{"id":554,"date":"2011-02-08T11:21:19","date_gmt":"2011-02-08T10:21:19","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=554"},"modified":"2011-02-08T11:21:19","modified_gmt":"2011-02-08T10:21:19","slug":"10-tage-optimismus-tag-9-viele-kleine-fortschritte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/10-tage-optimismus-tag-9-viele-kleine-fortschritte\/","title":{"rendered":"10 Tage Optimismus &#8211; Tag 9: Viele kleine Fortschritte"},"content":{"rendered":"<p>10 Tage Optimismus. In den Nachrichten nur Negatives und auch mein Blick ist schon zu sehr auf den Mangel gerichtet. Daher 10 Tage lang je ein Beispiel f\u00fcr was Positives auf dieser Welt.<\/p>\n<p>Tag 9: Es muss nicht immer der gro\u00dfe Knaller sein, viele positive Fortschritte bringen in Summe auch eine erhebliche Entwicklung, die einige Vorteile beinhaltet:<\/p>\n<p>1.) Lokal &#8211; die kleinen Initiativen sind meist lokal motiviert und initiiert, daher auch lokal wahrgenommen. Partizipative Systeme sind leicht aufsetzbar, die Miteinbeziehung der Stakeholder ist eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, die Wirkung ist lokal und idealerweise auch der Gewinn.<\/p>\n<p>2.) Vorbild &#8211; die Erfolge machen Lust auf mehr. Neue Initiativen werden gegr\u00fcndet, weil man direkten Blick auf bereits funktionierende Projekte hat. Die Erfolge sind sp\u00fcrbar und motivieren f\u00fcr neue Versuche. Langsam entsteht ein entsprechendes Selbstbewusstsein und in Folge ein neues Gemeinschaftsgef\u00fchl.<\/p>\n<p>3.) Werte &#8211; allerorts wird gerufen und gejammert: die alten Werte gehen verloren, nein: sie sind schon verloren, und woher bekommen wir neue? Die vielen kleinen positiven Initiativen zeigen einen guten Weg in neue Formen der Gemeinschaften. Das wird auch das Ende der klassischen B\u00fcrgerinitiativen sein, denn die braucht man nur gegen einen \u00fcberm\u00e4chtigen Gegner. In der Zukunft wird die Souver\u00e4nit\u00e4t in der Gemeinschaft liegen und \u00fcberm\u00e4chtige Gegner sind abgemeldet.<\/p>\n<p>Jetzt ist es Zeit f\u00fcr ein paar Beispiele dieser kleinen Initiativen, quasi Str\u00f6mungen:<\/p>\n<p>a.) Gr\u00fcne Energie aus Meeresstr\u00f6mung<\/p>\n<p>Eigentlich sollte man besser von &#8222;blauer Energie&#8220; sprechen, aber egal: es funktioniert und entspricht dem Prinzip der lokalen Stromerzeugung nach den jeweils am besten vorhandenen Ressourcen.<br \/>\nReggio Calabria (Quelle: Pressetext pte\/03.02.2011\/13:30) &#8211; Das auf Umwelttechnologien spezialisierte Firmenkonsortium SintEnergy Ltd. http:\/\/www.sintenergy.it hat in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e0 di Calabria http:\/\/www.unica.it ein neuartiges Meeresstr\u00f6mungskraftwerk entwickelt. Mithilfe der auf der Punta Pezzo (Meerenge von Messina) geplanten Stazione Sperimentale Permanente sollen die im Labor und im Windkanal simulierten Parameter auf ihre Alltagstauglichkeit untersucht werden.<\/p>\n<p>Projektleiter Antonio Cutupri erkl\u00e4rt Bauprinzip und Funktionsweise: &#8222;Auf dem beweglichen Tragarm der am Festland montierten Anlage sind eine oder mehrere Turbinen untergebracht, welche die Meerwasserstr\u00f6mung zur Umwandlung in elektrische Energie nutzen. Ihre Gr\u00f6\u00dfe kann den jeweiligen Str\u00f6mungsverh\u00e4ltnissen angepasst werden. Im Gegensatz zu den herk\u00f6mmlichen Anlagen gibt es keine negativen Auswirkungen auf die umliegende Fauna und Flora. Der erzeugte Strom wird ohne am Meeresgrund verlegte Kabel und ohne die Entstehung von Magnetfeldern an Land geleitet.&#8220; <\/p>\n<p>Enorm robuste Konstruktion: Ein weiterer Vorteil ist die strukturelle Widerstandsf\u00e4higkeit des an einem gro\u00dfen Scharnier befestigten bis zu 100 Meter langen Tragarmes, der selbst Durchsatzgeschwindigkeiten von 14,5 Knoten aush\u00e4lt. Damit sei die Anlage auch f\u00fcr Str\u00f6mungsverh\u00e4ltnisse geeignet, wie sie vor Schottland \u00fcblich sind.<br \/>\n&#8222;Angestrebt sind Wirkungsgrade bis 46 Prozent&#8220;, so Cutupri weiter. Trotz deutlich niedrigerer Baukosten sei die Anlage damit jedem Windpark \u00fcberlegen. &#8222;W\u00e4hrend beim Meeresstr\u00f6mungskraftwerk bei einem Durchsatz von drei Metern pro Sekunde zur Erzeugung von 5,4 Kilowattstunden ein Quadratmeter Rotorfl\u00e4che ausreicht, werden bei der Windturbine dazu zehn Meter pro Sekunde und 48 Quadratmeter ben\u00f6tigt&#8220;, meint der italienische Ingenieur.<br \/>\nWettbewerbstauglich:<br \/>\nDer von der Firma Develpack in Campo Calabro gebaute, durch internationale Patente gesch\u00fctzte Prototyp ist bei dem britischen Ideenwettbewerb &#8222;Saltire Prize&#8220; zugelassen worden. Dieser hat die Errichtung eines Meeresstr\u00f6mungskraftwerkes vor der schottischen K\u00fcste mit einer Jahresleistung von 60 Mio. Kilowattstunden zum Ziel.<br \/>\nEntstanden war das Konzept der innovativen Kraftwerkstechnik vor drei Jahren, als Antonio Cutupri mit Unterst\u00fctzung des Enterprise Europe Network als Spin-off des staatlich gef\u00f6rderten Universit\u00e4ts-Inkubators &#8222;Technest&#8220; das lokale Firmenkonsortium SintErnergy gr\u00fcndete. Die Inhaber hoffen, schon bald auf einen Jahresumsatz von mehr als 100 Mio. Euro zu kommen.<\/p>\n<p>b.) Druckluftbremse bremst Spritverbrauch<\/p>\n<p>Es sind sicher die neuen Technologien, die den gr\u00f6\u00dften \u00d6ffentlichkeitseffekt haben. So lange sie auf andere Bereiche befruchtend wirken, ist dagegen nichts einzuwenden.<\/p>\n<p>Die Forscher glauben, Einsparungen von 60 Prozent im Stadtverkehr sind durchaus m\u00f6glich. Lund (Quelle: pressetext, pte\/07.02.2011\/13:30) &#8211; Das Bremsen eines Autos erzeugt viel Energie, die bei reinen Verbrennungsmotoren bislang ungenutzt verpufft. Das kann sich dank pneumatischer Hybridantriebe \u00e4ndern. Im Prinzip handelt es sich um &#8222;regenerative Bremsen f\u00fcr Fahrzeuge mit reinem Verbrennungsmotor&#8220;, meint Per Tunest\u00e5l, Professor f\u00fcr Verbrennungsmotoren an der Universit\u00e4t Lund http:\/\/www.lunduniversity.lu.se, gegen\u00fcber pressetext. Sie er\u00f6ffnen wie regenerative Bremsen bei Elektro- und Hybridfahrzeugen ein gewaltiges Energiesparpotenzial. &#8222;Meine Simulationen zeigen, dass Busse in St\u00e4dten ihren Treibstoffverbrauch um 60 Prozent reduzieren k\u00f6nnten&#8220;, so der Doktorand Sasa Trajkovic. Dabei sind die Systeme deutlich g\u00fcnstiger Unzusetzen als Elektro-Hybridantriebe.<br \/>\nDruckluft-Energiespeicher<\/p>\n<p>Beim pneumatischen Hybridantrieb wird mithilfe von Bremsenergie Luft verdichtet und in einem Tank zwischengespeichert. Die Druckluft wird bei Bedarf zum Beschleunigen in den Motor eingeblasen. Dieser unterscheidet sich kaum von einem herk\u00f6mmlichen Verbrennungsmotor, sodass ein pneumatischer Hybridantrieb einfach und g\u00fcnstig herzustellen ist. Nach Berechnungen von Trajkovic lassen sich dabei 48 Prozent der Bremsenergie zwischenspeichern. Das entspr\u00e4che dem R\u00fcckgewinnungsgrad, der bei heutigen Elektro-Hybriden m\u00f6glich ist. Besonders attraktiv ist die Technologie demnach bei langsamem, ruckeligem Fahren wie eben Bussen in der Stadt.<\/p>\n<p>Tunest\u00e5l geht davon aus, dass die Technologie einfach kommerziell umzusetzen ist. Denn der pneumatische Hybridantrieb braucht deutlich weniger Platz als ein Elektro-Hybridmotor. Als Treibstoff kommt neben fossilen Brennstoffen auch Biodiesel in Frage. Zudem ist der f\u00fcr Kunden f\u00e4llige Aufpreis vergleichsweise gering. &#8222;Ich sch\u00e4tze, dass die Mehrkosten 1.000 Euro oder weniger betragen sollten&#8220;, meint der Wissenschaftler. Demnach hat bereits ein indischer Fahrzeughersteller Interesse an der Technologie bekundet.<br \/>\nchritt in die Praxis<\/p>\n<p>Die Idee eines penumatischen Hybridantriebs an sich ist nicht neu. Dem Team aus Lund zufolge hatte Ford die Idee bereits in den 90ern aufgegriffen, aber wieder verworfen. Wissenschaftler an der ETH Z\u00fcrich haben mit dem Ansatz bereits einen Motor entwickelt, der immerhin 30 Prozent Energieersparnis verspricht. Wie auch andere aktuelle Arbeiten handelt es sich dabei aber um reine Simulationen, so die Schweden. &#8222;Dies ist das erste Mal, dass jemand an einem echten Motor experimentiert hat&#8220;, betont Trajkovic. Dazu hat das Team mit dem Unternehmen Cargine http:\/\/www.cargine.com zusammengearbeitet. Als n\u00e4chster Schritt sollen die Ergebnisse von einem Zylinder auf einen vollwertigen Mehrzylinder-Motor umgesetzt werden.<\/p>\n<p>c.) Das Ende des Kaffeehaussterbens<\/p>\n<p>Auch hier wurde lange gejammert, aber das geh\u00f6rt der Vergangenheit an. Selbstverst\u00e4ndlich handelt es sich hierbei nicht um eine globale Entwicklung, die man mit gro\u00dfem Tamtam feiern muss, aber die Wirkung im kleinen Bereich ist sicher gegeben.<br \/>\nViele alte Kaffeeh\u00e4user haben sich gehalten, was gerade in der traditionsreiche Stadt Wien eine kulturbewahrende Wirkung hat. Die Menschen nehmen sich wieder die Zeit um eine Stunde bei einem kleinen Braunen plus Zeitung zu verweilen, und das nicht nur weil sie gerade arbeitslos sind.<br \/>\nDas ist noch nicht das Ende der chronisch-pathologischen Beschleunigungsorgie, die in den letzten Jahren \u00fcberrollende Ausma\u00dfe angenommen hat, aber ein erster Schritt in den Gegentrend, der uns sehr gut tun wird. Volle Heurige w\u00e4ren \u00fcbrigens das n\u00e4chste Beispiel, dass Menschen gerne in guter Gesellschaft beisammen sitzen, ganz ohne Br\u00fcstchen an Sch\u00e4umchen und Wein mit Sch\u00e4umchen.<\/p>\n<p>Vielleicht stirbt die Hoffnung nicht zuletzt, sondern gar nicht &#8211; zumindest hoffe ich das.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10 Tage Optimismus. In den Nachrichten nur Negatives und auch mein Blick ist schon zu sehr auf den Mangel gerichtet. Daher 10 Tage lang je ein Beispiel f\u00fcr was Positives auf dieser Welt. 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