{"id":215,"date":"2009-09-02T12:30:10","date_gmt":"2009-09-02T11:30:10","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=215"},"modified":"2017-07-15T10:13:18","modified_gmt":"2017-07-15T09:13:18","slug":"kurzlich-im-akh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/kurzlich-im-akh\/","title":{"rendered":"K\u00fcrzlich, im AKH"},"content":{"rendered":"<p>Wien, Alserstra\u00dfe, 27. August um ca. 18 Uhr.<br \/>\nEin stehender Kleintransporter, links \u00fcberholen, ein Randstein, quergestellt&#8230; und einen Augenblick danach am Boden.<br \/>\nPassanten eilen herbei, zwei Herren stellen das Fahrzeug auf, eine Dame fragt mich, ob ich alle Gliedma\u00dfen bewegen oder gar aufstehen kann.<br \/>\nNach einigen Augenblicken geht das und ich kann die Gilera auf die Parkspur fahren.<br \/>\nZuf\u00e4llig kommt gerade die Polizei vorbei, f\u00e4hrt aber gleich weiter, als gekl\u00e4rt ist, dass kein Fremdverschulden vorliegt.<br \/>\nEin freundlicher Herr hat die Rettung gerufen, die auch wenige Minuten sp\u00e4ter da ist und mich fragt, wie es mir geht.<br \/>\nDas Problem: Woher soll ich das wissen? Bin ich der Herold? Ich kann mit dem linken Fu\u00df nicht gut auftreten und der R\u00fccken schmerzt und es hat mich als Ganzes ziemlich durchgebeutelt.<br \/>\nWir beschlie\u00dfen, dass sie mich ins Krankenhaus mitnehmen &#8211; man wei\u00df ja nie, was da so kaputt ist.<\/p>\n<p>Das AKH liegt nur wenige Minuten entfernt, auf einer fahrbaren Liege (es ist schon m\u00fchsam, aber ich kann noch allein draufklettern) werde ich in die Unfallaufnahme gefahren. Dort herrscht reger Betrieb (wie ich sp\u00e4ter erfahre, ist das AKH das einzige Spital in Wien, das an diesem Abend Betrieb hat).<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich ein bekanntes Gesicht &#8211; &#8222;Hallo!&#8220; &#8211; &#8222;Ja Servus Guido, was machst Du denn da?&#8220; &#8222;Motorradunfall&#8220; &#8211; &#8222;Ah, das trifft sich gut, ich beginne eh gerade meinen Dienst&#8220;.<br \/>\nGl\u00fcck im Ungl\u00fcck, dass ich mit Johannes vor 1,5 Jahren eine Kabine auf Tauchsafari geteilt habe. Nun ist er diensthabender Arzt auf der Unfallaufnahme.<\/p>\n<p>Das Warten beginnt. Vor langer Zeit schon hat man den Menschen, die in Krankenh\u00e4usern versorgt werden, den richtigen Namen gegeben: Patienten (vom lateinischen &#8222;patientia&#8220;, das hei\u00dft &#8222;Geduld&#8220;).<\/p>\n<p>Das Publikum ist gut gemischt &#8211; Sturzbesoffene reihern in ein Eck, verletzte Sandler pinkeln in ein anderes, es ist erstaunlich viel Migrationshintergrund im Raum, kleine Kinder, die auf die Herdplatte gegriffen haben, Verr\u00fcckte, die sich wieder einmal geschnitten haben etc. Die meisten Menschen haben irgendwelche Angeh\u00f6rigen dabei, die beruhigend auf sie einreden, meist \u00fcber l\u00e4ngere Zeit.<\/p>\n<p>Hin und wieder kommt einer der \u00c4rzte aus einem der Aufnahmer\u00e4ume und versucht, einen Namen so zu br\u00fcllen, dass sich die betroffene Person auch angesprochen f\u00fchlt. Durch die Betrunkenen, die meist eine andauernde Schimpftirade auf die ganze Welt und noch ein bisschen mehr loslassen, liegt eine leicht aggressive Stimmung in der Luft.<br \/>\nDie G\u00e4nge sind samt und sonders voll mit fahrbaren Betten, auf denen Verletzte liegen, die auf irgend einen Teil ihrer Behandlung warten. St\u00e4ndig kommen neue hinzu, die Rettung rollt ununterbrochen neue Kandidaten herein.<\/p>\n<p>&#8222;Ein sehr stressiger Abend heute&#8220;, seufzt Johannes, als er ein paar Augenblicke f\u00fcr mich Zeit hat. Ich habe Gl\u00fcck und er kann mich noch vor Schichtwechsel zum R\u00f6ntgen bringen. &#8222;Das dauert sonst allein drei Stunden&#8220; h\u00f6re ich.<br \/>\nDer R\u00f6ntgenapparat ist von unglaublicher Dimension und spielt alle St\u00fcckeln, ich bin dort blitzschnell fertig.<br \/>\nWeniger blitzschnell geht dann der Rest. W\u00e4hrend ich auf das Ergebnis des Befunds warte (ich konnte dank meiner Protektion den Gang bekommen, der weder vollgepinkelt noch vollgebrochen ist), kommt Thomy vorbei und hilft mit guten Worten (&#8222;da h\u00e4tt mehr passieren k\u00f6nnen&#8220;) und konkreten Taten (Abholen der abgebrochenen Top-Box von der Gilera aus der Alserstra\u00dfe, bevor sie F\u00fc\u00dfe bekommt).<br \/>\nDann kommt eine \u00c4rztin und berichtet von zwei gebrochenen Mittelfu\u00dfknochen und einer Woche Spaltgips sowie zwei weiteren Wochen Gehgips. Auf meine Frage nach Alternativen meint sie s\u00e4uerlich, ich k\u00f6nne ja ein Revers unterschreiben und heimgehen und ob ich das will&#8230; ich w\u00e4hle den Gips.<\/p>\n<p>Dann wieder Warten am Gang. Als Johannes wieder einmal vorbeischaut, kollabiere ich das erste Mal. Er beschlie\u00dft daraufhin, dass ich wegen Verdacht auf innere Blutungen nun nicht nur die ohnehin routinem\u00e4\u00dfige Harnprobe brauche (auf die ich mittels mehrerer Becher Wasser bereits seit zwei Stunden hinspare), sondern eine Ultraschalluntersuchung.<\/p>\n<p>Mein Bruder kommt vorbei und bringt mir ein paar Kr\u00fccken &#8211; die sind im AKH an diesem Abend n\u00e4mlich gut, aber aus. F\u00fcr den Kreislauf bringt er mir eine Flasche Cola, die ich aber nicht wirklich runter kriege.<\/p>\n<p>Der R\u00fccken schmerzt zusehends mehr und schwillt ordentlich an. Ich beginne zu vermuten, dass der Aufprall gegen irgendeinen Pfeiler doch mehr kaputt gemacht hat, als ich dachte. Mir d\u00e4mmert, dass es mit dem Heimgehen heute eher schlecht aussieht. Werde ich jetzt geschluckt von dem monstr\u00f6sen Apparat des AKH?<\/p>\n<p>Eine Blutabnahme soll auf die H\u00e4matokritwerte untersucht werden, da k\u00f6nnte man innere Blutungen feststellen, meint Johannes. Als er mir Blut abzapft, kollabiere ich zum zweiten Mal. Besonders unangenehm ist daran immer der Zustand des Aufwachens, zumindest bei mir herrscht komplette Orientierungslosigkeit: Wer bin ich? (das war schnell gekl\u00e4rt), wo bin ich und wer zum Teufel sind diese Leute, die mich freundlich-routiniert anstarren?<\/p>\n<p>Dann wieder warten, warten und dann der Ultraschall. Eine sehr fesche \u00c4rztin schmiert meinen Bauch mit kaltem, glitschigem Gel ein und untersucht mich mit sorgenvoller Miene. Dann holt sie noch eine Kollegin dazu und beide sinnieren \u00fcber den Bildern meines Bauches. Uneinigkeit, Unsicherheit &#8211; ist das was zu sehen oder nicht?  Mein Verdacht, dass ich da heute nicht mehr wegkomme, erh\u00e4rtet sich.<\/p>\n<p>Die Frage eines Patienten, warum bei der Aufnahme mehrere Herren in Security-Uniformen herumstehen, beantwortet sich von selbst. Ein Betrunkener randaliert und attackiert einen der Herren mit einem Schraubenzieher. Das f\u00fchrt zu einer ordentlich blutenden Fleischwunde im Arm und Gott sei Dank ist man bereits dort, wo man in solchen F\u00e4llen hingeh\u00f6rt, n\u00e4mlich in der Unfallaufnahme. Ein Patient mehr oder weniger ist auch schon egal.<\/p>\n<p>Nach einiger Wartezeit erfolgt dann meine Aufnahme auf Station 19C (Unfallchirurgie) plus der Ank\u00fcndigung, dass das Riesenh\u00e4matom (eine Art gigantischer blauer Fleck, siehe Bild von heute, 5 Tage sp\u00e4ter) m\u00f6glicherweise operiert werden muss (was bedeutet das? Wegschneiden? Aussaugen?)<br \/>\nBeim Umbetten auf das Stationsbett dann der n\u00e4chste Kollaps, diesmal aufgrund der Schmerzen am R\u00fccken.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2009.09.02_AKH\/hematom.jpg\" title=\"hematom.jpg\" alt=\"hematom.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: gro\u00dfes Hematom am R\u00fccken<\/p>\n<p>Auch auf der Station wurde ich am Gang geparkt, allerdings in erster Linie, um die bereits schlafenden Patienten im Zimmer nicht aufzuwecken (Dreibettzimmer, die sogenannte &#8222;Normalklasse&#8220; f\u00fcr die Leute ohne Zusatzversicherung).<\/p>\n<p>Der h\u00e4ufigste Satz im AKH (und wahrscheinlich auch in anderen Krankenh\u00e4usern) lautet auf Seiten der Angestellten &#8222;Wie geht es Ihnen?&#8220; &#8222;WIE GEHT ES IHNEN?&#8220; (das zweite Mal wesentlich lauter, das liegt an den vielen alten Patienten, die nicht so gut h\u00f6ren) Dieser Satz wird oft noch durch eine von drei Endungen erg\u00e4nzt, die da lauten 1) heute, 2.) so, 3.) denn.<br \/>\nSeitens der PatientInnen lautet der bei weitem h\u00e4ufigste Satz &#8222;Wann werde ich entlassen?&#8220; bzw. &#8222;Werde ich heute entlassen?&#8220; bzw. &#8222;Ich will nach Hause.&#8220;<\/p>\n<p>Im Nebenbett am Gang lag ein Rum\u00e4ne, der einen Bruder hat und gemeinsam hatten sie Streit mit einem anderen Br\u00fcderpaar. Einer der anderen Br\u00fcder hatte ihm 3x mit einem Hammer auf den Sch\u00e4del geschlagen, mein Nachbar war somit nicht gerade topfit.<br \/>\nIn gebrochenem Deutsch schilderte er der sehr geduldigen und sehr netten \u00c4rztin, dass er ein sehr friedfertiger Mensch sei. Ob er was getrunken h\u00e4tte? Nein, er trinke nie und sei sehr stolz darauf. Er h\u00e4tte aber an diesem Abend 3 Kr\u00fcgerl und 1-2 Schn\u00e4pse getrunken, das wisse er noch und au\u00dferdem wolle er jetzt nach Hause gehen.<br \/>\nEr konnte nicht und die erstaunlich geduldige \u00c4rztin erkl\u00e4rte ihm und seiner Frau wie das so aussehe mit Hammer am Kopf und Gehirnersch\u00fctterung und pl\u00f6tzlicher Kollaps und dass das im Krankenhaus wesentlich ungef\u00e4hrlicher w\u00e4re. Er bleibt da, basta, und zwar 24 Stunden unter Beobachtung, dann d\u00fcrfe er wieder gehen.<\/p>\n<p>Es muss sehr frustrierend sein, sich einen ganzen (Nacht-)Dienst lang mit Menschen herum\u00e4rgern zu m\u00fcssen, die nur sehr wenig oder gar kein Deutsch k\u00f6nnen und denen man auch noch medizinische Details erkl\u00e4ren muss und die immer alle nur gleich weg wollen.<br \/>\nNachdem ich noch einen weiteren sportlich wertvollen Kollaps zustande gebracht hatte, wurde es der \u00c4rztin zu gef\u00e4hrlich und sie schickte mich in den sogenannten &#8222;Schockraum&#8220; (das ist mehr oder weniger die Intensivstation), um mich aufp\u00e4ppeln und genauer untersuchen zu lassen.<br \/>\nIm AKH bedeutet das eine sehr schr\u00e4ge Fahrt durch viele viele G\u00e4nge und ebenso viele Kurven, es gibt jede Menge Neonr\u00f6hren zu bestaunen und die T\u00fcren gehen automatisch auf und die Farben sind sehr, \u00e4h, medizinisch. Die Atmosph\u00e4re ist extrem steril, technisch, metallisch und das ganze Haus ist so gebaut, dass man mit den Betten st\u00e4ndig wo andonnert.<br \/>\nEs ist letztlich nicht f\u00fcr Menschen gebaut, sondern f\u00fcr medizinische Ger\u00e4te und das notwendige Drumherum, zumindest ist das mein bauliches Fazit.<br \/>\nDie Fenster in den Krankenzimmern etwa k\u00f6nnen ge\u00f6ffnet werden (also jedes dritte), das ist aber &#8211; erstes \u00c4tsch! &#8211; nicht erlaubt, sie sind mit einem Schloss versperrt.<br \/>\nDer Fernseher im Zimmer verlangt erstens nach einer kostenpflichtigen Wertkarte und ist zweitens so angebracht, dass nur das Fensterbett was sehen kann (zweites \u00c4tsch!).<br \/>\nIm Bad gab es neben der Waschmuschel keine Glocke (drittes \u00c4tsch!), so dass die Pfleger improvisierend aus Stoffschn\u00fcren eine Art Umleitungsseilzug bastelten, den sie dann so anbrachten, dass ich im Kollapsfall die Glocke l\u00e4uten h\u00e4tte k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Auf der Intensivstation wurde ich von zwei jungen, sehr netten und extrem professionellen \u00c4rzten empfangen, die vor allem sehr viel Ruhe ausstrahlten. Binnen weniger Minuten hatten sie aus mir eine Art Cyborg gemacht, gut verkabelt mit vielen Schl\u00e4uchen und Fl\u00fcssigkeiten, die in meinen K\u00f6rper rannen und Monitoren, die das \u00fcberwachten und hin und wieder &#8222;piep&#8220; machten. Dazu verpassten sie mir noch einmal eine Ultraschalluntersuchung, Sauerstoff und was ihnen sonst noch so einfiel, um mich wieder in einen halbwegs brauchbaren Zustand zu bekommen.<br \/>\nDie urspr\u00fcnglich von Johannes abgenommene Blutprobe war verschwunden und ist es bis zum heutigen Tag. Irgendwo irrt nun ein einsames R\u00f6hrchen oder ein Befund durch die unendlichen Weiten des Alls, \u00e4h, AKHs, um letztlich irgendwann den Weg allen M\u00fclls zu gehen.<\/p>\n<p>Nachdem die beiden Herren mich stabilisiert hatten, wurde die R\u00fcckfahrt auf die Station organisiert. Das ist gar nicht so eine einfache Sache im AKH, denn es m\u00fcssen t\u00e4glich sehr viele Patienten transportiert werden und so gibt es eine Art eigene Kaste, Transporteure, die man wie ein Taxi bestellen muss und die auch so p\u00fcnktlich sind wie Taxifahrer (manchmal sofort da, bei der Schlussuntersuchung hab ich \u00fcber eine Stunde gewartet). Sie fahren auch wie Taxifahrer, sehen so aus (bis auf die Uniformen) und waren vermutlich einmal Taxifahrer. Taxameter konnte ich zwar keinen entdecken, aber das hat meine Vermutung nicht zerstreut.<\/p>\n<p>Die nun folgende Nacht geh\u00f6rt zu den eher weniger angenehmen Erlebnissen. An Schlaf war nicht heranzukommen, aber fad wurde mir auch nicht &#8211; wer Schmerzen hat, dem ist nicht fad.<\/p>\n<p>Wenigstens hatte ich meine Infusionen und mein M\u00e4usekino, den Kontrollmonitor. So konnte ich die ganze Nacht \u00fcber sehen, dass meine Sauerstoffs\u00e4ttigung zwischen 98 und 100% liegt und mein Ruhepuls zwischen 53 und 65 schwankt. In der Fr\u00fch konnte ich dann meine Nachbarn erkennen. Links ein 95 Jahre altes M\u00e4nnchen, das best\u00e4ndig vor sich hinfluchte (Orschl\u00f6cher, Saugfrasta etc.) und Gott sei Dank zu Mittag entlassen wurde, abgeholt von einem ca. 85-J\u00e4hrigen, vielleicht ein Fluchkumpan.<br \/>\nRechts ein pensionierter Turnlehrer, nett, aber auch irgendwie leicht verwirrt, mit gerade ausgeheiltem Knie. Er brauchte etwa eine Stunde, um eine Tasche zusammenzupacken.<br \/>\nGenerell findet man auf der Unfallchirurgie sehr viele Sturzopfer, fast immer alte Leute. Hier w\u00fcrde ein \u00f6sterreichweites Pr\u00e4ventivprogramm dem Staat sehr viel Geld sparen helfen. Die AUVA macht dahingehend so zarte Versuche, dass sie es gar nicht wirklich ernst meinen kann.<\/p>\n<p>Nach der Entlassung des Turnlehrers kam ein junger Mann, dessen Geburtsjahr nicht schwer zu erraten ist, er hei\u00dft &#8222;Kevin Bauer&#8220; und hatte ebenfalls einen Motorradunfall, sein Kn\u00f6chel hatte eine Art Umspannwerk drauf sitzen, das im Laufe des Vormittags entfernt wurde.<br \/>\nLinks kam dann Herr Tullner, ein alter Mann, der wahrscheinlich ein Schlagl hatte (sp\u00e4ter stellte sich heraus, Parkinson), auf jeden Fall konnte er nicht sprechen, maximal ein &#8222;nga aule&#8220; kam heraus (das konnte von den Schwestern zweifelsfrei als &#8222;nach Hause&#8220; identifiziert werden, ein bekannter Wunsch). Die Geduld der Schwestern und Pfleger mit diesen und anderen F\u00e4llen ist bewundernswert, denn die Patientinnen und Patienten sind oft dumm, aggressiv, wehleidig (au, au, auweh, auwehgerl&#8230; noch bevor sie angehoben werden) oder einfach nur m\u00fchsam.<\/p>\n<p>Es war mir zuvor zwar schon bekannt, aber in dieser Deutlichkeit doch ein eigenes Erlebnis wert, die Krankenhaushierarchie zu bestaunen:<br \/>\nGanz unten sind die Putzen, allesamt weiblich und mit deutlichem Migrationshintergrund. Sie wischen und leeren Mistk\u00fcbel aus, haben braune Kittel und nichts sonst zu sagen.<br \/>\nDar\u00fcber kommen die Essensbringerinnen. Sie haben gr\u00fcne Kittel, nehmen gewisse W\u00fcnsche auf (&#8222;bitte dorthin stellen, Danke&#8220;) und sind meist sehr freundlich.<br \/>\nDar\u00fcber stehen die Transporteure, die den ganzen Tag Betten von A nach B und wieder zur\u00fcck schieben. Sie sind sehr wichtig f\u00fcr den Betrieb, haben aber sonst nichts mitzureden.<br \/>\nDann kommen die Schwestern. Sie sind das Herzst\u00fcck des Stationsbetriebs, k\u00f6nnen und d\u00fcrfen viel machen, antworten aber auf die meisten medizinischen Fragen (&#8222;Wann werde ich entlassen? Brauche ich noch eine Infusion? Mir tut es da so weh&#8230; etc.&#8220;) mit der Standardantwort &#8222;Das muss ein Arzt entscheiden.&#8220;<br \/>\nDar\u00fcber ist die Oberschwester (oder der Oberpfleger), sozusagen der Vizeleutnant des Krankenhauses. Sie hat schon viel zu sagen und ist leicht zu erkennen, denn alle anderen fragen sie um Rat, lassen sie entscheiden etc. Sie macht auch die Entlassung und Verabschiedung, zumindest die Formalit\u00e4ten.<br \/>\nDann kommen die PhysiotherapeutInnen, die f\u00fcr die Einschulung im Kr\u00fcckengehen und andere Beweglichkeitsfragen zust\u00e4ndig sind. Sie sind eine Art Fachpersonal und rangieren eher seitlich \u00fcber dem Pflegepersonal.<br \/>\nNun kommt der Adel. Ganz unten, sozusagen im Rang des F\u00e4hnrichs, sind die Turnus\u00e4rzte. Dar\u00fcber die Stations\u00e4rzte, diverse Fach\u00e4rzte, die nach Operationen vorbeischauen, dann der Oberarzt und schlie\u00dflich der Primarius.<br \/>\nWenn ein Oberarzt Visite macht, dann erh\u00e4lt man die Gelegenheit, Hierarchie in all ihren Ausw\u00fcchsen live zu erleben. Die \u00c4rzte und die Oberschwester scharwenzeln um ihn herum (eine der seltenen guten Gelegenheiten, das wundersch\u00f6ne alte Wiener Wort noch zu verwenden).<br \/>\nSelbst baumlange Jung\u00e4rzte werden zu Zwergen, man duckt sich unterw\u00fcrfig, murmelt &#8222;Jawohl&#8220; und &#8222;sehr richtig&#8220; und lacht, wenn der Oberarzt einen Witz reisst, egal ob der lustig ist oder nicht. K\u00f6rperliche und geistige Unterordnung ist oberste Pflicht.<br \/>\nDas geschieht auch, wenn der Oberarzt sehr jung ist oder ein junger Arzt statt dem Oberarzt die Visite macht. Dann schl\u00fcpft er sofort in die Rolle und hat das gleiche Gehabe (zwei Tage sp\u00e4ter war der gleiche Jungarzt so klein und devot wie alle anderen).<br \/>\nNur Primarien sind noch weiter oben, sie werden regelrecht hofiert, man r\u00e4umt eventuell im Weg stehende Gegenst\u00e4nde weg, putzt die Station durch etc.<br \/>\nRund um die Ober\u00e4rzte gibt es folgende Rituale:<br \/>\n1. Man h\u00f6rt ihn schon von weitem, er ist au\u00dferdem vom Reden der lauteste auf der Station.<br \/>\n2. Meist ein g\u00f6nnerhaftes, aber streng-v\u00e4terliches Gehabe<br \/>\n3. Die Visite wird (nicht immer) per Lautsprecher in alle Zimmer angek\u00fcndigt, damit man sich vorbereiten, alles herrichten kann etc.<br \/>\n4. Er hat ein Monopol auf Scherze, Witze, lehrreiche Geschichten etc. &#8211; und selbstverst\u00e4ndlich eines auf die medizinische Wahrheit.<br \/>\n5. Andere \u00c4rzte fragen ihn um Rat.<br \/>\n6. Er kann Bestimmungen erlassen oder aufheben.<\/p>\n<p>Dann gibt es noch das Ritual der Best\u00e4ubung: Der Oberarzt (samt Gefolge) h\u00fcpft von Bl\u00fcte zu Bl\u00fcte (Zimmer zu Zimmer, Patient zu Patient) und nimmt Informationen auf (\u00fcber ihr Befinden, &#8222;na, wie geht es uns heute?&#8220;) und teilt Anordnungen aus (&#8222;entlassen,&#8220; &#8211; &#8222;absetzen&#8220;, &#8222;erh\u00f6hen&#8220; etc.). Dadurch steuert er das Leben\/Wachstum\/die Ver\u00e4nderung auf der Station und hinterl\u00e4sst gr\u00fcndliche Duftmarken.<br \/>\nJeder neue Oberarzt, der durchgeht, best\u00e4ubt neu.<\/p>\n<p>Wozu dient diese ausgepr\u00e4gte Hierarchie?<br \/>\nSie ist auf jeden Fall notwendig, sonst g\u00e4be es sie in dieser Form nicht. Allerdings ist sie eine doch sehr patriarchal gepr\u00e4gte, also eine m\u00e4nnliche Variante, mit ein paar Besonderheiten, die der Funktion im System sicher nicht f\u00f6rderlich sind.<br \/>\nDie Notwendigkeit besteht darin, schnelle Entscheidungen in einem gro\u00dfen Apparat zu gew\u00e4hrleisten. Hierarchien machen das, indem sie einer Person die Verantwortung und Entscheidungskraft geben: Operieren oder nicht &#8211; das kann f\u00fcr das Leben bzw. die Gesundheit eines Patienten entscheidend sein. Wenn nun eine Einzelperson diese Entscheidung treffen muss, dann braucht sie entsprechende Absicherung vom System, und zwar einerseits durch klare Zust\u00e4ndigkeiten (wer darf was &#8211; unhinterfragbar und somit Gesetz), durch klare Positionen (ober sticht unter) und andererseits durch Rituale, die im System und den dort befindlichen Personen den Mechanismus noch best\u00e4rken.<br \/>\nMit anderen Worten: Je \u00f6fter die \u00c4rzte dem Oberarzt seine Kompetenz und Unfehlbarkeit versichern, je h\u00f6her sie ihn heben, desto weniger zweifelt er im Augenblick einer wichtigen Entscheidung daran.<br \/>\nDa Krankenh\u00e4user (vor allem so gro\u00dfe) sehr stark normierte Systeme sind, m\u00fcssen die dort T\u00e4tigen gut eingepasst werden. Das funktioniert \u00fcber die Rituale &#8211; jedem wird schnell klar, was er\/sie hier zu tun und zu lassen hat.<\/p>\n<p>Noch ein paar Beobachtungen: Die Worte des Oberarztes sind sehr bedeutsam, er bespricht anhand von grauen Mappen, in denen die Krankengeschichte f\u00fcr jeden Patienten vermerkt ist, mit den Stations\u00e4rzten und Schwestern, was zu tun ist. Das passiert sehr oft am Gang, die Patienten k\u00f6nnen von ihren Betten aus mith\u00f6ren, was so \u00fcber sie gemurmelt bzw. wie \u00fcber sie entschieden wird. So wird klar deutlich gemacht, dass sie selbst nichts mitzureden haben.<\/p>\n<p>Das h\u00e4tte ich fast vergessen: Ganz unten in der Hierarchie steht der Patient, denn er hat \u00fcberhaupt allen zu gehorchen. Wer sich weigert, wird nicht entlassen, darf nicht nach Hause. Das ist meines Wissens die einzige Gelegenheit, bei der sich Menschen \u00e4rgern, wenn sie NICHT entlassen werden.<\/p>\n<p>Ein Auflehnen gegen die Beschl\u00fcsse des Oberarztes findet zu 99% nicht statt und wird, wenn es passiert, sanktioniert.<br \/>\nEin weiteres Merkmal sind die Gespr\u00e4che, die gef\u00fchrt werden, wenn die Visite das Zimmer betritt. Es geht fast ausschlie\u00dflich um Dinge, die nichts mit den Patienten zu tun haben. Dadurch wird deutlich&#8230;<br \/>\n&#8230;dass der Patient sich nicht wichtig nehmen soll;<br \/>\n&#8230;dass man selbst den Patienten nicht so wichtig nimmt, maximal seine Krankengeschichte, und die kennt man eh aus der Akte;<br \/>\n&#8230;dass man die Patientenangelegenheiten ohnehin im kleinen Finger hat und daher gut \u00fcber andere Dinge reden kann, \u00fcbers Golfspielen oder was auch immer.<br \/>\n&#8230;dass die Welt der \u00c4rzte sich deutlich von der der Patienten unterscheidet.<\/p>\n<p>Ein paar weitere Erlebnissplitter<\/p>\n<p>Das Radio. Irgendwo links neben meinem Bett haben die Kerle ein Radio eingebaut, das ganz, ganz leise vor sich hinspielt. Es ist so leise, dass ich es meistens gar nicht h\u00f6re, manchmal kann ich aber doch verstehen, welches Lied gerade gespielt wird oder ob irgendein Moderator quasselt (was genau verstehe ich nicht). Ich konnte bis zum Schluss nicht herausfinden, wo dieses Radio versteckt ist. Es genau so h\u00f6rbar, dass es einen fesselt, wie die Party, die man von der Nachbarinsel her\u00fcberh\u00f6rt (und auf der eigenen Insel ist nichts los). <\/p>\n<p>Der Herr Tullner. Er liegt neben mir, kann nur lallen, kr\u00e4chzen und ein wenig Grunzen. Er versucht st\u00e4ndig aus dem Bett zu klettern. Die Schwestern haben ihm die Grifftriangel, die vom Bettgalgen herunterh\u00e4ngt, ohnehin schon raufgeh\u00e4ngt, damit er sich nicht aufrichten kann. Er ist aber hartn\u00e4ckig genug, um trotzdem aus dem Bett kriechen zu wollen. Er ist alt, hilflos, schwach und versucht st\u00e4ndig, diese Triangel doch zu erreichen, obwohl das v\u00f6llig sinnlos ist.<br \/>\nManchmal frage ich ihn, ob er Hilfe braucht. Wenn er &#8222;aarghh&#8220; kr\u00e4chzt, dann wei\u00df ich, dass das &#8222;ja&#8220; bedeutet und dr\u00fccke den Knopf f\u00fcr die Schwester. Wenn er selbst den Knopf dr\u00fcckt, dann nutzt das nix, denn wenn sich die Schwester \u00fcber die kleine, eingebaute Gegensprechanlage meldet und fragt, was denn los sei, kann er maximal kr\u00e4chzen.<br \/>\nIrgendwann an diesem Abend haben sie dann den Herrn Tullner rausgeschoben, um ihn direkt in ihrer N\u00e4he betreuen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die neue Nachtschwester. Sie ist hantig. Nein, eigentlich ist sie schiach, blad und hantig und sie redet nichts mit mir oder zumindest nur das Allernotwendigste. Sie nimmt meine volle Harnflasche und tauscht sie einfach aus. Die anderen Schwestern haben immer was Nettes gesagt, wie etwa &#8222;Das haben Sie aber sehr sch\u00f6n vollgemacht, Herr Doktor!&#8220;<br \/>\nIch mag die neue Nachtschwester nicht.<\/p>\n<p>Das AKH ist ein gutes Krankenhaus, wenn auch ein Moloch. Gegen\u00fcber fr\u00fcher haben sich einige Dinge ver\u00e4ndert:<br \/>\n1. Man darf telefonieren. Nicht \u00fcberall, aber in den Wartebereichen und vor allem auf den Zimmern. Scheinbar beeinflussen die Handys doch nicht die wichtigen medizinischen Ger\u00e4te. Die St\u00f6rungen durch das Telefonieren sind aushaltbar und den PatientInnen ist es wichtig, mit Freunden und Angeh\u00f6rigen reden zu k\u00f6nnen.<br \/>\n2. Die Besuchszeiten sind liberal. Das ist ganz anders als fr\u00fcher, als man sich entweder an einer strengen Oberschwester heimlich vorbeischleichen musste und st\u00e4ndig schauen, dass man nicht erwischt wird (hatte auch seinen Reiz). Fr\u00fcher musste man zu bestimmten Zeiten (Di und Do von 15 bis 15:30) erscheinen, was ein gewisses Gedr\u00e4nge verursacht hat.<br \/>\nNun sollte der Besuch nicht gerade w\u00e4hrend der Visite (die ist ja heilig) anwesend sein, sonst aber ist es recht egal und geht bis sp\u00e4t in den Abend hinein. Wenn der Besuch leise und nicht st\u00f6rend ist, hat niemand was dagegen.<br \/>\nAuch die fr\u00fcher h\u00e4ufig praktizierte Variante, sich mittels diverser Geschenke bei der Oberschwester einzuweimperln (meine Gro\u00dfmutter war wahre Meisterin) ist heute nicht mehr notwendig.<\/p>\n<p>Ein neuer Gast, ein gewisser Herr Schwarz, wurde auf die Station gerollt. Das sorgte f\u00fcr kurzfristige Konfusion und man beschloss, ihn auf eine andere Station zu bringen, zur Sicherheit und zur Vorbeugung von Dialogen wie dem folgenden:<br \/>\n&#8222;Morgen, sind Sie der Herr Schwarz?&#8220;<br \/>\n&#8222;Ja&#8220;<br \/>\n&#8222;Karl, das ist der, dem die Niere entfernt wird. Bringen wir ihn runter!&#8220;<br \/>\n&#8222;Was, nein, das stimmt nicht&#8230;&#8220;<br \/>\n&#8222;Sind Sie der Herr Schwarz oder nicht?&#8220;<br \/>\n&#8222;Ja schon, aber&#8230;&#8220;<br \/>\n&#8222;Ruhe, entspannen Sie sich, vor so einer Operation ist jeder nerv\u00f6s&#8230;los, Karl, schieb an&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Es ist Sonntag und meine Hoffnung, heute schon rauszuk\u00f6nnen, hat sich in Luft aufgel\u00f6st. Aber ich konnte einen einigerma\u00dfen guten Draht zum Oberarzt aufbauen und er hat gemeint, wenn ich kacken kann, darf ich morgen raus. Vielleicht habe ich sogar die Chance auf einen Gehgips, das w\u00e4re toll! Ich wollte ja einen Laufgips, aber da hat der Oberarzt so komisch geschaut und was zu den anderen \u00c4rzten gesagt, ich konnte nur Wortfetzen verstehen wie &#8222;Hirn&#8220; und irgendwas mit &#8222;ampu&#8230;&#8220;<br \/>\nHoffentlich kann ich morgen raus, hoffentlich.<\/p>\n<p>Seit kurzem hat der Herr Tullner keinen Verband mehr am Kopf und bekommt Medikamente gegen Parkinson. Er st\u00f6hnt ein wenig, will wieder nach Hause und kackt sich genau dann an, wenn mein Abendessen am Tisch neben seinem Bett steht. Debreziner mit Schenf.<br \/>\nEr ist ein netter alter Mann, der nie Besuch bekommt. Die Schwestern h\u00f6ren ihm zu, sind aber oft auch leicht genervt, wenn ich sie mehrmals direkt hintereinander wegen ihm rausl\u00e4ute. Manchmal kommen sie dann mit Versp\u00e4tung, manchmal gar nicht. Sie haben es nicht leicht mit ihm und ich wundere mich, warum sie ihm nicht z. B. eine Tafel geben, auf die er seine W\u00fcnsche aufschreiben kann, oder mit Magnetbuchstaben oder irgendwie so. Vielleicht wollen sie seine W\u00fcnsche auch nicht so ganz genau kennen.<\/p>\n<p>Da ist dieses kleine Batzerl Gips auf meiner vierten Zehe, das geht mir seit drei Tagen auf die Nerven. Jetzt endlich kann ich mich genug bewegen, um es zu erwischen. Ein Spitzenerfolg!<\/p>\n<p>Ganz deutlich sind mir die Worte des Oberarztes im Ohr, dass ich kacken k\u00f6nnen muss, um rauszud\u00fcrfen. Den genauen medizinischen Hintergrund kenne ich nicht (man darf einem Oberarzt auch nicht zu viele Fragen stellen, er hat schlie\u00dflich immer wichtigere Dinge zu tun als das, dazu noch sp\u00e4ter), aber das ist auch egal, das Ergebnis z\u00e4hlt.<br \/>\nNun stellt sich das Problem, wie ich das bewerkstelligen soll.<br \/>\nErste Methode: Warten, irgendwann kommt alles von allein.<br \/>\nDas ist nicht so eine brillante Idee, weil auf irgendwann kann ich nicht warten, ich will ja nach Hause.<br \/>\nZweite Methode: Ein orales Mittel, schlucken und ca. 7 Stunden sp\u00e4ter geht dann eventuell was.<br \/>\nDas ist auch nicht so super, weil das w\u00e4re dann um ein Uhr fr\u00fch und ich m\u00fcsste noch mehr trinken und dann w\u00e4re es nicht sicher.<br \/>\nDritte Methode: NeinneinneinichwillkeinZapferlHilfekeinZapferlflutsch&#8230;au!<br \/>\nNie oder fast nie ist eine Schwester anwesend, wenn man gerade eine braucht. Und nun, bei der Er\u00f6rterung der verschiedenen Methoden der Stuhlgangsbeschleunigung stehen gleich drei St\u00fcck kichernd in der T\u00fcre.<br \/>\nMit einem Handschuh bewaffnet mache ich mich an die Arbeit, nachdem ich die Schwestern \u00fcberreden konnte, die T\u00fcre zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Maschine. Man k\u00f6nnte sie auch als Moloch, Mechanismus oder Organismus beschreiben, Maschine passt aber ganz gut.<br \/>\nBei der Ankunft wird man durch eine Schleuse aufgenommen und dann mittels verschiedener Vorg\u00e4nge in die Maschine integriert.<br \/>\n1. Einstufung, z. B. als Arzt, Patient, Zulieferer etc.<br \/>\n2. Datenerfassung, ich z. B. war der Fall Nr. 109S081777. Man bekommt ein Armband und beh\u00e4lt es bis zum Schluss.<br \/>\n3. Die Anamnese: Problem, Versicherung, Akutheit etc. Dadurch wird man in einen bestimmten Maschinenweg gepresst, z.B. Unfallaufnahme &#8211; R\u00f6ntgen &#8211; Gipszimmer &#8211; Entlassung. Oder es geht weiter &#8211; wie in meinem Fall &#8211; mit Ultraschall &#8211; Station &#8211; Schockraum &#8211; Station &#8211; CT &#8211; Station &#8211; Gipszimmer &#8211; R\u00f6ntgen &#8211; Station &#8211; Entlassung.<br \/>\nAm Ende wird man von der Maschine wieder ausgespuckt, nach unz\u00e4hligen Formalit\u00e4ten. Bei mir zog sich das \u00fcber den gesamten Vormittag hin, ich bekam nach der Visite einen Gehgips und noch ein R\u00f6ntgen und wartete dann fast eine Stunde auf meinen R\u00fccktransport. Irgendwann kam der Oberarzt vorbei und erbarmte sich meiner. Dann war der Transport binnen einer Minute da und auch die Entlassungspapiere waren binnen knapp 2 Stunden fertig.<\/p>\n<p>Wieder drau\u00dfen zu sein war gar kein schlechtes Gef\u00fchl.<br \/>\nAu\u00dferdem hab ich einen ganz tollen &#8222;Scotchcast&#8220;-Gips bekommen:<br \/>\n<center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2009.09.02_AKH\/gips.jpg\" title=\"gips.jpg\" alt=\"gips.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gips<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wien, Alserstra\u00dfe, 27. August um ca. 18 Uhr. Ein stehender Kleintransporter, links \u00fcberholen, ein Randstein, quergestellt&#8230; und einen Augenblick danach am Boden. 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