{"id":3057,"date":"2025-08-24T08:34:29","date_gmt":"2025-08-24T07:34:29","guid":{"rendered":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=3057"},"modified":"2025-08-24T08:34:29","modified_gmt":"2025-08-24T07:34:29","slug":"kalymnos-die-kletterinsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/kalymnos-die-kletterinsel\/","title":{"rendered":"Kalymnos &#8211; die Kletterinsel"},"content":{"rendered":"<p>Urlaubsm\u00e4\u00dfig ist es bei mir heuer auf 4 Tage Kroatien und 7 Tage Griechenland beschr\u00e4nkt \u2013 immerhin, das war auch schon weniger.<br \/>\nDas hat mit meiner privaten Situation zu tun, aber auch mit meiner zunehmenden Unwilligkeit zu fliegen. Das wiederum hat nicht nur Umweltschutzgr\u00fcnde, mir geht das ganze Brimbori schlicht und einfach auf die Nerven, die langen Wartezeiten, die Versp\u00e4tungen, die depperten Kontrollen (wie klein muss die Nagelschere sein, damit ich sie mitnehmen darf etc.) und vor allem die unw\u00fcrdige Quetscherei in immer enger werdenden Sitzen. Wobei Kurzstrecken ohne Zwischenaufenthalte einigerma\u00dfen ertr\u00e4glich sind.<\/p>\n<p>Das alte Problem bleibt bestehen: Ohne Flugzeug ist die Reichweite einfach massiv eingeschr\u00e4nkt und Zugreisen sind auch nicht immer angenehm, von langen Autofahrten ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Mein Ziel ist maximal 1x j\u00e4hrlich und idealerweise gar nicht. Und ich sehe Fliegen nach wie vor als Luxus an, der im Sinne des Begriffs nur eingeschr\u00e4nkt verf\u00fcgbar ist.<br \/>\nUm die Diskussion abzuk\u00fcrzen: Fliegen ist kein Menschenrecht. Schon gar keines, das Menschen immer \u00fcberall uneingeschr\u00e4nkt zur Verf\u00fcgung stehen muss. Fliegen sollte massiv teurer werden, mein Flug nach Kos hat 190 Euro gekostet, der gef\u00fchlt passende Preis sollte 500 sein. Dann m\u00fcsste man Fluglinien auch nicht alle paar Jahre mit Millionen an Steuergeld \u201eretten\u201c und wenn junge Menschen mit wenig Geld von Australien nach Kalymnos zum Klettern fliegen wollen, m\u00fcssen sie ein wenig l\u00e4nger darauf sparen, so wie ich das in meiner Jugend auch tun musste, ohne dass mir Lebensqualit\u00e4t verloren ging. Oder sie kaufen sich beim j\u00e4hrlichen Handy eines um 700 statt um 1.400 Euro und schon geht das mit dem Flug.<br \/>\nF\u00fcr mich w\u00e4re auch ein CO2-Kontingentsystem denkbar, bei dem man Flugkilometer durch Umweltschutz anderswo anspart, die man dann verwenden kann.<br \/>\nDas w\u00fcrde auch zu einer Bewusstseinsentwicklung f\u00fchren, die ich derzeit noch nicht erkennen kann, wenn ich auf die \u00fcbervollen Flugh\u00e4fen und die st\u00e4ndig steigenden Flugzahlen schaue.<\/p>\n<p>Mein Urlaub war schnell gebucht, mein lieber alter Freund Rudi hatte mir eine Griechenlandwoche schmackhaft gemacht und da ich schon lange nicht mehr dort war, konnte ich nicht widerstehen. In seinem kleinen Appartement gibt es zwei Betten und ich freute mich schon auf das Gezirpe der Zikaden in sommerlichen W\u00e4ldern, die ich durchwandern wollte. \u201eWenn Du willst, nehme ich dich ein oder zwei Mal zum Klettern mit, da kannst du dir das anschauen\u201c meinte Rudi.<br \/>\nAls ich aus Interesse und um mir gleich Wanderrouten schmackhaft zu machen die Insel googelte, war ein leichter Schock nicht zu vermeiden: Das ist ein Steinhaufen, da gibt es keine Handvoll B\u00e4ume auf der ganzen Insel. Also nix mit Wandern, schon gar nicht im August.<br \/>\nSomit war auch v\u00f6llig unklar, was ich dort tun k\u00f6nnte. Nat\u00fcrlich gibt es nette Str\u00e4nde, aber ich bin kein Sonnenlieger. Dazu kam noch ganz aktuell ein fetter Sonnenbrand, den ich mir am Wochenende zuvor in Kroatien geholt hatte. Sonne war also eine ganz schlechte Idee.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise kenne ich seit meiner Romreise die Alaska-Regel (\u201eRepariert wird etwas erst, wenn es kaputt ist\u201c) und dazu die alte Regel meines lieben Freundes Hans (\u201eMan soll sich auf Sorgen keinen Vorschuss nehmen\u201c).<br \/>\nAlso beschloss ich die Woche einfach auf mich zukommen zu lassen. Irgendwas Nettes w\u00fcrde sich schon ergeben.<\/p>\n<p>Die Anreise mit dem Roller zum Flughafen habe ich schon ausf\u00fchrlich in fr\u00fcheren Postings beschrieben, das funktionierte wie immer. Da ich nur mit Handgep\u00e4ck flog, war die Anreise- und Wartezeit gering und weil es sich um einen Billig-Urlaubsflug handelte, musste wir mit diesen elenden Bussen zum Flugzeug fahren. Egal.<br \/>\nNicht ganz egal war mir die Ansage des Piloten, dass sich aufgrund von Flugzeugstau in der Luft unser Abflug um ca. 30 Minuten versp\u00e4ten w\u00fcrde, \u201esofern wir nicht Gl\u00fcck haben und fr\u00fcher drankommen\u201c.<br \/>\nDas Gl\u00fcck war uns schlie\u00dflich hold und wir konnten tats\u00e4chlich wenige Minuten sp\u00e4ter abfliegen. Dank des Wassertricks (Leere Wasserflaschen durch die Kontrolle bringen, danach am WC mit frischem Wiener Wasser anf\u00fcllen) hatte ich auch was zu Trinken an Bord, bei der AUA bekommt man nur einen kleinen Becher Wasser und immerhin eine Mozartkugel, deren Verzehr ich mit dem Pr\u00e4dikat \u201eunverz\u00fcglich\u201c weiterempfehle, sonst hat man n\u00e4mlich immer Schokoladegatsch in der Hose oder sonstwo.<\/p>\n<p>Nach Kalymnos kommt man nur mit der F\u00e4hre von Kos. Der Flughafen befindet sich nur ca. zehn Fahrminuten vom Hafen, wo ich ein Zimmer f\u00fcr eine Nacht gebucht hatte. Das geht heute alles problemlos online, in diesem Fall \u00fcber booking.com und die Kommunikation mit dem Vermieter klappte \u00fcber Whatsapp.<br \/>\nNicht ganz so einfach ist der Transport. Der Bus vom Flughafen zum Hafen von Mastichari kostet zwar nicht viel, aber die Busfahrer sind mit den Taxifahrern verbandelt und scheuchen einen gerne vom Bus weg hin zu den Taxis \u2013 so ist das Rudi letztes Jahr passiert.<br \/>\nEin Taxi zu bekommen ist aber auch nicht einfach, weil man sich ganz hinten in einer langen Schlange anstellen muss.<br \/>\nIch wollte mir ein Taxi mit anderen teilen und ging daher die Schlange von vorne an durch mit der Frage, ob jemand zum Hafen f\u00e4hrt und weniger bezahlen m\u00f6chte.<br \/>\nKurze Zeit sp\u00e4ter hatte ich ein nettes junges P\u00e4rchen gefunden, die \u00fcber die Kostenersparnis erfreut waren und au\u00dferdem noch das Nachbarzimmer in meiner Unterkunft hatten. In einer kleinen Taverne direkt am Strand, keine Gehminute vom Hotel, haben wir dann noch gemeinsam Abend gegessen und ich fand den Urlaubsauftakt absolut gelungen. Inklusive<br \/>\nMythos-Bier und hervorragendem Tzatsiki.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen zur F\u00e4hre gehen, ein Ticket um 8 Euro kaufen und eine Stunde \u00dcberfahrt genie\u00dfen oder \u00fcberstehen \u2013 je nachdem. F\u00fcr mich war es durchaus Genuss, man hat die Auswahl zwischen Oberdeck mit Sonne bzw. etwas Schatten oder einem klimatisierten Salon. Alles verl\u00e4uft ohne Hektik und die F\u00e4hre war p\u00fcnktlich.<\/p>\n<p>Am Hafen in Kalymnos erwartete mich Rudi mit seinem Motorroller. Das ist auf der Insel das perfekte Fortbewegungsmittel, au\u00dfer man hat Kinder dabei oder extrem viel Gep\u00e4ck zu schleppen. Die Kosten sind ebenso \u00fcberschaubar (in meinem Fall 15 Euro pro Tag f\u00fcr eine brandneue Piaggio Liberty 125) wie die Administration. F\u00fchrerschein vorzeigen, einen Wisch unterschreiben und losfahren \u2013 komplizierter wird es nur bei einem Unfall, den Rudi letztes Jahr leider hatte. Aber auch da war die Rollerr\u00fcckgabe einfach, \u00fcber die paar Kratzer wurde gro\u00dfz\u00fcgig hinweggesehen und auch Rudis R\u00fccktransport mit dem \u00d6AMTC-Schutzbrief war perfekt organisiert.<br \/>\nDen Verkehr kann ich am besten mit \u201es\u00fcdl\u00e4ndisch-anarchistisch-entspannt\u201c beschreiben. Griechen haben fast ausnahmslos keinen Helm auf, traditionell auch bei schweren Maschinen. Die meisten Menschen haben aber Roller, fahren flott, aber nicht v\u00f6llig verr\u00fcckt. Schutzkleidung gibt es nicht, maximal einen Helm.<br \/>\nIch hatte ordentliche Motorradhandschuhe und einen Nierengurt aus Wien mitgenommen, ausleihen k\u00f6nnte man sich das dort nicht. Den Leihhelm muss ich als besseren Witz bezeichnen, st\u00fcrzen will ich mit sowas nicht. Beim Fahren habe ich au\u00dferdem die festen Wanderschuhe angezogen \u2013 besser als nix.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Roller.JPG\" title=\"Roller.JPG\" alt=\"Roller.JPG\" \/><\/center><br \/>\nBild: Bei einer Inselumrundung<\/p>\n<p>Wir sind auf einer griechischen Insel, das ist die Erkl\u00e4rung f\u00fcr all das und noch viel mehr, etwa f\u00fcr die kreative Befestigung der Nummerntafel bei diesem Motorrad:<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Blumen.jpg\" title=\"Blumen.jpg\" alt=\"Blumen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Enduro vor Bougainville mit strafzettelreduzierender Taferlbefestigung<\/p>\n<p>Wobei \u2013 die Rechnung geht f\u00fcr den Fahrer m\u00f6glicherweise nicht auf, denn die Insel ist klein und wahrscheinlich kennt man sich sowieso.<br \/>\nGestraft werden laut Rudi nur die Touristen, die im Ort Masouri gerne gegen die Einbahn fahren, wobei man zu ihrer Entschuldigung sagen muss, dass es keine Beschilderung gibt. Gelten tut sie trotzdem. Und die Einheimischen fahren sowieso gegen die Einbahn, was zu kurzen, aber gepflegten Staus und Schimpforgien f\u00fchrt, wobei sich in erster Linie die gegen die Einbahn Fahrenden aufregen, warum sie nicht weiterfahren k\u00f6nnen. Wir hatten bei solchen Szenen erste Reihe fu\u00dffrei in der Taverne.<\/p>\n<p>Rudi f\u00e4hrt nach seinem Unfall dieses Jahr noch etwas vorsichtig, wir kamen ohne Probleme bis zu seiner Unterkunft, sehr nett gelegen mit Blick hinunter aufs Meer.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Balkon.jpg\" title=\"Balkon.jpg\" alt=\"Balkon.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Feiner Blick mit griechischer Flagge und Pinien.<\/p>\n<p>Um dorthin zu kommen, muss man kleine, kurvige Stra\u00dfen fahren. Ohne Roller oder Auto geht gar nichts. F\u00fcr die Griechen ist das ganz normal und kein Problem, die Nachbarn fahren sogar die zwei Gehminuten hinunter zum Strand mit dem Motorroller. Vereinzelt gibt es zwar schon E-Autos, generell ist Umweltschutz aber eher ein Fremdwort. Es gibt keinerlei M\u00fclltrennung und der Strom f\u00fcr die Insel kommt von einem Dieselkraftwerk.<br \/>\nSolarmodule gibt es nur vereinzelt und ich bin erstaunt, wie all die Klimaanlagen mit dem einen Kraftwerk betrieben werden k\u00f6nnen. Sollte es einmal eine \u00d6lkrise geben, steht die Insel still. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/oel.jpg\" title=\"oel.jpg\" alt=\"oel.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: \u00d6lhafen mit Tanklastern<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Kraftwerk.jpg\" title=\"Kraftwerk.jpg\" alt=\"Kraftwerk.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Dieselkraftwerk<\/p>\n<p>Immerhin m\u00fcssen sie nicht von einem Tankschiff mit Wasser versorgt werden. Laut unserer Zimmerwirtin kommt es aus den Bergen, ist aber salzig.<\/p>\n<p>Meine F\u00e4hre ging um 9 Uhr und nach einer kurzen Einkaufstour in den Supermarkt und der Abholung meines Leihrollers ging es zum ersten Kletterplatz, dem \u201eArginonta Valley\u201c. Die Insel ist DAS Paradies f\u00fcr Sportkletterer und bietet \u00fcber 5.000 gebohrte Routen. Die sind alle in einem dicken Buch verzeichnet und gut beschrieben. Dieses Buch ist sozusagen die Bibel und alle haben es. Wer will, kann sich alle Routen auch online ansehen, aber es gibt nicht immer \u00fcberall Empfang und au\u00dferdem geht ein guter Teil der Einnahmen in die Pflege und den Ausbau der Routen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Karte.jpg\" title=\"Karte.jpg\" alt=\"Karte.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Jedes Klettergebiet auf der Insel ist genau beschrieben, auch der Zustieg, der manchmal lange, steil und schwierig ist, oder aber nur wenige Minuten dauert, wie im erw\u00e4hnten Arginonta Valley. Man f\u00e4hrt mit dem Roller oder Auto zum Beginn des Zustiegs und geht mit der Ausr\u00fcstung dann zum jeweiligen Klettergebiet. In diesem Fall hei\u00dft es \u201eSecret Garden\u201c und hat Schatten ab ca. 10 Uhr. Das ist immer eine sehr wichtige Info, weil man in der Sonne im Sommer nicht klettern kann. Der Stein heizt sich auf und wird rutschig und au\u00dferdem ist es generell nicht aushaltbar.<br \/>\nDaher kann man manche Gebiete am Vormittag klettern und andere am Nachmittag. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Zustieg.jpg\" title=\"Zustieg.jpg\" alt=\"Zustieg.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Zustieg zu \u201ePoets\u201c, das am Vormittag bekletterbar ist. Oben sind mehrere W\u00e4nde sichtbar und es geht steil bergauf. Jeder hat einen Kletterrucksack, in dem sich das Seil, die Expressen, der Gurt und die Kletterschuhe sowie noch jede Menge anderes Zeugs befinden. <\/p>\n<p>Wenn man dann bei der Wand angelangt ist, schaut man sich im Buch an welche Route man klettern m\u00f6chte. Es gibt so viele, dass immer gen\u00fcgend frei sind. Die Routen liegen oft nur 2 Meter auseinander und manchmal tummeln sich schon eine Menge Leute an und in der Wand.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Wand.jpg\" title=\"Wand.jpg\" alt=\"Wand.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Am Fu\u00df einer Wand. Manche bereiten sich vor, andere klettern und werden von unten gesichert. Diese Wand hei\u00dft \u201eAlani\u201c und hat relativ leichte Routen, die auch f\u00fcr Kinder geeignet sind.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Routen.jpg\" title=\"Routen.jpg\" alt=\"Routen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine Seite aus dem Buch. Man sieht die Routen einer Wand. Als Info gibt es eine Nummer, einen Namen, den Schwierigkeitsgrad, die L\u00e4nge und eine kurze Beschreibung der Besonderheit. Das ist sehr professionell aufgezogen.<br \/>\nDieses Bild stammt vom Klettergebiet Noufaro, die Wand hei\u00dft \u201eNoufaro Main\u201c und die Route, die ich geklettert bin, hei\u00dft \u201eVia Vai\u201c, ist eine leichte Traverse und eine \u201eleichte 6a\u201c. Mehr dazu sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>An diesem Nachmittag war alles neu f\u00fcr mich. Wir trafen uns mit Andrea, einem sehr netten Italiener, mit dem Rudi schon einige Tage lang geklettert war. Da ich ja nicht geplant hatte klettern zu gehen und das ja auch \u00fcberhaupt nicht beherrschte, war ich in erster Linie Zuseher. Das fand ich aber durchaus interessant, in eine neue Welt hineinzuschnuppern. Die Klettercommunity ist \u00e4hnlich wie andere Sportgemeinschaften, etwa beim Flaschentauchen, Surfen, Fallschirmspringen etc.<br \/>\nEs gibt wie \u00fcberall Fanatiker, Mitl\u00e4ufer, Angeber, Profis und noch vieles mehr. Sportklettern unterscheidet sich vom Alpinklettern erheblich. Kern dieses Sports ist das Besteigen von Routen, in der Halle oder eben wie hier auf Felsw\u00e4nden. Um das irgendwie schaffen zu k\u00f6nnen, muss man es lernen und das geschieht in erster Linie in der Halle beim \u201eBouldern\u201c. Dort lernt man die Technik, also wie man den K\u00f6rper richtig bewegt, dreht, verspannt und vieles mehr. Dabei gilt: Je besser die Technik, umso weniger Kraft braucht man.<\/p>\n<p>Ich hatte noch gar keine Technik und dazu auch nicht die notwendige Ausr\u00fcstung. Rudi hatte aber einen zweiten Klettergurt und so durfte ich bei einer Route, die Rudi und Andrea vorher hinaufgeklettert waren, mein Gl\u00fcck versuchen.<br \/>\nAls Minimaltechnik reicht zu wissen, dass man (zumindest in den unteren Schwierigkeitsgraden) mit den Beinen steigt und die H\u00e4nde nur zur Stabilisierung verwendet. Allein das bewirkt, dass man schon doppelt so weit kommt wie ohne diese Technik. Ich kletterte also unter Anweisung hinauf (\u201eda links ist ein Griff\u2026 nein, noch ein bissi weiter links\u2026 ja, sehr gut\u2026 und jetzt den rechten Fu\u00df noch etwas weiter nach oben\u2026 genau!\u201c) und schaffte immerhin ca. 70% der Route \u201eTerra Nullius\u201c, einer leichten 5a.<\/p>\n<p>Ich muss jetzt ein paar Worte \u00fcber das Sicherungsprinzip verlieren. Jede dieser Routen ist \u201egebohrt\u201c, d.h. es sind in gewissen Abst\u00e4nden Stahlstifte in die Wand betoniert, an deren Ende eine \u00d6se ist. Wenn der erste hinaufklettert (das nennt man den \u201eVorstieg\u201c), h\u00e4ngt er sich mit dem Seil, das an seinem Klettergurt befestigt ist, \u00fcber sogenannte \u201eQuick Draws\u201c in die jeweils n\u00e4chste \u00d6se ein. Diese Quick Draws (auf Deutsch werden sie \u201eExpressen\u201c genannt) bestehen aus zwei Karabinern, die mit einem massiven Kunststoffband verbunden sind.<br \/>\nDer Kletterpartner (oder die Partnerin) steht unten und h\u00e4lt das Seil m\u00f6glichst straff. Wenn man hinunterf\u00e4llt, dann maximal den Weg bis zur oberst eingeh\u00e4ngten \u00d6se und den gleichen Weg nat\u00fcrlich noch einmal.<br \/>\nDas Seil dehnt sich noch ein wenig und federt den Sturz zus\u00e4tzlich ab. Das ist so ausgereift, dass es bei vielen Millionen Besteigungen auf Kalymnos in den letzten 15 Jahren nur einen einzigen t\u00f6dlichen Unfall gab. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Beginn.jpg\" title=\"Beginn.jpg\" alt=\"Beginn.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Andrea sichert Rudi, der gerade Vorstieg geht und in diesem Moment zu einem Quick Draw greift, von denen er ausreichend viele am Klettergurt h\u00e4ngen hat, um bis nach oben zu kommen. Auf der Route daneben k\u00e4mpft sich gerade ein Kind hinauf \u2013 es ist unglaublich, was die zu leisten verm\u00f6gen. Sie sind meistens komplett angstfrei und viele entwickeln sich sp\u00e4ter zu hervorragenden Kletterern.<\/p>\n<p>In meinem Fall war die Angelegenheit sogar noch einmal sicherer, weil ich nicht als Erster hinaufsteigen musste, sondern schon ein Seil hatte, das ganz oben (\u201eTop\u201c) der Route in einen Karabiner eingeh\u00e4ngt wurde. Ich konnte also gar nicht hinunterfallen, was mir das Gef\u00fchl kompletter Sicherheit gab. Daher konnte ich auch komplett angstfrei klettern. Das nennt man \u201eTop Rope\u201c-Klettern und es wird f\u00fcr Kinder verwendet und Anf\u00e4nger wie mich.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/4.jpg\" title=\"4.jpg\" alt=\"4.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Rudi sichert mich auf den ersten Metern \u2013 hier am Bild sind noch gut die Wanderschuhe erkennbar, mit denen ich die Route versucht habe. <\/p>\n<p>Am Abend waren wir mit einer ganzen Gruppe aus Italien verabredet, das Lokal \u201eKokkinidis\u201c im Ort Masouri ist sehr empfehlenswert. Rudi und ich waren insgesamt vier Abende dort, das Essen war immer hervorragend und auch leistbar, wir zahlten zu zweit zwischen 45 und 60 Euro inklusive Getr\u00e4nk. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Feta.jpg\" title=\"Feta.jpg\" alt=\"Feta.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Gebackener Feta in Honig \u2013 k\u00f6stlich!<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Gruppe.jpg\" title=\"Gruppe.jpg\" alt=\"Gruppe.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die nette Gruppe. Links Magdalena mit ihrem Mann Fabio (ihr Sohn Alessandro sitzt im Kinderwagen), meine Wenigkeit, die Freundin von Andrea, rechts hinten dann Andrea, Rudi, Alfredo, Adriana und Ferruccio. Bis auf die Freundin von Andrea und mich sind alle hervorragende Kletterer.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag gingen wir Kletterschuhe ausborgen, weil Rudi meinte, das w\u00e4re dann eine ganz andere Erfahrung f\u00fcr mich. 25 Euro f\u00fcr f\u00fcnf Tage erschienen mir wohlfeil und so fuhren wir wieder ins Agrigonta Valley, um erneut unser Gl\u00fcck in den Routen zu versuchen.<br \/>\nDer Unterschied ist gewaltig. Mit den Schuhen war die Route vom Vortag nicht viel schwieriger als Stiegensteigen und so ging ich meine erste Route bis \u201ezum Top\u201c.<\/p>\n<p>Noch ein paar Worte zu den Schwierigkeitsgraden: In Kalymnos wird die franz\u00f6sische Skala verwendet, die von 1 bis 9 geht.<br \/>\nBei 1 muss man das erste Mal die H\u00e4nde verwenden, in Kalymnos wird ab 4 gez\u00e4hlt, alles darunter macht keinen Sinn im Sportklettern.<br \/>\n5 ist f\u00fcr Anf\u00e4nger, wobei es dann \u00fcberall noch die Unterscheidung in a, b und c gibt und manchmal kommt noch ein \u201e+\u201c dazu.<br \/>\nMit der Minimaltechnik l\u00e4sst sich 5c meistens gerade noch schaffen, alles dr\u00fcber hinaus nicht mehr.<br \/>\nDer Unterschied liegt in der H\u00e4ufigkeit und Art der Tritt- und Griffm\u00f6glichkeiten. Ab 6 kommen dann noch \u00dcberh\u00e4nge dazu. Wer 7 klettern kann, ist schon ziemlich gut, 8 ist nur mehr f\u00fcr sehr gute Kletterer und 9 l\u00e4sst sich am besten mit \u201e\u00fcberh\u00e4ngende Rauhfasertapete\u201c beschreiben. Es ist mir r\u00e4tselhaft, wie man da \u00fcberhaupt hinaufkommen kann.<br \/>\nKletterer kann man gut an ihren H\u00e4nden erkennen. Die Kn\u00f6chel sind deutlich verdickt und die Fingerspitzen sehen aus wie Kochl\u00f6ffel \u2013 etwas \u00fcbertrieben gesagt. Sie m\u00fcssen sich mit den Fingern in und auf winzigsten Kuppen, kleinsten Leisten und wo auch immer festhalten. Die Kletterpatschen sind vorgespannt und unterst\u00fctzen den Halt auf fast glatter Wand. Sie sind so eng, dass manche Kletterer sie beim Abseilen bereits lockern oder halb ausziehen. Meine waren gl\u00fccklicherweise f\u00fcr Anf\u00e4nger und im Vergleich noch einigerma\u00dfen bequem.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Hang.jpg\" title=\"Hang.jpg\" alt=\"Hang.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ferrucio klettert Vorstieg an einem \u00dcberhang und wird von Adriana gesichert. Er ist ein unglaublich kr\u00e4ftiger Kletterer, Adriana hat daf\u00fcr eine besonders gute Technik und steht ihm um nichts nach.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Ferro.jpg\" title=\"Ferro.jpg\" alt=\"Ferro.jpg\" \/><\/center>Bild: Ferrucio hat den \u00dcberhang geschafft und klettert nun die Route weiter. Seine Hand ist wei\u00df von der Kreide, die in dem Beutel hinten am Gurt zu finden ist und den Fingern mehr Halt gibt.<\/p>\n<p>Gesichert wird mit einem Sicherungsger\u00e4t, das zugleich auch zum Abseilen verwendet wird. Am gebr\u00e4uchlichsten ist das sogenannte \u201eGri Gri\u201c der Marke Petzl, das auch Rudi hat. Es ist sehr hochwertig, aber nicht ganz leicht zu bedienen. F\u00fcr Routiniers kein Problem, ich musste aber ordentlich schwitzen, vor allem beim Abseilen, denn zwischen Stop und zu schnell ist nur ein winziger Bereich, in dem man den Hebel bedienen muss.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Start.jpg\" title=\"Start.jpg\" alt=\"Start.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Start zu einer Route. Die Sicherung des Seils am Gurt ist gut zu erkennen, auf der Matte f\u00fcr das Seil sieht man das kleine, orange Sicherungsger\u00e4t (aufgeklappt).<\/p>\n<p>Ein letztes Wort zur Technik. F\u00fcr mich war es besonders anstrengend Rudi beim Vorstieg zu sichern \u2013 eh nur bis Schwierigkeitsgrad 5, bei dem er nicht wirklich abst\u00fcrzen kann. Der Grund liegt darin, dass ich ja st\u00e4ndig hinaufschauen muss, um ihm mehr Seil zu geben oder das Seil auf Spannung einzuholen. Nach einiger Zeit tut der Nacken dann schon ordentlich weh. Daher geb\u00fchrt gro\u00dfes Lob dem Erfinder der Umlenkbrille, die man aufsetzt und die den geraden Blick nach oben hin umlenkt. Das ist sehr einfach und sehr entspannend.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Brille.jpg\" title=\"Brille.jpg\" alt=\"Brille.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Rudi mit Umlenkbrille. Die gibt es erst ein ein paar Jahren. Millionen Sportkletterer sind dankbar.<\/p>\n<p>Da man auf der Insel sonst nicht viel machen kann, gingen wir halt jeden Tag klettern. Rudi war sowieso nur daf\u00fcr auf Kalymnos und ich f\u00fcgte mich dem Schicksal. Letztlich war das die richtige Entscheidung, denn es machte gro\u00dfen Spa\u00df und ich konnte eine neue Sportart kennenlernen. Ob ich sie weiter pflegen werde, wei\u00df ich noch nicht. Der n\u00e4chste Schritt w\u00e4re ein Boulderkurs, um die Technik zu lernen.<br \/>\nDaf\u00fcr spricht, dass der Sport sehr gesund ist, weil man immer den ganzen K\u00f6rper trainiert. Dagegen spricht der Aufwand, der noch schwer absch\u00e4tzbar ist. Regelm\u00e4\u00dfiges Training ist erforderlich, um halbwegs anspruchsvolle Routen klettern zu k\u00f6nnen.<br \/>\nWobei \u2013 eine tolle Route hab ich auch geschafft, die schon erw\u00e4hnte Via Vai mit Schwierigkeitsgrad 6a konnte ich bis zum Top klettern. Okay, es war eine eher leichte 6a mit nur zwei schwierigen Stellen, aber trotzdem, das Gef\u00fchl so etwas geschafft zu haben, war schon toll.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/13.jpg\" title=\"13.jpg\" alt=\"13.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ich in einer 6a (\u201eMostass\u201c), die ich allerdings nicht bis ganz nach oben geschafft habe, auch weil dort oben ein Hornissennest war. Eine aus dem Schwarm hat mich in die Schulter gestochen und dann habe ich die Route abgebrochen. Ganz oben im Bild unter dem \u00dcberhang Fabio, der die Route daneben bis oben geklettert ist.<\/p>\n<p>Rudi klettert seit 18 Jahren und ist ziemlich gut, er schafft Routen bis 7c, je nach Form. Der Fels auf Kalymnos ist hart und sehr gut zu klettern. Es gibt scharfe Stellen und sogenannte \u201eTuffa\u201c.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Rudi.jpg\" title=\"Rudi.jpg\" alt=\"Rudi.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Rudi klettert eine schwierige Route mit sogenannten \u201eVerschneidungen\u201c, die er zwar kann, aber nicht besonders gern mag. Hier braucht man eine Mischung aus guter Technik und Kraft, sonst geht nicht viel.<br \/>\nDie Routen an dieser Wand sind unterschiedlich schwer, viele davon ordentliche Knacker.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Namen.jpg\" title=\"Namen.jpg\" alt=\"Namen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Am Fu\u00df der Wand steht jeweils der Name und meistens auch der Schwierigkeitsgrad der Route. Diese hier sind auch f\u00fcr gute Kletterer echt schwer.<\/p>\n<p>Einziger Wermutstropfen dieses Urlaubs war ein enormer Sonnenbrand am R\u00fccken, den ich mir beim Klettern geholt habe. Wahrscheinlich w\u00e4re er nicht so schlimm geworden, wenn ich nicht schon mit einem noch nicht abgeheilten Sonnenbrand aus Kroatien (das Wochenende davor) gekommen w\u00e4re.<br \/>\nTrotz langem Hemd, breitkrempigem Hut etc. erwischte es mich. \u00c4hnlich wie in Kroatien hatte ich total aufgepasst und erst die Italiener kl\u00e4rten mich auf: Es ist die Reflexion vom Meer, die so brutal wirkt. Ich wusste das nicht, es erkl\u00e4rt aber sowohl den Sonnenbrand aus Kroatien wie auch den auf Kalymnos. Obwohl das Meer oft ein paar hundert Meter von den Kletterw\u00e4nden entfernt ist, wirkt es sich stark aus. Die W\u00e4nde sind zwar im Schatten, das n\u00fctzt aber nur bedingt, Einschmieren mit hohem Sonnenschutzfaktor ist unabdingbar.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Schatten.jpg\" title=\"Schatten.jpg\" alt=\"Schatten.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Eine Wand im Schatten, das Meer weit weg \u2013 alles nutzlos<\/p>\n<p>Auch sehr nett war eine Runde um die Insel mit dem Motorroller. Da Kalymnos recht klein ist, kann man das in zwei bis drei Stunden bew\u00e4ltigen. <\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Runde.jpg\" title=\"Runde.jpg\" alt=\"Runde.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Rudi mit seinem Roller auf dem Pass zwischen Arginonta-Tal und Vathy-Tal. Er hatte nach seinem Unfall doch etwas Angst vor den Stra\u00dfen, die er als rutschig erlebt hat. Ich kann das nicht best\u00e4tigen, der Asphalt war \u00fcberall sehr griffig, die Unebenheiten halten sich in Grenzen, die Insel l\u00e4sst sich mit dem Roller gut befahren.<\/p>\n<p>Da und dort l\u00e4sst sich ein kleiner Abstecher in eine Bucht machen, nicht immer ist der Anblick dort nur malerisch.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Dreck.jpg\" title=\"Dreck.jpg\" alt=\"Dreck.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Menschen werfen ihren Dreck einfach ins Meer. Der Gro\u00dfteil besteht aus Wasserflaschen und anderem Plastik. Die Str\u00e4nde sind allerdings nicht so verschmutzt wie an anderen K\u00fcsten, zumindest nicht mit gro\u00dfem Unrat, das Mikroplastik ist ja nicht so einfach festzustellen.<br \/>\nDie meisten Badebuchten sind aber ganz nett und das Wasser ist sehr klar.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Bucht.jpg\" title=\"Bucht.jpg\" alt=\"Bucht.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Badebucht hinter Emporion mit ein paar Segelschiffen.<\/p>\n<p>Wie schon gesagt, ist die ganze Insel mehr oder weniger kahl. Die einzigen nennenswerten B\u00e4ume sind im Vathy-Tal in Form von Olivenplantagen. Ansonsten gibt es Buschwerk und Gestein, somit ist auch wenig Landwirtschaft m\u00f6glich, daf\u00fcr gibt es Ziegenherden, aber auch die in nicht allzu gro\u00dfer Zahl.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Vathy.jpg\" title=\"Vathy.jpg\" alt=\"Vathy.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Das Vathy-Tal, immerhin ein wenig fruchtbar.<\/p>\n<p>Auf unserer Rundfahrt haben wir auch Fischzucht entdeckt. Und der Hafen von Vathy ist wirklich malerisch. Dort gibt es noch alte Fischerboote und kleine Tavernen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Hafen.jpg\" title=\"Hafen.jpg\" alt=\"Hafen.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Hafen von Vathy mit Fischerbooten<\/p>\n<p>Am Abend des vorletzten Tages sind wir dann einer weiteren Empfehlung gefolgt und ins Psiris gegangen. Diese Taverne erf\u00fcllt alle Klischees, die man sich nur vorstellen kann: Direkt am Hafen, alles in den Farben blau und wei\u00df gehalten, eine resolute Kellnerin und eine Art alter Seeb\u00e4r, der jedem Gast auf die Schultern klopft.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Psiris2.jpg\" title=\"Psiris2.jpg\" alt=\"Psiris2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Psiris, wie aus einem Prospekt<\/p>\n<p>Das Essen entsprach auch genau unseren Erwartungen: G\u00fcnstig und gut. Wir a\u00dfen als Spezialit\u00e4t des Tages ein Men\u00fc aus Vorspeise (Oktopusb\u00e4llchen und Tsatsiki) danach jeder eine Dorade plus einen Griechischen Salat, dazu gab es einen halben Liter Wein sowie Wasser und Brot.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Wein.jpg\" title=\"Wein.jpg\" alt=\"Wein.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Unsere Vorspeise. Im Hintergrund ist keine Fototapete, das ist der echte Sonnenuntergang.<\/p>\n<p>Das alles um ca. 40 Euro. Und sie stellten uns dann noch eine Karaffe Wein gratis dazu. Das Lokal war vor allem von Griechen besucht. Etwas sp\u00e4ter kam noch ein Pope mit Anhang, Kinder spielten zwischen den Sitzen und wir hatten nicht den Eindruck, dass man darauf wartet, dass der Tisch f\u00fcr die n\u00e4chsten G\u00e4ste frei wird. Es war ein sehr gem\u00fctlicher Abend zum Sitzenbleiben und noch ein Achterl griechischen Wein trinken. Oder einen Ouzo zum Abschluss.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Pope.JPG\" title=\"Pope.JPG\" alt=\"Pope.JPG\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der griechisch-orthodoxe Priester<\/p>\n<p>Klettern, Essen, Schlafen \u2013 so verliefen letztlich die Tage. Auch der letzte Abend war erfreulich, uns wurde die \u201e\u00c4gaische Taverne\u201c empfohlen, wie die meisten Lokale liegt sie an der Stra\u00dfe durch Masouri \u2013 der schon erw\u00e4hnten Einbahn. Die ist tags\u00fcber, vor allem aber am Abend sehr belebt, in erster Linie von Touristen. Man kann meistens nur in Schrittgeschwindigkeit durchfahren, was aber auch nur wenige Minuten dauert. Dort liegen auch die Sportgesch\u00e4fte f\u00fcr die Kletterer, es gibt jede Menge Hotels und Pensionen, in gewisser Weise ist das der Hotspot der Insel. Neben Vathy und Kalymnos als namensgebender Hauptort gibt es auf der Insel nur mehr einige sehr kleine Orte. Ohne Tourismus g\u00e4be es auf der Insel eigentlich gar nichts, bis auf ein paar Fischer und einige Ziegenhirten.<br \/>\nSo wird es von abertausenden Kletterbegeisterten jedes Jahr aufgesucht \u2013 Nicolo und Chiara sind Kletterlehrer aus Bologna, das P\u00e4rchen ist schon das neunte Mal auf der Insel und sie werden wohl auch in Zukunft wieder herkommen. Da es im Sommer nicht regnet und die Felsen auch durch die Klimakrise nicht kaputt gehen, d\u00fcrfte die Situation auch die n\u00e4chsten Jahrzehnte stabil bleiben, da der Klettersport nicht besonders teuer ist: Die gesamte Ausr\u00fcstung l\u00e4sst sich mit weniger als tausend Euro besorgen und die Kletterrouten sind \u2013 zumindest bisher \u2013 gratis. Es gibt zwar in Europa Kletterg\u00e4rten, f\u00fcr die man Eintritt bezahlen muss, aber immer gen\u00fcgend kostenfreie Alternativen. Seile, Schuhe und andere Verschlei\u00dfteile m\u00fcssen von Zeit zu Zeit erneuert werden, die Kosten sind aber im Vergleich mit anderen Sportarten wie Skifahren, Tauchen oder Golfspielen gering. <\/p>\n<p>Wie wird es weitergehen? Hoffentlich werden die Griechen in den n\u00e4chsten Jahren auch die Notwendigkeit des Umweltschutzes entdecken und vor allem ihre Energieversorgung sowie Mobilit\u00e4t entsprechend ver\u00e4ndern. Technisch ist das alles bereits ausgereift, es fehlt am Bewusstsein und in Folge am politischen Willen.<br \/>\nDann steht einer guten Zukunft nichts entgegen, auch f\u00fcr die Insel Kalymnos, diesem durchaus sympathischen Steinhaufen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum letzten Abend. Wir hatten gl\u00fccklicherweise am Vortag reserviert, die \u00c4gaische Taverne ist extrem gut besucht. Hier merkt man den Versuch der Transformation, weg von der klassischen griechischen Taverne hin zum Nobellokal. Gl\u00fccklicherweise ist das noch nicht ganz gelungen, aber im Gegensatz zum Vortag hatten wir hier nicht das Gef\u00fchl verweilen zu wollen. Das Essen war hervorragend, Rudi hatte Fisch, ich Lammkoteletts. Das Tsatsiki davor war reichlich und das Beste, das ich seit vielen Jahren bekommen hatte.<br \/>\n\u00dcber die Plastikblumen und den fast echten Olivenbaum muss man hinwegsehen, die Bedienung war h\u00f6flich und freundlich.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Taverne.jpg\" title=\"Taverne.jpg\" alt=\"Taverne.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die \u00c4gaische Taverne, nicht mehr in blau-wei\u00df, sondern mit etwas moderneren M\u00f6beln, daf\u00fcr fast doppelt so teuer wie das Psiris. Trotzdem waren die 80 Euro f\u00fcr zwei Personen noch im Rahmen eines guten Preis-Leistungsverh\u00e4ltnisses. <\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag gingen wir noch einmal klettern, ich brachte Leihschuhe und Leihroller zur\u00fcck und Rudi f\u00fchrte mich zur F\u00e4hre. F\u00fcr die R\u00fcckreise habe ich noch einen kleinen Tipp: Wenn man auf Kos ankommt, kommt man am Anfang des Piers zu einem Kreisverkehr. Dort fahren nicht nur die Taxis ab, es gibt auch einen Bus zum Flughafen, der statt 20 Euro nur 2,60 kostet und genauso schnell ist. Die Abfahrtszeiten variieren zwar ein wenig und es kommen viele Busse vorbei, der richtige hat aber (auch) \u201eAirport\u201c auf seiner Anzeigetafel stehen. F\u00fcr das \u00fcbrige Geld kann man in einer der beiden Tavernen noch einen Abschiedsdrink nehmen.<br \/>\nUnser R\u00fcckflug startete p\u00fcnktlich und so ging ein interessanter Urlaub gut zu Ende.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.08.22_Kalymnos\/Telendos.jpg\" title=\"Telendos.jpg\" alt=\"Telendos.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die kleine Nachbarinsel Telendos in der Abendsonne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urlaubsm\u00e4\u00dfig ist es bei mir heuer auf 4 Tage Kroatien und 7 Tage Griechenland beschr\u00e4nkt \u2013 immerhin, das war auch schon weniger. Das hat mit meiner privaten Situation zu tun, aber auch mit meiner zunehmenden Unwilligkeit zu fliegen. 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