{"id":2676,"date":"2019-08-28T14:33:48","date_gmt":"2019-08-28T13:33:48","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2676"},"modified":"2019-08-28T14:33:59","modified_gmt":"2019-08-28T13:33:59","slug":"woher-kommen-wir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/woher-kommen-wir\/","title":{"rendered":"Woher kommen wir?"},"content":{"rendered":"<p>Ich besch\u00e4ftige mich ja schon seit vielen Jahren mit der Frage des Ursprungs der Menschheit. Nach einigem Hin und Her sind sich aber inzwischen alle WissenschafterInnen einig, dass unser Ursprung in Afrika ist. Wo genau, das ist noch nicht ganz klar und auch nicht, ob es parallele Entwicklungen des Homo sapiens gab.<br \/>\nDurch die moderne Genetik konnten jedoch einige Fragen gekl\u00e4rt werden: Es gab tats\u00e4chlich eine Urmutter, eine Art genetische Eva, von der alle modernen Menschen abstammen.<br \/>\nDa finde ich spannend und es w\u00e4re vor allem ein lustiger Ansatz f\u00fcr eine neue Religionsgr\u00fcndung, sofern man Religionen \u00fcberhaupt f\u00fcr sinnvoll h\u00e4lt. Im Gegensatz zu den patriarchalen Monotheismen w\u00e4re das eine matriarchale Form, die sich aus der Vererbungslinearit\u00e4t ergibt.<\/p>\n<p>Auf die ebenso wichtige Frage, wann und wie die Menschen Afrika verlassen haben, um dann zuerst Asien und sp\u00e4ter Europa zu besiedeln, gibt es ebenfalls neue Antworten: Es geschah vor ca. 100.000 Jahren, also vor ca. 4.000 Generationen. Eine Gruppe von wenigen hundert Menschen d\u00fcrfte sich von Ostafrika hinauf in Richtung Israel aufgemacht haben. Dort fand man menschliche Knochen, die auf eine durchaus hohe Zivilisation hindeuten. Konkret d\u00fcrften diese Menschen bereits eine Idee eines Lebens nach dem Tod gehabt haben, die Grabbeigaben lassen darauf schlie\u00dfen. <\/p>\n<p>Vor 125.000 Jahren war die Sahara mehr oder weniger gr\u00fcn, es gab Fl\u00fcsse und Seen, Vegetation und Wild, sie war also einfach durchquerbar, vor allem an den R\u00e4ndern. Die Menschen konnten so durch \u00c4thiopien ans Rote Meer gelangen und dort Richtung Norden wandern. Sie kamen dann nach Israel, das ist quasi eine uralte Geschichte einer Migrationsbewegung in ein gelobtes Land, die sp\u00e4ter dann wieder aufgegriffen wurde.<\/p>\n<p>Wir wissen nicht, ob es eine Art kollektives Menschheitsged\u00e4chtnis gibt und wie es funktioniert. Vielleicht kann auch hier die Genetik einmal Aufschluss geben, so weit sind wir aber noch nicht.<br \/>\nInteressant ist es allemal, dass eine so wichtige und gro\u00dfe Geschichte wie die erste Migration des modernen Menschen genau an der Stelle auftaucht, wo sie 100.000 Jahre zuvor tats\u00e4chlich stattfand.<br \/>\nWelche Art von Wissen kann sich \u00fcber tausende Generationen erhalten? Ich erlebe es manchmal, dass Freunde und Bekannte, die ich mit nach Ostafrika nehme, mir von einer seltsamen Regung erz\u00e4hlen. Sie empfinden ein fl\u00fcchtiges Deja-vu, so als ob sie schon einmal dort gewesen w\u00e4ren.<br \/>\nDas ist nachweislich nicht der Fall, also woher kommt diese Wahrnehmung, die sicher keine klassische Erinnerung ist und sein kann?<\/p>\n<p>Wir finden dort eine Landschaft, die dem Auge und dem Gem\u00fct gut tut. Es ist eine Gegend mit sanften H\u00fcgeln, Ketten niedriger Berge (so genannte &#8222;Escarpments&#8220;), weite Graslandschaften, durchzogen von kleinen und gr\u00f6\u00dferen B\u00e4chen und Fl\u00fcssen, an deren R\u00e4ndern so genannte &#8222;Galeriew\u00e4lder&#8220; wachsen.<br \/>\nEs ist eine stark strukturierte Landschaft, die sehr friedlich und einladend wirkt. Das ist wohl kein Zufall, denn in solch einer Landschaft sind die modernen Menschen entstanden, beginnend mit dem homo australopithecus, der sich dann zum homo habilis und schlie\u00dflich zum homo sapiens weiterentwickelt hat.<br \/>\nEine Theorie besagt, dass es durch Klimaver\u00e4nderungen einen R\u00fcckzug der riesigen Regenw\u00e4lder gab und die Landschaft trockener wurde, bis sie so aussah, wie die heutige ostafrikanische Savanne. Am \u00dcbergang zwischen Wald und Savanne entwickelte sich der Mensch, mit seiner F\u00e4higkeit aufrecht zu gehen, durch die unsere Wirbels\u00e4ule unter den Kopf rutschte (bei Primaten steht sie hinten raus) und dadurch die Mund- und Kehlkopfpartie frei wurde f\u00fcr die Entwicklung einer Sprache.<br \/>\nDazu kam die Fingerfertigkeit, die mit H\u00e4nden entwickelt werden konnte, die nicht mehr zur Fortbewegung n\u00f6tig waren. <\/p>\n<p>Haben wir eine Erinnerung an unser eigenes Entstehen? Haben wir sozusagen unsere Seinsbedingung in uns gespeichert? Diese Frage ist nicht nur f\u00fcr Evolutionsbiologen interessant, sondern auch f\u00fcr Philosophen. <\/p>\n<p>Eine andere Theorie besagt \u00fcbrigens, dass die Menschen, die nach Kleinasien gewandert sind, dort wieder ausstarben und dass andere Entdecker \u00fcber die Stra\u00dfe von Bab al Mandab, also der engsten Stelle des Roten Meeres, \u00fcbergesetzt haben. Die Distanz betr\u00e4gt 30 Kilometer, ist also mit einem einigerma\u00dfen guten Boot machbar.<br \/>\nVor ca. 70.000 Jahren war die Meerenge sogar nur ca. 11 Kilometer breit und die Menschen konnten so auf die arabische Halbinsel gelangen. Die dortige K\u00fcste war damals fruchtbar und sorgte somit f\u00fcr eine gute Basis um zu \u00fcberleben. Eine fr\u00fche Hochkultur gab der Region, die wie ein gro\u00dfer Garten wirkte, einen Namen: Eden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich besch\u00e4ftige mich ja schon seit vielen Jahren mit der Frage des Ursprungs der Menschheit. Nach einigem Hin und Her sind sich aber inzwischen alle WissenschafterInnen einig, dass unser Ursprung in Afrika ist. 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