{"id":2138,"date":"2017-04-22T16:27:12","date_gmt":"2017-04-22T15:27:12","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2138"},"modified":"2017-05-19T08:10:46","modified_gmt":"2017-05-19T07:10:46","slug":"wieder-in-afrika-tag-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wieder-in-afrika-tag-15\/","title":{"rendered":"Wieder in Afrika &#8211; Tag 15"},"content":{"rendered":"<p>Pandu ist tats\u00e4chlich relativ p\u00fcnktlich, denn wir planen um 10 Uhr zu einer Spicefarm zu fahren. Es gibt auf der Insel nur wenige Stra\u00dfen, die Hauptstra\u00dfen sind sehr gut in Schuss und wir kommen flott voran, wenngleich Pandu generell einen sehr gem\u00e4chlichen Fahrstil hat. Was mich ein wenig nervt ist die st\u00e4ndige Blinkerei. Immer wenn etwas entgegen kommt, blinkt Pandu. Er m\u00f6chte damit hinter ihm fahrende Autos darauf aufmerksam machen, dass sie jetzt nicht \u00fcberholen k\u00f6nnen. Das klingt einigerma\u00dfen vern\u00fcnftig und passt irgendwie auch zum Stil des hiesigen Fahrens. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/strasse.jpg\" title=\"strasse.jpg\" alt=\"strasse.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Stra\u00dfe f\u00fchrt durch sehr fruchtbares Gebiet<\/p>\n<p>Pandu blinkt aber auch, wenn hinter uns gar niemand ist. Er macht das aber sehr bewusst und akribisch und irgendwie macht mich das ein bisschen fertig.<br \/>\nEs gibt wohltuend wenig Autoverkehr auf der Insel, die meisten fahren mit LML-Rollern und oft wartet jemand am Stra\u00dfenrand darauf, dass er mitgenommen wird.<br \/>\nPandu meint, ca. 60% der Autofahrer haben gar keinen F\u00fchrerschein. Da aber alle recht vorsichtig fahren, g\u00e4be es eher wenig Unf\u00e4lle. Wir wollten uns ja auch Roller ausborgen und ich hatte sogar einen Helm mit, es wurde aber nichts daraus, weil wir daf\u00fcr einen internationalen F\u00fchrerschein br\u00e4uchten, den Thomy und Philipp nicht haben. Es w\u00e4re ohnehin nur m\u00e4\u00dfig lustig gewesen, denn die Stra\u00dfen geben nicht wirklich was her, und man hat \u00fcberall Polizeikontrollen.<br \/>\nPandu ist ja ein mehr als nur gem\u00e4\u00dfigter Salafist, auch sein sehr dezenter Bartwuchs l\u00e4sst vielleicht nur dezente Radikalit\u00e4t zu. Das trifft auch auf seinen Fahrstil zu.<br \/>\nWir fahren an 200 Jahre alten Mangobaum-Alleen vorbei und sind nach ca. einer Stunde Fahrzeit bei der Spice Farm. Es gibt davon eine ganze Menge und Pandu f\u00fchrt uns zu einer seiner Wahl. Da wir erstens den Unterschied zu anderen nicht kennen und ihm au\u00dferdem vertrauen, passt das sehr gut.<br \/>\nEs gibt private und staatliche Farmen, unsere ist eine Touristen-Farm, wo zwar auch Gew\u00fcrze f\u00fcr den Verkauf erzeugt werden, das Gesch\u00e4ft aber in erster Linie auf Besichtigungen bzw. Vorf\u00fchrungen ausgelegt ist. Der Staat hat \u00fcbrigens das Monopol auf Gew\u00fcrznelken, die f\u00fcr den Export bestimmt sind und f\u00fcr den Export ganz generell.<br \/>\nEmpfangen werden wir von &#8222;Mr. Spice&#8220;, wie ihn uns Pandu vorstellt (wahrscheinlich hei\u00dfen die alle Mr. Spice). Sein Vater begr\u00fcndete die Farm 1972 und heute f\u00fchrt er sie als Familienbetrieb.<br \/>\nDie Tour selbst ist sehenswert, wir werden von einer Pflanze zur anderen gef\u00fchrt und Mr. Spice l\u00e4sst uns raten, worum es sich jeweils handelt. Ich errate recht viel, aber auch f\u00fcr Thomy und Philipp ist die Tour sehr interessant. Thomy arbeitet ja in einer Gew\u00fcrzfirma und sieht hier zum ersten Mal wie die Pflanzen der Gew\u00fcrze aussehen, die sie in die Firma geliefert bekommen.<br \/>\nWir bekommen so viele verschiedene Fr\u00fcchte und Gew\u00fcrze pr\u00e4sentiert, dass ich sie weder alle fotografieren konnte noch kann ich sie jetzt hier aufz\u00e4hlen oder beschreiben. Ein paar davon darf ich als Beispiel pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/mangostan.jpg\" title=\"mangostan.jpg\" alt=\"mangostan.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die tollste Frucht ist &#8222;Mangostan&#8220;, die ich bisher so \u00fcberhaupt nicht kannte. Sie hat nichts mit Mangos zu tun, sondern sieht eher aus wie mehrere Lychis ineinander. Der Geschmack ist sensationell, leicht s\u00e4uerlich und mir vollkommen unbekannt. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/zimtphil\" title=\"zimtphil.jpg\" alt=\"zimtphi.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Hochinteressant ist auch der Zimtbaum. Unter anderem wird hier die Rinde verwertet. Es wird jeweils ein Drittel heruntergeschnitten, dadurch \u00fcberlebt der Baum und die Rinde w\u00e4chst wieder nach. Es sind \u00fcbrigens alle B\u00e4ume, die interessante Fr\u00fcchte haben, auch ausgesprochen attraktiv anzusehen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/vanille.jpg\" title=\"vanille.jpg\" alt=\"vanille.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Vanille ist eher rar und unglaublich aufw\u00e4ndig in der Erzeugung. Mr. Spice erkl\u00e4rt uns genau wie die unz\u00e4hligen Arbeitsschritte ablaufen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/kardamon.jpg\" title=\"kardamon.jpg\" alt=\"kardamon.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eines meiner Lieblingsgew\u00fcrze ist Kardamon. Er w\u00e4chst auf unscheinbaren Str\u00e4uchern als Kapseln knapp \u00fcber dem Boden. Sehr interessant.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/brotfrucht.jpg\" title=\"brotfrucht.jpg\" alt=\"brotfrucht.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das ist die Brotfrucht, die hier tats\u00e4chlich als Brot verwendet wird. Bei uns ist sie vollkommen unbekannt und man bekommt sie auch in exotischen L\u00e4den nicht zu kaufen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/muskat.jpg\" title=\"muskat.jpg\" alt=\"muskat.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Besonders sch\u00f6n sind Muskatn\u00fcsse. <\/p>\n<p>Als Abschluss der Tour bekommt jeder von uns ein Armband und eine Krawatte, die vom Assistenten aus Palmbl\u00e4ttern geflochten werden. Wir bekommen au\u00dferdem ein erstklassiges Mittagessen in einer Art kleiner Halle serviert, Am Boden sitzend essen wir verschiedene Gew\u00fcrzreisgerichte mit einem Gem\u00fcse, von dem ich noch nie auch nur geh\u00f6rt habe. Dazu gibt es Thunfischfilets und Mineralwasser. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/essen.jpg\" title=\"essen.jpg\" alt=\"essen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Mittagessen<\/p>\n<p>Es ist das beste Essen des Urlaubs, jeder Bissen eine Geschmacksexplosion und gesund obendrein. Genau das w\u00fcrde ich in Jambiani auch gerne essen, da k\u00f6nnte ich auf all die Calamari fritti und Pommes locker verzichten.<br \/>\nLeider gibt es das nur hier, es ist einheimisches Essen, in dem Sinn nichts besonderes, g\u00fcnstig und gut zugleich. Mir ist unbegreiflich, warum wir das in Jambiani nicht bekommen k\u00f6nnen, in keinem der Restaurants.<br \/>\nM\u00f6glicherweise ist es so wie an vielen Orten dieser Welt, an denen die Touristen das Sagen haben, denn die meisten haben Angst vor allem, was nicht wie daheim schmeckt. Daher wollen Sie Schnitzel und Burger und Pommes und bekommen sie auch. Was ihnen entgeht, erfahren sie meistens nie.<\/p>\n<p>Wir fahren gut ges\u00e4ttigt weiter, nachdem wir uns eine knappe Stunde auf den Palmbl\u00e4ttermatten ausgestreckt und dem gerade niederprasselnden Regenschauer zugeh\u00f6rt haben. Jetzt geht es nach Stonetown, der zweiten Attraktion Sansibars.<br \/>\nDie Fahrt dauert nicht lange, da wir uns sowieso schon im Norden der Insel befinden. Nachdem Thomy es strikt ablehnt einen F\u00fchrer zu nehmen und die Altstadt unbedingt alleine erkunden will, machen wir mit Pandu aus, dass er uns in zwei Stunden wieder abholt.<br \/>\nEs ist superhei\u00df und wir starten in die schattigen Gassen von Stonetown. Hier wurde Freddy Mercury geboren (er hie\u00df eigentlich Farrokh Bulsara), damals war die Insel noch das Sultanat Sansibar, sp\u00e4ter wurde es dann von Tansania annektiert.<br \/>\nEin klein wenig erinnert die Stadt an Venedig, ist aber nat\u00fcrlich noch deutlich exotischer und vor allem viel lebendiger, da sie ganz normal bewohnt wird, Venedig hingegen fast schon ein reines Museum ist.<br \/>\nAlso ziehen wir los und lassen uns einfach durch die Gassen treiben. So richtig friedlich durchwandern kann man nicht, denn st\u00e4ndig kommen Mopeds, Roller und Motorr\u00e4der durch die engen Gassen und man muss auf die Seite springen. Fahrverbote gibt es nicht oder sie werden nicht eingehalten, \u00e4hnlich halten es die Menschen auf Sansibar mit der Helmpflicht. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/moped.jpg\" title=\"moped.jpg\" alt=\"moped.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gasse mit Roller &#8211; aber auf dem Bild sind auch die Balkone gut zu sehen, die es fast \u00fcberall gibt. Sie sind oft aufw\u00e4ndig gestaltet und passen gut in das Stadtbild. <\/p>\n<p>Alles, was mit Vorschriften zu tun hat, wird hier lockerer gesehen als in Europa, viel lockerer. Das n\u00e4chste Bild zeigt die elektrische Anlage an einem H\u00e4usereck in Stonetown.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/elektrik.jpg\" title=\"elektrik.jpg\" alt=\"elektrik.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: F\u00fcr jeden Elektriker sch\u00f6ner als jeder Horrorschocker<\/p>\n<p>Die Stadt ist nat\u00fcrlich gewachsen, verwinkelt und sehr authentisch. Alt trifft neu und man merkt, dass es sich nicht um ein Museum handelt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/boiler.jpg\" title=\"boiler.jpg\" alt=\"boiler.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Irgendwo in Stonetown &#8211; uralte H\u00e4user, dazwischen eine Wassertonne und ein modernes Auto.<\/p>\n<p>Aber es wird nicht alles dem Zufall \u00fcberlassen, es gibt Planung und staatliche Stellen, die sich um die Erhaltung der Altstadt k\u00fcmmern. Das zeigen etwa die Kanaldeckel wie der folgende:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/kanaldeck.jpg\" title=\"kanaldeck.jpg\" alt=\"kanaldeck.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die &#8222;Stonetown Erhaltungs- und Entwicklungsbeh\u00f6rde Sansibar&#8220; &#8211; es d\u00fcrfte sie wirklich geben.<\/p>\n<p>Die Stadt spiegelt ihr eigenes Image wieder &#8211; leicht geheimnisvoll, eine Mischung aus orientalisch und afrikanisch, traditionell, ein wenig vertr\u00e4umt, vielseitig und alt. All das stimmt irgendwie und gibt in seiner Mischung der Stadt ein gewisses Flair, das man erleben kann, wenn man sich nicht dagegen str\u00e4ubt. Ein Symbol der Vergangenheit ist das alte Fort, das seinerzeit wohl zur Verteidigung gedient hat.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/fort.jpg\" title=\"fort.jpg\" alt=\"fort.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein Blick auf das alte Fort<\/p>\n<p>Es gibt aber nicht nur alte Steine in Stonetown. Moderne und teure Hotels, die aber so gebaut wurden, dass sie stilistisch nicht negativ auffallen, zumindest von au\u00dfen. Und es wird renoviert, wenn auch auf die afrikanische Art:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/renov.jpg\" title=\"renov.jpg\" alt=\"renov.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein Haus wird renoviert. Das dazu geh\u00f6rige Ger\u00fcst w\u00fcrde bei uns sofort zu einem Gro\u00dfeinsatz der Feuerwehr f\u00fchren, zur Sperrung einer ganzen Stra\u00dfe und zu einer Lawine von Anzeigen. Hier ist das alles ganz normal.<\/p>\n<p>Da die Stadt nat\u00fcrlich gewachsen ist, sind ihre Gassen sehr verwinkelt und da wir keinen F\u00fchrer haben, gehen wir hin und wieder im Kreis. Dann hilft es einen Einheimischen zu fragen, wo denn etwa der Weg zu der gro\u00dfen Kirche ist, die wir suchen. Dann hat man eine gute Chance eine Zeit lang das Kreisen fortzusetzen, denn die Antwortkombi &#8222;da vorne links, dann rechts, wieder links und dann seht ihr sie eh schon&#8220; f\u00fchrt genau irgendwo hin, aber nicht zum gew\u00fcnschten Ort. Wir hatten aber den Eindruck, dass sich die Leute ehrlich bem\u00fchen uns den richtigen Weg zu erkl\u00e4ren. Geschafft hat es dann eine Amerikanerin, die uns die richtige links-rechts-Kombination verraten hat.<br \/>\nDazwischen spazieren wir durch Gassen, die Touristenshops enthalten. Das Angebot entspricht mehr oder weniger dem vom Blue Market in Nairobi, nur steht auf den T-Shirts halt &#8222;Sansibar&#8220; und nicht &#8222;Kenya&#8220;. Ich kaufe mir eine kleine Schatztruhe aus Ebenholz um freundliche zehn Euro, was mich eine Viertelstunde feilschen kostet und ein paar Nerven von Thomy, der weiterziehen m\u00f6chte.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/shop.jpg\" title=\"shop.jgp\" alt=\"shop.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gesch\u00e4fte gibt es nicht \u00fcberall, aber in ausreichender Menge um daran nicht wirklich vorbeigehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das nette an Stonetown ist vor allem, dass man den Eindruck bekommt, dass sich die Stadt selbst nicht so wichtig nimmt. Sie ist ein ganz normaler Ort zu leben und daher gibt es auch sch\u00f6nere und weniger sch\u00f6ne Ecken. Etwas Besonderes sind jedoch die T\u00fcren, die seit Ewigkeiten aufw\u00e4ndig geschnitzt werden und zu den Sehensw\u00fcrdigkeiten geh\u00f6ren, die in keinem Reisef\u00fchrer fehlen und einen guten Teil des Images von Sansibar ausmachen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/t\u00fcre.jpg\" title=\"t\u00fcre.jpg\" alt=\"t\u00fcre.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine der verzierten T\u00fcren. Sie sind nicht alle in gutem Zustand und auch nicht alle gleich aufw\u00e4ndig, aber sie geh\u00f6ren zum Bild der Stadt untrennbar dazu.<\/p>\n<p>Weniger sch\u00f6n sind die H\u00e4user, die krampfhaft versuchen modernen Komfort mit traditionellem Aussehen zu verbinden. Das wirkt gek\u00fcnstelt und schlicht und einfach schiach:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/klima.jpg\" title=\"klima.jpg\" alt=\"klima.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein Geb\u00e4ude, das mit Plastikfenstern versucht alte Fenster nachhzuahmen. Dazu die Geschw\u00fcre der Klimaanlagen.<\/p>\n<p>Das wichtigste der Stadt sind jedoch ihre Menschen. Sie machen Stonetown erst lebendig und bunt und vielf\u00e4ltig. Als wir um eine Ecke biegen kommen uns drei junge Damen entgegen, die Rollen in der Hand tragen. Aus irgend einem Grund spreche ich sie an, was mir in dieser Sekunde als Wagnis vorkommt, denn erstens wissen wir nicht, ob das erlaubt ist, und zweitens kann ich nicht absch\u00e4tzen, wie sie reagieren werden. Egal &#8211; ich frage sie, was die Rollen bedeuten und sie antworten sehr offen und freundlich, dass sie gerade ihren Abschluss einer Hochschule gemacht h\u00e4tten. Ich begl\u00fcckw\u00fcnsche sie dazu und sie haben eine Riesenfreude.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/diplom.jpg\" title=\"diplom.jpg\" alt=\"diplom.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Als die drei weiterziehen mache ich noch ein schnelles Bild. Sie ganz normal zu fotografieren hab ich mich nicht getraut.<\/p>\n<p>An dieser Geschichte k\u00f6nnen wir selbst den Kulturunterschied erkennen, aber auch, wie schnell man ihn zumindest teilweise \u00fcberwinden kann. Die Br\u00fccke, die ich zu den drei jungen Damen geschlagen habe, war schmal und nicht belastbar, aber sie war da.<br \/>\nLeichter ist der Kontakt zu den Kindern. Es gibt sie hier in gr\u00f6\u00dferer Zahl und wie auf Sansibar scheinbar \u00fcblich, rennen sie hier einfach herum, stets auf der Suche nach etwas Neuem bzw. ein wenig Spa\u00df.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/kidsstone.jpg\" title=\"kidsstone.jpg\" alt=\"kidsstone.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Kinder in Stonetown sind genauso s\u00fc\u00df wie sonst \u00fcberall. Sie sind nicht verschreckt und fangen sofort an Grimassen zu schneiden und herumzutanzen, ganz wie Kinder eben. Und sie betteln nicht, wenngleich sie nat\u00fcrlich etwas nehmen, wenn man es ihnen gibt. Sobald sie alt genug sind, um alleine gehen zu k\u00f6nnen, sind sie auf der Stra\u00dfe und begleiten ihre \u00e4lteren Geschwister. <\/p>\n<p>Es ist sehr hei\u00df und wir rennen schon seit gut 1,5 Stunden ohne Pause durch die Altstadt. Da kann ein k\u00fchler Drink nicht schaden und wir schlagen uns zum Meer durch, denn die Strandpromenade ist nett und dort finden wir auch ein Lokal mit ein paar Pl\u00e4tzen. Ich bestelle ein &#8222;Soda&#8220; &#8211; so hei\u00dfen alle klassischen Limonaden, meist mit einer Unmenge an Zucker, weswegen sie wahrscheinlich so beliebt sind.<br \/>\nMein Soda ist mit Tamarindengeschmack und wird wie so viele dieser Produkte von Coca Cola erzeugt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/cola.jpg\" title=\"cola.jpg\" alt=\"cola.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Cola, nur mit anderem Aroma<\/p>\n<p>Wir h\u00e4ngen ein wenig an der Promenade herum und beobachten drei Ausflugsschiffe, die sich dem Hafen n\u00e4hern. Ihnen entsteigt eine Unmenge an Pauschaltouristen, die meisten glaube ich Italiener. Sie mieten als gro\u00dfe Gruppe so ein Schiff und fahren damit zur Sandbank hinaus, die zwischen Ufer und Riff entstanden ist. Sie ist nicht permanent, als Ausflugsziel aber scheinbar sehr gesch\u00e4tzt.<br \/>\nWir machen uns langsam auf den Weg zum Treffpunkt, wo Pandu auf uns warten soll. Ach ja &#8211; Katzen gibt es auch auf Sansibar und sie sind so entspannt wie die Menschen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/cat.jpg\" title=\"cat.jpg\" alt=\"cat.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: eine Katze am Motorroller, nicht sehr schreckhaft.<\/p>\n<p>Pandu ist p\u00fcnktlich und verl\u00e4sslich und so machen wir uns wieder auf den Weg nach Jambiani, voll mit einer Menge toller Eindr\u00fccke und Erlebnisse. Auf der Fahrt sehen wir LKW mit Korallenbl\u00f6cken. Pandu best\u00e4tigt meinen Verdacht, dass hier sehr viel mit solchen Bl\u00f6cken gebaut wird. Das gef\u00e4llt mir nur bedingt, weil die Korallenriffe sind der Schutz der Insel und ich kann mir nicht vorstellen, dass die &#8222;Ernte&#8220; dieser Bl\u00f6cke sich auf uralte und abgestorbene Korallen in unwichtiger Lage beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.03.17_Afrika\/baulaster.jpg\" title=\"baulaster.jpg\" alt=\"baulaster.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Lastw\u00e4gen mit Korallenbl\u00f6cken als Baumaterial.<\/p>\n<p>Nach einer unspektakul\u00e4ren R\u00fcckfahrt kommen wir am sp\u00e4teren Nachmittag wieder in Jambiani an und k\u00f6nnen den Rest des Tages noch n\u00fctzen um ein wenig schwimmen zu gehen oder ein gutes Buch zu lesen.<br \/>\nAls der Abend hereinbricht machen wir uns wieder auf die Suche nach einem guten Restaurant. Die Wahl f\u00e4llt auf das &#8222;Sea View&#8220;, das sich als nicht besser oder schlechter als die anderen herausstellt. So gutes Essen wie zu Mittag werden wir wohl nicht mehr bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pandu ist tats\u00e4chlich relativ p\u00fcnktlich, denn wir planen um 10 Uhr zu einer Spicefarm zu fahren. Es gibt auf der Insel nur wenige Stra\u00dfen, die Hauptstra\u00dfen sind sehr gut in Schuss und wir kommen flott voran, wenngleich Pandu generell einen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-2138","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reiseberichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2138"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2138\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2183,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2138\/revisions\/2183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2138"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}