{"id":383,"date":"2010-04-20T06:32:59","date_gmt":"2010-04-20T05:32:59","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=383"},"modified":"2010-04-20T06:44:59","modified_gmt":"2010-04-20T05:44:59","slug":"kellogg-die-mogelpackung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/kellogg-die-mogelpackung\/","title":{"rendered":"Kellogg &#8211; die Mogelpackung"},"content":{"rendered":"<p>Hier ein Bericht aus medianet vom 20. April 2010:<\/p>\n<p>&#8222;Kellogg \u2013 das Unternehmen wurde mehrfach als \u201eWorld\u2019s Most Ethical Company\u201c ausgezeichnet \u2013 setzt sich f\u00fcr eine Vielzahl wohlt\u00e4tiger Zwecke ein, arbeitet mit namhaften Organisationen zusammen und hat nach Firmenangaben allein von 2003 bis 2007 mehr als 40 Mio. USD (29,8 Mio. \u20ac) in bar und Produkte im Gesamtwert von 120 Mio. USD (89,4 mio. \u20ac) an Hilfs-organisationen gespendet.<\/p>\n<p>Das Hauptinteresse der W.K. Kellogg Foundation gilt der Gesundheit und dem Wohlergehen von Kindern. Sie f\u00f6rdert internationale Projekte, bei denen es vor allem darum geht, so die Eigendefinition, \u201edass Kindern geholfen wird, sich selbst zu helfen\u201c. Mittlerweile geh\u00f6rt die Kellogg Foundation zu den drei gr\u00f6\u00dften privaten Stiftungen in den USA und zu den bedeutendsten Stiftungen der Welt. Die Foundation ist gesetzlich eigenst\u00e4ndig und gleichzeitig der gr\u00f6\u00dfte Aktion\u00e4r von Kellogg. Etwa ein Viertel der Dividende des Unternehmens wird jedes Jahr f\u00fcr gemeinn\u00fctzige Zwecke an die Stiftung \u00fcberwiesen. 2007 zahlte Kellogg mehr als 100 Mio. USD (74,4 Mio. \u20ac) an die Foundation.<\/p>\n<p>Kellogg hat schon 2005 eine erweiterte Kennzeichnung auf seinen Produkten eingef\u00fchrt; ein \u201eN\u00e4hrstoffkompass\u201c auf der Vorderseite der Kellogg\u2019s-Packungen informiert \u00fcber Kaloriengehalt sowie die Mengen an Zucker, Fett, ges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren und Natrium. 90% der Produktverpackungen bei Kellogg sind aus recyceltem Material, und bis 2015 soll der Gesamt-Energie- und Wasserverbrauch des Unternehmens um 15 bis 20% reduziert , klimasch\u00e4dliche Abgase verringert und die Abfallmenge pro Tonne produzierter Lebensmittel minimiert werden.&#8220;<\/p>\n<p>Seit vielen Jahrzehnten essen vor allem Kinder und Jugendliche die &#8222;Cerealien&#8220; mit der Zuckerbombe. Wir haben es hier mit einer echten Mogelpackung und einem hervorragenden Marketing zu tun. Hier die Gr\u00fcnde:<\/p>\n<p>1.) Das soziale Engagement ist sicher lobenswert, aber rechtfertigt der Zweck die Mittel?<\/p>\n<p>2.) Ethik sollte immer eine Grundhaltung bzw. ein Gesamtkonzept sein. Wie kann ich auf der einen Seite ethisch (Stiftungen, Spenden etc.) und auf der anderen unethisch (verschweigen von Inhaltsstoffen) handeln?<\/p>\n<p>3.) Der &#8222;N\u00e4hrstoffkompass&#8220; ist die eigentliche Mogelpackung. Er soll gesundes Essen vort\u00e4uschen, de facto ist in den wichtigsten Produkten von Kellogg vor allem Zucker enthalten. Die Produkte sind also in einer Gesellschaft, die unter starker Verfettung der Kinder leidet (vor allem im Hauptmarkt USA), nicht unbedingt als ethisch einzustufen. Im Klartext: zuerst juble ich den Kindern gesundheitlich bedenkliche Produkte unter und dann bejuble ich mein Engagement in der Kinderhilfe. Das Problem ist die mangelnde Kennzeichnung, die durch die scheinbar so tolle Kennzeichnung verschleiert wird. Es m\u00fcsste eine echte Produktinformation gro\u00df vorne auf der Packung stehen:<\/p>\n<p>&#8222;Dieses Produkt enth\u00e4lt X % Zucker und darf nicht an Kinder mit \u00dcbergewicht ausgegeben werden, da schwere gesundheitliche Folgesch\u00e4den m\u00f6glich sind.&#8220;<\/p>\n<p>Dann und erst dann glaube ich, dass das ethische Engagement von Kellogg nicht nur eine Mogelpackung ist. Au\u00dferdem bin ich der Meinung, dass in einer Zeit, in der es bereits hervorragende technische Umweltl\u00f6sungen gibt (Cradle-to-Cradle beispielsweise) eine &#8222;Reduzierung&#8220; klimasch\u00e4dlicher Gase reiner Hohn ist. Ein bisschen weniger des Schlechten bedeutet weitermachen wie bisher &#8211; was soll daran ethisch sein?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier ein Bericht aus medianet vom 20. April 2010: &#8222;Kellogg \u2013 das Unternehmen wurde mehrfach als \u201eWorld\u2019s Most Ethical Company\u201c ausgezeichnet \u2013 setzt sich f\u00fcr eine Vielzahl wohlt\u00e4tiger Zwecke ein, arbeitet mit namhaften Organisationen zusammen und hat nach Firmenangaben allein<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-383","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-analytisches"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=383"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/383\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":385,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/383\/revisions\/385"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=383"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}