{"id":2874,"date":"2022-12-28T00:07:23","date_gmt":"2022-12-27T23:07:23","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2874"},"modified":"2023-11-07T19:10:56","modified_gmt":"2023-11-07T18:10:56","slug":"zypern-eine-reise-in-den-sommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/zypern-eine-reise-in-den-sommer\/","title":{"rendered":"Zypern &#8211; eine Reise in den Sommer"},"content":{"rendered":"<p>ZYPERN<\/p>\n<p>Ein paar Betrachtungen anl\u00e4sslich der Zypernreise 11. Bis 18. Oktober 2022<\/p>\n<p>Ich bin immer wieder erstaunt, dass die Flugbegleiterinnen nach den Worten \u201eEnjoy your flight\u201c nicht in wildes Hohngel\u00e4chter ausbrechen. Angemessen und verst\u00e4ndlich w\u00e4re es allemal, denn das wohl letzte Wort, das mir beim Fliegen einfallen w\u00fcrde, w\u00e4re irgend eine Form von \u201eenjoy\u201c \u2013 es gibt zahlreiche Attribute, aber \u201eGenuss\u201c ist sicher nicht dabei. (Weil ich diese Zeilen mit einiger Verz\u00f6gerung in mein Weblog stelle, ist es bereits Winter und mein Bruder ist genau jetzt mit seiner Familie inkl. Dreij\u00e4hrigem &#8222;stuck&#8220; in Toronto, und zwar vier Tage lang, bevor der n\u00e4chste Weiterflug nach Florida geht&#8230;)<\/p>\n<p>Sehen wir uns das ein wenig genauer an. Flugerlebnisse lassen sich am besten gesamtheitlich betrachten und so beginnen wir am Beginn.<br \/>\nDieser l\u00e4sst sich zeitlich auf 03:15 Uhr festlegen, das ist schon mal f\u00fcr die meisten Menschen deutlich au\u00dferhalb ihrer Komfortzone, f\u00fcr mich \u00fcbrigens sowieso.<br \/>\nAufstehen wird zu Aufst\u00f6hnen, mit ein wenig Aufwanken, denn ich kann gar nicht so fr\u00fch schlafen gehen, dass ich um diese Zeit nicht auf jeden Fall hundem\u00fcde bin.<br \/>\nAlso anziehen und schauen, dass nichts Wichtiges dem Vergessen anheim f\u00e4llt.<br \/>\nMehrfachkontrolle von Reisepass, Handy und Bordkarte sowie Roller- und Autoschl\u00fcssel. Den Rollerschl\u00fcssel brauche ich, weil mich die Ben\u00fctzung anderer Verkehrsmittel zum Flughafen fast immer Nerven und Geld kosten, und das reichlich, etwa wenn das bestellte Super-Spitzen-Flughafentaxi nicht erscheint.<br \/>\nErinnerungen kommen hoch: Als ich anrufe wird mir mitgeteilt, dass sich der Fahrer leider versp\u00e4tet, weil er noch eine andere Fuhre hat, man sei ohnehin ein klein wenig untr\u00f6stlich.<br \/>\nUnd ob mir das eh nichts ausmacht. \u201eDoch\u201c br\u00fclle ich ins Telefon, \u201eich vers\u00e4ume meinen Flug\u201c. Das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr mein Problem h\u00e4lt sich auf der anderen Seite in \u00fcberschaubaren Grenzen und die Dame empfiehlt mir 40100 anzurufen, das w\u00e4re die Taxizentrale und die w\u00fcrden mir dann ein Taxi schicken.<br \/>\nDieses Erlebnis ist zwar schon ein paar Jahre her, hat sich aber in mein Ged\u00e4chtnis ausgesprochen fest eingebrannt.<br \/>\nAu\u00dferdem zahlt man heute f\u00fcr eine Fahrt zum Flughafen ca. 45 Euro und noch einmal so viel zur\u00fcck. Mit dem Roller kostet es mich ca. drei Euro Sprit, da ist das Benzin aber schon mit zwei Euro pro Liter gerechnet.<br \/>\nEine Alternative w\u00e4re noch DriveNow, das ist inzwischen aber auch nicht mehr viel billiger als das Taxi und in den meisten F\u00e4llen muss ich auch noch einen l\u00e4ngeren Fu\u00dfmarsch absolvieren, weil bei mir daheim gerade kein Wagen in der N\u00e4he steht. Seitdem sie die Flotte deutlich verkleinert haben, noch seltener.<br \/>\nMit dem Bus, der U-Bahn und der Schnellbahn artet der Weg zu einer halben Weltreise aus, abgesehen davon, dass um diese Zeit noch nicht alle \u00d6ffis ihren Betrieb aufgenommen haben, schon gar nicht unter der Woche.<br \/>\nDazu kommt noch das Risiko einer St\u00f6rung.<br \/>\nAlso der Roller \u2013 schnell, stausicher, zuverl\u00e4ssig und billig, denn das Parken am Flughafen ist f\u00fcr Zweir\u00e4der gratis \u2013 \u00fcbrigens das einzige, was am Flughafen gratis ist. (F\u00fcr Nachahmer: Von Wien kommend die Ankunftsspur nehmen, links an der Abflugrampe vorbei und gleich dahinter rechts abbiegen und unter der Rampe durchfahren. Danach ist gleich auf der rechten Seite der wunderbar \u00fcberdachte Zweiradparkplatz, von dem aus man trocken und direkt in die Abflughalle marschieren kann.)<\/p>\n<p>Ich verstaue Helm und Jacke und Handschuhe im Topcase und stiefle los. Der Zeitaufwand Haust\u00fcre \u2013 Abflughalle betr\u00e4gt ca. drei\u00dfig Minuten und l\u00e4sst sich sehr gut planen, mit dem Taxi w\u00fcrde es \u00fcbrigens \u00e4hnlich lange dauern, sofern kein Verkehr ist.<br \/>\nEinziger Nachteil: Bei schlechter Witterung ist der Roller keine Option.<br \/>\nIch fliege diesmal mit WIZZAir und erwarte mir nicht allzu viel von der Billigfluglinie. Zur Sicherheit habe ich mir einen Flug mit Sitzplatzreservierung genommen \u2013 Reihe 15 am Notausgang, da habe ich etwas mehr Fu\u00dffreiheit.<br \/>\nDen Checkin habe ich ebenfalls schon am Vortag gemacht und mir auch schon die Bordkarten f\u00fcr Hin- und R\u00fcckflug ausgedruckt, zudem habe ich einen Tarif, bei dem ich ein Gep\u00e4ckst\u00fcck aufgeben kann.<br \/>\nDen Ausdruck mache ich deswegen immer, weil ich dem Handy nicht vertraue. Ein Absturz, der Akku ist leer, es f\u00e4llt mir runter \u2013 okay, dann k\u00f6nnen sie mich immer noch mit dem Reispass irgendwie einchecken, aber sicher ist sicher.<br \/>\nSpannend wird es jetzt bei der Gep\u00e4ckaufgabe. Ich habe gestern eine superwichtige Email bekommen, dass ich mein Gep\u00e4ck am besten bei der Selbstgep\u00e4ckaufgabe oder Gep\u00e4ckselbstaufgabe oder so \u00e4hnlich aufgeben soll.<br \/>\nIn der Praxis ist das dann doch nicht so einfach, wie es in der Mail beschrieben wurde. Ich schaffe es irgendwie an einem Terminal die Bordkarte zu scannen und bekomme einen Klebestreifen ausgedruckt, so \u00e4hnlich wie das Ding, das die Dame am Schalter normalerweise um einen Griff meiner Tasche wickelt.<br \/>\nDiesen Streifen muss man nach einem bestimmten System von der Folie befreien, die den Klebestreifen sch\u00fctzt. Das aber nur bis zu einer Stelle, die mit \u201eSTOP!\u201c gekennzeichnet ist. Wer das schafft, kann den Streifen um irgendeine Lasche des Gep\u00e4cks schlingen und dann richtig zusammenkleben. Wichtig ist, dass der Strichcode frei bleibt.<br \/>\nIch schaffe das einigerma\u00dfen w\u00fcrdevoll und stelle mich in der Schlange an. Diese ist auch nicht viel k\u00fcrzer als die Schlange vor den normalen Schaltern und ich frage mich, wo der Vorteil ist.<br \/>\nWobei \u2013 es hat ja niemand gesagt, wer hier den Vorteil hat. Vielleicht ist es ja der Flughafen oder die Fluglinie oder beide, der Fluggast ist es jedenfalls eher nicht.<br \/>\nVorne am Gep\u00e4ckaufgabeband befindet sich noch ein weiterer Flughafenmitarbeiter (der erste hilft die Laschen auszudrucken), der den Flugg\u00e4sten hilft, denn logisch oder intuitiv sind keine Attribute dieses Systems. Man muss n\u00e4mlich das Gep\u00e4ck aufs F\u00f6rderband legen und dann den Strichcode am Klebestreifen mit einem Handscanner scannen. Das schaffe ich nach einer kleinen Einschulung, in Summe war das alles aber wesentlich aufw\u00e4ndiger als mit der herk\u00f6mmlichen Variante.<\/p>\n<p>Mein Flug scheint nicht als versp\u00e4tet auf, aber die Erfahrung sagt mir, dass ich den Tag nicht vor dem Abend loben soll.<br \/>\nBis ich am Flughafen in Larnaca samt Gep\u00e4ck beim Ausgang stehe, ist Versp\u00e4tung m\u00f6glich.<br \/>\nJetzt gehe ich aber erst einmal durch die Kontrolle zwecks Durchleuchtung. Und ich ziehe auch gleich das gro\u00dfe Los als &#8222;potenziell explosiv&#8220; eingestuft zu werden, das ist quasi der Hauptpreis.<br \/>\nEine nette Dame er\u00f6ffnet mir, dass ich beim Gl\u00fccksrad die Sprengstoffkontrolle gezogen habe (besonders fein: ohne zu spielen) und bittet mich, den Hosenbund freizumachen, damit sie mit einem fl\u00fcssigkeitsgetr\u00e4nkten Pad dr\u00fcberstreichen kann.<br \/>\nAuch mein Handgep\u00e4ck wird auf diese Art kontrolliert und dann w\u00fcnscht mir die nette Dame eine gute Weiterreise.<br \/>\nErw\u00e4hnenswert ist vielleicht noch, dass ich diesmal die Schuhe nicht ausziehen musste. Ich fliege immer mit meinen alten Palladium und die muss ich normalerweise immer ausziehen.<br \/>\nIch \u00e4rgere mich ein wenig, dass ich die Wasserflasche ausgetrunken und entsorgt habe, andere Flugg\u00e4ste haben sie leer mit hineingenommen und dann am WC mit gutem Wiener Hochquellwasser aufgef\u00fcllt. Als Profi sollte mir so ein Fehler nicht passieren.<br \/>\nDie Alternative besteht im Kauf einer teuren Plastikwasserflasche mit Wasser, das von der Qualit\u00e4t niedriger als das Wiener Wasser einzustufen ist, vor allem, weil es aus der Plastikflasche kommt. Drei Euro kostet der halbe Liter.<br \/>\nIn der WIZZair bekommt man n\u00e4mlich nicht einmal einen Schluck Wasser gratis.<br \/>\nSehr schlimm ist das nicht, denn ich kann mir ja im Fall einer gro\u00dfen Durstattacke was kaufen und der Flug dauert auch nicht so lange.<br \/>\nHoffe ich zumindest.<\/p>\n<p>Immerhin habe ich geh\u00f6rt, dass die Ben\u00fctzung der Bordtoilette noch gratis ist. Ich sch\u00e4tze aber, dass sie noch draufkommen, dass man damit ordentlich Geld verdienen kann. So ein M\u00fcnzh\u00e4usl an Bord lie\u00dfe sich technisch schon machen, bezahlen kann man ja auch mit der Kreditkarte.<br \/>\nDaf\u00fcr gibt es in der Bordbrosch\u00fcre jede Menge gute Tipps zum Geldsparen: Es wird empfohlen sich statt einem Weckerl und einem Getr\u00e4nk gleich ein super-duper-Kombiangebot zu kaufen, das ist in Summe einen ganzen Euro billiger.<br \/>\nUnd es gibt immer noch das altbew\u00e4hrte Speibsackerl, jetzt neu mit Wohlf\u00fchltipps (wir erinnern uns: \u201eenjoy your flight\u201c).<br \/>\nWem \u00fcbel wird, der soll einfach das R\u00e4tsel am Speibsackerl l\u00f6sen, bis die \u00dcbelkeit weg ist. So einfach ist das. Ich kannte das vorher nicht, muss aber anmerken, dass ich es eher nicht ausprobieren m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Ich blende noch einmal zur\u00fcck in das riesige Wartehallenkonglomerat am Flughafen, auf dem ich mich immer noch befinde.<br \/>\nAls n\u00e4chstes muss ich durch die Passkontrolle, denn Zypern ist zwar in der EU, aber nicht im Schengenraum, warum auch immer.<br \/>\nDahinter finde ich etwas, das am Flughafen Schwechat etwa so selten ist wie ein Edelwei\u00df im Wienerwald: eine freie Sitzgelegenheit ohne Konsumzwang, quasi ein Jackpot, vor allem, weil ich die superbequeme Variante mit Extra-Fu\u00dfst\u00fctzen finde, liegestuhlartig, so richtig zum Relaxen.<br \/>\nDer Flughafen versucht seit l\u00e4ngerer Zeit die Flugg\u00e4ste immer und \u00fcberall zum Konsum zu zwingen, hier d\u00fcrfte ihm eine Art letztes R\u00fcckzugsgebiet entgangen sein, eine Enklave, ein gallisches Dorf.<br \/>\nDie konsumfreien Zonen wurden und werden immer weniger, dazu kommt noch das Zwangsdurchschleusen durch die Duty-Free-Zone, in der die parf\u00fcmierte Raubtiere warten und sich gierig auf jedes Opfer st\u00fcrzen. Unter drei Duftproben kommt man dort nur schwer durch.<br \/>\nIch d\u00f6se ein wenig in meinem Luxussessel dahin, schlie\u00dflich habe ich noch mehr als 1,5 Stunden bis zum Abflug, das zaht sich.<br \/>\nWobei \u2013 ich korrigiere: bis zum Zeitpunkt des geplanten Abfluges. Wann der genau stattfinden wird, l\u00e4sst sich nicht sagen.<\/p>\n<p>Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit gehe ich zum Gate. Das Boarding ist die n\u00e4chste Pr\u00fcfung, denn f\u00fcr die WIZZair gibt es keine Fluggastbr\u00fccke. Wir m\u00fcssen ca. zehn Minuten auf einer zugigen Gangway warten, auf was auch immer. Dann d\u00fcrfen wir zum Flugzeug gehen und einsteigen. Ich bin ziemlich froh, dass es nicht Winter ist und entere das Flugzeug.<br \/>\nDort befindet sich schon eine illustre Mischung aus alleinreisenden Gesch\u00e4ftsleuten und Urlaubsg\u00e4sten, Familien jeder Gr\u00f6\u00dfe, mit oder ohne schreienden S\u00e4uglingen, Pensionist:innen, kichernden, h\u00f6chstgeschminkten besten Freundinnen, P\u00e4rchen etc.<br \/>\nIhnen allen ist gemein, dass sie eine Vielzahl riesiger Handgep\u00e4ckst\u00fccke haben. Das ist zwar eigentlich nicht erlaubt, aber scheinbar gibt es hier weder Kl\u00e4ger noch Richter.<br \/>\nWas es auch nicht gibt ist mein Platz in der Fu\u00dffreireihe.<br \/>\nDie Reihe 15 gibt es, aber anders als im (Online)Prospekt ist sie drei Reihen vor den Notausg\u00e4ngen, sozusagen: \u00c4tsch!<br \/>\nAlso sitze ich in maximaler Beengtheit und hoffe auf einen p\u00fcnktlichen Abflug. Neben mir eine junge Mutter mit Kind, was durchaus okay und nicht stressig ist.<br \/>\nIch stelle mir einen schwitzenden 150-kg-Typen vor und bin nicht unzufrieden.<\/p>\n<p>Doch eher unzufrieden bin ich, als die Borddurchsage kommt. Aus irgendeinem Grund haben wir eine Versp\u00e4tung aufgerissen, die Durchsage ist so nuschelig und leise, dass ich Details nicht verstehen konnte.<br \/>\nAus den angek\u00fcndigten zehn Minuten wird eine halbe Stunde \u2013 immerhin, das ist in der heutigen Zeit quasi fast schon p\u00fcnktlich.<br \/>\nDie letzten Jahre wurden Heerscharen an Optimierungs-, Rationalisierungs-, und Effizienzberatern durch die Flugindustrie gescheucht. Das Ergebnis dieser Kosteneinsparungsprogramme ist das Fehlen jeglichen Puffers, sowohl was Zeit, als auch was Personal- und sonstige Ressourcen betrifft.<br \/>\nSie sind sozusagen immer und \u00fcberall \u201eon the edge\u201c und wenn auch nur die geringste Kleinigkeit passiert, steht alles.<br \/>\nWir zum Beispiel stehen. Allerdings mit dem Versprechen, dass es irgendwann weitergehen k\u00f6nnte.<br \/>\nIch erinnere mich an den Frachter im Suez-Kanal, der durch eine leichte Panne eine Kaskade an Folgeunf\u00e4llen ausgel\u00f6st hat.<br \/>\nM\u00f6glicherweise ein gutes Beispiel f\u00fcr das, was uns in Zukunft bevorsteht.<\/p>\n<p>Der Flug verl\u00e4uft unspektakul\u00e4r und nach drei Stunden landen wir in Larnaca.<br \/>\nDer Flughafen ist klein und alles l\u00e4uft hier entspannt ab. Die Passkontrolle geht schnell, auch das Gep\u00e4ck ist sofort da, wie auch die nette SMS von Wizzair, die mir mitteilt, dass der Flug leider versp\u00e4tet starten wird. Wenigstens haben sie sich hier das \u201eEnjoy your flight\u201c gespart.<\/p>\n<p>DIE INSEL<\/p>\n<p>Zypern ist in etwa so wie ich mir das vorgestellt habe. Um diese Jahreszeit sehr trocken, im S\u00fcdteil wenig bewaldet, in Summe subtropisch, \u00fcberall wachsen Palmen und das Klima l\u00e4sst sich in etwa mit dem von Tel Aviv vergleichen, das ja nicht weit weg liegt.<br \/>\nEs gibt in Larnaca mehrere Sandstr\u00e4nde mit Liegestuhlreihen und einem Baywatch-Bademeister auf einem Turm, halt in der zypriotischen Ausgabe. Eine Strandpromenade wird ges\u00e4umt von einer Fressmeile inklusive Pub und Hofbr\u00e4uhaus f\u00fcr saufende Engl\u00e4nder und andere Pauschaltouristen. Die dazu geh\u00f6renden Fu\u00dfball\u00fcbertragungen sind nat\u00fcrlich ebenfalls omnipr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Die Architektur schwankt zwischen \u201ehalbverfallenem Kolonialstilhaus und \u201esp\u00e4ter Stahlbeton\u201c. Es gibt auf jedem Dach Wassertanks in Form von wei\u00dfen Tonnen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe, manche haben auch ein Solarpanel dabei. Das Wasser wird dort hochgepumpt und so versucht man den n\u00f6tigen Wasserdruck zu erzeugen. In den n\u00e4chsten Jahren wird die Frage nach gen\u00fcgend Wasser sicher noch akut.<br \/>\nDie Wassertonnen wetteifern \u00e4sthetisch mit einer Unzahl an Klimaanlagenk\u00e4sten um den ersten Platz auf der H\u00e4sslichkeitsskala, weit abgeschlagen sind die Sat-Sch\u00fcsseln.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Tanks.jpg\" title=\"Tanks.jpg\" alt=\"Tanks.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Wassertanks in ihrer ganze Pracht<\/p>\n<p>Der Autoverkehr h\u00e4lt sich hier in Grenzen, die ganze Insel hat etwa 800.000 Einwohner:innen, es wird wenig gerast, viel gehupt und nat\u00fcrlich ist auch hier das meistgeliebte und am wenigsten sinnvoll verwendete Auto das SUV.<br \/>\nEs gibt aber keine bis wenig Staus und man parkt dort, wo gerade irgendwie noch Platz ist. Strafzettel werden keine verteilt, stattdessen bekommt man einen Kratzer in den Lack, wenn man zu bl\u00f6d parkt.<br \/>\nBl\u00f6d hei\u00dft andere massiv behindernd, etwa den Bus, der das auch mit extra lauter Hupe un\u00fcberh\u00f6rbar bekannt gibt, gerne auch in der Nacht. Das holt nicht nur die Oma aus dem Koma, sondern auch den Autobesitzer aus der Taverne.<br \/>\nBesonders auff\u00e4llig sind die Gehsteige, vor allem die nicht vorhandenen oder nur in Resten vorhandenen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Gehsteig.jpg\" title=\"Gehsteig.jpg\" alt=\"Gehsteig.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gehsteige? Was f\u00fcr Gehsteige?<\/p>\n<p>Die junge Frau mit Kinderwagen, die vor mir geht, muss eine Art ausgedehnten Hindernisparcour bew\u00e4ltigen, mit den Sonderpr\u00fcfungen \u201e\u00fcbergangsloser Kreisverkehr\u201c, \u201eelendhohe Bordsteinkante\u201c sowie \u201epl\u00f6tzliche Hausmauer mit Kurve ohne Gehsteig\u201c<br \/>\nFl\u00fcche waren keine zu h\u00f6ren, es d\u00fcrfte f\u00fcr sie eine Routinehandlung sein.<br \/>\nEs ist mir nicht klar geworden, wer im Zweifelsfall Vorrang hat, es d\u00fcrfte aber so etwas wie eine \u201eMitleidsr\u00fccksicht\u201c geben, man wird meist problemlos \u00fcber die Stra\u00dfe gelassen.<br \/>\nAls Wiener Bezirksrat bin ich des \u00f6fteren bei sogenannten \u201eOrtsverhandlungen\u201c dabei, wo es um die Genehmigung von Ver\u00e4nderungen auf \u00f6ffentlichem Grund geht, also etwa um einen Schanigarten. Da geht es um Restgehsteigbreiten, Orientierungshilfen f\u00fcr Blinde, Sichtbeziehungen etc.<br \/>\nUm es kurz zu machen: Kein Gehsteig hier h\u00e4tte auch nur die geringste Chance auf Genehmigung. Die Damen und Herren der zust\u00e4ndigen Magistratsabteilung w\u00fcrden sich wohl schwer zwischen spontanem Lachkrampf dem sofortigen Herbeirufen eines R\u00e4umkommandos entscheiden k\u00f6nnen. Die Restgehsteigbreite wird hier gerne einmal so zusammengek\u00fcrzt, dass sie bereits nicht einmal mehr in Zentimetern angegeben werden k\u00f6nnte \u2013 \u201eSpalt\u201c w\u00e4re vielleicht noch die passendste Bezeichnung.<br \/>\nWie auch immer, es d\u00fcrfte hier weder Kl\u00e4ger noch Richter geben und irgendwie finden sich alle mit der herrschenden Anarchie ab.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Enge.jpg\" title=\"Enge.jpg\" alt=\"Enge.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine ganz normale Gasse in Larnaca. Wo irgendwie m\u00f6glich, stellt man sein Auto hin.<\/p>\n<p>Ebenfalls auff\u00e4llig sind die omnipr\u00e4senten Katzen. Es gibt davon eine gro\u00dfe Menge, wobei die Farben schwarz, wei\u00df und semmelrotblond dominieren. Besonders beliebt sind die Katzen allerdings nicht. Sie sind meist recht scheu und sich k\u00f6nnen oft schwer zwischen der Lust auf eine Streicheleinheit und der Angst vor einem Fu\u00dftritt entscheiden, meist siegt zweiteres, sogar wenn sie in der Taverne um Futter betteln. Sie hausen \u00fcberall, gerne auf verlassenen Grundst\u00fccken, die es hier noch zur Gen\u00fcge gibt. Einer der Gr\u00fcnde daf\u00fcr ist der B\u00fcrgerkrieg zwischen T\u00fcrken und Griechen, der zur Teilung der Insel gef\u00fchrt hat. Damals gab es so etwas wie ethnische Trennung und daher gibt es eine Menge verlassener H\u00e4user, die jetzt gerne von Katzen bewohnt werden.<br \/>\nHunde gibt es daf\u00fcr nur sehr wenige und diese geh\u00f6ren meist Touristen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es Motorr\u00e4der und sie dienen in erster Linie dazu Krach zu machen. Die Zyprioten sind da wie die Griechen, sie donnern mit m\u00f6glichst viel L\u00e4rm durch m\u00f6glichst enge Gassen zu m\u00f6glichst sp\u00e4ter Zeit.<br \/>\nSo wirklich st\u00f6ren d\u00fcrfte das aber niemand und es erinnert mich an das Griechenland der 1980er, wo auf der Landstra\u00dfe jede Menge Kreuze zu sehen waren. Die meisten davon als Erinnerung an verungl\u00fcckte Motorradfahrer, denen die Kombination \u201estarkes Motorrad\u201c, \u201eohne Helm\u201c und \u201ezu schnell mit Kurve\u201c nachhaltig auf die Gesundheit geschlagen hatte.<\/p>\n<p>Auf die Gesundheit kann sich auch das Essen schlagen, zumindest wenn man es so reichlich zu sich nimmt, wie wir das getan haben. Es gibt n\u00e4mlich ausgezeichnetes Essen, zypriotisch und griechisch und libanesisch und noch einiges mehr. Auf dieser Insel gibt es eine gro\u00dfe Vielfalt, leider hat auch die Fast-Food-Industrie sich ihren Platz erk\u00e4mpft und es ist einer in der ersten Reihe.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Essen.jpg\" title=\"Essen.jpg\" alt=\"Essen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das exzellente Mittagessen am ersten Tag<\/p>\n<p>ES wimmelt von Burger Kings, McDonalds, Kentucky Fried Chicken, TGI Friday und noch einigen Ketten mehr.<br \/>\nAn jeder Ecke gibt es Burger, Pizza, Pasta und nat\u00fcrlich Kebab.<br \/>\nGl\u00fccklicherweise finden sich dazwischen noch die klassischen Tavernen, wobei auch von denen viele schon das globale Junk Food f\u00fchren, scheinbar wollen das entsprechend viele Leute.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Taverne.jpg\" title=\"Taverne.jpg\" alt=\"Taverne.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine der zahlreichen, netten Tavernen, in denen wir sehr gut gegessen haben<\/p>\n<p>Besonders beliebt und angeblich auch von hier stammend ist der Halloumi-K\u00e4se, den es in verschiedenen Varianten gibt. Die Zyprioten frittieren gerne, das Essen ist noch ein wenig \u00fcppiger als in Griechenland.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Essen2.jpg\" title=\"Essen2.jpg\" alt=\"Essen2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Essen ist gut, meist aber sehr fett<\/p>\n<p>Nur gutes Brot ist Mangelware, man bekommt fast \u00fcberall die Pita-Fladen, die ja ganz nett sind, aber kein gutes Wei\u00dfbrot ersetzen k\u00f6nnen, etwa zum griechischen Bauernsalat, der hier \u201eVillage Salad\u201c hei\u00dft.<\/p>\n<p>Larnaca hat mit ca. 50.000 Einwohner:innen ungef\u00e4hr so viele wie Wien W\u00e4hring. Die Stadt ist sehr auf Tourismus ausgerichtet, was ihr gerade zu Corona-Zeiten zu schaffen gemacht hat, derzeit fehlen aber vor allem die russischen G\u00e4ste, die in den letzten Jahren besonders in Form von mittelst\u00e4ndigen Familien zahlreich die Insel besucht haben.<br \/>\nNeben den vielen Gastrom\u00f6glichkeiten gibt es auch jede Menge Gesch\u00e4fte, vor allem Boutiquen, Juweliere, jedoch keine Superm\u00e4rkte, Obst- und Gem\u00fcseh\u00e4ndler, keine B\u00e4ckerei, keine Fleischerei, zumindest nicht im Zentrum.<br \/>\nEs gibt allerdings die B\u00e4ckereikette Zorbas, die auch in Larnaca mit einigen Filialen vertreten und sehr gut sortiert ist. Wenn man ein wenig an den Stadtrand f\u00e4hrt, l\u00e4sst sich dann alles finden, was man braucht.<br \/>\nIm Zentrum sind vor allem Hotels, Bars und Appartementh\u00e4user, die eine lange Strandpromenade s\u00e4umen.<br \/>\nDer Sandstrand selbst hat Adria-Feeling, es geht sehr lange flach hinein und es ist angenehm zum Schwimmen. Die Anzahl der Liegestuhlreihen h\u00e4lt sich in Grenzen und es geht \u2013 zumindest im Oktober \u2013 recht entpannt zu.<br \/>\nHektik kommt generell selten auf, auch nicht im Stra\u00dfenverkehr, der zunehmend wie bei uns durch kleine E-Scooter einerseits und riesige SUV andererseits gepr\u00e4gt ist. E-Autos habe ich aber keine gesehen, ebensowenig Ladestationen.<\/p>\n<p>Einquartiert bin ich bei Gerhard, einem alten Freund und Kollegen, der vor drei Jahren endg\u00fcltig hierhergezogen ist. Als Programmierer ist er beruflich weitgehend ortsunabh\u00e4ngig, das Klima ist angenehm, die Wohnung billiger als in Wien und hier noch mit Meerblick, zumindest bis ihm eine Hotelburg vor die Nase gesetzt wird.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Blick2.jpg\" title=\"Blick2.jpg\" alt=\"Blick2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ausblick von Gerhards Wohnzimmer im vierten Stock<\/p>\n<p>Zu sehen gibt es in Larnaca ehrlich gesagt nicht viel, in einem halben Tag ist man eigentlich mit allem durch. Es gibt ein altes Castle an der Promenade, das nach zehn Minuten vollst\u00e4ndig besichtigt ist, inklusive des Museums.<br \/>\nUnd es gibt eine arch\u00e4ologische Ausgrabungsst\u00e4tte, deren Besuch sich eher nur f\u00fcr Hardcore-Fans von alten Steinen auszahlt. Ein paar Mauern, ein paar Beschreibungstafeln \u2013 das war es dann auch schon.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Ruine.jpg\" title=\"Ruine.jpg\" alt=\"Ruine.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Ausgrabung in Larnaca &#8211; viel mehr gibt es hier nicht zu sehen<\/p>\n<p>Die 2,50 Euro Eintritt sind verschmerzbar, ich konnte im Garten zwei reife Feigen pfl\u00fccken und war zufrieden.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Feige.jpg\" title=\"Feige.jpg\" alt=\"Feige.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine Feige schmeckt immer gut, frisch vom Baum am besten<\/p>\n<p>Der Angestellte von der Ausgrabung ist ein Relikt aus vergangener Zeit. Er hockt in einem kleinen, dunklen Kammerl und verkauft hin und wieder gelangweilt ein Ticket. Ob er sonst noch etwas zu tun hat, konnte ich nicht eruieren. Vielleicht passt er ja auf das Areal auf, macht Rundg\u00e4nge oder so. Ich habe schon lange keinen Job mehr gesehen, der so leicht durch einen Automaten ersetzt werden k\u00f6nnte.<br \/>\nIch hoffe nat\u00fcrlich f\u00fcr den Angestellten, dass er seinen Job noch lange machen kann, sofern er ihm gef\u00e4llt.<br \/>\nWahrscheinlich ist es ohnehin \u00fcberall so, aber hier auf Zypern ist der Wandel der Zeit und der damit verbundene Kulturwandel irgendwie deutlicher sichtbar, vielleicht weil er sich von dem bei uns noch ein wenig unterscheidet.<br \/>\nWie lange wird es den Kassier noch geben? Welche Jobs werden noch verschwinden, welche werden sich wandeln, welche neu entstehen?<br \/>\nWerden etwa die Fischer in Zukunft noch mit ihren kleinen Booten hinausfahren und werden sie dann Fische fangen oder vorher Touristen? Und mit welcher Fangmethode?<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Boot.jpg\" title=\"Boot.jpg\" alt=\"Boot.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eines der kleinen Fischerboote. Ob sie noch viel ben\u00fctzt werden, konnte ich nicht herausfinden<\/p>\n<p>Wird es \u00fcberhaupt gen\u00fcgend Fische geben, damit sie wirtschaftlich \u00fcberleben k\u00f6nnen? Oder kommen die Fische k\u00fcnftig aus einer chinesischen Fabrik, von riesigen Fangflotten industriell gefischt?<br \/>\nEs sind so viele Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Die Zukunft des Tourismus ist abh\u00e4ngig von der generellen Wirtschaftsprosperit\u00e4t plus Umweltauflagen. Dann spielt nat\u00fcrlich die generelle Klimakrisensituation eine wichtige Rolle, in Zukunft vielleicht sogar die Hauptrolle. Wenn man sich Flightradar ansieht, dann kann man auf einen Blick erkennen, dass die unfassbare Anzahl der Fl\u00fcge weltweit wohl so nicht mehr wird stattfinden k\u00f6nnen. Und auch nicht m\u00fcssen. Nach Zypern l\u00e4sst es sich aber nur mit dem Flugzeug bequem reisen.<br \/>\nDazu kommen noch Pandemien und Umweltkatastrophen und leider d\u00fcrfen wir auch nicht auf die Kriege vergessen.<br \/>\nEs war vielleicht noch nie so unvorhersehbar, daher werden die Menschen entweder die Augen verschlie\u00dfen und bis zum Untergang feiern, oder ihr Leben anpassen.<br \/>\nNur, wie k\u00f6nnte und m\u00fcsste diese Anpassung aussehen? Ohne die M\u00f6glichkeit, billig zu fliegen, wird nur mehr ein kleiner Teil der Tourist:innen nach Zypern kommen. Was bleibt dann \u00fcbrig? Hochwertiger Qualit\u00e4tstourismus, bei dem die G\u00e4ste mit dem gro\u00dfen Segelboot kommen und sich an der unber\u00fchrten Natur erfreuen? Das wird es wohl eher nicht sein, zumindest nicht in den n\u00e4chsten Jahrzehnten. Die Insel hat n\u00e4mlich wenig unber\u00fchrte Natur, ganz im Gegenteil.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Promenade.jpg\" title=\"Promenade.jpg\" alt=\"Promenade.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Strandpromenade<\/p>\n<p>Wenn der Tourismus kaputt geht, was rei\u00dft er dann alles mit? Ein guter Teil der Arbeit, aber auch der Lebenskonzepte der Menschen hier w\u00fcrde wegbrechen. Das w\u00fcrde wiederum eine Welle der generellen Arbeitslosigkeit hervorrufen, denn sehr viele Branchen sind von Touristmus abh\u00e4ngig.<br \/>\nEine ganze Gesellschaft m\u00fcsste sich umstellen und das m\u00f6glicherweise sehr schnell. Aber was w\u00e4re die Basis daf\u00fcr? Landwirtschaft gibt es, aber wie viel davon kann die Menschen hier ern\u00e4hren? Zypern hat sonst nicht viel zu bieten und nicht viel aufgebaut. Auch die netten kleinen Handwerksbetriebe werden nicht viel an der Gesamtsituation \u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Holz.jpg\" title=\"Holz.jpg\" alt=\"Holz.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine kleine Tischlerei in Larnaca<\/p>\n<p>Auf unserer Fahrt ins Landesinnere sehen wir eine eher karge Landschaft, es gibt ein wenig Viehzucht und die Klimakatastrophe wird es den Menschen hier auch nicht gerade leichter machen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Gegend.jpg\" title=\"Gegend.jpg\" alt=\"Gegend.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: H\u00fcgel und Berge, sp\u00e4rlich bewaldet, da und dort Olivenplantagen &#8211; viel gibt es hier nicht<\/p>\n<p>Viele Menschen hier leben in Eigentumswohnungen oder H\u00e4usern, was einiges erleichtert. Das wird aber nicht reichen. Noch ist der Gedanke, die Vorstellung einer Welt, die nicht auf \u00dcberfluss und Verschwendung aufgebaut ist, nicht greifbar, nicht angekommen, vielen einfach nicht vorstellbar.<br \/>\nDas l\u00e4sst sich gut an der momentanen Raumplanung sehen. Erst k\u00fcrzlich hat man hier ein riesiges Einkaufszentrum mitten in die Natur gestellt, irgendwo aufs Land, wo wahrscheinlich der Grund sehr billig war. Rundherum ist nichts, bis auf zwei kleine Orte und die Autobahn. Es gibt einige Gesch\u00e4fte und einen McDonalds. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/EKZ.jpg\" title=\"EKZ.jpg\" alt=\"EKZ.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Einkaufszentrum im Nirgendwo<\/p>\n<p>Dieses EKZ ist absolut nur mit dem Auto erreichbar. In Ermangelung von Bahnlinien gibt es eigentlich nur Autoverkehr auf der Insel. Zur Absicherung dieses Mobilit\u00e4tskonzepts wurden jede Menge Stra\u00dfen und Autobahnen gebaut. Das Funktionieren der Mobilit\u00e4t ist auf der Insel also von folgenden Faktoren abh\u00e4ngig:<br \/>\n1.) Leicht verf\u00fcgbare und g\u00fcnstige Autos<br \/>\n2.) Billiger Sprit, ebenfalls leicht verf\u00fcgbar<br \/>\n3.) G\u00fcnstiger und verf\u00fcgbarer Transport der Autos auf die Insel<br \/>\n4.) Keinerlei Klimakrise, die Umweltma\u00dfnahmen notwendig macht.<\/p>\n<p>Ob sich das in Zukunft ausgeht? Wenn nur ein einziger dieser Faktoren (wahrscheinlich spielen noch einige weitere eine Rolle) sich ver\u00e4ndert, bricht die Mobilit\u00e4t zusammen, da sie auf einem einzigen Standbein ruht.<br \/>\nResilienz sieht anders aus.<\/p>\n<p>Bei der Energie bahnt sich zumindest ein Wechsel an, es gibt erste Wind- und Solarparks, das ist sicher ausbauf\u00e4hig und da es auf der Insel keine Industrie gibt, h\u00e4lt sich die ben\u00f6tigte Energiemenge in Grenzen, auch weil durch die klimatische Lage nicht viel \u2013 und immer weniger \u2013 geheizt werden muss.<br \/>\nDaf\u00fcr wird aber auf der Insel auch wenig erzeugt, sowohl wenig Strom als auch wenig Waren, die man br\u00e4uchte, um Energie von au\u00dfen zu kaufen, so wie derzeit \u00d6l und Gas f\u00fcr die Kraftwerke.<br \/>\nDas wiederum macht Zypern sehr abh\u00e4ngig, weil es umweltpolitisch \u00fcberhaupt noch nicht sehr weit ist.<br \/>\nEin gutes Beispiel daf\u00fcr sind die Plastikflaschen, die allgegenw\u00e4rtig sind. Es gibt kein Pfandsystem und so landen sie im M\u00fcll oder in der Natur, immerhin handelt es sich um ein paar hunderttausend St\u00fcck. Pro Tag.<br \/>\nWegwerfen ist bequem und kostet nichts, daher ist das die bevorzugte Entsorgungsvariante. Leider hat sich die EU bisher nicht getraut entsprechende Gegenma\u00dfnahmen zu setzen.<\/p>\n<p>MEINE REISE<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg von der Ausgrabungsst\u00e4tte hab ich mir ein wenig die Stadt angesehen und versucht, irgendwie das Besondere zu finden, denn in jeder Stadt schl\u00e4gt ein Herz.<br \/>\nDie H\u00e4user sind &#8211; je nach Viertel &#8211; meist unspektakul\u00e4r, die Gassen \u00e4hneln einander, sofern es nicht gerade die Strandpromenade ist oder ein Gewerbegebiet. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Gasse.jpg\" title=\"Gasse.jpg\" alt=\"Gasse.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Blick von Gerhards Appartment hinunter in die Gasse, die stets sehr belebt und befahren ist. Die H\u00e4user sind Appartments und Hotels.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Althaus.jpg\" title=\"Althaus.jpg\" alt=\"Althaus.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Zwischen den modernen Stahlbetonh\u00e4usern gibt es auch die alten, teilweise renoviert, teilweise verfallen.<\/p>\n<p>Das Castle ist &#8211; wie schon gesagt &#8211; wenig spektakul\u00e4r, der Blick auf die Promenade zeigt, wie sie gebaut ist.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Castle.jpg\" title=\"Castle.jpg\" alt=\"Castle.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Es gibt gen\u00fcgend Gehweg und die Autos werden in einer Einbahn gef\u00fchrt. Die B\u00e4ume d\u00fcrften einigerma\u00dfen mit den winzigen Baumscheiben zurechtkommen.<\/p>\n<p>Meine Spazierg\u00e4nge durch die Stadt waren entspannt, leider tat mein Knie nach einiger Zeit doch recht weh, ein Relikt von einem Vespa-Sturz Ende August. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Strand.jpg\" title=\"Strand.jpg\" alt=\"Strand.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Strand im Zentrum von Larnaca. Man kann gut erkennen, wie flach es ins Wasser geht, Schwimmen ist bis zu einer Anzahl von Bojen erlaubt, weil au\u00dferhalb die Motorboote fahren. <\/p>\n<p>M\u00fcde und mit schmerzendem Knie bin ich in ein Kaffee gegangen. Der Muffin war verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut, nachdem ich ihn mir mitsamt einem teuren Kaffee im Plastikbecher im dort \u00fcblichen Selfservice geholt hatte. Nur die Plastikgabel war unbrauchbar, gl\u00fccklicherweise konnte ich mir dann eine Metallgabel besorgen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Kaffee.jpg\" title=\"Kaffee.jpg\" alt=\"Kaffee.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Blick nett, der Kaffee geschmacklich gar nicht \u00fcbel, leider im \u00fcblichen Plastikbecher, der sofort danach im M\u00fcll landet. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Gabel.jpg\" title=\"Gabel.jpg\" alt=\"Gabel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Plastikgabel<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob es denn nicht einen ganz normalen Kaffee ohne irgendwelche Superaromen g\u00e4be, in einer ganz normalen Tasse, bekam ich nur ein bedauerndes L\u00e4cheln von der netten Dame hinter der Theke. Nein, so etwas h\u00e4tten sie nicht.<\/p>\n<p>Am Weg in den S\u00fcden von Larnaca bin ich dann zu meiner \u00dcberraschung auf einen Radweg gesto\u00dfen. Es gibt durchaus Radverkehr auf der Insel, die meisten d\u00fcrften Leihr\u00e4der sein. Die Stadt bietet sich daf\u00fcr eigentlich an, sie ist flach und die Distanzen sind sehr \u00fcberschaubar. Es ist wegen des Autoverkehrs allerdings nur mutigen Menschen zu empfehlen das Rad abseits der Strandpromenade zu verwenden. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Radweg.jpg\" title=\"Radweg.jpg\" alt=\"Radweg.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Radweg ist anders als Radwege bei uns, funktioniert aber<\/p>\n<p>Weil Gerhard arbeiten musste und mir ein wenig fad war, beschloss ich eine Radtour zu machen. Dummerweise hatte es geregnet und der Radverleih hatte geschlossen, obwohl er eigentlich offen h\u00e4tte haben m\u00fcssen. Also rief ich an und riss den Radverleihbesitzer aus dem Tiefschlaf. Mit der passenden Stimme meinte er, dass es regnen w\u00fcrde bzw. geregnet h\u00e4tte und daher kein Mensch ein Rad ausborgen will.<br \/>\nAlso machte ich mich auf die Suche und fand einen anderen Verleih, der aber nur E-Bikes anbieten konnte. Da ich mit so einem Ding noch nie gefahren bin, musste ich mir das nat\u00fcrlich ausborgen, zu einem stolzen Preis, versteht sich. Daf\u00fcr h\u00e4tte ich es den ganzen Tag, meinte der Vermieter. Sehr verdutzt reagierte er auf meine Frage nach einem Helm. Das ist hier total un\u00fcblich, aber ich bestand darauf und bekam dann auch einen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Helm.jpg\" title=\"Helm.jpg\" alt=\"Helm.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Auf der Radltour, selbstverst\u00e4ndlich mit Helm<\/p>\n<p>Ich beschloss den Salzsee zu umrunden und zum alten Aqu\u00e4dukt zu fahren.<br \/>\nDas Bike f\u00e4hrt sich in Wahrheit nicht wirklich leiwaund. Es ist nicht wendig und man eiert immer ein bisschen herum. Es ist schwer, ungelenk und die Federung ist zu weich. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Bike.jpg\" title=\"Bike.jpg\" alt=\"Bike.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das E-Bike mit den fetten R\u00e4dern sieht zwar cool aus, f\u00e4hrt sich aber sehr m\u00e4\u00dfig. Hier bin ich gerade am ausgetrockneten Salzsee.<\/p>\n<p>Ich kann diese Tour nicht wirklich weiterempfehlen, denn sie ist miserabel ausgebaut. Man muss tw. am Gehsteig fahren, weil die Fahrbahn als Autobahnzubringer dient, zumindest beim Salzsee. Danach biegt man auf Feldwege ab, die \u00fcberhaupt nicht ausgeschildert sind, mit dem Navi am Handy konnte ich mich ganz gut durchschlagen, zumindest bis zu einer gatschigen Stelle, bei der ich mit dem schweren Bike stecken blieb. Dann sprang auch noch die Kette raus und als ich das alles wieder in Ordnung gebracht hatte, war ich ordentlich eingesaut. Auch das Radl sah schrecklich aus, aber was solls, im Notfall zahle ich halt eine Reinigung.<br \/>\nBeim Aqu\u00e4dukt angekommen musste ich nat\u00fcrlich hinaufklettern, auch wenn ein Schild dieses Ansinnen als verboten einstufte. Ein netter Ungar, dessen Frau und Tochter sich nicht rauftrauten, machte das Foto.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Aqua.jpg\" title=\"Aqua.jpg\" alt=\"Aqua.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Am Aqu\u00e4dukt. Der Weg oben ist schmal, aber f\u00fcr schwindelfreie Menschen locker zu machen.<\/p>\n<p>Dann fing es zu regnen an und ich musste quer durch die Stadt zum Verleih zur\u00fcckfahren. Das war alles andere als angenehm, auf den gr\u00f6\u00dferen Stra\u00dfen war ich mit dem Rad ein absoluter Fremdk\u00f6rper, bestaunt, angehupt und bemitleidet.<br \/>\nWenigstens musste ich keine Reinigung zahlen, wobei ich das Rad schon nach zwei Stunden wieder zur\u00fcckbrachte. Ein Abenteuer, das man machen kann, aber nicht muss.<\/p>\n<p>Einen Ausflug ins Landesinnere wollte ich unbedingt machen und hatte extra meine Wanderschuhe mitgenommen. Gerhard lie\u00df sich \u00fcberreden und wir fuhren los. Mitten in den Bergen dann eine ziemlich neu gebaute Anlage mit jeder Menge M\u00f6glichkeiten ein Picknick zu machen. Gut ausgestattete WCs, einige Grillpl\u00e4tze &#8211; in Zypern wird schon einiges getan, um die Gegend attraktiv zu machen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Grill.jpg\" title=\"Grill.jpg\" alt=\"Grill.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Freizeit-Ausflugsanlage<\/p>\n<p>Die Wanderung war wundersch\u00f6n, auf einem sehr gut instand gehaltenen Weg, inklusive durchaus brauchbarer Ausschilderung. Sie haben sogar einen Berg namens Olymp, den wir leider nicht mehr besuchen konnten. Der Weg, den wir einige Kilometer gegangen sind, ist Teil des europ\u00e4ischen Weitwanderwegnetzwerks. Wir sind zwar nicht wirklich weit gekommen, es hat sich aber sehr ausgezahlt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Guido.jpg\" title=\"Guido.jpg\" alt=\"Guido.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Meine Wenigkeit beim Versuch, mit einem Hut dem Sonnenbrand auf der Glatze zu entkommen. Hat einigerma\u00dfen funktioniert.<\/p>\n<p>Ach, ich hab es sehr vermisst: Den Duft der Pinien, den sommerhei\u00dfen Wald, das Zirpen der Zikaden &#8211; da gibt es jede Menge Erinnerungen an Griechenlandurlaube. Bei dieser Wanderung konnte ich wieder ein wenig des alten Gef\u00fchls inklusive der alten Sehnsucht (&#8222;Irgendwann bleib i dann durt&#8220;) aufleben lassen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Rast.jpg\" title=\"Rast.jpg\" alt=\"Rast.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gerhard bei der Rast an einer Wegkreuzung<\/p>\n<p>Der Abschluss des Tages war ein Besuch einer Taverne am Meer. Das Essen war die Kr\u00f6nung meines Zypern-Urlaubs. Unglaublich gute gef\u00fcllte Kalamari, Fisch, diverse exzellente Beilagen und ein herrlicher Ros\u00e9-Wein. Kulinarisch l\u00e4sst es sich auf dieser Insel wirklich aushalten, die Preise sind fair, billig wie Griechenland in den 1980ern ist es aber nat\u00fcrlich nicht mehr.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Essen3.jpg\" title=\"Essen3.jpg\" alt=\"Essen3.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das gro\u00dfartige Essen<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag dann ein Ausflug nach Paphos im Westen der Insel. Das Land ist von gro\u00dfen Autobahnen durchzogen und es gibt nicht allzuviel Verkehr. Staus sind maximal in der Stadt zu erleben und auch die sind nicht der Rede wert. Die Geschwindigkeit ist jenseits aller Raserei, die Zyprioten haben es nicht ganz so eilig wie unsereiner, das gilt irgendwie f\u00fcr alles auf dieser Insel.<br \/>\nDa auch die Distanzen \u00fcberschaubar sind, kann man alle Teile Zyperns mit einem Tagesausflug erledigen. Wir wollen uns die verschiedenen Ausgrabungen ansehen, konkret gibt es zwei davon. Sie sind nur ein paar Autominuten voneinander entfernt. Bei der ersten, der &#8222;Archaeological Site of Nea Paphos&#8220; gibt es auf einem weitl\u00e4ufigen Areal einiges zu sehen, von antiken Mosaikh\u00e4usern bis zu einem Amphitheater. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Tafel.jpg\" title=\"Tafel.jpg\" alt=\"Tafel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Im Haus des Dionysos gibt es jede Menge alter Mosaikb\u00f6den zu bestaunen. Ich fand es besonders nett, dass sie alle Beschreibungstafeln auch in Braille-Schrift angelegt haben.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Arena.jpg\" title=\"Arena.jpg\" alt=\"Arena.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein gut erhaltenes oder wieder gut aufgebautes Amphitheater<\/p>\n<p>Die zweite Ausgrabungsst\u00e4tte sind die &#8222;K\u00f6nigsgr\u00e4ber&#8220;. Auch sie liegen direkt am Meer und es gibt eine ganze Menge davon. Besonders spektakul\u00e4r sind sie nicht, daf\u00fcr waren sie aber gut besucht. In der Hochsaison gibt es hier wahrscheinlich ein ordentliches Gedr\u00e4nge.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Grab.jpg\" title=\"Grab.jpg\" alt=\"Grab.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gerhard in einem der K\u00f6nigsgr\u00e4ber<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag stand ein Ausflug nach Nikosia am Programm. Die Vororte der St\u00e4dte sind wie \u00fcberall auf der Welt keine wirkliche Offenbarung. Es gibt monstr\u00f6se Einkaufszentren, Gewerberuinen, Spekulationsobjekte und noch vieles mehr.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Jumbo.jpg\" title=\"Jumbo.jpg\" alt=\"Jumbo.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das &#8222;Jumbo&#8220;. Laut Gerhard ist das drin, was man drau\u00dfen sieht. Auch in Zypern hat die bunte amerikanische Spielzeug- und Entertainmentwelt schon um sich gegriffen.<\/p>\n<p>In Nikosia wollte mir Gerhard die Grenze zur t\u00fcrkischen Zone zeigen. Es sieht ein bisschen aus wie eine Berliner Mauer f\u00fcr Arme, ein seltsames, surreales Areal, eine Ausgeburt des Nationalismus und der menschlichen Beschr\u00e4nktheit. Teilweise gespenstisch, dazu kommt ein Fotografierverbot, an das sich aber niemand wirklich h\u00e4lt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Zone.jpg\" title=\"Zone.jpg\" alt=\"Zone.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Jede Menge Ruinen mitten in der Stadt.<\/p>\n<p>Seit dem \u00dcberfall Putins auf die Ukraine und dem seit einem Jahr andauernden Krieg darf das aber niemand mehr verwundern. Wer geglaubt hat, dass die alten, mit ihrer Potenz k\u00e4mpfenden M\u00e4nner nicht mehr das Sagen haben, wird derzeit ja deutlich eines Besseren belehrt. Schon wieder schicken alte M\u00e4nner junge M\u00e4nner in den Tod.<br \/>\nAber es gibt auch Erfreuliches, etwa den Co-working-space, den Gerhard mir zeigte. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/work.jpg\" title=\"work.jpg\" alt=\"work.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Fortschritt macht auch in Zypern nicht halt.<\/p>\n<p>Dann fing es zu regnen an und wir fanden Unterschlupf in einem sehr netten Lokal namens &#8222;Itameshi&#8220;, das erst in ein paar Tagen er\u00f6ffnet. Wir durften trotzdem rein und den Regen abwarten. Das Lokal bietet italienisch-japanische Fusionsk\u00fcche, hat eine sehr nette Bar und k\u00f6nnte ein ziemlicher Hit werden, vor allem bei diesen netten Betreibern.<br \/>\nNicht so nett war die Tatsache, dass das Dach bei Gerhards altem Mercedes kaputt war. Immer beim Beschleunigen ergoss sich ein kleiner Wasserschwall \u00fcber mich oder Gerhard, je nachdem, in welche Richtung (mehr links oder mehr rechts) er gerade fuhr. Da die Temperaturen aber eher sommerlich waren, lie\u00df sich das aushalten.<br \/>\nDaf\u00fcr gab es am letzten Abend noch einmal ein kulinarisches Highlight, n\u00e4mlich libanesisches Essen. Wer das hat, braucht kein Fleisch mehr. Jedes einzelne Gericht war k\u00f6stlich, und es waren sehr viele, zu einem durchaus fairen Preis \u00fcbrigens.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2022.12.27_Zypern\/Libanon.jpg\" title=\"Libanon.jpg\" alt=\"Libanon.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das exzellente libanesische Essen<\/p>\n<p>Mit der einen oder anderen guten Flasche Wein feierten wir eine sehr nette Woche, bevor es am n\u00e4chsten Tag wieder nach Hause ging.<br \/>\nDie WizzAir hatte nicht einmal nennenswerte Versp\u00e4tung und ich hatte dazu noch das Gl\u00fcck guten Wetters bei der Heimfahrt mit dem Roller, der brav auf seinem Platz auf mich gewartet hatte.<\/p>\n<p>FAZIT<\/p>\n<p>Zypern ist eine Reise wert, mehr aber auch nicht. Die Bergwanderungen sind nicht so exklusiv, als dass man daf\u00fcr extra herfliegen m\u00fcsste, das gibt es in Griechenland auch. Die Landschaft ist ohne Besonderheiten, das Essen ist gut \u2013 alles sehr nett.<br \/>\nDer einzige echte Unterschied ist das Klima, das auch im Winter einigerma\u00dfen warm ist, vergleichbar etwa mit Tel Aviv, quasi um\u00b4s Eck.<\/p>\n<p>Ich denke trotzdem gerne an die Woche zur\u00fcck und vielleicht besuche ich die Insel ja einmal wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ZYPERN Ein paar Betrachtungen anl\u00e4sslich der Zypernreise 11. Bis 18. Oktober 2022 Ich bin immer wieder erstaunt, dass die Flugbegleiterinnen nach den Worten \u201eEnjoy your flight\u201c nicht in wildes Hohngel\u00e4chter ausbrechen. Angemessen und verst\u00e4ndlich w\u00e4re es allemal, denn das wohl<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2874","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2874","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2874"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2874\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2906,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2874\/revisions\/2906"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2874"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2874"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2874"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}