{"id":2614,"date":"2019-04-28T00:34:43","date_gmt":"2019-04-27T23:34:43","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2614"},"modified":"2019-04-29T06:52:52","modified_gmt":"2019-04-29T05:52:52","slug":"wieder-in-ostafrika-wieder-daheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wieder-in-ostafrika-wieder-daheim\/","title":{"rendered":"Wieder in Ostafrika &#8211; wieder daheim"},"content":{"rendered":"<p>Nach 35 Jahren Ostafrika-Besuchen kommt schon so etwas wie ein kleines Heimatgef\u00fchl auf, wenn ich am Jomo Kenyatta-Airport lande und wieder die typische Luft rieche.<br \/>\nDoch alles der Reihe nach. Diesmal kam die Idee von Thomy, mit dem ich seit 2000 regelm\u00e4\u00dfig hinunter fliege. Es sei schon zwei Jahre her und h\u00f6chst an der Zeit, meinte er und fand nat\u00fcrlich meine Zustimmung. Da auch die Geldb\u00f6rse nach dem nicht gerade billigen Urlaub auf den Malediven Ende J\u00e4nner trotzdem eine zweite Reise zulie\u00df, blieb nur noch die Frage offen, was wir denn diesmal tun k\u00f6nnten.<br \/>\nAlle meine gro\u00dfen Ostafrika-Tr\u00e4ume habe ich mich ja schon erf\u00fcllt, erst vor zwei Jahren kam Sansibar dazu.<\/p>\n<p>Thomys Vorschlag war die Serengeti. Dort waren wir zwar vor zehn Jahren schon einmal, allerdings nur zwei Tage und somit konnten wir die gr\u00f6\u00dften Teile noch nicht erleben.<br \/>\nIch fand den Vorschlag gut und begann zu planen. Als Vorprogramm kam von Thomy erstaunlicherweise eine Bergtour als Vorschlag. Ich dachte, dass er nach dem Ruwenzori genug von den afrikanischen Bergen h\u00e4tte, aber er belehrte mich eines Besseren.<br \/>\nDa mein Bruder schon vor vielen Jahren am Mount Meru war und ich an diesem von unten sehr unspektakul\u00e4ren Berg immer nur vorbei gefahren war, fiel der f\u00fcnft h\u00f6chste Berg Afrikas in die engere Wahl. Angeblich w\u00e4re er sehr sch\u00f6n, meinte auch eine ehemalige Schulkollegin.<\/p>\n<p>Damit war die Reiseroute perfekt: nach Nairobi fliegen, mit dem Toyota nach Arusha, Berg besteigen und dann in die Serengeti. Zum Dr\u00fcberstreuen plante ich noch zwei Tage im ber\u00fchmten Amboseli-Nationalpark ein, da ich den auch noch nie bereist hatte.<\/p>\n<p>Zwei Wochen vor Reisebeginn dann die schlechte Nachricht: Das Logbook vom Toyota w\u00e4re unauffindbar. Unser Mechaniker Luis best\u00e4tigte, dass wir ohne Logbook (so etwas wie Typenschein und Zulassungsschein des Autos) nie und nimmer \u00fcber die Grenze in Namanga kommen w\u00fcrden, schon gar nicht als Wei\u00dfe. Ich kenne diese Grenze gut und hatte dort schon die seltsamsten Erlebnisse. Angeblich w\u00e4re es jetzt aber um vieles strenger, da beide L\u00e4nder nicht wollen, dass die Touristen aus dem jeweiligen Land ausreisen und im Nachbarland ihr Geld ausgeben.<\/p>\n<p>Jetzt war schnelles Handeln gefragt, denn wir hatten die Bergtour schon gebucht und auch schon bezahlt. Also mussten wir in jedem Fall nach Tansania und die einzige Alternative zum Auto ist das Flugzeug, denn auch mit einem &#8211; z.B. von Luis ausgeborgten &#8211; Auto k\u00e4men wir nicht weit und der VW-Bus ist mit seinen 30 Jahren schon zu riskant f\u00fcr so eine lange Strecke.<br \/>\nAlso fliegen. Viel Auswahl hat man da nicht, aber es gibt ein Codesharing zwischen Kenyan Airways und Precision Air (mir schon gut bekannt durch den Sansibar-Flug) und die fliegen mehrmals am Tag zum Kilimanjaro-Airport.<br \/>\nBillig sind die Tickets nicht, ich konnte aber gerade noch zwei St\u00fcck f\u00fcr eine zeitm\u00e4\u00dfig passende Maschine buchen, quasi wohlfeil um 300 Euro pro Person.<\/p>\n<p>Nicht so erfreut war dar\u00fcber Thomy, der schon seit Tagen jede Menge Serengeti-Pl\u00e4ne gew\u00e4lzt hatte und dessen Bild (am Abend mit einem Bier gem\u00fctlich da sitzen und in die weiten Ebenen schauen) nun genauso verschwand wie irgendwann zuvor das Logbuch unseres Autos.<br \/>\nEin Duplikat war in der kurzen Zeit nicht mehr zu bekommen und auf die vage Hoffnung, dass mein Vater seine Papiere nur ungenau durchw\u00fchlt haben k\u00f6nnte, wollte ich nicht das Risiko eingehen die Bergtour umsonst bezahlt zu haben.<br \/>\nDazu kam sowieso noch das Wetterrisiko. Wir waren noch nie so sp\u00e4t dran gewesen, denn ab Mitte M\u00e4rz kommt hin und wieder schon die gro\u00dfe Regenzeit und dann k\u00f6nnen wir sowohl den Berg wie auch jede Art von Camping-Safari vergessen. Das war und blieb auch das gr\u00f6\u00dfte Risiko generell (zumindest dachten wir das zu diesem Zeitpunkt).<br \/>\nW\u00e4hrend Thomy die Entwicklung langsam zu Kenntnis nehmen musste, schmiedete er schon neue Pl\u00e4ne f\u00fcr Kenia: irgendetwas Spannendes m\u00fcsste es doch geben, das wir noch nicht kennen und wo wir hinfahren k\u00f6nnten.<br \/>\nIch selbst war eher f\u00fcr eine gem\u00fctliche Safari in die Masai Mara &#8211; nicht sehr aufregend, aber mit recht geringem Risiko. Au\u00dferdem wollte ich nicht wieder die ganze Zeit nur im Auto sitzen und tausende Kilometer abspulen, so wie das bisher immer der Fall war.<br \/>\nWir werden ja nicht j\u00fcnger und brauchen nicht mehr die volle Packung Abenteuer. Erholungsbed\u00fcrftig war sich sowieso, also wieso nicht einen Gang zur\u00fcckschalten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich einigten wir uns darauf, dass wir einmal hinunter fliegen und dann die gute Idee schon noch kommen w\u00fcrde. Ich schrieb daher an meinen Masai-H\u00e4uptling James, dass wir noch nicht genau w\u00fcssten wann und ob wir ihn besuchen kommen k\u00f6nnen und dass wir uns vorher noch melden w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Zu den Vorbereitungen z\u00e4hlte diesmal auch eine Reihe von Impfungen, die schon vor dem Reisantritt die Urlaubskasse ein wenig dahinschmelzen lie\u00dfen. Sportliche 200 Euro f\u00fcr drei &#8222;Jauckerln&#8220;, eines davon tat danach tagelang weh. Daf\u00fcr bin ich jetzt durchgeimpft wie ein Arzt ohne Grenzen im Kongo.<br \/>\nNach diesen Vorbemerkungen k\u00f6nnen wir jetzt beruhigt in den Live-Bericht einsteigen.<\/p>\n<p>Es ist Freitag Abend und meine Mutter f\u00fchrt uns auf den Flughafen. Ich habe uns schon am Vortag einen Online-Checkin verpasst und wir m\u00fcssen nur mehr das Gep\u00e4ck aufgeben. Daher haben wir auch genug Zeit, in meiner Wahrnehmung sogar viel zu viel Zeit, ich hasse das Warten auf Flugh\u00e4fen, so wie ich mich f\u00fcr das Fliegen generell nicht mehr begeistern kann. Dazu kommt noch, dass ich mir zwei Wochen vorher ordentlich das Kreuz verrissen habe. Genau genommen ein Bandscheibenvorfall mit Entz\u00fcndung und einem Tag kompletter Sendepause, weil ich mir nicht einmal Schuhe anziehen konnte.<br \/>\nDas wurde zwar durch die Hilfe eines Chiropraktikers deutlich besser, aber jetzt graut mir vor dem Langstreckenflug nach Addis Abeba. <\/p>\n<p>Da auch die l\u00e4ngste Wartezeit irgendwann vorbei ist, sitzen wir in unserer Boeing 787, dem sogenannten &#8222;Dreamliner&#8220; und starten einigerma\u00dfen p\u00fcnktlich Richtung Addis. Das Besondere daran ist, dass wir hier keinerlei zeitlichen Spielraum haben, denn auch eine nur kleine Versp\u00e4tung w\u00fcrde bedeuten, dass wir den Anschlussflug nach Nairobi verpassen.<br \/>\nEs klappt aber alles und mit 15 Minuten zus\u00e4tzlich zu den 6 Stunden Flug landen wir in Addis Abeba. Der Flug selbst war okay, da nicht ausgebucht und somit hatte ich eine Dreierreihe f\u00fcr mich allein und konnte mich niederlegen. Das ist f\u00fcr mich die einzige Variante wie ich im Flieger schlafen kann. Das eingeworfene Schlafmittel half allerdings genau gar nicht.<br \/>\nJetzt hei\u00dft es wieder warten, allerdings weniger als eine halbe Stunde, dann ist wieder Boarding und wieder sitzen wir in einem halb leeren Dreamliner.<br \/>\nDer zweite Flug dauert nur knapp zwei Stunden und wir landen einigerma\u00dfen fit in Nairobi, wo wir die erste positive \u00dcberraschung erleben: das Visum ist auch f\u00fcr die zweite Einreise nach dem Mount Meru g\u00fcltig, meinte die nette Dame am Schalter.<br \/>\nIch glaube ihr zwar nicht ganz, lass mich aber gerne \u00fcberraschen.<\/p>\n<p>SAMSTAG<\/p>\n<p>Als wir das Flughafengeb\u00e4ude verlassen, suche ich sofort nach einem Taxistand und merke, dass sie Preise ziemlich fair sind: 2.600 Kenia-Schilling f\u00fcr die drei\u00dfig Kilometer Fahrt sind echt okay, das entspricht in etwa 25 Euro.<br \/>\nUnser Fahrer f\u00fchrt uns \u00fcber den Southern Bypass Richtung Lower Kabete, kennt aber dummerweise den Weg nicht. Der Bypass ist so etwas wie eine Ringautobahn und erst in den letzten zwei Jahren fertig gebaut worden, daher kenne ich den Weg auch nicht. Also verfahren wir uns einige Male, kommen aber dann mit Einsatz von zwei Handy-Navis in Lake View an.<br \/>\nIm Haus wohnen derzeit Filmleute vom WDR und es herrscht buntes Treiben. Wir sind eher m\u00e4\u00dfig willkommen und haben auch nur ein Zimmer im Haus zur Verf\u00fcgung. Also beschlie\u00dft Thomy im Hochdach vom Toyota zu schlafen. Das ist erstens luftig und gar nicht schlechter als ein Bett, zweitens mag er es dort zu n\u00e4chtigen. Das erste Problem von vielen h\u00e4tten wir also gel\u00f6st. Das zweite &#8211; ein gutes Mittagessen &#8211; l\u00f6st sich auch von selbst, denn das Filmteam hat so viel gekocht, dass wir mitversorgt werden k\u00f6nnen. Unserer Nachbarin Paula habe ich wieder einige Packungen Parmesan aus \u00d6sterreich mitgebracht, hier gibt es keinen guten. Daf\u00fcr werden wir am letzten Abend zum Essen eingeladen, worauf ich mich jetzt schon freue.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/ibis.jpg\" title=\"ibis.jpg\" alt=\"ibis.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 1: Am See gibt es die heiligen Ibisse, die in der Fr\u00fch einen enormen L\u00e4rm machen, an den man sich aber gew\u00f6hnt.<\/p>\n<p>Langsam kommen wir wirklich an. Die Situation ist nicht besonders rosig, da es in unserer Gegend Water-Shortage gibt und zwar von Montag bis Freitag Abend. Duschen und Kochen geht, W\u00e4sche waschen nicht und f\u00fcr den Garten gibt es auch kein Wasser, was man ihm deutlich ansieht: B\u00fcsche und die gesamte Wiese sind vertrocknet.<br \/>\nDer Toyota steht zwar frisch serviciert da, nur leider finden wir trotz gr\u00fcndlicher Suche das Logbook nicht und Thomy gew\u00f6hnt sich langsam daran, dass es nix wird mit unserer Fahrt in die Serengeti.<br \/>\nDaher \u00e4ndern wir unsere Pl\u00e4ne, der Flug nach Tansania ist ja gl\u00fccklicherweise schon gebucht und jetzt brauchen wir nur noch eine Idee f\u00fcr ein Ersatzprogramm.<br \/>\nVorerst richten wir einmal den Toyota f\u00fcr eine l\u00e4ngere Safari her. Dazu muss etwa einer der beiden R\u00fccksitze ausgebaut werden, denn dann gibt es unten gen\u00fcgend Platz f\u00fcr mich zum schlafen. Verrostete Schrauben erschweren uns zwar dieses Vorhaben, nach einiger Zeit und etwas Schwei\u00df ist es aber geschafft. Wir beschlie\u00dfen auch gleich all diejenigen Sachen einzukaufen, die ohne K\u00fchlung auf die Safari warten k\u00f6nnen: Tee, Bier, Geschirrsp\u00fclmittel und noch viel andere Dinge.<br \/>\nAm Abend fahren wir dann ins &#8222;Asmara&#8220;, ein \u00e4thiopisches Lokal, in dem wir mehr bekommen als wir essen k\u00f6nnen. Die den Palatschinken nicht un\u00e4hnlichen Fladen aus Sauerteig geben unglaublich aus und wir m\u00fcssen einiges \u00fcberlassen.<br \/>\nNach einem letzten Drink in Westlands fallen wir todm\u00fcde ins Bett.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/bier.jpg\" title=\"bier.jpg\" alt=\"bier.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 2: Auf unserer Terrasse schmeckt ein Tusker-Bier besonders gut.<\/p>\n<p>SONNTAG<\/p>\n<p>Als ich aufwache, piepst mein Handy und ich sehe eine Nachricht meines Bruders: &#8222;Geht es euch gut? Seid ihr wohlauf?&#8220; Ich habe keine Ahnung, was er meint. Warum soll es uns nicht gut gehen?<br \/>\nDann kommt schon Thomy, der auch eine Nachricht bekommen hat und kl\u00e4rt mich auf: Es gab einen Flugzeugabsturz der Ethiopian Airlines, und zwar genau unsere Flugnummer. Das ist exakt der Flug, mit dem wir gestern von Addis nach Nairobi geflogen sind: ET 302. Die abgest\u00fcrzte Maschine hat \u00fcber 150 Menschen in den Tod gerissen, es handelte sich um eine Boeing 737 Max. Da unser Flug besser gebucht war, sind wir am Vortag mit einer Boeing 787 geflogen. H\u00e4tten unseren Flug weniger Menschen gebucht, h\u00e4tten wir die Todesmaschine gehabt. Wie sich sp\u00e4ter herausstellt, hatte sie eine fehlerhafte Software an Bord, die von den Piloten nicht mehr rechtzeitig ausgeschaltet werden konnte. So ein Unfall hatte sich schon vor einem halben Jahr ereignet und es ist eigentlich unfassbar, dass man diesen lebensgef\u00e4hrlichen Fehler nicht eliminiert hat.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/board.jpg\" title=\"board.jpg\" alt=\"board.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 3: Die Bordkarte, die ich nicht so schnell vergessen werde<\/p>\n<p>Wie wir ebenfalls sp\u00e4ter erfahren, wurden die alten 737er mit neuen Triebwerken ausger\u00fcstet, die deutlich schwerer sind als die alten. Daher hat sich die Tarierung des Flugzeugs ge\u00e4ndert und eine spezielle Software sollte das ausgleichen. Sie dr\u00fcckt die Nase des Flugzeugs nach unten und tut das leider so lange, bis die Maschine abst\u00fcrzt.<br \/>\nKein angenehmer Gedanke, wenngleich wir froh sind, einen Tag fr\u00fcher geflogen zu sein.<br \/>\n\u00dcber mangelndes Gl\u00fcck k\u00f6nnen wir uns jedenfalls nicht beklagen.<\/p>\n<p>Der Tag vergeht mit Vorbereitungen und einem netten Besuch bei Paula. Sie hat gerade ihre Freundin Lydia zu Gast, die viele Jahre in Kenia gelebt hat und uns mit der Idee impft, dass wir doch in den Kakamega Forest fahren sollten. Dort w\u00e4re es ausgesprochen nett und interessant und es g\u00e4be viel zu sehen.<br \/>\nDa weder ich noch meine Familie jemals dort waren, h\u00f6rt sich der Vorschlag gut an, bis auf die elende Fahrerei, denn der Wald liegt ganz im Westen Kenias, also eine Tagesreise entfernt. Aber Thomy gef\u00e4llt die Idee auch und so beschlie\u00dfen wir, nach unserer Bergtour die Safari mit dem Kakamega Forest zu beginnen, auch wenn wir nicht wissen, was uns dort erwartet. Aber Thomy sucht schlie\u00dflich das Abenteuer.<\/p>\n<p>Noch ist es allerdings nicht soweit, morgen geht es erst einmal nach Tansania.<br \/>\nWir sind schon gespannt und gehen am Abend in ein Restaurant essen, das uns von Thomys Handy vorgeschlagen wird: Ein Inder der h\u00f6heren Preisklasse, nicht weit weg von Westlands.<br \/>\nDas Fazit: Essbar, aber nicht mehr. Weder die Gr\u00f6\u00dfe der Portionen ist okay noch die dazu geh\u00f6renden Preise. Aber wer nicht wagt, der gewinnt auch nicht.<\/p>\n<p>MONTAG<\/p>\n<p>Nach weiteren Vorbereitungen ist der Toyota fertig gepackt f\u00fcr die Safari. Das bedeutet, wir haben die Option direkt am n\u00e4chsten Tag nach unserer R\u00fcckkunft aus Tansania losfahren zu k\u00f6nnen. Dadurch verlieren wir keinen weiteren wertvollen Tag in Nairobi.<br \/>\nJetzt aber holt uns erstmal Paul ab, der uns als zuverl\u00e4ssiger Fahrer empfohlen wurde. Und er verlangt nur 2.000 KHS zum Flughafen &#8211; die Strecke betr\u00e4gt \u00fcbrigens ca. 30 Kilometer, \u00fcber den Bypass sind es 60, daf\u00fcr ist man dort vor Stau sicher. Und Nairobi hat gewaltige Staus, rangiert weltweit unter den Top 3 der St\u00e4dte mit den wildesten, brutalsten und l\u00e4ngsten Staus. Das geben wir uns nicht und zahlen gerne den kleinen Aufpreis von umgerechnet 5 Euro f\u00fcr die l\u00e4ngere, aber sichere Strecke. <\/p>\n<p>Wir fliegen diesmal mit Kenyan Airways operated by Precision Air, das ist die Fluglinie, die uns vor zwei Jahren schon nach Sansibar gebracht hat. Ich mag die Turboprop-Maschinen, zumindest f\u00fcr so kurze Strecken. Umweltfreundlich ist das alles nicht, so viel ist auf jeden Fall klar. Leider konnten wir nicht voraussehen, dass der Toyota ohne Logbuch nicht zu verwenden ist, wenngleich auch der mit seinem Dieselmotor nicht umweltschonend ist.<br \/>\nDer Flug ist fast ausgebucht und wir landen nach einer Stunde am Kilimandjaro-Airport, der in der Mitte zwischen Arusha und Moshi liegt. Ich mag diesen Flughafen, weil er so klein und gem\u00fctlich ist. Man steigt aus dem Flugzeug aus und geht ein paar Meter zum Eingang, wo ein freundlicher Herr mit einem Ger\u00e4t nach unseren Ohren verlangt und dort Fieber misst. In Tansania haben sie gro\u00dfe Angst vor Gelbfieber und so wird jeder ankommende Gast h\u00f6flich gefragt, ob er oder sie sich auch gesund f\u00fchlt.<br \/>\nWir f\u00fchlen uns gesund und d\u00fcrfen einreisen. Wie in Kenia hat auch Tansania ein modernes Datenerfassungssystem und wir m\u00fcssen freundlich in eine Kamera schauen und unsere Finger zum Scan auflegen. Nach einer Zahlung von 50 Dollar f\u00fcr das Visum sind wir eingereist und marschieren zum Minibus, der uns nach Arusha ins Hotel bringen wird. <\/p>\n<p>Die Fahrt dauert insofern lang, als der Fahrer das ist, was wir bei uns als extremen Schleicher bezeichnen w\u00fcrden. Hinter stinkenden Diesel-LKW bleibt er ewig, aber irgendwann ist das auch vorbei und wir sind im Golden Crest Hotel angelangt, mit dem unser Tour-Operator Zara einen Vertag hat. Die H\u00fctte ist barock inszeniert, mit nie ben\u00fctztem Pool und schweren Vorh\u00e4ngen \u00fcberall. Uns ist das egal, die Dusche passt und die Betten auch.<br \/>\nDas Hotelrestaurant reizt uns nicht sehr und so gehen wir zu Fu\u00df zu einem Lokal, das Thomy auf Google Maps gefunden hat. Es hei\u00dft &#8222;Ambrosia&#8220; und verspricht zwar keinen Nektar, daf\u00fcr aber indisches Essen. Au\u00dferdem ist es nur f\u00fcnf Minuten entfernt und h\u00e4lt, was es verspricht, n\u00e4mlich wirklich gut gew\u00fcrzte Speisen und k\u00fchles Bier.<br \/>\nDann ist dieser Tag auch schon wieder zu Ende und wir sind schon gespannt auf den n\u00e4chsten.<\/p>\n<p>DIENSTAG<\/p>\n<p>Niemand kann uns Auskunft geben, wann wir abgeholt werden. Das ist eine Sache in Afrika, mit der ich auch nach 35 Jahren noch nicht wirklich gut zurecht komme. Irgendwann erreicht die Rezeptionistin nach ewiger Herumtelefoniererei dann doch jemand bei Zara, der uns ausrichten l\u00e4sst, dass der Fahrer schon am Weg sei. Seit wann und von wo und wann er da sein w\u00fcrde, bleibt jedoch ein R\u00e4tsel.<br \/>\nAlso warten wir halt. Und genehmigen uns noch ein zweites Fr\u00fchst\u00fcck. Und warten.<br \/>\nIrgendwann ist dann der Minibus da, der uns abholt. Wir lernen Juma kennen, unseren F\u00fchrer. Schon in den ersten Minuten stellt sich heraus, dass er sehr leise spricht. Wenn er \u00fcberhaupt spricht. Das Reden ist nicht so seine St\u00e4rke, was aber nicht an seinem Englisch liegt, das recht gut ist. Das bedeutet aber, dass wir ihm jede Info aus der Nase ziehen m\u00fcssen. K\u00f6nnte noch anstrengend werden, aber bitte.<br \/>\nJetzt starten wir einmal los, Richtung Berg. Das Wetter ist gut, was zugleich auch meine gr\u00f6\u00dfte Sorge ist. Wir sind sp\u00e4t dran und ich hoffe, dass die gro\u00dfe Regenzeit noch ca. zwei Wochen auf sich warten l\u00e4sst. Die kann in Ausnahmef\u00e4llen auch schon Anfang M\u00e4rz beginnen, jederzeit jedoch Mitte M\u00e4rz, also genau jetzt. Oder sie beginnt erst im April. Laut unserem Fahrer Paul &#8211; wesentlich gespr\u00e4chiger als Juma &#8211; beginnt sie immer an der K\u00fcste in Mosambik und wandert dann hinauf nach Tanzania, immer von der K\u00fcste langsam ins Landesinnere. W\u00e4hrend ich diese Zeilen schreibe, geschieht gerade eine der gr\u00f6\u00dften Flutkatastrophen Afrikas mit tausenden Todesopfern. Dazu muss ich erw\u00e4hnen, dass starke Regenf\u00e4lle zur Regenzeit geh\u00f6ren, das ist ganz normal. Auch die eine oder andere \u00dcberschwemmung geh\u00f6rt dazu, nicht jedoch so etwas wie jetzt im s\u00fcdlichen Ost- und Zentralafrika.<br \/>\nAfrika trifft der schnelle Klimawandel in Form einer Klimakatastrophe, weil sich Flora und Fauna nicht darauf einstellen k\u00f6nnen. Extreme Klima\u00e4nderungen gab es in der Erdgeschichte schon oft, auch sehr schnelle, die waren aber immer durch einen Vulkanausbruch oder einen Meteoriten verursacht. Beides ist diesmal nicht der Fall und ich f\u00fcrchte, wir sind im Anthropoz\u00e4n angelangt, also in dem Erdzeitalter, das durch den Menschen definiert wird bzw. seine Einwirkungen auf die Biosph\u00e4re. Jeden Tag finden weltweit 200.000 Fl\u00fcge statt. In \u00d6sterreich w\u00fcnscht man sich noch deutlich mehr und will daher die 3. Piste in Schwechat bauen, als ob nichts w\u00e4re, als ob es keinerlei Anzeichen f\u00fcr einen radikalen Klimawandel g\u00e4be.<br \/>\nIch versuche meinen Teil beizutragen indem ich immer weniger fliege. Derzeit beschr\u00e4nkt sich das auf durchschnittlich einen Urlaubsflug pro Jahr plus eine Handvoll beruflich bedingte Fl\u00fcge nach Deutschland. Politisch trete ich daf\u00fcr ein, dass Fl\u00fcge deutlich teurer werden sollten. Dann werde ich auch die Konsequenzen tragen und noch weniger fliegen oder eben mehr Geld daf\u00fcr ausgeben m\u00fcssen. Fliegen war Luxus und sollte es auch wieder werden. Dann lernen die Menschen das vielleicht auch wieder sch\u00e4tzen, denn was nichts kostet ist nichts wert &#8211; so zumindest meine Erfahrung.<br \/>\nIm Gegenzug dazu sollte die Bahn ausgebaut werden, dann k\u00f6nnte ich so billiger nach Deutschland kommen als mit dem Flugzeug. Derzeit ist das nicht der Fall, leider.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck nach Afrika. Wir klauben noch ein paar Tr\u00e4ger auf und kommen zur Parkgrenze des Arusha National Parks, dessen Teil auch der Mount Meru ist.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/meru.jpg\" title=\"meru.jpg\" alt=\"meru.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 4: Der erste Blick auf den Berg. Schaut nicht sehr spektakul\u00e4r aus.<\/p>\n<p>Das Wetter ist f\u00fcr uns vor allem deswegen wichtig, weil wir bei starken Regenf\u00e4llen nicht auf den Berg gehen k\u00f6nnen, zumindest nicht auf den Gipfel, der auf 4.550 Meter H\u00f6he liegt. Das ist um ein paar hundert Meter niedriger als der Mount Kenia, aber immer noch hoch genug um problematisch zu sein.<br \/>\nVon K\u00e4lte und Regen ist derzeit aber nichts zu bemerken, ganz im Gegenteil. Es ist sehr hei\u00df, irgendwas bei 35 Grad und die Sonne knallt unbarmherzig herunter. 50er-Creme ist angesagt und warten. Wir sind im Ranger-Hauptquartier angekommen und machen unser Gep\u00e4ck fertig. Wir selbst haben Tagesrucks\u00e4cke mit einem Lunchpaket und Wasserflaschen. Thomy und ich haben je eine Aluflasche mit und dazu bekommen wir noch eine Plastikflasche, die jedoch immer wieder bef\u00fcllt wird. So l\u00e4sst sich das umweltm\u00e4\u00dfig einigerma\u00dfen sauber hinbekommen. <\/p>\n<p>Wir starten gegen ein Uhr Mittag und es ist hei\u00df, sehr hei\u00df sogar. Das macht sich vor allem deswegen bemerkbar, weil wir auf einer in der prallen Sonne liegenden Schotterstra\u00dfe mehrere Kilometer entlang gehen m\u00fcssen, bis zu einem riesigen alten Feigenbaum, durch den ein Auto fahren kann. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/figtree.jpg\" title=\"figtree.jpg\" alt=\"figtree.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 5: Der riesige Feigenbaum. Er entstand durch zwei Feigenb\u00e4ume, die als W\u00fcrgeb\u00e4ume einen anderen Baum \u00fcberwuchert haben, der dann abgestorben und verrottet ist. Die Feigen sind \u00fcbrig geblieben.<\/p>\n<p>Ich bin zwar Hitze einigerma\u00dfen gew\u00f6hnt, dieser Marsch nimmt mich aber trotzdem mit, wie ich etwas sp\u00e4ter zu sp\u00fcren bekomme.<br \/>\nJetzt geht es aber erst einmal hinein in den Bergwald, wir haben insgesamt ca. 4 Stunden Fu\u00dfmarsch zu bew\u00e4ltigen und in Summe 1.000 H\u00f6henmeter bis zur ersten H\u00fctte auf 2.500 Metern.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/road.jpg\" title=\"road.jpg\" alt=\"road.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 6: Es ist zwar noch nicht steil, aber wir sind in der prallen Sonne.<\/p>\n<p>Nach etwa einer halben Stunde geht es mir nicht sehr gut, ich f\u00fchle mich kraftlos und habe auch eine leichte Unterzuckerung. Das ist verwunderlich, weil weder ist die Strecke besonders anstrengend noch bin ich v\u00f6llig untrainiert. Trotzdem plage ich mich ziemlich und es kommt auch \u00c4rger auf, weil wenn das nicht besser wird scheitere ich an diesem Berg.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/kiliohne.jpg\" title=\"kiliohne.jpg\" alt=\"kiliohne.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 7: Blick hin\u00fcber auf den Kili. An dem bin ich seinerzeit nicht gescheitert. Leider ist er inzwischen fast eisfrei und der ber\u00fchmte Blick auf die eisbedeckte Kappe des Kilimandjaro ist bereits Geschichte.<\/p>\n<p>Es wird aber besser und es geht durch dichten Bergwald stetig bergauf, eigentlich eine wundersch\u00f6ne Wanderung. Hin und wieder \u00fcberqueren wir einen Bach, in dem ich meine Trinkflasche auff\u00fclle. Juma und Joseph raten zwar ab, k\u00f6nnen auf Nachfrage aber auch nicht genau sagen warum. Sie meinen lediglich, dass es nicht gut schmeckt und leicht salzhaltig w\u00e4re. Ich kann davon nichts erkennen und vertraue der Natur, die B\u00e4cher binnen kurzer Zeit s\u00e4ubert, vor allem, wenn sie keinen chemischen Verschmutzungen ausgesetzt sind. (Das hat \u00fcbigens funktioniert, ich bekam keinerlei Beschwerden durch das Wasser.)<br \/>\nNach etwas mehr als vier Stunden erreichen wir die Miriakamba-Hut. Und dann ist der da, der Moment, den ich aus der Piefke-Saga kenne, als Herr Sattmann nach einem qualvollen Aufstieg auf der H\u00fctte ankommt und auf der anderen Seite des Berges die Seilbahn sieht, die zur H\u00fctte hinauf f\u00e4hrt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/huette.jpg\" title=\"huette.jpg\" alt=\"huette.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 8: Die Miriakamba-H\u00fctte besteht aus einer ganzen Reihe an H\u00fctten bzw. H\u00e4usern, inklusive Solaranlage<\/p>\n<p>Hier gibt es zwar keine Seilbahn, daf\u00fcr aber eine Stra\u00dfe. Es ist die Verl\u00e4ngerung der Schotterstra\u00dfe, die wir zu Beginn gegangen sind und sie ist &#8211; ein kleiner Trost &#8211; f\u00fcr Touristentransporte gesperrt. Lediglich Versorgungsfahrten d\u00fcrfen damit gemacht werden und nat\u00fcrlich werden auch von Zeit zu Zeit marode Bergsteiger hinunter gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/zisterne.jpg\" title=\"zisterne.jpg\" alt=\"zisterne.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 9: Die H\u00fctte hat eine riesige Zisterne, aus der das Wasser in die Tanks gepumpt wird.<\/p>\n<p>Wir sind \u00fcbrigens nicht alleine unterwegs, sondern werden vom 25-j\u00e4hrigen Holl\u00e4nder Steye begleitet, der in Mto Wa Mbu am Lake Manyara ein Praktikum f\u00fcr sein Geologiestudium (Spezialfach Erosion) absolviert und f\u00fcr drei Monate in Tansania ist. Er spricht etwas Suaheli, was bei den Einheimischen hier sehr gut ankommt. Zudem ist er sehr nett und ich bin schon gespannt, wie es ihm weiter oben gehen wird, es ist schlie\u00dflich der erste Berg in seinem Leben.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/aufstieg2.jpg\" title=\"aufstieg2.jpg\" alt=\"aufstieg2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 10: Mitten im Bergwald<\/p>\n<p>Die erste Etappe hat er jedenfalls gut genommen, gleich hinter Thomy, dem unser gesamter Tross deutlich zu langsam ist. Ich wiederum bin ganz froh, dass wir heute nicht schneller gegangen sind.<br \/>\nDer Tross besteht \u00fcbrigens aus zwei F\u00fchrern, einem Ranger (Joseph), einem Koch, einem Kellner und einer Handvoll Tr\u00e4ger, darunter eine junge Frau (Veronika). Die Tr\u00e4ger bekommen wir nur selten zu Gesicht, sie sind trotz schwerem Gep\u00e4ck deutlich schneller als wir und somit immer irgendwo unterwegs.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/traeger.jpg\" title=\"traeger.jpg\" alt=\"traeger.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 11: Die Tr\u00e4ger tragen etwas weniger als fr\u00fcher, es gibt jetzt strengere Regeln. Trotzdem tragen sie immer noch jede Menge Gep\u00e4ck.<\/p>\n<p>Joseph ist der Netteste in der Runde, er erz\u00e4hlt gerne lustige Geschichten und kennt sich mit allem aus, was es hier zu sehen gibt. Jede Gruppe muss einen Ranger mit dabei haben, auch wenn die Gefahr nicht wirklich gro\u00df ist. Am gef\u00e4hrlichsten sind Kaffernb\u00fcffel, die es hier in gr\u00f6\u00dferen Mengen gibt. F\u00fcr den Fall der F\u00e4lle hat unser Ranger ein altes Gewehr mit. Es ist wirklich alt, eine deutsche Mauser aus dem Jahr 1909. Joseph meint, dass sie zwar nicht sehr treffsicher ist, jedoch immer noch verwendet werden kann. Ich glaube ihm, auch wenn das 110 Jahre alte St\u00fcck eigentlich in ein Museum geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/mauser2.jpg\" title=\"mauser2.jpg\" alt=\"mauser2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 12: Die Mauser von Joseph<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/flechten.jpg\" title=\"flechten.jpg\" alt=\"flechten.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 13: Mitten im Wald treffen wir einen seltsamen Bergbewohner. <\/p>\n<p>Die H\u00fctte ist sensationell, ich habe in Ostafrika noch nie eine bessere gesehen. Mehrere H\u00fctten zu je 8 R\u00e4umen mit je 4 Betten stehen zur Verf\u00fcgung, derzeit aber nicht sehr ausgelastet, au\u00dfer uns sind gerade mal 4 weitere Touristen da, darunter eine Holl\u00e4nderin, die gerade von einer gescheiterten Gipfelbesteigung kommt.<br \/>\nEs gibt eine gro\u00dfe und sehr saubere Waschinsel und sogar eine Dusche, wenngleich auch nur mit kaltem Wasser. Unser Kellner ist auch f\u00fcr unser Gesamtwohl verantwortlich und bringt uns je zwei Lavoirs mit hei\u00dfem Wasser.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/becken.jpg\" title=\"becken.jpg\" alt=\"becken.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 14: Gut ausgestattet, aber typisch afrikanisch. Alles ist irgendwie montiert.<\/p>\n<p>Der Speiseraum ist riesig, so dass wir uns ein wenig verloren vorkommen. Daf\u00fcr ist das Abendessen einfach, aber gut. Wie auf all den Bergen hier wird es in Plastiksch\u00fcsseln serviert, das Besteck ist aber aus Metall. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/saal.jpg\" title=\"saal.jpg\" alt=\"saal.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 15: Der riesige Speisesaal. Au\u00dfer uns ist allerdings fast niemand da.<\/p>\n<p>Als es dunkel wird, schenkt uns der Berg ein tolles Farbenspiel durch die untergehende Sonne. Danach wird es schnell sehr dunkel und auch ziemlich frisch, so dass wir nach dem Abendessen nicht mehr lange im Freien verbringen. Wenn man mit der Taschenlampe in den Wald leuchtet, dann gibt es immer das eine oder andere leuchtende Augenpaar zu sehen. Hin und wieder, so meint Joseph, sieht man in der Nacht auch einen B\u00fcffel oder anderes Getier \u00fcber die gro\u00dfe Wiese zwischen den H\u00fctten marschieren.<br \/>\nWir jedenfalls sind rechtschaffen m\u00fcde und gehen schlafen.<\/p>\n<p>MITTWOCH<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen zwar nicht fr\u00fch raus, da wir aber am Vorabend schon recht fr\u00fch (so gegen 22 Uhr) schlafen gegangen sind, stehen wir schon bei Sonnenaufgang auf und freuen uns, den Kilimanjaro von einer Art Mini-Aussichtsturm wolkenlos in der Morgensonne bestaunen zu d\u00fcrfen. Der Blick ist vollkommen frei und auch das Wetter sieht wieder sehr gut aus.<br \/>\nNach einem \u00fcppigen Fr\u00fchst\u00fcck marschieren wir los. Es geht gleich ziemlich steil los, wobei unser Ranger Joseph die betonierten St\u00fccke sehr kritisiert. Sie seien auf Touristenwunsch hin gebaut worden, es w\u00e4ren aber alle damit unzufrieden, so seine Aussage.<br \/>\nBergauf st\u00f6ren sie nicht weiter, aber ich stelle mir schon vor, wie das bergab zur Tortur werden kann, schrecklich f\u00fcr Knie und Sehnen.<br \/>\nDie Wege sind generell extrem gepflegt und ich erfahre auf Anfrage, dass Reparaturtrupps aus den anliegenden D\u00f6rfern f\u00fcr ein nettes kleines Nebeneinkommen der Bev\u00f6lkerung Arbeit und Geld bringen. Einmal im Jahr, also nach der ersten Regenzeit, r\u00fccken sie aus und bringen die Wege wieder gut in Schuss.<br \/>\nEs geht ziemlich ordentlich bergauf &#8211; das unterscheidet den Mount Meru von den anderen hohen Bergen in Afrika und macht ihn etwas schwieriger als z.B. den Mount Kenya. Er ist \u00fcbrigens der f\u00fcnfth\u00f6chste Berg auf diesem Kontinent &#8211; das steht zumindest am Gipfel so angeschrieben. Typisch afrikanisch, denn eine genauere Recherche ergibt, dass die Reihung nach Gipfeln so aussieht:<br \/>\nNr. 9: \u00c4thiopien: Semien Mountains, 4.462 m<br \/>\nNr. 8: Ruanda: Virunga Mountains 4.507 m<br \/>\nNr. 7: Tansania: Mount Meru 4.566 m<br \/>\nNr. 6: Republik Kongo: Mount Emin (Ruwenzori-Gebirge) 4.798 m<br \/>\nNr. 5: Uganda: Kiyanja Mount Baker (Ruwenzori-Gebirge) 4.844 m<br \/>\nNr. 4: Uganda: Mount Speke (Ruwenzori-Gebirge) 4.890 m<br \/>\nNr. 3: Uganda: Ngaliema, Mount Stanley\/Margherita-Spitze (Ruwenzori-Gebirge) 5.109 m<br \/>\nNr. 2: Kenia: Mount Kenya (Nelion) 5.199 m<br \/>\nNr. 1: Tansania: Kilimandscharo 5.895m<\/p>\n<p>Unser Weg ist angenehm, ich sp\u00fcre zwar die Schw\u00e4che vom Vortag wieder und bin nicht besonders schnell, aber es geht deutlich besser. Wir marschieren weiter durch dichten Bergwald, hin und wieder sieht man Spuren von B\u00fcffeln und es geht ordentlich bergauf. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/aufstieg.jpg\" title=\"aufstieg.jpg\" alt=\"aufstieg.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 16: Die Stecken sind wertvolle Balancehilfe, wenn auch nicht \u00fcberall n\u00f6tig &#8211; ganz im Gegensatz zum Hut, ohne den ich aufgeschmissen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Unser Ranger erz\u00e4hlt Geschichten und langsam lichtet sich der Wald. Jetzt \u00fcbernehmen B\u00fcsche die Vorherrschaft, interessanterweise gibt es jede Menge Klee, der im Prinzip aussieht wie unser Klee. Wir erfahren, dass das nach einem Buschbrand Vorreiterpflanzen sind, die sp\u00e4ter dann von anderen verdr\u00e4ngt werden, sich aber erstmal enorm ausbreiten.<br \/>\nNach ca. 4,5 Stunden kommen wir zur Saddle Hut und sind erstmal erstaunt, was f\u00fcr eine riesige Anlage das ist. Es gibt wieder mehrere Schlafh\u00fctten mit \u00e4hnlichen Zimmern wie auf der ersten H\u00fctte. Dusche gibt es zwar keine, aber die wird gerade gebaut. Alles ist enorm aufw\u00e4ndig gemacht, viele betonierte Fundamente und auch hier sind die H\u00fctten mit betonierten Wegen verbunden, die \u00fcberdacht sind. Der Speisesaal ist etwas kleiner und es gibt eine ganze Menge Wassertanks. Auch hier wird das Regenwasser gesammelt und \u00fcber Pumpen in die oberen Tanks geleitet. Wie das funktioniert, k\u00f6nnen wir wenig sp\u00e4ter sehen, denn es f\u00e4ngt zu regnen an. Genauer gesagt handelt es sich um ein Berggewitter und schon geht der Regen in Hagel \u00fcber. Wir sitzen im Speisesaal und beobachten eine Gruppe Kolkraben, die versuchen sich unter B\u00fcschen und in kleinen Erdnischen vor dem Unwetter zu verstecken. Nach 45 Minuten ist alles vorbei und die Sonne erscheint wieder. Nach einer kurzen Besprechung entscheiden wir uns auf den Little Meru zu gehen. Das ist quasi der kleine Gipfel des Mount Meru und man braucht von der H\u00fctte nur eine knappe Stunde hinauf. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/littlemeru.jpg\" title=\"littlemeru.jpg\" alt=\"littlemeru.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 17: Thomy am Weg zum Gipfel des Little Meru. Unten sieht man sch\u00f6n die Saddle Hut.<\/p>\n<p>Oben angekommen hat man einen sehr sch\u00f6nen Blick in alle Richtungen, vor allem auch in die Serengeti und hin\u00fcber zum Kilimandscharo. Nach dem Abstieg haben wir genug Meter gemacht und freuen uns schon auf das Bett, wenngleich es eine sehr kurze Nacht wird.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/seeye.jpg\" title=\"seeye.jpg\" alt=\"seeye.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 18: Gipfelfoto mit Steye, dem jungen Holl\u00e4nder<\/p>\n<p>DONNERSTAG<\/p>\n<p>Um ein Uhr kommt Juma um uns aufzuwecken. Das ist aber nicht wirklich notwendig, denn weder Thomy noch ich noch der Holl\u00e4nder haben wirklich geschlafen. Es liegt zumindest bei mir weniger an der H\u00f6he als an der Anspannung, die vor der Gipfeletappe deutlich zu sp\u00fcren ist. Der Weg raus aus dem warmen Schlafsack ist nicht leicht, wir ziehen uns an und bekommen einen hei\u00dfen Tee und ein paar Kekse. Dann packen wir unseren Tagesrucksack mit einer Kleinigkeit zu essen und Getr\u00e4nken und machen uns f\u00fcr den Abmarsch bereit.<br \/>\nThomy und dem Steye haben auch wenig und schlecht geschlafen, sind aber bereit f\u00fcr den Gipfel.<br \/>\nMit von der Partie ist auch Veronika, die Tr\u00e4gerin, die von Juma zur Assistentin ausgebildet wird. Juma schl\u00e4gt vor, dass sie meinen kleinen Rucksack tragen soll. Ich bin sicher der Schw\u00e4chste in der Gruppe und nehme den Vorschlag gerne an. Sonst gehen keine Tr\u00e4ger mit und auch Joseph, der Ranger ist hier nicht mehr notwendig.<br \/>\nWir sind zu sechst und marschieren im Schein der Stirnlampen in Richtung der ersten Serpentinen. Es hat ca. Null Grad und das Wetter ist gut, wenngleich ein starker Wind weht, was die Sache m\u00fchsam macht und die K\u00e4lte verst\u00e4rkt. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/lacht.jpg\" title=\"lacht.jpg\" alt=\"lacht.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 19: Eine kurze Rast mitten in der Nacht. Es hat um die Null Grad.<\/p>\n<p>Meine Kondition ist immer noch nicht die beste und ich qu\u00e4le mich mehr als am Mount Kenia. Mein Hauptproblem besteht darin, dass ich den Grund daf\u00fcr nicht kenne.<br \/>\nThomy ist viel zu schnell, will aber nicht langsamer gehen. Einerseits verstehe ich das, denn jeder braucht einen eigenen Rhythmus, andererseits meint Juma, dass wir erstens zusammen bleiben sollten und Thomy zweitens zu schnell w\u00e4re. Der Holl\u00e4nder k\u00f6nnte zwar sicher schneller gehen als ich, bleibt aber auch gerne bei uns.<br \/>\nDer Weg zieht sich und nach einiger Zeit kommen wir auf eine Kuppe, die sich als &#8222;Rhino Point&#8220; herausstellt. Eine kahle Bergkuppe, aber das ist nicht das Problem. Ich bekomme eine leichte Krise als ich bemerke, dass es jetzt bergab geht. Zus\u00e4tzlich marschieren wir noch \u00fcber schr\u00e4ge Steinplatten, die mit Ketten gesichert sind. Das ist keine wirkliche Herausforderung, denn es ist trocken und meine Schuhe haben bei solch einer Witterung sehr gute Haftung. Mein Problem ist im Kopf, denn ich wei\u00df, dass wir jeden Meter, den wir jetzt bergab gehen, wieder hinauf m\u00fcssen. Es sind zwar eigentlich &#8222;nur&#8220; tausend H\u00f6henmeter bis zum Gipfel, aber die 200, die wir jetzt bergab gehen, kommen noch dazu.<br \/>\nIch versuche aus Juma herauszubekommen, wie viele solcher Bergabst\u00fccke es gibt. Juma redet aber nicht wirklich mit mir und kommt mir schwammigen Erkl\u00e4rungen (&#8222;not many&#8220;), was mich ziemlich w\u00fctend macht. Ich bin frustriert, denn ich geh\u00f6re zu den Menschen, die schwierige Situationen gut meistern k\u00f6nnen, wenn sie wissen, was auf sie zukommt. Wenn ich wei\u00df, wie viel es noch bergab geht, kann ich mir die Kr\u00e4fte einteilen. So aber habe ich das Gef\u00fchl ins Endlose hinauf zu steigen.<br \/>\nSp\u00e4ter am Nachmittag wird Joseph (der redet ja mit mir) mich aufkl\u00e4ren, dass es sieben &#8222;No-summits&#8220; gibt, also sieben H\u00fcgel, bei denen man glaubt, dass man den Gipfel erreicht hat. Der Rhino Point war \u00fcbrigens der erste davon und ich bin daf\u00fcr nicht der erste, der dieses Problem hat.<br \/>\nJetzt aber muss ich so zurecht kommen. Was mir hilft, ist eine Monotonie. Das funktioniert durch die regelm\u00e4\u00dfige Schrittfolge von Juma, der vor mir geht. Ich konzentriere mich auf seine Schritte, die ich im Schein der Stirnlampe sehe. Links, rechts, links, rechts, links, rechts&#8230; Die Zeit vergeht zwar gef\u00fchlterma\u00dfen gar nicht, aber es lenkt die Gedanken weg von meinem \u00c4rger und ich baue mir so eine kleine Trance auf, in der ich mich wohler f\u00fchle als bei den st\u00e4ndigen Gedanken, wie weit es noch sein k\u00f6nnte. Die Nacht ist pechschwarz und mondlos. Auch die Sterne, die normalerweise auf dieser H\u00f6he alleine schon f\u00fcr eine Festbeleuchtung sorgen, sind irgendwie nicht sehr hell heute Nacht.<br \/>\nDie Landschaft ist in ihrer bizarren Form trotzdem erkennbar, es handelt sich um einen echten Vulkan mit Lavager\u00f6ll, viel Sand und allen m\u00f6glichen Basaltformen und Eruptivgestein. Wir kommen an Felsen vorbei, die wie Drachen aussehen und leiden unter sandigen Halden, bei denen wir immer wieder zur\u00fcck rutschen. <\/p>\n<p>Irgendwann beginnt es ganz leicht heller zu werden und ich bin mit meinen Kr\u00e4ften ziemlich am Ende. Wir gehen jetzt schon seit einigen Stunden und legen nur hin und wieder eine kurze Trinkpause ein. Juma redet zwar nicht viel, packt aber jetzt eine Dose mit einem Energy-Drink aus und gibt sie mir. Das Zeug schmeckt wie Red Bull und ist grauslich wie nur was, vor allem durch die Kohlens\u00e4ure auch schwer zu trinken, aber ich hoffe, dass es wenigstens wirkt.<br \/>\nEigentlich hatte ich schon vor umzukehren, mein Gipfelehrgeiz ist nicht wahnsinnig gro\u00df und meine Bereitschaft mich komplett zu verausgaben auch nicht. Aber ich m\u00f6chte wenigstens warten, ob der Energy-Drink wirkt und marschiere daher weiter. Juma best\u00e4tigt mir, dass es keine l\u00e4ngeren Bergabst\u00fccke mehr gibt und ich beschlie\u00dfe ihm einfach zu glauben.<br \/>\nEr beh\u00e4lt \u00fcbrigens Recht, es geht nur mehr 1-2 x wenige Schritte bergab, daf\u00fcr wird es jetzt immer steiler. Am Horizont erscheint der erste rote Streifen und wir wissen, dass wir es nicht mehr bis Sonnenaufgang auf den Gipfel schaffen werden. Noch liegt eine gesch\u00e4tzte Stunde Aufstieg vor uns.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/bevor.jpg\" title=\"bevor.jpg\" alt=\"bevor.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 20: Es f\u00e4ngt ganz leicht zu d\u00e4mmern an, es weht ein eiskalter, starker Wind, der uns den Sand in die Augen treibt.<\/p>\n<p>Der Sonnenaufgang hinter dem Kilimandscharo ist sensationell, vor allem wenn man ihn aus dieser bizarren Vulkanlandschaft aus sehen darf. Das Red-Bull-Zeugs wirkt und ich kann mir vorstellen mit der verbleibenden Kraft auf den Gipfel zu kommen. An den ebenfalls kr\u00e4ftezehrenden Abstieg denke ich einfach noch nicht, das ist besser so.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/kilibevor.jpg\" title=\"kilibevor.jpg\" alt=\"kilibevor.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 21: Das ist einer der Momente, f\u00fcr den man die Strapazen auf sich nimmt. Hinter dem Kili geht die Sonne auf.<\/p>\n<p>Da es jetzt schon hell ist, kann man den noch verbleibenden Weg sehen, was einerseits gut ist, weil so eine Einteilung der Kr\u00e4fte irgendwie m\u00f6glich ist, andererseits schlecht, weil ich sehe, wie weit es noch ist.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/rot.jpg\" title=\"rot.jpg\" alt=\"rot.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 22: Die aufgehende Sonne taucht die bizarre Vulkanlandschaft in oranges Licht. Hinten sieht man den Gipfel.<\/p>\n<p>Und jetzt wird es richtig steil. \u00dcber gro\u00dfe und kleine Felsbl\u00f6cke geht es den letzten Anstieg hinauf zum Gipfel. Thomy ist ein paar Meter vor mir oben, aber selbst f\u00fcr ihn war das letzte St\u00fcck kein Kinderfasching mehr. Der Holl\u00e4nder ist auch nicht mehr gut beinand, er hat leider H\u00f6henkrankheit bekommen, ihm ist schlecht und er hat Sch\u00e4delweh.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/guidogipfel.jpg\" title=\"guidogipfel.jpg\" alt=\"guidogipfel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 23: Keine Ahnung, warum ich mir die Handschuhe ausgezogen habe. Vielleicht um das Foto zu machen, das ich dann doch nicht gemacht habe.<\/p>\n<p>Den Gipfel erreichen wir nach f\u00fcnf Stunden Aufstieg und ich bin ziemlich ersch\u00f6pft. Es gibt eine Tafel und sogar ein Gipfelbuch, in das ich mich eintrage. Im Gegensatz zum Kilimandscharo gehen hier nicht allzu viele Menschen hinauf, was dem Berg sicher gut tut. Es ist immer noch ziemlich kalt, wir sind aber vom anstrengenden Aufstieg aufgew\u00e4rmt und au\u00dferdem beginnt die Sonne auch ein wenig zu w\u00e4rmen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/thomygipfel.jpg\" title=\"thomygipfel.jpg\" alt=\"thomygipfel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 24: Auch an Thomy ist der Aufstieg nicht spurlos vor\u00fcber gegangen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/seeyegipfel.jpg\" title=\"seeyegipfel.jpg\" alt=\"seeyegipfel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 25: Steye ist erledigt, allerdings weniger von der Anstrengung des Aufstiegs, sondern eher von der H\u00f6henkrankheit. Veronika macht das alles nichts aus.<\/p>\n<p>Lang bleiben wir nicht heroben, nach einer knappen halben Stunde beginnen wir den Abstieg, nachdem Juma und der andere Guide jede Menge Bilder mit ihren Selfie-Sticks gemacht haben.<br \/>\nDiese Unsitte macht auch vor Afrika keinen Halt.<\/p>\n<p>Der Abstieg geht einigerma\u00dfen gut, ich habe ausreichend Kraft um die Schritte gut zu setzen. Das ist enorm wichtig, denn hier oben verkn\u00f6cheln kann fatale Folgen haben. Jetzt sind die Sticks eine gro\u00dfe Hilfe und gl\u00fccklicherweise hat der Holl\u00e4nder auch welche. Ihm geb\u00fchrt gro\u00dfer Respekt, denn es ist sein erster Berg im Leben und au\u00dferdem macht ihm die H\u00f6henkrankheit leider auch beim Abstieg schwer zu schaffen. Normalerweise verschwindet sie recht flott wieder, wenn man hinunter geht, bei ihm funktioniert das aber aus unerfindlichen Gr\u00fcnden nicht. Er will auch keine Tabletten nehmen, die Juma ihm anbietet. Auch auf meinen Vorschlag zu hyperventilieren geht er leider nicht ein, dabei w\u00fcrde ihm das helfen.<\/p>\n<p>Also rutschen wir die sandigen Ger\u00f6llhalden bergab und steigen \u00fcber unz\u00e4hlige Felsbl\u00f6cke. Meine Kraft ist wieder da, lediglich die um einen Hauch zu kleinen Stiefel machen mir zu schaffen und ich wage mir gar nicht vorzustellen, wie das nach weiteren Stunden des Bergabgehens sein wird.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/downgravel.jpg\" title=\"downgravel.jpg\" alt=\"downgravel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 26: Eine der wenigen Stellen, die sehr harmlos aussehen. Bergauf rutscht man aber auf diesem Sand ordentlich dahin.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/weg Kopie.jpg\" title=\"weg Kopie.jpg\" alt=\"wegkopie.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 27: Auf diesem Bild sieht man den Weg, der immer in der N\u00e4he des Grats entlang f\u00fchrt. Die Steilheit sieht man aber nicht.<\/p>\n<p>Jetzt wird es auch warm und ich ziehe meine dicke Jacke aus, was sich aber im n\u00e4chsten schattigen St\u00fcck wieder als Fehler herausstellen wird. Unterhalb des Rhino-Points legen wir eine l\u00e4ngere Rast ein, auch um etwas zu essen. Der Holl\u00e4nder ist immer noch h\u00f6henkrank, akzeptiert jetzt aber wenigstens Tabletten gegen \u00dcbelkeit und Kopfweh. Sie werden ihm leider nicht allzu viel helfen, keine Ahnung, warum. Aber er ist jung und kr\u00e4ftig und wird es schaffen. Dummerweise hat er die Dreitages-Tour gebucht und m\u00fcsste heute noch bis ganz nach unten absteigen, was eine unglaubliche Strecke und \u00fcber dreitausend H\u00f6henmeter bergab bedeutet. Juma und Joseph machen ihm den Vorschlag, dass sie ihn von der letzten H\u00fctte mit dem Auto hinunterbringen lassen, das w\u00e4re im Preis inkludiert. Er nimmt diesen Vorschlag dankend an.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/blick.jpg\" title=\"blick.jpg\" alt=\"blick.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 28: Beim Abstieg sieht man sch\u00f6n in den Krater, der sich irgendwann gebildet hat, als der \u00e4u\u00dfere gro\u00dfe Krater schon l\u00e4ngst erodiert war. Links hinten der Little Meru, rechts ganz hinten der Kili.<\/p>\n<p>Nach 3,5 Stunden sind wir wieder auf der Saddle Hut. Ich bin einigerma\u00dfen froh, leider erhalten wir die schlechte Nachricht, dass l\u00e4ngeres Ausruhen nicht m\u00f6glich ist, weil ein Wetter aufzieht und die F\u00fchrer und Tr\u00e4ger gerne schon im Wald sein wollen, wenn der Regen kommt.<br \/>\nAlso haben wir nur eine Stunde Zeit um was zu essen und uns ein wenig auszuruhen. Ich verhandle eine halbe Stunde dazu, letztlich werden es dann zwei Stunden, bevor wir die n\u00e4chste Etappe zur unteren H\u00fctte starten k\u00f6nnen.<br \/>\nUm es kurz zu machen: Es ziehen zwar ordentliche Wolken auf, Regen kommt aber keiner. M\u00f6glicherweise wollten die F\u00fchrer aus irgend einem anderen Grund schnell absteigen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/colobus.jpg\" title=\"colobus.jpg\" alt=\"colobus.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 29: Colobus-Affen gibt es eine Menge, sie sind aber schwer zu fotografieren.<\/p>\n<p>Wieder geht es durch den Bergwald bergab. Ich vertreibe mir die Zeit mit langen Gespr\u00e4chen mit Joseph. Wir plaudern \u00fcber den Verkehr in St\u00e4dten, \u00fcber Politik und die Natur. Irgendwann kommen wir auf die betonierten Fl\u00e4chen und ich merke, dass meine Zehen zunehmend mehr Probleme bekommen. Die Kritik an dieser Form der Wegebefestigung hat ihre Berechtigung und ich bin froh, als wir bei der H\u00fctte ankommen. F\u00fcr heute sind wir genug gewandert und auch der Holl\u00e4nder ist heilfroh, dass er von hier mit dem Auto weiterfahren kann. Der Landcruiser steht schon bereit und wir verabschieden uns. Es waren drei sehr nette Tage und wir werden in Kontakt bleiben.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/huetten.jpg\" title=\"huetten.jpg\" alt=\"huetten.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 30: Die H\u00fctten fassen je 48 Personen in Zimmern zu je 4 Betten.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/zimmer.jpg\" title=\"zimmer.jpg\" alt=\"zimmer.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 31: Ein Blick in die Zimmer<\/p>\n<p>Am Abend kommt Juma zu uns &#8211; es geht um das Trinkgeld f\u00fcr die Tr\u00e4ger und den Koch und nat\u00fcrlich f\u00fcr ihn selbst. Wir haben uns leider vorher nicht erkundigt, was denn so \u00fcblich ist. Laut Zara Tipping Policy w\u00e4ren da zwischen 8 und 20 Dollar pro Person pro Tag f\u00e4llig. Das w\u00fcrde die Tour um fast die H\u00e4lfte verteuern und erscheint mir auch im Nachhinein als stark \u00fcbertrieben. Wir haben dann insgesamt ca. 180 Dollar an Trinkgeld gegeben plus einige Kleidungsst\u00fccke, in meinem Fall gute Bergstiefel, wenngleich Juma daf\u00fcr ungef\u00e4hr 10 Paar Socken brauchen w\u00fcrde, um hinein zu passen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/gruppe.jpg\" title=\"gruppe.jpg\" alt=\"gruppe.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 32: Steye ist schon am Vorabend talw\u00e4rts gefahren. Hier sehen wir links den Koch, dann einen der Tr\u00e4ger, den Kellner (auch Tr\u00e4ger), hockend Juma unser Guide, Veronika und Joseph, der Ranger<\/p>\n<p>FREITAG<\/p>\n<p>Die Nacht war erholsam und wir haben extrem lang geschlafen. Ein gutes Fr\u00fchst\u00fcck soll uns wieder Kraft f\u00fcr den restlichen Abstieg geben.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/essen.jpg\" title=\"essen.jpg\" alt=\"essen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 33: Palatschinken, Porridge und was man sonst halt so braucht.<\/p>\n<p>Nicht zu missachten ist der ordentliche Muskelkater in den Beinen, aber sonst sind wir fit f\u00fcr den weiteren Abstieg.<br \/>\nDieser f\u00fchrt uns eine etwas andere, direktere Route hinunter. Juma hatte uns vor Beginn der Tour zugeraunt, dass wir die &#8222;short route&#8220; hinauf gehen sollten und nicht auf den Ranger h\u00f6ren, der lieber die lange Tour gehen will. Ich verstand damals \u00fcberhaupt nicht, was er damit meinte und bemerkte auch zu Beginn keine Abzweigung, die ich in Frage stellen h\u00e4tte k\u00f6nnen. Also d\u00fcrften wir die lange Route gegangen sein.<br \/>\nSp\u00e4ter hat mir Joseph dann erkl\u00e4rt, dass sie hinauf immer die l\u00e4ngere Route gehen, weil diese l\u00e4nger im Schatten liegt als der direkte Weg, der daf\u00fcr beim Abstieg angenehmer w\u00e4re.<br \/>\nDas leuchtet ein.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/diezwei.jpg\" title=\"diezwei.jpg\" alt=\"diezwei.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 34: Guido und Thomy beim Abstieg<\/p>\n<p>Also marschieren wir den Berg hinunter bis zu einer kleinen Schlucht, in der sich ein wirklich toller Wasserfall befindet. Da es sehr hei\u00df ist, wirkt er ausgesprochen erfrischend, verst\u00e4rkt noch durch die im Schatten liegende Schlucht. Eigentlich will ich hier gar nicht mehr weg und au\u00dferdem ist das Wasser so klar und frisch, dass ich meine Flasche auff\u00fcllen kann. Selbst hier weigern sich Juma und Joseph das Wasser zu trinken, was mir v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich ist. Sie trinken aber generell nicht viel und selbst beim Aufstieg zum Gipfel haben sie nahezu nichts zu sich genommen. Vielleicht ist das mit dem Wasser trinken wirklich mehr Gew\u00f6hnungssache als wir glauben. Gerade in den letzten Jahren ist es bei uns zur Modeerscheinung geworden immer und \u00fcberall eine Wasserflasche dabei zu haben. Auf den B\u00e4nken in der Fachhochschule oder der AKH-Akademie sprie\u00dfen die Flaschen in allen Farben und Formen wie die Schwammerln auf den Tischen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/wasserfall1.jpg\" title=\"wasserfall1.jpg\" alt=\"wasserfall1.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 35: Der Wasserfall liegt schon unten in der Ebene, ist permanent und extrem angenehm.<\/p>\n<p>Dann geht es am Fu\u00df des Berges noch \u00fcber eine Mischung aus Savanne und Sumpflandschaft, wo wir in wenigen Metern Entfernung an Pavianen und Giraffen vorbei marschieren. Zu Fu\u00df habe ich diese Tiere noch nie so nahe gesehen, sie d\u00fcrften aber an Menschen gew\u00f6hnt sein. <\/p>\n<p>Schlie\u00dflich sind wir wieder beim Hauptquartier angekommen und erhalten ein Lunchpaket f\u00fcr die Weiterreise. Diese geschieht mit einem Minibus, mit dem wir noch auf einen Gamedrive durch den Park fahren. Es geht vorbei an einigen Seen und die h\u00fcgelige Vulkanlandschaft ist abwechslungsreich und interessant. Kronenkraniche, Flamingos, Giraffen, Paviane, diverse Antilopen, Warzenschweine und noch einiges mehr gibt es hier zu sehen. Zugleich ist die N\u00e4he zur Kulturlandschaft deutlich, es erinnert mich ein wenig an den Nakuru-Nationalpark, wo es \u00e4hnlich ist: hier die Zebras, zweihundert Meter weiter H\u00e4user und Felder. Kultur und Wildnis liegen hier sehr dicht zusammen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/kultur.jpg\" title=\"kultur.jpg\" alt=\"kultur.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 36: Einer der Seen im Nationalpark. Das rosa Zeugs sind jede Menge Flamingos.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/flamingo.jpg\" title=\"flamingo.jpg\" alt=\"flamingo.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 37: Thomy gelingen immer wieder richtig gute Aufnahmen.<\/p>\n<p>Wir haben mit Juma zwar mehrfach besprochen, dass wir direkt zum Flughafen m\u00fcssen und nat\u00fcrlich auch rechtzeitig dort ankommen wollen, da wir ja am Berg nicht online einchecken konnten.<br \/>\nDer Gamedrive ist zwar nett, aber irgendwann frage ich Juma, ob dem Fahrer und ihm klar ist, dass wir in etwas mehr als einer Stunde am Flughafen sein m\u00fcssen.<br \/>\nAuf einmal geht alles sehr schnell. Der Fahrer zeigt seine versteckten Rallye-K\u00fcnste und wir fliegen f\u00f6rmlich durch den Rest des Parks. Offensichtlich haben sie einfach vergessen, wann wir am Flughafen sein m\u00fcssen.<br \/>\nBeim Gate sehen wir wie schnell es in Afrika gehen kann wenn es schnell gehen muss. Der Fahrer wird gerade einmal langsamer und beschleunigt sobald der Schranken in die H\u00f6he geht.<br \/>\nSo schaffen wir es knapp zwei Stunden vor Abflug tats\u00e4chlich am Flughafen zu sein und verabschieden uns von Juma. Dann geht es wieder hinein in den Flughafen und zum Checkin.<br \/>\nWir geben unsere Rucks\u00e4cke ab und erhalten unsere Bordkarten. Jetzt beginnt wieder die l\u00e4hmende Warterei. So denke ich zumindest als ich zur Sicherheitskontrolle komme. Am Stirnrunzeln des Mannes hinter dem Durchleuchtungsger\u00e4t merke ich, dass etwas nicht stimmt. Er l\u00e4sst mich den kleinen Rucksack ausr\u00e4umen und ganz unten findet er &#8211; den Leatherman. Er ist brandneu, ich habe ihn genau genommen noch nie ben\u00fctzt und er war immerhin 150 Euro teuer.<br \/>\nSo ein Mist! In der Eile der Anreise habe ich auf ihn vergessen. Jetzt stehe ich da und \u00fcberlege, ob es noch irgend eine M\u00f6glichkeit gibt das Ding zu retten. Eine junge Dame hinter mir meint, es w\u00e4re doch noch gen\u00fcgend Zeit um meinen kleinen Rucksack auch noch einzuchecken. Jetzt kommt mir zu Hilfe, dass wir uns hier auf einem kleinen, eher gem\u00fctlichen Flughafen befinden. Ich bekomme die Erlaubnis den ganzen Weg wieder retour zu gehen und tats\u00e4chlich ist es m\u00f6glich den Rucksack noch abzugeben. Das ist noch keine Garantie daf\u00fcr, dass der Leatherman in Nairobi auch noch drinnen ist, vor zwei Jahren haben sie mir in Dar es Salaam den Vorg\u00e4nger der jetzigen Neuerwerbung aus dem gro\u00dfen Rucksack entwendet.<br \/>\nEgal &#8211; ich marschiere wieder zur Durchleuchtung und erlebe, dass dich der Sicherheitsmann ehrlich dar\u00fcber freut, dass ich es geschafft habe. Nur das Gef\u00fchl ist seltsam &#8211; vollkommen ohne Gep\u00e4ck, einfach nur in Leiberl, Hose plus Reisepass und Bordkarte &#8211; so bin ich noch nie zu einem internationalen Flug aufgebrochen. <\/p>\n<p>Die restliche Wartezeit vergeht schnell und auch der Flug dauert nicht lange. Es ist schon finster als wir in Nairobi landen und ich bin gespannt, ob das Versprechen der Zollbeamtin halten wird, dass unser Visum auch f\u00fcr eine zweite Einreise g\u00fcltig ist.<br \/>\nTats\u00e4chlich, wir m\u00fcssen nichts mehr zahlen. Auch meine beiden Gep\u00e4ckst\u00fccke sind da und nichts fehlt. Irgendwie d\u00fcrfte der Tag noch gut ausgehen, vor allem weil Paul schon auf uns wartet und auf schnellstem Weg nach Hause f\u00fchrt. Wobei &#8211; sofort wollen wir noch nicht nach Lake View, schlie\u00dflich haben wir einen ordentlichen Hunger. Paul erkl\u00e4rt sich bereit auf uns zu warten, w\u00e4hrend wir in Spring Valley noch eine ordentliche Portion hineinschaufeln. Mein Steak ist eher von der Marke Schuhsohle, Thomys Burger hingegen ausgezeichnet.<br \/>\nSo geht ein weiterer langer Tag zu Ende und wir sind froh, wieder gut in Nairobi angekommen zu sein. Vor dem Schlafengehen stecken wir noch den Campingk\u00fchlschrank im Haus ans Netz, damit er bis in der Fr\u00fch gut vork\u00fchlen kann. Dann geht es ab ins Bett.<\/p>\n<p>SAMSTAG<\/p>\n<p>Wir schaffen es um 08:20 wegzukommen, nach einem kurzen Fr\u00fchst\u00fcck und hoffentlich allen Dingen, die wir brauchen werden. Nur Gem\u00fcse, Obst und Fleisch m\u00fcssen wir noch einkaufen.<br \/>\nEs ist wolkig und ich habe immer noch die Angst, dass die Regenzeit jederzeit einsetzen k\u00f6nnte. Am Waiyaki-Way ist erstens sehr viel LKW-Verkehr und zweitens gleich eine fette Baustelle. Es gibt \u00fcberhaupt derzeit jede Menge Baustellen und fast alle sind fest in chinesischer Hand. Die bauen dort vor allem Infrastruktur, also Stra\u00dfen und &#8211; wie wir sp\u00e4ter noch bemerken werden &#8211; eine neue Uganda-Bahn. Sie machen das nat\u00fcrlich nicht uneigenn\u00fctzig, sondern profitieren durch gute Handelsvertr\u00e4ge und dadurch, dass sie auf den gebauten Stra\u00dfen erstens chinesische Waren ins Land und wertvolle Rohstoffe au\u00dfer Landes bringen k\u00f6nnen. Sie sind aber weder gieriger noch skrupelloser als die Europ\u00e4er, nur machen sie es deutlich geschickter.<br \/>\nDie gro\u00dfe Stra\u00dfe nach Nakuru ist in tadellosem Zustand, das \u00dcberholen ist trotzdem sehr schwierig und so brauchen wir relativ lang bis Nakuru, wo wir den Einkauf geplant haben.<br \/>\nWir finden das Einkaufszentrum, in dem wir vor zwei Jahren schon waren und das in der Zwischenzeit umgebaut wurde. Als wir den Supermarkt finden, bin ich erstaunt: Bisher gab es zwei gro\u00dfe Ketten &#8211; Uchumi und Nakumatt. Das entsprach ungef\u00e4hr dem, was bei uns SPAR und BILLA sind.<br \/>\nJetzt gibt es neue, z.B. den franz\u00f6sischen Carrefour oder Taskys. Sowohl die Qualit\u00e4t wie auch die Auswahl sind deutlich zur\u00fcck gegangen. Bier gibt es fast nur mehr Dosen, viele gute Marken sind verschwunden, es wirkt alles billiger, noch mehr Plastik, noch weniger frische Waren. Besonders schlimm ist es mit Obst und Gem\u00fcse. Die Auswahl ist winzig, die Qualit\u00e4t mies, daf\u00fcr ist es sauteuer. Wir k\u00f6nnten zwar da und dort am Stra\u00dfenrand gute Ware deutlich g\u00fcnstiger kaufen, wissen aber nat\u00fcrlich nicht, was wir angeboten bekommen. Paradeiser und Paprika wollen wir unbedingt, aber bekommen wir das auch auf der Strecke?<br \/>\nDie Preise entsprechen ungef\u00e4hr dem \u00f6sterr. Niveau, genau genommen ist es teurer. Ich bin recht unzufrieden, daf\u00fcr funktioniert das Geldwechseln sehr schnell und einfach.<\/p>\n<p>Dann sind wir wieder auf der Landstra\u00dfe, genauer gesagt auf der A 104 Richtung Eldoret. Der LKW-Verkehr ist betr\u00e4chtlich, hier fahren aber auch alle, die etwas nach Uganda in den Kongo bringen. Die Strecke geht von Mombasa \u00fcber Nairobi und Nakuru nach Eldoret und von dort weiter \u00fcber Jinja nach Kampala. Da es die alte Uganda-Bahn nicht mehr gibt bzw. nur mehr bis Nairobi, muss alles mit dem LKW transportiert werden.<br \/>\nWir k\u00f6nnen gl\u00fccklicherweise irgendwann links Richtung Kisumu abzweigen und von dort an ist fast kein Verkehr mehr. Daf\u00fcr ist die Landschaft reizvoll, es geht durch riesige Teeplantagen \u00fcber sanfte H\u00fcgel Richtung Westen bis zur kleinen Stadt Kericho. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/tee.jpg\" title=\"tee.jpg\" alt=\"tee.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 38: In den Teeplantagen arbeiten viele Menschen. Hier sehen wir ihre Quartiere.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/bub.jpg\" title=\"bub.jpg\" alt=\"bub.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 39: Ein Bub mitten in den Teeplantagen. <\/p>\n<p>Der Toyota l\u00e4uft pr\u00e4chtig und wir n\u00e4hern uns irgendwann Kisumu, der gro\u00dfen Stadt am Viktoriasee. Dort fahren wir allerdings nur durch Richtung Kakamega.<\/p>\n<p>Was sofort und extrem auff\u00e4llt: Kenia hat seit ca. einem Jahr ein Verbot von Plastiksackerln. Und sie halten das ein, der Verkauf ist genauso verboten wie die Ben\u00fctzung. Uns wird empfohlen die letzten noch vorhandenen Exemplare m\u00f6glichst schnell loszuwerden &#8211; wenn man erwischt wird, kann es sehr teuer werden, das geht bis zur Gef\u00e4ngnisstrafe.<br \/>\nDie Auswirkungen sind eklatant. Es gibt fast keinen Dreck mehr auf den Stra\u00dfen, lediglich die unseligen Plastikflaschen liegen noch herum, aber auch von denen deutlich weniger als noch vor einem Jahr oder zwei Jahren. Ich bereise Ostafrika jetzt seit 35 Jahren, aber so etwas habe ich noch nie auch nur ann\u00e4hernd erlebt. Die Stra\u00dfenr\u00e4nder, die Stra\u00dfengr\u00e4ben wie geschleckt. Dort, wo fr\u00fcher kleine M\u00fcllhalden waren, ist es jetzt blitzsauber. Hecken, Str\u00e4ucher, Z\u00e4une, Gr\u00e4ben &#8211; nirgends mehr die unglaubliche F\u00fclle an Sackerln, das Land schaut ohne \u00dcbertreibung ganz anders aus, erinnert stellenweise schon fast an Costa Rica.<br \/>\nEinmal haben wir so einen Sto\u00dftrupp gesehen, der auf der Stra\u00dfe den M\u00fcll einsammelt. Leider gibt es noch die unseligen Plastikflaschen, aber immerhin sind wenigstens die Sackerln weg. Teilweise konnten wir unseren Augen kaum trauen, es wirkt wie ein anderes Land, sehr anders, sehr sauber, sehr sch\u00f6n.<br \/>\nWir haben auch mit den Kenianerinnen und Kenianern gesprochen und alle sind \u00fcber dieses Verbot gl\u00fccklich. Freiwillig w\u00e4re da gar nichts gegangen &#8211; so viel ist sicher.<br \/>\nUnd der Effekt ist durchschlagend, wenn auch &#8211; wie fast alles in dieser Welt &#8211; nicht ganz ohne Nachteile. Das Einkaufen von Obst und Gem\u00fcse ist schwieriger geworden, statt der Plastiksackerl gibt es jetzt Plastiknetze, die man in der Obstabteilung bekommt. Aber auch hier wird schon nachgedacht, ob man die verbieten soll.<br \/>\nJetzt fehlen nur noch die Plastikflaschen und dann h\u00e4ngt uns Afrika um viele Jahre ab was die Entwicklung betrifft. Es gibt Bereiche, in denen uns Afrika nicht nur einholt, sondern l\u00e4ngst \u00fcberholt hat. Das trifft auf die Telekommunikation zu (M-Pesa und noch vieles andere), aber auch auf den Umgang mit Plastik. Bei uns ist so ein Verbot in weiter Ferne, dort haben sie es einfach umgesetzt.<\/p>\n<p>Nach einer neun Stunden dauernden Fahrt sind wir endlich in Kakamega angekommen und finden die Abzweigung zum National Reserve. Wir wissen noch nicht, was uns dort erwartet, aber in meiner Karte sind &#8222;Udos Bandas&#8220; eingezeichnet und angeblich darf man dort campen.<br \/>\nDer Parkeintritt ist im Vergleich zu den gro\u00dfen Parks sehr g\u00fcnstig (22 Dollar) und die nette Dame von der Parkverwaltung meint, ein Guesthouse k\u00e4me auf 40 Dollar, Camping pro Person auf je 20 Dollar. Also nehmen wir das Guesthouse und ich freue mich auf ein Bett statt auf den harten Toyota.<br \/>\nDas Guesthouse stellt sich als vollwertiges Haus heraus, mit komplett eingerichteter K\u00fcche, Bad und WC und einem Schlafzimmer mit Doppelbett.<br \/>\nThomy will eh im Toyota schlafen (er liebt das Ausstelldach hei\u00df) und so richten wir uns gem\u00fctlich ein. Am Parkeingang haben wir noch Salomon getroffen, einen lokalen F\u00fchrer. Er bietet uns f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag eine Wanderung durch den Kakamega Forest an. Wir buchen und zahlen das gleich und sind gespannt was uns morgen erwartet.<\/p>\n<p>Jetzt kochen wir uns erstmal ein Abendessen. Wir waren beim Einkaufen mit dem Fleischangebot nicht sehr gl\u00fccklich und wollen ohnehin mehr Gem\u00fcse und Obst essen. Daher haben wir nur ein paar W\u00fcrstel gekauft, die jetzt in der Pfanne landen. Dazu gibt es eine riesige Portion Salat. Danach den obligaten Sundowner, obwohl die Sonne schon l\u00e4nger weg ist. Wir bevorzugen Fruchtsaft mit Kenya Cane, gut gek\u00fchlt versteht sich.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/kochen.jpg\" title=\"kochen.jpg\" alt=\"kochen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 40: Thomy br\u00e4t ein paar W\u00fcrstel, w\u00e4hrend ich einen Salat zubereite.<\/p>\n<p>Das funktioniert seit den neuen Solarmodulen auch hervorragend, denn die liefern so viel Strom, dass der Eiskasten auf der Minimumstufe immer noch ordentlich k\u00fchlt. Der Fortschritt erscheint mir vor allem deswegen so gro\u00df, weil wir jahrzehntelang mit den K\u00fchlschr\u00e4nken gek\u00e4mpft haben. Sie waren sauteuer und haben nur selten gut funktioniert. Man konnte sie mit 220 Volt, 12 Volt und mit Gas betreiben. W\u00e4hrend der Fahrt hat das mit 12V einigerma\u00dfen funktioniert. Sobald das Auto aber abgestellt wurde und vor allem \u00fcber Nacht, saugte der K\u00fchlschrank die Batterie leer und man konnte am n\u00e4chsten Tag nicht mehr starten. Daher wurde der schwere K\u00fchlschrank aus dem Auto gehoben und unter einen Tisch gestellt, damit ihm der Regen nichts anhaben konnte. Dann wurde eine Gasflasche angeschlossen und man musste mit einem langen Z\u00fcndholz ganz unten hinten in ein R\u00f6hrchen hineinfahren, das Gas aufdrehen und halten und dann hoffen, dass die Flamme anspringt. Der K\u00fchlschrank musste komplett eben stehen und komplett windgesch\u00fctzt sein, denn sonst blies ein Lufthauch die Flamme aus und am n\u00e4chsten Morgen war alles kaputt. Also mussten wir in der Nacht hin und wieder aufstehen und die Flamme kontrollieren. Sp\u00e4tere Varianten hatten wenigstens schon eine Z\u00fcndung, die aber eher selten funktionierte. Also wieder Z\u00fcndholz und m\u00fchsam in das R\u00f6hrchen schauen, ob dahinter die Flamme brennt.<br \/>\nUnd es war oft gar nicht leicht Gasflaschen zu bekommen. Dazu mussten wir manchmal quer durch ganz Nairobi in die Industrial Area fahren, zur Firma &#8222;Afrigas&#8220;, und dort hoffen, dass sie gerade die richtigen Flaschen haben, sofern die Firma \u00fcberhaupt offen hatte.<br \/>\nEs war echt m\u00fchsam.<\/p>\n<p>Das ist alles Vergangenheit, der Toyota hat eine leistungsstarke Extra-Batterie, an der ein Controller h\u00e4ngt, der den Solarstrom kontrolliert. Und die neuen Solarmodule sind so gut, dass sie ausreichend Strom liefern, damit der K\u00fchlschrank problemlos die ganze Nacht kalt bleibt. Die beiden Fahrzeugbatterien f\u00fcr das Starten sind davon getrennt und somit muss man nicht mehr nachdenken, ob man am n\u00e4chsten Tag noch starten kann.<br \/>\nWir freuen uns jedenfalls auf diesen n\u00e4chsten Tag und unsere Wanderung durch den Wald.<\/p>\n<p>SONNTAG<\/p>\n<p>Dummdadamm, dumm-dadamm, dadamm, dumm&#8230; So ging es die ganze Nacht lang, irgendwo wurde getrommelt. Sp\u00e4ter erfahren wir, dass dies zu einem Begr\u00e4bnisritual geh\u00f6rt und wohl auch die n\u00e4chste Nacht noch so sein w\u00fcrde. Macht nichts, wir haben trotzdem sehr gut geschlafen und g\u00f6nnen uns jetzt ein gutes Fr\u00fchst\u00fcck mit Spiegeleiern, Toast und Orangenmarmelade. Ich habe leider vergeblich versucht im Supermarkt einen Kr\u00e4utertee zu bekommen. Das gibt es hier einfach nicht. Der hiesige Schwarztee ist zwar hervorragend und billig, mir aber etwas zu stark. Das war vor allem am Berg ein Thema, jetzt geht auch der Schwarztee.<br \/>\nUm 9 Uhr holt uns der F\u00fchrer ab und wir starten mit leichtem Gep\u00e4ck auf die Tour, die 5-6 Stunden dauern soll. Der Kakamega-Forest ist nicht sehr gro\u00df und wir erfahren, dass zwei Drittel davon auch bewohnt sind. Der verbleibende Rest im Norden &#8211; wo wir sind &#8211; ist echter Urwald, davon aber nur ein kleiner Teil Prim\u00e4rwald.<br \/>\nDas kenne ich schon von Costa Rica, auch dort gibt es nur mehr winzige Reste an Prim\u00e4rwald. Darunter versteht man einen Urwald, in dem es noch gro\u00dfe alte B\u00e4ume gibt. Bis Ende der 1950-er Jahre haben die Engl\u00e4nder hier in Kenia alle Prim\u00e4rw\u00e4lder f\u00e4llen und das wertvolle Tropenholz nach England verschiffen lassen.<br \/>\nDazu wurden Gruben gegraben, mit deren Hilfe die riesigen St\u00e4mme an Ort und Stelle zers\u00e4gt werden konnten. Manche dieser Gruben sieht man heute noch.<br \/>\nJenseits aller Hemmingway-Romantik haben die Engl\u00e4nder im Kolonialismus die L\u00e4nder schlicht und einfach ausgeraubt. Die Bev\u00f6lkerung hatte nichts zu melden, denn die Engl\u00e4nder hatten das bessere Milit\u00e4r. So einfach war das.<br \/>\nHeute ist man sich des Werts alter W\u00e4lder zwar bewusst, nur gibt es keine mehr. Die Engl\u00e4nder haben ganze Arbeit geleistet. Nur ein kleines St\u00fcckchen Wald konnten sie nicht mehr roden und das schauen wir uns heute an.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/wald.jpg\" title=\"wald.jpg\" alt=\"wald.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 41: Blick von einem H\u00fcgel hinunter in den Kakamega-Forest. Sehr viel mehr als das gibt es allerdings nicht mehr.<\/p>\n<p>Der Campingplatz wurde erst in den 1990ern von einem Amerikaner namens Udo gegr\u00fcndet bzw. dort, wo der Forscher auch ein paar Bandas gebaut hat. Das sind kleine H\u00fctten, die den urspr\u00fcnglichen Behausungen der Menschen in dieser Gegend nachempfunden sein sollen. Sie haben keine Fenster und wirken nicht sehr einladend. Vielleicht hat uns die nette Dame am Gate deswegen das Guesthouse empfohlen.<br \/>\nEs sind nicht nur die Trommeln der vergangenen Nacht &#8211; wir haben generell das Gef\u00fchl uns nicht in der Wildnis zu befinden. Die n\u00e4chste Siedlung ist nur wenige hundert Meter entfernt, wenn \u00fcberhaupt. Es wirkt eher wie ein Park, ein gepflegter Park &#8211; und schlie\u00dflich hei\u00dft es ja auch &#8222;Nationalpark&#8220;, wenngleich es sich hier um ein &#8222;Reserve&#8220; handelt.<br \/>\nSo wie alle anderen Parks steht auch dieser unter Siedlungsdruck und es bleibt abzuwarten, wie er sich entwickelt.<\/p>\n<p>Salomon f\u00fchrt uns nur wenige Meter neben dem Campingplatz in den Wald. Dort gibt es sehr sch\u00f6ne und sauber angelegte Wege, die wie ein Irrgarten wirken &#8211; st\u00e4ndig kommt eine Wegkreuzung und alle sehen mehr oder weniger gleich aus. Salomon erkl\u00e4rt uns einige B\u00fcsche und B\u00e4ume und merkt an, dass es hier viele Vogelarten gibt. Einer dieser V\u00f6gel kann Rufe imitieren. Salomon st\u00f6\u00dft eine Reihe unterschiedlicher Pfeiflaute aus und der Vogel macht sie exakt nach.<br \/>\nDas ist lustig anzuh\u00f6ren und ich habe das noch nie erlebt.<\/p>\n<p>Wir marschieren weiter, es beginnt langsam hei\u00df zu werden. Wir haben aber gen\u00fcgend Wasser mit und sind uns noch nicht sicher, wie lange die Tour wirklich dauern wird. Jetzt geht es aber einmal flach dahin und Salomon zeigt uns den &#8222;Drum-Tree&#8220;, einen Baum mit hohen, schmalen und in die Luft ragenden Ausl\u00e4ufern, aus denen die Wurzeln entstehen. Wenn man mit der Faust auf diese Ausl\u00e4ufer h\u00e4mmert, erzeugt das ein Ger\u00e4usch wie eine Trommel. So h\u00e4tten sich Menschen fr\u00fcher Signale gegeben, weil dieses Ger\u00e4usch weit tr\u00e4gt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/drum.jpg\" title=\"drum.jpg\" alt=\"drum.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 42: Die Wurzeln sind beeindruckend.<\/p>\n<p>Salomon zeigt uns Teak- und Palisanderb\u00e4ume, Feigenb\u00e4ume und noch einige andere mehr. Darunter sind auch wahre Urwaldriesen und wir sind froh, dass sie den \u00c4xten der Engl\u00e4nder entgangen sind, etwa der African Prune, bei dem man vor kurzem herausgefunden hat, dass seine Rinde gut ist gegen Prostatakrebs. \u00dcberhaupt d\u00fcrfte so ein Urwald eine veritable Apotheke sein und es ist jammerschade, dass nur so wenig davon \u00fcbrig ist. Manche B\u00e4ume sind 500 Jahre alt und man kann sich vorstellen, welcher Schaden durch die gierige Abholzung hier wirklich entstanden ist.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/baumbaum.jpg\" title=\"baumbaum.jpg\" alt=\"baumbaum.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 43: Ein Baumriese samt Schmarotzerbaum, der an ihm emporw\u00e4chst.<\/p>\n<p>Nach einiger Zeit kommen wir in einen Sekund\u00e4rwald. Er bildet sich, wenn der Prim\u00e4rwald gef\u00e4llt wurde und man findet dort keine hohen B\u00e4ume mehr. Daf\u00fcr gibt es eine Unzahl an Guave-B\u00e4umen, die regelm\u00e4\u00dfig von den Affen gepl\u00fcndert werden. Diese Affen bekommen wir hin und wieder zu Gesicht: Redtail-Monkeys, schwarz-wei\u00dfe Colobusaffen, Blue Monkeys sowie einige Paviane.<br \/>\nAuch wilde Ingwerfr\u00fcchte finden und verkosten wir gerne. Vieles im Wald ist essbar, wenngleich manchmal schwer zu bekommen, weil dies auch die Affen wissen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/ingwer.jpg\" title=\"ingwer.jpg\" alt=\"ingwer.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 44: Wilder Ingwer. Leicht s\u00e4uerlich, interessant im Geschmack.<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob es auch Schlangen g\u00e4be, antwortet Salomon wahrhaft salomonisch: Ja, es gibt viele, und wenn du sie zu sehen bekommst, dann bist du &#8222;lucky&#8220;, oder auch &#8222;unlucky&#8220; &#8211; er will sich da nicht festlegen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/bridge.jpg\" title=\"bridge.jpg\" alt=\"bridge.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 45: Wir \u00fcberqueren mehrere kleine Br\u00fccken, die \u00fcber B\u00e4che gebaut sind. Nicht alle wirken vertrauenerweckend.<\/p>\n<p>Es wird immer hei\u00dfer und wir erklimmen eine kleine Anh\u00f6he, auf der einmal eine Aussichtswarte stand. Wenig sp\u00e4ter machen wir eine Rast und dann geht es immer weiter durch den Wald. Der F\u00fchrer hat weder einen Rucksack noch Wasser, will aber auch nichts von uns haben. Wie schon am Berg merken wir, dass die Afrikaner nicht viel trinken.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/salomon.jpg\" title=\"salomon.jpg\" alt=\"salomon.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 46: Wie die meisten Schwarzafrikaner tr\u00e4gt auch unser F\u00fchrer eine Art Einheitskleidung. Mit der geht er in die Kirche und in den Wald, einkaufen und zu einem Business-Meeting.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wird Salomon immer schweigsamer und wir marschieren stundenlang durch den hei\u00dfen Wald. Das ist zwar ganz nett, macht aber keinerlei Lust auf einen zweiten Tag hier im Nakamega Forest. Der ist zwar ganz nett, aber das ist der Wienerwald auch.<br \/>\nGanz zum Schluss machen wir noch einen kleinen Umweg zu einem Wasserfall. Dieser ist weder besonders hoch noch sonst irgendwie spektakul\u00e4r. Kann man machen, muss man aber nicht.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/wasserfall.jpg\" title=\"wasserfall.jpg\" alt=\"wasserfall.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 47: Der Wasserfall im Kakamega Forest.<\/p>\n<p>Das einzig auff\u00e4llige am Retourweg ist eine junge Frau, deren Begleiter einen Ghettoblaster in den H\u00e4nden h\u00e4lt und laute Musik spielt, w\u00e4hrend beide durch den Wald wandern. Es gibt hier scheinbar nichts, was es nicht gibt.<br \/>\nEtwas ersch\u00f6pft kommen wir nach knapp sechs Stunden zu unserem Guesthouse zur\u00fcck. Die Wanderung war nett und ihr Geld durchaus wert, wenngleich alles Wichtige in der ersten Stunde zu sehen und zu erleben war. Salomon hat auch schon geahnt, dass wir hier keinen zweiten Tag bleiben werden. Aber wir bleiben noch eine Nacht in unserem Guesthouse, denn die Alternative w\u00e4re irgend ein Hotel in Kakamega, bei dem wir auch nicht kochen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>So wird es Abend und nach einem guten Essen und einem einfachen Abwasch (weil in einer echten K\u00fcche), g\u00f6nnen wir uns nach dem Bierchen noch unseren klassischen Gute-Nacht-Trunk. Auch dieser Tag war lange und anstrengend und wir freuen uns auf eine angenehme Nacht. Morgen werden wir in Richtung Masai Mara aufbrechen.<\/p>\n<p>MONTAG<\/p>\n<p>Nach einem leicht eingeschr\u00e4nkten Fr\u00fchst\u00fcck schaffen wir es um 08:20 wegzufahren. Der F\u00fchrer und auch unser junger Betreuer vom Guesthouse bekommen jeder von Thomy ein Hemd bzw. etwas anderes als Geschenk und wir fahren zum Gate. Dort bezahlen wir noch die zweite Nacht bei einer Rangerin mit rosa Strickhaube und dann geht es wieder auf die Hauptstra\u00dfe zur\u00fcck nach Kisumu.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/forest.jpg\" title=\"forest.jpg\" alt=\"forest.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 48: Der Eingang zum Nationalpark<\/p>\n<p>Im &#8222;Tuskys&#8220; decken wir uns mit Vorr\u00e4ten ein, was wieder l\u00e4nger dauert als geplant. Dann geht es durch eine ewig dauernde, sehr staubige Baustelle wieder hinunter nach Kisumu, das die Region der Tuktuks zu sein scheint. W\u00e4hrend es die in Nairobi und anderen Gegenden \u00fcberhaupt nicht gibt, fahren hier die indischen Dreir\u00e4der zu tausenden herum.<br \/>\nWas sich in Kenia auch ver\u00e4ndert hat, ist das Tankstellennetz. Es gibt extrem viele und es d\u00fcrfte ein ziemlicher Konkurrenzkampf zwischen einer Vielzahl Mineral\u00f6lfirmen sein, jedenfalls deutlich mehr als bei uns. Fr\u00fcher oft vertreten, heute aber extrem selten ist &#8222;Kobil&#8220;, die kenianische Mobil. Immer schon gab es Shell und Total, seltener BP. Jetzt gibt es jede Menge mir unbekannte Marken, nicht alle h\u00e4tten mit ihrem Namen auch in \u00d6sterreich gute Karten so wie etwa die Tankstelle mit dem namen &#8222;Aftah&#8220;.<\/p>\n<p>Vor zwanzig Jahren war die Planung der Tankm\u00f6glichkeiten ein wichtiger Bestandteil jeder Reise, genauso wie das Thema mit den Patschen. Beides hat sich heute erledigt. Auf der Strecke von Nairobi in die Masai Mara gab es zwar in Nairobi gen\u00fcgend Tankstellen, dann aber erst wieder in Narok. Im Park selbst hatte nur die Keekorok-Lodge eine Tankstelle, dort gab es aber nicht immer Benzin und noch seltener Diesel. Manchmal mussten wir regelrecht betteln, um 10 oder 20 Liter kaufen zu d\u00fcrfen, gerade so viel, um noch bis Narok zu kommen. Das war sehr m\u00fchsam.<br \/>\nHeute hat die Ahsnil-Lodge ein paar hundert Meter neben unserem Zeltplatz eine Tankstelle. Und in Narok gibt es statt einer jetzt zehn davon.<br \/>\nDas ist nat\u00fcrlich angenehm, genauso wie die Tatsache, dass wir seit Jahren keine Reifenpanne mehr hatten. Da sind die Ursachen allerdings bekannt. Kenia hatte eine spezielle Wirtschaftsstruktur, die zugleich gut und schlecht war. Wenn ein Produkt im Land erzeugt wurde, hat man den Import dieses Produkts mit hohen Z\u00f6llen belegt &#8211; so hoch, dass sich der Import mehr oder weniger nicht mehr ausgezahlt hat. Dadurch bekam das produzierende Unternehmen eine sehr gute Marktposition. Soweit ist das okay, denn das hat internationale Unternehmen dazu gebracht in Kenia Fabriken zu bauen und somit Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen.<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich konnte jederzeit die Konkurrenz auch eine Fabrik bauen. Das hat dann den Markt belebt und im Idealfall zu einer Verbesserung der Produkte gef\u00fchrt, zumindest zu einer Verbilligung.<br \/>\nBis daher ist immer noch alles okay. Das Problem bestand aber immer schon darin, dass dadurch bestimmte Produkte am Markt gar nicht erh\u00e4ltlich oder sehr teuer waren.<br \/>\nEin gutes Beispiel sind Reifen. Schon in den 1980ern baute die Firma Firestone eine Reifenfabrik und ab da gab es fast nur mehr Firestone-Reifen. Leider keine guten. Der &#8222;Trans-Lug&#8220; war, gelinde gesagt, ein Schas. Ein Gewebereifen ohne Stahlg\u00fcrtel und somit f\u00fcr alles anf\u00e4llig, was auf Kenias Stra\u00dfen an spitzen Gegenst\u00e4nden vorhanden war. Und das war eine ganze Menge. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass wir in der schlimmsten Zeit eine Reifenpanne t\u00e4glich hatten. Das war nicht nur sehr \u00f6d und zeitraubend, wir mussten auch immer zwei Reservereifen mit dabei haben, denn es kam schon vor, dass wir zwei Patschen hatten bevor wir die n\u00e4chste Reparaturwerkstatt ansteuern konnten. Die gab es daf\u00fcr an jeder Ecke und sie konnten blitzschnell den &#8222;Puncture&#8220; reparieren.<br \/>\nHin und wieder konnten wir sauteure Importreifen kaufen, die das Problem reduzierten.<\/p>\n<p>Die \u00c4nderung kam Mitte der 1990er Jahre mit dem MS 212, einem 16 Zoll Stahlg\u00fcrtelreifen, der auch auf unseren VW-Bus passte und den Firestone im Land produzierte. Ab dem Zeitpunkt hatten wir nur mehr sehr wenige Reifenpannen und heute mehr oder weniger gar keine mehr. Ich muss einmal recherchieren, wie der Reifenmarkt in Kenia heute strukturiert ist. Die Zeit des m\u00fchsamen Reifenwechselns im Stra\u00dfengraben oder sonstwo ist gl\u00fccklicherweise vorbei, die des Spritmangels auch.<\/p>\n<p>Die Ver\u00e4nderung im Tankstellennetz zeigt auch die Ver\u00e4nderung in der Mobilit\u00e4t. Die Mittelschicht ist gewachsen und das erste, was sie sich kaufen, ist nat\u00fcrlich ein Auto. Also genau genommen ein Handy, aber das hat dort auch schon jedes Kind. Kenia motorisiert sich und das bedeutet auch, dass die Stra\u00dfen \u00fcberlastet sind. Nairobi gilt als eine der drei schlimmsten Stau-St\u00e4dte der Welt. In der Fr\u00fch und am Abend geht im Zentrum oft gar nichts mehr, deswegen haben sie auch eine Ringautobahn gebaut, die den Stau zwar nicht sehr verringert hat, aber jetzt eine Alternative bietet, wenn man von einem Ende zum anderen muss.<\/p>\n<p>Der Umweltschutz spielt noch keine Rolle, wenngleich die unfassbaren Schwerlaster aus den 1970er und 80er Jahren fast alle aus dem Stra\u00dfenbild verschwunden sind. Das waren vor allem uralte Trucks von Mercedes und Fiat, aber auch Pritschen von Bedford. Sie waren unfassbar langsam und bliesen die schlimmsten Dreckwolken hinaus, die man sich vorstellen kann. Nat\u00fcrlich waren sie st\u00e4ndig kaputt und das f\u00fchrte zu h\u00f6chst gef\u00e4hrlichen Szenen, denn sie blieben einfach mitten auf der Stra\u00dfe stehen, auch wenn davor eine Kurve war. Manchmal rissen die Fahrer am Stra\u00dfenrand ein paar B\u00fcsche aus und legten Zweige anstelle eines Pannendreiecks aus. Dann konnte man rechtzeitig bremsen.<br \/>\nDiese Zeiten sind vorbei, heute gibt es Pannendreiecke und scheinbar brechen auch weniger LKW auf der Strecke zusammen. An manchen Orten findet man aber noch die bizarre Szenerie von LKW-Werkst\u00e4tten am Dorfrand, wo sie mehr oder weniger auf der Stra\u00dfe Achsen zerlegen oder eifrig an einem Motor zangeln.<br \/>\nViel sicherer sind kenianische Stra\u00dfen aber noch nicht geworden, vor allem, weil der Verkehr massiv angestiegen ist. Auch Uganda braucht Waren und die werden derzeit noch alle mit LKWs geliefert &#8211; f\u00fcr ein ganzes, nicht gerade kleines Land, \u00fcber eine einzige Stra\u00dfe. Vielleicht gab es deswegen die sicher richtige Entscheidung eine neue Uganda-Bahn zu bauen. Dar\u00fcber berichte ich noch.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/bus.jpg\" title=\"bus.jpg\" alt=\"bus.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 49: Die alten \u00dcberlandbusse gibt es immer noch. Sie fahren extrem flott und sind extrem \u00fcberladen.<\/p>\n<p>Was sich eben auch ver\u00e4ndert hat, sind die Stra\u00dfen. Es gibt die Einteilung in A-Stra\u00dfen (quasi Autobahnen bzw. Schnellstra\u00dfen, auf jeden Fall asphaltiert), B-Stra\u00dfen (meistens asphaltiert, nicht immer gut) und C-Stra\u00dfen (gute Schotterstra\u00dfen, oft Wellblechpisten, aber auch in der Regenzeit einigerma\u00dfen befahrbar). Und dann gibt es noch D- und E-Stra\u00dfen. Daf\u00fcr braucht man ein robustes Auto und viel Zeit. <\/p>\n<p>Die Situation hat sich schon ge\u00e4ndert und tut es weiter. Wir sind jetzt auf C-Stra\u00dfen gefahren, die w\u00fcnsche ich mir in \u00d6sterreich als Bundesstra\u00dfen. Sie haben zwar keine Bodenmarkierungen, sind aber in oft tadellosem Zustand, wahrscheinlich auch weil sie sehr neu sind. Es ist immer wieder eine freudige \u00dcberraschung, wenn man eine asphaltierte C-Stra\u00dfe findet, wo man zumindest f\u00fcr einige Kilometer dem Staub und dem Ger\u00fcttel entkommt. Das spart unglaublich viel Zeit und hier ist der Fortschritt eindeutig zu begr\u00fc\u00dfen, denn das bringt auch den Orten etwas, die durch diese Stra\u00dfen verbunden sind.<\/p>\n<p>Zu unserem Gl\u00fcck finden wir so eine C-Stra\u00dfe, die Sondu mit Chepilat verbindet &#8211; die C22. Sie f\u00fchrt durch eine malerische H\u00fcgellandschaft mit Teeplantagen und es ist einfach eine Freude dort zu fahren.<br \/>\nLeider hat alles Gl\u00fcck auch ein Ende und Thomys Navi f\u00fchrt uns auf die C14, die mit der C22 so wirklich gar nichts zu tun hat. Sie zweigt unscheinbar in einem unbekannten Ort von der B3 ab und wird in ihrem Verlauf immer schlechter. Irgendwann glauben wir, dass wir uns massiv verfahren haben. Thomys Google Maps zeigt immer noch die C14 an, aber wir fahren \u00fcber Stock und Stein (mehr Stein) und sind froh, dass wir einen massiven Gel\u00e4ndewagen haben. Das ist vom Zustand nicht einmal mehr eine E-Stra\u00dfe und manchmal ist es schwer zu erkennen, ob hier \u00fcberhaupt je wer gefahren ist.<br \/>\nIch gerate mit Thomy in einen kurzen Streit \u00fcber die Zuverl\u00e4ssigkeit von Google Maps, das angeblich die statistischen H\u00e4ufigkeiten unz\u00e4hliger Autos berechnet und uns dort f\u00fchrt, wo die meisten fahren.<br \/>\nWo wir uns gerade befinden, kann das einfach nicht stimmen. Was wenigstens stimmt, ist die ungef\u00e4hre Himmelsrichtung, die mir verl\u00e4sslicher erscheint als Google Maps.<\/p>\n<p>Irgendwann wird die Piste wieder als solche erkennbar, nachdem wir durch ein Never-never-Land gefahren sind und das Gef\u00fchl hatten, die ersten Europ\u00e4er zu sein, die hier je gefahren sind.<br \/>\nUnd irgendwann treffen wir auf die C13 und sind wieder sicher auf dem richtigen Weg. \u00dcber eine gute Schotterpiste geht es Richtung Parkeingang, dem Ololoolu-Gate unterhalb des gleichnamigen Escarpments, das die Masai Mara nordwestlich auf nat\u00fcrliche Weise begrenzt.<\/p>\n<p>Die Mara ist ein National Reserve, das aber nicht durch das Kenya Wildlife Service verwaltet wird. So scheint dieser wahrscheinlich sch\u00f6nste Park quasi nirgends offiziell auf. Er wird durch die District-Verwaltung gesteuert und durch die dort ans\u00e4ssigen Masai gef\u00fchrt. Das hat Vor- und Nachteile.<br \/>\nEindeutig ein Vorteil ist die zumindest teilweise Einbeziehung der lokalen Bev\u00f6lkerung. Viele Masai arbeiten in der Mara oder auf irgend eine Art zumindest f\u00fcr das Wildreservat.<br \/>\nAndererseits mangelt es ihnen oft an Professionalit\u00e4t, was auch wiederum ein Vor- und ein Nachteil sein kann. Jedenfalls richten sie sich punkto Eintrittspreisen nach den teuersten Nationalparks, sprich: 70 Dollar pro Tag. Diese Summe zahlt man f\u00fcr 24 Stunden und seit einiger Zeit haben sie bei jedem Gate Computer, die ein wenig Fortschritt mit sich bringen. Zumindest wenn sie funktionieren. Vor vier Jahren war das nicht der Fall und sie waren ziemlich hilflos.<br \/>\nEin Nachteil liegt eindeutig darin, dass die zentrale Verwaltung in Narok gerne ihr eigenes Spielchen spielt. Hier prallen unterschiedliche Interessen aufeinander und man merkt immer wieder den alten &#8222;Tribalism&#8220;, der noch immer nicht der Vergangenheit angeh\u00f6rt. Damit ist gemeint, dass nicht nur St\u00e4mme verfeindet sind, sondern auch innerhalb der Masai es verschiedene Interessensgruppen gibt, die vor allem ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen, egal, was f\u00fcr Nachteile andere damit haben. In fr\u00fcheren Zeiten war es durchaus sinnvoll nur auf den eigenen Stamm zu schauen, heute l\u00e4uft man damit Gefahr die Gesamtstruktur so zu zerst\u00f6ren, dass man selbst auch nicht \u00fcbrig bleibt.<br \/>\nEin Beispiel: Der Fluss Mara ist die Lebensader des gesamten Reservats. Ohne ihn w\u00fcrde es in ziemlich kurzer Zeit einer so starken Ver\u00e4nderung unterliegen, dass weite Gebiete samt den bekannten Tierwanderungen zugrunde gehen w\u00fcrden.<br \/>\nVor ein paar Jahren sollte das Gebiet des Oberlaufs verkauft werden, und zwar an einen Investor, der dort Gem\u00fcseplantagen anlegen wollte und dazu das Wasser der Mara gebraucht h\u00e4tte. Die Mara w\u00e4re ausgetrocknet.<br \/>\nGl\u00fccklicherweise konnte das irgendwie verhindert werden. Wenn wir aber ein System haben, in dem jeder nur auf seine lokalen Vorteile schauen kann, w\u00fcrde dort wirklich alles zugrunde gehen.<br \/>\nDerzeit befindet sich das gesamte Land in einer Art Schwebezustand und es ist in meiner Wahrnehmung unklar, wohin es sich entwickeln wird.<\/p>\n<p>Wir sind jedenfalls froh die Mara noch in ihrer ganzen Pracht besuchen zu d\u00fcrfen. Leider ist die Tierpopulation in den letzten zwanzig Jahren stark zur\u00fcck gegangen, was auch wir bemerken mussten. Der Grund ist die stark steigende Bev\u00f6lkerungszahl von Kenia und der dadurch entstehende Druck auf die Randgebiete.<br \/>\nEs war schon vor drei\u00dfig Jahren so, dass die Massai ihre Herden in den Park treiben durften, wenn die Trockenzeit zu lang andauerte. Das war so lange kein Problem, als die Herden klein waren. Dann wurden sie durch bessere medizinische Versorgung immer gr\u00f6\u00dfer und auch nicht mehr durch Wildtiere bejagt, so dass die Weidegebiete immer schneller und gr\u00fcndlicher leergefressen wurden. Die Massai dr\u00e4ngten also in den Park und die Distriktverwaltung, die ja auch aus Massai besteht, konnte oder wollte das nicht verhindern.<br \/>\nDann schritt die Regierung ein und vertrieb die Massai mit Gewalt aus dem Park. F\u00fcr die Wildtiere und den Tourismus nat\u00fcrlich gut, f\u00fcr die Massai mit ihren viel zu gro\u00dfen Herden hingegen schlecht. Das hat Gegengewalt produziert und war als Konflikt insofern unl\u00f6sbar, als die Massai den Besitz von m\u00f6glichst vielen K\u00fchen als Zeichen des verdienten Wohlstands ansehen. Je mehr K\u00fche ein Massai, desto angesehener ist er und jeder Massai will maximal angesehen sein.<\/p>\n<p>Heute hat sich die Situation zwar ein wenig ver\u00e4ndert, jedoch nur tempor\u00e4r verbessert. Die Massai haben inzwischen auch riesige Ziegenherden, die ebenfalls die Weidegebiete kahlfressen. In guten Jahren ist genug f\u00fcr alle da, in schlechten jedoch kochen alte Konflikte wieder hoch. <\/p>\n<p>Wir werden das Problem leider nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen und stehen selbst vor dem &#8211; nat\u00fcrlich deutlich geringeren &#8211; Problem der Frage, wann wir in den Park hinein fahren. Das ist n\u00e4mlich eine Frage der Zeitrechnung: der Eintritt gilt f\u00fcr jeweils 24 Stunden, so viel wussten wir schon. Von einem der Ranger, mit dem wir unter einem gro\u00dfen Baum im Schatten sitzen und versuchen, der gro\u00dfen Nachmittagshitze zu entkommen, erfahren wir, dass wir beim Durchfahren des Mara Triangles an der Marabr\u00fccke noch einmal zahlen m\u00fcssen und die 24 Stunden dort neu starten. Die restlichen Stunden des schon bezahlten Tages w\u00fcrden verfallen.<br \/>\nDas wollen wir nat\u00fcrlich nicht und rechnen herum, wie wir dem entgehen k\u00f6nnen. Das Ergebnis sieht folgenderma\u00dfen aus: Rund um das Gate gibt es weder ein reizvolles, g\u00fcnstiges Massai-Camp wie beim Sekenani-Gate auf der anderen Seite der Mara, noch eine interessante Lodge. Was es jedoch gibt, ist eine public campsite gleich hinter dem Gate. Diese kostet 30 Dollar pro Person, man verspricht uns daf\u00fcr eine gute Dusche.<br \/>\nWir k\u00f6nnten jetzt hinein fahren, auf der Campsite \u00fcbernachten und den kommenden Tag mit einem langen Game Drive im Triangle verbringen, um dann ca. 22 Stunden sp\u00e4ter \u00fcber die Mara Br\u00fccke ins National Reserve &#8222;Greater Mara&#8220; zu fahren. Dann h\u00e4tten wir immer noch gen\u00fcgend Zeit um zu unserem privaten Campingplatz zu kommen.<\/p>\n<p>Das scheint ein guter Plan und wir zahlen einmal den Eintritt f\u00fcr eine Nacht sowie die Campinggeb\u00fchren. Im Gegensatz zu den offiziellen Nationalparks des Kenya Wildlife Service kann man in der Mara mit Dollar zahlen &#8211; woanders braucht man MPesa oder eine Kreditkarte.<br \/>\nDann fahren wir die paar Meter hinunter zur Campsite. Sie liegt absolut malerisch, hat aber mehr oder weniger keinerlei Schatten. Drei d\u00fcnne Schirmakazien sind zu vernachl\u00e4ssigen und wir merken, dass dieser Platz gut f\u00fcr eine \u00dcbernachtung ist, jedoch schlecht um dort Tage zu verbringen.<br \/>\nDaf\u00fcr stimmt das mit der Dusche. Aufgrund eines ausreichenden H\u00f6henunterschiedes zum Tank ist der Wasserdruck exzellent und wir genie\u00dfen eine wirklich tolle Dusche.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/public.jpg\" title=\"public.jpg\" alt=\"public.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 50: Duschen mit Blick in die weite Ebene.<\/p>\n<p>Nicht weit weg grasen ein paar Elefanten und der Tag neigt sich dem Ende zu. Sundown in der Savanne &#8211; das schreit nach einem Bier, einem guten Abendessen und danach muss das alles mit einem Kenya Cane mit Mango-Maracujasaft begossen werden. Das Leben k\u00f6nnte schlechter sein.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/sunset.jpg\" title=\"sunset.jpg\" alt=\"sunset.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 51: Sonnenuntergang in der Masai Mara mit den drei mageren Schirmakazien auf unserem Zeltplatz<\/p>\n<p>DIENSTAG<\/p>\n<p>Heute g\u00f6nnen wir uns ein ausgiebiges Fr\u00fchst\u00fcck. Erstens haben wir keine Eile aufzubrechen, da wir noch den ganzen Tag im Auto sitzen werden, zweitens werden wir uns das Mittagessen ersparen.<br \/>\nDanach geht es los und schon wenige Minuten nach dem Aufbruch laufen uns drei L\u00f6winnen \u00fcber den Weg. Das ist ein mehr als nur guter Anfang und wir fahren zufrieden weiter.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/lioness Kopie.jpg\" title=\"lioness Kopie.jpg\" alt=\"lioness Kopie.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 52: Drei L\u00f6winnen, die allerdings nicht sehr gut gen\u00e4hrt aussehen.<\/p>\n<p>Eine Elefantenherde taucht auf, wenig sp\u00e4ter eine zweite, wir sehen Kronenkraniche und merken, dass wir uns in einer sehr netten Ecke der Massai Mara befinden. Ich selbst war hier noch nie auf Game Drive und so kenne ich mich auch mit den kleinen Wegerln nicht gut aus. Das macht aber nichts, denn dieser Teil ist sehr \u00fcbersichtlich und man kann sich fast nicht verfahren: Auf der einen Seite ist das Escarpment, auf der anderen Seite der Mara-Fluss. Dazwischen kann man nach Herzenslust herumfahren. Das ist jetzt ganz besonders einfach, weil alle Tracks trocken sind und das gilt auch f\u00fcr die unz\u00e4hligen kleinen B\u00e4che, die jetzt lediglich Mulden sind, die wir durchfahren. Das alles macht der Toyota ohne dass wir den Allradantrieb aktivieren m\u00fcssen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/kranich.jpg\" title=\"kranich.jpg\" alt=\"kranich.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 53: Kronenkraniche und Enten an einem der ganz wenigen Wasserl\u00f6cher.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/elefanten.jpg\" title=\"elefanten.jpg\" alt=\"elefanten.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 54: Zwei aus einer mittelgro\u00dfen Herde<\/p>\n<p>Wir fahren einige Zeit an der Mara entlang, sehen aber au\u00dfer Elefanten nicht viel. Das Problem der hei\u00dfen Phase der Trockenzeit besteht f\u00fcr Touristen darin, dass es f\u00fcr die Tiere nur in der Fr\u00fch und am Abend in der freien Savanne interessant ist. Dazwischen halten sie sich fast alle im Wald auf, wo sie nat\u00fcrlich nicht sichtbar sind.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/giraffe.jpg\" title=\"giraffe.jpg\" alt=\"giraffe.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 55: Eine liegende Giraffe ist sehr selten.<\/p>\n<p>Wir fahren in das eigentliche Triangle, das wir vor vier Jahren schon besichtigt haben. Es punktet durch viele kleine S\u00fcmpfe und ist somit nur in der Trockenzeit gut befahrbar. Die Landschaft ist malerisch, aber auch hier gibt es in der Mittagshitze nicht viel zu sehen. Also machen wir unter einem Baum Rast und essen ein paar Bananen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/triangle.jpg\" title=\"triangle.jpg\" alt=\"triangle.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 56: Eine typische Szene aus dem Mara-Triangle. Im Hintergrund das Escarpment, das den Park nat\u00fcrlich begrenzt.<\/p>\n<p>Dann beschlie\u00dfen wir zur Mara Serena Lodge zu fahren. Sie ist die zweit\u00e4lteste Lodge in der Mara und befindet sich ganz nahe an unseren alten Campingpl\u00e4tzen, allerdings auf der anderen Seite der Mara. Diese kann fast auf ihrer gesamten L\u00e4nge nicht durchfahren werden, daher gibt es auch die Mara-Br\u00fccke. Ich war daher noch nie in der Serena-Lodge und bin gespannt, wie diese aussieht. Ich kenne sie ja nur aus der Ferne.<br \/>\nSie hat einen eigenen Airstrip und befindet sich hoch auf einer Klippe, mit einem absolut sensationellen Ausblick auf den Mara-Fluss und den ihn s\u00e4umenden Galeriewald.<br \/>\nDaneben gibt es auch eine Special Campsite, die aber nicht allzu einladend wirkt, wenngleich es guten Schatten gibt. Daf\u00fcr nur ein Plumpsklo und keine Duschen.<br \/>\nWir fahren in die Lodge und werden am Eingang herzlich willkommen gehei\u00dfen. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, in der Vergangenheit sind wir schon ein paar Mal weggescheucht worden, wenn auch immer bei Camps, nicht in Lodges.<\/p>\n<p>Also parken wir das Auto und schauen uns die Lodge an. Dann wird ein Drink f\u00e4llig, den wir auf einer Terrasse mit toller Aussicht genie\u00dfen. Hin und wieder kommen andere Touristen vorbei, die Lodge wirkt aber jetzt in der Nebensaison nicht gerade ausgebucht. Das Publikum ist extrem international, wir h\u00f6ren zahlreiche Sprachen und sehen eine Vielzahl skurriler Typen: blade Amis, technisch voll ausgestattete Asiaten, kleine und gro\u00dfe Familien, Menschen in voller Safarikluft und andere im Jogger &#8211; Wei\u00dfe, Schwarze und Inder, es ist einfach alles da und es ist ein Genuss diese Menschen alle zu sehen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/serena.jpg\" title=\"serena.jpg\" alt=\"serena.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 57: Die Lodge ist im Stil von Masai-Lehmh\u00fctten gebaut.<\/p>\n<p>Nach einer l\u00e4ngeren Pause brechen wir wieder auf, nicht ohne vorher ein gro\u00dfes Feuer am Horizont zu bemerken, das eine mehrere Kilometer hohe Rauchs\u00e4ule in den Himmel schickt. Es l\u00e4sst sich auf den gro\u00dfen Plains lokalisieren, nicht gerade in der N\u00e4he unseres L\u00f6wenplatzes, aber auch nicht ewig weit davon entfernt. Es beunruhigt uns zwar nicht, wir werden es aber weiter beobachten.<\/p>\n<p>Die restliche Fahrt zur Mara-Br\u00fccke verl\u00e4uft unspektakul\u00e4r, wir schmieren noch ein paar Flussschlingen des Flusses aus und sehen einen Elefantenbullen, der mitten unter Nilpferden im Fluss steht, bei unserem Anblick jedoch im Wald verschwindet.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/marabridge.jpg\" title=\"marabridge.jpg\" alt=\"marabridge.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 58: Die Mara-Br\u00fccke zur Querung in die Greater Mara.<\/p>\n<p>An der Br\u00fccke angekommen sind wir deutlich zu fr\u00fch dran und beschlie\u00dfen noch eine kleine Runde zu fahren. Etwas jenseits der Stra\u00dfe entdecken wir unter einem gro\u00dfen Baum einen Picknickplatz und beschlie\u00dfen, hier noch schnell einen Fruchtsalat zuzubereiten. Dieser mundet hervorragend und wir machen uns zufrieden auf zum letzten Teil des heutigen Safaritages.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/frucht.jpg\" title=\"frucht.jpg\" alt=\"frucht.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 59: Bei der Zubereitung eines Fruchtsalats. Nat\u00fcrlich mit einem Schuss Rum.<\/p>\n<p>Die Formalit\u00e4ten an der Br\u00fccke sind schnell erledigt und wir bezahlen einen weiteren Tag Nationalparkgeb\u00fchr. Dann fahren wir einen altbekannten Weg vorbei am Lookout-Hill bis zu unserem Platz, der am Fluss Olkeiju-Ronkei liegt, und zwar tief im Wald, von au\u00dfen vollkommen unsichtbar.<br \/>\nDamit das auch so bleibt m\u00fcssen wir aufpassen, dass uns beim Abbiegen vom Track Richtung Galeriewald niemand sieht. Wir bleiben stehen und sehen uns um, ob irgendwo ein Safariauto steht oder f\u00e4hrt. Erst wenn die Luft komplett rein ist, fahre ich los und eine Minuten sp\u00e4ter sind wir verschwunden.<br \/>\nDen Platz findet man \u00fcbrigens nur wenn man sich wirklich gut auskennt. Genau genommen finden ihn vielleicht ein halbes Dutzend Menschen und das ist einer der Gr\u00fcnde, warum wir noch dort sind. Rundherum wurden schon Camps gebaut und auch die Ashnil-Lodge, die ich schon beschrieben habe.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/ourcamp.jpg\" title=\"ourcamp.jpg\" alt=\"ourcamp.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 60: Ein vertrauter Platz<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/chame.jpg\" title=\"chame.jpg\" alt=\"chame.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 61: Ein Cham\u00e4leon. Als wir n\u00e4her kamen, hat es uns angepfaucht.<\/p>\n<p>Jetzt sind wir einmal sehr froh an unserem Zielort angekommen zu sein. Er ver\u00e4ndert sich jedes Mal, wenn wir da sind. B\u00e4ume st\u00fcrzen um, der Fluss ver\u00e4ndert seinen Lauf ein wenig und noch einiges mehr. Trotzdem ist der Platz auch irgendwie sehr vertraut, auf keinem anderen zuvor waren wir jemals so lange.<br \/>\nEin gutes Abendessen und ein sp\u00e4ter Besuch von Salomon, dem f\u00fcr uns zust\u00e4ndigen Game-Ranger, beenden den anstrengenden, aber guten Safari-Tag.<\/p>\n<p>MITTWOCH<\/p>\n<p>Das Wetter ist pr\u00e4chtig, es d\u00fcrfte aber wieder ein sehr hei\u00dfer Tag werden. Ich empfehle Thomy einen Early Morning Gamedrive, aber das ist ihm zu fr\u00fch. Wir m\u00fcssten bei Sonnenaufgang schon unterwegs sein, das hei\u00dft 6:30 starten.<br \/>\nEs wird 7:40, was aber immer noch fr\u00fch genug ist um noch Tiere zu sehen. In dieser Ecke gibt es immer welche, auch wenn die Mara sonst recht leer ist. Wie ich sp\u00e4ter erfahre, ist der Tierbestand generell deutlich zur\u00fcck gegangen und das merken wir auch. In den 1950er Jahren schrieb Bernhard Grzimek &#8222;Serengeti darf nicht sterben&#8220; und drehte den gleichnamigen Film. Jetzt ist es wieder soweit, wir br\u00e4uchten einen neuen Grzimek. Also eigentlich nicht wir, die Serengeti br\u00e4uchte einen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/topis.jpg\" title=\"topis.jpg\" alt=\"topis.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 62: Die Topis sind generell nicht sehr scheu, aber in dieser Ecke sind scheinbar die meisten Wildtiere an Menschen gew\u00f6hnt. Seit 1975 gibt es den Huntingstop und es d\u00fcrfen keine Wildtiere mehr gejagt werden. Das hat sich herumgesprochen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/hyena2.jpg\" title=\"hyena2.jpg\" alt=\"hyena2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 63: Diese Hy\u00e4ne lie\u00df sich von uns auch nicht st\u00f6ren.<br \/>\nDas Feuer von gestern brennt noch immer, ist aber weit genug weg, um uns nicht gef\u00e4hrlich zu werden. Pl\u00f6tzlich auf einem H\u00fcgel vier L\u00f6winnen &#8211; wie \u00fcblich lassen sie sich genau gar nicht von uns st\u00f6ren und wir k\u00f6nnen sie in aller Ruhe fotografieren.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/lioness.jpg\" title=\"lioness.jpg\" alt=\"lioness.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 64: Die Ohren zeigen viele Kampfspuren<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/lioness2.jpg\" title=\"lioness2.jpg\" alt=\"lioness2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 65: Vier L\u00f6winnen, die sich in der Sonne ausruhen<\/p>\n<p>Haben sie in der Nacht gut gespeist? Vielleicht den Kollegen von diesem Zebra:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/zebracut.jpg\" title=\"zebracut.jpg\" alt=\"zebracut.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 66: Die gro\u00dfe Wunde zeigt von einem Angriff, wahrscheinlich von L\u00f6wen.<\/p>\n<p>Dann fahren wir durch eine der Furten, die durch den Talek f\u00fchren. Das ist diesmal besonders unspektakul\u00e4r, weil auch der Talek mehr ein Rinnsal ist als ein Fluss. Dann sind wir auf der anderen Seite und fahren durch den Galeriewald Richtung Talek M\u00fcndung. Vor vielen Jahren konnte man auf einem schmalen, fast nicht sichtbaren Track dorthin fahren. Es war ein unber\u00fchrtes St\u00fcck Natur, mit Nilpferden, Krokodilen und unz\u00e4hligen V\u00f6geln.<\/p>\n<p>Als wir in die N\u00e4he kommen, sehen wir einen gut befahrenen und gepflegten Track mit einem Schild, das zu einer Campsite weist. Wir fahren ihn dennoch entlang und gelangen zu einem Privatcamp, vor dem uns ein W\u00e4chter unfreundlich anschaut. Nein, wir k\u00f6nnten hier weder weiterfahren noch das Camp anschauen. Es w\u00e4re besser, wenn wir kehrtmachen und wieder wegfahren.<br \/>\nDas ist schon ein wenig typisch f\u00fcr die Entwicklung. Der einstmals frei zug\u00e4ngliche Raum wird eingez\u00e4unt, bewacht und an Privatpersonen verkauft, die ihn zu Gesch\u00e4ftszwecken verwenden.<br \/>\nWir fahren an die Mara. Dort gibt es immer wieder Stellen, an denen man vor allem Hippos gut beobachten kann, aber auch Krokodile.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/kroko.jpg\" title=\"kroko.jpg\" alt=\"kroko.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 67: Krokodile fotografiert Thomy ganz besonders gerne. Daher m\u00fcssen wir auch immer wieder zur Mara fahren und uns quasi anschleichen. Krokodile sp\u00fcren den Trittschall auch wenn sie hundert Meter entfernt sind und verschwinden sofort im Wasser.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/kroko2.jpg\" title=\"kroko2.jpg\" alt=\"kroko2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 68: Die Z\u00e4hne m\u00fcssten wieder mal gebleicht werden.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/hippos.jpg\" title=\"hippos.jpg\" alt=\"hippos.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 69: Hippos verbringen den Tag im Wasser, wie hier am Talek-Fluss.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/hippoelefant.jpg\" title=\"hippoelefant.jpg\" alt=\"hippoelefant.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 70: Das habe ich so auch noch nicht gesehen: Ein Elefant nimmt ein Bad mitten in einer Gruppe Hippos.<\/p>\n<p>Wir fahren weiter auf die Paradise Plains. Vor vier Jahren gab es da gro\u00dfe Gnu- und Zebraherden, jetzt ist alles wie ausgestorben. Wir sehen mehr oder weniger keine Tiere und machen unter einem gro\u00dfen Baum Rast. Diese B\u00e4ume habe ich schon \u00f6fter beschrieben, sie sind die Helden der Savanne, wackere Einzelk\u00e4mpfer, die allen denkbaren Unbillen trotzen m\u00fcssen. Ich habe das Gef\u00fchl, dass es immer weniger werden. Wie sollten auch welche nachwachsen? Wir haben das lange und oft diskutiert und auch Masai gefragt, die aber unsere Frage entweder nicht verstanden haben oder keine Ahnung hatten.<br \/>\nSind das Reste eines ehemaligen Waldes? Wie war das vor hundert Jahren und wie wird es in hundert Jahren sein?<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/einzelbaum.jpg\" title=\"einzelbaum.jpg\" alt=\"einzelbaum.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 71: Der Einzelk\u00e4mpfer<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise treffen wir einen netten Safaribus, der uns verr\u00e4t, dass nicht weit weg zwei L\u00f6wen zu sehen w\u00e4ren. Wir fahren seiner Beschreibung nach und haben Gl\u00fcck.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/lion2.jpg\" title=\"lion2.jpg\" alt=\"lion2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 72: Gestatten: Der K\u00f6nig der L\u00f6wen<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/lioness.jpg\" title=\"lioness.jpg\" alt=\"lioness.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 73: Die Ohren zeigen viele Kampfspuren<\/p>\n<p>Da es wirklich hei\u00df ist, fahren wir zu unserem Campingplatz zur\u00fcck, denn Tiere gibt es ohnehin keine zu sehen und die Gegend kennen wir auch schon gut. Das Feuer brennt \u00fcbrigens immer noch.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/feuer.jpg\" title=\"feuer.jpg\" alt=\"feuer.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 74: Das Buschfeuer<\/p>\n<p>Der Nachmittag ist nicht wirklich angenehm. Es ist der bisher hei\u00dfeste Tag und bei unserem Platz gibt es in der Trockenzeit relativ wenig Schatten, weil die B\u00e4ume nicht sehr hoch sind. Wir h\u00e4ngen eher lustlos herum und warten, bis der Abend ein wenig K\u00fchlung bringt. Ein Fruchtsalat vertreibt die Zeit und irgendwann werden die Schatten l\u00e4nger. Wir kochen uns S\u00fc\u00dfkartoffeln und eine Handvoll W\u00fcrstel sowie eine gro\u00dfe Portion Salat. Das k\u00fchle Bier mundet heute ganz besonders und den Kenya Cane gibt es mit Guave &#8211; meinem Lieblingssaft.<\/p>\n<p>Dann bricht die Nacht herein. Das geht in \u00c4quatorn\u00e4he ja sehr schnell und heute haben wir noch dazu Vollmond. Er taucht die Landschaft in ein helles, silbernes Licht. Die Ger\u00e4usche der afrikanischen Nacht im Busch sind vielf\u00e4ltig und laut, wenngleich wir das ja gewohnt sind. Neulinge tun die erste Nacht meist kein Auge zu.<br \/>\nDiesmal gibt es auch dr\u00fcben bei den Affen in einem Baum irgend eine heftige Streiterei mit jeder Menge Gekreische und Gebr\u00fcll. Irgendwann h\u00f6rt es auf und wir genie\u00dfen die ruhige Nacht &#8211; es ist die vorletzte hier in der Mara.<\/p>\n<p>DONNERSTAG<\/p>\n<p>Nach einem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck verlassen wir diesen wundersch\u00f6nen Platz und fahren \u00fcber die Ashnil-Road Richtung Keekorok, also in den S\u00fcden der Masai Mara.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/breakfast.jpg\" title=\"breakfast.jpg\" alt=\"breakfast.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 75: Ein gutes Fr\u00fchst\u00fcck mit Toast, Orangenmarmelade, Kaffe, Tee und vielen Fr\u00fcchten<\/p>\n<p>Diese Stra\u00dfe wurde extra f\u00fcr die Luxuslodge angelegt und hat den Vorteil, dass sie ganzj\u00e4hrig befahrbar ist. Fr\u00fcher musste man sich in der Regenzeit m\u00fchsam einen Weg \u00fcber die Plains suchen. Auf der jeweiligen Anh\u00f6he zu fahren hat den Vorteil, dass man dort keine B\u00e4che durchqueren muss, daf\u00fcr gibt es jede Menge sumpfige Stellen, wo man ebenfalls wunderbar h\u00e4ngen bleiben kann. Wenn dann kein zweites Fahrzeug dabei ist, muss man mit der Seilwinde und einem Erdanker arbeiten. Das ist anstrengend und dauert lange.<\/p>\n<p>Jetzt ist aber Trockenzeit und wir haben diese Sorgen sicher nicht. Daf\u00fcr werden wir heute eine neue Gegend erkunden, in der ich noch nie war, n\u00e4mlich das Gebiet s\u00fcdlich der gro\u00dfen Stra\u00dfe bis hinunter zum Sand River, wo die Grenze zu Tansania und zur Serengeti verl\u00e4uft.<br \/>\nAuch in diesem Abschnitt ist das Gras sehr hoch. Die Wege sind angenehm zu befahren, es gibt aber auch hier fast keine Tiere, was nicht nur an der Hitze liegt. Wir begegnen einem Safaribus, ansonsten ist auch touristisch hier nicht viel los. Kaffernb\u00fcffel und ein paar Impalas gibt es aber auch hier.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/impala.jpg\" title=\"impala.jpg\" alt=\"impala.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 76: Impala-Gazellen geh\u00f6ren zu den Klassikern.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/kaffer.jpg\" title=\"kaffer.jpg\" alt=\"kaffer.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 77: Kaffernb\u00fcffel sind durchaus gef\u00e4hrlich, vor allem, wenn sie alleine unterwegs sind.<\/p>\n<p>Dann sind wir am Sand River angelangt, der seinem Namen alle Ehre macht. Er ist komplett ausgetrocknet, man sieht lediglich das sandige Flussbett, das ihm wohl den Namen gegeben hat. Die Gegend unterscheidet sich von der restlichen Mara und wird durch einige sehr gro\u00dfe B\u00e4ume gepr\u00e4gt, die neben dem Fluss stehen, manche auch auf kleinen Steininseln mitten im Fluss. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/sand.jpg\" title=\"sand.jpg\" alt=\"sand.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 78: Der Sandriver<\/p>\n<p>Unter einem gro\u00dfen Baum steht eine Gruppe Elefanten im Schatten, ansonsten sehen wir hier nichts. Daf\u00fcr ist die Gegend sehr reizvoll und es gibt schon wieder zwei neue, gro\u00dfe Camps. Sie werden \u00fcberall dort gebaut, wo noch gro\u00dfe B\u00e4ume stehen und nehmen den Tieren diese wertvollen Pl\u00e4tze weg.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/riesenbaum.jpg\" title=\"riesenbaum.jpg\" alt=\"riesenbaum.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 79: Diese Baumriesen werden leider immer weniger.<\/p>\n<p>Wir fahren am Fluss entlang und kommen nach einiger Zeit zum Sand River Gate. Das ist schon seit langem ziemlich verwaist, weil man nicht nach Tansania hin\u00fcber fahren darf. Kenia w\u00fcrde das angeblich begr\u00fc\u00dfen, aber Tansania will es nicht &#8211; warum auch immer. Wir kommen zu einigen Steinen, die uns den Weg versperren und bleiben stehen. Nach ein paar Minuten kommt ein junger Mann, der sich als Ranger herausstellt. Er ist zuerst ein wenig unfreundlich und fragt, ob wir die Fahrverbotsschilder nicht gesehen h\u00e4tten. Ich kann wahrheitsgem\u00e4\u00df antworten, dass wir sie nicht gesehen haben. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/closed.jpg\" title=\"closed.jpg\" alt=\"closed.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 80: Im Gespr\u00e4ch mit dem jungen Ranger<\/p>\n<p>Irgendwie glaubt er mir und ich frage, wie wir seiner Meinung nach weiterfahren sollen. Anhand der Karte erkl\u00e4re ich ihm, dass wir zu den Kopjes wollen. Das sind gro\u00dfe Granitbl\u00f6cke, die in der Serengeti eine ganze Gegend pr\u00e4gen und ziemlich ber\u00fchmt sind. In einer kleinen Variante gibt es sie hier auch und vor ziemlich genau zehn Jahren waren wir auch dort, sind allerdings von einer anderen Seite zugefahren.<br \/>\nDer Ranger meint, wir k\u00f6nnten doch \u00fcber die Br\u00fccke fahren und dann links. Der Weg w\u00e4re sehr angenehm und wir k\u00f6nnten sogar hinauf bis zur Grenze fahren. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/gate.jpg\" title=\"gate.jpg\" alt=\"gate.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 81: Das Sandriver-Gate<\/p>\n<p>Ich finde den Plan gut und wir starten los. Der Weg ist tats\u00e4chlich angenehm zu fahren und ein wenig wehm\u00fctig blicke ich auf den nicht mehr vorhandenen Campingplatz, den mein alter Freund Wolfi Schreitl jahrelang f\u00fcr seine Safaris verwendet hat. Es war genau so eine Public Camp Site wie wir sie bei unserer Ankunft in der Mara hatten. Nur ist diese nicht mehr in Betrieb.<br \/>\nAlso fahren wir den Weg weiter. Ich habe eine sehr gute und genaue Karte von der Mara und man kann sich aber auch ohne Karte schwer verirren. Einfach immer den Fluss entlang. Die Gegend ist interessant, es gibt Dornstrauchw\u00e4ldchen und weiter im S\u00fcden h\u00f6here Berge, die aber schon zu Tansania geh\u00f6ren, wo weiter hinten auch schwere Wolken aufziehen.<br \/>\nBei einer Furt begegnen wir einem Safariauto und der Fahrer fragt uns, wo wir hinwollen. Mit &#8222;Kopjes&#8220; kann er nichts anfangen, aber wir kommen drauf, dass die Felsen hier &#8222;Black Rocks&#8220; hei\u00dfen. Dort k\u00f6nnten wir aber nicht \u00fcber den Sand River und m\u00fcssten alles wieder zur\u00fcck fahren, meint der Masai. Ich verstehe nicht, was er damit meint, denn die Furt, die es dort gibt, kenne ich gut und bei einem ausgetrockneten Sand River ist sie locker zu befahren.<br \/>\nEgal &#8211; wir fahren weiter und kommen nach einiger Zeit zu einem sehr schmalen Track, der nur notd\u00fcrftig freigehackt wurde. Es wird steil und wir fahren \u00fcber Stock und Stein hinunter zum Sand River, wo der Weg pl\u00f6tzlich aus ist. Vor uns sind riesige Felsen und einige Kopjes. Das ist wohl mit &#8222;Waterfall&#8220; auf der Karte gemeint: In der Regenzeit wird der Sand River hier durchaus spektakul\u00e4re Katarakte bilden. Wir sehen auf der anderen Fluss-Seite einen Landrover mit Touristen, merken aber, dass wir den Fluss hier nicht durchqueren k\u00f6nnen. Also fahren wir wieder zur\u00fcck und suchen einen Track, der oben nach rechts abzweigt und uns zur alten Furt hinunter bringt. Diesen Track finden wir auch, er ist nur schon lange nicht mehr befahren worden und kaum zu sehen.<br \/>\nWir k\u00f6nnen ihm aber folgen und kommen genau dorthin, wo ich auch hinwollte. Als wir zur Furt kommen, sehen wir ein Schild, das uns die Weiterfahrt verbieten will. Dazu hat man einen Graben gezogen, um dem Schild mehr Nachdruck zu verleihen. Das also hat der Fahrer des Jeeps gemeint. Besonders beeindruckt bin ich allerdings nicht und unser Toyota auch nicht. Weder der Graben noch die Furt sind ein Hindernis und wir fahren auf der anderen Seite den Track am Fluss entlang, um dorthin zu kommen, wo wir den Landrover gesehen haben. Dort sind auch ein paar Kopjes und auf eine klettere ich hinauf, w\u00e4hrend Thomy lieber beim Auto bleibt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/gorge.jpg\" title=\"gorge.jpg\" alt=\"gorge.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 82: Am Sand River bei den Kopjes<\/p>\n<p>Dann geht es zur\u00fcck, an unserem ehemaligen Flussschlingenplatz vorbei, auf dem jetzt auch ein gro\u00dfes Private Camp steht. Auf alten, mir sehr vertrauten Wegen geht es zur Keekorok-Lodge, auf der wir eine Rast machen wollen.<br \/>\nIm Gegensatz zu den unfreundlichen Camps sind wir hier herzlich willkommen und setzen uns auf die Terrasse, um einen k\u00fchlen Drink zu genie\u00dfen. Irgendwie komme ich hier immer wieder gerne her und wir plaudern mit einem der Kellner und dann mit Judy, einer Managerin der Lodge.<br \/>\nIm Gespr\u00e4ch stellt sich heraus, dass sie meinen Vater kennt, weil sie mit ihm vom Wilson Airport in die Mara geflogen ist, letzten Dezember. Mich erstaunt das nicht, mein Vater ist hier bekannt wie ein bunter Vogel. Trotzdem finde ich es witzig.<br \/>\nWir besichtigen noch den langen Holzsteg, den die Lodge gebaut hat und der zu einem Hippo-Pool f\u00fchrt. Obwohl ich die Lodge jetzt schon 35 Jahre kenne, war ich noch nie auf diesem Steg.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/steg.jpg\" title=\"steg.jpg\" alt=\"steg.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 83: Der Safari-Walk in der Lodge<\/p>\n<p>Dann fahren wir weiter Richtung Sekenani-Gate, um die Mara zu verlassen. Es ist schon sp\u00e4ter Nachmittag und als wir am Gate ankommen, erleben wir eine freudige \u00dcberraschung: Sie vergessen einen Tag zu kassieren. Das ist uns hier schon ein paar Mal passiert und da wir ohnehin viel Geld hier lassen, habe ich kein schlechtes Gewissen, dass wir uns 140 Dollar ersparen.<br \/>\nNur ein paar hundert Meter hinter dem Gate treffen wir James vom Wajee-Camp. Ich habe mit ihm telefoniert, dass er uns an der Kreuzung abholen soll, denn wir wollen eine Nacht im Masai-Camp bleiben.<\/p>\n<p>An diesem Ort waren wir schon vor zwei Jahren und ich habe ihn im Weblog-Beitrag auch ausf\u00fchrlich beschrieben. Jetzt bin ich gespannt, was sich ver\u00e4ndert hat.<br \/>\nKurz gesagt: ein bisschen, aber nicht viel. Sie haben ein paar neue Wege angelegt und einige Blumen gepflanzt. Und sie haben 1-2 Haken im Bad befestigt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/camp.jpg\" title=\"camp.jpg\" alt=\"camp.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 84: Das Camp<\/p>\n<p>Es gibt Tischt\u00fccher und die eine oder andere Kleinigkeit, wirklich weiterentwickelt haben sie es aber nicht. Dazu muss ich anmerken, dass das auch nicht leicht ist. Die Grundvoraussetzung ist gut: Sie haben einen Bach, der &#8222;permanent&#8220; ist, also auch in der Trockenzeit frisches Wasser gibt. Und sie haben B\u00e4ume f\u00fcr Schatten. Mehr ist eigentlich nicht notwendig. Die Dusche ist hervorragend und die Zelte sind gut. Der Preis (20 Dollar pro Person pro Nacht) ist sehr fair, das Camp ist eine gute Alternative zu den teuren Camps (ab 100 Dollar aufw\u00e4rts) rundherum, zumindest wenn man kein Whirlpool braucht und keine Erdbeeren zum Fr\u00fchst\u00fcck.<br \/>\nIm Internet beschreiben sie das Camp in sch\u00f6nen Bildern von tollem Essen. Das ist allerdings leider nicht empfehlenswert, wie eine Freundin von mir erfahren musste, die dort mit ihrer Tochter ein paar N\u00e4chte verbracht hat. Es war scheu\u00dflich und ich bedauere, dass ich ihr nicht geraten habe, sich selbst zu versorgen, so wie wir das tun. Die Masai k\u00f6nnen f\u00fcr Europ\u00e4er nicht kochen, das muss man wissen und akzeptieren.<br \/>\nUm das Camp wirklich essentiell weiterzuentwickeln fehlt ihnen das Geld. Sie haben auch kein Marketingkonzept um mehr G\u00e4ste hinzulocken. Ich habe ihnen schon vor vier Jahren empfohlen, ein wirklich ansprechendes Schild an der Stra\u00dfe aufzustellen, mit dem sie sich von den anderen Masai-Camps unterscheiden. Das haben sie nicht verstanden oder wollen es nicht. Vielleicht bekommen sie dann Schwierigkeiten mit den anderen Masai &#8211; es kann viele Gr\u00fcnde daf\u00fcr geben. Ich finde es schade, weil der Ort hat Potenzial und es w\u00e4re wichtig, dass die Masai Geld verdienen um sich und ihr sch\u00f6nes Land zu sch\u00fctzen und zu erhalten.<\/p>\n<p>Es gibt vier junge Burschen, die im Camp arbeiten. Sie sind bem\u00fcht, uns zu helfen. Wirklich interessieren tun sie sich allerdings f\u00fcr ihre Smartphones, darin unterscheiden sie sich nicht von unseren Jugendlichen. Die Seuche ist hier sogar schlimmer, denn der Kulturwandel ist hier wesentlich massiver. Bis vor wenigen Jahren kannten sie kein Telefon, jetzt surfen sie im Internet, sofern sie das Geld f\u00fcr die Airtime aufbringen k\u00f6nnen. Handyempfang gibt es hier fast \u00fcberall und in unseren Ma\u00dfst\u00e4ben sind Datenpakete auch recht billig zu haben. Und dann ist da noch die Sache mit dem Strom, den man braucht um die Ger\u00e4te aufzuladen. Das funktioniert in Kenia tw. schon mit einem Entwicklungsmodell, bei dem man um eine geringe Startsumme ein Photovoltaikmodul samt Elektronik und Batterie bekommt. Den Preis kann man abstottern und nach einiger Zeit besitzt man dann das Paket. Das f\u00fchrt dazu, dass es am Abend elektrisches Licht gibt, das man etwa verwenden kann um sich weiterzubilden. Bisher gab es Petroleumlampen und wer kein Petroleum hatte, sa\u00df im Dunklen. Das f\u00fchrt auch dazu, das weniger vom wertvollen Holz geschl\u00e4gert wird. Ich hoffe, dass die Durchelektrifizierung schnell geht und dass sie im n\u00e4chsten Schritt Alternativen zum Kochen mit Holz finden, denn dann k\u00f6nnen sie die noch verbliebenen W\u00e4lder retten, was dringend notwendig w\u00e4re.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/masai.jpg\" title=\"masai.jpg\" alt=\"masai.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 85: Die Masai &#8211; zwischen Tradition und Moderne<\/p>\n<p>Wir kochen uns Nudeln mit einer guten Sauce und brauchen die letzten Vorr\u00e4te auf. Unsere Logistik war diesmal so gut, dass uns kein Essen schlecht wurde und wir fast nichts mehr mit zur\u00fcck nach Nairobi nehmen. Wir sitzen noch eine Zeit lang mit James und einem anderen Masai und plaudern \u00fcber das, was hier geschieht. James erz\u00e4hlt, dass sie Angst vor der neuen Stra\u00dfe haben, die von den Chinesen in die Mara gebaut wird. Es gab Vorf\u00e4lle in einem vergleichbaren Gebiet, wo K\u00fche gestohlen und mit einem LKW abtransportiert wurden. Aufgrund der asphaltierten Stra\u00dfe ging das angeblich ganz schnell und man konnte es nicht verhindern.<br \/>\nMich erinnert das an \u00d6sterreich, wo nach der Grenz\u00f6ffnung gegen Osten die Kriminalit\u00e4tsrate gestiegen ist. Das war zwar nicht dramatisch, aber es passiert auch heute noch, dass Autos gestohlen und schnell \u00fcber die Grenze gebracht werden, etwa nach Rum\u00e4nien oder in die Ukraine. Was bei uns die Autos, sind bei den Masai die K\u00fche: der wertvollste Besitz. Auf schlechten und holprigen Stra\u00dfen w\u00e4re das nicht so einfach, meint James.<br \/>\nOb das jetzt eine berechtigte Angst ist oder nicht, l\u00e4sst sich schwer beurteilen. Diese Art von Angst d\u00fcrfte jedenfalls quer \u00fcber die Kulturen vorhanden sein.<\/p>\n<p>Wir plaudern auch ein wenig \u00fcber Emmanuel, der so etwas wie mein Patenkind ist. Ich habe ihm vier Jahre lang die Schule bezahlt. Jetzt m\u00f6chte er Lehrer werden. Leider ist er gerade nicht in der Gegend, aber ich bin seit einiger Zeit \u00fcber Facebook mit ihm befreundet und gespannt, was aus ihm wird. Er ist clever, aber das alleine wird nicht reichen.<\/p>\n<p>FREITAG<\/p>\n<p>Die Heimreise steht bevor und wir beschlie\u00dfen, fr\u00fch aufzubrechen. Das gelingt uns zumindest einigerma\u00dfen, um 08:35 sitzen wir im Toyota und fahren zur\u00fcck nach Nairobi.<br \/>\nGleich zu Beginn geht es \u00fcber eine breite neue Schotterpiste, die schon die Basis f\u00fcr die sp\u00e4tere Asphaltierung darstellt. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/gravel.jpg\" title=\"gravel.jpg\" alt=\"gravel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 86: Die Piste<\/p>\n<p>Die Chinesen bauen ja blitzschnell und wahrscheinlich wird die Stra\u00dfe schon fertig sein, wenn ich das n\u00e4chste Mal hierher komme. Dann wird man von Nairobi bequem und schnell in die Mara fahren k\u00f6nnen, es ist aber schwer absch\u00e4tzbar, was das f\u00fcr das Naturreservat bedeuten wird. Generell ist es sehr \u00fcberlaufen und durch eine gute Stra\u00dfe k\u00f6nnte das noch zunehmen, da man dann billiger hierher fahren kann. Leider ist die Mara bzw. Serengeti durch die \u00dcbern\u00fctzung der Randgebiete schon schwer unter Druck geraten und das wird dann wohl noch schlimmer werden. Das eigentliche Problem sind dann nicht die Lodges und Camps im Park, sondern die au\u00dferhalb. Die Menschen hier fangen zwar an zu begreifen, dass die Natur erhaltenswert ist, stehen aber unter \u00f6konomischem Druck. Gleich gegen\u00fcber vom Wajee-Camp haben die Chinesen eine riesige Lodge gebaut und weitere werden wahrscheinlich folgen. Im Park hat man den Bau neuer Camps zwar angeblich gestoppt, aber erst auf sehr hohem Niveau. Au\u00dferhalb gibt es keine Handhabe und hier wird gebaut, was geht. Der Park alleine kann zwar als Kern seine Aufgabe erf\u00fcllen, wenn aber die Randgebiete keine Wildtiere mehr zulassen wird sich der Kern auch nicht halten k\u00f6nnen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.<\/p>\n<p>Wir kommen auf ein St\u00fcck der alten, holprigen Stra\u00dfe, das aber nur 35 km lang ist. Danach beginnt schon die Asphaltstra\u00dfe, die sehr breit und sch\u00f6n ausgebaut ist. Es gab sie hier schon einmal, dann ging sie komplett kaputt und jetzt ist sie wieder da, bis auf ein kurzes St\u00fcck vor Ewaso Ngiro, das gerade gebaut wird.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/keinsackerl.jpg\" title=\"keinsackerl.jpg\" alt=\"keinsackerl.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 87: Noch vor zwei Jahren hingen hier \u00fcberall Plastiksackerln herum und es lag jede Menge M\u00fcll auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Wir kommen gut voran und bleiben schon um 10:30 in Narok stehen, um einen Bissen zu essen. Wenn das so weitergeht, sind wir am fr\u00fchen Nachmittag in Nairobi.<br \/>\nDer Toyota l\u00e4uft gut, verbraucht aber durch die dicken Gel\u00e4ndereifen um drei Liter mehr als sonst. Das ist sehr viel und ich \u00e4rgere mich, dass wir keine schmalen Stra\u00dfenreifen aufgezogen haben, die Schlammreifen haben wir jedenfalls nicht gebraucht. Das war allerdings schwer planbar, insofern l\u00e4sst es sich eh nicht mehr \u00e4ndern.<br \/>\nJetzt werden wir auch von der Polizei aufgehalten. Der Polizist ist allerdings sehr freundlich und w\u00fcnscht uns nur eine gute Weiterfahrt. Es war die einzige Kontrolle auf dieser Reise.<\/p>\n<p>Im Rift Valley sehen wir dann pl\u00f6tzlich eine riesige Br\u00fccke. Was bitte ist das? Sie ist Teil einer Trasse, nur wof\u00fcr ist die? Die einzige Erkl\u00e4rung f\u00fcr dieses riesige Bauwerk ist eine neue Uganda-Bahn.<br \/>\nDazu passend sehen wir immer wieder gro\u00dfe Slots, in denen sich chinesische Baufirmen angesiedelt haben. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/bahn.jpg\" title=\"bahn.jpg\" alt=\"bahn.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 88: Ich habe leider kein besseres Bild von der gigantischen Bahntrasse, die hier gebaut wurde. Auch auf Google Earth ist sie noch nicht sichtbar, die Fotos sind zu alt.<\/p>\n<p>Wir kommen nach Maai Mahiu, an dem die Stra\u00dfe von Narok auf die Stra\u00dfe trifft, die durch das Rift Valley nach Nakuru f\u00fchrt. Hier m\u00fcssen alle LKW fahren, da ihnen die Fahrt durch die Uplands verboten ist. Wir biegen rechts ab und fahren die schmale, kurvige Stra\u00dfe hinauf. Leider nicht lang, denn auf einmal steht vor uns eine Kolonne, die sich kilometerlang den Hang hinaufzieht. Ein Motorradfahrer, der von oben kommt, erz\u00e4hlt uns von einem Unfall, der oben stattgefunden hat.<br \/>\nDas sind schlechte Nachrichten, denn bis das ger\u00e4umt ist, kann es lange dauern. Wie lange, l\u00e4sst sich nicht absch\u00e4tzen. Thomy ist daf\u00fcr das abzuwarten, ich m\u00f6chte lieber zur\u00fcck fahren. Allerdings m\u00fcssten wir dann bis Naivasha und \u00fcber die Uplands zur\u00fcck, was ca. 100 Kilometer Umweg bedeutet.<br \/>\nEin Matatu-Fahrer meint, es g\u00e4be von Maai Mahiu einen Weg hinauf, aber die Abzweigung w\u00e4re schwer zu finden. Dann kommt ein junger Motorradfahrer und der Matatu-Fahrer bittet ihn uns zu der Abzweigung zu f\u00fchren. &#8222;Zahlt ihm aber ja nicht mehr als 100 Kenia-Schillinge&#8220; (ca. ein Euro) meint er.<\/p>\n<p>Wir drehen um und fahren an der langen Kolonne wieder hinunter. Hinter dem Ort folgen wir dem Motorradfahrer \u00fcber eine steile Schotterstra\u00dfe hinauf in die Uplands. Bl\u00f6derweise hatten auch einige andere Autofahrer diese Idee und an einer steilen Passage bleiben zwei PKW h\u00e4ngen. Man darf sich das nicht als Stra\u00dfe vorstellen, es ist eine Art Piste mit Felsbl\u00f6cken, in der Regenzeit wahrscheinlich unbefahrbar, jetzt zwar trocken, aber f\u00fcr Autos mit wenig Bodenfreiheit kann es schwierig werden.<br \/>\nDas ist eine typische Szene f\u00fcr Kenia. Alles steht, die Leute steigen aus, man diskutiert, wie zu fahren sei und wo und \u00fcberhaupt. Irgendwann rollt dann einer der PKW zur\u00fcck, ein paar Umherstehende schieben an und irgendwann geht es weiter. Das regt hier keinen Menschen auf, das ist normaler Alltag.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/stau.jpg\" title=\"stau.jpg\" alt=\"stau.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 89: Stau<\/p>\n<p>Wir folgen weiter dem Motorradfahrer und kommen nach einiger Zeit zu einer Asphaltstra\u00dfe, die nach Kijabe f\u00fchrt. Der Motorradfahrer bekommt noch einmal 200 KHS und wir fahren die steile und enge, aber sehr gute Stra\u00dfe hinauf zum Highway. Der Umweg ist betr\u00e4chtlich, aber ich fahre lieber als dass ich im Stau stehe und nicht wei\u00df, wann es weiter geht (Thomy nennt das &#8222;Fluchtreflex&#8220;, aber das ist mir egal). <\/p>\n<p>Abgesehen von zwei oder drei staubigen Baustellen und langsamen LKW, die wir nicht \u00fcberholen k\u00f6nnen, geht es gut dahin. Dummerweise vers\u00e4umen wir die nicht gekennzeichnete Abfahrt zur Lower Kabete Road und m\u00fcssen noch ein St\u00fcck Richtung Zentrum fahren, bevor wir links in Richtung Lower Kabete abbiegen k\u00f6nnen.<br \/>\nDoch irgendwann ist es dann geschafft und wir sind wieder daheim. Ich bin ziemlich erledigt von der anstrengenden Fahrt und Thomy \u00fcbernimmt dankenswerter Weise die S\u00e4uberung des Toyotas, den wir zumindest innen ordentlich putzen m\u00fcssen. Au\u00dferdem m\u00fcssen wir noch den Sitz einbauen, den wir ausgebaut haben, damit ich hinten schlafen kann und auch sonst sind noch einige Dinge zu erledigen.<br \/>\nIch bin aber auch erledigt und au\u00dferdem ist es sauhei\u00df. Nach einer Pause geht es dann aber wieder und ich rufe Marion an, mit der ich ausgemacht habe, dass ich ihr die W\u00e4sche vorbei bringe. Wir haben zwar auch eine Waschmaschine, dummerweise aber kein Wasser. Das gibt es erst morgen. Oder auch nicht. Marion und Louis wohnen zwar nur f\u00fcnf Autominuten entfernt, haben aber immer Wasser. Das liegt daran, dass die privaten Wasserfirmen einem Minister geh\u00f6ren. Dieser l\u00e4sst in manchen Gebieten einfach das Wasser absperren, damit die Leute seine Tankw\u00e4gen bestellen. Das bringt ihm einen Haufen Geld, denn es gibt vor allem in den Nobelvororten von Nairobi eine gro\u00dfe Menge reicher Leute, denen so eine Tankwagenf\u00fcllung finanziell vollkommen egal ist. Sie lassen sich dann den Garten bew\u00e4ssern, damit die Blumen wachsen. <\/p>\n<p>Marion ist leider nicht daheim, meint aber, ich k\u00f6nnte zu ihr fahren und Joseph, ein Angestellter, w\u00fcrde mir aufsperren und ich k\u00f6nnte die Sachen selbst in die Maschine tun. Sie w\u00fcrde dann die fertig gewaschene W\u00e4sche aufh\u00e4ngen, wenn sie sp\u00e4t am Abend nach Hause kommt.<br \/>\nDer erste Teil dieses Plans funktioniert gut (W\u00e4sche waschen), der zweite weniger, weil Marion leider vergisst die W\u00e4sche aufzuh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Ich schreibe das so ausf\u00fchrlich, weil es f\u00fcr mich bei jedem Keniaurlaub ein wichtiges Kriterium ist. Ich habe in unserem Haus eine gro\u00dfe Kiste mit all meinen Sachen. Dadurch fliege ich quasi nur mit Handgep\u00e4ck hinunter, weil alles schon vor Ort ist. Das funktioniert aber nur, wenn ich die Sachen vor dem Heimflug waschen, trocknen und wieder in die Kiste packen kann. Thomy findet das aus irgend einem Grund irgendwie bl\u00f6d und meckert daran herum. Ich meckere dann an irgendwas herum, das mich an ihm st\u00f6rt und wir f\u00fchlen uns dann ein bisschen wie so ein altes Ehepaar. Aber schlie\u00dflich fliegen wir schon seit 19 Jahren gemeinsam nach Kenia und das ist irgendwie okay.<\/p>\n<p>Am Abend sind wir noch bei Paula zum Essen eingeladen. Dort ist auch der Amerikaner Rob, den ich schon vor vielen Jahren einmal bei Paula getroffen habe und eine Freundin von Paula, eine Deutsche, die auch schon hin Pension ist und in \u00c4thiopien lebt. Oder in Kanada? Nein, Rob lebt jetzt in \u00c4thiopien &#8211; jedenfalls geht es bei Paula immer ausgesprochen international zu. Vor ein paar Tagen haben wir Richard getroffen, den Lebensgef\u00e4hrten von Paula, der aus Zimbabwe stammt. Der ist aber schon wieder weg, ich glaube in S\u00fcdafrika.<\/p>\n<p>Paula hat einen riesigen Lachs gekocht und jede Menge schmackhafte Beilagen dazu. Es gibt s\u00fcdafrikanischen Wein und kenianisches Bier. Wir reden englisch und unterhalten uns \u00fcber Weltpolitik, Afrika und noch vieles andere. Paulas Freundin schaut sich meinen linken Arm an, der seit zwei Tagen dick geschwollen ist. Irgendetwas hat mich am Sand River ins Handgelenk gestochen, was ich in der Situation aber nicht gesp\u00fcrt habe. Ich erinnere mich nur, dass wir eine Horsefly im Auto hatten, also eine Bremse, an deren Stich ich mich aber erinnern w\u00fcrde, weil der tut weh.<br \/>\nSo gibt es nur eine Einstichstelle und einen ger\u00f6teten, geschwollenen Arm, der aber nicht schmerzt. Paulas Freundin meint, dass sie das kennt und dass es sich um eine Pferdezecke handeln w\u00fcrde. Sterben m\u00fcsste ich daran nicht, die Schwellung w\u00fcrde von allein wieder verschwinden. Paula schmiert den Unterarm mit Lavendel\u00f6l ein, Thomy meint, dass es sich um eine allergische Reaktion handeln w\u00fcrde und ich schlucke eine Tablette Antibiotika, nach dem Motto: nutzt\u00b4s nix, schadt\u00b4s nix.<\/p>\n<p>Der Abend ist extrem angenehm und wir genie\u00dfen die Atmosph\u00e4re, das Essen und Afrika. Es sind unter anderem diese Momente, weshalb ich immer wieder hierher zur\u00fcck komme und Kenia so etwas wie eine zweite Heimat geworden ist. Wer wei\u00df, wie lange das noch m\u00f6glich ist? Mein Vater ist jetzt 81 und wird irgendwann hier abr\u00fcsten. Ohne Haus und ohne Autos wird es nicht mehr das sein, was es jetzt ist. Ob ich dann noch hierher reisen werde? Ich wei\u00df es nicht.<\/p>\n<p>SAMSTAG<\/p>\n<p>Unser Abreisetag beginnt unspektakul\u00e4r mit weiteren Putz- und Aufr\u00e4umarbeiten. Viel ist gl\u00fccklicherweise nicht mehr zu tun und wir putzen die restlichen Vorr\u00e4te zum Fr\u00fchst\u00fcck weg: Toast, Butter, Marmelade &#8211; mehr brauchen wir nicht. Nachdem ich am fr\u00fchen Nachmittag dann doch die getrocknete W\u00e4sche abholen kann und wir den Toyota fertig gemacht haben, kommt irgendwann das Taxi, um uns zum Flughafen zu bringen.<br \/>\n<center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/bau.jpg\" title=\"bau.jpg\" alt=\"bau.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 90: In Nairobi wird gebaut auf Teufel komm raus. Die Stadt w\u00e4chst rasant.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.03.25_Afrika\/autos.jpg\" title=\"autos.jpg\" alt=\"autos.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 91: Kenia motorisiert sich. Hier ein Lager am Rand von Nairobi.<\/p>\n<p>Der Abschied f\u00e4llt schwer und ich freue mich nicht gerade auf den Heimflug, vor allem, weil wir in Addis Abeba vier Stunden Aufenthalt haben, bevor wir nach Wien weiterfliegen k\u00f6nnen.<br \/>\nAus den vier Stunden werden aber nur drei, weil die Maschine nach Addis Versp\u00e4tung hat. Wie immer erfahren wir nicht warum und auch nicht wie lange, aber die lange Wartezeit in Addis ist jetzt wieder ein Vorteil. Weniger toll finden das die zahlreichen Flugg\u00e4ste, die einen baldigen Anschlussflug haben und diesen jetzt vers\u00e4umen, wie eine nette \u00e4ltere Kanadierin. Sie wird wohl eine Zeit lang in Addis bleiben m\u00fcssen, denn Fl\u00fcge nach Kanada gehen nicht so oft.<\/p>\n<p>Wir fliegen mit einer Boeing 737, allerdings mit einem alten Modell, das auch entsprechend klapprig wirkt und weder Bildschirme hat noch sonst den heute \u00fcblichen Komfort. Das ist f\u00fcr den recht kurzen Flug aber egal und wir landen gut in \u00c4thiopien. Der Flughafen ist immer noch irgendwie komisch und die Zeit vergeht elend langsam. <\/p>\n<p>Irgendwann ist es aber soweit und mit nur leichter Versp\u00e4tung starten wir gegen 01:20 Uhr Richtung Wien. Dreierbank gibt es leider keine, aber immerhin ist der Sitz zwischen mir und Thomy frei, weil die Maschine nicht ganz ausgebucht ist. Trotz Schlafmittel kann ich nicht einschlafen, mehr als ein wenig D\u00f6sen ist nicht drin.<br \/>\nDann ist auch das \u00fcberstanden und wir landen in Wien. F\u00fcr die Heimfahrt nehmen wir uns ein Car2Go und ich bringe Thomy noch heim nach Klosterneuburg.<br \/>\nDann dauert es nur noch knappe zwanzig Minuten und ich bin auch daheim, m\u00fcde aber gl\u00fccklich \u00fcber einen letztlich doch sehr sch\u00f6nen Urlaub.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach 35 Jahren Ostafrika-Besuchen kommt schon so etwas wie ein kleines Heimatgef\u00fchl auf, wenn ich am Jomo Kenyatta-Airport lande und wieder die typische Luft rieche. Doch alles der Reihe nach. 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