{"id":407,"date":"2010-06-20T19:27:30","date_gmt":"2010-06-20T18:27:30","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=407"},"modified":"2010-06-20T19:27:30","modified_gmt":"2010-06-20T18:27:30","slug":"dichand-tot-wie-gehts-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/dichand-tot-wie-gehts-weiter\/","title":{"rendered":"Dichand tot &#8211; wie gehts weiter?"},"content":{"rendered":"<p>Heute gab es in der Pressestunde eine Runde honoriger Journalisten mit der Kunde, dass sich bei der Krone eh nix ver\u00e4ndern wird.<br \/>\nIch bin mir nicht so sicher. Ein kurzer Blick auf das Ph\u00e4nomen Hans Dichand ist notwendig:<br \/>\nDichand war ein Patriarch alter Schule. Das &#8222;Patriarchat&#8220; heisst \u00fcbersetzte &#8222;Heilige Ordnung der M\u00e4nner&#8220; und ist seit ca. 10.000 Jahren das weltweit vorherrschende Ordnungsprinzip.<br \/>\nIm Laufe der Zeit hat sich ein besonderer Typ evolutiv entwickelt: Der Patriarch, immer m\u00e4nnlich und meist \u00e4lter bis alt.<br \/>\nDas bringt mit sich, dass die Manneskraft irgendwann zu schwinden beginnt. Um das zu kompensieren, fahren diese \u00e4lteren M\u00e4nner dann gerne einen Sportwagen (&#8222;Einst dr\u00fcckte ihn der forsche Pimmel, heut hat er einen Porschefimmel&#8220;), der so laut br\u00fcllen kann wie es der \u00e4ltere Mann fr\u00fcher selbst konnte, und mit dessen Kraft man Wettbewerbe gegen schw\u00e4chere Autos gewinnen kann.<br \/>\nEin weiterer Verj\u00fcngungsversuch ist dann zu beobachten, wenn sich die \u00e4lteren Herren eine junge Frau suchen. Beide Kompensationen verlangen nach ordentlich Geld, was wiederum voraussetzt, dass die \u00e4lteren M\u00e4nner sehr nach Macht streben. <\/p>\n<p>Diese Macht geben sie auch dann nicht gerne ab, wenn die Kompensationen nicht mehr funktionieren und sie langsam zu alten Tattergreisen verkommen. Um das leisten zu k\u00f6nnen, legen sie sich rechtzeitig einen Hofstaat zu, der nach ihrer Pfeife tanzt, junge, kr\u00e4ftige Arme quasi.<\/p>\n<p>Hans Dichand war sicherlich so ein alter Patriarch, der sich einen besonders gro\u00dfen Hofstaat zugelegt hat.<br \/>\nDas Problem ist jedoch, dass man aus dem Graberl doch nicht mehr ganz so gut regieren kann. Daher muss man im Leben die Angst vor den Ahnen sch\u00fcren &#8211; ein altbew\u00e4hrtes Mittel, das seit vielen Jahrtausenden angewendet wird. Im Idealfall tun die Nachfolger, Kinder etc. genau das, was man &#8211; noch lebend &#8211; selbst getan h\u00e4tte. Das betrifft vor allem die Entscheidungen.<br \/>\nMan wei\u00df nicht genau, was nach dem Tod passiert und ob die Ahnen nicht doch irgendwie Macht haben. Im katholischen Glauben funktioniert das so, dass die Ahnen zum obersten Glaubenschef \u00fcbersiedeln und dort bei ihm wohnen. Wer wei\u00df, was sie ihm einfl\u00fcstern? So ist man besser brav und tut das, was der Alte gern sah, als er noch lebte.<\/p>\n<p>So lange die Ahnenangst anh\u00e4lt, wird das patriarchale Reich des Hans Dichand relativ unver\u00e4ndert weiterbestehen. Irgendwann kommen jedoch einige Junge drauf, dass die Ahnen vielleicht doch wirklich tot sind und verlieren die Angst. Dann werden sie neue Akzente setzen. Dichand hat keinen starken Sohn, der sein Imperium \u00fcbernimmt und so ist wie er, nur j\u00fcnger. Und Familien streiten gerne.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns in aller Ruhe zur\u00fccklehnen und beobachten, was passiert. Ein Schauspiel wird es allemal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute gab es in der Pressestunde eine Runde honoriger Journalisten mit der Kunde, dass sich bei der Krone eh nix ver\u00e4ndern wird. Ich bin mir nicht so sicher. 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