{"id":2977,"date":"2024-10-30T20:40:28","date_gmt":"2024-10-30T19:40:28","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=2977"},"modified":"2024-10-30T20:44:18","modified_gmt":"2024-10-30T19:44:18","slug":"sterbebegleitung-am-korallenriff-die-tauchsafari-2024-am-roten-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/sterbebegleitung-am-korallenriff-die-tauchsafari-2024-am-roten-meer\/","title":{"rendered":"Sterbebegleitung am Korallenriff &#8211; die Tauchsafari 2024 am Roten Meer"},"content":{"rendered":"<p>Niki m\u00f6chte gerne tauchen lernen. Er wird in seinem Leben wahrscheinlich nie ein Korallenriff sehen.<\/p>\n<p>Niki ist mein Neffe, derzeit gerade f\u00fcnf Jahre alt. Ab dem Alter von zw\u00f6lf Jahren ist es m\u00f6glich den Tauchschein zu machen. Das wird zu sp\u00e4t sein um noch irgendetwas von der Pracht zu erleben, die ich erleben durfte.<\/p>\n<p>Um das verst\u00e4ndlich zu machen, muss ich von der Reise schildern, von der ich gerade zur\u00fcckgekommen bin.<br \/>\nDavor ein paar Fakten: 1993 habe ich in Sri Lanka (genauer: Poseidon Tauchbasis in Hikkaduwa, Lehrer Hannes Hantl) den PADI Open Water gemacht und seither ca. 350 Tauchg\u00e4nge erleben d\u00fcrfen.<br \/>\nAm Roten Meer war ich das erste Mal im Februar 2000, genauer: in einem Hotel in Mangroove Bay in El Quseir, gemeinsam mit meinem alten Freund Martin Heigl. Tauchg\u00e4nge fast alle am Hausriff, einige wenige mit dem Zodiac ein St\u00fcck hinaus. <\/p>\n<p>Ich erinnere mich an fantastische Tauchg\u00e4nge an einem Riff, das damals schon nur mehr ein Schatten seiner eigenen Pracht war, und trotzdem noch sch\u00f6n, vor allem wenn man es nie in seiner Urform gesehen hat, die etwa bis in die 1960er-Jahre gedauert hat.<\/p>\n<p>Danach folgten viele Tauchsafaris, manchmal jedes Jahr, dann wieder mit einigen Jahren Pause. Die letzte war im Februar 2020, kurz vor Corona, die Erf\u00fcllung eines alten Traums: Tauchen im Sudan.<br \/>\nDas war zwar nett, mein Haupteindruck war allerdings auch die Entt\u00e4uschung, wie kaputt die Riffe dort schon waren. Ich erhoffte mir doch einen deutlichen Unterschied zu \u00c4gypten, weil es im Sudan 1.) viel weniger Betauchung gibt und 2.) keine Ressorts, die seit immer schon ihre gesamten Abw\u00e4sser durch Rohre ins Meer leiten.<\/p>\n<p>Ich konnte allerdings keinen Unterschied zu \u00c4gypten feststellen. Viele tote Korallenst\u00f6cke, reduzierte Vielfalt und Menge bei der Unterwasserfauna, aber noch fast keine Korallenbleiche.<\/p>\n<p>Diesmal war das anders. Sehr anders, zu meinem Erschrecken.<\/p>\n<p>Beginnen wir beim Anfang der Reise. (Wer das nicht alles lesen will &#8211; ich habe immer wieder kleine \u00dcberschriften eingebaut, zu denen man hinscrollen kann. Ich beschreibe alles so ausf\u00fchrlich, weil es f\u00fcr mich auch als Erinnerung gedacht ist.)<\/p>\n<p><strong>Die Anreise<\/strong><\/p>\n<p>Beim Taxifahrer stellt sich heraus, dass er aus \u00c4gypten ist. Irgendwie passend, kosten tut der Spa\u00df 39 Euro und einchecken muss man beim A1-Terminal, f\u00fcr die Billigfluglinien. Die vorausgesagte Strenge (&#8222;20 kg und kein Gramm mehr&#8220;) stellt sich als dehnbar heraus, was praktisch ist, weil mein Tauchtrolley leider leer schon zu schwer ist. \u00dcbrigens l\u00e4sst sich schummeln, wenn notwendig, weil man das gro\u00dfe Tauchgep\u00e4ck nach dem Einchecken gg\u00fc. beim Gro\u00dfgep\u00e4ckschalter abgeben muss. Dort wird es aber nicht mehr gewogen. Wer also Dringlichkeit hat, kann noch das eine oder andere Kilo reinpacken.<\/p>\n<p>Ansonsten verl\u00e4uft alles erfreulich, wir bekommen Fenster- und Gangplatz und die Dame am Schalter meint, den Mittelplatz w\u00fcrden sie nicht mehr vergeben. Sehr angenehm, weil die Air Cairo hat unfassbar enge Sitzabst\u00e4nde:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/sitz.jpg\" title=\"sitz.jpg\" alt=\"sitz.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ich sitze aufrecht, so weit hinten wie m\u00f6glich, trotzdem sto\u00dfe ich mit den Knien am Vordersitz an. <\/p>\n<p>Inzwischen ist mir Fliegen nicht nur unangenehm, ich hasse es geradezu. Leider lassen sich sehr viele Orte ohne Flugzeug einfach nicht erreichen. Mein Ziel ist es in Zukunft m\u00f6glichst wenig zu fliegen. Die letzten Jahre waren das maximal zwei Fl\u00fcge pro Jahr. Das sollte noch weniger werden, nicht nur aus Umweltschutzgr\u00fcnden.<br \/>\nVor dem Einsteigen geht es aber noch durch die diversen Kontrollen, bei der Sicherheitsschleuse werde ich auf Sprengstoff abgetupft und jede einzelne Batterie f\u00fcr meine Tauchlampen auch.<br \/>\nIn der Hektik lasse ich meinen G\u00fcrtel liegen, komme aber erst zu sp\u00e4t drauf. Pech gehabt.<\/p>\n<p>Sehr m\u00fchsam finde ich die Schlangenlinien, die man durch die Duty-Free-Shops machen muss, Konsumindustrie sei Dank. Daf\u00fcr kann man in Schwechat, wenn man eine leere Wasserflasche mitgenommen hat, diese im Abflugbereich anf\u00fcllen. Das empfehle ich vor allem f\u00fcr die AirCairo, weil dort bekommt jeder Gast genau einen Becher Wasser f\u00fcr den gesamten Flug von vier Stunden. Wer mehr will, muss ordentlich in die Tasche greifen, derzeit kostet eine kleine Flasche 3,50 Euro.<\/p>\n<p>Der unangenehmste Teil dieser Reise erfolgt dann am Weg zum Flugzeug. Irgendwer koordiniert schlecht und wir m\u00fcssen fast 20 Minuten im gerammelt vollen Zubringerbus auf das Einsteigen warten. Dabei knallt mir die Klimaanlage direkt ins Genick und auf den Kopf. Ausweichen unm\u00f6glich.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/aircairo.jpg\" title=\"aircairo.jpg\" alt=\"aircairo.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Abendstimmung beim Flug. Beeindruckend, aber auch erschreckend war der Flug \u00fcber Kairo, der dauerte gef\u00fchlterma\u00dfen ewig, so gro\u00df ist diese Stadt.<\/p>\n<p>Der Flug selbst verl\u00e4uft unspektakul\u00e4r, die Einreise in Marsa Alam ist es ebenso, wir sind nach nicht einmal zehn Minuten drau\u00dfen, sie sind dort freundlich und ziemlich unb\u00fcrokratisch. Der Gro\u00dfteil der Touristen ist von der Sorte, die nach der Landung klatscht und dann f\u00fcr eine Woche an den Hotelpool verschwindet. <\/p>\n<p>Das Taxi bringt uns zum Hotel &#8222;PickAlbatros&#8220;, genauer zu einem der Hotels, die haben mehrere nebeneinander. An der Rezeption finden sie unsere Buchung nicht, was etwas nervig ist, denn es geht auf 23 Uhr zu und wir sind m\u00fcde. Dann die Nachricht, dass sie uns ein &#8222;Upgrade&#8220; in ein anderes Hotel geben. Dort angekommen stellt sich heraus, dass das Zimmer nur ein Doppelbett hat (mit nur einer Decke), was meinen Bruder etwas auf die Palme bringt.<br \/>\nSie versprechen uns ein Einzelbett hineinzustellen und ich bin den Hotelbesuch jetzt schon leid. Es gibt sogar noch ein wenig Abendessen f\u00fcr uns und auch die Klimaanlage l\u00e4sst sich abstellen.<br \/>\nWir sind auf Nummer sicher gegangen und schon am Mittwoch geflogen, obwohl wir erst am Donnerstag aufs Schiff gehen. <\/p>\n<p>Die Nacht ist leider schrecklich, die vielen Klimaanlagen machen sich bemerkbar, meine Nase ist zu und weil wir das Fenster offen lassen m\u00fcssen, qu\u00e4len die l\u00e4rmenden G\u00e4ste drau\u00dfen. <\/p>\n<p>Das Fr\u00fchst\u00fcck ist \u00fcppig, sehr \u00fcppig sogar, so dass jeder wirklich alles findet, was das Herz begehrt. Da bleibt kein Wunsch offen, leider entsteht dadurch auch eine immense Verschwendung an Lebensmitteln, was ich wiederum nicht so toll finde. Etwas weniger w\u00fcrde auch reichen, aber die Touristen wollen in ihrem Urlaub gerne verschwenderisch sein, den \u00dcberfluss genie\u00dfen, den sie m\u00f6glicherweise daheim nicht haben. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/sweet.jpg\" title=\"sweet.jpg\" alt=\"sweet.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein Teil des S\u00fc\u00dfigkeitenbuffets. <\/p>\n<p>Es ist nicht nur der \u00dcberfluss, es ist auch die sagenhafte Ressourcenverschwendung. Plastik, Metall &#8211; der M\u00fcll landet in \u00c4gypten im Meer oder hinter der n\u00e4chsten D\u00fcne. Wer das nicht glaubt, braucht nur hundert Meter jenseits der K\u00fcstenstra\u00dfe hinter den n\u00e4chsten H\u00fcgel zu schauen oder auf eine der flachen Inseln im Nordteil des Roten Meeres zu gehen. Die bestehen fast nur mehr aus Plastikabfall.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/butter.jpg\" title=\"butter.jpg\" alt=\"butter.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die winzige Butterportion, unglaublich aufw\u00e4ndig verpackt. Nach drei Sekunden Gebrauch ist sie M\u00fcll, der zu 100% nicht wiederverwertet wird, zumindest in \u00c4gypten.<\/p>\n<p>Nach einer m\u00fchsamen Wartezeit (ich finde Warten generell m\u00fchsam, besonders aber bei Reisen) kommt das Taxi, um uns zum Schiff zu bringen.<\/p>\n<p><strong>Das Schiff<\/strong><\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/gd4.jpg\" title=\"gd4.jpg\" alt=\"gd4.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Unser Schiff<\/p>\n<p>Die Golden Dolphin IV ist das neueste, gr\u00f6\u00dfte und sch\u00f6nste Schiff der Flotte. Es hat ca. 10 Mio Euro gekostet, ist ein Stahlschiff und speziell f\u00fcr Tauchsafaris gebaut.<br \/>\n46 Meter L\u00e4nge, f\u00fcnf Decks, 2 Cummins-Dieselmotoren mit je 1.500 PS, ein Gewicht von 420 Tonnen, 3 Generatoren und eine extrem leistungsstarke Kompressoranlage zum Bef\u00fcllen der Tauchflaschen. Es ist Platz f\u00fcr 28 G\u00e4ste und ca. 20 Mann Crew.<br \/>\nDas Schiff ist erst in seinem dritten Jahr auf See und das merkt man &#8211; alles ist noch fast wie neu.<br \/>\nDer Whirlpool am Oberdeck sieht am Prospekt gut aus, wird aber fast nie verwendet. Bei der Fahrt muss er sowieso ausgelassen werden und auch das Bild, das ich habe machen lassen, ist ein Fake: Das Wasser war kalt, die Bierdose habe ich nie ge\u00f6ffnet (alkoholfreie Woche an Bord) und die Sonnenbrille war sinnlos, dahinter sieht man den letzten Rest der Abendd\u00e4mmerung, es war schon recht dunkel.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/jacu.jpg\" title=\"jacu.jpg\" alt=\"jacu.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Guido macht auf l\u00e4ssig im Whirlpool. Ein Fake<\/p>\n<p>Kein Fake ist die hervorragende und perfekt aufs Tauchen abgestimmte Ausstattung des Schiffs. Das beginnt bei der Sicherheit (Sauerstoffflaschen, Feuerl\u00f6scher etc.) und geht bis zur F\u00fcllung der Flaschen, die pro Flasche nur ca. 1,5 Minuten dauert. Platz ist sowieso \u00fcberall reichlich vorhanden, die Kabinen sind kleine Hotelzimmer, jedes mit einem Bad und WC ausgestattet.<\/p>\n<p>Als mein Bruder Peter und ich an Bord kommen &#8211; wir sind bis auf Tatjana die ersten G\u00e4ste, weil schon zu Mittag da &#8211; bekommen wir eine Kabine ganz unten zugeteilt. Die war zwar sehr sch\u00f6n, liegt aber etwas \u00fcber der Wasserlinie und hat daher keine Fenster, die man \u00f6ffnen kann. Daher braucht man die Aircondition, was f\u00fcr mich, vor allem aber f\u00fcr Peter eigentlich nicht in Frage kommt.<br \/>\nNun haben wir das Problem, dass die Kabinen ja schon im Vorfeld zugewiesen werden. Wir hatten vergessen einen entsprechenden Wunsch zu \u00e4u\u00dfern, weil wir das Schiff ja nicht kannten und die Sache mit den verschlossenen Fenstern nicht wussten.<br \/>\nDie L\u00f6sung w\u00e4re eine Kabine ein Deck weiter oben, weil dort gibt es Fenster, die man \u00f6ffnen kann und somit keine Klimaanlage braucht.<br \/>\nAlso m\u00fcssen wir versuchen, schnell eine L\u00f6sung zu finden. Wir bitten einen der Boys (von der Mannschaft ist noch niemand da und die Guides auch nicht) im B\u00fcro anzurufen. Am Telefon haben wir dann Hazem, der sich als einer der Guides vorstellt und meint, er w\u00fcrde schauen, was sich machen l\u00e4sst.<br \/>\nEin paar Minuten sp\u00e4ter kommt der R\u00fcckruf: zwei G\u00e4ste w\u00e4ren bereit mit uns zu tauschen. Wir sind dankbar und happy, dass unser Problem gel\u00f6st werden konnte.<\/p>\n<p>Ich war in den letzten zwanzig Jahren schon auf der Golden Dolphin 1, 2 und 3. Alles wunderbare und gut ausgestattete Tauchschiffe, kein einziges reicht aber an die 4er heran.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/gd34.jpg\" title=\"gd34.jpg\" alt=\"gd34.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: L\u00e4ngenvergleich zwischen der Golden Dolphin 3 links und der Golden Dolphin 4 rechts. Die 4er hat auch ein Deck mehr.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/briefingraum.jpg\" title=\"briefingraum.jpg\" alt=\"briefingraum.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Peter im Briefingraum. Er wird auch zwischen den Tauchg\u00e4ngen zum Entspannen gen\u00fctzt, manch einer sieht sich Tauchdokus am riesigen Fernseher an und es gibt rund um die Uhr frisches Obst und Kekse zur freien Entnahme. Gut zu sehen sind auch die Taschentuchboxen, die am ganzen Schiff verteilt sind und reichlich gen\u00fctzt werden, vor allem von denen, die gerade einen Schnupfen zu bek\u00e4mpfen haben. <\/p>\n<p>Vor zehn Jahren fuhren ca. 70 Safarischiffe am Roten Meer, heute sind es ca. 115. Die verschiedenen Krisen wie instabile politische Lage oder Corona haben dem Tourismus wenig bis gar nicht geschadet. Ich wage trotzdem eine Prognose: In zehn Jahren fahren hier nur mehr zehn Prozent der Schiffe. Auf die Gr\u00fcnde gehe ich sp\u00e4ter noch genauer ein.<br \/>\nDie \u00e4lteren, kleineren Safarischiffe wurden tw. irgendwohin verkauft, etwa in den Oman oder nach Eritrea, einige fahren heute als Tagesboote herum und bringen Schnorchler und Taucher zu den diversen Riffen nahe der K\u00fcste. Es ist wie bei den Autos: alles wird immer gr\u00f6\u00dfer, luxuri\u00f6ser, bequemer, aber auch umweltzerst\u00f6render. Das gilt f\u00fcr die Safarischiffe ganz besonders, denn sie brauchen bei mehr Gr\u00f6\u00dfe deutlich mehr Treibstoff.<br \/>\nGut kann man die Entwicklung an den Zodiacs erkennen &#8211; jedes Safarischiff hat zwei davon, sie werden bei fast jedem Tauchgang gebraucht um die Taucher zum Einstieg zu bringen bzw. aufzusammeln, wenn sie es nicht bis zum Schiff zur\u00fcck schaffen.<br \/>\nDie neueste Entwicklung sind Zodiacs mit Steuerstand und Einstiegsleiter &#8211; manche haben sogar zwei davon, was ein wenig \u00fcbertrieben erscheint. Wahrscheinlich hat ein Safariboot damit begonnen und alle anderen sind nachgezogen. Das ist durchaus eine erfreuliche Entwicklung, weil das Einsteigen vor allem bei Wellengang war immer ein unw\u00fcrdiges Schauspiel. Jetzt ist das wesentlich einfacher.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/tzodiac.jpg\" title=\"tzodiac.jpg\" alt=\"tzodiac.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Bereit um zum Tauchplatz zu fahren. Die Einstiegsleiter ist gut sichtbar, das Lenkrad halb verdeckt.<\/p>\n<p>Der Umweltaspekt spielt genau genommen an jeder Ecke eine Rolle. Ein Beispiel ist das Wasser. Die gro\u00dfen Schiffe haben einen Watermaker an Bord, der macht aus Meerwasser S\u00fc\u00dfwasser, braucht daf\u00fcr aber jede Menge Energie, die wiederum aus dem Dieseltreibstoff \u00fcber die Generatoren erzeugt wird. Fr\u00fcher musste man noch Wasser sparen, heute bekommt man den Komfort so lange und so oft duschen zu k\u00f6nnen wie man will.<br \/>\nUnsere Guides haben zwar betont, dass wir das m\u00f6glichst nicht tun sollen, also ein kurzes Absp\u00fclen nach jedem Tauchgang und am Abend eine normale Dusche schon, aber nicht eine halbe Stunde 4x am Tag oder so.<br \/>\nDas wurde auch beherzigt, erscheint mir aber als Tropfen auf den hei\u00dfen Stein. <\/p>\n<p>Generell sind die G\u00e4ste gewissen Umweltschutzvorgaben durchaus zug\u00e4nglich &#8211; es gibt z.B. zwar Plastikwasserflaschen an Bord, wir wurden aber gebeten, mit m\u00f6glichst wenig davon auszukommen. Daf\u00fcr gibt es an jeder Ecke die gro\u00dfen Wasserspender, aus denen man noch dazu gek\u00fchltes Trinkwasser in Becher oder eben eigene Plastikflaschen abf\u00fcllen kann. Aber auch die Wasserspender brauchen Strom und das Wasser muss in gro\u00dfen Mengen mit dem LKW herbeigeschafft werden. Dazu kommt die Fabrik, in der die gro\u00dfen Beh\u00e4lter bef\u00fcllt werden etc.<br \/>\nIn den Hotels ist der Ressourcenaufwand f\u00fcr das Wasser noch h\u00f6her, denn es gibt dort &#8211; wir befinden uns in der W\u00fcste &#8211; kein S\u00fc\u00dfwasser, es muss alles aus Meerwasser erzeugt werden.<br \/>\nDas f\u00fchrt in \u00c4gypten so weit, dass es mitten in der W\u00fcste Golfpl\u00e4tze gibt (z.B. bei El Gouna), die mit Spezialgras bepflanzt werden, das einen gewissen Restsalzgehalt im Wasser aush\u00e4lt.<br \/>\nWeil manche Menschen sich einbilden mitten in der W\u00fcste Golf spielen zu m\u00fcssen. So wie manche in Dubai Skifahren. Umweltm\u00e4\u00dfig ein Irrsinn, aber wenn man den Preis daf\u00fcr nicht zahlen muss, ist es halt egal.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/bar.jpg\" title=\"bar.jpg\" alt=\"bar.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Hauptdeck mit einer Bar. Dort gibt es eine Kaffeemaschine, einen Wasserkocher, Gl\u00e4ser, K\u00fchlschr\u00e4nke und noch einiges mehr. Alle k\u00f6nnen sich rund um die Uhr dort bedienen. Tee und Kaffee wurden auch st\u00e4ndig getrunken, noch vor dem Early-Morning-Dive und bis zum Schlafengehen. Rechts sieht man die Wasserbeh\u00e4lter f\u00fcr die Spender. Nervig die T\u00fcre in den Briefing-Raum, die immer geschlossen gehalten werden muss. Jeder, der raus- oder reingeht, muss sie mit einem Schnapperl verschlie\u00dfen, das ist echt m\u00fchsam. Der Grund: Dahinter beginnt die Arktis, denn der Raum wird runtergek\u00fchlt bis zur Gefriergrenze, so wie auch der Speisesaal, die G\u00e4nge und die Kabinen. Argumentiert wird das mit der Notwendigkeit Schimmel und Kondenswasser zu vermeiden plus dem Wunsch mancher G\u00e4ste, k\u00fchle R\u00e4ume zu haben. Drau\u00dfen hatte es ja 30 Grad, wobei wir hier von Oktober sprechen, im Sommer hat es hier 40 Grad oder mehr.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/tauchdeck.jpg\" title=\"tauchdeck.jpg\" alt=\"tauchdeck.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das gro\u00dfe Tauchdeck. Gut zu erkennen ist die hochwertige Ausstattung, etwa ein breiter Abgang mit dem speziellen Holzboden, der superschnell trocknet, leicht zu reinigen ist und sich in allen Freibereichen findet. Er war superteuer, ist aber eine qualitative Aufwertung. Die Niro-Box gibt es zwei Mal, sie wird mit S\u00fc\u00dfwasser gef\u00fcllt und dort kommen nach dem Tauchgang die empfindlichen Teile wie Brillen, Computer sowie die Fotoausr\u00fcstungen und Lampen hinein. Die beiden Flossen geh\u00f6ren meinem Bruder und mir.<\/p>\n<p>Die G\u00e4ste an Bord haben sich meiner Wahrnehmung nach an all die Vorgaben gehalten, sowohl was den Wasserflaschenverbrauch als auch das Duschen anbelangt.<br \/>\nDaf\u00fcr ist der Verbrauch der Softdrink-Dosen enorm, was die Umweltbilanz wieder ordentlich zusammenhaut. Die Softdrinks sind im Preis inkludiert, lediglich Bier und Wein muss man zahlen, eine 0,5er-Dose kostet 3,50 Euro, eine Flasche s\u00fcdafrikanischer Wein 25 Euro.<br \/>\nBier wurde nur wenig getrunken, wie die Stricherlliste am Ende der Woche gezeigt hat, Cola-Dosen und \u00e4hnliches jedoch in gro\u00dfen Mengen.<br \/>\nDa es in \u00c4gypten keine M\u00fclltrennung und somit auch keine Wiederverwertung gibt, landet der gesamte M\u00fcll auf Deponien (im besten Fall), hinter einer D\u00fcne (nicht so gut) oder im Meer (katastrophal)<\/p>\n<p>Der M\u00fcll am Schiff wird jedenfalls nicht \u00fcber Bord gekippt, bis auf die Speisereste, die werden auf hoher See entsorgt oder mit dem Zodiac ein paar hundert Meter vom Riff entfernt ins Meer geworfen, um nicht Haie anzulocken (auch wenn die Taucher sie gerne sehen).<br \/>\nDie F\u00e4kalien werden aber ins Meer gelassen, und zwar geschieht das automatisch, wenn ein Tank voll ist. Hin und wieder taucht man dann durch so eine Wolke und ob die vom eigenen oder von einem anderen Schiff ist, bleibt sich gleich.<\/p>\n<p>Das Service an Bord ist hervorragend, die Matrosen sind allesamt junge M\u00e4nner, gut ausgebildet oder zumindest gut angelernt. Sie sind auf Dienstleistung programmiert und helfen schnell, wenn es notwendig ist &#8211; ob das jetzt ein wenig WD40 f\u00fcr meinen Brillenb\u00fcgel ist oder ein frisches Handtuch.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/boys.jpg\" title=\"boys.jpg\" alt=\"boys.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Zwei der netten jungen \u00c4gypter, die uns den Aufenthalt sehr angenehm gestalteten<\/p>\n<p>Das Essen ist ebenfalls hervorragend, abwechslungsreich, immer mit Fisch, Huhn, viel Gem\u00fcse und Salaten. Wer will, kann sich an Bord ausgesprochen gesund ern\u00e4hren. Im Laufe der letzten 25 Jahre hat sich das irgendwie durchgesetzt, dass es auf den Safaribooten gutes Essen gibt, ich kann mich an keines erinnern, wo das nicht der Fall war. Diesmal war alles noch eine Stufe h\u00f6her, weil vielf\u00e4ltiger und wirklich gut gekocht. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/essen.jpg\" title=\"essen.jpg\" alt=\"essen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Calamari, vegetarische Maki, dahinter \u00fcberbackene Erd\u00e4pfel &#8211; es gibt drei Mal am Tag Buffet.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/essen2.jpg\" title=\"essen2.jpg\" alt=\"essen2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Salate, Rindsragout, Reis, Nudeln etc.<\/p>\n<p>Wenn ich die Golden Dolphin IV mit den Schiffen vergleiche, auf denen ich Anfang der 2000er-Jahre war, so ist das heute purer Luxus. Die alten Schiffe waren halb so gro\u00df, hatten aber auch 16 G\u00e4ste an Bord. Es gab keine Zimmer mit Bad und WC, sondern enge Kaj\u00fcten mit Stockbetten und einem indischen Klo (am Ende des Ganges). Da wir damals aber nichts anderes kannten, st\u00f6rte uns das nicht und die Tauchg\u00e4nge waren &#8211; dazu komme ich noch &#8211; wesentlich sch\u00f6ner, wenn auch oft schwieriger.<br \/>\nAm meisten sp\u00fcre ich den Unterschied bei langen \u00dcberfahrten. Da konnte es bei den fr\u00fcheren Safaribooten schon passieren, dass du in der Nacht bei jeder Welle in der Luft schwebst. Unser Schiff hingegen ist so gro\u00df, schwer und au\u00dferdem aus Stahl, dass der (bei dieser Safari eh nie hohe) Wellengang fast nicht zu sp\u00fcren war.<br \/>\nEs gibt nur eine einzige Sache, die sich die ganz neuen mit den ganz alten Booten teilen: Du darfst kein WC-Papier ins WC werfen, das ist streng verboten. Seit immer schon haben sie ganz schmale Rohre, die durch das Papier sehr schnell verstopfen, was immer eine riesige Schweinerei verursacht. Das Papier kommt in eine kleine Plastiktonne, die einmal am Tag geleert wird.<br \/>\nAuf dieser Tour haben sich alle daran gehalten.<\/p>\n<p><strong>Die Taucher:innen<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man keinen Vollcharter hat, wei\u00df man nat\u00fcrlich nicht, wer aller an Bord sein wird. Das ist meistens eine gemischte Partie mit Taucherinnen und Tauchern aus der ganzen Welt. Diesmal waren es 4 aus \u00d6sterreich, 9 aus Deutschland und 13 aus der (West)Schweiz.<br \/>\nSomit wurde an Bord Deutsch, Franz\u00f6sisch, Englisch und Arabisch gesprochen. Weil die &#8222;Welschen&#8220;, also die franz\u00f6sischsprachigen Schweizer, miteinander franz\u00f6sisch sprachen und die anderen Deutsch, gab es eine gewisse Trennung, etwa beim Essen, beim Tauchen, aber auch am Abend an Deck. Ich war einer von denen, die da eine Br\u00fccke schlagen konnten, denn erstens kann ich (noch) ein wenig Franz\u00f6sisch und zweitens sprachen einige Schweizer auch Deutsch. Verst\u00e4ndigen konnten sich alle sowieso, wenn es notwendig war.<\/p>\n<p>Der wohl schr\u00e4gste und witzigste Typ an Bord ist Jose, ein alter Hase des Tauchens in \u00c4gypten, der selbst schon Safariboote besessen hat und auch Anteile an der Golden Dolphin hat. Er ist auch zugleich der Guide f\u00fcr die Schweizer, bis auf Tatjana aus Z\u00fcrich, die bei unserer Gruppe dabei ist, weil Deutsch sprechend.<\/p>\n<p>Das taucherische Niveau ist recht hoch, es gibt etliche Tauchlehrer an Bord, bis hin zu Carsten, der Tech-Instruktor ist und H\u00f6hlentaucher und sonst noch einiges. Das war f\u00fcr alle ein Vorteil, weil das gesamte Tauchen durch die gro\u00dfe Routine zu einer entspannten Sache wurde. Es gab wenig technische Defekte und fast keine Hoppalas wie vergessene Flossen oder versenkte Taucherbrillen.<br \/>\nAuch unter Wasser merkte man die Erfahrung aller Taucher:innen, beim Einstieg aus dem Zodiac oder wenn es darum ging einander nicht im Weg herumzutauchen.<\/p>\n<p><strong>Das Tauchen<\/strong><\/p>\n<p>Fast alle Taucher:innen hatten ihre eigene Ausr\u00fcstung mit. Meine ist eine der \u00e4ltesten, die Tarierweste ist 30 Jahre alt und funktioniert immer noch hervorragend. Damals war die Qualit\u00e4t noch wesentlich besser als heute, leider. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/jacket.jpg\" title=\"jacket.jpg\" alt=\"jacket.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die alte, aber gute Tarierweste ist schon auf der Flasche befestigt und bleibt dort auch f\u00fcr den Rest der Woche. Jeder Taucher hat seinen fixen Platz mit einer Kiste darunter, in der die \u00fcbrigen Teile der Ausr\u00fcstung auf den n\u00e4chsten Tauchgang warten. Die Flaschen werden am Platz bef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Wichtig sind stets die Tauchguides. Das sind in \u00c4gypten meistens \u00c4gypter und normalerweise haben sie sehr viel Erfahrung, kennen alle Riffe und sind Profis f\u00fcr das Safaribusiness. Wir haben diesmal Hazem und Omar, wobei zweiterer auch sehr gut Deutsch spricht.<br \/>\nTauchguide ist kein einfacher Job, denn die Touristen verlangen stets H\u00f6chstleistungen. Als Guide musst du immer gut gelaunt sein und dich quasi auf jeden Tauchgang freuen. Du darfst nie krank sein und musst allen zu jeder Zeit f\u00fcr jedes Anliegen zur Verf\u00fcgung stehen.<br \/>\nWenn man bedenkt, dass die Saison fast rund ums Jahr geht und die Guides eine Gruppe am Donnerstag Vormittag verabschieden und die n\u00e4chste am Donnerstag Nachmittag willkommen hei\u00dfen, l\u00e4sst sich erahnen, dass das herausfordernd sein kann.<br \/>\nUnsere Guides waren im Laufe der Woche nicht ganz gesund und das ist das schlimmste, was dir passieren kann. Eine verstopfte Nase &#8211; vergiss den Tauchgang. Und selbst wenn du ins Wasser gehst, bist du nachher kaputt. Au\u00dferdem musst du nicht nur einfach ins Wasser, sondern den Tauchgang f\u00fchren, d.h. stets auf alle achten, bereit sein einzugreifen wenn irgendwas passiert und au\u00dferdem noch mit einem 360-Grad-Blick alles sehen, was es zu sehen gibt und die Taucher:innen darauf aufmerksam machen.<br \/>\nUnd wenn ein Tauchgang einmal nicht perfekt ist, weil die Str\u00f6mung doch anders ist als erwartet, gibt es sofort Kritik und Zweifel an deiner Kompetenz.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/hazem.jpg\" title=\"hazem.jpg\" alt=\"hazem.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Links der Kapit\u00e4n im Gespr\u00e4ch mit Hazem, einem unserer beiden Tauchguides<\/p>\n<p>Wir waren f\u00fcr die Guides wenigstens keine schwere Aufgabe, weil die Taucher:innen sich alle sehr gut um sich selbst k\u00fcmmern konnten und auch schwierigere Tauchg\u00e4nge kein Problem waren, etwa mit st\u00e4rkerer Str\u00f6mung, die es in dieser Woche aber eh fast nicht gab.<br \/>\nF\u00fcr jeden Tag gibt es einen Tauchplan, der am Oberdeck h\u00e4ngt. Bei den meisten Tauchtouren gibt es vier Tauchg\u00e4nge pro Tag, wir hatten diesmal leider nur einen Nachttauchgang, weil in den Marineparks das Nachttauchen verboten ist. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/plan.jpg\" title=\"plan.jpg\" alt=\"plan.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Tafel mit dem t\u00e4glich neuen Tauchplan.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzt wird der Plan durch das Briefing vor jedem Tauchgang. Hazem ist noch von der alten Schule und zeichnet die Tauchpl\u00e4tze auf Whiteboards. Inzwischen haben alle Schiffe gro\u00dfe Flachbildschirme, auf denen die fertigen Bilder aufgerufen werden. Dann wird der Tauchgang ausf\u00fchrlich besprochen: Was es alles zu sehen gibt, wie tief wir gehen, wo wahrscheinlich Str\u00f6mung zu erwarten ist und noch vieles mehr.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/bild.jpg\" title=\"bild.jpg\" alt=\"bild.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Daedalus-Riff. Anhand dieser Zeichnung werden die Tauchg\u00e4nge geplant &#8211; etwa ob man die Ost- oder die Westseite betaucht, wo das Schiff festgemacht hat usw.<\/p>\n<p>Am Donnerstag Vormittag legte das Schiff ab und kurz danach gab es den ersten Tauchgang auf Abu Dabab Nr.6 &#8211; rechtzeitig bevor die Tagesschiffe da waren. Danach ging es in den S\u00fcden zu Elphinstone, leider ist das Betauchen von &#8222;The Arch&#8220; inzwischen verboten.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/elphinstone.jpg\" title=\"elphinstone.jpg\" alt=\"elphinstone.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das ist ein typisches Riff, lanzenf\u00f6rmig mit je einem Plateau an beiden Spitzen. Die Szene zeigt wie wir gerade ankommen und einer der Matrosen mit dem dicken Seil zum Riff f\u00e4hrt, um es dort an einer der Fixleinen (Mouring Lines) zu befestigen. So m\u00fcssen die Schiffe nicht am Riff ankern, was nat\u00fcrlich sowieso verboten ist.<\/p>\n<p>Nach dem zweiten Tauchgang geht es zur\u00fcck zu Abu Dabab, weil wir dort den (leider einzigen) Nachttauchgang machen k\u00f6nnen. Gl\u00fccklicherweise erwies sich der als Volltreffer. Highlight waren f\u00fcr mich die beiden Calamari, die am Bild nicht in ihrer ganzen Pracht herauskommen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/cala.jpg\" title=\"cala.jpg\" alt=\"cala.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: (von Jennifer Gary) Gute Bilder bei einem Nachttauchgang zu machen ist gar nicht leicht. Jenny hat daf\u00fcr die (erstaunlich tolle) GoPro genommen. Die Calamari schillerten violett-bunt und vor allem die riesigen Augen machen sie zu Geisterwesen unter Wasser.<\/p>\n<p>Als Jenny und Thomas gerade umgedreht haben, entdeckt Peter zwei spanische T\u00e4nzerinnen, die sind sowieso das Highlight eines jeden Nachttauchgangs. Leider hatten wir beide keine Kamera dabei.<br \/>\nIch tauche supergerne in der Nacht, die Eindr\u00fccke sind so ganz anders und die Nachttauchg\u00e4nge bleiben mir in Erinnerung, auch wenn sie schon drei\u00dfig Jahre her sind. Es ist generell so, dass ich mich an viele Tauchg\u00e4nge von fr\u00fcher erinnere, vor allem weil der Unterschied der Unterwasserwelt so eklatant ist.<\/p>\n<p>In der Nacht legen wir ab und fahren fast sieben Stunden in den S\u00fcdosten zum Daedalus-Riff. Das habe ich durch seine Hammerhai-Schule in bester Erinnerung und wir hoffen diesmal auch welche zu sehen.<br \/>\nDie Fahrt ist ruhig, es gibt wenig Wellen und wir kommen noch lange vor Sonnenaufgang an unserem Liegeplatz an. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/leucht.jpg\" title=\"leucht.jpg\" alt=\"leucht.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Daedalus in der Morgensonne<\/p>\n<p>Meine Nase ist immer noch ziemlich zu, das Tauchen sollte aber m\u00f6glich sein. In der Kabine ist es trotz offenem Fenster hei\u00df und stickig, die Temperatur ist f\u00fcr Oktober eigentlich zu hoch, wenngleich der Oktober der beste Monat ist, sozusagen zwischen Sommerhitze und Winterk\u00fchle.<\/p>\n<p>Daedalus ist ein gro\u00dfes Riff mit einem Leuchtturm. Die Tauchg\u00e4nge verlaufen leider erfolglos, die Haie lassen sich nicht blicken. F\u00fcr sie ist das Wasser einfach zu warm, wir messen auf 30 Meter Tiefe 29 Grad, das ist um 3 Grad zu warm f\u00fcr die Hammerhaie, die somit weiter unten bleiben und f\u00fcr uns au\u00dfer Reichweite.<br \/>\nDas einzige, was wir zu sehen bekommen, war ein Longimanus, also ein Wei\u00dfspitzen-Hochseehai. Das sind tolle Tiere, die recht neugierig sind und nahe an Taucher heranschwimmen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/jlong.jpg\" title=\"jlong.jpg\" alt=\"jlong.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: (Jennifer Gary) Ein Longimanus, gut an seinen geschwungenen Seitenflossen zu erkennen. Das Exemplar ist ca. 2 Meter lang.<\/p>\n<p>Erschreckend ist der Zustand des Riffs. Gesch\u00e4tzte 2\/3 der Hartkorallen sind von der Korallenbleiche betroffen. Wenn das Meer einige Zeit 32 Grad oder w\u00e4rmer ist, sto\u00dfen die Korallen ihre Partneralgen ab und die Polypen sterben. Zur\u00fcck bleiben bl\u00fctenwei\u00dfe Kalkskelette, die nach einiger Zeit von irgendwelchen Algen \u00fcberwuchert werden. Das ist dann der letzte Zustand eines toten Riffs.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/hbleich.jpg\" title=\"hbleich.jpg\" alt=\"hbleich.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: (Hannes Keppeler) Eine tote Koralle. Rundherum sind weitere gebleichte Korallen sichtbar, daneben bereits \u00fcberwucherte. Mehr dazu sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Das Riffdach war schon vor zwanzig Jahren nicht mehr sehr sch\u00f6n, jetzt ist es tot. Den Leuchtturm kann man immer noch besichtigen, eine willkommene Abwechslung, die gerne und meistens von allen in Anspruch genommen wird. Nach den drei heutigen Tauchg\u00e4ngen auf Daedalus haben wir Zeit, weil es ja keinen Nachttauchgang gibt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/pier.jpg\" title=\"pier.jpg\" alt=\"pier.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Auf einem Pier wandert man zum betonierten Sockel des Leuchtturms. Links daneben sieht man die Reste des alten Jettys, der schon seit Jahrzehnten vor sich hinrostet. Da macht sich auch niemand die M\u00fche ihn wegzur\u00e4umen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/guido.jpg\" title=\"guido.jpg\" alt=\"guido.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Meine Wenigkeit am Weg zum Leuchtturm<\/p>\n<p>Der Blick von oben entsch\u00e4digt f\u00fcr den m\u00fchsamen Aufstieg \u00fcber die steile Wendeltreppe. Interessanterweise wurde irgendwann die alte Fresnel-Linse (1822 entwickelt) gegen ein modernes LED-System ausgetauscht. Das ist nicht mehr so effizient, was aber egal ist, weil die Leuchtt\u00fcrme in GPS-Zeiten ohnehin nicht mehr gebraucht werden. Sie sind halt noch in Betrieb, inzwischen energiesparend. Aus nostalgischen Gr\u00fcnden vermisse ich die Fresnel-Linsen mit ihrer enormen Leuchtkraft. Wenn wir fr\u00fcher am Abend von einem Leuchtturm weggefahren sind, konnte man sein Licht noch stundenlang sehen, bis es irgendwann hinterm Horizont verschwunden war.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/linse.jpg\" title=\"linse.jpg\" alt=\"linse.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die moderne Linse<\/p>\n<p>Die Abendstimmung ist toll, einige von uns kaufen ein T-Shirt (davon leben die Leuchtturmw\u00e4rter) und dann genie\u00dfen wir noch den Abend.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/sundo.heic\" title=\"sundo.heic\" alt=\"sundo.heic\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Blick Richtung Westen. Weil es ungew\u00f6hnlich klar ist, sieht man sogar die Berge an der K\u00fcste. Das hatte ich noch nie.<\/p>\n<p>Nach dem etwas entt\u00e4uschenden Besuch von Daedalus geht es in den Norden zu den Brothers. Das sind zwei Inseln mitten im Roten Meer, zwei ehemalige Vulkane auf einem gemeinsamen Stock, der ca. 2,5 Kilometer lang ist. Die Inseln sind (wie die Riffe) lanzenf\u00f6rmig mit Riffd\u00e4chern und Plateaus auf jeder Seite. Big Brother ist n\u00f6rdlicher, Little Brother zwei Kilometer weiter s\u00fcdlich.<br \/>\nDas erkl\u00e4rt auch, warum es mitten im Roten Meer Riffe gibt. Es ist dort immerhin ca. 800 Meter tief. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/basalt.jpg\" title=\"basalt.jpg\" alt=\"basalt.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gut erkennbar ist der Basaltstock, das sind uralte, erkaltete Lavastr\u00f6me, also die Reste des Vulkans bei Big Brother<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/big.jpg\" title=\"big.jpg\" alt=\"big.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Big Brother, das Bild stammt von der R\u00fcckfahrt, als wir gerade abgelegt haben und Richtung Norden nach Hurghada unterwegs sind. Drei Safariboote liegen noch dort.<\/p>\n<p>Die Fahrt dauert die ganze Nacht, wir legen aber rechtzeitig f\u00fcr den Early-Morning-Dive an, und zwar beim Little Brother, weil dort weniger Schiffe sind. Das ist n\u00e4mlich so eine Sache mit den Safarischiffen, sie fassen alle ca. 20 Taucher:innen und alle haben nat\u00fcrlich ein Interesse an m\u00f6glichst sch\u00f6nen Tauchg\u00e4ngen. Die sind von den Tauchpl\u00e4tzen her begrenzt, in der Fr\u00fch etwa wollen alle die Sonnenseite. Wenn man Pech hat, werfen zur gleichen Zeit f\u00fcnf Tauchschiffe mittels zehn Zodiacs insgesamt etwa hundert Taucher ins Wasser. Dann wurlt es unter Wasser, vor lauter Luftblasen sieht man wenig bis nichts und das Tauchen ist nicht wirklich ein Genuss.<br \/>\nDaher sprechen sich die Kapit\u00e4ne der Schiffe untereinander ab, so dass nicht alle zur gleichen Zeit gehen. In der Fr\u00fch ist das schwierig, weil alle eben vor dem Fr\u00fchst\u00fcck tauchen gehen wollen. Wie der Tauchgang verl\u00e4uft, h\u00e4ngt aber von vielen Faktoren ab, einer ist die Str\u00f6mung. Gegen die kann man nicht ank\u00e4mpfen, wenn sie einen erwischt &#8211; also im Idealfall immer die ganze Gruppe, das ist wichtig &#8211; dann treibt man am Riff entlang. Das ist nicht ohne Charme, weil man tariert sich auf eine Tiefe aus und treibt gem\u00e4chlich am Riff vorbei. Das geht unterschiedlich flott, im Idealfall kommt man bis zum Schiff zur\u00fcck und erspart sich das Setzen der Boje und das Reinklettern ins Zodiac.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/little.jpg\" title=\"little.jpg\" alt=\"little.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Little Brother ist wirklich little, im Hintergrund ist Big Brother zu sehen, mit einer ganzen Menge Safarischiffe. Die Tagesboote d\u00fcrfen dort gar nicht hinfahren, die Vorschrift verlangt zwei Motore, was sie nicht haben. F\u00fcr unerfahrene Taucher sind die Brothers aber sowieso nix.<\/p>\n<p>Bei den Brothers versuchen die meisten Gruppen auf Haie zu gehen. Das bedeutet, man steigt oben an der n\u00f6rdlichen Spitze ein (mit leerem Jacket vom Zodiac hintenrum reinplumpsen lassen und sofort abtauchen auf ca. 5 Meter, dort sammeln und dann schauen, wo es hingeht) und versucht in Sichtweite des Riffs im Blauwasser zu warten, ob was vorbeischwimmt. Ich mache es kurz: Wir haben fast nichts gesehen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/hblue.jpg\" title=\"hblue.jpg\" alt=\"hblue.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: (Hannes Keppeler) Das ist Carsten im Blauwasser, der darauf wartet, dass irgendwas auftaucht. <\/p>\n<p>Was wir gl\u00fccklicherweise schon sehen konnten, war ein Fuchshai. Die sind eher selten und mit ihrer langen Schwanzflosse sehr leicht zu identifizieren. Ich hatte vor 15 Jahren genau am Little Brother schon einmal einen gesehen, diesmal war er aber viel n\u00e4her.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/fuchs.jpg\" title=\"fuchs.jpg\" alt=\"fuchs.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: (Jennifer Gary) Der Fuchshai, bei mir schwamm er nur ein paar Meter weit entfernt vorbei.<\/p>\n<p>Die Korallen bei den Brothers sind in \u00e4hnlich schlechtem Zustand wie bei Elphinstone und Daedalus, wenngleich es weniger Korallenbleiche gibt. Je weiter s\u00fcdlich, desto schlimmer, weil desto w\u00e4rmer ist das Meer, vor allem im Sommer. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es im Sudan oder noch weiter s\u00fcdlich aussieht.<br \/>\nAm Brutalsten finde ich die unfassbare Geschwindigkeit der Entwicklung. Die Korallenbleiche kam in diesem riesigen Ausma\u00df erst vor zwei Jahren. Auch wenn Jose meint, vor ein paar Wochen war noch alles super, ich kann ihm das leider nicht glauben. Auch die Annahme, dass sich das bald regenerieren wird, ist wohl mehr Wunschdenken und abseits aller Realit\u00e4t.<br \/>\nDamit kommen wir zu einem wichtigen Thema.<\/p>\n<p><strong>Das Sterben der Riffe<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Meine G\u00fcte, dann gibt es halt keine Korallenriffe mehr &#8211; wen st\u00f6rt das schon?&#8220; Diesen Satz werden wir in den n\u00e4chsten Jahren noch oft h\u00f6ren. &#8222;Deswegen werden wir auf die Steigerung unseres Wohlstands nicht verzichten&#8220; werden zwar weniger Menschen sagen, aber genau darum geht es.<br \/>\nDer Reihe nach.<\/p>\n<p>Schon Hans Hass hat in den 1960er-Jahren mit dem Tauchen aufgeh\u00f6rt, weil er die Entwicklung nicht mehr ausgehalten hat. Dabei war das damals erst der Beginn der Auswirkungen der Umweltzerst\u00f6rung, die Riffe waren noch in einem Zustand, der uns heute paradiesisch erscheinen w\u00fcrde. Hans Hass ist (kleines Outing) eines meiner Vorbilder. Seit Pioniergeist, sein Mut, seine Entschlossenheit sind bewundernswert, ich habe leider die Chance, ihn pers\u00f6nlich kennenzulernen, vers\u00e4umt. Gleichzeitig mit Jacques-Yves Cousteau hat er das moderne Tauchen erfunden und vieles, was heute die Basis darstellt. \u00c4hnlich wie Reinhold Messner punkto Bergsteigen hat er aber auch die Entstehung des heutigen Tauchtourismus ausgel\u00f6st. Seine Bilder der bunten Unterwasserwelt waren in den 1950er- und 60er-Jahren nicht nur neu, sondern auch h\u00f6chst attraktiv.<\/p>\n<p>&#8222;Die Touristen zerst\u00f6ren das, was sie suchen, indem sie es finden&#8220; ist der wohl passendste Spruch f\u00fcr das, was weltweit derzeit passiert, auch beim Tauchen.<br \/>\nIch darf mich da selbst nicht ausnehmen. Die Flugreise, das Schiff, das Hotel und noch einiges mehr &#8211; die Umweltbilanz so einer Tauchreise ist katastrophal.<br \/>\nDie Konsequenz zu ziehen und mit dem Tauchen aufzuh\u00f6ren, f\u00e4llt auch mir schwer und ich verlange sie von niemand anderem. Aber ich erlaube mir darzustellen, was ich sehe und welche Schl\u00fcsse ich daraus ziehe.<br \/>\nEs muss ja niemand lesen.<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcngliche Pracht der Korallenriffe ist heute nirgends auf der Welt mehr zu finden, genau genommen schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Tauchtourismus kam in den 1970er-Jahren richtig in Fahrt, indem er professionalisiert wurde. Es entstanden die gro\u00dfen Tauchsportvereinigungen wie PADI, CMAS und SSI. Die Ausr\u00fcstungsfirmen (allen voran Scubapro) erlebten ihre gr\u00f6\u00dfte Wachstumsphase und alles zusammen entwickelte sich zu einem Teil der Tourismusindustrie. Hurghada war in den 1970er Jahren ein Fischerdorf, heute hat es knapp 200.000 Einwohner und ist der gr\u00f6\u00dfte Tourismusort am Roten Meer. Sehen wir uns an, was Wikipedia dazu sagt:<\/p>\n<p>&#8222;Beim Kampf um die besten Pl\u00e4tze setzten Investoren Bootsstege und ganze Hotelkomplexe auf die Riffe. Dabei wurden an Hurghadas K\u00fcste \u00fcber 2 km\u00b2 Landfl\u00e4che durch Sandaufsch\u00fcttungen gewonnen. Dabei erstickte nicht nur die zugesch\u00fcttete Meeresfauna und Flora; durch verst\u00e4rkte Sedimentation und ver\u00e4nderte Str\u00f6mungsmuster ging auch ein Gro\u00dfteil der angrenzenden Korallenriffe zu Grunde.<\/p>\n<p>Durch die Anker der Tauchtouristenboote, die hohe Anzahl durchgef\u00fchrter Tauchg\u00e4nge mit h\u00e4ufig schlecht ausgebildeten Sporttauchern, das Aufwirbeln von Sand, das Abbrechen der Korallen als Souvenirs und das mangelnde Umweltbewusstsein der einheimischen Bev\u00f6lkerung haben die Riffe vor Hurghada schweren Schaden genommen. Sie sind auf lange Zeit schwer besch\u00e4digt oder gar zerst\u00f6rt. Die wissenschaftlich errechnete Vertr\u00e4glichkeitsgrenze von ca. 6000 Tauchg\u00e4ngen pro Jahr und Tauchplatz, bei deren \u00dcberschreitung Sch\u00e4den an den Riffen und der Unterwasserwelt exponentiell zunehmen, wurde bei Hurghada bereits Anfang des 21. Jahrhunderts zum Teil schon innerhalb eines Monats erreicht. Au\u00dferdem werden viele Abf\u00e4lle von den Booten oder Bootsstegen aus direkt in das Meer geworfen. Der Meeresgrund unter den Stegen und Anlegepl\u00e4tzen ist h\u00e4ufig von M\u00fcll bedeckt, von dem Gefahren f\u00fcr Tiere und Menschen ausgehen.&#8220; (Quelle: Wikipedia)<\/p>\n<p>Hurghada streckt sich \u00fcber 30 Kilometer an der K\u00fcste hin und w\u00e4chst immer noch. Als ich 2004 eine Woche segeln im Roten Meer war (das geht sich umweltm\u00e4\u00dfig zumindest einigerma\u00dfen gut aus), starteten wir in El Gouna, 20 km n\u00f6rdlich von Hurghada. Mit dem Taxi fuhr ich am Weg an einem riesigen Windpark vorbei, der aber nicht in Betrieb war. Als ich nachfragte, wurde mir erkl\u00e4rt, dass dieser Windpark \u00c4gypten im Zuge der Entwicklungshilfe von den G7-Staaten geschenkt worden war. Er wurde aber nie in Betrieb genommen, weil die \u00e4gyptische Regierung zeigen wollte, dass sie so einen Windpark nicht braucht und all ihre Energie durch \u00d6l decken kann.<\/p>\n<p>Wer eine Nordtour macht, kann vom Safarischiff aus unz\u00e4hlige ehemalige Bohrinseln sehen, die dem Verfall preisgegeben werden. Wenn ein \u00d6lfeld ausgebeutet ist, erschlie\u00dft man einfach das n\u00e4chste. Der Benzinpreis ist staatlich geregelt, ein Liter kostet ca. 20 Cent, bei uns zahlt man das Achtfache.<br \/>\nW\u00fcrde der Sprit so viel wie bei uns kosten, w\u00e4re eine Tauchsafari doppelt so teuer. Wir sind also alle Teil des Systems der Ausbeutung der Natur, wenn wir eine Reise dorthin machen, ob wir wollen oder nicht.<br \/>\nEs geht ja nicht nur um den Treibstoff, das gesamte Wasser wird durch das Verbrennen von \u00d6l gewonnen, das im \u00dcberfluss verwendete Plastik detto.<\/p>\n<p>Das alles bewirkt nicht nur die Klimakrise, sondern wirkt sich auf mehreren Ebenen auf die tropischen Meere aus. Die drei Hauptfaktoren f\u00fcr die Riffe sind folgende:<\/p>\n<p>1.) Die Erw\u00e4rmung der Meere. Die Wassertemperatur vor Hurghada wird auf Wikipedia f\u00fcr die Monate Juli und August mit 30 Grad angegeben, im Februar mit 22.<br \/>\nHeuer betrug sie im Sommer 32 Grad, das ist einfach zu viel f\u00fcr die Korallen, sie sterben ab. Marsa Alam liegt ca. 300 Kilometer weiter im S\u00fcden und wir hatten im Oktober 30 Grad und &#8211; wie schon erw\u00e4hnt &#8211; 29 Grad in 30 Metern Tiefe. Das ist ein Killer.<\/p>\n<p>2.) Die Betauchung<br \/>\nWahrscheinlich ist das der geringste Faktor, aber er spielt eine sichtbare Rolle. Begonnen hat das erst durch die Industrialisierung des Tauchsports. Inzwischen entsteht der Schaden nicht mehr nur direkt durch das, was die Taucherinnen und Taucher unter Wasser bewirken, sondern auch durch die Infrastruktur, die daf\u00fcr geschaffen wurde. Die Safariboote sind ein gutes Beispiel, die Fliegerei ein weiteres und alles, was rundherum noch notwendig ist, erg\u00e4nzt das Gesamtpaket.<br \/>\nUnter Wasser kommt es sehr darauf an, wer taucht und wie getaucht wird. Die erste Belastung entsteht durch unge\u00fcbte Taucher, die z.B. gerade erst ihren Tauchschein gemacht haben. Sie k\u00f6nnen noch nicht gut tarieren und sto\u00dfen daher unkontrolliert an die Korallen. Ein Ast braucht hundert Jahre um zu wachsen und ist in einem Augenblick abgebrochen.<br \/>\nEin bisschen was halten die Korallen schon aus und von diesen Sch\u00e4den k\u00f6nnen sie sich auch wieder erholen.<br \/>\nDie eigentliche Belastung entsteht &#8211; wie so oft &#8211; durch die Gesamtmenge vieler hunderttausender Taucher, die alle Korallenriffe dieser Welt bereisen.<br \/>\nDazu m\u00f6chte ich anmerken, dass es auch die Taucherinnen und Taucher sind, denen die Unterwasserwelt ein Anliegen ist und die sich f\u00fcr ihren Schutz einsetzen. Trotzdem bleibt aus meiner Sicht eine bedenkliche Entwicklung, n\u00e4mlich die Unterwasserfotografie. Jenny hatte eine kleine GoPro-Kamera an einem Stiel, mit der sie Filme machen konnte. Die Kamera ist leicht, klein und sie kann sie in einer Hand halten. Daraus entstehen keine Probleme. Dann gibt es aber auch die Taucher, die mehr oder wenige riesige Apparate mit sich herumschleppen. Sie m\u00fcssen, um ein gutes Foto zu machen, sich irgendwo abst\u00fctzen. Ich konnte bisher nur ganz wenige Fotografen beobachten, die frei schwebend fotografiert haben. Fast alle knien sich auf die Korallen oder halten sich mit einer Hand daran fest. Das richtet leider erheblichen Schaden an, die Priorit\u00e4t der Taucher liegt leider immer am Foto.<br \/>\nIch freue mich nat\u00fcrlich auch \u00fcber gute Bilder, das sind tolle Erinnerungen, aber derzeit sieht es f\u00fcr mich nach einer Entwicklung aus, die ich f\u00fcr zu extrem halte.<\/p>\n<p>3.) Die Verschmutzung der Meere. Das Rote Meer ist so etwas wie die S\u00fcdost-Tangente der Meere, unfassbar viel befahren. Obwohl man es heute per Satellit schon sehen kann, werfen alle Schiffe ihren Dreck ins Meer. Das allein ist es zwar noch nicht, aber die Summe allen Drecks \u00fcber viele Jahre und Jahrzehnte setzen dem Meer zu. Die Riffe liegen an der K\u00fcste, dort ist die Belastung aber noch viel h\u00f6her. Die Ressorts und Hotels an der K\u00fcste sind auf Gewinnoptimierung konzipiert, f\u00fcr Abfallentsorgung ist da meist kein Budget vorgesehen. Sie bauen daher Rohre ins Meer, die in hundert Metern Entfernung von der K\u00fcste die Abw\u00e4sser hineinleiten. (Ich habe diese Rohre selbst gesehen.) Diese Ressorts sind f\u00fcr ca. f\u00fcnf, maximal zehn Jahre Betriebsdauer gebaut. Dann sind sie abgewirtschaftet, die Elektrik am Ende, die Rohrleitungen kaputt etc.<br \/>\nDann m\u00fcssen sie ihren Gewinn eingespielt haben, koste es was es wolle. Danach werden sie einfach stehengelassen und man baut daneben das n\u00e4chste, neue Ressort.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/ressort.jpg\" title=\"ressort.jpg\" alt=\"ressort.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: S\u00fcdlich von Port Ghalib am Weg zu Elphinstone. Man sieht links ein Ressort in Bau, rechts daneben eines, das gerade in Betrieb ist.<\/p>\n<p>Die Ressorts und Hotels sind geschlossene Anlagen, die von den Touristen meist nur f\u00fcr Jeepsafaris und \u00e4hnliches verlassen werden. Sie besitzen alle Pools und sind zur G\u00e4nze klimatisiert. Sie sind aus Stahlbeton gebaut und haben einen enormen Ressourcenverbrauch in so ziemlich jeder Hinsicht, auch weil der Anspruch der Touristen st\u00e4ndig steigt: Statt einer normalen Dusche muss es eine Regenwalddusche sein, das neue Hotel hat eine noch gr\u00f6\u00dfere Pool-Anlage und ein um zehn Meter l\u00e4ngeres Buffet in jedem seiner vier Restaurants als das Hotel daneben.<br \/>\nDas bedeutet auch, dass t\u00e4glich Unmengen an Nahrungsmitteln weggeworfen werden, ich wage sogar zu behaupten, dass die Tourismusindustrie die Spitze der Wegwerfgesellschaft darstellt (und erinnere an das Beispiel mit dem Plastikbuttersch\u00fcsserl).<br \/>\nDer Hintergrund ist die Urlaubsgesellschaft, die auf dem Modell der Work-Life-Balance aufbaut. Dieser Begriff bedeutet, dass Arbeit kein Leben ist, sonst m\u00fcsste man der Arbeit ja nicht das Leben gegen\u00fcberstellen, als Gegensatz sozusagen.<br \/>\nDer Urlaub ist also die Zeit, in der ich nicht arbeiten muss und somit lebe. Zum Leben geh\u00f6rt das Genie\u00dfen, die Freizeit, die Entspannung &#8211; all das, was ich im Bergwerk nicht habe.<br \/>\nDaher ist der Urlaub da um zu genie\u00dfen, um das zu haben und zu holen, was man daheim nicht hat. Dazu geh\u00f6rt auch Luxus, also der Genuss des Nicht-Allt\u00e4glichen. Wer t\u00e4glich zehn Champagnerflaschen trinkt, weil er sie einfach zur Verf\u00fcgung hat (warum auch immer), wird den Champagner nicht mehr als Luxus empfinden. Luxus ist das Gegenteil von Verknappung, Luxus ist somit der Genuss der Verschwendung.<br \/>\nWer sich mit offenen Augen in einem Hotel an ein Buffet stellt, kann das beobachten: Viele Menschen nehmen sich wesentlich mehr, als sie essen k\u00f6nnen. Es ist ja im \u00dcberfluss da, ein kleines Abbild des Modells vom Schlaraffenland. <\/p>\n<p>Wer genie\u00dfen will, m\u00f6chte sich diesen Genuss m\u00f6glichst nicht tr\u00fcben lassen, etwa von Gedanken an Umweltschutz. Die schiebt man im Urlaub gerne weg (ich versuche das auch, schaffe es nur immer seltener), das geh\u00f6rt nicht zum sch\u00f6nen Teil des Lebens.<br \/>\nDeswegen versuchen wir es uns im Urlaub so angenehm wie m\u00f6glich zu machen &#8211; vielleicht mit Ausnahme der Abenteuerurlauber, aber das ist ein anderes Thema, in Hurghada gibt es die nicht.<br \/>\nAm Tauchschiff schon eher, der Early-Morning-Dive ist manchmal eine ungem\u00fctlichen Angelegenheit, vor allem, wenn es k\u00fchl ist und man in den nassen Tauchanzug hinein muss.<\/p>\n<p>Egal &#8211; auch an Bord versuchen wir so viel Luxus wie m\u00f6glich zu bekommen und die Golden Dolphin IV ist daf\u00fcr optimiert. In der W\u00fcste ist Wasser Luxus und Klimaanlagen sind es auch, genauso wie \u00fcberquellende Buffets mit all dem, was in der W\u00fcste nicht w\u00e4chst. (Einer der Gr\u00fcnde, warum ich nicht mehr auf die Malediven reisen werde &#8211; dort wird bis auf Kokosn\u00fcsse alles von weither importiert.)<br \/>\nLuxus bedeutet, dass es mir gut geht, wir greifen hier auf ein archaisches Muster der menschlichen Evolutionsgeschichte zur\u00fcck, das tief in uns sitzt. \u00dcber Jahrhunderttausende war der Mensch ein Mangelwesen, ist in Krisen verhungert und hat immer Zeiten \u00fcberstehen m\u00fcssen, die von Mangel gepr\u00e4gt waren.<br \/>\nErst seit wenigen Jahrhunderten, tw. seit wenigen Jahrzehnten ist das anders. Wir sind es gewohnt immer alles zu haben, was wir brauchen, im Idealfall im \u00dcberfluss.<br \/>\nJe mehr wir haben, desto mehr gew\u00f6hnen wir uns auch daran und empfinden irgendwann jede Art der Einschr\u00e4nkung als Zumutung, als unzumutbar.<br \/>\nDaraus leiten wir irgendwann ein Recht auf \u00dcberfluss und Luxus ab, das uns nicht genommen werden darf. Die Perversion (also die Entwicklung ins Krankhafte) dessen haben wir in der Corona-Krise erlebt, wo Menschen es als unzumutbare Freiheitseinschr\u00e4nkung empfunden haben, wenn sie ein paar Wochen bestimmte Formen von Luxus (Fitnesscenter, Skiurlaub, Restaurant etc.) nur eingeschr\u00e4nkt oder gar nicht genie\u00dfen konnten.<\/p>\n<p>Kehren wir mit diesem Beispiel zur\u00fcck an Bord der Golden Dolphin. &#8222;Na geh, schon wieder Fisch&#8220; war die Aussage, als uns das serviert wurde:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/hfisch.jpg\" title=\"hfisch.jpg\" alt=\"hfisch.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: (Hannes Keppeler) Mittagsbuffet an Bord<\/p>\n<p>Okay, die Aussage kam mit einem Augenzwinkern, aber wir alle sind in dieser Dynamik der \u00dcberflussgesellschaft gefangen. Der Ausbruch aus diesem Gef\u00e4ngnis ist schwierig und oft stellt sich die Frage, ob es herinnen nicht besser ist als drau\u00dfen. Selbstverst\u00e4ndlich bin ich selbst dagegen auch nicht gefeit, als wir in unserem Hotel einen Cocktail bekamen, motzte ich ordentlich, dass der nicht gut gemixt w\u00e4re, mit Orangensaft, der diese Bezeichnung nicht verdient etc.<\/p>\n<p>Wenn es in der Evolution reiche Jagdbeute gab, hat man sich meistens darum gestritten und dann so viel verschlungen wie man konnte &#8211; es war ja nicht klar, ob es am n\u00e4chsten Tag wieder was geben w\u00fcrde. Heute ist der \u00dcberfluss die Normalit\u00e4t und jede Abweichung wird als st\u00f6rend empfunden, als unzumutbare Normverletzung.<br \/>\nDie Grenzerfahrung von Corona hat interessanterweise nicht zu einer Besinnung gef\u00fchrt, sondern im Sinne der Konsumgesellschaft zu einem &#8222;jetzt erst recht mehr genie\u00dfen, wer wei\u00df, wie lange es noch geht&#8220;. Auf dieser Basis l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich keinerlei Umweltschutz entwickeln, das ist klar. Luxusmaximierung und Umweltschutz sind einander diametral.<\/p>\n<p>Es greift das alte, archaische Muster: Ich stopfe mir so schnell wie m\u00f6glich den Bauch m\u00f6glichst voll, vielleicht geht es morgen nicht mehr. &#8222;Jetzt noch einmal m\u00f6glichst viel die Welt bereisen, sobald das Fliegen teurer wird, geht das eh nicht mehr.&#8220; Das h\u00f6re ich in meinem Umfeld immer \u00f6fter.<br \/>\nDie Rekordflugzahlen zeigen, dass da m\u00f6glicherweise was dran ist. Erschreckend ist nur, dass wir dadurch zu einer Art pervertiertem Steinzeitindividuum werden &#8211; pervertiert deshalb, weil die Steinzeitmenschen sehr wohl an die Zukunft ihrer Kinder gedacht haben.<br \/>\nDas f\u00e4llt jetzt v\u00f6llig weg, wenn wir ihre Ressourcen heute schon selbst verbrauchen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Golden Dolphin. Dort ist gl\u00fccklicherweise allen klar, dass das Jammern auf hohem Niveau stattfindet, was das Schiff betrifft. Das Problem ist hier der Vergleich &#8211; wer an einem Riff schon einmal einen tollen Tauchgang gemacht hat, wird mit einem nicht so tollen unzufrieden sein. Das ist menschlich &#8211; es ist aber auch menschlich, das zu reflektieren und sein eigenes Denken (heute sagt man gerne &#8222;mindset&#8220; dazu) entsprechend anzupassen, \u00c4rger zu relativieren und sich auf das Sch\u00f6ne zu konzentrieren. Das hervorragende Essen wird z.B. von allen an Bord gesch\u00e4tzt, der \u00fcppige Platz \u00fcberall ebenso. Ich selbst bin nur unzufrieden, wenn die Tauchflaschen nicht gut gef\u00fcllt sind. Das kommt ein paar Mal vor und ergibt sich aus der Differenz zu anderen, die gut gef\u00fcllte Flaschen haben. Der \u00c4rger dar\u00fcber ist aber nicht gro\u00df und mit einer kleinen Bitte l\u00e4sst sich das binnen weniger Minuten erledigen.<br \/>\nDer Service an Bord ist wirklich gut, das geh\u00f6rt klar ausgesprochen. <\/p>\n<p>Es f\u00e4llt mir gar nicht leicht an die kaputten Riffe zur\u00fcckzudenken, aber ich muss meine gesch\u00e4tzten Leser:innen noch ein wenig damit besch\u00e4ftigen.<br \/>\nSehen wir uns das folgende Bild einmal genauer an:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/hfalter.jpg\" title=\"hfalter.jpg\" alt=\"hfalter.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: (Hannes Keppeler) Zwei Falterfische an einem Korallenstock<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren war dies ein bunter, kleiner Korallenstock mit einer Handvoll Hartkorallenarten, dazu eine Weichkoralle, ein oder zwei Seescheiden, vielleicht eine kleine Anemone und noch einige andere Pflanzen. In den Ritzen wohnten einige kleine Garnelen, es gab einen Seeigel, zwei Seesterne und noch viele andere kleine Tiere. Rundherum sind viele bunte Fische geschwommen.<br \/>\nDas folgende Bild (vor ca. 10 Jahren aufgenommen) zeigt auch nicht die ganze Pracht &#8211; vor allem die Farben fehlen, aber der Unterschied ist sichtbar<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/stock.jpg\" title=\"stock.jpg\" alt=\"stock.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Hier ist noch eine Vielfalt sichtbar &#8211; lebend!<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/hmaske.jpg\" title=\"hmaske.jpg\" alt=\"hfalter.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: (Hannes Keppeler) Ein Masken-Kugelfisch an einem fast komplett toten Korallenstock beim Nachttauchgang<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/hmoray.jpg\" title=\"hmoray.jpg\" alt=\"hmoray.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: (Hannes Keppeler) Eine Mur\u00e4ne an einem Riff. Man sieht die vielen toten Stellen, unterhalb der Mur\u00e4ne eine kleine Koralle, leider auch schon bleich, also relativ frisch abgestorben. An diesem Bild kann man gut sehen, wie das Riff vergeblich versucht sich zu regenerieren.<\/p>\n<p>Es sind aber nicht nur die kleinen Korallenst\u00f6cke, es ist vor allem das Gesamtbild, das mir Angst macht und in Bildern nicht gut darstellbar ist.<br \/>\nDie Korallenriffe nennt man nicht ohne Grund die Regenw\u00e4lder der Meere. Die unglaubliche Vielfalt der Lebewesen, die gigantischen Strukturen, die im Laufe von Jahrmillionen aufgebaut wurden. Derzeit sieht es so aus, als ob es das in wenigen Jahren (nicht einmal Jahrzehnten) nicht mehr oder nur mehr in Resten geben wird.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte die Problemlage aus meiner Sicht noch einmal zusammenfassen.<\/p>\n<p>1.) Die Sommer werden immer hei\u00dfer und es gibt keinen Hinweis darauf, dass sich diese Entwicklung irgendwann umkehren k\u00f6nnte. Selbst wenn es einmal ausnahmsweise einen k\u00fchlen Sommer gibt, \u00e4ndert das nichts an der Problematik.<\/p>\n<p>2.) Der Gro\u00dfteil der Korallen im Roten Meer ist jetzt schon tot bzw. stirbt gerade. Und das ist leider auch bei fast allen Riffen weltweit der Fall, das Great Barrier Reef in Australien als gr\u00f6\u00dftes Riff der Welt ist angeblich massiv gesch\u00e4digt, die Malediven ohnehin, auch die Karibik, Indonesien und viele andere ber\u00fchmte Gegenden mit tollen Riffen sind laut Berichten schwer unter Stress und bereits ziemlich kaputt.<\/p>\n<p>3.) Das ist alles nicht neu, das geschieht seit Jahrzehnten, mehr oder weniger schleichend. Obwohl die Meeresbiologen und andere Wissenschafter Alarm schlagen, geschieht eigentlich gar nichts. Da und dort gibt es Initiativen um Riffe zu sch\u00fctzen, hitzefeste Korallen zu finden und zu z\u00fcchten oder lokale Tauchverbote zu verh\u00e4ngen.<br \/>\nDas ist alles ehrenwert, in Summe aber wohl wirkungslos.<br \/>\nDas Problem liegt auch darin, dass die schleichende Entwicklung den Blick vernebelt. Es ist ja nur ein wenig schlimmer als vor drei Jahren. Und selbst wenn die Sch\u00e4den eklatant sichtbar sind, wie derzeit die Korallenbleiche, war ich auf dem Schiff der Einzige, der das zur Sprache brachte. Alle anderen haben versucht die Reste zu genie\u00dfen. (Falls ich jemandem Unrecht tue, bitte um Verzeihung. Da und dort habe ich in den Gespr\u00e4chen schon heraush\u00f6ren k\u00f6nnen, dass man die Entwicklung bedauert.) Und wenn ein Tauchort wie das Rote Meer kaputt ist, fliegt man dann halt irgendwo anders hin, wo es noch etwas besser ist. Das verst\u00e4rkt dann den Druck auf diese Gebiete.<\/p>\n<p>4.) Die Verschmutzung nimmt weiter ungebremst zu. Es gibt zwar heute schon die M\u00f6glichkeit per Satellit zu erkennen, wenn Schiffe ihren Dreck ins Meer lassen, aber ich habe noch nie geh\u00f6rt, dass es zu sp\u00fcrbaren Strafen oder anderen Konsequenzen gekommen ist. Viele Schiffe fahren auch extra hinaus, um Giftm\u00fcll im Meer loszuwerden, die ber\u00fchmte D\u00fcnns\u00e4ureverklappung ist hier ein Begriff. Gibt es Verbote, die auch exekutiert werden? Gibt es irgendeine Entwicklung weg vom Schwer\u00f6l, mit dem die meisten Frachter und Kreuzfahrtschiffe betrieben werden? Wird irgendwo weniger Plastik ins Meer geschmissen? Ich h\u00f6re immer nur von einer weiteren Steigerung, was ja auch logisch ist: Die Wirtschaft soll wachsen, dadurch werden mehr Dinge erzeugt und das ergibt mehr M\u00fcll, weltweit versteht sich.<\/p>\n<p>5.) Der Post-Covid-Effekt ist weltweit sichtbar: schnell noch genie\u00dfen, schnell noch ausn\u00fctzen, ich m\u00f6chte noch etwas erleben, ich m\u00f6chte mir etwas g\u00f6nnen, ich finde, die anderen sollen zur\u00fcckstecken, ich sicher nicht.<br \/>\nIn einer Welt, in der Egoisten f\u00fcr den Konsumwachstum gefragt sind (in jedem Haushalt braucht es eine Bohrmaschine, obwohl das ganze Haus nur eine br\u00e4uchte), In einer Welt, in der f\u00fcr viele Menschen das einzige, zumindest aber das gr\u00f6\u00dfte Gl\u00fccksversprechen die Konsumsteigerung ist, brauchen wir uns \u00fcber die derzeitige Entwicklung nicht wundern und auch nicht auf einen Gegentrend hoffen.<\/p>\n<p>6) In einer Welt, in der die Krisenmenge und -vielfalt st\u00e4ndig zunimmt oder es zumindest danach aussieht (die Medien f\u00fcttern das flei\u00dfig nach dem Motto &#8222;only bad news are good news), steigt der Wunsch nach Sicherheit und Bequemlichkeit. Das ist direkt kontr\u00e4r zum Umweltschutz, der dann konsequenterweise ausgeblendet wird. <\/p>\n<p>7.) Stark wachsende Bev\u00f6lkerungen rund um den Globus haben wachsende Bed\u00fcrfnisse, geleitet von der westlichen Konsumkultur. <\/p>\n<p>8.) Wir haben Kaskadeneffekte. a.) Die derzeitige Entwicklung an den Korallenriffen betrifft nicht nur die Korallen. Wenn sie tot sind, sterben auch die Korallenfische und danach alle Lebewesen, die sich von all dem ern\u00e4hren. Danach die Gro\u00dffische usw. Zus\u00e4tzlich fehlt dann der Korallensand an den K\u00fcsten, die dadurch st\u00e4rker erodieren, mehr Sedimente ins Meer bringen, wodurch die restlichen Korallen ersticken etc.<br \/>\nb.) Wenn die Riffe tot sind, kommen weniger Touristen. Dann m\u00fcssen die Preise steigen, was zu noch weniger Touristen f\u00fchrt. Wenn man die Preise jedoch senkt, geht das nur auf Kosten der Umwelt. (Abw\u00e4sser ins Meer leiten ist billiger als eine Kl\u00e4ranlage etc.)<\/p>\n<p>9.) Es gibt derzeit fast keine Bewusstseinsentwicklung, weil die Menschen a.) andere Sorgen haben, b.) nur wenig berichtet wird und c.) die Konsequenzen schwer vorstellbar sind, wenn man noch nie ein sterbendes Riff gesehen hat.<br \/>\nDas bedeutet aber auch, dass wir nur durch eine entsprechend sichtbare und sp\u00fcrbare Katastrophe lernen werden. Und die muss wahrlich gewaltig sein, wie wir an einigen Beispielen sehen k\u00f6nnen: Das Hochwasser in Nieder\u00f6sterreich Mitte September 2024 hat enorme Sch\u00e4den angerichtet. Der Tenor lautet aber: Der Staat soll die Sch\u00e4den bezahlen und dann machen wir so weiter wie bisher. Wird schon nix mehr passieren!<br \/>\nEs gibt keine, absolut keine Konsequenzen in Richtung Ma\u00dfnahmen zur Vermeidung solcher Hochw\u00e4sser. Man tut ein wenig gegen die Symptome, greift die Ursachen aber nicht an. <\/p>\n<p>10.) Wir halten die kognitive Dissonanz sehr gut aus: Unter Wasser bestaunen wir die Fische, ober Wasser essen wir sie. Ich als Gr\u00fcner zahle f\u00fcr die Erhaltung des Nationalparks und trage zugleich zu seiner Zerst\u00f6rung bei etc.<\/p>\n<p><strong>Die L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/strong><\/p>\n<p>Genau genommen gibt es keine, denn in einer hedonistischen Welt ist etwas anderes als ewige Konsumsteigerung nicht denkbar.<br \/>\nTrotzdem m\u00f6chte ich einige Ideen zur Diskussion stellen.<\/p>\n<p>1.) Mengenbeschr\u00e4nkungen<br \/>\nDas gibt es schon da und dort, eventuell k\u00f6nnten bestimmte Entwicklungen dadurch etwas abgefedert oder hinausgez\u00f6gert werden. <\/p>\n<p>2.) Einen Tag s\u00e4ubern, zwei Tage tauchen<br \/>\nDas widerspricht zwar dem Urlaubsgedanken und auch der Bequemlichkeit, k\u00f6nnte aber zur Bewusstseinsbildung beitragen. Unter Wasser befindet sich jede Menge M\u00fcll, den man raufholen und ordentlich entsorgen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/jseil.jpg\" title=\"jseil.jpg\" alt=\"jseil.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: (Jennifer Gary) Hazem hat ein altes Seil von einer Mouring-Line runtergeschnitten und nimmt es zum Schiff mit. Dort wurde es eingelagert und mit dem M\u00fcll in Hurghada entsorgt. <\/p>\n<p>3.) Kontrollierte, gewidmete Umweltabgaben<br \/>\nNur wenn ich wei\u00df, was damit gemacht wird, zahle ich gerne. Das gilt f\u00fcr Steuern und w\u00fcrde auch f\u00fcr Umweltabgaben gelten.<\/p>\n<p>4.) Ehrliche, sichtbare Umweltbilanzen<br \/>\nAuch das widerspricht dem st\u00f6rungsfreien Urlaubsgedanken, weil es ein schlechtes Gewissen machen k\u00f6nnte. Trotzdem w\u00e4re es interessant, welche Umweltbilanz tats\u00e4chlich durch so einen Tauchurlaub entsteht. <\/p>\n<p>5.) Ein Totem-Rifftier<br \/>\nOder auch eine Pflanze &#8211; egal. Damit ist gemeint, dass sich jeder Taucher ein Lebewesen aussucht, das ab da &#8222;seines&#8220; ist. F\u00fcr das \u00fcbernimmt er (sie) eine gewisse Verantwortung. Das k\u00f6nnte sein&#8230;<br \/>\n&#8230;Infos \u00fcber dieses Tier sammeln, wie ist der Bestand, wie geht es ihm, wie ist die Entwicklung etc.<br \/>\n&#8230;selbst aktiv f\u00fcr seinen Schutz werden, auf welche Art auch immer<br \/>\n&#8230;Botschafter f\u00fcr das Tier und seine Umgebung werden, Infos verbreiten etc.<br \/>\n&#8230;sich zu einer Gemeinschaft zusammenfinden, um Ideen und Aktionen zu diskutieren und gemeinsam umzusetzen. Das f\u00e4ngt bei Petitionen an und h\u00f6rt bei Sammelaktionen f\u00fcr die Erhaltung noch nicht auf. Auch die Wissenschaft k\u00f6nnte von solchen Gemeinschaften und dem gesammelten Wissen profitieren;<\/p>\n<p><strong>Der Rest der Reise<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind immer noch auf den Brothers. Die Korallenbleiche ist hier weniger als weiter im S\u00fcden, aber der Zustand der Riffe ist trotzdem katastrophal &#8211; vor allem, wenn man in Erinnerung hat, wie es fr\u00fcher war. Die unglaublichen Schluchten, Canyons, Buchten, Steilw\u00e4nde &#8211; das macht die Sch\u00f6nheit dieser Tauchpl\u00e4tze aus. Vor allem die Porenkorallen sind hier noch tw. in Ordnung, es ist auch etwas k\u00fchler als im S\u00fcden. Am Little Brother sind mit uns 6 Schiffe, ungef\u00e4hr 11 weitere am Big Brother, das ist viel, aber nicht sehr viel.<br \/>\nAm Abend gibt es dann das Gala-Essen. Das ist Teil jeder Safari und immer sehr nett. Diesmal wird das Abendessen am Oberdeck serviert, es gibt besonders liebevoll zubereitete Speisen und alle bekommen eine Verkleidung, was irgendwie auch ganz witzig ist.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/gala.jpg\" title=\"gala.jpg\" alt=\"gala.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Peter und Thomas sind f\u00fcr das Abendessen bereit<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/hcarsten.jpg\" title=\"hcarsten.jpg\" alt=\"hcarsten.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Links Carsten, rechts Hannes, vor allem Hannes geht als echter \u00d6lscheich durch<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/turkey.jpg\" title=\"turkey.jpg\" alt=\"turkey.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der liebevoll dekorierte Truthahn<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/matthias.jpg\" title=\"matthias.jpg\" alt=\"matthias.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: (Matthias) Das Gruppenbild am Galaabend<\/p>\n<p>Nach dem Essen genie\u00dfen wir noch die Abendstimmung und freuen uns, dass wir die Brothers ohne Komplikationen betauchen durften. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/sunsetbrother.jpg\" title=\"sunsetbrother.jpg\" alt=\"sunsetbrother.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Abendstimmung, dazu zwei Safariboote<\/p>\n<p>An diesem Bild kann man ein wenig den enormen Energieaufwand sehen, der f\u00fcr den Betrieb solcher Schiffe notwendig ist. Verbrannt wird Diesel, der auch die drei Generatoren antreibt, von denen mindestens einer rund um die Uhr l\u00e4uft. Das war fr\u00fcher anders, da wurde der Generator \u00fcber Nacht abgeschaltet, eventuell notwendiges Licht oder der Strom f\u00fcr die K\u00fchlschr\u00e4nke kam aus Batterien.<br \/>\nHeute geht das nicht mehr, allein die Klimaanlage w\u00fcrde jede Batterie sofort in die Knie zwingen. Die gro\u00dfen, modernen Schiffe haben einen massiv h\u00f6heren Energiebedarf. Hier im Vergleich eines der fr\u00fcheren Safarischiffe:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/mytala.jpg\" title=\"mytala.jpg\" alt=\"mytala.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die myTala ist ca. 25 Jahre alt und wesentlich kleiner als die modernen Schiffe. Die NileSat, mit der ich meine ersten Safaris gemacht habe, war noch einmal ein wenig kleiner.<\/p>\n<p>Nach den Brothers geht es auf die lange Fahrt Richtung Hurghada, die \u00fcber Nacht absolviert wird und ruhig verl\u00e4uft. Am letzten Tag gibt es noch zwei Tauchg\u00e4nge auf Small Giftun Island, das direkt vor Hurghada liegt. Der Early Morning Dive ist nett, weil nur wenige andere Schiffe da sind. Hier gibt es fast keine Korallenbleiche, wir sind ja noch einmal einiges n\u00f6rdlicher, fast 350 Kilometer von unserem s\u00fcdlichsten Punkt. Ich bin auch erstaunt, wie sehr sich das Riff trotz der enormen Betauchung irgendwie erhalten konnte, wenngleich hier auch viel kaputt ist, keine Frage.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/hirn.jpg\" title=\"hirn.jpg\" alt=\"hirn.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Guido bei einer Hirnkoralle. Die sind inzwischen recht selten und im S\u00fcden alle tot. <\/p>\n<p>Danach wird es heftig. Im Minutenabstand kommen Tagesboote, manche mit Tauchsch\u00fclern, die meisten mit Schnorchlern, die sie hier ins Wasser kippen. Das sind tausende pro Tag, sie kommen von den zahlreichen Hotels. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/tagesboote.jpg\" title=\"tagesboote.jpg\" alt=\"tagesboote.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Tagesboote kommen zu Dutzenden<\/p>\n<p>Dort werden diese Ausfl\u00fcge mit traumhaften Bildern einer bunten Korallenwelt angepriesen, als tollstes Abenteuer von \u00fcberhaupt. Softdrinks inklusive. In der Realit\u00e4t sieht das anders aus. Auf einem alten Kahn f\u00e4hrt man tuckernd und gedr\u00e4ngt hinaus, oft ohne Schatten, um dann eine Stunde mit vielen anderen die fast toten Riffe zu beschnorcheln.<br \/>\nAber es funktioniert, die meisten Menschen sehen das scheinbar nicht dramatisch und bezahlt hat man ja auch daf\u00fcr.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/schnorchler.jpg\" title=\"schnorchler.jpg\" alt=\"schnorchler.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Boote lassen die Schnorchler in gro\u00dfen Gruppen ins Wasser. Uns Taucher st\u00f6ren sie eigentlich nicht, wir sind sowieso viel tiefer unten.<\/p>\n<p>Der letzte Tauchgang ist dann der entspannteste, den auch nicht mehr alle mitmachen. Insgesamt sind es 17 Tauchg\u00e4nge, die ich machen konnte. Die beiden anderen aus \u00d6sterreich hatten auch eine entspannte Woche und lassen es sich mit einem Bier gut gehen:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/jenny.jpg\" title=\"jenny.jpg\" alt=\"jenny.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Jenny und Thomas vor Small Giftun Island<\/p>\n<p>Danach wird das Tauchzeug getrocknet und es geht zur\u00fcck nach Hurghada in den Hafen. Auf der Fahrt sehen wir eine sch\u00f6ne Jacht, die vor Anker liegt. Der Kapit\u00e4n f\u00e4hrt n\u00e4her heran um sich das Schiff genauer anzusehen. Google hilft schnell bei der Identifizierung: Es ist die &#8222;George Town&#8220; von den Virgin Islands, hat 60 Mio Dollar gekostet und ist f\u00fcr den Schn\u00e4ppchenpreis von 1,2 Mio f\u00fcr eine Woche zu mieten. Platz ist f\u00fcr 12 G\u00e4ste.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/mio.jpg\" title=\"mio.jpg\" alt=\"mio.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Luxusjacht<\/p>\n<p>Ich finde das Schiff wirklich fesch, m\u00f6chte es aber weder besitzen noch damit fahren. Es zeigt die Perversion unserer Welt, die auch wir in kleinerem Umfang leben. Die Tauchreise hat mich alles inklusive ca. 2.700 Euro gekostet. Ein durchschnittlicher \u00c4gypter verdient 200 Euro im Monat &#8211; davon kann man einigerma\u00dfen leben, meinte unser Taxifahrer. Meine Urlaubswoche hat deutlich mehr gekostet als er im Jahr verdient.<\/p>\n<p>Wir verbringen den Nachmittag jedenfalls am Oberdeck, plaudern \u00fcber die Woche, tauschen Ansichten aus und lassen es uns ein letztes Mal an Bord gut gehen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/oberdeck.jpg\" title=\"oberdeck.jpg\" alt=\"oberdeck.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Abh\u00e4ngen an Deck. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/omar.jpg\" title=\"omar.jpg\" alt=\"omar.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Omar und Hazem, unsere beiden Guides. Und weil wir zwar noch voll vom Mittagessen sind, eine Jause aber immer geht, gibt es jeden Nachmittag noch was Gutes: Kuchen, kleine Pizzast\u00fccke und noch vieles mehr. Verhungert ist hier noch niemand.<\/p>\n<p>Dann sind wir im Hafen. Sofort beginnt die Crew mit dem Wechsel, Nachschublieferungen kommen, Wasser wird nachgetankt, das Schiff wird gereinigt und wir kommen uns ein wenig \u00fcberfl\u00fcssig vor. Alle anderen werden am kommenden Tag in der Fr\u00fch bzw. am Vormittag von Bord gehen und heimfliegen &#8211; bis auf uns, wir bleiben noch einen weiteren Tag in einem Hotel gleich in der N\u00e4he.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/nachschub.jpg\" title=\"nachschub.jpg\" alt=\"nachschub.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Transporter bringen alles, was in der kommenden Woche gebraucht wird: Jede Menge Essen, neue Wassertanks, frische Bettw\u00e4sche und noch vieles mehr.<\/p>\n<p><strong>Nach der Safari<\/strong><\/p>\n<p>Am Abend machen Peter und ich noch einen kleinen Spaziergang durch Hurghada bzw. durch den Teil, in dem die kleine Marina f\u00fcr die Golden Dolphin-Schiffe liegt. Dort reiht sich ein Riesenhotel an das n\u00e4chste, wir haben f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag das &#8222;PickAlbatros Blu Spa&#8220; gebucht, nicht billig, daf\u00fcr &#8222;adults only&#8220;. Gleich daneben ist ein anderes Hotel der gleichen Gruppe mit riesigen Spielanlagen f\u00fcr Kinder.<br \/>\nDie Hotels gleichen einander, haben alle riesige Eingangshallen, im Stil brutalistisch-pseudoorientalisch &#8211; die geneigte Leserschaft merkt hier schon, dass ich kein Freund von Hotelaufenthalten bin. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/bluspa.jpg\" title=\"bluspa.jpg\" alt=\"bluspa.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Hotel von au\u00dfen.<\/p>\n<p>Innen sieht es auch nicht anders aus. Eine riesige Pool-Anlage mit brav germanisch reservierten Liegen, vier Restaurants und ein Strand mit weiteren Liegen. Es gibt kleine Sportanlagen und Animation f\u00fcr die Menschen ohne Seele (lat: anima), also f\u00fcr die, die nichts mit sich anzufangen wissen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/hotel.jpg\" title=\"hotel.jpg\" alt=\"hotel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Hotel innen<\/p>\n<p>Ich tu mir hier im Hotel auch schwer. Aber das ist ein Vorgriff, noch sind wir beim Spaziergang durch Hurghada. An jeder Ecke irgendein Laden, die Stra\u00dfe in grottenschlechtem Zustand, vor allem die Gehsteige sind \u00fcberall aufgebrochen. Wer sich wundert, warum es hier an jeder Ecke eine Apotheke gibt: Als wir in der D\u00e4mmerung entlangmarschieren, st\u00fcrzt eine \u00e4ltere Dame \u00fcber eine aufgebrochene Gehsteigplatte. Repariert wird hier gar nichts im \u00f6ffentlichen Raum &#8211; dabei gibt es sogar ein St\u00fcck Radweg.<br \/>\nWas es gibt: Die Rauchkanonen um Gelsen zu t\u00f6ten. Ich kenne das schon von den Malediven, da sind sie alle zwei Tage herumgegangen und haben die ganze Insel ausger\u00e4uchert. Dass da nicht nur die Gelsen zugrunde gehen, liegt auf der Hand.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/rauch.jpg\" title=\"rauch.jpg\" alt=\"rauch.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ausr\u00e4uchern der wenigen Gr\u00fcnanlagen eines Hotels<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag m\u00fcssen wir um 10 Uhr von Bord, die meisten sind schon fr\u00fcher abgeholt worden, wir fahren die f\u00fcnf Minuten mit dem Taxi zum Hotel und checken ein. Unser Zimmer ist noch nicht fertig, wir werden ins Restaurant geschickt, was okay ist.<br \/>\nDer Tag ist zum Vergessen, ein wenig Internetsurfen, ein kleiner Spaziergang, essen gehen. <\/p>\n<p>Hurghada bietet ein tristes Bild, abgewrackte Einkaufszentren zeigen, dass nicht nur Ressorts eine kurze Existenz haben, aber auch, dass die besten Zeiten vorbei sind. Das war vor zehn bis f\u00fcnfzehn Jahren, als die Russen in Horden hier eingefallen sind. Besonders beliebt waren sie nicht, ihr Geld schon. Jetzt sieht man deutlich weniger davon, sie sind aber leicht und von ferne zu erkennen, die Frauen tragen allesamt Minir\u00f6cke und haben ihre Lippen aufgespritzt wie ich es sonst nur in Horrorfilmen je gesehen habe. Gef\u00e4llt ihnen scheinbar.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2024.10.23_Egypt\/shopping.jpg\" title=\"shopping.jpg\" alt=\"shopping.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein abgewracktes Einkaufszentrum<\/p>\n<p>Hier gibt es einen McDonalds, einen KFC und einen Pizza Hut. Ich sp\u00fcre die gleiche Endzeitstimmung wie unter Wasser. Auch hier \u00fcbernimmt das Plastik die Regie und zwar an jeder Ecke. Alles ist irgendwie k\u00fcnstlich, passt nicht hierher, ist nachgebildet wie die Palmen, die Lagunenlandschaft in Port Ghalib oder El Gouna.<br \/>\nMarkus schafft es uns in sein Gesch\u00e4ft hineinzulocken, indem er einen besonderen Schm\u00e4h anwendet. Er kommt zu mir und fragt mich, woher ich mein T-Shirt habe. Auf die Frage nach dem Warum meint er, das Motiv interessiert ihn und ob er ein Foto machen darf.<br \/>\nEr darf. Und lockt uns zugleich in sein Gesch\u00e4ft, wo eine Stickmaschine steht. Er erkl\u00e4rt uns in gutem Deutsch, dass er jede Form von Stickerei schnell und g\u00fcnstig anfertigen kann. Nur zehn Euro f\u00fcr ein T-Shirt mit Stickerei.<br \/>\nDas stimmt nat\u00fcrlich nur zum Teil, denn damit ist ein billiges Shirt gemeint und eine sehr einfache Stickerei. Alles andere kostet mehr.<br \/>\nMein Bruder m\u00f6chte aber sowieso so etwas haben, sein Sohn Niki braucht schlie\u00dflich ein Geschenk vom Urlaubsort seines Vaters. Markus ist sehr beflissen und nicht zu aufdringlich. Au\u00dferdem hat er genau was wir suchen, ich entdecke T-Shirts der Marke &#8222;Apple&#8220;. Das hat nichts mit der Computerfirma zu tun, sondern ist ein \u00e4gyptischer Kleidungshersteller, der seine Fabrik in Kairo hat und hervorragende Qualit\u00e4t erzeugt. Ich habe mir vor vier Jahren im Sudan auf der &#8222;Seawolf&#8220; einen Sweater gekauft, von dessen Verarbeitung ich restlos begeistert bin. Au\u00dferdem hat die \u00e4gyptische Baumwolle einen guten Ruf.<br \/>\nIch erfahre von Markus, dass es die Marke nirgends im Internet gibt &#8211; sie wird nur direkt vertrieben. Gl\u00fccklicherweise hat er genau den von mir gesuchten Sweater, sogar in einem hellen Blau, das mir sehr gut gef\u00e4llt. Eine Jogginghose f\u00fcr daheim suche ich auch und werde ebenfalls f\u00fcndig. Ich gehe h\u00f6chst ungern &#8222;shoppen&#8220; und bin daher erfreut \u00fcber diese tolle Gelegenheit, damit habe ich nicht gerechnet.<br \/>\nPeter sucht sich Shirts f\u00fcr Niki aus und die passende Stickerei. Wir werden uns handelseins und Markus meint, er w\u00fcrde die fertigen Shirts noch in der Nacht ins Hotel liefern.<br \/>\nWir bezahlen und hoffen, dass er sein Wort h\u00e4lt. Er hei\u00dft \u00fcbrigens nicht Markus, sondern eher Ali oder Mohammed, aber f\u00fcr uns Touristen klingt Markus besser.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag werden wir von einem am Abend gebuchten Taxi abgeholt und zum Flughafen gef\u00fchrt. Markus hat Wort gehalten, die T-Shirts sind da und gut gearbeitet.<br \/>\nDer Taxifahrer spricht sehr schlecht Englisch und fragt uns zu welchem Terminal wir m\u00fcssen. Wir meinen, zur Air Cairo, die nach Wien fliegt. Er f\u00fchrt uns zu Terminal 1, wir steigen aus und er f\u00e4hrt weg.<br \/>\nDann entdecken wir, dass wir doch beim falschen Terminal sind. Gl\u00fccklicherweise steht da noch ein anderes Taxi, dessen Gast sich gerade verabschiedet. Ich laufe hin und erkl\u00e4re ihm unsere Situation. Er meint, das w\u00e4re kein Problem, er f\u00fchrt uns sofort zum anderen Terminal.<br \/>\nIm Gegensatz zu seinem Vorg\u00e4nger kennt er sich aus und so landen wir dort, wo wir hingeh\u00f6ren. Jetzt hat die Fahrt halt das Doppelte gekostet.<br \/>\nDas Anstellen ist knechtend wie immer, lange Schlangen, dazwischen elende Wartezeiten. Beim Security-Check nehmen sie mir alle Batterien f\u00fcr die Tauchlampen ab, weil man darf normale Batterien nicht im Handgep\u00e4ck transportieren, Lithium-Ionen-Batterien jedoch muss man im Handgep\u00e4ck transportieren. Beim Hinflug war das kein Problem und ich hasse Fliegen wie die Pest.<\/p>\n<p>Irgendwann sind wir dann im knallevollen Flugzeug, es wird eng und ich hoffe, dass die Zeit irgendwie vergeht.<\/p>\n<p>Nach ca. vier Stunden sind wir in Wien und nach neuerlichem Stress mit der Taxifirma (der Fahrer meint, er w\u00e4re gleich da, was nicht stimmt, er ist noch irgendwo, kommt aber bald, angeblich etc.) bin ich dann daheim.<br \/>\nEin sehr durchwachsener Urlaub ist zu Ende, was sich gut anf\u00fchlt. Vielleicht war das meine letzte Tauchreise, wer wei\u00df das schon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niki m\u00f6chte gerne tauchen lernen. Er wird in seinem Leben wahrscheinlich nie ein Korallenriff sehen. Niki ist mein Neffe, derzeit gerade f\u00fcnf Jahre alt. Ab dem Alter von zw\u00f6lf Jahren ist es m\u00f6glich den Tauchschein zu machen. 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