{"id":3066,"date":"2025-09-03T11:07:53","date_gmt":"2025-09-03T10:07:53","guid":{"rendered":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=3066"},"modified":"2025-09-03T11:07:53","modified_gmt":"2025-09-03T10:07:53","slug":"kornaten-2025-ein-bubenwochenende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/kornaten-2025-ein-bubenwochenende\/","title":{"rendered":"Kornaten 2025 &#8211; ein Bubenwochenende"},"content":{"rendered":"<p>Bei unserem heurigen, runden Maturatreffen waren wir 28 Personen. Das finde ich 40 Jahren nach der Matura doch recht beachtlich.<br \/>\nDaher mussten wir das nachfeiern, bei einem guten Bier beim Gr\u00fcnspan. Und da kam Hubert die Idee uns auf ein Wochenende auf sein Boot einzuladen. Georg, Walter und Schmidl sagten sofort zu, Heini konnte leider nicht, daf\u00fcr sprang mein Bruder Peter ein.<br \/>\nAls Termin wurde Mitte August gew\u00e4hlt: Donnerstag Abend mit Huberts Bus bis Zadar und am Montag wieder zur\u00fcck \u2013 kein schlechter Plan.<\/p>\n<p>Leider starb Schmidls Mutter und statt dem Burschenwochenende gab es f\u00fcr ihn ein Begr\u00e4bnis.<br \/>\nSo blieben wir zu f\u00fcnft, was sich platzm\u00e4\u00dfig als optimal herausstellte. Einer mehr w\u00e4re noch gegangen, wobei es da in erster Linie um die Schlafpl\u00e4tze am Boot geht. Die Princess 330 ist \u2013 wie der Name schon sagt \u2013 33 Fu\u00df lang, das sind ca. 11 Meter. Zwei Kabinen mit Doppelbetten stehen zur Verf\u00fcgung, wobei man sich da schon recht gut m\u00f6gen sollte. Weitere G\u00e4ste k\u00f6nnen sich den Salon, das Heck oder die Flybridge aussuchen, was in hei\u00dfen Sommern\u00e4chten und einer luftigen Brise am Meer recht reizvoll ist. Weniger l\u00e4ssig ist es bei sp\u00fcrbarem Gelsen- oder Taueinfall, was je nach Ort, Wetter und Jahreszeit variiert.<\/p>\n<p>Geht\u00b4s los? Es geht los!<\/p>\n<p>Wir treffen uns am Bahnhof in H\u00fctteldorf, wobei Georg traditionsgem\u00e4\u00df zu sp\u00e4t kommt. Wir haben es aber nicht super eilig, Huberts Bus ist gem\u00fctlich und mit K\u00fchlbox perfekt ausgestattet.<br \/>\nDie Fahrt ist kurzweilig und besteht bis auf die letzten f\u00fcnf Kilometer nur aus Autobahn. Die Geschwindigkeit wird in erster Linie durch Baustellen und Staus bestimmt, die wir beide gl\u00fccklicherweise nur in geringem Ausma\u00df erleben m\u00fcssen. Die beiden Grenzen nach Slowenien und Kroatien haben auch ihren Schrecken verloren und bei Sonnenuntergang sind wir bereits tief am Balkan, was auch Zeit f\u00fcr ein Bier bedeutet.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/1.jpg\" title=\"1.jpg\" alt=\"1.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Rast ist kurz, aber notwendig<\/p>\n<p>Gegen 23 Uhr kommen wir in der Marina Dalmacija in Sukosan an, die sich als riesig herausstellt, es gibt in Summe 1.700 Liegepl\u00e4tze f\u00fcr alle Gr\u00f6\u00dfen von Yachten.<br \/>\nSofort leicht erkennbar ist, dass hier das Geld daheim ist. Vor allem wohlhabende Menschen aus Deutschland, \u00d6sterreich und Kroatien haben hier ihre Motorboote oder Segelschiffe geparkt, die monatliche Miete f\u00fcr ein Boot der 10-Meter-Klasse betr\u00e4gt ca. 800 Euro im Monat. Die hervorragenden Sanit\u00e4ranlagen sind hier schon inbegriffen, Strom und Wasser auch oder kosten nicht sehr viel extra. An den dort geparkten Autos l\u00e4sst sich der Geldadel gut erkennen, die meisten Kosten verursacht aber die Instandhaltung der Yachten. Sie m\u00fcssen oft gewartet werden, m\u00fcssen regelm\u00e4\u00dfig aufs Trockendock und brauchen generell viel Liebe und Pflege. Wer das nicht will, kann sich auch ein Boot chartern, was auch viele tun.<br \/>\nBeim Motorboot kommt noch der Sprit dazu, hier gibt es nach oben keine Grenze.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/2.jpg\" title=\"2.jpg\" alt=\"2.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Motorboote sind nach Gr\u00f6\u00dfen geordnet und liegen dicht nebeneinander<\/p>\n<p>Die erste Nacht schlafe ich in einer der Kabinen, mein Bruder zieht es vor oben im Salon zu \u00fcbernachten, Hubert ebenfalls, Georg und Walter teilen sich die Bugkabine.<\/p>\n<p>Am Freitag fr\u00fch fahren wir in den Ort fr\u00fchst\u00fccken und einkaufen. Wir haben keine Eile und die Gemeinschaftskasse wird nicht wirklich strapaziert, Wasser, Brot, Fr\u00fcchte und K\u00e4se stehen auf der Liste, am Abend werden wir jeweils ein nettes Lokal aufsuchen, Hubert hat keinen Herd an Bord.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/3.jpg\" title=\"3.jpg\" alt=\"3.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Einkauf im Supermarkt neben der Marina<\/p>\n<p>Huberts Boot hat einen Steuerstand im Salon und eine Flybridge mit einem weiteren Steuerstand. Meistens wird von dort oben gesteuert. Alle modernen Ger\u00e4te, die f\u00fcr eine sichere Fahrt notwendig sind, hat er an Bord, auch einen Autopilot, was die Sache sehr entspannt.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/4.jpg\" title=\"4.jpg\" alt=\"4.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Steuerstand<\/p>\n<p>Das Boot hat zwei Volvo Penta Turbodieselmotore mit je ca. 330 PS. Sie sind sehr zuverl\u00e4ssig und brauchen im Verdr\u00e4ngerbetrieb nicht viel Diesel, im Gleitbetrieb nat\u00fcrlich wesentlich mehr. Wir sind bis auf zwei Mal zehn Minuten ausschlie\u00dflich Verdr\u00e4nger gefahren, da wir es nicht eilig hatten und das Boot dadurch wenig verbrauchte.<br \/>\nDurch die vier Betten ist die \u00e4ltere Princess nat\u00fcrlich f\u00fcr vier Personen ideal, daf\u00fcr gibt es auch gen\u00fcgend Platz im Salon, wobei auf so einem Motorboot naturgem\u00e4\u00df alles sehr eng ist und man st\u00e4ndig aufpassen muss \u2013 auf den Kopf, auf die Zehen etc.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/5.jpg\" title=\"5.jpg\" alt=\"5.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Salon, dahinter weiter unten die K\u00fcche, die Bugkabine, eine Toilette, die notfalls auch als Dusche verwendet werden kann und die zweite Kabine.<br \/>\nDie Toilette wird mit einer Pumpe betrieben \u2013 zuerst pumpt man ab und dann frisches Seewasser hinein. Das funktioniert tadellos und wer das Leben auf einem Schiff gewohnt ist, gew\u00f6hnt sich auch daran, dass das WC-Papier nicht ins WC geworfen werden darf.<br \/>\nDie Vorbereitungen zum Auslaufen gehen z\u00fcgig voran, am Boot muss alles verstaut und in Ordnung gebracht werden. Hubert kontrolliert noch die Motoren, in Summe ist eine ganze Menge zu tun.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/6.jpg\" title=\"6.jpg\" alt=\"6.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Hubert bei der \u00d6lkontrolle<\/p>\n<p>\u00dcberall gibt es Klappen und jede Menge Herumhantieren mit Seilen und sonstigem Zeug. Georg und Walter werden als Leichtmatrosen eingeteilt und m\u00fcssen lernen Mouringleinen einzuholen und Seilknoten zustande zu bringen.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/7.jpg\" title=\"7.jpg\" alt=\"7.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Walter ist f\u00fcr die Seile beim Ablegen verantwortlich.<\/p>\n<p>Dann geht es los, wir laufen aus und nehmen Kurs auf die Kornaten. Diese Inselgruppe habe ich das erste Mal 1995 bei einer Tauchkreuzfahrt kennengelernt. Sie sind das beste Tauchrevier im ganzen Mittelmeer und ich war dort schon seit fast drei\u00dfig Jahren nicht mehr tauchen \u2013 was heute auch nicht mehr so einfach geht, es gibt nur ganz wenige Schiffe, die eine Sondererlaubnis bekommen. Damals war ich auf der \u201eVranjak\u201c unterwegs, heute gibt es die \u201eVranjak 2\u201c, die vom Sohn des ehemaligen Betreibers Jani betrieben wird. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/Jani.jpg\" title=\"Jani.jpg\" alt=\"Jani.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Jani in den 1990ern, so wie ich ihn kennengelernt habe<\/p>\n<p>Vielleicht ergibt es sich ja wieder einmal, reizen w\u00fcrde es mich schon sehr, ich habe dort \u2013 gemeinsam mit Hubert \u00fcbrigens \u2013 ein paar meiner tollsten Tauchg\u00e4nge erleben d\u00fcrfen.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/Vranjak.jpg\" title=\"Vranjak.jpg\" alt=\"Vranjak.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die alte Vranjak. Die beiden Masten sind reine Zierde, segeln kann man damit nicht. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/8.jpg\" title=\"8.jpg\" alt=\"8.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Georg darf ans Steuer. Die Princess 330 hat kein Bugstrahlruder und keine Gondeln, muss also \u00fcber das Ruder bzw. die beiden Motoren gesteuert werden, was gar nicht so einfach ist, vor allem wegen der Tr\u00e4gheit muss man ziemlich vorausdenken. Das kleine, schwarze K\u00e4stchen mit den beiden roten Kn\u00f6pfen ist der Autopilot. Damit h\u00e4lt das Boot den eingegebenen Kurs und mit den beiden Kn\u00f6pfen kann man ein paar Grad nach links bzw. rechts korrigieren. Das hat man nach kurzer Zeit heraus.<\/p>\n<p>An Bord ist es gem\u00fctlich, wir fahren mit 1.500 Umdrehungen langsam durch die Bucht zu einer Meeresenge mit einer Br\u00fccke und nehmen dann Kurs Richtung S\u00fcden, zu den Kornaten.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/9.jpg\" title=\"9.jpg\" alt=\"9.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Entspannt genie\u00dfe ich die Fahrt, hinter mir die gerade durchfahrene Br\u00fccke.<\/p>\n<p>Die erste Insel, an der wir vorbeifahren, ist Mrtovac, dort habe ich mit Hubert meinen bisher tiefsten Tauchgang (65 Meter) gemacht, vor langer Zeit. Die Erinnerung ist trotzdem noch sehr intensiv, ich kann mich an eine feuerrote Schmuckkoralle am Meeresgrund erinnern und an das Licht, das da unten dank des sehr klaren Wassers noch ausreichend vorhanden ist.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/10.jpg\" title=\"10.jpg\" alt=\"10.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Mrtovac \u2013 die Steilwand setzt sich unter Wasser fort, sie ist ab ca. 25 Metern Tiefe voll von H\u00f6hlen, in denen auf wei\u00dfem Sand Langusten und Hummer hocken. Dazu gibt es tiefviolette Gorgonienw\u00e4lder und noch einiges mehr. Ober Wasser ist das ein kahler Steinhaufen, unter Wasser befindet sich ein Paradies.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/Mrtovac.jpg\" title=\"Mrtovac.jpg\" alt=\"Mrtovac.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Rote Gorgonie vor wei\u00dfem Sandgrund auf Mrtovac<\/p>\n<p>Wir fahren daran vorbei und weiter zu unserem Ziel, der Insel Levrnaka. Auch dort waren wir bei einer Dalmatienkreuzfahrt 1996. Ich erinnere mich noch gut an einen Abend, an dem wir mit einem schr\u00e4gen Typen bei Rotwein, Brot und Oliven die tolle Atmosph\u00e4re dieser ruhigen Insel genossen haben.<br \/>\nDamals erz\u00e4hlte uns eine alte Frau von Kriegszeiten, als Partisanen einen Trupp deutscher Soldaten angriffen und die jungen M\u00e4nner auf die Insel verschleppten. \u201eMan hat ihnen dann die Beine gebrochen und sie in eine Doline (das sind tiefe L\u00f6cher im Kalkgestein, die meistens bis zum Wasser hinunterreichen) geworfen, wo sie langsam verreckt sind\u201c erz\u00e4hlte die alte Frau.<br \/>\nMein alter Freund Gabor und ein paar andere fragten, ob sie w\u00fcsste, welche Doline das damals war und ob die Toten jemals geborgen wurden.<br \/>\nNat\u00fcrlich wisse sie das und nein, die hat nie wer raufgeholt, meinte die Frau.<br \/>\nAlso schnappten sich meine Tauchkollegen ein Seil und Ivan f\u00fchrte sie zur besagten Doline. Sie kletterten hinunter und fand die \u00dcberreste einer Handvoll junger M\u00e4nner, vor allem Schuhsohlen, G\u00fcrtel und etliche Erkennungsmarken. Ich erinnere mich noch an eine Marke eines 19j\u00e4hrigen Deutschen eines Aufkl\u00e4rungsbataillons, einige waren durch das Leichengift zerfressen, viele aber noch gut lesbar.<br \/>\nMeine Kollegen haben sie dann ans Schwarze Kreuz geschickt, damit ihre Verwandten erfahren konnten, wo ihre V\u00e4ter oder Br\u00fcder oder Ehegatten liegen \u2013 mit gut f\u00fcnfzig Jahren Versp\u00e4tung, aber besser als nie.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/Levrnaka.jpg\" title=\"Levrnaka.jpg\" alt=\"Levrnaka.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Ein altes Bild von Levrnaka. Gut ist die Landbr\u00fccke mit dem Weg zwischen den beiden Buchten zu erkennen. Die Dolinen befinden sich in dem sonnenbeschienenen Teil hinter dem H\u00fcgel.<\/p>\n<p>Die Insel besteht aus zwei H\u00fcgeln, die durch eine schmale Landbr\u00fccke verbunden sind. Seeseitig gibt es eine sch\u00f6ne Bucht, in der wir ankern. Laut Hubert lebt Ivan immer noch da und wir k\u00f6nnen ihn besuchen. Georg und ich beschlie\u00dfen zum Strand zu schwimmen, sehr weit schaut das nicht aus.<br \/>\nDa ich eine kleine Wanderung in Erw\u00e4gung ziehe, borge ich mir einen Schwimmbeutel aus \u2013 garantiert wasserdicht, um mein Handy, ein T-Shirt (Sonnenbrandgefahr) und mein Bandana trocken transportieren zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Strecke stellt sich dann als gar nicht soo kurz heraus und ich bin froh, am Strand angelangt zu sein.<br \/>\nDas mit dem Schwimmbeutel war keine gute Idee, er ist leider garantiert nicht wasserdicht und alles darin ist nass. Gl\u00fccklicherweise funktioniert mein Handy noch und das nasse T-Shirt st\u00f6rt auch nicht wirklich, es ist ohnehin hei\u00df.<br \/>\nWir suchen einen Weg hinauf zu dem Haus und finden einen \u2013 den falschen, wie sich herausstellt. Georg und ich klettern \u00fcber Felsen und an B\u00fcschen vorbei hinauf zum h\u00f6chsten Punkt der Landbr\u00fccke \u2013 nur um festzustellen, dass es auf der anderen Seite des abgesperrten Camping-Gel\u00e4ndes einen breiten, guten Weg gibt. Wir hatten uns ohnehin gewundert, wie all die Badeg\u00e4ste in der Bucht dorthin gekommen sind \u2013 egal, jetzt ist es eh zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/12.jpg\" title=\"12.jpg\" alt=\"12.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Blick in die Bucht, wo unser Boot vor Anker liegt. Es ist das letzte rechts hinten.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/13.jpg\" title=\"13.jpg\" alt=\"13.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Blick von der H\u00f6he hinunter zum Anlegesteg auf der Innenseite von Levrnaka. Dort, wo die Ausflugsboote anlegen. Gut zu erkennen ist die Hauptinsel der Kornaten, Kornat. Dahinter ist dann das Festland. Und vor uns ein steiniger Weg (ohne Weg) hinunter zu dem Anleger.<\/p>\n<p>Also klettern wir auf der anderen Seite hinunter, um vom Anleger den Weg zu dem gesuchten Haus zu gehen. Als wir dann den breiten Weg zu dem ehemaligen Haus gehen, finden wir uns in einem Camp wieder. Von einem Ivan hat hier niemand geh\u00f6rt, es gibt ihn wohl doch nicht mehr und wir wandern wieder die restlichen Meter zum Strand.<br \/>\nGeorg und ich versuchen das Handy diesmal noch besser in dem Beutel zu verpacken und sind damit auch erfolgreich. Dann kommen wieder die anstrengenden paar hundert Meter zur\u00fcck zum Boot, aber auch das geht vorbei.<br \/>\nNach einem kleinen Snack starten wir wieder hinaus Richtung Piskera, wo unsere n\u00e4chste Marina liegt.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/11.jpg\" title=\"11.jpg\" alt=\"11.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Kleines Mittagessen an Bord<\/p>\n<p>Vorbei geht es an der schroffen Steilk\u00fcste weiter in den S\u00fcden der Kornaten. Wir kommen an der Insel Balun vorbei, wo ich vor vielen Jahren an einer Kante in die falsche Richtung getaucht bin und meinen Buddy verloren habe. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/14.jpg\" title=\"14.jpg\" alt=\"14.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Balun<\/p>\n<p>So schroff die Kornaten auch wirken, irgendwie ist die Landschaft auch sch\u00f6n. Weniger sch\u00f6n sind die unz\u00e4hligen Steinmauern auf den gr\u00f6\u00dferen Inseln, vor allem auf Kornat. Bei einer kleinen Recherche erfahre ich, dass sie von Str\u00e4flingen gebaut wurden und viele dabei umgekommen sind. Das war vor fast hundert Jahren, so lange stehen diese Mauern schon. Sie erf\u00fcllen keinen wirklichen Zweck, angeblich wurden sie gebaut, um die vom Wind davongetragene Erde aufzufangen, haben diese Aufgabe aber nie wirklich erf\u00fcllt. Sie sind steinerne Merkmale menschlicher Grausamkeit, bleiben letztlich aber stumm, da es wohl nur wenige Menschen gibt, die ihren Sinn hinterfragen.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/21.jpg\" title=\"21.jpg\" alt=\"21.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Sinnlose Steinmauern<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter sind wir in der kleinen Marina angelangt. Sie unterscheidet sich deutlich von der riesigen in Sukosan und liegt malerisch in einer kleinen Bucht. Auch hier sind die Sanit\u00e4ranlagen tadellos, der Liegeplatz kostet f\u00fcr das Boot 70 Euro und ich komme drauf, dass ich meinen Rasierer daheim vergessen habe \u2013 zumindest die Klingen. Da die anderen auch keine dabeihaben, bleiben wir alle unrasiert. Soll nichts Schlimmeres passieren. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/15.jpg\" title=\"15.jpg\" alt=\"15.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Unser Boot in der Marina von Piskera<\/p>\n<p>Daf\u00fcr freuen wir uns auf ein gutes Abendessen im Restaurant der Marina. Die Preise sind stolz, 100 Euro f\u00fcr ein Steak keine Kleinigkeit.<br \/>\nZu dritt essen wir einen gro\u00dfen Fisch, der mit Beilagen ebenfalls 100 Euro kostet, letztlich aber ausreichend ist und preislich somit okay. Das Bier schmeckt gut, lediglich die Gelsen tr\u00fcben den wunderbaren Abend. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/16.jpg\" title=\"16.jpg\" alt=\"16.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Walter k\u00e4mpft mit der Garnele in seiner Fischsuppe<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag mache ich einen kleinen Spaziergang auf den H\u00fcgel neben der Marina, um mir die Beine ein wenig zu vertreten und weil die anderen eh noch schlafen. Es ist schon warm, aber noch nicht hei\u00df und ich erhasche einen Blick auf die Kornaten in der Morgensonne.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/17.jpg\" title=\"17.jpg\" alt=\"17.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Kornaten im Morgenlicht. Rechts unten ist die Marina, die schmale Durchfahrt hinaus ins Meer verleitet dazu eine Abk\u00fcrzung zu nehmen \u2013 sonst muss man n\u00e4mlich um die ganze Insel herumfahren.<br \/>\nDas hat aber seinen Grund. Als ich darauf warte, dass die anderen aufwachen, f\u00e4hrt ein Segelschiff mit seinem Flautenschieber auf die Durchfahrt zu. Es macht einen Kracher und das Schiff l\u00e4uft auf Grund. Jetzt haben alle erste Reihe fu\u00dffrei und k\u00f6nnen sich anschauen, wie die verzweifelte Mannschaft versucht das Schiff wieder freizubekommen. Sie scheitern mit mehreren Versuchen, dann kommt der Hafenmeister und versucht den Segler mit seinem Schlauchboot r\u00fcckw\u00e4rts zu ziehen, scheitert aber ebenfalls.<br \/>\nErst ein herbeigeholter Fischer mit seinem kleinen, aber kr\u00e4ftigen Boot macht ein Seil an der Mastspitze fest und schafft es dann den Segler wieder ins tiefere Wasser zu ziehen. Er f\u00e4hrt dann sofort wieder raus aus der Marina, den Spott der vielen Skipper rundherum will er sich nicht geben.<\/p>\n<p>Es ist Samstag und wir fahren zur\u00fcck Richtung Zadar. Unser n\u00e4chstes Ziel ist eine nette Bucht auf Dugi Otok, die wir nach ein paar Stunden Fahrt auch gut erreichen. Dort gibt es keine Marina, jedoch einen Hafen f\u00fcr Ausflugsboote und auch ein gutes, g\u00fcnstiges Lokal mit hervorragenden Grillplatten, wie Hubert uns versichert.<br \/>\nIn der Bucht ankern jede Menge Motorboote und auch etliche Segelschiffe. Eines ist ganz besonders sch\u00f6n, ein alter Zweimaster, sicher \u00e4lter als 70 Jahre, dessen Restaurierung nicht ganz billig war. Diese traumhafte Segelyacht geh\u00f6rt Italienern und hei\u00dft \u201eIsabella\u201c.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/30.jpg\" title=\"30.jpg\" alt=\"30.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Wundersch\u00f6nes, altes Holzsegelboot in klassischer Form. Davor der Bug eines modernen Kevlarseglers.<br \/>\nWeil wir keine Mole haben, m\u00fcssen wir mit einem kleinen Schlauchboot zum Ufer fahren. Mit einem wirklich kleinen Schlauchboot. <\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/23.jpg\" title=\"23.jpg\" alt=\"23.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Georg, Walter und Hubert im Schlauchboot<\/p>\n<p>Gerudert wird, weil der kleine Au\u00dfenbordmotor nicht funktioniert. Die Strecke ist aber nicht weit und wir verbringen den Nachmittag sowieso noch mit Faulenzen und auch das eine oder andere Bier muss daran glauben. Ich packe meine Schnorchelausr\u00fcstung aus, das Ergebnis ist aber mau, es gibt dort in der Bucht genau gar nichts zu sehen, absolut gar nichts. Das Gewicht und die Herumwurschtelei h\u00e4tte ich mir sparen k\u00f6nnen, genauso wie den starken Sonnenbrand, den ich mir an diesem Tag hole. Ich schw\u00f6re, dass ich nur wenige Minuten in der Sonne war. Erst viel sp\u00e4ter werde ich erfahren, dass der Schatten an Bord nahezu nichts bringt, da das Wasser die UV-Strahlen so stark reflektiert, dass nur ein ordentlicher Sunblocker mich h\u00e4tte bewahren k\u00f6nnen. So lernt man auch mit 58 Jahren noch was dazu, immerhin.<\/p>\n<p>Nach einem kleinen Fu\u00dfmarsch auf der Insel hinauf zu einer spektakul\u00e4ren Klippe (die dann doch nicht wirklich so spektakul\u00e4r ist) sind wir bereit f\u00fcr die tolle Grillplatte.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/24.jpg\" title=\"24.jpg\" alt=\"24.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Peter vor der Klippe<\/p>\n<p>Leider gibt es das Lokal nicht mehr bzw. es wurde umgebaut und ist jetzt ein mehr oder weniger nobles Restaurant. Die Karte spiegelt das wider.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/26.jpg\" title=\"26.jpg\" alt=\"26.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Speisekarte<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie auf Piskera zielen die Lokalbesitzer auf das betuchte Bootspublikum ab und liegen damit scheinbar goldrichtig. Wir g\u00f6nnen uns trotzdem ein gutes Essen, schlie\u00dflich ist das ein feines Wochenende und wir wollen unseren Spa\u00df haben.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag in der Fr\u00fch sehen wir die Ausflugsboote, wie sie in die Bucht einfallen, etwa ein knappes Dutzend, jedes voll mit Tagesausfl\u00fcglern, die auf die Insel gebracht werden. Ich konnte nicht herausfinden, was sie dort den ganzen Tag tun und wir fahren ab Richtung Marina.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/22.jpg\" title=\"22.jpg\" alt=\"22.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Zwei der vollen Ausflugsboote<\/p>\n<p>Davor treffen wir noch einen alten Bekannten von Hubert, der in der Marina mit seinem Boot den Nachbarplatz hat. Er ist so etwas wie das Marinafaktotum, kennt jeden und jeder kennt ihn. Wenn Du etwas brauchst, etwa einen schnellen Trockendocktermin, dann ist er der richtige Mann.<br \/>\nGemeinsam gehen wir Mittagessen und finden endlich das, worauf ich mich schon die ganze Zeit freue: Ein kleines kroatisches Lokal (Ciao Ciao) direkt am Hafen von Kukljica mit gutem, bodenst\u00e4ndigem Essen. Ich bestelle Oktopus und bereue es nicht, aber auch alle anderen Speisen sind gut und reichlich \u2013 so reichlich, dass wir nicht wissen, ob wir am Abend wirklich noch gro\u00df Essen gehen.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/31.jpg\" title=\"31.jpg\" alt=\"31.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Bereit f\u00fcr ein gutes Essen<\/p>\n<p>Danach geht es heim in die Marina und gegen Abend bekommen wir doch noch Hunger und fahren in ein nettes Restaurant (Stari Most) zwischen Sukosan und Zadar, wo ich endlich die ersehnten Pleskjavica bekomme. Schlie\u00dflich bin ich in Kroatien. Mit diesem Essen hoch \u00fcber dem Meer geht der Urlaub auch fast schon wieder zu Ende. Wir haben am fr\u00fchen Abend das Boot noch ges\u00e4ubert und alles aufger\u00e4umt und auf Vordermann gebracht, schlie\u00dflich kommt morgen die Schwiegermutter von Hubert mit einer Freundin aufs Boot.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag fahren wir zur\u00fcck nach Wien. Die Fahrt verl\u00e4uft st\u00f6rungsfrei und nach guten sieben Stunden sind wir gesund und munter wieder daheim. Es bleibt ein gro\u00dfes Dankesch\u00f6n an Hubert und eine wunderbare Erinnerung an ein tolles Bubenwochenende \u2013 auch wenn diese Buben schon rasant den 60er ansteuern, es war so lustig wie zu Zeiten der Matura.<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/32.jpg\" title=\"32.jpg\" alt=\"32.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Die Buben sind froh<\/p>\n<p> <center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2025.09.03_Kornaten\/27.jpg\" title=\"27.jpg\" alt=\"27.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Sonnenuntergang auf Dugi Otok<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei unserem heurigen, runden Maturatreffen waren wir 28 Personen. Das finde ich 40 Jahren nach der Matura doch recht beachtlich. Daher mussten wir das nachfeiern, bei einem guten Bier beim Gr\u00fcnspan. 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