{"id":3114,"date":"2026-01-01T18:30:45","date_gmt":"2026-01-01T17:30:45","guid":{"rendered":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=3114"},"modified":"2026-01-01T18:30:45","modified_gmt":"2026-01-01T17:30:45","slug":"wie-sich-menschen-taeuschen-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wie-sich-menschen-taeuschen-lassen\/","title":{"rendered":"Wie sich Menschen t\u00e4uschen lassen"},"content":{"rendered":"<p>Wer kennt noch Vance Packard?<br \/>\nEr hat das ber\u00fchmte Buch \u201eDie geheimen Verf\u00fchrer\u201c geschrieben und das ist jetzt schon lange her. 1971 wurde \u201eDer Griff nach dem Unbewu\u00dften in Jedermann\u201c (so der Untertitel) bereits mit anschaulichen Beispielen beschrieben.<br \/>\nNach mehr als einem halben Jahrhundert haben die Marketingstrategen deutlich dazugelernt und es gibt neben den alten Tricks \u2013 die immer noch funktionieren \u2013 jede Menge neue.<br \/>\nUnd die Konsumentinnen und Konsumenten spielen brav mit, manchmal wirkt es sogar, als wollten sie get\u00e4uscht werden.<br \/>\nDabei ist deutlich zwischen dem Magier im Zirkus und dem Supermarkt zu unterscheiden. Nehmen wir gleich ein aktuelles Beispiel.<br \/>\nIn \u00d6sterreich ist der Lebensmittelhandel in den H\u00e4nden von drei gro\u00dfen Anbietern: SPAR, REWE und ALDI (der bei uns HOFER hei\u00dft).<br \/>\nDer Rest spielt eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>Neulich bei SPAR<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2026.01.01_Tauschung\/600.jpg\" title=\"600.jpg\" alt=\"600.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Preiselbeerstapel bei SPAR<\/p>\n<p>Ich sehe einen gro\u00dfen Stapel Preiselbeerkompott, beworben wird die K\u00f6stlichkeit auf einem Schild mit dem rot unterlegten Spruch \u201eJETZT ZUGREIFEN!\u201c (in Blockbuchstaben). Die Menge betr\u00e4gt 600g und kostet 5,99 Euro.<br \/>\nVor ein paar Jahren wurden die Supermarktketten dazu gezwungen, bei bestimmten Produkten den Kilopreis dazuzuschreiben, in diesem Fall wurde das so winzig gedruckt, dass man es nur mit sehr guten Augen lesen kann: (= per kg 9,98)<br \/>\nGleich daneben steht ein anderer Stapel, ebenfalls Wildpreiselbeeren der gleichen Marke (d\u00b4arbo) in einem etwas kleineren Glas (450g).<br \/>\nAuf diesem Stapel h\u00e4ngt leider kein Preisschild, aber im Regal l\u00e4sst sich das dann finden: Diese Preiselbeeren sind in Aktion und kosten statt 3,99 nur 3,29 Euro. Hier ist der Kilopreis deutlicher lesbar. 7,31 per kg.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2026.01.01_Tauschung\/450.jpg\" title=\"450.jpg\" alt=\"450.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild: Der Preiselbeerstapel 1x ums Eck bei SPAR<\/p>\n<p>Selbst mit dem urspr\u00fcnglichen Preis von knapp 4 Euro ist das noch deutlich g\u00fcnstiger als das 600g-Glas.<br \/>\nDie T\u00e4uschung entsteht durch die Aufmachung als Sonderangebot, obwohl es keines ist \u2013 ganz im Gegenteil. Der Vorteil liegt ausschlie\u00dflich auf Seiten des Handels, der Nachteil ganz bei der Kundschaft, au\u00dfer man sucht genau nach so einer Glasform und will daf\u00fcr gerne mehr bezahlen.<\/p>\n<p>T\u00e4uschung passiert auf vielen Ebenen. Die gr\u00f6\u00dfte ist wohl das Gl\u00fccksversprechen der Konsumindustrie.<br \/>\nDas baut auf einem wahren Kern auf: Wir alle sind bed\u00fcrftige Wesen, von Natur aus sozusagen. Wir m\u00fcssen konsumieren, sonst sterben wir.<br \/>\nDie Frage ist nur: Was und wie viel?<br \/>\nDer Kabarettist Christoph Sieber hat das sehr gut in einem seiner Auftritte zusammengefasst: Unser Gehirn hat die moderne Welt noch nicht mitbekommen, es lebt quasi in der Vergangenheit der letzten 100.000 Jahre oder noch l\u00e4nger zur\u00fcck: Wenn der Neandertaler an einem Strauch mit Beeren vorbeigekommen ist, dann hat ihm sein Gehirn gesagt: Iss sie alle, das ist Zucker, das ist Energie, die brauchen wir, iss so viel wie m\u00f6glich, denn vielleicht gibt es jetzt l\u00e4nger keine mehr.<br \/>\nUnser Gehirn sagt das heute noch, es kennt keine \u00dcberflusswelt. Das Ergebnis kennen wir: Zu viel Zucker, zu viel Kalorien, der K\u00f6rper wird fett, weil das Gehirn das nicht steuern kann.<br \/>\nAls historisches Mangelwesen nehmen wir, was wir bekommen k\u00f6nnen. Ein \u201ezu viel\u201c gibt es f\u00fcr unser Gehirn nicht.<br \/>\nAuch wenn diese Darstellung etwas verk\u00fcrzt sein mag, das Ergebnis ist \u00fcberall sichtbar. Die Konsumindustrie lebt nun davon, dass wir keine nat\u00fcrlichen, instinktgesteuerten Grenzen kennen. Um von den Beeren m\u00f6glichst viel essen zu k\u00f6nnen, gibt es die Gier. Sie enthemmt die Begrenzung, vor allem die soziale: Wenn wir etwas sehen, das uns gef\u00e4llt, wollen wir es haben, und zwar m\u00f6glichst viel davon, am besten alles. Unser Sozialverhalten h\u00e4lt dagegen: Lass den anderen auch was, teile es mit Menschen, die du magst und mit denen du in einem Sozialverband lebst.<br \/>\nDie Gier sagt: Nimm dir alles, wenn es morgen nichts mehr gibt, dann \u00fcberlebst wenigstens du. K\u00fcmmere dich vor allem um dich selbst. Modern gesprochen ist das der \u201eSelf-made-man\u201c, der uns als Ideal angepriesen wird: Er k\u00fcmmert sich um sich und seine Karriere, er strebt nach grenzenlosem Erfolg, er ist m\u00f6glichst unabh\u00e4ngig, im Idealfall komplett. Das Bild dazu ist die \u201eLeck-mich-Million\u201c \u2013 das ist der Betrag, der es uns erm\u00f6glicht zu allen Menschen jederzeit \u201eleck mich\u201c sagen zu k\u00f6nnen. Den Begriff kenne ich aus dem Roman \u201eNoble House\u201c von James Clavell. Dort ist er das Leitmotiv einer jungen, attraktiven Frau, die als Lebensziel nicht nur das Verdienen von m\u00f6glichst viel Geld hat, sondern ein Leben ohne r\u00e4umliche Bindung. Sie zieht von Hotel zu Hotel, von Land zu Land, mit nicht viel mehr als ihrer Kreditkarte, mit der \u00fcberall auf der Welt unbeschr\u00e4nkt Geld zu bekommen ist.<br \/>\nHier erkennen wir auch den darin enthaltenen Freiheitsbegriff: Unabh\u00e4ngig von Raum (einem Ort als Lebensmittelpunkt) und Zeit (mit dem Flugzeug \u00fcberall schnell sein k\u00f6nnen). Das bedeutet aber auch, dass die Beziehungen h\u00f6chst eingeschr\u00e4nkt vorhanden sind. Paarbeziehungen sind One-Night-Stands an der Hotelbar. Familie gibt es nicht bzw. man hat keinen Kontakt, Kommunikation findet in erster Linie online statt.<\/p>\n<p>Das ist eine Welt der maximalen Freiheit, zugleich aber eine der maximalen Einsamkeit. Auf den Beginn des Lied-Refrains \u201eI\u00b4m free\u201c folgt sogleich die zweite Strophe \u201efree fallin\u00b4\u201c. Der Halt, den dieses Leben bietet, findet sich nur mehr auf dem Bankkonto. Menschen, die so ein Lebensziel haben, vertrauen der Sicherheit des Geldes. Inzwischen wissen wir, dass diese Sicherheit tr\u00fcgerisch ist: Ein Bankkonto l\u00e4sst sich mit einem einzigen Klick auf Null stellen. Konten k\u00f6nnen auf der Stelle eingefroren werden, manche russischen Oligarchen k\u00f6nnen davon ein Lied singen, auch wenn mir hier das Mitleid zur G\u00e4nze fehlt.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Thema. Auch die Gier nach Geld ist f\u00fcr unser Steinzeitgehirn ein lustvolles Ziel und wie \u00fcberall gibt es auch hier keine Grenzen. Diese finden wir dann in der realen Welt, in erster Linie durch die endlichen Ressourcen unseres Planeten. F\u00fcr unser Gehirn darf es das aber nicht geben, denn in seiner Entwicklung \u00fcber die letzten zwei Jahrmillionen gab es keine Grenzen. Wenn ein Gebiet abgeweidet war, ist man mit der Viehherde einfach ein St\u00fcck weitergezogen. Hinter jedem abgeweideten Gebiet gab es ein frisches, und dahinter noch eins usw.<br \/>\nAuch die Ackerbauern konnten einfach ein St\u00fcck Wald roden und einen neuen Acker anlegen, um die steigende Kinderanzahl zu versorgen, abgesehen davon, dass sich die Bev\u00f6lkerung \u00fcber sehr lange Zeit nicht relevant vermehrt hat. Durch \u00dcberd\u00fcngung ausgelaugte B\u00f6den gab es auch nicht, lediglich die Bergbauern in den Alpent\u00e4lern kannten Ressourcenknappheit. Auch f\u00fcr alle anderen gab es D\u00fcrre oder \u00dcberschwemmungskatastrophen, aber die waren relativ selten. Die Bergbauern mussten immer schon mit Knappheit umgehen, die Beschr\u00e4nkung war aber immer nur r\u00e4umlich und tempor\u00e4r, nicht prinzipiell, wie im Anthropoz\u00e4n.<\/p>\n<p>Die Konsumindustrie greift die Schw\u00e4che unseres Gehirns auf und zeigt uns eine sch\u00f6ne Welt des dauerhaften \u00dcberflusses. Darauf reagiert das Gehirn mit einer Art Dauergier auf alles. Dazu kommt noch das Angebot sofortiger Lustbefriedigung. \u201eIch will alles und das jetzt gleich\u201c ruft eine junge Frau in einem Werbespot.<br \/>\nDas beworbene Produkt verspricht ihr alles und das jetzt gleich zu geben \u2013 sie muss es nur kaufen. Unser Gehirn reagiert mit Gl\u00fccksbotenstoffen, die allerdings immer nur kurz ausgesch\u00fcttet werden. Nach relativ kurzer Zeit ist das Gl\u00fccksgef\u00fchl zu Ende und das Gehirn sucht nach Wiederholung.<br \/>\nDas ist der Trick des Ultra-Fast-Shoppings: Menschen gehen in das Gesch\u00e4ft, kaufen Kleidung, die sie sofort nach dem Kauf entsorgen, damit Platz ist, um ins Gesch\u00e4ft zu gehen und neue Kleidung zu kaufen. Angezogen wird diese Kleidung nicht, denn darum geht es nicht. Es geht um die Sekunden Dopaminaussch\u00fcttung im Gehirn. Die Kleidungsst\u00fccke m\u00fcssen daher auch nicht zum Tragen gemacht werden, sie sind aus billigen Materialien, die billig erzeugt werden, unter maximaler Ausbeutung von Mensch und Natur.<br \/>\nDem Gehirn ist es egal, wo das Gl\u00fccksgef\u00fchl herkommt. Es m\u00f6chte in seinem Gl\u00fcck auch nicht gest\u00f6rt werden, daher blendet es die Informationen, die Botschaften aus, die sein Gl\u00fcck st\u00f6ren k\u00f6nnten.<br \/>\nDie Ultra-Fast-Shopper wollen nicht wissen, unter welchen Bedingungen ihre Mode erzeugt wird. Sie wollen einzig und allein eine st\u00e4ndige Wiederholung ihres Gl\u00fccksgef\u00fchls mit m\u00f6glichst wenig Energieaufwand.<\/p>\n<p>Das Gleiche sehen wir bei der Nahrung: Eine leichte Ber\u00fchrung des Bildschirms unseres Handys f\u00fchrt dazu, dass kurze Zeit sp\u00e4ter die T\u00fcrglocke klingelt und ein Bote das fertige Essen bringt. Wir brauchen daf\u00fcr nicht auf die Jagd zu gehen und wir m\u00fcssen auch kein Essen kochen, ein einziger Klick reicht.<br \/>\nDiesen Verlockungen kann das Gehirn schwer widerstehen. Es kann mit extrem wenig Energieaufwand ein Maximum an Energiezufuhr erhalten. Auch hier spielt die Herkunft des Zuckers (Energie) keine Rolle, die Qualit\u00e4t ebenso wenig, denn das Gehirn kann nicht in die Zukunft schauen, es lebt von der Energiezufuhr des Augenblicks.<br \/>\nEs ist ein Steinzeitgehirn, das \u00fcber Jahrhunderttausende gelernt hat, dass das Hier und Jetzt z\u00e4hlt und dass das Morgen sowieso nicht planbar ist.<\/p>\n<p>Die Anzahl der Menschen auf unserer Erde w\u00e4chst und somit auch die Anzahl der zu befriedigenden Steinzeitgehirne. Somit muss die Konsumindustrie st\u00e4ndig wachsen, um die Gier m\u00f6glichst vieler Menschen zu befriedigen.<br \/>\nSie t\u00e4uscht uns vor, dass wir zum Lebensgl\u00fcck nur die st\u00e4ndige Dopaminaussch\u00fcttung des Gehirns brauchen. Die sch\u00f6ne Welt ist eine, in der wir uns sozusagen st\u00e4ndig unter Drogen befinden. Manche Menschen leben das tats\u00e4chlich mit Drogen, die sie dem K\u00f6rper zuf\u00fchren, sie gehen einen \u00e4hnlichen Weg und st\u00fcrzen nur schneller und gr\u00fcndlicher in ihr Ungl\u00fcck.<\/p>\n<p>Letztlich muss dieser Weg ins Ungl\u00fcck f\u00fchren, weil man kann sich recht gut ausrechnen, was es f\u00fcr unsere Welt bedeutet, wenn viele Milliarden Menschen danach streben im \u00dcberfluss zu leben.<\/p>\n<p>Eine beliebte Variante der T\u00e4uschung ist die Selbstt\u00e4uschung. Auch daf\u00fcr gibt es unz\u00e4hlige Beispiele, die besten stammen aus dem Lieblingsfetisch der \u00d6sterreicher, dem Auto.<br \/>\nEs ist schon wirklich viele Jahre her und ich hatte damals noch keinen Fotoapparat, aber das Bild immer noch in meinem Kopf: Ein VW Golf 1. Serie, ein 50-PS-Auto, der Besitzer h\u00e4tte aber gerne einen GTI gehabt, also mit 110 PS und breiteren Reifen und roten Streifen rund um den K\u00fchlergrill und selbstverst\u00e4ndlich mit einem \u201eGTI\u201c-Schild auf der Heckklappe, damit alle wissen, dass er den schnellsten Golf besitzt, den es gibt.<br \/>\nDamit er es selbst glauben konnte, hatte er ca. ein Dutzend GTI-Schilder gesammelt und oben aufs Armaturenbrett geklebt.<br \/>\nDas T\u00e4uschungsman\u00f6ver ist auch bekannt unter \u201edrei Faul ein Elfer\u201c (Fu\u00dfballersprache) und scheint bei manchen Menschen zu funktionieren. Er wusste zwar, dass er keinen GTI hat, aber ab einer gewissen Anzahl an kleinen Schildchen, die er beim Fahren st\u00e4ndig vor Augen hatte, konnte er sich einreden, doch einen zu haben.<\/p>\n<p>Diese kleinen Selbstt\u00e4uschungsman\u00f6ver ziehen sich durch viele Lebensbereiche. Wenn Menschen ihren Kindern Namen von Prominenten geben, die reich und sch\u00f6n sind, dann ist ihnen schon klar, dass die Chance, dass die Kinder einmal reich und sch\u00f6n werden, ausgesprochen gering ist. Aber vielleicht klappt es ja doch, und der 50-PS-Golf ist eines Morgens auf einmal ein GTI und das Kind gewinnt im Lotto.<br \/>\nVielleicht wird die kleine Samantha Krcal ja einmal ein blondes Busenwunder wie das Vorbild Samantha Fox oder die kleine Gwyneth Huber einmal eine sch\u00f6ne, reiche Schauspielerin wie das Vorbild Gwyneth Paltrow.<br \/>\nDummerweise passen die eigenen Nachnamen oftmals so gar nicht zu den amerikanischen oder sonstigen Vornamen, aber das tritt in den Hintergrund, zu stark d\u00fcrfte der Wunsch nach einer Tochter sein, die gesellschaftlichen Aufstieg schafft.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens \u2013 wir haben auch noch andere Anteile in unserem Steinzeitgehirn. Wir k\u00f6nnen auch an die Gemeinschaft denken und uns in einen Verband eingliedern. Neben dem Egoismus gibt es auch das soziale Element und auch das hat einen evolution\u00e4ren Hintergrund: \u00dcberlebt haben diejenigen Menschen, die eine Gemeinschaft gebildet haben, nicht die \u201eSelektionisten\u201c. Die starben oft stark, aber allein und dadurch doch nicht mehr so stark.<br \/>\nSt\u00e4rke war n\u00e4mlich die St\u00e4rke der Gemeinschaft, die gegenseitige Hilfe erm\u00f6glichte. Wir finden das gl\u00fccklicherweise auch in den modernen Menschen, etwa wenn sie sich ehrenamtlich engagieren oder einem gest\u00fcrzten Menschen aufhelfen, obwohl sie ihn nicht kennen.<br \/>\nDie Kooperation stellt sich gegen die Konkurrenz, die N\u00e4chstenliebe gegen die Egozentrik, die Empathie gegen die Soziopathie.<br \/>\nWelche Seite von einem neoliberalen Kapitalismus jeweils bevorzugt wird, brauche ich wohl nicht mehr zu erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Welche Seite letztlich gewinnen wird \u2013 mindestens durch eine gute Ausbalancierung, die derzeit leider nicht in Sicht ist, wird die Zukunft zeigen.<br \/>\nDazu passt die alte Geschichte von den W\u00f6lfen, deren Ursprung wohl nicht zu finden ist, auch wenn sie gern den Cherokee-Indianern zugeschrieben wird.<\/p>\n<p>Eines Abends erz\u00e4hlte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkelsohn am Lagerfeuer von einem Kampf, der in jedem Menschen tobt.<br \/>\nEr sagte: \u201eMein Sohn, der Kampf wird von zwei W\u00f6lfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen.<br \/>\nEiner ist b\u00f6se. Er ist der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgef\u00fchle, die L\u00fcgen, der falsche Stolz und das Ego.<br \/>\nDer andere ist gut. Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die G\u00fcte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgef\u00fchl und der Glaube.\u201c<br \/>\nDer Enkel dachte einige Zeit \u00fcber die Worte seines Gro\u00dfvaters nach, und fragte dann: \u201eWelcher der beiden W\u00f6lfe gewinnt?\u201c<br \/>\nDer alte Cherokee antwortete: \u201eDer, den du f\u00fctterst.\u201c<\/p>\n<p>?<br \/>\nEines Abends erz\u00e4hlte ein alter Indianer seinem Enkel vom Kampf, der in jedem Menschen tobt:<br \/>\n\u201eIn unserem Herzen leben zwei W\u00f6lfe. Sie k\u00e4mpfen oft miteinander. Der eine Wolf ist der Wolf der Dunkelheit, der \u00c4ngste, des Misstrauens und der Verzweiflung. Er k\u00e4mpft mit Zorn, Neid, Eifersucht, Sorgen, Schmerz, Gier, Selbstmitleid, \u00dcberheblichkeit, L\u00fcgen und falschem Stolz.<br \/>\nDer andere Wolf ist der Wolf des Lichts, des Vertrauens, der Hoffnung, der Freude und der Liebe. Er k\u00e4mpft mit Gelassenheit, Heiterkeit, G\u00fcte, Wohlwollen, Zuneigung, Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, Aufrichtigkeit, Mitgef\u00fchl und Zuversicht!\u201c<br \/>\nDer kleine Indianer dachte einige Zeit \u00fcber die Worte seines Gro\u00dfvaters nach und fragte ihn dann: \u201eUnd welcher Wolf gewinnt?\u201c Der alte Indianer antwortete: \u201eDer, den du f\u00fctterst.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMein Sohn, in jedem von uns tobt ein Kampf zwischen zwei W\u00f6lfen. Der eine Wolf ist b\u00f6se. Er k\u00e4mpft mit \u00c4rger, Neid, Eifersucht, Angst, Sorgen, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, L\u00fcgen, \u00dcberheblichkeit, Egoismus und Missgunst. Der andere Wolf ist gut. Er k\u00e4mpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, G\u00fcte, Mitgef\u00fchl, Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.\u201c <\/p>\n<p>Der Sohn fragt: \u201eUnd welcher der beiden W\u00f6lfe gewinnt den Kampf?\u201c Der H\u00e4uptling antwortet ihm: \u201eDer, den du f\u00fctterst.\u201c<\/p>\n<p>Ein alter Cherokee sa\u00df schon eine Weile mit seinem Enkelsohn schweigend am Lagerfeuer. Dann begann der Alte mit sanfter Stimme:<br \/>\n\u201eIn meinem Inneren k\u00e4mpfen zwei W\u00f6lfe.\u201c<br \/>\nDer Junge blickte ihn neugierig an.<br \/>\n\u201eDer eine ist der Wolf der Dunkelheit, der Angst, des Neides, des Misstrauens und der Verzweiflung.\u201c<br \/>\nStille. Dann fuhr er fort:<br \/>\n\u201eDer andere Wolf ist jener des Lichtes, der Liebe, der Lebensfreude und des Vertrauens.\u201c<br \/>\n\u201eUnd wer von beiden gewinnt?\u201c, wollte der Enkel wissen.<br \/>\nDer Gro\u00dfvater sah ihn an und l\u00e4chelte: \u201eDer, den ich f\u00fcttere!\u201c<\/p>\n<p>Die Legende besagt, dass ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkel die Lebensweisheit weitergab, die er selbst von seinem Grossvater erhalten hatte. Er erz\u00e4hlte seinem Enkel von einem inneren Kampf, der in jedem von uns stattfindet.<br \/>\n&#8222;Mein Sohn, in jedem von uns gibt es einen Kampf zwischen zwei W\u00f6lfen. Der eine Wolf ist b\u00f6se &#8211; er ist Wut, Neid, Eifersucht, Kummer, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Schuld, Groll, L\u00fcgen, \u00dcberheblichkeit, Egoismus und Missgunst. Der andere Wolf ist gut &#8211; er ist Freude, Frieden, Liebe, Hoffnung, Gelassenheit, Bescheidenheit, G\u00fcte, Wahrheit, Mitgef\u00fchl und Glaube.&#8220;<br \/>\nDer Enkel dachte einen Moment nach und fragte dann: &#8222;Sch\u00f6n und gut, aber welcher Wolf gewinnt den nun von den beiden?&#8220;<br \/>\nDer alte Cherokee antwortete: &#8222;Der, den du f\u00fctterst.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Indianerh\u00e4uptling erz\u00e4hlt seinem Enkel folgendes M\u00e4rchen:<br \/>\n\u201eMein Enkel, in jedem von uns tobt ein ewiger Kampf zwischen zwei W\u00f6lfen.<br \/>\nDenn, der eine Wolf ist b\u00f6se. Er steht f\u00fcr das Negative in uns: \u00c4rger, Neid, Eifersucht, Sorgen, Trauer, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, L\u00fcgen, \u00dcberheblichkeit, Egoismus und Missgunst und vieles mehr.<br \/>\nDer andere Wolf jedoch ist gut. Er steht f\u00fcr Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, G\u00fcte, Mitgef\u00fchl, Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit und alles Gute in uns.<br \/>\nDieser Kampf zwischen den beiden findet in jedem von uns statt, denn wir haben alle diese beiden W\u00f6lfe in uns.\u201c\u201c<br \/>\nDer Enkel fragt: \u201eUnd welcher der beiden W\u00f6lfe gewinnt?\u201c<br \/>\nDer H\u00e4uptling antwortet ihm: \u201eDer, den du f\u00fctterst.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer kennt noch Vance Packard? Er hat das ber\u00fchmte Buch \u201eDie geheimen Verf\u00fchrer\u201c geschrieben und das ist jetzt schon lange her. 1971 wurde \u201eDer Griff nach dem Unbewu\u00dften in Jedermann\u201c (so der Untertitel) bereits mit anschaulichen Beispielen beschrieben. Nach mehr<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,4,5],"tags":[],"class_list":["post-3114","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-analytisches","category-philosophisches","category-provokantes"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3114","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3114"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3114\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3119,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3114\/revisions\/3119"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3114"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3114"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3114"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}