{"id":2965,"date":"2024-06-02T18:23:48","date_gmt":"2024-06-02T17:23:48","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2965"},"modified":"2025-06-21T17:22:58","modified_gmt":"2025-06-21T16:22:58","slug":"waehring-rundumadum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/waehring-rundumadum\/","title":{"rendered":"W\u00e4hring Rundumadum"},"content":{"rendered":"<p>Letztes Jahr waren es die 14 Wiener Stadtwanderwege und der Rundumadum (Weg rund um Wien, siehe Blogbeitrag), jetzt brauche ich neue Bewegungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Martin, ein lieber Kollege, hat mir schon vor l\u00e4ngerer Zeit erz\u00e4hlt, dass er einmal rund um W\u00e4hring gegangen ist. Damit hat er sozusagen die R\u00e4nder unseres Bezirkslogos nachgezeichnet.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/logo.jpeg\" title=\"logo.jpeg\" alt=\"logo.jpeg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das W\u00e4hringer Bezirkslogo. Es steht f\u00fcr die Vielfalt in unserem Bezirk.<\/p>\n<p>Und er hat auch erz\u00e4hlt, dass das gar nicht so einfach war. Also die allermeisten Abschnitte schon, aber dann gibt es ein paar Stellen, die nicht so ganz unproblematisch sind.<\/p>\n<p>Das muss ich ausprobieren. Und heute ist ein ruhiger Sonntag, das passt. Wetter gut, bew\u00f6lkt, so um die 20 Grad, gegen Mittag haben sie ein bisschen Regen angesagt, das sollte nicht weiter st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ich starte um 10:43 unten am G\u00fcrtel, Ecke Anastasius-Gr\u00fcn-Gasse, einfach weil ich dorthin nur ein paar Minuten gehe, in die Runde kann man ja \u00fcberall einsteigen. Und ich gehe gegen den Uhrzeigersinn, ohne besonderen Grund.<br \/>\nEin Rucksack mit Regenjacke, Wasser, einem Apfel und einer Packung Mannerschnitten m\u00fcssen reichen. T-Shirt und kurze Hose, Laufschuhe, Sonnenbrille quasi in Reserve.<br \/>\nDie Route ergibt sich aus der Bezirksgrenze, die auf wien.gv.at zu finden ist. Ich habe sie vom Bildschirm in Teilen abfotografiert und arbeite mich sozusagen von Foto zu Foto durch. Hier eines davon:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/foto.jpg\" title=\"foto.jpg\" alt=\"foto.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die violette Linie ist die Bezirksgrenze, hier f\u00fchrt sie rund um den Michaelerberg an der H\u00f6henstra\u00dfe entlang.<\/p>\n<p>Das kombiniere ich mit Bergfex, diese App sch\u00e4tze ich schon seit langem, sie f\u00fchrt mich fast auf den Meter genau und es gibt nur selten Wege, die es dann gar nicht gibt. Sie greift auf die Alpenvereinskarten zu, die stimmen einigerma\u00dfen. Auch wenn man kein Fan des Smartphone-Irrsinns unserer Gesellschaft ist, f\u00fcr Wanderungen ist das schon ausgesprochen praktisch.<br \/>\nGleich zu Beginn die erste Herausforderung: Ecke G\u00fcrtel\/D\u00f6blinger Hauptstra\u00dfe f\u00fchrt die Bezirksgrenze mitten durch ein Haus.<br \/>\nMitten durch oder dr\u00fcber geht nicht, also rundherum. Gleich hinter dem J\u00fcdischen Friedhof muss ich ebenfalls ausweichen, auch hier h\u00e4lt sich der notwendige Umweg aber in Grenzen.<br \/>\nUnd weil das nicht genug ist, kommt ein paar hundert Meter weiter schon die n\u00e4chste Sackgasse: Laut Plan muss ich links am Dolmetsch-Institut vorbei (der alten Hochschule f\u00fcr Welthandel, wie die Wirtschaftsuniversit\u00e4t fr\u00fcher hie\u00df).<br \/>\nDas geht aber nicht, da gibt es kein Durchkommen, also rechts vorbei.<\/p>\n<p>Danach wird es einfach, die Strecke deckt sich zum Gro\u00dfteil mit einer meiner Laufrouten und f\u00fchrt \u00fcber die Hasenauerstra\u00dfe hinauf durchs Cottage zum T\u00fcrkenschanzpark, an der Boku vorbei quasi immer am Bergr\u00fccken bergauf. Und gleich am n\u00e4chsten Friedhof vorbei. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/boku.jpg\" title=\"boku.jpg\" alt=\"boku.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur. Dieser Teil steht auf der anderen Stra\u00dfenseite und befindet sich somit in D\u00f6bling.<\/p>\n<p>Ich gehe auch durch die B\u00fcdingergasse, wo ich das erste Jahr meines Lebens gewohnt habe. Bin quasi Ur-W\u00e4hringer.<br \/>\nWeiter bergauf komme ich zum Sommerhaidenweg, von wo aus der Blick hin\u00fcber auf den Hermannskogel (h\u00f6chster Punkt Wiens) schweift, und nach einer Stunde Marsch ist auf einem Bankerl die erste kurze Rast f\u00e4llig.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/hkogl.jpg\" title=\"hkogl.jpg\" alt=\"hkogl.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Blick hin\u00fcber auf Dreimarkstein und Hermannskogel ist sehr fein, unten liegen Neustift am Walde und Salmannsdorf<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/rast.jpg\" title=\"rast.jpg\" alt=\"rast.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Sommerhaidenweg ist eine beliebte Rad- und Laufstrecke<\/p>\n<p>Dann bin ich oben an der H\u00f6henstra\u00dfe. Jetzt w\u00e4re ein guter Zeitpunkt Wasser nachzutanken, der T\u00fcrkenbrunnen im T\u00fcrkenschanzpark, der quasi nur zehn Meter Umweg verlangt, ist leider nicht in Funktion. Hier oben g\u00e4be es einen Hydrant, der hat aber keine Pumpe und ist somit unbrauchbar.<br \/>\nSchade &#8211; es gibt aber direkt am Weg zumindest eine M\u00f6glichkeit Wasser nachzuf\u00fcllen, n\u00e4mlich in der Wilbrandtgasse im Dr. Meissner-Park. Dort befindet sich ein funktionierender Hydrant. Ich empfehle die vorhandene Flasche nach Bedarf leerzutrinken und hier aufzuf\u00fcllen.<br \/>\nWenig sp\u00e4ter kommt die erste kleine Herausforderung. Die Bezirksgrenze verl\u00e4uft n\u00e4mlich auf der anderen Seite der Keylwerthgasse und dort ist kein Weg. Gl\u00fccklicherweise wurde gem\u00e4ht und so kann ich auf dem schmalen Streifen bis zur n\u00e4chsten Kreuzung, bei deren \u00dcberquerung Vorsicht angesagt ist, die meisten Autofahrer sind hier flott unterwegs.<br \/>\nNeben diesem Streifen befindet sich \u00fcbrigens eine Art Refugium. Hier die Website dazu: http:\/\/www.himmelshof.at<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/enge.jpg\" title=\"enge.jpg\" alt=\"enge.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die enge Stelle will mit Vorsicht begangen werden.<\/p>\n<p>Dreck findet sich auf diesem Weg rund um W\u00e4hring eigentlich nur an der H\u00f6henstra\u00dfe. Leider schmei\u00dfen immer noch viele Autofahrer ihren M\u00fcll einfach beim Fenster raus. Mit gro\u00dfem Abstand f\u00fchrend sind Red Bull Dosen. Warum auch immer.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/redbull.jpg\" title=\"redbull.jpg\" alt=\"redbull.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das beliebteste Objekt zum Rauspfeffern aus dem Autofenster<\/p>\n<p>Jetzt geht es bergab an der H\u00f6henstra\u00dfe entlang. F\u00fcr alle, die es genau nehmen und dem Bezirksgrenzenverlauf wirklich m\u00f6glichst exakt folgen wollen, bietet sich der alte asphaltierte Weg direkt neben der Stra\u00dfe an. Selbstverst\u00e4ndlich kann man auch daneben auf dem neu asphaltieren Kombiweg f\u00fcr Radfahrer und Fu\u00dfg\u00e4nger gehen. Das ist angenehmer als neben den Autos.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/normalweg.jpg\" title=\"normalweg.jpg\" alt=\"normalweg.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der alte Weg direkt neben der H\u00f6henstra\u00dfe<\/p>\n<p>Unten komme ich zur sogenannten &#8222;Meierkurve&#8220;, wo sich vor sehr langer Zeit das Gasthaus Meier befand. Dort zweige ich links in den Wald ab, auf einen kleinen Weg direkt neben dem Bach. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/bach.jpg\" title=\"bach.jpg\" alt=\"bach.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der sogenannte &#8222;Kr\u00e4uterbach&#8220;<\/p>\n<p>Da hilft Bergfex sehr, denn kurze Zeit sp\u00e4ter m\u00fcssen wir links steil hinauf. Es folgt die anstrengendste Passage, denn es geht diretissima auf den Michaelerberg. Die Bezirksgrenze zu Hernals wurde in einem Graben gezogen, der eher nicht die beste Routenwahl darstellt. Gleich rechts daneben f\u00fchrt ein Weg, der gut begehbar w\u00e4re, g\u00e4be es nicht die umgest\u00fcrzten B\u00e4ume. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/graben.jpg\" title=\"graben.jpg\" alt=\"graben.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Links der Graben, rechts der Weg. Was man hier nicht sieht: Es geht wirklich steil bergauf.<\/p>\n<p>Wir befinden uns hier im Biosph\u00e4renreservat Wienerwald und zwar in einer der sogenannten Kernzonen. Hier wird der Wald so belassen wie er ist und daher werden auch nur die Hauptwanderwege von \u00c4sten und B\u00e4umen befreit. Wir befinden uns nicht auf so einem Weg.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/kernzone.jpg\" title=\"kernzone.jpg\" alt=\"kernzone.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Am steilen Weg bergauf gilt es ein paar Baumst\u00e4mme zu \u00fcberqueren<\/p>\n<p>Nach einiger Zeit bin ich oben am Michaelerberg angekommen, der dortige Weg ist breit und sch\u00f6n und f\u00fchrt geradeaus bis zu einer Kleingartensiedlung, von wo es wieder bergab geht.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/oben.jpg\" title=\"oben.jpg\" alt=\"oben.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Dieser Weg f\u00fchrt oben am Kamm entlang. Links hinunter gehen alle vierzig Meter sogenannte &#8222;R\u00fcckegassen&#8220;, die hier verwendet werden, um den Wald zu bewirtschaften und in Ordnung zu halten. Inzwischen gibt es aber noch neuere Konzepte, dieses ist aber schon extrem fortschrittlich im Gegensatz zu dem, was sonst gemacht wird. Der hiesige F\u00f6rster, Herr Lauscher, achtet sehr genau auf unseren Wald und seine Gesundheit.<br \/>\nDort oben gibt es auch einen der vielen Wasserspeicher, die f\u00fcr die Versorgung Wiens gebraucht werden. Dieser liegt etwas versteckt und ist auch nicht sehr gro\u00df.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/speicher.jpg\" title=\"speicher.jpg\" alt=\"speicher.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Sieht unspektakul\u00e4r aus, ist aber sehr wichtig.<\/p>\n<p>Am Ende des fast schnurgeraden Weges geht es bei einer weiteren Kleingartensiedlung gleich wieder rechts hinunter und dann \u00fcberquert man einen der zahlreichen Wege auf den Michaelerberg und dann ist es auf einmal aus mit Weg. Jetzt f\u00fchrt die Bezirksgrenze quer durch den Wald und zwar ganz ohne Weg. Ich versuche irgendwie dem Grenzverlauf zu folgen und finde einen alten Grenzstein.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/stein.jpg\" title=\"stein.jpg\" alt=\"stein.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Mitten im Wald ein alter Grenzstein. Ich habe ihn nicht entziffert.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nur: ich muss bergab. Und es findet sich da und dort so etwas wie ein winziger Pfad, der aber nicht durchg\u00e4ngig ist. Ein wenig Klettern durch Geb\u00fcsch ist angesagt und es ist interessant zu sehen, wie m\u00fchsam es ist, wenn man sich ohne Weg fortbewegen muss. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/unweg.jpg\" title=\"unweg.jpg\" alt=\"unweg.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Kein Weg. Wald und Geb\u00fcsch sind aber nicht so dicht, dass ich nicht mehr durchkommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dieses St\u00fcck muss man sich nicht antun. Bevor man links hinunter abzweigt, kann man auch den guten, breiten Weg parallel zum Hang gehen und nach kurzer Zeit in einer Art Spitzkehre links hinunter auf einem kleinen, aber guten Weg marschieren. Der Umweg ist minimal.<\/p>\n<p>Irgendwann bin ich unten bei der gro\u00dfen Wiese angelangt, gleich rechts vom Waldkindergarten. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/wiese.jpg\" title=\"wiese.jpg\" alt=\"wiese.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Hinaus aus dem dichten Wald auf die sonnige Wiese<\/p>\n<p>Von dort geht es an der n\u00e4chsten Kleingartensiedlung vorbei bis zu einem Bach. Rechts davon ist die Bezirksgrenze, direkt am Zaun der Schrebergartensiedlung, nur gibt es dort keinen Weg. Also muss ich den Bach \u00fcberqueren und die gro\u00dfe Forststra\u00dfe hinunter nach Neuwaldegg nehmen. (Achtung &#8211; wer die Route im Uhrzeigersinn geht, braucht unbedingt Bergfex oder eine \u00e4hnliche App, der &#8222;Eingang&#8220; in diesen winzigen Weg ist von der Forststra\u00dfe sonst unm\u00f6glich zu finden.) Unten angekommen geht es sofort links wieder steil bergauf auf den Schafberg.<br \/>\nDas ist das zweite wirklich steile St\u00fcck, es geht wieder diretissima bis auf die Spitze des Schafbergs und von dort &#8211; wie k\u00f6nnte es anders sein &#8211; rechts vorbei an einer Schrebergartensiedlung hinunter zu den Schafbergwiesen. Dort haben wir in meiner Jugend viele Picknicks gemacht, mit vorgek\u00fchlten Bierkisten und einem kleinen Feuer und einem Radiorecorder mit Musikkassetten. Es gab noch keine Handys und sie haben uns auch nicht gefehlt. Eigentlich hat uns gar nichts gefehlt.<br \/>\nIch mache die zweite Rast auf einem alten Baumstumpf (zwei Stunden sind vergangen). Daneben die Reste eines kleinen Feuers. Erlaubt ist das nicht, erlaubt war es auch damals nicht.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/schafberg.jpg\" title=\"schafberg.jpg\" alt=\"schafberg.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Ausblick auf Wien war und ist sensationell. Das ist \u00fcberhaupt ein toller Ort.<\/p>\n<p>Und wieder ist es aus. Unten angekommen versperrt ein Gitter samt Zaun dahinter den Weg an der Bezirksgrenze entlang. Da ist beim besten Willen kein Durchkommen und ich muss eine kleine Ecke W\u00e4hring auslassen. Der Weg f\u00fchrt am Schafbergbad entlang und dann durch den Sch\u00f6nbrunnergraben hinunter bis zur Herbeckstra\u00dfe. In dieser Gegend reiht sich eine riesige Villa an die andere, durchsetzt nur mit &#8211; wer es erraten kann &#8211; Kleingartensiedlungen, gleich jede Menge davon. Seit ein paar Jahren spielen sich dort Dramen ab, weil seit dem Parkpickerl die Parkpl\u00e4tze gekennzeichnet sein m\u00fcssen und die Autofahrer ihre Kisten nicht einfach irgendwohin stellen k\u00f6nnen. Das waren sie aber gewohnt und daher ist der eine oder andere Aufschrei zu h\u00f6ren. Wird aber auch weniger.<br \/>\nUnten angekommen geht es am Fuchupark vorbei, der bei vielen Anwohnerinnen und Anwohnern Kastanienpark genannt wird, weil dort viele Kastanienb\u00e4ume stehen. Das war aber nie ein offizieller Name und weil der Park jetzt aufgrund irgendeiner japanisch-\u00f6sterreichischen Partnerschaft Fuchupark genannt wurde, gibt es den n\u00e4chsten Grund sich aufzuregen. Auch das wird vorbeigehen. Au\u00dferdem liegt der Park in Hernals und ist daher Sache der dortigen Bezirksvorstehung.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/fuchu.jpg\" title=\"fuchu.jpg\" alt=\"fuchu.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Links H\u00e4user, rechts der Fuchupark<\/p>\n<p>Bergauf geht es das letzte nicht asphaltierte St\u00fcck bis zur M\u00f6nergasse, dann die Jeitnergasse hinauf vorbei am brandneuen, gro\u00dfen Wasserspeicher am Schafberg bis zur Czartoriskygasse.<br \/>\nDie geht es hinab bis zu einer neuerlichen unbegehbaren Bezirksgrenze. Sie f\u00fchrt durch eine Kleingartensiedlung und ist nicht begehbar. Also links ausweichen bis zum Lidlberg. Dort wurden neue B\u00e4ume gepflanzt und ein Radweg gebaut, rechts daneben l\u00e4sst es sich wunderbar gehen, vorbei an der Tischlerei Seliger und dann rechts in die Kreuzgasse. Der spektakul\u00e4rste Teil ist vorbei, jetzt wird es urban.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/lidl.jpg\" title=\"lidl.jpg\" alt=\"lidl.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Stelle am Lidlberg<\/p>\n<p>Durch die Antonigasse geht es Richtung Innerw\u00e4hring, vorbei am riesigen Block, auf dem das alte Haus der Barmherzigkeit stand. Das wurde abgerissen, die neue Eigent\u00fcmerin ist die Caritas, die in den n\u00e4chsten Jahren hier bauen wird.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/caritas.jpg\" title=\"caritas.jpg\" alt=\"caritas.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der H\u00e4userblock ist eingez\u00e4unt, zwei alte B\u00e4ume stehen noch, die aber nicht sehr gesund aussehen. Links dahinter die Kirche St. Severin<\/p>\n<p>In mehreren Links-Rechts-Kombinationen zieht sich die Bezirksgrenze bis hinunter zur J\u00f6rgerstra\u00dfe und dann zum G\u00fcrtel. Dort gibt es sehr wenig Gr\u00fcn, fast keine B\u00e4ume, es handelt sich um dicht verbautes Gebiet mit viel Gr\u00fcnderzeith\u00e4usern. In diesen Gassen habe ich meinen zweiten Ferialjob als Postler einigerma\u00dfen w\u00fcrdevoll hinter mich gebracht. Damals gab es hier fast an jeder Ecke noch ein Wirtshaus und davor haben mittelm\u00e4\u00dfig elegante Herren gewartet, bis ich vorbeigekommen bin. Und zwar immer wenn die Pension oder der Lohn ausgezahlt wurde &#8211; das war damals Job der Postler, ich bin mit bis zu 120.000 Schilling herumgegangen. Meistens war es aber wesentlich weniger und die Herren haben mich auf der Stra\u00dfe angesprochen, damit ich ihnen (gegen Vorlage eines Ausweises) ihr Geld gebe. Der eigentlich normale Weg w\u00e4re an die Haust\u00fcre gewesen, aber dort h\u00e4tte die Gn\u00e4digste das Geld kassiert. So konnten sie es gleich direkt wieder zum Wirtn tragen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/urban.jpg\" title=\"urban.jpg\" alt=\"urban.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Nur sch\u00f6n ist es dort nicht immer \u00fcberall<\/p>\n<p>Bevor ich den letzten Abschnitt gehe, hole ich mir beim Zanoni ein Eis. (Drei Stunden sind vergangen) Verdienterma\u00dfen, au\u00dferdem ist jetzt Schluss mit Romantik.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/eis.jpg\" title=\"eis.jpg\" alt=\"eis.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Pfefferminz und Haselnuss, der Zanoni am G\u00fcrtel war und ist mein Lieblingseissalon, auch wenn die Bedienung heute nicht mehr ein S\u00fcditaliener ist, sondern eine junge muslimische Dame mit Kopftuch. Wir sind halt nicht mehr in den 1980ern und die Hauptsache ist die gute Bedienung. (Achtung, er sperrt nicht vor 10 Uhr auf, wer im Sommer wegen der Hitze fr\u00fch weggeht und flott ist, muss aufs Eis verzichten.)<\/p>\n<p>Jetzt geht es den G\u00fcrtel entlang hinauf nach Michelbeuern. Der Weg ist schmal, daneben verl\u00e4uft ein wichtiger Radweg.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/radweg.jpg\" title=\"radweg.jpg\" alt=\"radweg.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Manche Blumen lassen sich auch in der Asphaltw\u00fcste nicht kleinkriegen<\/p>\n<p>Oben angekommen geht es hinunter an der 42er-Trasse entlang. Ich muss ein St\u00fcck auf den Schienen gehen, dann beginnt wieder ein Gehsteig, der sich dann hinunter bis zur U6-Station W\u00e4hringer Stra\u00dfe zieht.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/schienen.jpg\" title=\"schienen.jpg\" alt=\"schienen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein paar Dutzend Meter auf den Schienen, immer gut aufpassend, ob nicht von hinten der 42er heranrauscht.<\/p>\n<p>Der letzte Abschnitt f\u00fchrt direkt an der U6-Stadtbahntrasse am G\u00fcrtel entlang, gl\u00fccklicherweise mit viel Altbaumbestand und somit ausreichend Schatten.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/schatten.jpg\" title=\"schatten.jpg\" alt=\"schatten.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Viele B\u00e4ume = viel Schatten im Sommer. Dringend notwendig im dicht verbauten Gebiet, in dem in den immer hei\u00dfer werdenden Sommern immer mehr Hitzeinseln entstehen.<\/p>\n<p>Dann ist es geschafft. Bergfex liefert die Daten der Runde und zum Abschluss gibt es noch ein Fr\u00fchlingsbild mit Blumen. Die wachsen gl\u00fccklicherweise zahlreich am Bezirksrand. Ich habe beim ersten Mal 3:30 gebraucht und beim zweiten Mal &#8211; da musste ich keine Wege mehr erkunden &#8211; 3:15, mit insgesamt 10 Minuten Pause.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/Bergfex.png\" title=\"Bergfex.png\" alt=\"Bergfex.png\" \/><\/center><br \/>\nBild: 18,5 Kilometer, ein ganz ordentliches St\u00fcck, aber sehr empfehlenswert<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.06.02_1180rundumadum\/blumen.jpg\" title=\"blumen.jpg\" alt=\"blumen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Irgendwo in W\u00e4hring<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letztes Jahr waren es die 14 Wiener Stadtwanderwege und der Rundumadum (Weg rund um Wien, siehe Blogbeitrag), jetzt brauche ich neue Bewegungsm\u00f6glichkeiten. 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