{"id":501,"date":"2010-10-26T07:39:30","date_gmt":"2010-10-26T06:39:30","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=501"},"modified":"2010-10-26T07:39:30","modified_gmt":"2010-10-26T06:39:30","slug":"wie-viel-schulden-ertragt-afrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wie-viel-schulden-ertragt-afrika\/","title":{"rendered":"Wie viel Schulden ertr\u00e4gt Afrika?"},"content":{"rendered":"<p>Ein zugegeben langer Weblog-Beitrag, aber durchaus angemessen f\u00fcr unseren Nationalfeiertag &#8211; f\u00fcr mich ein Anlass, \u00fcber Nationalit\u00e4t und dar\u00fcber hinaus nachzudenken.<\/p>\n<p>Eine Analyse nach einem Film von Jean-Pierre Carlon<\/p>\n<p>Rund 50 % der Weltbev\u00f6lkerung lebt in Armut.<\/p>\n<p>Wir beherrschen Afrika politisch und \u00f6konomisch \u00fcber Weltbank und Weltw\u00e4hrungsfonds (beide 1944 gegr\u00fcndet, in den 1950er Jahren fingen sie an, Drittweltl\u00e4ndern Kredite zu geben.).<\/p>\n<p>Jean Ziegler findet in dem Film klare Worte: Wir erdr\u00fccken die L\u00e4nder mit Schuldenbergen. Wir erlassen ihnen die Schulden und kassieren daf\u00fcr ihre Rohstoffe. So wirkt das Geld als politisches Machtmittel, um die L\u00e4nder Afrikas zu unterdr\u00fccken.<br \/>\nDas funktioniert so:<br \/>\n1.) Die Weltbank und der Weltw\u00e4hrungsfonds suchen ein Land, in dem es was zu holen gibt<br \/>\n2.) Man gew\u00e4hrt einen riesigen Kredit<br \/>\n3.) Das Geld flie\u00dft zum Teil an korrupte Politiker und zum Teil an die westlichen Firmen, die das Projekt dort abwickeln.<br \/>\n4.) Als R\u00fcckzahlung der Schulden nimmt man die Rohstoffe des Landes und exportiert sie.<\/p>\n<p>Beispiel: Die Inga-Staud\u00e4mme (\u201ewei\u00dfe Elefanten\u201c) in der demokratischen Republik Kongo, das gr\u00f6\u00dfte Wasserkraftwerkprojekt in ganz Afrika. Verdienen tun die Firmen, die die D\u00e4mme gebaut haben sowie die Kupferminen, die den Strom bekommen und westlichen Konzernen geh\u00f6ren. Die Bev\u00f6lkerung hat \u00fcberhaupt nichts von den Projekten, au\u00dfer die Schulden.<\/p>\n<p>In Afrika zeigt sich ganz besonders gut, dass Energie das wichtigste Thema der Zukunft ist. Durch fehlende Energie werden gro\u00dfe Landstriche zerst\u00f6rt. Neben dem Wahnsinn des Dreischluchten-Dammes in China findet man fast \u00fcberall im wasserreichen Afrika riesige Staudammprojekte. Psychoanalytisch hat bereits vor l\u00e4ngerer Zeit Klaus Theweleit (vgl. sein Buch \u201eM\u00e4nnerphantasien\u201c) gezeigt, dass das Verlangen D\u00e4mme zu bauen, um das (weibliche) Zerflie\u00dfen zu verhindern, eine Eigenschaft des faschistoiden Mannes ist: D\u00e4mme, Panzer \u2013 das braucht er um den eigenen K\u00f6rper und sucht und erschafft daf\u00fcr Konstruktionen in der Natur.<\/p>\n<p>Diese Art von Mann d\u00fcrfte sich vor allem in den Management-Etagen der multinationalen Konzerne finden, schlie\u00dflich gehen von dort die Initiativen f\u00fcr die Staudammprojekte aus.<\/p>\n<p>Ein weiteres Element ist die Gier nach unendlicher Energie \u2013 auch das eine prinzipiell m\u00e4nnliche Eigenschaft, die jedoch pervertierte Auspr\u00e4gungen zeigt. Unendliche Energie steht f\u00fcr unendliche Potenz. Diejenigen Herren der Sch\u00f6pfung, die an den Machtpositionen sitzen, sind vielleicht nicht ganz zuf\u00e4llig \u00e4ltere M\u00e4nner, deren Manneskraft abzunehmen beginnt. Sie versuchen das mit der Gier nach Geld zu kompensieren und diese ist meist ebenfalls unendlich \u2013 daher k\u00f6nnen sie auch mit noch so gro\u00dfen Honoraren oder Bonuszahlungen nie genug bekommen.<\/p>\n<p>Doch nicht nur ganze Landstriche leiden unter den Megaprojekten, durch die korrupte und teilweise hirnlose Politik profitiert die Bev\u00f6lkerung nicht oder nur marginal von den gro\u00dfen Energieprojekten. Sie muss weiterhin die afrikanischen W\u00e4lder abholzen, um ihren wachsenden Energiebedarf zu befriedigen.<\/p>\n<p>Noch ein Beispiel: Das Stahlwerk Maluku im Kongo. Es w\u00e4re gut geeignet, um die reichen Erzvorkommen des Landes zu verarbeiten. Statt dessen werden diese zur Abdeckung der Kredite viele tausend Kilometer nach Europa verschifft, um dort zu hochwertigen Produkten verarbeitet zu werden. Diese werden dann, wenn sie schrottreif sind, gepresst und wieder nach Afrika geschickt. Dort werden sie den Kongo hinauftransportiert und landen im Stahlwerk Maluku, das dadurch niemals rentabel funktionieren kann. Den Nutzen haben die Konzerne, niemals jedoch die Kongolesen.<\/p>\n<p>Um hier keine Missverst\u00e4ndnisse aufkommen zu lassen: Mit freier Marktwirtschaft hat das nicht das Geringste zu tun, das ist zu 100 % Politik, und zwar die westliche Variante. Diese kann man ohne besondere Phantasie gebrauchen zu m\u00fcssen problemlos \u201emoderner Kolonialismus\u201c nennen. W\u00fcrde man die normalen Wettbewerbsregeln des Marktes gelten lassen, w\u00e4ren die Afrikaner auf einem \u00e4hnlichen wirtschaftlichen Stand wie die Europ\u00e4er oder US-Amerikaner.<\/p>\n<p>Die westlichen Industriestaaten leben ganz ausgezeichnet mit der Abh\u00e4ngigkeitspolitik, die sie den Afrikanern diktieren. Der Modus ist sehr einfach: Man gibt einem Land einen so gro\u00dfen Kredit, dass es ihn unm\u00f6glich jemals zur\u00fcckzahlen kann. Die verantwortlichen Politiker besticht man, l\u00e4sst ihre S\u00f6hne auf tolle westliche Universit\u00e4ten gehen und stopft sie in teure Luxuslimousinen. Diejenigen, die auf das Spiel nicht eingehen, erleiden ganz zuf\u00e4llig einen t\u00f6dlichen Unfall.<br \/>\nDann saugt man das Land aus: Weil die Staaten die Schulden nicht bezahlen k\u00f6nnen, nimmt man ihnen die Rohstoffe weg und zwingt sie, bestimmte Produkte wie Baumwolle oder Kakao anzubauen und diese zu exportieren. Dies passiert \u00fcbrigens auch in Mittel- und S\u00fcdamerika.<br \/>\nDie Folge ist, dass sie keine eigenen Lebensmittel mehr haben und auch diese teuer einkaufen m\u00fcssen \u2013 in Afrika ist das weitverbreitetste Grundnahrungsmittel inzwischen Reis, der gro\u00dfteils importiert wird. 80 % aller Hungertoten sind Bauern! Der Kongo importiert j\u00e4hrlich 140 Mio. Tonnen Huhn und H\u00fchnerinnereien, da man selbst keine Viehwirtschaft mehr betreiben darf und somit auch nicht mehr kann.<br \/>\nDa all das nicht bezahlt werden kann, gibt man neue Kredite und baut so eine Abw\u00e4rtsspirale auf, die so lange funktioniert, bis alles Wertvolle aus einem Land herausgepresst wurde.<\/p>\n<p>Was danach ist, interessiert niemanden.<\/p>\n<p>Um das System noch besser kontrollieren zu k\u00f6nnen, verwendet man verschiedene Werkzeuge:<\/p>\n<p>1.) Budgethilfe. Das sind Gelder, die direkt an die korrupten Regierungen gezahlt werden und daher direkt in die Taschen der Pr\u00e4sidenten und ihrer Familien flie\u00dfen. Kenia ist daf\u00fcr ein gutes Beispiel, Daniel Arap Moi galt am Ende seiner Amtszeit als einer der reichsten M\u00e4nner der Welt mit \u00fcppig gef\u00fcllten Milliardenkonten in der Schweiz.<br \/>\n\u00d6sterreich ist \u00fcbrigens so ein Land, das Budgethilfe gibt.<\/p>\n<p>2.) Milit\u00e4rbasen. Sie werden den L\u00e4ndern aufgezwungen und an strategisch wichtigen Punkten errichtet. Im kalten Krieg dienten sie dazu, diese L\u00e4nder auf die westliche Seite zu holen. Die angenehme Nebenwirkung: Man kann diese Basen dazu verwenden, eventuelle Putschversuche gegen die korrupten Regierungen zu stoppen. Das ist z. B. vor etlichen Jahren in Kenia passiert. In der Stadt Nanyuki am Fu\u00dfe des Mt. Kenia, gleich beim gro\u00dfen Rift Valley und nicht weit von der Hauptstadt Nairobi gibt es (oder gab es) eine Fallschirmj\u00e4gerbasis der Engl\u00e4nder. Wer mit offenen Augen durch Nanyuki f\u00e4hrt, der sieht englische Soldaten in englischen Land Rovern zum Einkaufen fahren. Wo die wohl herkommen und was die dort wohl zu suchen haben?<br \/>\nAls ein Putsch stattfand, tauchten pl\u00f6tzlich wie aus dem Nichts ein paar Hubschrauber auf, massakrierten die Putschisten und sicherten dem Pr\u00e4sident die Macht. Dann verschwanden sie wieder.<\/p>\n<p>3.) Strukturanpassungen (\u201eHIPC-Programs\u201c). Hinter diesem beliebigen Wort verbirgt sich das st\u00e4rkste Instrument: \u201eThe king said to the priest: You keep them stupid, I keep them poor.\u201c Nur wenn die Menschen ohne Geld und ohne Bildung belassen werden, durchschauen sie das System nicht und kommen nicht auf dumme Gedanken, wen man da eigentlich zur Rechenschaft ziehen sollte. Wenn sie arm sind, k\u00f6nnen sie sich auch nicht wehren, selbst wenn sie auf dumme Gedanken kommen. Sie fangen maximal einen B\u00fcrgerkrieg an und massakrieren sich selbst (siehe Ruanda 1994). Wenn beherzte UNO-Gener\u00e4le (z. B. Romeo Dallaire in Ruanda) eingreifen wollen, bekommen sie vom Generalsekret\u00e4r den Befehl, sich zur\u00fcckzuziehen und nur die Wei\u00dfen zu evakuieren bzw. wei\u00dfe Unternehmen zu bewachen oder auch die Regierung. Das ist \u00fcbrigens die gr\u00f6\u00dfte Schande der UNO, von der ich wei\u00df, der Preis waren eine Million Tote in 90 Tagen. Dallaire hat danach seinen Dienst quittiert und ein ersch\u00fctterndes Buch geschrieben (\u201eHandschlag mit dem Teufel\u201c).<br \/>\n\u201eStrukturanpassung\u201c bedeutet etwa, dass man das Gesundheitssystem so privatisiert, dass es sich der Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung nicht mehr leisten kann. So kann man erstens den Gesundheitsstatus beliebig steuern und hat ein Machtmittel, um die Bev\u00f6lkerung dort zu halten, wo man sie haben will.<br \/>\nDas Gleiche kann man mit der Bildung machen, mit der Energie, mit den Lebensmitteln, mit dem Transportwesen etc.<br \/>\nBesonders effizient ist es, wenn man die Wasserressourcen beschneidet. Es gibt in allen L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara gen\u00fcgend Wasser, nur l\u00e4sst man die Menschen nicht an die F\u00f6rdertechnologien heran. Ruanda ist daf\u00fcr ein sehr gutes Beispiel, es ist das niederschlagsreichste Land Afrikas. Wenn man durchf\u00e4hrt, sieht man \u00fcberall Menschen mit gelben Plastikkanistern herumgehen. Das sind Wasserkanister, die sie kilometerweit bis zu einer Wasserleitung und wieder zur\u00fcck schleppen. Damit geht nicht nur ein guter Teil wertvoller Arbeitskraft bzw. Energie verloren, sondern man h\u00e4lt die Menschen auch gezielt davon ab, mittels der richtigen Technologien eine ordentliche Wasserwirtschaft zu betreiben, etwa durch Leitungsbau etc.<br \/>\nUm diese Misere noch zu versch\u00e4rfen, zwingt man sie Eukalyptus anzubauen. Diese B\u00e4ume wachsen enorm schnell und verschaffen dann unseren Taschent\u00fcchern einen angenehmen Duft. Sie sind aus gutem Grund nicht in Afrika heimisch, denn sie sind leider extreme Wasserr\u00e4uber und verhindern, dass rund um eine Eukalyptusplantage andere Pflanzen wachsen. So k\u00f6nnen die Menschen fast \u00fcberhaupt keine Nahrung mehr selbst anbauen und der Wasserhaushalt der Natur ger\u00e4t in Gefahr.<\/p>\n<p>Sobald es ein Land oder mehrere L\u00e4nder schaffen, gut zu wirtschaften und sich langsam aus der Schuldenfalle zu befreien, zieht man die Daumenschrauben fester an. Das geht so: Die Weltbank schreibt den L\u00e4ndern vor, was sie anbauen und erzeugen d\u00fcrfen. Diese Strukturanpassungsprogramme werden so angelegt, dass viele L\u00e4nder das Gleiche produzieren. Dann gehen aufgrund des \u00dcberangebots die Preise in den Keller und man hat die Staaten wieder dort, wo man sie haben will: in der Schuldenfalle.<\/p>\n<p>Da dieser Mechanismus doch da und dort auf der Welt Unmut ausl\u00f6ste, t\u00e4uschte man eine Entschuldung vor, die rund um das Jahr 2000 passierte. Das befriedigte die Kritiker und man konnte genau so weitermachen wie zuvor. Die tats\u00e4chliche Reduktion betrug von 2000 bis 2006 satte 1,4 %, also de facto nichts.<br \/>\nUm es den afrikanischen L\u00e4ndern noch schwerer zu machen, hat man an den Schuldenerlass  gewisse Gesetze gekn\u00fcpft, die ihnen die Schuldenschrauben noch einmal fester anziehen: die letzten staatlichen Betriebe, die f\u00fcr die Eigenversorgung notwendig sind, wurden gezwungen f\u00fcr die Welt zu erzeugen und zu exportieren oder an gro\u00dfe westliche Konzerne verkauft \u2013 angeblich, weil sie dann rentabler arbeiten k\u00f6nnten. Das stimmt: rentabler f\u00fcr die Besitzer, aber zum massiven Nachteil der Afrikaner und vor allem ihrer Natur, die so noch gr\u00fcndlicher ausgebeutet werden kann.<\/p>\n<p>Besonders schlimm wird die Situation durch den Verkauf der afrikanischen Betriebe und Rohstoffe aus zwei Gr\u00fcnden:<\/p>\n<p>1.) Die neuen Eigent\u00fcmer sind meist ausl\u00e4ndische Konzerne oder Hedgefonds, die sofort mit den Rohstoffen zu spekulieren anfangen. Damit geht jede Preissicherheit der Produkte oder Rohstoffe verloren und nichts kann mehr geplant werden.<\/p>\n<p>2.) Sogenannte \u201eGeierfonds\u201c fallen \u00fcber die Reste her. Jean Merckaert (Koordinator CCFD Terre Solidaire) beschreibt das so: \u201eDie Dynamik eines Geierfonds ist eigentlich sehr simpel. Er kauft zu einem Zehntel oder einem Hundertstel des eigentlichen Wertes einen Kredit, der einem Land vor zehn oder zwanzig Jahren gew\u00e4hrt wurde und von dem alle denken, dass er nie zur\u00fcckgezahlt wird. Dann ziehen die Investoren vor Gericht und erzwingen die vollst\u00e4ndige Begleichung des Kredits plus \u00dcberziehungszinsen. So entstehen groteske Situationen. Z. B. hat Kensington, ein Fonds mit Sitz auf den Cayman-Inseln einen Kredit der Republik Kongo \u00fcber zwei Millionen \u00fcbernommen. Dann erwirken sie eine R\u00fcckzahlung von 120 Millionen, also den 60fachen Betrag. Was machen die Gerichte? Sie sagen: ihr habt Recht! Die Gl\u00e4ubiger haben immer Recht und so tr\u00e4gt der Vertrag den Sieg \u00fcber die Zwangslage des Landes davon.\u201c<\/p>\n<p>Seit einiger Zeit hat die Weltbank in ihrem Unterentwicklungsprogramm Konkurrenz bekommen: China ist allein im Kongo mit 6 Milliarden Euro an Krediten investiert. Die Unterschiede zur westlichen Politik sind gegeben (siehe dazu eine andere Abhandlung), aber auch den Chinesen geht es um die m\u00f6glichst vollst\u00e4ndige Ausbeutung der Ressourcen sowie um die Gewinnung neuer Absatzm\u00e4rkte mit niedrigen Qualit\u00e4tsanspr\u00fcchen.<\/p>\n<p>Warum tun die Menschen im \u201eWesten\u201c nichts dagegen?<br \/>\nIch orte mehrere Gr\u00fcnde:<br \/>\n1.) Wir haben unsere eigenen Probleme. Je mehr Krise bei uns, desto egal ist uns das Schicksal der Afrikaner.<\/p>\n<p>2.) Wir profitieren davon. Ob das billiges Menthol in den Taschent\u00fcchern ist oder billiges Erz f\u00fcr unsere Autos \u2013 jeder von uns partizipiert an der Ausbeutung der Afrikaner, ob er\/sie will oder nicht. Und f\u00fcr unseren unbeschr\u00e4nkten Konsum sind wir bereit einiges zu tun und noch viel mehr zu lassen.<\/p>\n<p>3.) Wir wissen nicht allzu viel davon. Die Medien berichten nur \u00fcber Hungerkatastrophen, B\u00fcrgerkriege und andere Grauslichkeiten. Das ruft einen wohligen Schauer hervor, den Eugen Roth so beschreibt:<\/p>\n<p>\u201eEin Mensch liest, warm am Ofen hockend \u2013<br \/>\nIndem das Wetter nicht verlockend \u2013<br \/>\nDass gestern, im Gebirg verloren,<br \/>\nElendiglich ein Mann erfroren.<br \/>\nDer Mann tut zwar dem Menschen leid \u2013<br \/>\nDoch steigerts die Behaglichkeit.\u201c<br \/>\n(Eugen Roth: Von Mensch zu Mensch)<\/p>\n<p>Afrika ist weit weg und wir sehen die Fernsehberichte mit den gleichen Augen wie die Fernsehserien, in denen Menschen Probleme spielen, die sie selbst nicht haben, um uns von denen abzulenken, denen wir uns nicht stellen wollen.<\/p>\n<p>Mein Programm f\u00fcr die Rettung Afrikas:<\/p>\n<p>1.) Vollst\u00e4ndiger Schuldenerlass. Wir haben so unversch\u00e4mt viel von Afrika profitiert, dass wir ohnehin jeden geliehenen Cent mit Zins und Zinseszins zur\u00fcck bekommen haben. Die schulden uns in Wahrheit gar nichts.<\/p>\n<p>2.) R\u00fcckgabe des geraubten Landes an die Afrikaner. Diese bekommen es unter lokale Eigenverwaltung, schlie\u00dflich geh\u00f6rt es ihnen.<\/p>\n<p>3.) Ein weltweites Verbot mit Lebensmitteln sowie Ressourcen der Grundbed\u00fcrfnisse (Wasser, Energie, Holz etc.) zu spekulieren. Die Strafe: sofortige Verstaatlichung eines privaten Unternehmens, wenn es dieses Verbot missachtet.<\/p>\n<p>4.) Ein sofortiges und g\u00e4nzliches Verbot des Schulden-Sekund\u00e4rmarktes, der ausschlie\u00dflich der Spekulation dient und somit die Armutsspirale anheizt.<\/p>\n<p>5.) Entwicklungshilfe geht ausschlie\u00dflich an Organisationen, die keinen Profit anstreben. Verteilt wird nach Vielfalt, so dass beim Scheitern eines Projektes die anderen den Gesamterfolg trotzdem garantieren.<\/p>\n<p>6.) Frauen werden st\u00e4rker gef\u00f6rdert als M\u00e4nner. Sie sind \u00f6konomisch kl\u00fcger, das reicht als Grund vollkommen aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein zugegeben langer Weblog-Beitrag, aber durchaus angemessen f\u00fcr unseren Nationalfeiertag &#8211; f\u00fcr mich ein Anlass, \u00fcber Nationalit\u00e4t und dar\u00fcber hinaus nachzudenken. Eine Analyse nach einem Film von Jean-Pierre Carlon Rund 50 % der Weltbev\u00f6lkerung lebt in Armut. 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