{"id":2313,"date":"2017-07-24T08:35:10","date_gmt":"2017-07-24T07:35:10","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2313"},"modified":"2017-07-25T12:14:38","modified_gmt":"2017-07-25T11:14:38","slug":"goelsentalrally","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/goelsentalrally\/","title":{"rendered":"G\u00f6lsentalrally"},"content":{"rendered":"<p>Seit Jahren wollte ich schon hinfahren, vor allem wegen der oftmals wiederholten netten Einladung von Christian Lashofer, einem der nettesten Rollerfahrer.<br \/>\nF\u00fcr alle, die nicht wissen, was ein &#8222;Run&#8220; ist, vorweg eine kleine Erkl\u00e4rung. Es gibt diese Art von Veranstaltung seit Jahrzehnten in ganz Europa. Schon in den 1980ern sind Rollerfahrer (genau genommen Vespa und Lambretta) auf &#8222;Scooterruns&#8220; gefahren. Meistens reist man auf eigener Achse an, es gibt eine Halle oder ein Bierzelt oder so etwas \u00e4hnliches und man schl\u00e4ft im Zelt. Manchmal geht so ein Run \u00fcber mehrere Tage und darum ranken sich dann unz\u00e4hlige Geschichten.<br \/>\nEs gibt Preise f\u00fcr die weiteste Anreise (diesmal ein junger Deutscher aus Baden-W\u00fcrtemberg mit \u00fcber 700 Kilometern), die meisten getrunkenen Schn\u00e4pse oder was immer den Veranstaltern so einf\u00e4llt. Nat\u00fcrlich gibt es Musik, Essen und jede Menge Alkohol.<br \/>\nZur Erinnerung gibt es &#8222;Patches&#8220;, also Aufn\u00e4her, die gerne auf die sogenannten &#8222;Kutten&#8220; gen\u00e4ht werden. Es gibt Rollerfahrer, auf deren Kutten ist schon l\u00e4ngst kein Platz mehr f\u00fcr neue Aufn\u00e4her.<\/p>\n<p>Ich selbst war lustigerweise noch nie auf einem echten Run mit \u00dcbernachtung im Zelt und allem drum und dran, daher war das eine gute Gelegenheit. Au\u00dferdem hat Stefano als einer der Mit-Veranstalter angeboten meine Getr\u00e4nkerechnung zu \u00fcbernehmen, weil ich ihm einen Bollerwagen organisiert habe. <\/p>\n<p>Mein wasserfester Louis-Sack ist schnell gepackt und wie schon auf der Rom-Reise auch schnell am hinteren Gep\u00e4cktr\u00e4ger verstaut. Ich habe diesmal nicht viele Sachen mit, weil ich ja am n\u00e4chsten Tag schon wieder nach Hause fahre: Zelt, Liegematte, Schlafsack, Reservehose und -shirt, ein kleines Handtuch und das Regenzeug.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/start.jpg\" title=\"start.jpg\" alt=\"start.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 1: Fertig f\u00fcr den Start<\/p>\n<p>Um 08:30 geht es los, ich treffe mich zuerst mit H\u00f6mal in 1150 und sp\u00e4ter dann bei der Tankstelle beim Wienerwaldsee mit anderen Fahrern. Das Wetter ist mittelpr\u00e4chtig angek\u00fcndigt: 31 Grad, sonnig, ab Mittag sind Gewitter m\u00f6glich. Unsere Hoffnung besteht darin trocken bis St. Veit an der G\u00f6lsen zu kommen und ev. auch noch eine trockene gemeinsame Ausfahrt zustande zu bringen. Da die Veranstaltungshalle regenfest ist, spielt das Danach keine Rolle mehr, wenngleich es ohne Regen deutlich bequemer ist.<br \/>\nEine trockene Heimreise am Sonntag w\u00e4re dann die K\u00fcr zur Pflicht.<\/p>\n<p>Die Vespa rennt ruhig und gut, als ich beim H\u00f6mal bin entdecke ich, dass der Zulassungsschein in der anderen Jacke ist &#8211; ich habe aufgrund des hei\u00dfen Wetters nur die Airflowjacke an, aber warum sollte ich gerade diesmal von der Polizei aufgehalten werden.<br \/>\nAm Wienerwaldsee wartet Werner und ich erfahre, dass wir nur zu dritt sind, die anderen kommen erst nach oder haben aus Schlechtwetterangst abgesagt.<br \/>\nMacht nichts, zu dritt ist es sehr angenehm zu fahren und wir beschlie\u00dfen \u00fcber Wolfsgraben, Hochrotherd und Gruberau nach Klausen-Leopoldsdorf zu fahren.<br \/>\nAm Ende von Wolfsgraben gebe ich ordentlich Gas um die danach folgende Steigung mit Schwung zu nehmen. Das stellt sich als weniger gute Idee heraus, denn hinter der Kurve stehen freundliche Herren mit einer Laserpistole.<br \/>\nDer Herr Inspektor winkt mich auf den Parkplatz und die anderen beiden folgen dem &#8222;mitgefangen-mitgehangen-Prinzip&#8220; und parken sich ebenfalls ein.<\/p>\n<p>F\u00fchrerschein, Apotheke&#8230; alles wunderbar, nur beim Zulassungsschein muss ich passen. Also funkt der junge Polizist (der \u00e4ltere d\u00fcrfte der Kommandant sein, der lasert, der j\u00fcngere erledigt die Amtshandlung) an die Zentrale nach einer Zulassungsauskunft. In der Wartezeit erkundigt sich der junge Polizist bei mir wie weit wir heute schon gefahren sind und wohin es noch geht.<br \/>\nDie Zulassungsauskunft kommt prompt und ich bitte den Herrn Inspektor zusammenzurechnen, was er auch gerne tut:<br \/>\n&#8222;68 km\/h im Ortsgebiet macht 35,-, dazu die fehlende Zulassung macht 20,-, sind insgesamt 55,- die Geschwindigkeits\u00fcbertretung rechnen wir gleich wieder weg, macht 20,- gradaus. Ich m\u00f6chte Ihnen ja nicht den sch\u00f6nen Ausflug verderben&#8220;.<\/p>\n<p>Das ist ein Angebot, das wir gerne annehmen, Werner borgt mir noch einen Zwanziger, da der Polizist auf meinen F\u00fcnfziger nicht rausgeben kann (&#8222;Die Dienststelle stellt uns kein Wechselgeld zur Verf\u00fcgung.&#8220;)<br \/>\nWir w\u00fcnschen einander alle noch einen sch\u00f6nen Tag und setzen die Fahrt fort.<\/p>\n<p>Es ist traumhaft zu fahren, nicht zu hei\u00df und nicht zu k\u00fchl, nach Klausen-Leopoldsdorf fahren wir Richtung St. Corona am Sch\u00f6pfl, dann \u00fcber die Klammh\u00f6he nach Hainfeld, wo sich H\u00f6mal verabschiedet, weil er noch in sein Quartier fahren will, w\u00e4hrend Werner und ich noch eine Extrarunde drehen, durch Ramsau vorbei am Golfplatz Adamstal \u00fcber eine wundersch\u00f6ne Bergstra\u00dfe bis nach Kleinzell und von dort nach St. Veit an der G\u00f6lsen, wo wir zu Mittag ankommen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/drei.jpg\" title=\"drei.jpg\" alt=\"drei.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 2: An der Gabelung eine kurze Pause<\/p>\n<p>Die Teilnahme an der Veranstaltung ist gratis, gegen eine kleine Spende bekommt man die Patches und noch ein paar kleine Gimmicks. Nachdem ich mir einen netten Platz f\u00fcr das Zelt gesucht und es aufgebaut habe, g\u00f6nne ich mir einen gro\u00dfen Spritzer, der mit 2,50- Euro wohlfeil zu haben ist und auch in gr\u00f6\u00dferen Mengen kein Sch\u00e4delweh verursacht (was erst am n\u00e4chsten Tag feststellbar ist). Es gibt verschiedene Sorten von Leberk\u00e4s, ein Spanferkel mit Sauerkraut und vier verschiedene Varianten Chili (vegetarisch, Stufe 1, Stufe 2 und Stufe 3). So wie das Bier kostet auch alles andere 2,50- Euro, da es sich hier um keine kommerzielle Veranstaltung handelt.<br \/>\nEs sind noch nicht allzu viele Leute da, ca. 30 RollerfahrerInnen und ich kenne erstaunlich viele davon, viele habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen, die Bilanz zeichnet sich jetzt schon als positiv ab.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/zelt.jpg\" title=\"zelt.jpg\" alt=\"zelt.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 3: Das Zelt steht, allerdings bezweifle ich, dass es weit genug weg von der Halle steht, um in der Nacht ruhig schlafen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/halle.jpg\" title=\"halle.jpg\" alt=\"halle.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 4: In der Halle ist genug Platz f\u00fcr alle, die Heurigenb\u00e4nke sind aufgestellt und das Bier ist kalt.<\/p>\n<p>Stefan ist auch schon da und hat den Bollerwagen zu einem deutschen Getr\u00e4nkewagen umgebaut (er selbst ist Deutscher). Es gibt &#8222;Schlumpfpisse&#8220; (Waldmeistersirup mit Vodka bzw. einen Atemreisser in blau) in Form von halben oder ganzen Metern.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/wagen.jpg\" title=\"wagen.jpg\" alt=\"wagen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 5: Der Wagen hatte zwar sp\u00e4ter einen Patschen und stand schief, das hat die Leute aber nicht davon abgehalten sich weiter trinkfest daran anzuhalten. Nach einiger Zeit waren sie selbst ohnehin auch schon etwas schief.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/wagen2.jpg\" title=\"wagen2.jpg\" alt=\"wagen2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 6: Hier kann man gut die &#8222;Kutten&#8220; erkennen. Links steht \u00fcbrigens Stefan und rechts Holger aus Deutschland, auch trinkfest<\/p>\n<p>Nach zwei dieser Shots steige ich kurz auf Hollersaft gespritzt um, da es um 14:30 noch eine gemeinsame Ausfahrt geben wird, die ich ohne Alkoholisierung absolvieren m\u00f6chte.<br \/>\nWerner ist von seinem Chili Stufe 2 \u00fcberfordert und ich \u00fcbernehme. Es hat angeblich 200.000 Scoville, was ich nicht ganz glaube, aber es ist genau an der Sch\u00e4rfegrenze, die ich noch aushalte. Die Stufe 3 hat dann angeblich 1.000.000 Scoville, aber das muss ja nicht sein.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/chili.jpg\" title=\"chili.jpg\" alt=\"chili.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 7: Das Chili war scharf, aber ich habe es geschafft.<\/p>\n<p>Die Ausfahrt beginnt tats\u00e4chlich p\u00fcnktlich und ist hervorragend organisiert. Ca. f\u00fcnfzig Roller fahren eine Runde von etwa einer Stunde durch drei T\u00e4ler. Die Strecke ist mehr als sch\u00f6n, aber schlie\u00dflich kennen die Veranstalter ihre Gegend ja sehr gut. Die Anzahl der Roller ist klein genug um z\u00fcgig fahren zu k\u00f6nnen, die Streckenposten sind auf zack und alles l\u00e4uft gut, bis ich pl\u00f6tzlich einen der Fahrer von weiter vorne in einer kleinen Gruppe an einer Kreuzung stehen sehe. Zwei andere klauben Teile zusammen, es stellt sich heraus, dass sein Vorderreifen pl\u00f6tzlich platt war. Dann kam die Kurve und er ist gelegen. Der Schaden an Leib und Blech h\u00e4lt sich aber in Grenzen, ein paar Aufsch\u00fcrfungen auf Haut und Blech sind alles, 15 Minuten sp\u00e4ter kann er die Fahrt wieder fortsetzen (Viele Vespafahrer haben ein Reserverad mit, weil das doch oft gebraucht wird, und eines passt auf fast alle Vespas, nur mit Lambretta sind sie nicht kompatibel, die haben andere Felgen).<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/runde.jpg\" title=\"runde.jpg\" alt=\"runde.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 8: Die Voralpenlandschaft ist fantastisch, die Steckenf\u00fchrung gro\u00dfartig und bei dem Wert, den viele auf Sicherheitskleidung legen, sind Schotterausschl\u00e4ge bei einem Sturz vorprogrammiert.<\/p>\n<p>Wir treffen wieder am Veranstaltungsgel\u00e4nde ein, wo Onkel Mikes Garage gerade einen Leistungspr\u00fcfstand aufbaut. Ich ergreife die Gelegenheit, weil ich so etwas noch nie gemacht habe und gespannt bin, wie das funktioniert und welche Leistung mein Standard-200er erreicht.<br \/>\nNachdem die Vespa hinten auf die Rolle gestellt und vorne verzurrt wird, startet man den Motor, schaltet auf Kommando die G\u00e4nge 1, 2 und drei hoch, wodurch das Getriebe eingemessen wird. Danach geht man vom Gas und auf Kommando gibt man Vollgas, dann erfolgt die eigentliche Messung. Meine Vespa erreicht 9,1 PS am Hinterrad, was nach der herk\u00f6mmlichen Messung an der Kurbelwelle etwa 11,5 PS ergibt, also nur knapp unter der normalen Leistung. Damit bin ich zufrieden, die st\u00e4rkste Vespa an diesem Tag erreicht ca. 25 PS, was lautst\u00e4rkem\u00e4\u00dfig auch ein sehr deutlicher Unterschied ist.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/leistung.jpg\" title=\"leistung.jpg\" alt=\"leistung.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 9: Am Pr\u00fcfstand<\/p>\n<p>Es wird langsam Abend, der Spritzwein schmeckt noch und das Wetter h\u00e4lt ebenfalls. Kleine Gr\u00fcppchen stehen \u00fcberall herum und plaudern, die Stimmung ist entspannt, da und dort gibt es aber auch die eine oder andere Konfrontation. Rollerfahrer sind extrem unterschiedlich, das kann man \u00fcbrigens auch an ihren Rollern erkennen &#8211; von geschniegelt bis abgefuckt, neben der chromblitzenden Polierten steht eine rattige O-Lack-Reibe, neben dem 30-PS-Custom-Roller die siffende 125er mit 5 PS.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/stehen.jpg\" title=\"stehen.jpg\" alt=\"stehen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 10: Herumstehen und plaudern<\/p>\n<p>Vom Fabrikshackler bis zum Uni-Professor, vom Million\u00e4r bis zum Mindestrentner ist alles vertreten. Leider gilt das auch f\u00fcr die politische Einstellung, auch hier gibt es alles von links bis far-right und was da und dort (meist unter ordentlicher Betankung mit Bier) gerufen wurde, m\u00f6chte ich hier nicht wiederholen, jede(r) kann es sich denken.<br \/>\nGro\u00dfteils verl\u00e4uft aber alles amical und ich freue mich \u00fcber neue Bekanntschaften und wieder aufgefrischte Freundschaften. Das Schaltroller-Automaten-Verh\u00e4ltnis ist 10:1, was mir sehr taugt, weil die Automatenszene ist doch eine sehr andere &#8211; zumindest die, die ich kenne.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/custom1.jpg\" title=\"custom1.jpg\" alt=\"custom1.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 11: Das ist eine der Custom-Vespas. Kenner erkennen die gegl\u00e4tteten Karosserieformen, den T5-Kotfl\u00fcgel und noch viele andere Details. Was man nicht sieht, sind die inneren Werte, wie in diesem Fall z.B. eine Luftfederung. Wenn die Z\u00fcndung eingeschaltet wird, bl\u00e4st ein Kompressor das Fahrwerk auf &#8211; wenn man ausschaltet, sackt sie zusammen. Das sieht lustig aus.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/custom2.jpg\" title=\"custom2.jpg\" alt=\"custom2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 12: Wer findet das R\u00fccklicht? Der Besitzer meinte, die nicht wirklich vorhandene Kennzeichenbeleuchtung w\u00e4re bei einer technischen Kontrolle aber sowieso sein geringstes Problem.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/lammy.jpg\" title=\"lammy.jpg\" alt=\"lammy.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 13: Eine sehr sch\u00f6ne Lambretta im The-Who-Design<\/p>\n<p>Dann ist das Bier aus. Mir macht das nix, weil ich nur Spritzer trinke &#8211; so wie die meisten \u00fcbrigens eher sommerlich, man will sich ja nicht vor der Zeit wegschie\u00dfen (was einige trotzdem schaffen). Gl\u00fccklicherweise k\u00f6nnen die Veranstalter blitzschnell zehn Kisten auftreiben, das reicht zumindest eine Zeit, denn es ist immer noch sehr warm und die Kehlen sind durch die Bank durstig.<\/p>\n<p>Der Sonnenuntergang ist gro\u00dfartig und mit Einbruch der Dunkelheit beginnt auch der DJ aufzulegen &#8211; \u00fcbrigens erstklassig, er hat am Nachmittag mit zahlreichen The-Who-Nummern schon eine gute Basis gelegt und pendelt jetzt zwischen Sixties-Rock und Northern Soul, durchaus gekonnt. Die Tanzfl\u00e4che f\u00fcllt sich so schnell wie die Spritzweinbecher und sch\u00f6n langsam treffen die letzten Abend-G\u00e4ste ein. Einige sind \u00fcbrigens schon wieder heimgefahren und wollten noch bei Tageslicht daheim sein. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/sundown.jpg\" title=\"sundown.jpg\" alt=\"sundown.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 14: Der Sonnenuntergang ist gro\u00dfartig<\/p>\n<p>Einige geben auf, wie etwa der &#8222;L\u00fcdi&#8220;, ein junger Deutscher (der mit der weitesten Anreise) der am Nachmittag schon allen auf die Nerven gegangen ist, weil er eine Drohne sirrend \u00fcber unseren K\u00f6pfen hat schwirren lassen. Aus den Rufen (Steinschleuder, Schrotflinte etc.) wurde zwar nichts, aber wahrscheinlich haben ein paar Scooterboys beschlossen ihn einzutrankeln, was gelungen sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/fertig.jpg\" title=\"fertig.jpg\" alt=\"fertig.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 15: L\u00fcdi hat fertig. <\/p>\n<p>Irgendwann ist es deutlich nach Mitternacht und ich beschlie\u00dfe schlafen zu gehen. Das Zelt steht ca. 50 Meter von der Halle entfernt und ich merke, dass ich entweder Ohropax h\u00e4tte mitnehmen oder das Zelt ganz woanders aufstellen h\u00e4tte sollen. Die Wiese tr\u00e4gt den Schall ungebremst bis in mein Zelt und die Musik ist so laut, dass an Schlaf leider nicht zu denken ist. Zudem ist meine alte Liegematte nicht mehr frisch und somit steinhart und ich habe den Verdacht, dass die Nacht nicht so wirklich lauschig ist.<br \/>\nIrgendwann startet einer seinen Roller und knattert in die Nacht hinaus.<br \/>\nIn den kurzen \u00dcbergangspausen zwischen zwei Nummern h\u00f6re ich ein melodisches Schnarch-Quartett aus den Zelten rundherum und finde, dass ich noch Gl\u00fcck habe, denn die Musik ist wirklich gut. Wenn sie jetzt den \u00fcblichen Kommerz-Schrott \u00e0 la Gaballier oder Helene Fischer spielen w\u00fcrden, m\u00fcsste ich mein Zelt verlegen oder heimfahren. So liege ich, h\u00f6re der Musik zu und hoffe irgendwann einzuschlafen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2017.07.22_goelsen\/zelte.jpg\" title=\"zelte.jpg\" alt=\"zelte.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 16: Als ich aufgebaut habe, stand mein Zelt ziemlich allein da. Das hat sich dann ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Leider geht dieser Wunsch nicht in Erf\u00fcllung und es dauert bis ca. 04:30 bis die Musik verstummt und die letzten schwankend in ihre Zelte gefallen sind. Rhythmisches Schnarchen l\u00f6st die Musik ab und ich schaffe es immerhin in einen d\u00f6senden Zustand zu verfallen, w\u00e4hrend die D\u00e4mmerung langsam der Nacht die Dunkelheit ausbl\u00e4st.<br \/>\nJetzt in der blauen Stunde ist es auf einmal sehr still, selbst die Schnarcher haben aufgeh\u00f6rt zu r\u00f6cheln, es w\u00e4re sehr romantisch, wenn ich etwas weniger hart liegen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Als die ersten Sonnenstrahlen erscheinen stehe ich auf und packe zusammen. Ein paar Fr\u00fchaufsteher bekommen an der Bar einen Kaffee und alle sehen \u00e4hnlich aus wie ich &#8211; nicht sehr frisch, aber auch nicht vollkommen zerst\u00f6rt.<br \/>\nEs ist kurz nach sechs Uhr als ich die Vespa starte und mich auf den Heimweg mache. Als ich hinter St. Veit bei einer Pension vorbei komme, winkt mir pl\u00f6tzlich der H\u00f6mal zu, der dort ruhig \u00fcbernachtet hat. Gemeinsam schauen wir einem Biber zu, der im Flussbett der G\u00f6lsen einen Morgenspaziergang macht. H\u00f6mal wartet aber noch auf das Fr\u00fchst\u00fcck und so setze ich nach einer kurzen Plauderei die Fahrt fort.<\/p>\n<p>Es ist bew\u00f6lkt, sieht aber nicht nach baldigem Regen aus. Ich genie\u00dfe die Morgenstimmung, das schr\u00e4ge Licht, das auf die Kuhherden am Stra\u00dfenrand leuchtet und vor allem, dass keinerlei Verkehr ist. Kurz vor Laaben rennt eine Rotte Wildschweine auf die Stra\u00dfe zu, ich kann aber noch vorbei fahren, bevor sie sie \u00fcberqueren.<br \/>\nDann schalte ich den Benzinhahn auf Reserve und denke mir, dass ich \u00fcber Klausen-Leopoldsdorf und dann weiter \u00fcber den Hengstl nach Pressbaum fahren werde. Dort gibt es eine Tankstelle und das m\u00fcsste zu schaffen sein.<br \/>\nEs geht sich auch aus, oder sagen wir &#8211; es geht sich fast aus. Ca. 500 Meter vor der Tankstelle ist der Sprit alle, nach 28 Kilometern auf Reserve. Ich habe aber einen kleinen Benzinkanister dabei und so ist das kein Problem.<br \/>\nDer Rest der Fahrt verl\u00e4uft unspektakul\u00e4r und f\u00fcnf Minuten nachdem ich daheim bin, f\u00e4ngt es leicht zu regnen an. H\u00f6rnchen und Dorothea, die ich nicht aufwecken wollte, sind eine Stunde sp\u00e4ter gefahren und von Altenmarkt bis in den S\u00fcden Wiens in den Regen gekommen. Ich hatte Gl\u00fcck &#8211; nicht nur mit dem Wetter, sondern mit einem rundum gegl\u00fcckten Scooterrun. In zwei Jahren machen sie wieder einen und ich werde dabei sein, mit Ohropax oder besser noch mit einem Quartier au\u00dfer Lautsprecherreichweite.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Jahren wollte ich schon hinfahren, vor allem wegen der oftmals wiederholten netten Einladung von Christian Lashofer, einem der nettesten Rollerfahrer. F\u00fcr alle, die nicht wissen, was ein &#8222;Run&#8220; ist, vorweg eine kleine Erkl\u00e4rung. 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