{"id":843,"date":"2012-03-23T20:23:00","date_gmt":"2012-03-23T19:23:00","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=843"},"modified":"2012-03-23T20:23:00","modified_gmt":"2012-03-23T19:23:00","slug":"guido-und-thomy-am-ende-der-welt-eine-reise-in-die-mondberge-des-ruwenzori-tag-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/guido-und-thomy-am-ende-der-welt-eine-reise-in-die-mondberge-des-ruwenzori-tag-7\/","title":{"rendered":"Guido und Thomy am Ende der Welt &#8211; eine Reise in die Mondberge des Ruwenzori \/ Tag 7"},"content":{"rendered":"<p>Tag 7 &#8211; Der Aufstieg zur ersten H\u00fctte<\/p>\n<p>Um 08.30 treffen wir wieder beim RMS ein und bekommen F\u00fchrer, Koch und Tr\u00e4ger vorgestellt. Wir d\u00fcrfen als Gep\u00e4ck je zwei Rucks\u00e4cke zu je max. 13 kg mitnehmen, das geht sich recht locker aus. Der Grund f\u00fcr die Gewichtsbeschr\u00e4nkung: Die Tr\u00e4ger m\u00fcssen zus\u00e4tzlich noch ihr eigenes Gep\u00e4ck schleppen. Ein Tr\u00e4ger ist f\u00fcr die Gasflasche inkl. Kocher verantwortlich und drei weitere f\u00fcr die Verpflegung.<\/p>\n<p>Um 09.50 ist dann Abmarsch, nachdem wir noch eine genaue Kontrolle unserer Schuhe erdulden mussten. Wahrscheinlich haben die schlechte Erfahrungen gemacht, etwa wenn Touristen mit schlechtem Schuhwerk losrennen und sich nachher \u00fcber nasse F\u00fc\u00dfe beschweren.<br \/>\nDer Weg beginnt als netter Spaziergang bis zum Parkeingang. Dort erfolgt die Eintragung in das obligate Buch, das gibt es in ganz Ostafrika in jedem Nationalpark und es ist auch \u00fcberall die gleiche Prozedur. Wir sehen, dass schon zwei Tage lang vor uns niemand eingetragen hat und ahnen: es ist Nachsaison.<br \/>\nDas ist eine gute und eine schlechte Nachricht zugleich. Gut weil wir erwarten d\u00fcrfen, dass die engen H\u00fctten nicht zu voll sind. Schlecht, weil es einen Grund hat, wenn zu einer bestimmten Zeit keine Leute hinaufgehen. Und dieser Grund hei\u00dft Regenzeit. Ab da wird klar, dass wir hasardieren. Wenn die Regenzeit nicht beginnt, haben wir trockene S\u00fcmpfe und sehr gute Chancen, die ganze Sache w\u00fcrdevoll zu \u00fcberstehen. Wenn die Regenzeit beginnt, sind wir im Arsch. So einfach ist das.<\/p>\n<p>Heute ist es bew\u00f6lkt und sehr angenehm zu gehen. Wir \u00fcberqueren zahlreiche Ameisenstra\u00dfen und bekommen die daf\u00fcr notwendige Technik von Stephen, unserem F\u00fchrer mitgeteilt: heftig aufstampfen, dann h\u00e4ngen sich keine Ameisen ans Wadl.<br \/>\nIch schaffe das nicht ganz und beginne wenig sp\u00e4ter hektisch die Ameise in der Hose zu suchen, die mich beisst und beisst.<\/p>\n<p>Wildb\u00e4che, dichter Wald, es wird immer steiler und es ist hei\u00df. Nach kurzer Zeit ist mein Leiberl durchgeschwitzt und ich hab nat\u00fcrlich kein zweites bei mir. Das ist vor allem bei einer Rast eher nicht so super, wegen der Verk\u00fchlungsgefahr.<br \/>\nDaf\u00fcr sind die Sportschuhe die richtige Wahl f\u00fcr diese Etappe, Stecken sind eigentlich noch nicht notwendig, der Weg ist gut ausgebaut, teilweise sind Gitter als Rutsch-Schutz eingebaut, es gibt Leitern und Stege. Die erste Etappe ist eine nette Wanderung von ca. 1000 H\u00f6henmetern hinauf auf ca. 2.600 m.<\/p>\n<p>Diese Etappe l\u00e4sst sich bei jeder Witterung gehen, bergab m\u00fcsste man nat\u00fcrlich wegen der Rutschgefahr aufpassen, denn es geht tw. steil bergauf.<\/p>\n<p>Nach ca. 4 Stunden sind wir bei der ersten H\u00fctte, der Nyabitaba-Hut. Die alte H\u00fctte steht noch, aber daneben haben sie eine neue, ger\u00e4umige hingebaut. In der Mitte ist eine \u00fcberdachte Terrasse und es gibt insgesamt 6 R\u00e4ume mit je 6 Betten. Alle haben neue Schaumgummimatratzen, die mit Kunstleder \u00fcberzogen sind &#8211; stabil und hygienisch einwandfrei, weil leicht zu s\u00e4ubern. Und es schlafen ohnehin alle in ihren Schlafs\u00e4cken. <\/p>\n<p>Nach uns kommen noch vier Italiener: Claudio, Graziano, Luciano und Paolo. Ich bin froh, dass mein Name auch auf -o endet und wir tauschen Weinviertler Speck gegen italienischen. Die vier sind hervorragend ausger\u00fcstet und sehr erfahrene Bergsteiger, die mehr oder weniger schon \u00fcberall waren. Sie stammen aus Norditalien, gleich bei der Schweizer Grenze und werden einige Tage den gleichen Weg haben.<\/p>\n<p>Zwei Deutsche kommen von oben und berichten, dass einer von ihnen krank wurde &#8211; auf der h\u00f6chsten H\u00fctte, mitten in der Nacht pl\u00f6tzlicher Sch\u00fcttelfrost, keine Chance auf den Gipfel und gro\u00dfer, verst\u00e4ndlicher Frust. Sie berichten auch, dass die S\u00fcmpfe weitgehend trocken sind und die Bedingungen gut, mit wenig Regen.<\/p>\n<p>Uns hat es beim Aufstieg ganz zum Schluss 1\/2 Stunde vor der H\u00fctte kurz eingeregnet, aber nicht stark, die Sachen sind schnell wieder trocken. Quasi ein Gru\u00df aus der Wetterk\u00fcche des Ruwenzori.<\/p>\n<p>Es gibt einen Blechverschlag mit gro\u00dfen Steinen am Boden, der &#8222;Bathroom&#8220; genannt wird und die Deutschen raten uns, das Wasser dieser H\u00fctte nicht zu trinken, weil es im Gegensatz zu allen anderen Quellen im Ruwenzori \u00fcber eine lange Leitung aus einem See geholt wird, und au\u00dferhalb der Hochsaison nicht allzu frisch w\u00e4re. Sie vermuten, dass die Krankheit ev. daher kommt, ich k\u00f6nnte mir auch vorstellen, dass er einen Sonnenstich erlitten hat. Auf 4.000 Metern Seeh\u00f6he direkt am \u00c4quator ist damit nicht zu spa\u00dfen &#8211; unverst\u00e4ndlich f\u00fcr die zahlreichen Freunde, die nach meiner R\u00fcckkunft fassungslos sind, dass ich nicht tiefgebr\u00e4unt zur\u00fcck komme. Sie verwechseln das immer mit Br\u00e4unungsurlaub auf der DomRep oder in Dubai, mit halbst\u00fcndigem Wenden und regungslosem In-der-Sonne-braten-bis-knusprig von 9 bis 17 Uhr.<\/p>\n<p>Am Abend, als die Sonne weg ist, wird es pl\u00f6tzlich empfindlich k\u00fchl und wir brauchen die warmen Jacken. Wir lernen auch, dass es auf diesen H\u00fctten keinen Strom gibt und nach Einbruch der Dunkelheit maximal Kerzen und Stirnlampen das notwendige Licht geben. Nach dem Abendessen, das durchaus bek\u00f6mmlich war, g\u00f6nnen wir uns einen Thermosbecher mit Fruchtsaft und Uganda Waragi (ein Bananen-Gin aus Uganda), von dem wir eine Flasche mit haben. Wir ahnen zu diesem Zeitpunkt nicht, dass uns das lange Sitzen und Warten auf den H\u00fctten noch ordentlich zu schaffen machen wird.<\/p>\n<p>Ich liege noch lange wach, denn ich bin es nicht gewohnt um 21 Uhr schlafen zu gehen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 7 &#8211; Der Aufstieg zur ersten H\u00fctte Um 08.30 treffen wir wieder beim RMS ein und bekommen F\u00fchrer, Koch und Tr\u00e4ger vorgestellt. 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