{"id":2655,"date":"2019-06-03T13:13:36","date_gmt":"2019-06-03T12:13:36","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2655"},"modified":"2019-06-03T13:13:36","modified_gmt":"2019-06-03T12:13:36","slug":"phil-collins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/phil-collins\/","title":{"rendered":"Phil Collins"},"content":{"rendered":"<p>Ich mag die Selbstironie, die Phil Collins zeigt, indem er seine Tournee &#8222;Still not dead yet&#8220; nennt. Wobei leider nicht allzu viel zu fehlen scheint, der Altmeister des Schlagzeugs und der unverwechselbaren Stimme humpelt am Stock auf die B\u00fchne und verbringt das gesamte Konzert sitzend.<br \/>\nAber alles der Reihe nach. <\/p>\n<p>Wie meistens im Happel-Stadion sehe ich die Konzerte aus der Position des Platzanweisers. Viel Geld gibt es daf\u00fcr nicht, aber ich erspare mir die Konzertkarte und Verpflegung gibt es auch. Die Arbeit ist einfach, hin und wieder zeigt man Leuten wo sie sitzen. Ich mache immer dritten Rang, als \u00e4lterer Herr ist mir das Rasenareal (wobei da eh kein Rasen ist) zu m\u00fchsam und bei dieser Art von Konzert geht es sowieso sehr friedlich und gesittet zu.<br \/>\nDas Stadion ist nicht ausverkauft, ich sch\u00e4tze 15.000 am Rasen und 25.000 auf den R\u00e4ngen. Das ist beachtlich, denn soo ein Burner ist der Phil Collins heutzutage auch nicht mehr.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.06.02_Collins\/phil.jpg\" title=\"phil.jpg\" alt=\"phil.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Kurz nach Konzertbeginn<\/p>\n<p>Das Publikum ist dementsprechend in die Jahre gekommen, junge Leute sieht man eher selten. Und ich bin froh, dass niemand die &#8222;Welle&#8220; gemacht hat, gesch\u00e4tzte 25 Bandscheibenvorf\u00e4lle pro Runde w\u00e4ren wohl nicht zu vermeiden gewesen.<\/p>\n<p>Sehr lustig finde ich beim Einlass die ersten 20-30 BesucherInnen der Rasenpl\u00e4tze, die im Laufschritt nach vorne st\u00fcrmen und sich an das Absperrgitter stellen. Ganz vorne im Wellenbrecher w\u00e4re das noch verst\u00e4ndlich, aber im dritten Sektor? Und was machen die, wenn sie auf\u00b4s Klo m\u00fcssen? Gitterplatz weg?<br \/>\nJedenfalls funktioniert alles wie geschmiert, die G\u00e4ste sind ruhig und h\u00f6flich und freuen sich, wenn man ihnen bei ihrer Sitzplatzsuche hilft.<br \/>\nDie Warterei dauert lange und ich stehe mir die Beine in den Bauch. Es ist ziemlich warm, mehr als ein T-Shirt ist unn\u00f6tig und ich bin froh, als um 19 Uhr das Konzert beginnt.<br \/>\nMike and the Mechanics &#8211; ich bin gespannt auf die Vorgruppe. Michael Rutherford war ein Teil von Genesis in den 1980ern und ich erinnere mich an meinen ersten Security-Job \u00fcberhaupt. Das war genau hier, im damaligen Praterstadion, und die Gruppe war Genesis. Viele Erinnerungen an dieses Konzert habe ich nicht mehr, es ist 35 Jahre her. Mike ist gealtert und tritt &#8211; vielleicht deswegen &#8211; im bl\u00fctenwei\u00dfen Anzug auf. Seine Band ist deutlich j\u00fcnger und sie spielen einige Nummern, die zwar alle kennen, von denen aber viele nicht wissen, wer sie spielt.<br \/>\nDie Vorgruppe spielt eine Stunde, danach folgt eine Pause von ca. 50 Minuten und dann ist es soweit: Phil Collins und Band betreten die B\u00fchne. Sehr viel sehe ich nicht vom dritten Rang und die Video-Walls sind auch nicht gerade heutiger Standard, eher 1990er, zumindest was die Gr\u00f6\u00dfe betrifft.<br \/>\nDer Sound ist mittelm\u00e4\u00dfig, wenngleich anzumerken ist, dass der Soundcheck im Happel-Stadion generell den Tontechnikern den Schwei\u00df auf die Stirne treibt. Gerade mal die vom Bruce Springsteen haben das halbwegs gut hinbekommen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2019.06.02_Collins\/collins.jpg\" title=\"collins.jpg\" alt=\"collins.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die vielen hellen Punkte sind allesamt Handy-Displays. Der vielleicht gr\u00f6\u00dfte Unterschied zu vor 35 Jahren.<\/p>\n<p>Schon bei der ersten Nummer denke ich: Aber hallo! Die Stimme ist sehr klar und kr\u00e4ftig und klingt wie vor 30 Jahren. Wie macht er das blo\u00df, noch dazu im Sitzen? Und wieso bleibt die Lautst\u00e4rke immer gleich, egal wie nahe oder wie weit er vom Mikro entfernt ist?<br \/>\nSpielt er etwa Playback?<\/p>\n<p>Wer jedenfalls absolut echt spielt ist Nick Collins, sein Sohn, ebenfalls Schlagzeuger. Er macht seine Sache gut und darf auch ein langes Solo spielen, Vaterstolz ist absolut gerechtfertigt.<br \/>\nDie L\u00e4nge des Konzerts betr\u00e4gt 1 Stunde und 45 Minuten und sie spielen die meisten alten Hits von Phil Collins und Genesis, nat\u00fcrlich mit Highlights wie &#8222;Invisible Touch&#8220; oder &#8222;In The Air Tonight&#8220;.<\/p>\n<p>Dann ist es vorbei und ich finde es immer wieder faszinierend, wie schnell das Stadion leer wird. 40.000 Menschen sind in einer Viertelstunde drau\u00dfen, alles sehr ruhig und geordnet. Zur\u00fcck bleiben Erinnerungen und die Gewissheit, dass der Altmeister wohl nicht mehr oft auf Tournee gehen wird. Insofern hat es sich auf jeden Fall ausgezahlt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich mag die Selbstironie, die Phil Collins zeigt, indem er seine Tournee &#8222;Still not dead yet&#8220; nennt. 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