{"id":592,"date":"2011-03-16T11:08:42","date_gmt":"2011-03-16T10:08:42","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=592"},"modified":"2011-03-16T11:08:42","modified_gmt":"2011-03-16T10:08:42","slug":"warten-auf-frau-godot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/warten-auf-frau-godot\/","title":{"rendered":"Warten auf Frau Godot"},"content":{"rendered":"<p>Montag Vormittag, ein Anruf. Eine nette Frauenstimme gibt bekannt, dass sie von Shell w\u00e4re und ich bek\u00e4me eine Kundenkarte, mit der ich in Zukunft stets billiger bei Shell tanken k\u00f6nne als offiziell angeschrieben, abh\u00e4ngig von der H\u00f6he der Summe.<br \/>\nIch bitte die Dame, mir die Karte zuzuschicken und sie meint, das w\u00e4re leider nicht so vorgesehen, aber die Frau H\u00f6rmann w\u00fcrde mich besuchen und sie mir pers\u00f6nlich vorbeibringen, wie w\u00e4re es denn mit morgen Vormittag?<\/p>\n<p>Da das nicht geht, einigen wir uns auf Mittwoch 10 Uhr. Der Termin w\u00fcrde lediglich zehn Minuten dauern und sie w\u00fcrde mir die Details der Karte erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Wir \u00fcberspringen locker zwei Tage und schalten auf Mittwoch, 10 Uhr. Ich r\u00e4ume ein wenig die Wohnung auf, denn eine Dame von Shell kann ich sonst so nicht hereinbitten. Was tut man nicht alles f\u00fcr ein paar Cent Ersparnis. Wo doch alles teurer wird heutzutage.<\/p>\n<p>Es ist 10 Uhr. Die Glocke l\u00e4utet&#8230; nicht. Frau H\u00f6rmann ist nicht \u00fcberp\u00fcnktlich, aber das muss sie auch nicht sein, bei mir in der Gegend gibt es wenig Parkpl\u00e4tze und ein paar Minuten Versp\u00e4tung gestehe ich jedem Gast zu, ungschaut, quasi.<\/p>\n<p>10.15 Uhr. Die Glocke l\u00e4utet&#8230; immer noch nicht. Frau H\u00f6rmann d\u00fcrfte entweder ein klein wenig unp\u00fcnktlich sein oder verdammt lange Parkplatz suchen. Vielleicht musste sie auch noch tanken, w\u00e4r ja m\u00f6glich. Da es bei mir weit und breit keine Shell-Tankstelle gibt, k\u00f6nnte das zu leichten Verz\u00f6gerungen f\u00fchren, denn sie w\u00fcrde sicher nicht bei der Konkurrenz tanken, wo sie ja keinen Rabatt bekommt.<\/p>\n<p>10.30 Uhr. Die Glocke l\u00e4utet&#8230; endlich! Die Warterei ist vorbei, jetzt beginnen die ber\u00fchmten zehn Minuten der Frau H\u00f6rmann. Denke ich. Es ist aber nur der Feibra-Mann.<\/p>\n<p>10.45 Uhr. Ich beschlie\u00dfe spontan, Frau H\u00f6rmann in Frau Godot umzubenennen und beschlie\u00dfe weiters, dass ich sie genauso lang warten lassen werde wie sie mich. Wenn sie \u00fcberhaupt noch erscheint. Inzwischen schreibe ich ein Weblog-Kommentar \u00fcber die sportliche Unp\u00fcnktlichkeit einer angesagten Dame und sinniere dar\u00fcber, wie gut diese Marketingaktion seitens Shell geplant wurde. <\/p>\n<p>10.50 Uhr. Ich m\u00fcsste dringend aufs Klo, aber was ist, wenn Frau H\u00f6rmann genau jetzt l\u00e4utet? Vielleicht hatte sie einen Unfall und schleppt sich jetzt blut\u00fcberstr\u00f6mt zu meiner Haust\u00fcre, mit letzter Kraft die Glocke erreichend. Ich w\u00e4re ihre allerletzte Hoffnung, die Rettung vor dem Verderben. Au\u00dfer ich sitze am Klo. Und sie verblutet.<br \/>\nOder Frau H\u00f6rmann stellt sich als meine Traumfrau heraus, eine zarte Ber\u00fchrung unserer  H\u00e4nde bei der \u00dcbergabe der Shell-Rabattkarte&#8230; Und ich hocke am Klo, wenn sie l\u00e4utet. Das geht nat\u00fcrlich gar nicht. <\/p>\n<p>Andererseits, wenn ich nicht aufs Klo gehe, bin ich beim Termin unentspannt und das mit der zarten Ber\u00fchrung geht sozusagen in die Hose. Auch keine gute L\u00f6sung. Ich beschlie\u00dfe, das Fenster aufzumachen und laut &#8222;Frau H\u00f6rmann, erh\u00f6ren Sie mich&#8220; zu br\u00fcllen, verwerfe die Idee aber sofort wieder, da das meine Darmt\u00e4tigkeit nur unn\u00f6tig anregen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>11.00 Uhr. Mein K\u00f6rper beantwortet die Frage, ob ich noch l\u00e4nger auf Frau H\u00f6rmann warten soll. Das Darmhirn spricht &#8222;Schei\u00df auf Frau H\u00f6rmann&#8220; und ich schreibe der Dame noch auf ihre virtuelle Pinwand &#8222;I shall not come late.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag Vormittag, ein Anruf. Eine nette Frauenstimme gibt bekannt, dass sie von Shell w\u00e4re und ich bek\u00e4me eine Kundenkarte, mit der ich in Zukunft stets billiger bei Shell tanken k\u00f6nne als offiziell angeschrieben, abh\u00e4ngig von der H\u00f6he der Summe. 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