{"id":823,"date":"2012-03-19T09:06:46","date_gmt":"2012-03-19T08:06:46","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=823"},"modified":"2012-03-19T09:07:36","modified_gmt":"2012-03-19T08:07:36","slug":"guido-und-thomy-am-ende-der-welt-eine-reise-in-die-mondberge-des-ruwenzori-tag-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/guido-und-thomy-am-ende-der-welt-eine-reise-in-die-mondberge-des-ruwenzori-tag-3\/","title":{"rendered":"Guido und Thomy am Ende der Welt &#8211; eine Reise in die Mondberge des Ruwenzori \/ Tag 3"},"content":{"rendered":"<p>Tag 3: Nairobi &#8211; Jinja<\/p>\n<p>Thomy und Guido auf gro\u00dfer Fahrt. Es begann gut, in nur 2 Stunden erreichten wir Nakuru und spekulierten schon damit, am Abend bis Kampala zu fahren. Aber dann war es pl\u00f6tzlich mit dem Gl\u00fcck vorbei. 30 Min. warten bei einer Baustelle und nach der Abzweigung von der A 104 Richtung Kericho wird die Stra\u00dfe schlecht bis katastrophal. Das kostet Zeit, vor allem als wir zu einer Umleitung kamen und auf eine &#8222;D&#8220;-Stra\u00dfe ausweichen mussten. In Kenia sind die Stra\u00dfen \u00e4hnlich wie bei uns mit Buchstaben gekennzeichnet: A = Autobahn, in der Praxis eher eine gute Bundesstra\u00dfe. B ist eine asphaltierte Stra\u00dfe, C eine gute Schotterstra\u00dfe, D ist eine miese Schotterstra\u00dfe, de facto oft eine Art besserer Feldweg und E ist nur in der Trockenzeit \u00fcberhaupt passierbar und braucht meist Allrad.<br \/>\nWir mussten auf eine D-Stra\u00dfe und 25 km Umweg fahren, weil die eigentliche Stra\u00dfe nur mit &#8222;Permit&#8220; passierbar war. Und wir hatten keins. Und keine Lust, irgend einen Typen zu schmieren.<br \/>\nIn Kenia sind Umleitungen nicht ausgeschildert, d.h. wenn man zu einer Abzweigung kommt, hat man folgende M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n<p>a.) Losen<br \/>\nb.) Nach Himmelsrichtung fahren<br \/>\nc.) eine gute Karte besitzen<br \/>\nd.) Jemanden nach dem Weg fragen<\/p>\n<p>Variante a. ist riskant, Variante b. auch, weil sich Stra\u00dfen manchmal mittels Kurve in eine andere Richtung drehen und dann dorthin f\u00fchren. Variante c. w\u00e4re fein, leider gibt es solche Karten nicht.<br \/>\nVariante d. ist auch nicht ganz sicher, denn wenn man jemand fragt &#8222;Is this the way to Kericho?&#8220;, dann bekommt man meist eine sehr freundliche Antwort (&#8222;Ya, Ya, Kericho, haha!&#8220;). Wenn man das n\u00e4chste Mal &#8222;Is this the way to Amarillo&#8220; fragt, kommt die gleiche Antwort.<br \/>\nAm besten hat sich bew\u00e4hrt Matatu-Fahrer zu fragen. Die Matatus sind Sammelbusse, die einen st\u00e4ndig mit Riesenkaracho \u00fcberholen, hinten in gro\u00dfen Lettern irgend einen Spruch drauf stehen haben (&#8222;God bless us all&#8220;), aber immer den Weg gut kennen. Die Fahrer k\u00f6nnen meist Englisch und wir sind von keinem in die Irre gef\u00fchrt worden<\/p>\n<p>Von Kericho bis Kisumu wurde es nicht besser und von Kisumu nach Busia leider auch nicht. Also kamen wir erst gegen 18 Uhr an der Grenze an und nahmen uns einen Agent, der den Vorgang ein wenig beschleunigen sollte.<br \/>\nIch habe in meinem Urlaubsbudget immer den Posten &#8222;Deppensteuer&#8220; inkludiert und dieses Budget wird auch immer wieder gebraucht. Diesmal f\u00fcr die Versicherung, die ca. 30 Dollar h\u00e4tte kosten sollen, eventuell 40. Der lokale Versicherungsmann nahm uns 150 ab mit der Begr\u00fcndung, es g\u00e4be nur mehr Jahresversicherungen und keine mehr f\u00fcr einen Monat.<\/p>\n<p>Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fuhren wir aus Busia hinaus und hatten noch sportliche 150 km bis Jinja vor uns. Dort wollten wir unbedingt hin, weil wir das Kingfisher-Ressort kennen und wissen, dass wir einigerma\u00dfen preiswert und gut \u00fcbernachten k\u00f6nnen. Die Pl\u00e4ne auf den Campingplatz zu gehen und uns ca. 70 Dollar zu sparen verwarfen wir, als wir in die Gewitterfront hineinfuhren.<\/p>\n<p>Dann begann das Abenteuer: Stockfinstere Nacht plus das, was man bei uns als &#8222;Starkregen&#8220; bezeichnet. Dort ist es allerdings ganz normaler Regen. Dazu unbeleuchtete Fahrzeuge vor uns und entgegenkommend. In Ostafrika schalten sie oft auch in der Nacht kein Licht ein, um Benzin zu sparen. Was f\u00fcr Adrenalin-Momente!<br \/>\nDazu kamen Mopedfahrer, Radfahrer und Fu\u00dfg\u00e4nger, die jeweils pl\u00f6tzlich vor einem am linken Stra\u00dfenrand auftauchten, vor allem dann komplett unsichtbar, wenn gerade ein LKW mit schlecht eingestellten Scheinwerfern entgegen kam. Die haben \u00fcbrigens alle schlecht eingestellte Scheinwerfer. So absolvierten wir ca. 1,5 Stunden Blindflug mit dem einzigen Vorteil, dass die Stra\u00dfe in Uganda hervorragend war, sogar mit Seitenmarkierung und gut angek\u00fcndigten Bumps. Wenn man ungebremst \u00fcber so einen dr\u00fcber f\u00e4hrt, sollte man sich eine neue Achse auf Lager gelegt haben. In Uganda kommen immer drei kleine und dann erst der gro\u00dfe, das erleichtert die Sache etwas.<\/p>\n<p>Gegen 21 Uhr kamen wir fix und fertig in Jinja an und fanden das gut versteckte Ressort. Zimmer mit hei\u00dfer Dusche und ein Abendessen &#8211; beides vorhanden und notwendig, nach 13 Stunden Fahrt ohne wirkliche Pause. Ach ja: Das Bier dort hei\u00dft &#8222;Nile Special&#8220; und ist gut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 3: Nairobi &#8211; Jinja Thomy und Guido auf gro\u00dfer Fahrt. Es begann gut, in nur 2 Stunden erreichten wir Nakuru und spekulierten schon damit, am Abend bis Kampala zu fahren. 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