrer im Freien sitzt.<br \/>\nWir sind so baff, dass wir vergessen sie zu fotografieren. Ich habe so etwas in 33 Jahren Gamedrive hier in der Mara noch nie gesehen. Leider konnte ich auch den Namen der Lodge nicht lesen, von der sie kamen. Wir fragen den Fahrer nach L\u00f6wen, aber er hat auch noch keine gesehen.<br \/>\nAlso fahren wir weiter durch die Savanne Richtung Governors Camp. Alles ist wie ausgestorben, aber wir haben ja auch schon wieder Mittag und es ist sehr hei\u00df.<br \/>\nWir rasten unter einem der riesigen Solo-B\u00e4ume, die hier herumstehen. Sie faszinieren mich schon seit Anbeginn, denn B\u00e4ume sind genau genommen soziale Wesen, denen es alleine nicht gut geht. Trotzdem gibt es hier einige K\u00e4mpfer, die sich gegen alle Unbilden zur Wehr setzen: Elefanten, Giraffen, Wind und Wetter und noch einiges mehr.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/baum.jpg\" title=\"baum.jpg\" alt=\"baum.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Einer der K\u00e4mpfer<\/p>\n<p><em>Exkurs: Die Solo-B\u00e4ume, K\u00e4mpfer in der Savanne<br \/>\nHin und wieder gibt einer dieser K\u00e4mpfer auf und beendet sein Leben. Dann steht er meist noch eine Zeit als kahles Gerippe herum, bevor er umf\u00e4llt. Danach liegt er noch etliche Jahre als alter Baumstamm herum bis er vermodert. Diese B\u00e4ume sind immer aus hartem Holz geschnitzt und haben meine vollste Bewunderung.<br \/>\nUnter so einem Riesen machen wir jetzt eine kleine Pause. Ein Teil von ihm wurde vom Blitz getroffen und ist abgestorben, er ist aber immer noch sehr beeindruckend und bietet einer Vielzahl von Lebewesen eine Behausung: Bienen, diverse V\u00f6gel und eine Unzahl an Insekten. Dazu spendet er Schatten und unter seinem Dach wachsen noch ein paar andere Pflanzen.<br \/>\nSeit ich die Mara besuche nimmt die Anzahl dieser Solo-B\u00e4ume nicht mehr zu und ich frage mich, wie es sein wird, wenn der letzte dieser K\u00e4mpfer gestorben ist. Es gibt keinen Nachwuchs. Sind die Solo-B\u00e4ume die Reste eines Waldes? Die Savanne ist hier seit Jahrtausenden so wie sie jetzt ist, da gab es keine dichten W\u00e4lder. Wie also funktioniert das mit den K\u00e4mpfern? Vielleicht werde ich es einmal herausfinden.<\/em><\/p>\n<p>Wir treffen zwei Landrover und fragen nach L\u00f6wen. Diesmal haben wir Gl\u00fcck, denn sie haben zwei Gruppen gesehen: eine kleine mitten in der Savanne ein paar hundert Meter entfernt und ein paar andere L\u00f6wen, die einen B\u00fcffel gerissen haben. Wir lassen uns den Weg dorthin beschreiben und geben Gas.<br \/>\nDie erste Gruppe finden wir tats\u00e4chlich und sind verwundert, wie die Fahrer sie finden konnten. L\u00f6wen liegen meist zu Mittag im Schatten eines Baumes oder unter B\u00fcschen. Diese Gruppe von L\u00f6winnen liegt jedoch v\u00f6llig frei in der Savanne, es sind f\u00fcnf St\u00fcck, zwei davon in einer kleinen Kuhle mit niedrigen B\u00fcschen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/l\u00f6win.jpg\" title=\"l\u00f6win.jpg\" alt=\"l\u00f6win.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Mitten im Grasland &#8211; die erste L\u00f6win<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/l\u00f6win2.jpg\" title=\"l\u00f6win2.jpg\" alt=\"l\u00f6win2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Sie lassen sich von uns sicher nicht st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Wie \u00fcblich lassen sie sich von uns nicht st\u00f6ren und wir sind hoch zufrieden, weil wir endlich L\u00f6wen f\u00fcr Philipp gefunden haben. Und ich finde es immer noch erstaunlich, dass uns die Fahrer den Tipp gegeben haben. Sie haben nichts davon &#8211; ganz im Gegenteil, wir sind auf eigene Faust unterwegs und sie verdienen dadurch nichts an uns. Trotzdem waren alle Fahrer in diesen vier Tagen Mara \u00e4u\u00dferst hilfsbereit.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/l\u00f6win3.jpg\" title=\"l\u00f6win3.jpg\" alt=\"l\u00f6win3.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine friedliche Szene mit einem gef\u00e4hrlichen Raubtier &#8211; oder einem Schmusek\u00e4tzchen, ganz wie man will.<\/p>\n<p>Nach einiger Zeit fahren wir weiter um das L\u00f6wenrudel mit dem gerissenenen B\u00fcffel zu finden. Die Beschreibung war gut und schien pr\u00e4zise zu sein, trotzdem scheitern wir grandios. Wir drehen mehrere Schleifen \u00fcber die Plains hinunter bis zum Fluss, finden aber keine L\u00f6wen. Das ist \u00e4rgerlich, denn sie k\u00f6nnen nicht weit weg sein. Wir suchen weiter, aber irgendwann wird es fad und wir geben auf. Nach einem kurzen Besuch bei der Mara und einem der Hippo-Pools fahren wir zur\u00fcck zur Furt, um wieder auf unsere Seite des Talek zu kommen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/philipp.jpg\" title=\"philipp.jpg\" alt=\"philipp.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Philipp an der Mara mit Hippos.<\/p>\n<p>Die Bilanz ist trotzdem gut, denn wir haben die ersehnten L\u00f6wen gefunden. Am Weg zur\u00fcck bleibt noch ein Fahrer stehen und erz\u00e4hlt uns, dass ein wenig weiter ein Gepard mit einem Riss zu sehen w\u00e4re. Wir starten durch und tats\u00e4chlich sehen wir bald zwei Landrover stehen, was ein eindeutiges Zeichen ist, dass es hier etwas zu sehen gibt.<br \/>\nSo kommt Philipp an einem Tag nicht nur zu seinem L\u00f6wen, sondern darf auch noch sehen, wie ein Gepard mit seiner frisch gerissenenen Thompson-Gazelle (Wer sich daran erinnert: das Foto am ersten Tag&#8230;) umgeht.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/gep1.jpg\" title=\"gep1.jpg\" alt=\"gep1.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gepard mit gerissener Thompsongazelle beim Fressen. Im Hintergrund die ersten Geier.<\/p>\n<p>Geparde haben ein Problem: Sie sind extrem schnelle und gute J\u00e4ger, aber sie sind nicht sehr schwer und nicht sehr stark. Das wissen auch andere Fleischfresser und versuchen daher jedem Gepard seine Beute m\u00f6glichst schnell abzujagen. Auch der Gepard wei\u00df das und hat gelernt m\u00f6glichst viel Fleisch in m\u00f6glichst kurzer Zeit hinunterzuschlingen. Das ist deswegen schwierig, weil er nach der anstrengenden Sprint-Jagd v\u00f6llig fix und fertig ist. Er hat aber nie viel Zeit, weil hoch oben in der Luft gibt es immer einen Geier, der die Jagd beobachtet hat. Er beginnt sofort mit dem Sinkflug, was andere Geier aufmerksam macht. Wenn die dann angeflogen kommen und \u00fcber der Beute kreisen, sehen das andere J\u00e4ger wie Hy\u00e4nen oder Schakale und machen sich sofort auf den Weg.<br \/>\nGenauso ist es auch jetzt und wir k\u00f6nnen die gesamte Abfolge erste Reihe fu\u00dffrei beobachten. Die Fahrer der Minibusse und Gel\u00e4ndeautos haben die strikte Anweisung nicht so nahe an einen Gepard heran zu fahren, dass sie ihn st\u00f6ren k\u00f6nnten. Die Touristen wollen aber m\u00f6glichst nahe heran und winken mit fetten Trinkgeldern. Also sind die Fahrer im Stress, weil sie sich entscheiden m\u00fcssen.<br \/>\nDie Fahrer der beiden Fahrzeuge fahren nicht zu nahe heran, auch weitere, sehr schnell eintreffende Autos halten Abstand. Daf\u00fcr z\u00fcckt einer ein gro\u00dfes Teleobjektiv. Der n\u00e4chste ein noch gr\u00f6\u00dferes und wieder ein anderer holt ein wahres Monster an Tele heraus. Wir halten mit unseren Kompaktkameras dagegen und punkten mit wesentlich coolerem Gehabe.<br \/>\nDie Japaner sind die \u00e4rgsten. Manchmal ist das Teleobjektiv gr\u00f6\u00dfer als sein Besitzer, das sieht sehr lustig aus.<\/p>\n<p>Als die ersten beiden Hy\u00e4nen eintreffen, r\u00e4umt der Gepard freiwillig das Feld. Sofort streiten sich die zwei Hy\u00e4nen um die Gazelle und rei\u00dfen sie in zwei Teile. Eine Hy\u00e4ne ist der anderen ihren Teil neidig und versucht ihn ihr abzujagen. Dabei vergisst sie auf die andere H\u00e4lfte, die in der Sekunde von den Geiern zerlegt wird. Es ist faszinierend wie schnell das geht, nach gesch\u00e4tzten zwei Minuten (maximal!) sind nur mehr ein paar \u00e4rmliche Knochenreste \u00fcbrig, die von zwei Schakalen beansprucht werden, die sich mutig der Schar der Geier entgegenstellen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/gep2.jpg\" title=\"gep2.jpg\" alt=\"gep2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Mehr Geier sind da und breiten ihre Fl\u00fcgel aus &#8211; ich habe aber keine Ahnung warum. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/gep3.jpg\" title=\"gep3.jpg\" alt=\"gep3.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Gepard r\u00e4umt das Feld.<\/p>\n<p>Dann ist es ganz pl\u00f6tzlich vorbei. Der Gepard ist schon ein ganzes St\u00fcck weggetrottet und sucht sich jetzt einen schattigen Platz um zu verdauen. Die Geier streiten sich um die letzen Fleischfetzen und die Hy\u00e4nen um ihr Beutest\u00fcck.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/gep4.jpg\" title=\"gep4.jpg\" alt=\"gep4.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Hy\u00e4ne hat einen Gro\u00dfteil der Gazelle erwischt und versucht nun abzuhauen und ihre Beute in Sicherheit zu bringen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/gep5.jpg\" title=\"gep5.jpg\" alt=\"gep5.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein Schakal versucht einer Hy\u00e4ne etwas abzuluchsen.<\/p>\n<p>Wir fahren zur\u00fcck zu unserem Camp, gl\u00fccklich \u00fcber dieses seltene Ereignis. Ich fabriziere wieder einen Fruchtsalat und auch ein gut gek\u00fchltes Bier darf durch unsere Kehlen wandern.<br \/>\nDabei entdecke ich, dass eine unserer Bananen aufgegessen wurde. Fein s\u00e4uberlich wurde ein St\u00fcck herausgenagt und wir r\u00e4tseln, wer das getan haben k\u00f6nnte. Eine Maus, die sich im Toyota eingenistet hat? Diese Erkenntnis habe ich allerdings erst am dritten Tag, denn bei der ersten Banane dachte ich noch, dass ich eine kaputte gekauft h\u00e4tte. Am n\u00e4chsten Tag war dann klar, dass wir einen uneingeladenen Gast haben. (Wir haben nie herausgefunden wer oder was das war, auch bei der gr\u00fcndlichen Innenreinigung des Toyota fanden wir keine Spuren.)<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/Dieb.jpg\" title=\"Dieb.jpg\" alt=\"Dieb.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die ausgenagte Banane<\/p>\n<p>Der Rest des Nachmittags besteht aus Ausruhen und Nichtstun. Am Abend gibt es Bohnen und Salat und wir erwarten eine n\u00e4chtliche Bl\u00e4hungsorgie (die dann nicht stattfindet).<br \/>\nAm folgenden Bild sieht man unseren (bzw. meinen) Waschplatz. Ein paar Meter vom Zeltplatz entfernt gibt es einen kleinen Teich unter einem umgest\u00fcrzten Baumstamm. Man nimmt einen K\u00fcbel und holt sich frisches, klares Wasser aus dem Teich und leert es sich \u00fcber den Kopf. Danach einseifen, noch ein paar K\u00fcbel und schon ist man erfrischt und sauber. Kein Mensch braucht hier ein Haus mit Dusche, oder besser gesagt: Ich brauche das nicht. Thomy und Philipp bevorzugen die Dusche vom Toyota, dessen Wassertank gen\u00fcgend Vorrat hat und zwar bis zum letzten Tag.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.12_Afrika\/dusche.jpg\" title=\"dusche.jpg\" alt=\"dusche.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Unser Waschplatz<\/p>\n<p>Heute ist Vollmond und es gibt nur ganz wenige Wolken, die sich auch langsam aufl\u00f6sen. Dies wird eine ganz spezielle Nacht und als die anderen schon schlafen gegangen sind, nehme ich mir einen Sessel und marschiere hundert Meter in die Savanne. Dort setze ich mich einfach hin und genie\u00dfe die afrikanische Nacht im Busch. Es gibt eine Unzahl an Ger\u00e4uschen, viele kenne ich, andere sind mir vollkommen r\u00e4tselhaft. Die Szene ist in helles silbernes Mondlicht getaucht &#8211; so hell, dass man problemlos ein Buch lesen k\u00f6nnte. Hin und wieder zieht ein kleiner Wolkenfetzen vor dem Mond vorbei, aber sonst ist es fast schon magisch. Ich sitze einfach da und genie\u00dfe diese Augenblicke, die ich in dieser Intensit\u00e4t auch in den vergangenen drei\u00dfig Jahren nicht oder zumindest nicht oft hatte. Das ist jetzt Afrika pur, genau hier entstand die Menschheit und hat vor hunderttausenden von Jahren den gleichen Vollmond beobachtet. Die Landschaft sah auch damals genau gleich aus und auch die Ger\u00e4usche waren die gleichen, wenngleich es seinerzeit sicher noch mehr Wildtiere gab.<br \/>\nDiese Momente sind alle Strapazen wert und mit Geld nicht bezahlbar. Ich bin dankbar, dass ich das erleben darf und gehe zufrieden zum Zelt, wo der friedlich schnarchende Philipp die afrikanische Nacht um ein weiteres Ger\u00e4usch bereichert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch in dieser Nacht gab es wieder extrem starken Tau, der jedoch durch die ersten Sonnenstrahlen sofort auftrocknet. Als ich g\u00e4hnend die Fahrert\u00fcre vom Toyota \u00f6ffne, entdecke ich Kacke auf der Motorhaube. 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