{"id":2700,"date":"2020-03-15T20:26:03","date_gmt":"2020-03-15T19:26:03","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2700"},"modified":"2020-05-03T11:15:02","modified_gmt":"2020-05-03T10:15:02","slug":"sudan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/sudan\/","title":{"rendered":"Sudan"},"content":{"rendered":"<p>Kennt ihr das? Es gibt Bilder im Kopf, die Sehns\u00fcchte erzeugen. Bei mir gibt es ein uraltes Bild, das seine Strahlkraft nie verloren hat. Im Jahr 1978 war ich zu Ostern auf meinem ersten Auslandsurlaub, als 12j\u00e4hriger Bub. Es ging mit meinem Vater und meinen beiden Geschwistern nach Israel. Einer meiner ersten Eindr\u00fccke war das Rauschen des Mittelmeers in Tel Aviv, wo wir die erste Nach verbrachten. Alles war unglaublich aufregend, denn das Meer war an diesem Abend rauh und die riesigen Wellen machten gewaltige, noch nie geh\u00f6rte Ger\u00e4usche.<\/p>\n<p>Mein Vater mietete damals einen alten Ford Escort und fuhr mit uns zuerst nach Jerusalem und dann auf die Halbinsel Sinai, die zu dieser Zeit von Israel annektiert war.<br \/>\nUnser Hotel lag im Ort &#8222;Neviot&#8220;, dem heutigen Nueweiba, und somit direkt am roten Meer, im Golf von Akkaba bzw. Eilat.<br \/>\nAlles in diesem Urlaub war neu und unglaublich spannend &#8211; die Ger\u00fcche, die W\u00fcste, das Meer, das Essen und noch vieles mehr. Es war so beeindruckend, dass ich z.B. von dem Geruch der Bl\u00fcten in unserem Hotel noch immer eine Erinnerung habe.<br \/>\nDas rote Meer war f\u00fcr mich damals schon ein irgendwie interessanter Ort, obwohl ich nat\u00fcrlich keine Ahnung hatte, dass ich es Jahrzehnte sp\u00e4ter einmal betauchen w\u00fcrde &#8211; und nicht zu knapp.<br \/>\nVon Tauchen war damals keine Rede, aber unser Vater kaufte uns allen ein Schnorchelset und ein Tauchermesser. Das Messer hielt ich in Ehren und verwendete es viele Jahre lang beim Tauchen, bis eines Tages eine Befestigungsschlaufe riss und ich ohne Messer wieder auftauchte. Ich hatte aber &#8211; warum auch immer &#8211; daheim noch das Messer meiner Schwester und das habe ich bis heute bei jedem Tauchgang dabei. Es ist mehr als ein Erinnerungsst\u00fcck &#8211; w\u00e4re ich ausreichend abergl\u00e4ubisch, dann w\u00fcrde ich sagen, dass es mir Gl\u00fcck bringt.<\/p>\n<p>Wir waren schnorcheln und fuhren mit einem Glasbodenboot \u00fcber die Riffe. Die unfassbare Vielfalt an Leben, die Farben und noch vieles mehr pr\u00e4gen seit damals mein Bild der Unterwasserwelt. Mit Wehmut denke ich daran, wie es heute w\u00e4re, g\u00e4be es diese Riffe noch. <\/p>\n<p>Leider ist das eine Illusion, sie sind schon lange kaputt oder zumindest schwer besch\u00e4digt und ich f\u00fcrchte, es gibt auf der ganzen Welt kein wirklich intaktes Korallenriff mehr. Sollte es doch eines geben, dann w\u00fcrde es binnen weniger Jahre auch zerst\u00f6rt sein, denn Flaschentauchen wird als Hobby von mehreren Millionen Menschen weltweit betrieben.<br \/>\nAuch wenn die Meere gro\u00df sind, die Menschen schaffen es problemlos sie zu zerst\u00f6ren. Wer heute in Nuweiba tauchen geht, findet ein kaputtes Riff mit ein paar noch lebenden Korallen und einem Fischbestand, der nur mehr traurig macht.<br \/>\nDie Fische k\u00f6nnen sich in absehbarer Zeit regenerieren, das w\u00e4re nicht das Problem, aber die Korallenriffe sind f\u00fcr sehr lange Zeit verschwunden, wenn sie einmal kaputt sind.<\/p>\n<p>Was bleibt, sind Erinnerungen und eine kleine Hoffnung, noch einmal so ein Riff zu sehen, wie ich es damals sehen konnte. Eine dieser Hoffnungen war der Sudan, denn dort ist die Anzahl der Taucherinnen und Taucher noch sehr \u00fcberschaubar und ich richtete meinen Blick schon vor ca. 15 Jahren auf diesen Ort. Damals war es allerdings sehr umst\u00e4ndlich, m\u00fchsam und teuer im Sudan zu tauchen. Die Genehmigungen waren teuer, Safarischiffe durften nicht von \u00c4gypten \u00fcber die Grenze fahren und es blieb ein Ort der Sehnsucht.<\/p>\n<p>Umso spannender fand ich es, als mein alter Freund Gabor letzten Herbst mit einem Angebot f\u00fcr eine Tauchsafari daher kam. Meine Schw\u00e4gerin sah es zuerst und hatte die Idee, dass wir es meinem Bruder zu seinem 50er schenken k\u00f6nnten.<br \/>\nIch z\u00f6gerte nicht wirklich lange und so buchten wir die Tour &#8222;Sudan Nord&#8220; \u00fcber ein Reiseb\u00fcro in Innsbruck. Wirklich billig ist es auch heute noch nicht, die Gesamtkosten kamen f\u00fcr mich auf 2.700 Euro. Das ist ein ordentlicher Batzen Geld f\u00fcr eine Woche Urlaub (knapp 10 Tage inklusive der An- und R\u00fcckreise, dazu gleich mehr), aber Tr\u00e4ume erf\u00fcllen kostet eben Geld.<\/p>\n<p>Dazu kommt bei mir leider noch das Problem, dass Tauchreisen einen unfassbar gro\u00dfen \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck haben, der sich nicht wirklich gut verringern l\u00e4sst. Das beginnt schon bei der Anreise, die ohne Flugzeug nicht zu machen ist. Das Safariboot wird mit Diesel angetrieben und braucht davon eine ganze Menge, genau genommen einige tausend Liter f\u00fcr die beiden Motoren und die beiden Generatoren.<br \/>\nDer Rest ist eher vernachl\u00e4ssigbar, denn die Tauchausr\u00fcstung h\u00e4lt ewig und das Essen besteht gro\u00dfteils aus Fisch und Gem\u00fcse, es gibt allerdings auch Rind und Huhn.<br \/>\nTauchsafaris auf Segelschiffen werden sehr selten angeboten und haben einige Nachteile. Sie k\u00f6nnen Riffe z.B. nur anfahren, wenn sie auch einen Motor eingebaut haben und die Kompressoren zum F\u00fcllen der Flaschen lassen sich mit einem Solarpanel nicht betreiben.<\/p>\n<p>Mein Kompromiss besteht darin, dass ich solche Reisen selten mache, in den vergangenen zehn Jahren waren es f\u00fcnf (1x Costa Rica aber ohne Safari, 2 x \u00c4gypten, 1x Malediven und jetzt der Sudan).<\/p>\n<p>Leider wird uns das Thema Umweltschutz durch diesen Beitrag begleiten (m\u00fcssen).<\/p>\n<p>Die Vorfreude nach dem Buchen wurde durch die Art und Dauer der An- und R\u00fcckreise erheblich getr\u00fcbt. Ich hasse Fliegen. Mehr als Fliegen hasse ich nur noch die elenden Flugh\u00e4fen und das dortige Warten. In der Jugend war das noch irgendwie ein Abenteuer, heute ist es purer Stress. Nach \u00c4gypten ist das halb so wild, abgesehen von den Flugzeiten, die oft ein Aufstehen um drei in der Nacht erfordern. Aber man kann direkt von Wien nach Hurghada oder Marsa Alam fliegen, das dauert so 4,5 Stunden, ist m\u00fchsam aber okay.<br \/>\nNach Port Sudan sieht die Sache schon anders aus. Es gibt die eine oder andere afrikanische Fluglinie, die aber oft derma\u00dfen Versp\u00e4tungen aufreissen, dass die Gefahr besteht das Schiff zu vers\u00e4umen. Das w\u00fcrde die gesamte Woche zerst\u00f6ren, denn wenn das Schiff weg ist, ist es weg. Daher bleibt eigentlich nur mehr Emirates, was aber bedeutet, dass man \u00fcber Dubai fliegen muss.<br \/>\nIch war das erste Mal 2005 in Dubai und erinnere mich noch an den damals schon riesigen Flughafen mit der goldenen Palme und dem Luxussportwagen, den man gewinnen konnte.<br \/>\nLetztes Jahr musste ich auf die Malediven wieder \u00fcber Dubai fliegen und hab das schon als sehr knechtend in Erinnerung. Erstens war ich allein, weil meine Freunde schon zwei Tage vorher geflogen sind, und zweitens hatte ich ca. 3,5 Stunden Aufenthalt. Dieses Herumhocken auf irgend einer Bank ist f\u00fcrchterlich.<br \/>\nWenigstens liegt Dubai am Weg wenn man auf die Malediven fliegt. Bei Port Sudan ist das nicht der Fall, da fliegt man erst lange Richtung Osten und dann wieder zur\u00fcck Richtung Westen.<br \/>\nUnd wir hatten 7 Stunden Zwischenstopp. Das ist eigentlich unertr\u00e4glich, aber mein Bruder meinte, da gehen wir in eine der zahlreichen Lounges, die sind in Dubai sehr gut ausgestattet und man hat so etwas wie Liegest\u00fchle und das geht schon irgendwie. Seine Mastercard w\u00fcrde ihm da problemlos Zugang verschaffen und um ein paar Dollar k\u00f6nnte ich mit hinein.<br \/>\nBeim R\u00fcckflug hatten wir etwas anderes geplant, denn da betr\u00e4gt der Zwischenstopp neun Stunden und das halte ich pers\u00f6nlich einfach nicht aus. Also buchten wir ein Hotel in Dubai, gleich neben dem Flughafen, mit einem &#8222;Superior Doppelzimmer&#8220; um wohlfeile 80 Euro die Nacht (oder waren es 120? Auch egal).<br \/>\nDa wir den sp\u00e4teren Flug um 15:40 statt den in der Fr\u00fch buchten, k\u00f6nnten wir ein paar Stunden lang Dubai anschauen. Das war f\u00fcr mich zwar eine m\u00e4\u00dfig prickelnde Aussicht, aber wer wei\u00df, vielleicht wird das ja ganz interessant.<\/p>\n<p>Das gebuchte Schiff war die &#8222;Seawolf Dominator&#8220;, ein \u00e4gyptisches Schiff, vergleichbar mit der Golden Dolphin, die ich gut kenne. Diese gr\u00f6\u00dferen Safarischiffe haben einen hohen Standard zu einem sehr fairen Preis. Dazu kam eben noch die Aussicht auf interessante Tauchg\u00e4nge, deren 20 an der Zahl geplant waren.<br \/>\nDas bedeutet aber vier Tage mit je vier Tauchg\u00e4ngen, das ist ziemlich anstrengend, aber schlie\u00dflich fahre ich zum Tauchen hin.<\/p>\n<p>Dann ist er pl\u00f6tzlich da, der Tag der Abreise.<\/p>\n<p>Meine Schw\u00e4gerin bringt uns zum Flughafen, der mit einer Neuerung aufwartet: Es gibt jetzt einen Schranken vor der Rampe, bei dem man ein Ticket ziehen muss. Zus\u00e4tzlich bringt die Digitalisierung es mit sich, dass das Nummernschild des Autos gescannt wird. Man darf n\u00e4mlich maximal zehn Minuten dort stehen bleiben und das maximal zwei Mal am Tag. So bekommen sie die vielen UBER-Taxis in den Griff, die es bisher schamlos ausnutzten, dass die Ben\u00fctzung der dortigen Parkpl\u00e4tze &#8211; die nur zum Aussteigen gedacht sind &#8211; gratis war.<\/p>\n<p>Das Einchecken geht schnell und ich kann mit der Dame am Schalter auch einen besseren Sitzplatz verhandeln. Zumindest ein Gangplatz ist es geworden, ich bin der Dame sehr dankbar, Mittelsitze halte ich einfach nicht aus.<\/p>\n<p>Die Kiste ist knackevoll, schlie\u00dflich ist es in \u00d6sterreich kalt und in Dubai angenehm warm und dort befinden sich somit die neuen Hausmeisterstr\u00e4nde f\u00fcr den Winter. Das Publikum sieht auch ganz nach Hausmeisterstrand aus, viele Jogger sind zu sehen und Karl Lagerfeld h\u00e4tte sein pers\u00f6nliches Armageddon, wenn er erstens noch leben und zweitens mit diesem Flieger fliegen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Irgendwann haben alle ihren Sitzplatz gefunden, das Gep\u00e4ck verstaut und der Flieger rollt Richtung Startbahn. Ich bin froh, dass es endlich losgeht und \u00fcberlege mir schon, wie ich die f\u00fcnf Stunden einigerma\u00dfen \u00fcberstehen kann.<\/p>\n<p>Dann bleiben wir stehen. Was ist jetzt los? Mir gegen\u00fcber am Jumpseat sitzt Milos aus Bosnien. Er informiert mich: Weiter vorne f\u00fchlt sich die Tochter einer Dame nicht ganz wohl und m\u00f6chte jetzt doch lieber nicht fliegen.<br \/>\nOidaaaaaa!<br \/>\nGeh bitte!<br \/>\nNa, ned jetzt. Warum unbedingt heute, hier in diesem Flieger?<\/p>\n<p>Alles \u00e4rgern n\u00fctzt nichts, wir drehen um und rollen wieder zur Fluggastbr\u00fccke. T\u00fcre auf, irgendwo kommt ein Krankenwagen, die Polizei, die Nationalgarde nicht (aber auch nur, weil wir sowas gar nicht haben), Superman d\u00fcrfte sich versp\u00e4ten und auch ich bin alles andere als erfreut.<\/p>\n<p>Das Prozedere ist genau vorgegeben: Die Dame samt ihrer Tochter wird von einem Team an \u00c4rzten und Sanit\u00e4tern mit viel Trara aus dem Flugzeug hinausgebracht, das Gep\u00e4ck muss ausgeladen werden und meistens m\u00fcssen auch alle G\u00e4ste von Bord. Dann muss der Sprengstoff-Sp\u00fcrhund kommen, auch das Handgep\u00e4ck muss raus und nach einer Ewigkeit geht es dann weiter. Das Problem versch\u00e4rft sich noch dadurch, dass die Start-Slots in Wien sowie die Lande-Slots in Dubai neu berechnet werden m\u00fcssen und noch vieles mehr.<\/p>\n<p>Wir fassen &#8211; Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck &#8211; nur die Light-Variante aus und d\u00fcrfen an Bord bleiben. Allerdings muss jeder an Bord befindliche Gegenstand identifiziert und zugeordnet werden.<br \/>\nIrgendwann ist alles erledigt und wir starten tats\u00e4chlich.<\/p>\n<p>Ich winke vorher noch Milos herbei und frage ihn, was denn jetzt mit den beiden freien Pl\u00e4tzen w\u00e4re und ob ich einen davon haben k\u00f6nnte. Er zwinkert mir zu und meint, dass er schauen w\u00fcrde, was sich machen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>So komme ich zu einem tollen Sitz. Genauer gesagt die Reihe 37 beim Notausgang. Das hat den Vorteil gro\u00dfer Beinfreiheit, allerdings bekomme ich nur mehr einen Mittelsitz, was die Freiheit nach links und rechts auf ein veritables Eingezw\u00e4ngtsein reduziert. F\u00fcr mich bedeutet das f\u00fcnf Stunden Flug in einer Lage absoluter W\u00fcrdelosigkeit. Nat\u00fcrlich w\u00e4re es m\u00f6glich Business Class zu fliegen, aber das passt vom Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis einfach nicht.<br \/>\nGl\u00fccklicherweise kann man bei Emirates in der Boeing 777 auch beim Notausgang die Sitzlehnen umlegen, das geht bei einigen Flugzeugen n\u00e4mlich nicht und dann wird es zur puren Qual, da hilft auch die Beinfreiheit nichts mehr.<\/p>\n<p>Das Essen ist okay, das Bier von Heineken (wenn\u00b4st grad ka Gl\u00fcck hast kommt auch noch a bissl a Pech dazu&#8230;) und das Schlafmittel wirkt nicht, wahrscheinlich wegen dem Heinenken, die heben sich irgendwie auf oder so.<br \/>\nEgal, irgendwann ist der Flug vorbei und wir landen mitten in der Nacht in Dubai mit der erfrischenden Aussicht auf sieben Stunden Herumh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>In einer gem\u00fctlichen Lounge sollte das etwas besser gehen als auf irgend einem Plastiksessel irgendwo in diesem riesigen Flughafen. Also marschieren wir dorthin und mein Bruder legt die Mastercard auf den Tisch.<br \/>\nDummerweise funktioniert der Pin-Code nicht und sehr zur Entt\u00e4uschung aller m\u00fcssen wir unverrichteter Dinge wieder abziehen und uns doch einen Pastiksessel suchen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich habe ich B\u00fccher mit und damit kann man sich die Zeit gut vertreiben. Aber ich kann und will nicht sieben Stunden lesen. Also verrinnt die Zeit elend langsam und auch das Beobachten der durchaus interessanten und vielf\u00e4ltigen Typen auf diesem sehr internationalen Ort wird irgendwann fad. Essen ist eine M\u00f6glichkeit, aber au\u00dfer den \u00fcblichen Fastfood-Buden gibt es hier nichts. Also wird es doch der McDonalds, da wei\u00df man wenigstens, wie es schmecken wird. Die Kosten belaufen sich auf 15 Euro f\u00fcr uns beide (Gabor und Mathias sind nach Dubai hinein gefahren um den Burj Khalifa zu besteigen), was etwas teurer ist als bei uns, aber nicht viel.<\/p>\n<p>Dann ist es endlich soweit, wir fliegen weiter nach Port Sudan, und zwar mit der &#8222;Fly Dubai&#8220;, einer Billiglinie der Emirates. Dort sitzen in der Economy-Class zwei Klassen, von denen nur eine Essen bekommt, die andere immerhin einen Becher Wasser.<br \/>\nAuch dieser Flug dauert 3,5 Stunden und ist irgendwann vorbei. Gl\u00fccklicherweise ist das Flugzeug nur halb voll und wir haben zumindest einen Sitzplatz zwischen uns frei, was den Flug doch deutlich erleichtert.<\/p>\n<p>Port Sudan ist ein winziger Flughafen und empf\u00e4ngt uns mit schweren Regenwolken. Es gibt nur eine Startbahn, ein Gate, eine Wartehalle, aber ich finde das eigentlich sehr sympathisch, weil es gem\u00fctlicher zugeht und irgendwie pers\u00f6nlicher ist. Dort fliegen pro Tag auch nur eine Handvoll Flugzeuge und wir werden von zwei Herren empfangen, die mit einem seltsamen Ger\u00e4t zu uns kommen, das sie uns an die Stirn halten. Es entpuppt sich als W\u00e4rmebildkamera, mit der sie uns ins Gesicht leuchte, wahrscheinlich um den Corona-Virus zu entdecken. Da ihn niemand von den Flugg\u00e4sten haben d\u00fcrfte, ziehen sie unverrichteter Dinge wieder von dannen.<br \/>\nWir f\u00fcllen die \u00fcblichen Formulare aus, die jedoch dort dann niemand braucht. Ein Typ kommt, nimmt uns die P\u00e4sse ab und f\u00fchrt uns zur Durchleuchtungsmaschine. Er erledigt alle Einreiseformalit\u00e4ten und schleust uns an allen m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen Kontrollen vorbei. Ich f\u00fchle mich wie in Kenia vor 30 Jahren. Es sieht \u00fcbrigens auch so aus wie in Kenia vor drei\u00dfig Jahren, der ganze Flughafen ist schmuddelig und abgen\u00fctzt, aber das ist uns egal, wir sind drau\u00dfen und es beginnt leicht zu regnen. Die Menschen wirken durchaus sympathisch und wir entdecken die anderen 6 G\u00e4ste f\u00fcr unser Schiff, die zu unserem Bus gef\u00fchrt werden.<br \/>\nChristian ist Sozialp\u00e4dagoge aus K\u00e4rnten, Nathalie kommt aus Chur, Robert und Martina sind waschechte Bayern, Markus ist aus Bremen angereist und Werner aus Karlsruhe.<\/p>\n<p>Unser Bus ist die \u00fcbliche Kracksn mit vielen Fransendecken im Innenraum und einer Klimaanlage, die daraus einen Eisschrank macht. Gl\u00fccklicherweise kann man sie abdrehen, was &#8211; wie erwartet &#8211; beim Fahrer gr\u00f6\u00dftes Unverst\u00e4ndnis ausl\u00f6st. Bei 45 Grad w\u00fcrde ich das noch verstehen, aber es ist eher k\u00fchl und das letzte, das allerletzte, was wir jetzt brauchen, ist eine Klimaanlage, die uns einen Spontanschnupfen beschert, der das Tauchen verunm\u00f6glicht.<br \/>\nAlso fahren wir los auf die gro\u00dfe K\u00fcstenstra\u00dfe Richtung Port Sudan. Der Flughafen liegt etwa so weit au\u00dferhalb wie Schwechat und wir fahren durch die W\u00fcste, vorbei an Industrieanlagen und den \u00fcblichen Rohbau-Ruinen, die scheinbar die gesamte K\u00fcste des Roten Meeres h\u00e4sslich machen.<br \/>\nPl\u00f6tzlich fliegt ein gro\u00dfes, dunkles Ding an meinem Fenster vorbei und wir rufen dem Fahrer zu, dass er bitte schnellstens stehen bleiben soll. Eine unserer Taschen hat sich bei geschmeidigen 80 km\/h verabschiedet und der Fahrer wandert zur\u00fcck, um sie wieder zu holen.<\/p>\n<p>Sie d\u00fcrfte einigerma\u00dfen unbesch\u00e4digt sein und nachdem sie wieder am Dach verstaut wurde (wo sich all unser Gep\u00e4ck befindet), geht es weiter. Alles easy, alles entspannt.<br \/>\nPort Sudan ist ein bizarrer Ort, mit gerade angelegten Stra\u00dfen, ein bisschen wie Hurghada vor 30 Jahren. Die meisten Autos, die dort herumfahren, sind relativ neu und Stau ist ein Fremdwort, obwohl die Stadt als wichtigste Hafenstadt des Sudan inzwischen auf ca. 600.000 EinwohnerInnen gewachsen ist. Davon ist aber nichts zu bemerken, sie wirkt nicht sehr bev\u00f6lkert und auch nicht gro\u00df, wobei wir ja nur das St\u00fcck zum Hafen sehen.<\/p>\n<p>Das Interessanteste ist wohl die Hafenmole, eine Art sozialer Treffpunkt. Aufgereiht stehen dort eine gro\u00dfe Anzahl an Plastiksesseln, die den ganzen Tag, vor allem aber am Abend besetzt sind &#8211; mit M\u00e4nnern (und auch ein paar Frauen, mit Kopftuch, aber unverschleiert), die einfach hinaus schauen, auf das Schiff, den Hafen oder sonstwohin. Sie trinken Tee und rauchen Sisha, es herrscht absolutes Alkoholverbot &#8211; insgesamt eine fremdartige, bizarre Szenerie.<br \/>\nDahinter stehen eine Handvoll Billardtische, die am Abend alle bespielt werden.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/hafen.jpg\" title=\"hafen.jpg\" alt=\"hafen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Hafenmole in Port Sudan<\/p>\n<p>Wir gehen an Bord unseres Schiffs und ich f\u00fchle mich sofort wieder wie auf einer der vielen Tauchsafaris in \u00c4gypten. Das Schiff ist genauso aufgebaut wie fast alle anderen Safarischiffe, mit einem Unterdeck samt Kabinen und drei weiteren Decks, das oberste als reines Sonnendeck.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/seawolf.jpg\" title=\"seawolf.jpg\" alt=\"seawolf.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die &#8222;Seawolf Dominator&#8220;<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/sonnendeck.jpg\" title=\"sonnendeck.jpg\" alt=\"sonnendeck.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das oberste Deck &#8211; wird gerne zum Sonnenbaden, Lesen, Herumh\u00e4ngen gen\u00fctzt.<\/p>\n<p>Unser Riesengl\u00fcck besteht jetzt darin, dass wir nur 10 G\u00e4ste sind und so bekomme ich ohne Aufpreis eine Einzelkabine, was sehr angenehm ist, weil mein Bruder hin und wieder zu schnarchen pflegt.<br \/>\nDie Kabinen sind auf dem aktuellen Standard mit WC, hei\u00dfer Dusche und zwei Betten und wenn man die Klimaanlage ausschaltet, ist es recht aushaltbar, ganz abgesehen davon, dass wir uns sowieso nur zum Schlafen darin aufhalten und jeden Tag um 05:30 aufgeweckt werden (oder fr\u00fcher, dazu sp\u00e4ter).<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/kabine.jpg\" title=\"kabine.jpg\" alt=\"kabine.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Kabine<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/wc.jpg\" title=\"wc.jpg\" alt=\"wc.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: WC<\/p>\n<p>Ich werde diesmal mit NITROX tauchen, quasi meine Premiere, obwohl ich schon vor zehn Jahren den Schein dazu gemacht habe. Kurz zur Erkl\u00e4rung: Flaschentauchen funktioniert mit Pressluft. Die Standardflasche hat 12 Liter Fassungsverm\u00f6gen und wird mit 200 bar gef\u00fcllt, das macht 2.400 Liter Luft.<br \/>\nDie Luft besteht zu 21% aus Sauerstoff, 78% Stickstoff und einigen Edelgasen, darunter auch CO2.<br \/>\nStickstoff reichert sich w\u00e4hrend es Tauchgangs im K\u00f6rper an und muss dann abgeatmet werden (die sogenannte Dekompression). Je weniger davon man in der Luft hat, desto k\u00fcrzer ist diese Zeit bzw. umso l\u00e4nger kann man in der Tiefe bleiben, weil weniger angereichert wird.<br \/>\nDer Sauerstoff wiederum wird ab einer gewissen Tiefe giftig, man braucht also eine passende Mischung, um irgendwo in der Mitte anzukommen. NITROX hei\u00dft auch &#8222;enriched air&#8220;, weil die Mischung ca. 30% Sauerstoff enth\u00e4lt und somit nur mehr ca. 70% Stickstoff.<br \/>\nDas bedeutet, dass man nicht so tief hinuntergehen kann wie mit Luft, daf\u00fcr aber l\u00e4nger bleiben.<\/p>\n<p>In der Praxis sagt man der Crew, dass man mit NITROX tauchen m\u00f6chte und sie f\u00fcllen die Flasche entsprechend auf. Vor jedem Tauchgang pr\u00fcft man mit einem kleinen Tester die Mischung und tippt den entsprechenden Wert in den Computer, der dann die richtigen Zeiten berechnet.<br \/>\nMehr ist nicht zu tun, angeblich l\u00e4sst einen das Tauchen mit NITROX weniger schnell m\u00fcde werden, ich konnte diesen Effekt nicht beobachten.<br \/>\nNitrox kostet \u00fcbrigens auf diesem Schiff 70 Euro Aufpreis f\u00fcr eine ganze Tour.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/christian.jpg\" title=\"christian.jpg\" alt=\"christian.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Christian und Markus, der sich gerade f\u00fcr einen Tauchgang fertig macht. Im Hintergrund die K\u00e4stchen, die uns f\u00fcr kleines Equipment zur Verf\u00fcgung stehen. Da werden Masken, Tauchcomputer und Kameras gelagert. <\/p>\n<p>An Bord ist die Verpflegung inbegriffen, ausgenommen sind Wein, Bier und Cola. Am Schiff gibt es mehrere dieser 20-Liter-Wasserspender und jede(r) bekommt eine Plastikflasche (wahlweise um ein paar Euro eine Aluflasche), die beschriftet wird und immer wieder gef\u00fcllt wird. Auf einem Safarischiff wird enorm viel Wasser getrunken, weil Tauchen austrocknet. Der Grund daf\u00fcr ist, dass die Luft getrocknet wird, bevor sie in die Pressluftflaschen kommt. Das f\u00fchrt aber auch dazu, dass ich vor und nach jedem Tauchgang auf\u00b4s Klo muss, gepinkelt wird prinzipiell wei\u00df, ich komme auf bis zu 10x pro Tag.<br \/>\nBier wurde aus \u00c4gypten mitgenommen, sie haben viele Dosen Stella-Bier f\u00fcr die gesamte Saison (bis Mitte Mai) gebunkert, da es im Sudan keinerlei Alkohol zu kaufen gibt. Die Dose kostet 4 Euro, ich trinke jeden Abend eine.<\/p>\n<p>Das Essen ist wie fast immer hervorragend, es ist immer wieder erstaunlich, was der Koch in seiner kleinen Komb\u00fcse zaubern kann. Es gibt nach dem Early Morning Dive schon ein \u00fcppiges Fr\u00fchst\u00fcck, sehr beliebt sind Omlettes und Palatschinken, die es auf jedem Safarischiff gibt und die aus einem mir unerfindlichen Grund zum Standard geworden sind.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/buffet.jpg\" title=\"buffet.jpg\" alt=\"buffet.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Buffet<\/p>\n<p>Nach dem zweiten Tauchgang gibt es ein tolles Mittagsbuffet, viel Gem\u00fcse und Fisch, aber auch Huhn und Rind sowie mehrere Salate. Nur die Nachspeisen sind meistens nicht so meins, es gibt seltsame Puddingcremes und \u00e4hnliches. Dann gibt es noch eine Nachmittagsjause und nach dem Nachttauchgang, der schon kurz nach Sonnenuntergang beginnt, ein ebenso \u00fcppiges Abendessen.<br \/>\nScheinbar verbraucht der K\u00f6rper beim Tauchen aber viel Energie, denn ich habe nichts zu- eher etwas abgenommen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/deck.jpg\" title=\"deck.jpg\" alt=\"deck.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Am Tauchdeck hat jeder Taucher\/jede Taucherin einen Platz mit der Flasche, auf der Jacket und Regler fix montiert sind und die ganze Woche dran bleiben. Die Flaschen werden nach jedem Tauchgang blitzschnell gef\u00fcllt. Unter der Bank hat jeder seine Box und hinten sieht man auch die Anz\u00fcge h\u00e4ngen, die allerdings selten bis nie zwischen den Tauchg\u00e4ngen trocknen. <\/p>\n<p>Die Sicherheit kommt an Bord auch nicht zu kurz &#8211; es gibt zwei gro\u00dfe Sauerstoffflaschen f\u00fcr den Fall der F\u00e4lle, dazu Rettungsinseln und die entsprechende Elektronik, die heute Standard ist.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/o2.jpg\" title=\"o2.jpg\" alt=\"o2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Sauerstoffflaschen f\u00fcr einen Deko-Unfall. Rechts ist die Treppe auf das Oberdeck, die gro\u00dfe T\u00fcre f\u00fchrt in den Salon. Gut zu sehen ist auch der Wasserspender &#8211; einer von vielen an Bord.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/guides.jpg\" title=\"guides.jpg\" alt=\"guides.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Oberdeck. Unsere beiden Guides Safwat und Helmy diskutieren gerade irgendwas. <\/p>\n<p>DER ERSTE TAUCHTAG<\/p>\n<p>Als wir Freitag Nachmittag aufs Schiff kommen, ist alles hergerichtet. Das Tauchzeug wird am Tauchdeck verstaut, auch hier herrscht Routine vor, alle kennen das Prozedere. Dann gibt es ein Briefing f\u00fcr das Schiff und den Plan f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag: Wir fahren in der Fr\u00fch zum Checkdive hinaus, allerdings nur 20 Minuten und danach wieder zur\u00fcck, weil wir noch Diesel tanken m\u00fcssen, das funktioniert am Freitag nicht, weil muslimischer Sonntag, sozusagen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/auto.jpg\" title=\"auto.jpg\" alt=\"auto.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Diese Kiste ist ein riesiger Autotransporter. Mit diesen Schiffen kommen unsere Autos von Asien nach Europa.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/rauch.jpg\" title=\"rauch.jpg\" alt=\"rauch.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Containerfrachter, die Port Sudan anlaufen, sind eher kleiner (ca. 500 Container, die gro\u00dfen fassen mehr als 6.000) Um anlegen zu k\u00f6nnen, helfen ihnen Schlepper. Und die Wolken, die diese Schlepper oben raushauen, willst du nicht gesehen haben.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/steuer.jpg\" title=\"steuer.jpg\" alt=\"steuer.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Am Sonnendeck gibt es einen Steuerstand, den der Kapit\u00e4n vor allem beim An- und Ablegen verwendet. Im Hintergrund der Containerhafen von Port Sudan.<\/p>\n<p>Die Nacht ist angenehm, bis auf den Dieselgestank, den wir im Unterdeck von irgendwo drau\u00dfen durch das Bullauge abbekommen.<br \/>\nDas Riff, zu dem wir fahren, ist von m\u00e4\u00dfiger Sch\u00f6nheit und ich hoffe, dass es nicht typisch ist f\u00fcr die Riffe generell. Ich tauche mit meinem Tropenanzug, der sich als ein wenig zu k\u00fchl herausstellt. F\u00fcr den zweiten Tauchgang werde ich noch einen Neopren-Unterzieher verwenden, und zwar einen, den ich \u00fcber den Anzug tragen kann und der eine Haube hat, weil man am Kopf am meisten W\u00e4rme verliert.<br \/>\nDie Korallen sind klein, man sieht \u00fcberall die (durch zu warmes Wasser bedingte) Korallenbleiche und eine Menge Dornenkronen, die in gr\u00f6\u00dferer Population ein Riff zerst\u00f6ren k\u00f6nnen.<br \/>\nDer Tauchgang ist erfolgreich, das Nivau taucherisch hoch und unsere beiden Guides Helmy und Safwat sind zufrieden. Sie haben eine einigerma\u00dfen entspannte Woche vor sich, weil statt Russen in dieser Woche wir an Bord sind, was ihnen die Arbeit erleichtert. Beide stammen aus Kairo und haben Familie.<br \/>\nAm Nachmittag fahren wir wieder hinaus zum Wingate-Reef, wo die Umbria liegt &#8211; einer der Gr\u00fcnde, weshalb man in den Sudan tauchen f\u00e4hrt. Das Wrack ist einfach zu betauchen, nur das Wetter spielt nicht ganz mit. Es ist sehr windig und bew\u00f6lkt, der Wind ist vor allem dann eiskalt, wenn man nach dem Tauchgang den Anzug auszieht.<br \/>\nDas Schiff hat die beiden \u00fcblichen Zodiacs mit (Schlauchboote mit Au\u00dfenborder) und wir erfahren, dass wohl die meisten Tauchg\u00e4nge damit stattfinden werden. Deswegen ist diese Tour auch nichts f\u00fcr Anf\u00e4nger, weil Tauchg\u00e4nge mit dem Zodiac einer gewisse Erfahrung bed\u00fcrfen. Das Reinplumpsen lassen ist ja noch einfach, aber wieder zur\u00fcck in den Zodiac zu klettern manchmal eine ziemliche Pr\u00fcfung, vor allem bei hohem Wellengang.<\/p>\n<p>Die Umbria ist ein stattlicher Dampfer von 155 Metern L\u00e4nge. Er wurde im zweiten Weltkrieg zum Frachter umgebaut und am 7. Juni 1940 bei Kriegseintritt Italiens vom Kapit\u00e4n versenkt, sehr zum Leidwesen der Briten, die die Fracht gerne gehabt h\u00e4tten, vor allem die Unmenge an Bomben, die mit dem Schiff untergingen.<br \/>\nDie kann man heute besichtigen, ebenso die 3 Fiat Lunga, die in einem der Frachtr\u00e4ume stehen sowie Weinflaschen, Zements\u00e4cke und noch einiges mehr.<br \/>\nWir werden an diesem Wrack noch einmal bei der R\u00fcckfahrt am letzten Tauchtag vorbei kommen und tauchen diesmal nur die Au\u00dfenseite, was spektakul\u00e4r genug ist.<br \/>\nDas Wrack liegt seitw\u00e4rts und ist nicht zerbrochen. Es l\u00e4sst sich fast mit der ber\u00fchmten Thistlegorm vergleichen und drei Tauchg\u00e4nge sind nicht zu viel.<br \/>\nGanz zum Schluss entdecken wir noch einen Krokodilfisch, der auf der Flanke direkt unter der Reeling Platz genommen hat.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/krokodil.jpg\" title=\"krokodil.jpg\" alt=\"krokodil.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Krokodilfisch <\/p>\n<p>Leider bin ich mit der Hand an einer scharfen Kante angekommen und hab mir einen Finger aufgeschnitten. Das blutet ein wenig, ist aber vor allem deswegen unangenehm, weil es in den n\u00e4chsten Tagen nicht gut verheilen wird, bei bis zu vier Tauchg\u00e4ngen am Tag. Das Schiff ist aber sehr gut mit allem ausgestattet, was man bei kleineren Verletzungen braucht und so macht die Wunde kein echtes Problem.<\/p>\n<p>Uns reicht jetzt erst einmal einer, das Abendessen verbringen wir noch im Schutz des Wingate-Riffs und dann geht es auf die lange Nachtfahrt Richtung Norden. Sie dauert sieben Stunden und wir haben leider starken Seegang. Es ist hei\u00df in der Kabine, weil die Bullaugen geschlossen bleiben m\u00fcssen und das Holzschiff knarzt und \u00e4chzt. Von Zeit zu Zeit springt meine Kabinent\u00fcr auf und l\u00e4sst sich nicht wirklich sicher schlie\u00dfen, was ziemlich nervig ist<br \/>\nIrgendwann in der Nacht gibt es dann einen riesigen Kracher, ein metallisches Scheppern und ich erfahre in der Fr\u00fch, dass die Rechauds von ihrem Tisch gefallen sind. Kaputt ist nichts und irgendwann ist die Fahrt vorbei, wir sind am Ziel angekommen und mehr oder weniger bereit f\u00fcr den ersten Early-Morning-Dive.<br \/>\nMein Bruder Peter ist unentspannt, weil sein Bett zu klein ist und er in der Bugkabine noch mehr von der Schaukelei abbekommen hat. <\/p>\n<p>DER ZWEITE TAUCHTAG<\/p>\n<p>Heute sind vier Tauchg\u00e4nge angesetzt. Ich bin mit dem von Gabor ausgeborgten Suunto-Tauchcomputer nur m\u00e4\u00dfig zufrieden. Er hat ein derma\u00dfen kompliziertes Men\u00fc, dass ich ins Schwitzen komme, wenn ich die Bedienungsanleitung durchlesen muss. Intuitiv wie mein Aladin ist anders. Zudem ist die Schrift zu klein, mit meiner Altersweitsichtigkeit kann ich sie unter Wasser nur schwer ablesen.<br \/>\nDie Tauchg\u00e4nge sind etwas mager, immerhin sehen wir am Angarosh-Reef einen grauen Riffhai und 2-3 White Tip. Die Wassertemperatur ist hier 24 Grad, was um einen Hauch zu k\u00fchl ist, um eine ganze Stunde bequem zu tauchen.<br \/>\nDer zweite Tauchgang ist etwas besser punkto Korallen (Abington-Reef), unterhalb von 8 Metern ist aber auch nicht mehr viel los. Den dritten Tauchgang am Merlo-Reef l\u00e4sst Peter aus, bis auf einen Barracuda und jede Menge kleiner, oranger Fahnenbarsche is aber nicht viel zu sehen. Diese Riffe sind leider um nichts besser als die vielbetauchten in \u00c4gypten.<br \/>\nDer vierte Tauchgang ist der erste Nachttauchgang am Shambaia-Reef. Auch hier ist das Riff ziemlich kaputt, es gibt sehr wenig zu sehen, ein paar schlafende Fische, ein paar Garnelen, das war es dann aber auch.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/nacht.jpg\" title=\"nacht.jpg\" alt=\"nacht.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Wir bereiten uns auf den ersten Nachttauchgang vor &#8211; mit einem fast gar nicht gestellten Bild&#8230;<\/p>\n<p>Leider muss ich nach ein paar Minuten bemerken, dass meine Tauchlampe schw\u00e4cher wird, trotz frischer Batterien. Als ich vorne einen Blick ins Glas werfe, muss ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass drinnen eine braune Suppe sichtbar ist. Die Lampe ist undicht und gibt gerade den Geist auf. Mir bleibt nichts anderes \u00fcbrig als die Ersatzlampe zu aktivieren, die ich immer dabei habe.<br \/>\nAuch zu ihr gibt es eine kleine Geschichte: Als ich im Sommer 1993 als frisch gebackener Taucher in Kroatien auf der Insel Cres das Wrack der &#8222;Lena&#8220; betaucht habe, bin ich zum Schluss in eine kleine Grotte geschwommen, die nur 2 Meter unter Wasser ist und die sozusagen als nettes Gimmick f\u00fcr das Ende des Tauchgangs empfohlen wurde.<br \/>\nDort sah ich am Boden die Lampe liegen, die jemand verloren hatte. Seitdem besitze ich eine Reservelampe, die immer noch tadellos funktioniert. Sie reicht v\u00f6llig aus um den Tauchgang fortzusetzen, noch dazu, weil alle anderen sowieso die Fischgriller dabei haben und die Szenerie durch mehrere Tauchlampen ordentlich erhellt wird.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck an Bord machen wir die Lampe auf Anraten von Werner sehr vorsichtig auf, da sich ein ordentlicher \u00dcberdruck aufgebaut hat. Heraus spritzt eine braune Sauce, die durch die geplatzten und ziemlich hei\u00dfen Batterien entstanden ist. Die Lampe ist hin\u00fcber. (Anmerkung: Ich hab sie nach \u00d6sterreich zur\u00fcck genommen, dort noch einmal getestet und dann auf Willhaben verschenkt. Binnen weniger Stunden hatte ich mehrere Anfragen und ein netter Herr hat sie abgeholt und gemeint, er h\u00e4tte die restlichen, kaputten Teile. Irgendwie netter als Wegwerfen, finde ich.)<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/lampe.jpg\" title=\"lampe.jpg\" alt=\"lampe.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: meine Tauchlampe, inzwischen Geschichte <\/p>\n<p>DER DRITTE TAUCHTAG<\/p>\n<p>Wir tauchen noch einmal am Angarosh-Reef, der Wind wechselt von S\u00fcd auf Nord und dadurch wird sie Sicht schlechter, weil Sediment aufgewirbelt wird. Es ist eher dunkel, weil stark bew\u00f6lkt, meine Maske sitzt zu fest und bis auf einen Napoleon und einen White Tip ist nichts zu sehen. Eher unangenehm f\u00e4llt der Spanier von der Blue Force 3 auf &#8211; einer dieser gro\u00dfkotzigen Typen, die mit ihrer Ausr\u00fcstung prahlen. Er geht mit 4 (!) Flaschen tauchen &#8211; keine Ahnung, wof\u00fcr das gut sein soll. Die anderen Taucher von seinem Schiff d\u00fcrften recht routiniert sein, die Tauchg\u00e4nge sind weder sehr lang noch sehr tief &#8211; ich kann den Grund nicht erkennen.<br \/>\nZu allem \u00dcberfluss kratzt er auch noch mit einem Metallgegenstand an einer seiner Flaschen, um Haie irre zu machen. Das kann durchaus gef\u00e4hrlich werden, und zwar nicht nur f\u00fcr ihn, sondern auch f\u00fcr alle anderen Taucher in seiner Umgebung. Wir haben mit unserem Guide Helmy l\u00e4nger dar\u00fcber diskutiert und er hat schon einige gef\u00e4hrliche Situationen erlebt.<\/p>\n<p>Der zweite Tauchgang findet dann an einem Platz namens &#8222;Qita el Banna&#8220; statt, ein sch\u00f6nes, rundes Riff mit gutem Bewuchs bis ca. 15 Metern Tiefe, viele kleine H\u00f6hlen und ein Seidenhai \u00fcber uns. Ich kann dann noch einer Seegurke beim Fressen zusehen &#8211; das war es aber auch schon.<\/p>\n<p>Der dritte Tauchgang bei Sha\u00b4ab Suedi ist m\u00fchsam. Wir ankern in einer Art Kanal und es gibt deutlich sp\u00fcrbare Str\u00f6mung. Peter und ich tauchen allein (die Guides bleiben an Bord und geben uns nur das Briefing &#8211; prinzipiell kein Problem) und besprechen den Tauchgang leider nicht an Deck vor. So irre ich mich in der Richtung, in die wir tauchen sollen und zeige meinem Bruder unter Wasser, dass wir in die andere Richtung geh\u00f6ren. Er hat sich aber vorher die Richtung von Bord aus angesehen und wei\u00df, wo wir hin wollen. Das wiederum wei\u00df ich aber nicht.<br \/>\nWir erreichen nicht das angepeilte Ziel und landen an einer anderen Stelle des Riffs. Beim Zur\u00fccktauchen ist die Str\u00f6mung ganz ordentlich, aber nicht problematisch. Wieder an Bord erfahren wir, dass es ca. der H\u00e4lfte der anderen auch so gegangen ist.<br \/>\nEin Problem waren die Seile, mit denen das Schiff verankert ist. Am Bild beim Briefing waren nur zwei St\u00fcck auf einer Seite eingezeichnet, de facto gab es aber auf der anderen Seite auch zwei, was meine Verwirrung noch gesteigert hat, da ich so die Seiten noch mehr verwechselt habe.<\/p>\n<p>Wie auch immer &#8211; es ist nichts Schlimmes passiert und immerhin wei\u00df ich, dass der Platz, an dem der Nachttauchgang stattfinden wird, an einem ziemlich kaputten Riff liegt. Es sieht in etwa so aus wie die meisten Riffe in \u00c4gypten &#8211; ein paar Weichkorallen, nur mehr sehr wenig Hartkorallen, gro\u00dfe Teile abgestorben &#8211; sehr traurig, das h\u00e4tte ich mir hier nicht erwartet.<\/p>\n<p>Bis auf Werner und mich will niemand den Nachttauchgang machen. Beim Briefing r\u00e4t Helmy davon ab &#8211; die Str\u00f6mung sei jetzt wesentlich st\u00e4rker als am Nachmittag, die Tafel, die an einer Leine im Wasser h\u00e4ngt, steht zwar nicht waagrecht, aber in ordentlichem Winkel. Werner w\u00fcrde trotzdem gerne gehen und meint, dass wir das schon irgendwie machen w\u00fcrden. Notfalls muss uns halt der Zodiac abholen, wenn wir es nicht zum Schiff zur\u00fcck schaffen.<br \/>\nMich reizt die Aussicht auf so ein Abenteuer nicht wirklich und nach l\u00e4ngerer \u00dcberlegung sage ich Werner ab. Ich muss dieses kaputte Riff sowieso nicht noch einmal sehen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/werner.jpg\" title=\"werner.jpg\" alt=\"werner.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Werner, Robert und Martina<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es oben am Sonnendeck ein Barbecue, das Essen ist fantastisch wie immer und Peter beschlie\u00dft, diese Nacht an Deck zu schlafen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/alle.jpg\" title=\"alle.jpg\" alt=\"alle.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gute Laune bei gutem Essen<\/p>\n<p>DER VIERTE TAUCHTAG<\/p>\n<p>Der Early-Morning-Dive findet am Sha\u00b4ab Rumi South Point statt. Die Korallen sind mittelpr\u00e4chtig, wir sehen ein paar graue Riffhaie, einen B\u00fcffelkopf-Papageienfisch und meine Maske beschl\u00e4gt, wenn auch nicht dramatisch.<br \/>\nLeider ist das mit der Maske so eine Sache. Meine ist schon viele Jahre alt und sollte eigentlich \u00fcberhaupt nicht mehr beschlagen. Das ist seit vielen Taucher- und Taucherinnengenerationen ein Mirakel. Manche behaupten, dass das Silikon der Maskendichtung ausdampft, andere sind der Meinung, dass nur Spucke hilft. Einige haben ein Spezialmittel mit, andere sp\u00fclen vorher mit Meerwasser aus, wieder andere kurz vorher mit S\u00fcsswasser. Dann kann man die Maske noch kurz vor dem Tauchgang aufsetzen oder schon ein paar Minuten vorher und es spielt angeblich eine Rolle, ob man das Gesicht mit Sonnencreme eingeschmiert hat oder nicht.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/gabor.jpg\" title=\"gabor.jpg\" alt=\"gabor.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gabor, der oft in der Sonne liegt, aber mit tadelloser Maske<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, was stimmt, bei mir beschl\u00e4gt die Maske sehr selten und ich habe nicht den blassesten Tau warum.<br \/>\nDer Tauchgang selbst ist eher chaotisch, einige wollen ins Blauwasser und auf Haie warten, andere wiederum zu den Korallenst\u00f6cken. Ein paar aus unserer Gruppe wollen eine gr\u00f6\u00dfere Runde tauchen, andere wiederum l\u00e4nger an einem Platz bleiben. Die Guides k\u00f6nnen sich nicht auseinander teilen und bilden eine gro\u00dfe Gruppe, der eine Guide bleibt hinten, der andere vorne, was aber auch nicht wirklich funktioniert.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/kleinfisch.jpg\" title=\"kleinfisch.jpg\" alt=\"kleinfisch.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Auch das Beobachten kleiner Fische kann sehr nett sein. Hier einer von vielen.<\/p>\n<p>Der zweite Tauchgang ist an der gleichen Stelle wie der erste, allerdings mit weniger Str\u00f6mung, einem Hammerhai, mehreren Grauen Riffhaien, einem Barracuda-Schwarm und insgesamt etwas besser.<\/p>\n<p>Der dritte Tauchgang ist etwas ganz besonderes. Wir fahren in die Lagune und dann mit dem Zodiac zum Riff, wo sich &#8222;Precontinent Conshelf 2&#8220; befindet, die Reste der Unterwassersiedlung, die Jacques Cousteau vor f\u00fcnfzig Jahren dort hat bauen lassen. Sie haben (das w\u00fcrde man heute nicht mehr machen) einen Kanal ins Riff gesprengt, damit Versorgungsschiffe in die Lagune fahren k\u00f6nnen. Dann wurden mehrere Stationen unter Wasser errichtet, in denen Taucher einige Tage bis Wochen gelebt haben. Es gibt dar\u00fcber einen Dokumentarfilm, den wir uns an Bord angesehen haben.<br \/>\nHeute sind nur mehr zwei Objekte \u00fcbrig, alles andere wurde schon vor langer Zeit abgebaut. Man kann noch in die Kuppel der Andockstation des U-Boots hineintauchen und durch eine Art kleinen Hangar schwimmen, den es daneben gibt. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/hangar.jpg\" title=\"hangar.jpg\" alt=\"hangar.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der &#8222;Hangar&#8220;<\/p>\n<p>Es ist trotzdem eines der Highlights der Tour und ich finde den Tauchgang sehr sch\u00f6n. Das Riff ist nicht schlecht, es gibt viele Fische, wenngleich die Korallen auch hier eher mittelpr\u00e4chtig sind. Man kann aber erahnen, wie toll es damals gewesen sein muss.<\/p>\n<p>Der Nachttauchgang findet in der Lagune statt, das Wasser ist eher tr\u00fcb und es ist f\u00fcr einen Tauchgang viel zu flach. Direkt unter dem Schiff betr\u00e4gt die Tiefe zwar 10 Meter, aber beim Riff nur 1-3 Meter. Es gibt aber ohnehin fast nichts zu sehen, wenigstens funktioniert meine Maske.<\/p>\n<p>DER F\u00dcNFTE TAUCHTAG<\/p>\n<p>Wir bleiben noch am Sha\u00b4ab Rumi und machen den Early Morning Dive noch einmal am S\u00fcdplateau. Wir sehen einige Haie, sonst ist es eher unspektakul\u00e4r.<br \/>\nAllerdings nur bis zum Schluss des Tauchgangs. Als wir zum Riff zur\u00fcck tauchen, sehe ich auf einmal aus n\u00f6rdlicher Richtung ober uns einen gro\u00dfen Schatten. Ein gro\u00dfer Riffhai? Dann sehe ich das breite Maul und wei\u00df: der erste Walhai in meinem Leben!<br \/>\nIch habe das Gl\u00fcck, dass ich am n\u00e4chsten dran bin und schwimme in seine Richtung, er ist etwa auf 12 Metern Tiefe und schwimmt langsam vorbei. Es handelt sich um einen jungen Walhai, vielleicht 6 Meter lang, aber auch das ist beeindruckend. Ich genie\u00dfe jede Sekunde, denn der Hai schwimmt zwar gem\u00e4chlich, das ist aber immer noch viel zu schnell um ihm folgen zu k\u00f6nnen. Gl\u00fccklicherweise ist auch Werner relativ nah dran und kann ca. 20 Sekunden tolle Filmaufnahmen machen.<br \/>\nDas ist das Highlight der Tour, keine Frage! Als wir an Bord zur\u00fcck sind, gibt es \u00fcberall breites Grinsen, f\u00fcr einige KollegInnen war das auch der erste Walhai.<br \/>\nHier ist der Link zum YouTube-Video:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Walhai 1\" width=\"720\" height=\"405\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/M_d0PaCL0gk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Wir fahren weiter zum Sanganeb-Riff und tauchen am South-East-Plateau. Dort gibt es einige sch\u00f6ne Korallenbl\u00f6cke, ein paar Grauhaie und sonst nicht viel zu sehen.<\/p>\n<p>Vor dem dritten Tauchgang gehen wir den gro\u00dfen Leuchtturm besuchen, der dort vor langer Zeit gebaut und in den 1960er-Jahren ausgebaut wurde. Wie im Roten Meer \u00fcblich, kann man unten T-Shirts kaufen, ich besitze nur schon so viele, dass ich mir das spare.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/shirts.jpg\" title=\"shirts.jpg\" alt=\"shirts.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Vor dem Eingang gibt es die T-Shirts<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/treppe.jpg\" title=\"treppe.jpg\" alt=\"treppe.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: \u00dcber diese Wendeltreppe geht es hoch hinauf.<\/p>\n<p>Der Blick vom Leuchtturm ist spektakul\u00e4r und ich kann die Besteigung \u00fcber die lange Wendeltreppe sehr empfehlen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/riffblick.jpg\" title=\"riffblick.jpg\" alt=\"riffblick.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Blick auf das Riff<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/blick.jpg\" title=\"blick.jpg\" alt=\"blick.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Blick vom Leuchtturm auf die zwei Schiffe, die in dieser Woche im Sudan unterwegs waren. Unsere Dominator liegt am Landesteg, die Blue Force 3 rechts davon.<\/p>\n<p>Oben ist es extrem windig, aber die Laune ist gut.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/guido.jpg\" title=\"guido.jpg\" alt=\"guido.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Alle oben am Leuchtturm<\/p>\n<p>Interessant ist die Leuchtanlage des Leuchtturms. Sie besteht &#8211; wie bei so ziemlich allen Leuchtt\u00fcrmen dieser Welt &#8211; aus einer Fresnel-Linse, und das schon recht lange, wie uns Wikipedia aufkl\u00e4rt: &#8222;Eine Fresnel-Linse [f???n?l] oder genauer eine Fresnelsche Stufenlinse ist eine volumen- und massereduzierte Bauform einer optischen Linse. Sie wurde um 1822 vom franz\u00f6sischen Physiker Augustin Jean Fresnel urspr\u00fcnglich f\u00fcr Leuchtt\u00fcrme entwickelt. Das Funktionsprinzip erdachte Georges-Louis Leclerc de Buffon im Jahre 1748.&#8220;<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/linse.jpg\" title=\"linse.jpg\" alt=\"linse.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Fresnel-Linse<\/p>\n<p>Den Nachmittagstauchgang machen wir direkt vor dem Ankerplatz und ich bin erstaunt, wie gut das Riff hier ist. Wir tauchen flach in eine Richtung und dann wieder zur\u00fcck, es gibt viel zu sehen und ich entdecke eine feuerrote Anemone, die \u00e4u\u00dferst selten ist. Leider hat Peter kein Foto davon gemacht. Diesen Platz kann ich sehr empfehlen.<\/p>\n<p>Der Nachttauchgang wird daf\u00fcr zum Debakel. Ich habe eine unfassbar angelaufene Maske, was gerade beim Nachttauchgang extrem m\u00fchsam ist. Ich flute sie alle zwei Minuten, aber nur zehn Sekunden sp\u00e4ter ist die wieder angelaufen. Ich tauche den beiden Kollegen hinterher und kann nur auf das Ende des Tauchgangs warten, das gl\u00fccklicherweise schon nach 36 Minuten ist. Es gab aber auch dort eher wenig zu sehen, der Ort hei\u00dft El Ashara.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es am Abend das Gala-Diner mit dem Kapit\u00e4n. Das ist \u00fcblich auf diesen Tauschschiffen und der Koch strengt sich auch ganz besonders an. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/festessen2.jpg\" title=\"festessen2.jpg\" alt=\"festessen2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Koch mit Abendessen. Im Hintergrund Mathias, hungrig und mit Kapuze &#8211; man merkt die langsame Ausk\u00fchlung des K\u00f6rpers.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/festessen.jpg\" title=\"festessen.jpg\" alt=\"festessen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Dekoration<\/p>\n<p>Der Sonnenuntergang pr\u00e4sentiert sich diesmal mit Schiffen, die vor Port Sudan vor Anker liegen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/sunset.jpg\" title=\"sunset.jpg\" alt=\"sunset.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Sonnenuntergang, ganz zum Schluss des Urlaubs bei sch\u00f6nem Wetter<\/p>\n<p>DER SECHSTE TAUCHTAG<\/p>\n<p>Es ist leider der letzte, daf\u00fcr fahren wir noch einmal zur Umbria, um dort die beiden letzten Tauchg\u00e4nge zu machen. Diesmal tauchen wir in das Wrack hinein und besichtigen die drei Fiat Lungo, die Bomben und den Rest. Die Maske ist okay, aber ich merke, wie mein K\u00f6rper von f\u00fcnf Tagen Tauchen schon ausgek\u00fchlt ist und mir wird nach einer halben Stunde ziemlich kalt. Trotzdem ist der Tauchgang sch\u00f6n, die Umbria gibt &#8211; wie schon gesagt &#8211; f\u00fcr mehrere Besuche was her.<br \/>\nZu meinem Pech ist mir ein Zipp beim Tauchanzug kaputt gegangen. Das ist f\u00fcr die letzten beiden Tauchg\u00e4nge kein echtes Problem, aber sehr schade, denn ich wei\u00df nicht, ob ich ihn sauber reparieren lassen kann. Ich mag den Anzug sehr, er sitzt perfekt und ich wei\u00df nicht, ob ich so einen wieder bekommen kann.<\/p>\n<p>Dann naht auch schon der letzte Tauchgang. Wir betauchen die Au\u00dfenseite, etwa zu einem versunkenen Rettungsboot und ich probiere eine Sony-Kamera aus. Leider muss ich in Wien dann feststellen, dass alle Aufnahmen extrem \u00fcberbelichtet und somit unbrauchbar sind. Filmer werde ich keiner mehr.<\/p>\n<p>Ich freue mich einerseits, dass das Tauchen zu Ende ist und ich nicht noch einmal bei &#8211; relativer &#8211; K\u00e4lte in den nassen Anzug schl\u00fcpfen muss, andererseits ist es auch traurig, dass es schon wieder zu Ende ist. Wer wei\u00df, wann ich das n\u00e4chste Mal zum Tauchen komme.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/wrecks.jpg\" title=\"wrecks.jpg\" alt=\"wrecks.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Kurz vor Port Sudan liegen zwei Wracks auf einem Riff &#8211; oder das, was davon noch \u00fcbrig ist. Die Szene erinnert mich an Mad-Max-Filme<\/p>\n<p>Dann fahren wir zur\u00fcck in den Hafen. Die Tauchsachen werden gewaschen und getrocknet, was bei starkem Wind und &#8211; endlich &#8211; Sonnenschein sehr schnell geht.<br \/>\nAm sp\u00e4ten Nachmittag machen wir dann noch einen Spaziergang am Hafen. Uns wird gesagt, dass wir das Hafengel\u00e4nde aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht verlassen sollen, ich halte das aber f\u00fcr \u00fcbertrieben. Die Szenerie wirkt fremd und bizarr, aber in keiner Weise gef\u00e4hrlich. Ich \u00fcberh\u00f6re, dass wir nicht in kurzen Hosen an Land gehen sollen, es st\u00f6rt aber niemand wirklich.<br \/>\nIch bin ja schon lange und oft in Afrika, aber Port Sudan ist anders, exotischer, zugleich modern und alt. Es gibt eine Art Markt, wo Sudanesen und Sudanesinnen Waren verkaufen &#8211; fast alles souvenirartig, aber eher nicht f\u00fcr Touristen gedacht, denn die Deckel f\u00fcr Taschent\u00fccher sind mehr als nur kitschig. Sonst gibt es nur Tee und Kaffee, der an jeder Ecke ausgeschenkt wird. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/kitsch.jpg\" title=\"kitsch.jpg\" alt=\"kitsch.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: &#8222;Kitsch ist alles, was sch\u00f6ner ist als Kunst&#8220; (Quelle unbekannt, aber vielleicht aus dem Sudan)<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/box.jpg\" title=\"box.jpg\" alt=\"box.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Boxen f\u00fcr Taschent\u00fccher.<\/p>\n<p>Wir marschieren auf und ab und kommen am Rande der Hafenmole zu einem Schotterparkplatz, der bis zum Wasser geht. Daneben ist eine Tauchschule, die wir interessiert be\u00e4ugen. Ein Mann kommt heraus und bittet uns hinein. Das Angebot ist nicht mit Tauchbasen woanders zu vergleichen und wir sind uns nicht sicher, ob die \u00fcberhaupt ein Gesch\u00e4ft machen, aber es k\u00f6nnte auch ein Anfang sein, der sich in dieser Gestalt zeigt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/divebase.jpg\" title=\"divebase.jpg\" alt=\"divebase.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Tauchbasis in Port Sudan<\/p>\n<p>Auf dem Parkplatz findet irgendetwas statt. Autos kommen und fahren wieder, mache mit deutschem \u00dcberstellungskennzeichen &#8211; es sieht aus wie ein illegaler Automarkt. Dann pl\u00f6tzlich kommen zwei Typen mit einer Vespa bzw. einer Bajaj Chetak, dem indischen Nachbau der Vespa Sprint. Das muss ich mir genauer ansehen und marschiere hin. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/vespa1.jpg\" title=\"vespa1.jpg\" alt=\"vespa1.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Im Gespr\u00e4ch mit dem Fahrer<\/p>\n<p>Der Fahrer ist sehr nett und l\u00e4sst mich den Roller n\u00e4her begutachten. Bei uns w\u00fcrde das als &#8222;Ratte&#8220; durchgehen, sie ist zusammengeflickt, aber fahrt\u00fcchtig. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/vespa3.jpg\" title=\"vespa3.jpg\" alt=\"vespa3.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Bajaj im Zustand &#8222;Sudan Hafen&#8220; <\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich meint der Fahrer, ich k\u00f6nnte gerne eine Runde fahren. Das lass ich mir nicht zweimal sagen &#8211; wie oft komme ich schon zur Gelegenheit im Sudan mit einer (fast echten) Vespa zu fahren?<br \/>\nIch bew\u00e4ltige die Runde am Parkplatz einigerma\u00dfen w\u00fcrdevoll und werde vom Besitzer gelobt (&#8222;Good Vespa Driver&#8220;). Ich habe alle Menschen hier generell als freundlich erlebt, der Rollerfahrer war da keine Ausnahme.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/vespa2.jpg\" title=\"vespa2.jpg\" alt=\"vespa2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine kleine Runde am Parkplatz<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter befinden wir uns am R\u00fcckweg, als pl\u00f6tzlich drei Araber herkommen und fragen, ob sie mit mir ein Foto machen d\u00fcrfen. Sie freuen sich riesig und ich phantasiere, wo mein Grinser wohl auftauchen wird.<\/p>\n<p>Als es Abend wird, belebt sich die Hafenmole, die Billardtische werden bespielt und \u00fcberall sitzen junge und auch \u00e4ltere Menschen an Tischen und spielen Karten, rauchen Sisha und trinken Tee. Die Szenerie ist friedlich und ohne jede Aggression. Tuk-Tuks kommen und fahren wieder, am Schotterparkplatz l\u00e4dt ein LKW mehrere chinesische Motorr\u00e4der auf, die scheinbar von der Polizei beschlagnahmt werden. Junge Gruppen legen am Gehsteig ein gro\u00dfes Tuch auf und machen ein Picknick, kleine Buben fahren mit selbstgebauten Dreiradlern mit Elektroantrieb, die Frauen tragen Kopftuch, es gibt aber keine Verschleierten.  <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/picknick.jpg\" title=\"picknick.jpg\" alt=\"picknick.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Picknick<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/dreirad.jpg\" title=\"dreirad.jpg\" alt=\"dreirad.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die beiden Dreir\u00e4der mit Elektroantrieb. <\/p>\n<p>Hier treffen Tradition und Moderne in einer Art Mix zusammen, der auf den ersten Blick naiv anmutet. Alles hier ist irgendwie zusammengew\u00fcrfelt, modernste LED-Technik hier, stinkende alte Diesel dort. Es st\u00f6rt aber niemand.<br \/>\nDer Kaffee, den wir aus kleinen K\u00e4nnchen trinken, kostet f\u00fcr uns etwa das Dreifache wie f\u00fcr Einheimische, was aber immer noch nur einen Euro pro Person ausmacht.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/kaffee.jpg\" title=\"kaffee.jpg\" alt=\"kaffee.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Kaffee im Sudan<\/p>\n<p>Es wird Abend und sie drehen die Palmen auf.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/palme.jpg\" title=\"palme.jpg\" alt=\"palme.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Leuchtpalme<\/p>\n<p>Wir gehen zur\u00fcck auf\u00b4s Schiff und bekommen das letzte Abendessen. Danach sitzen wir noch an Deck und genie\u00dfen bei einem \u00e4gyptischen Bier den letzten Abend. Mir graut leider schon vor der R\u00fcckreise.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/tour.jpg\" title=\"tour.jpg\" alt=\"tour.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Unsere Reise, die &#8222;Sudan Nordtour&#8220;<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/plan.jpg\" title=\"plan.jpg\" alt=\"plan.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Unsere Guides f\u00fchren genau Buch \u00fcber alle Tauchg\u00e4nge einer Tour<\/p>\n<p>DER ABREISETAG<\/p>\n<p>Unser Flug geht leider erst um 14:50 und wir starten gegen 12:30 mit dem Bus Richtung Flughafen. Einige sind am Vormittag noch ins Stadtzentrum gefahren, um sich einige M\u00e4rkte anzusehen, aber mir war das zu stressig. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/vergleich.jpg\" title=\"vergleich.jpg\" alt=\"vergleich.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Links ein modernes Safarischiff, rechts eines von vor ca. 20 Jahren<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/Abschied.jpg\" title=\"Abschied.jpg\" alt=\"Abschied.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Abschied f\u00e4llt schwer<\/p>\n<p>Am Flughafen m\u00fcssen wir wieder durch alle m\u00f6glichen Kontrollen, das Gep\u00e4ck wird zweimal durchleuchtet, daf\u00fcr ist ihnen Wasser vollkommen egal und ich kann meine Flasche mit zum Gate nehmen.<br \/>\nBei der Passkontrolle dr\u00e4ngt sich pl\u00f6tzlich eine vollverschleierte Frau vor und knallt ihren Pass (aus Eritrea) aufs Pult. Ehe ich reagieren kann, ist sie dran. Sei\u00b4s drum, wir haben es ja nicht eilig.<br \/>\nAllerdings macht sich dann eine weitere Frau auch daran, ihren Pass vor mir durchzureichen. Mir reicht es und ich strecke meinen langen Arm mit dem Pass zugleich mit ihr an den Schalter. Meiner wird zuerst genommen.<br \/>\nMir ist v\u00f6llig schleierhaft, was sich die dabei denken. Unh\u00f6fliche und r\u00fccksichtslose Menschen gibt es scheinbar \u00fcberall auf der Welt.<\/p>\n<p>Ich bitte die Dame beim Checkin mir einen Gangsitz zu geben oder zumindest einen Fensterplatz. Da wir bis nach Wien durchchecken k\u00f6nnen, bekomme ich beide Bordkarten. Mit je einem Mittelsitz.<br \/>\nEs ist zum Verzweifeln. Ich marschiere noch einmal zu ihr hin, sie meint, ich k\u00f6nnte es gegen\u00fcber am Schalter der Fly Dubai probieren. Dort ist aber niemand anwesend. Ich gehe wieder zur\u00fcck und sie meint, in f\u00fcnf Minuten w\u00fcrde jemand kommen. Das ist auch so und der Typ hat Einsicht mit meinem Problem. Gemeinsam gehen wir wieder zum Checkin-Schalter, diesmal aber zu einer anderen Mitarbeiterin. Ich bekomme einen Gangplatz bis Dubai und einen Fensterplatz von Dubai bis Wien.<br \/>\nImmerhin, besser als nix.<\/p>\n<p>Als wir nach langem Warten das Flugzeug betreten, sitzt auf dem Fensterplatz meines Bruders&#8230; richtig: die vordr\u00e4ngende Araberin. Murrend wechselt sie den Platz, und zwar zu unserem Leidwesen in die Mitte zwischen mich und meinen Bruder.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise ist der Flieger nicht ganz voll und wir finden zwei Pl\u00e4tze jenseits der Araberin. Khartoum ist in verkraftbarer Zeit erreicht, der Zusammenfluss von wei\u00dfem und blauem Nil ist von oben beeindruckend. Jetzt steigen viele Leute zu, der Halbmond l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen: schreiende Babies, \u00fcberforderte Sudanesen, die ihren Platz nicht finden, Gep\u00e4ckst\u00fccke wie aus 1001 Nacht &#8211; sowohl die Form wie auch die Anzahl betreffend. Die Mischung aus Schlapfen, Tuch und Smartphone ist exotisch.<\/p>\n<p>DUBAI<\/p>\n<p>Dann, nach gef\u00fchlten 10 Stunden, fliegen wir in Dubai ein. In der Nacht wirkt die W\u00fcste von oben bizarr &#8211; pechschwarz, mit beleuchteten, schnurgeraden Stra\u00dfen, alles wirkt unglaublich k\u00fcnstlich, quadratisch, vom Rei\u00dfbrett herunter gebaut. Der Burj Khalifa ist taghell erleuchtet und sticht wie eine \u00fcberdimensionale Nadel in den Nachthimmel. Schon aus der Luft wirkt alles protzig, \u00fcberdimensioniert, letztlich geschmacklos.<\/p>\n<p>Nach der Landung suchen wir uns ein Taxi, was insofern nicht ganz einfach ist, als uns die ersten nicht transportieren wollen, weil unser Hotel zu nahe am Flughafen liegt.<br \/>\nDAs Hotel ist das &#8222;Flora Inn&#8220; und liegt auf der anderen Seite des Flughafens, direkt an einer 4-spurigen Stra\u00dfe. Es besteht aus Stahlbeton, Glas und Klimaanlagen, ein moderner, seelenloser Bau. Im Zimmer komme ich mir eingesperrt vor, da man die Fenster nicht \u00f6ffnen kann. Da ich Klimaanlagen nicht aushalte, verspricht es eine stickige Nacht zu werden. Peter und ich sind aber hundem\u00fcde und fallen sofort ins Bett. Vorher g\u00f6nnt sich Peter noch eine Dusche. Ich verschiebe das auf den n\u00e4chsten Tag, da der Abfluss verstopft ist und ich hoffe, dass das Wasser bis in der Fr\u00fch abgeflossen ist.<\/p>\n<p>Das Fr\u00fchst\u00fcck kostet 65 Dirham, das sind ca. 16 Euro pro Person. Es ist genauso geschmacklos wie das Hotel, alles ist k\u00fcnstlich, sogar die Marmelade. Und alles ist klein verpackt, jede winzige Butterportion ist einzeln abgepackt in ein Plastiksch\u00fcsserl mit Aludeckel. Ich will jetzt gar nicht alles einzeln aufz\u00e4hlen, umweltm\u00e4\u00dfig ist Dubai ein einziger Supergau.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/butter.jpg\" title=\"butter.jpg\" alt=\"butter.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Butter-Irrsinn <\/p>\n<p>Einzig das Omlette ist so wie \u00fcberall und einigerma\u00dfen genie\u00dfbar, das Baguette dazu schon nicht mehr. Im Hintergrund spielen sie nichts sagende Jazzmusik, an der Wand h\u00e4ngen irgendwelche Bilder von irgendwo, die Ziegel an der Wand sind keine Ziegel, sondern eine Art strukturierte Plastiktapete und beim Eingang steht als Deko eine Vespa, die nichts mit einer Vespa zu tun hat, die Form ist irgendwie \u00e4hnlich.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/vespafake.jpg\" title=\"vespafake.jpg\" alt=\"vespafake.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Fake-Vespa als Dekoration, hier ist wirklich nichts echt <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/wand.jpg\" title=\"wand.jpg\" alt=\"wand.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Fake-Wand <\/p>\n<p>Einzig das H\u00e4usl ist okay und wir verlassen diesen Ort so schnell wie m\u00f6glich Richtung Stadt, wieder mit dem Taxi, da es in der N\u00e4he des Hotels keine \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel gibt.<\/p>\n<p>Wir fahren \u00fcber eine 7-spurige Autobahn, rund um uns die Reichen mit amerikanischen Cabrios. Unser Ziel ist eine Mall, in der es die Skihalle gibt. Peter, Mathias und Gabor wollen Skifahren gehen und haben zwei Stunden gebucht.<br \/>\nVorher kommen wir noch am Burj Khalifa vorbei:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/nadel.jpg\" title=\"nadel.jpg\" alt=\"nadel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das (vielleicht immer noch) h\u00f6chste Geb\u00e4ude der Welt <\/p>\n<p>Vor der Halle befindet sich ein gro\u00dfer Bereich, in dem man eincheckt und die Ausr\u00fcstung geliehen bekommt. Der Bereich ist grob einer Almh\u00fctte oder etwas \u00c4hnlichem nachempfunden. Genau genommen hat es mit einer Almh\u00fctte genau nichts zu tun, es gibt kleine D\u00e4cher aus Holzschindeln, das war es genau genommen schon.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/skiwelt.jpg\" title=\"skiwelt.jpg\" alt=\"skiwelt.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die k\u00fcnstliche Skiwelt, hier gerade mit einem Haufen Kinder <\/p>\n<p>Der Spa\u00df kostet 55 Euro inklusive Ausr\u00fcstung f\u00fcr zwei Stunden. Die Piste ist 400 Meter lang und \u00fcberwindet 80 H\u00f6henmeter, eine Fahrt dauert ca. eine Minute. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/preise.jpg\" title=\"preise.jpg\" alt=\"preise.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Angebot<\/p>\n<p>Dazu gibt es einen Sessellift und einen Tellerlift, wobei letzterer die bessere Wahl ist, weil der Sessellift st\u00e4ndig stehen bleibt, da dort die Anf\u00e4ngerinnen und Anf\u00e4nger aus der ganzen Welt fahren.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/lift.jpg\" title=\"lift.jpg\" alt=\"lift.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Peter am Tellerlift<\/p>\n<p>Ich erfahre, dass es im zweiten Stock ein Lokal gibt, von dem aus man ein St\u00fcck der Piste durch eine Glaswand beobachten kann. Das Lokal stellt sich als ein &#8222;TGI Friday&#8220; heraus und ist leer. Ich setze mich hin und warte, bis die Jungs vorbeifahren, um ein paar nette Fotos zu schie\u00dfen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/piste.jpg\" title=\"piste.jpg\" alt=\"piste.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Piste mit den Sicherungen <\/p>\n<p>Auf der Piste gibt es Plastiktannen, alles ist narrensicher gesichert, so dass niemandem etwas passieren kann. Es fahren extrem wenig Leute, Peter, Gabor und Mathias sind mehr oder weniger allein, weil es noch recht fr\u00fch ist.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/tannen.jpg\" title=\"tannen.jpg\" alt=\"tannen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Anlage mit den k\u00fcnstlichen Tannen <\/p>\n<p>Ich mache mich auf den Weg, um die Mall zu erkunden. Die Szenerie wirkt ein wenig gespenstisch, weil jetzt um 10 Uhr Vormittags die Gesch\u00e4fte und Lokale erst aufsperren und generell wenig los ist.<br \/>\nDie Mall ist riesig, besteht aus mehreren Etagen und hat (werden wir sp\u00e4ter noch brauchen) einen U-Bahn-Anschluss. Auf einer Etage gibt es die Fressmeile. Dort sind alle Fastfood-Ketten dieser Welt vertreten, 50 oder noch mehr, ich habe sie nicht gez\u00e4hlt. Die Preise sind etwa wie bei uns.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/fressen.jpg\" title=\"fressen.jpg\" alt=\"fressen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: die Fressmeile<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/pizza.jpg\" title=\"pizza.jpg\" alt=\"pizza.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Pizza w\u00e4re italienisch, das Lokal will kalifornisch sein und befindet sich doch in Dubai  <\/p>\n<p>Der Rest ist dem Konsum gewidmet, es gibt alle gro\u00dfen Mode- und Schmuckketten. In einer Ecke entdecke ich einen Virgin Megastore und begebe mich hinein, um zu schauen, was sie an Platten und CDs haben.<br \/>\nIch merke, dass ich aus einer anderen Zeit stamme, es gibt zwar eine kleine Ecke mit Tontr\u00e4gern, 95 % des Gesch\u00e4fts sind aber Spielzeug und Computerspielen gewidmet.<br \/>\nJuwelen, Fetzen, Parfums, Candys &#8211; alles, was Menschen nicht brauchen, aber glauben, dass es sie gl\u00fccklich macht. Das Shopping dient wohl in erster Linie dazu, die Langeweile des eigenen Lebens zu \u00fcberdecken. Gegen meine Langeweile hilft das leider nicht, ich entkomme dem Shoppingwahnsinn aber nicht zur G\u00e4nze und kaufe mir eine Badehose, weil ich seit l\u00e4ngerer Zeit schon eine brauche. Bezahlen kann man alles mit Kreditkarte, selbst die Candys an den kleinen St\u00e4nden, die es \u00fcberall gibt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/mall.jpg\" title=\"mall.jpg\" alt=\"mall.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Stil des Einkaufszentrums ist deswegen schwer beschreibbar, weil es keinen hat. Es ist eine Mischung aus irgendwas. <\/p>\n<p>Ich habe mir \u00fcberlegt, auch auf den Burj Khalifa zu gehen, aber erstens funktioniert mein Google-Account aus unerfindlichen Gr\u00fcnden nicht, zweitens ist es an diesem Tag etwas tr\u00fcb, drittens ist es relativ teuer (37 Euro f\u00fcr die 125. Etage und 100 f\u00fcr ganz oben) und viertens habe ich irgendwie einen Widerwillen hier mehr Geld zu lassen als notwendig.<\/p>\n<p>Also marschiere ich nach den zwei Stunden wieder zur Skihalle, um die Jungs abzuholen. Bei einem Standl gibt es als Erinnerung an das Ski-Erlebnis L\u00f6wen aus Pl\u00fcsch zu kaufen. Wieso L\u00f6wen? Mir f\u00e4llt wenig ein, das mit Skifahren so wenig zu tun hat wie L\u00f6wen (Tiger gibt es auch). Andererseits &#8211; warum nicht? Das Skifahren hat hier auch nur wenig mit Skifahren zu tun, genau genommen ist alles egal, es gibt hier keine Kultur irgendwelcher Art, au\u00dfer die Anbetung des Mammons. Es geht um den kurzen Adrenalinsto\u00df des Kauferlebnisses, das ist alles. Was gekauft wird, spielt \u00fcberhaupt keine Rolle. \u00dcberhaupt keine.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/loewe.jpg\" title=\"loewe.jpg\" alt=\"loewe.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: L\u00f6wen und Tiger. Vielleicht glauben die Leute, dass es diese Tiere in den Alpen gibt<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/schnee.jpg\" title=\"schnee.jpg\" alt=\"schnee.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Wer vom k\u00fcnstlichen Erlebnis noch nicht genug hat, kann sich noch k\u00fcnstliche Schneeflocken aus Plastik mitnehmen <\/p>\n<p>Den Jungs hat das Ski-Erlebnis gut gefallen und wir gehen zum McDonalds &#8211; weil\u00b4s schon wurscht ist. Danach fahren wir mit der U-Bahn Richtung &#8222;Creek&#8220;, weil sich Gabor die Altstadt von Dubai ansehen m\u00f6chte. Tickets f\u00fcr die U-Bahn zu kaufen ist gar nicht leicht, irgendwie nimmt das System nicht alle unsere Kreditkarten, eine nette Angestellte hilft uns aber unkompliziert.<br \/>\nDie U-Bahn ist auch keine U-Bahn, sondern eine Hochbahn, die fahrerlos unterwegs ist. Sie ist schnell und billig und es gibt drei Linien in dieser riesigen Stadt. Ein paar Busse gibt es auch, aber die Mehrzahl der Menschen f\u00e4hrt hier mit dem Auto. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/metro.jpg\" title=\"metro.jpg\" alt=\"metro.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine U-Bahn-Station <\/p>\n<p>Da die Zeit knapp wird, schaffen wir es nicht mehr bis in die Altstadt und sehen nur das Fake-Modell der Altstadt, das sie daneben aufgebaut haben. Das ist aus Plastik, so wie fast alles hier.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/fake.jpg\" title=\"fake.jpg\" alt=\"fake.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Fake-Altstadt<\/p>\n<p>Es wird gebaut wie verr\u00fcckt, ein Wolkenkratzer schie\u00dft neben dem anderen in den Himmel und mich erinnert das alles an den Turmbau zu Babel. Man darf gespannt sein, ob die Geschichte hier auch so ausgeht.<br \/>\nA pro pos S\u00fcnde: Prostitution ist hier streng verboten, was aber nat\u00fcrlich nicht bedeutet, dass es das in den Emiraten nicht gibt. Es funktioniert nur anders. Man l\u00e4sst hier Karten auf den Gehsteig fallen. Darauf befindet sich eine Telefonnummer. So geht das hier.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2020.03.15_Sudan\/visit.jpg\" title=\"visit.jpg\" alt=\"visit.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Karten <\/p>\n<p>Dann fahren wir mit der Metro zum Flughafen. Das Einzige, was ich hier wirklich gut finde, sind die Trinkbrunnen. Generell muss man dem Flughafen aber auch zugestehen, dass er sehr gut organisiert ist. Bei einer Kontrolle werde ich abgesondert und muss zum &#8222;Schalter C&#8220; &#8211; was auch immer dort anders ist als bei den anderen Schaltern. Ein gelangweilter Beamter bl\u00e4ttert lustlos in meinem Pass und winkt mich dann gelangweilt durch. Ich finde Peter nicht, der in einer Lounge sein m\u00fcsste, aber scheinbar woanders ist. Der Whatsapp-Anruf funktioniert nicht und ich beschlie\u00dfe, zum Gate zu gehen.<br \/>\nDort beschlie\u00dfe ich noch einmal mein Gl\u00fcck zu versuchen und gehe zu einer netten Dame am Schalter. Ich erz\u00e4hle wieder meine Geschichte (gro\u00df, brauche Platz und ob noch irgendwo was frei w\u00e4re, vielleicht sogar in Reihe 37&#8230;) und tats\u00e4chlich: sie tauscht mir die Bordkarte aus und ich sitze wieder beim Notausgang.<br \/>\nDiesmal habe ich sogar besonderes Gl\u00fcck, weil der Platz neben mir nicht besetzt ist, obwohl die Maschine wieder knackevoll ist. Die nette Dame am Schalter meint noch, dass dieser Platz eigentlich einen ordentlichen Aufpreis kostet und w\u00fcnscht mir einen guten Flug.<\/p>\n<p>\u00dcber ebendiesen Flug gibt es wenig zu berichten, ich schaue mir zwei Filme an &#8211; einer davon gut, der andere schlecht, und irgendwie vergehen die sechs Stunden bis Wien einigerma\u00dfen ertr\u00e4glich.<br \/>\nWir landen in Wien, wo uns Vanessa abholt. Auch das Gep\u00e4ck ist da und so geht ein interessanter, aber auch durch die m\u00fchsame Reise durchwachsener Urlaub zu Ende. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennt ihr das? Es gibt Bilder im Kopf, die Sehns\u00fcchte erzeugen. Bei mir gibt es ein uraltes Bild, das seine Strahlkraft nie verloren hat. Im Jahr 1978 war ich zu Ostern auf meinem ersten Auslandsurlaub, als 12j\u00e4hriger Bub. 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