{"id":867,"date":"2012-03-31T09:15:11","date_gmt":"2012-03-31T08:15:11","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=867"},"modified":"2012-03-31T09:15:11","modified_gmt":"2012-03-31T08:15:11","slug":"guido-und-thomy-am-ende-der-welt-eine-reise-in-die-mondberge-des-ruwenzori-tag-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/guido-und-thomy-am-ende-der-welt-eine-reise-in-die-mondberge-des-ruwenzori-tag-15\/","title":{"rendered":"Guido und Thomy am Ende der Welt &#8211; eine Reise in die Mondberge des Ruwenzori \/ Tag 15"},"content":{"rendered":"<p>Tag 15: Kalinzu-Forest und R\u00fcckfahrt bis Jinja<\/p>\n<p>Wieder ein Tag, an dem wir im Morgengrauen aufstehen und alles zusammenpacken. Die Fahrt Richtung S\u00fcden dauert nur 35 Minuten und f\u00fchrt \u00fcber einen Pass. Wieder einmal f\u00e4llt auf, wie viele Kinder es in Uganda gibt. Die gehen n\u00e4mlich zur gleichen Zeit in die Schule wie unsere Kinder, n\u00e4mlich um 07.30. Die Betonung liegt auf &#8222;gehen&#8220;, denn sie werden nicht im SUV bis vor die Schule gef\u00fchrt. Interessanterweise geht es auch ohne Auto, was vielen \u00d6sterreicherInnen inzwischen v\u00f6llig undenkbar ist: Viel zu gef\u00e4hrlich w\u00e4re das und \u00fcberhaupt unm\u00f6glich, daran darf man nicht einmal denken!<\/p>\n<p>Dort gehen die Kinder in die Schule und auch wieder nach Hause. Und zwar eine riesige Menge, sch\u00f6n bunt in ihren Schuluniformen.<\/p>\n<p>Im Kalinzu-Forest gibt es Schimpansen. So viel steht fest. Ob man diese auch zu Gesicht bekommt, steht nicht fest. Laut der Firma, die dort Schimpansen-Tracking anbietet, ist die Wahrscheinlichkeit bei 80%, dass man welche sieht.<\/p>\n<p>Thomy und ich haben den Verdacht, dass die meisten Touristen, die brav ihre 50 Dollar pro Person hinlegen, zu den 20 % geh\u00f6ren, die keine Schimpansen sehen. Wir trafen an diesem Tag nur eine Japanerin im Wald, die ebenfalls keine Schimpansen gesehen hat. Und auch keine geh\u00f6rt. So wie wir.<\/p>\n<p>Aber der Reihe nach: Der Empfang war nett, alles wirkt ein wenig improvisiert. Es gibt auch nur ein ganz kurzes Briefing von Rachel, unserer jungen F\u00fchrerin. Sie sagt ihren Standardspruch auf und dann geht es auch schon los. Die Tracker, die angeblich schon am Vorabend herausfinden, wo die Schimpansen sind und uns daher direkt hinf\u00fchren k\u00f6nnen, gehen gemeinsam mit uns los, was uns ein wenig stutzig macht. Im Gegensatz zum Kibale-Park gibt es keine ausf\u00fchrliche Einf\u00fchrung, keine Verhaltensregeln, nichts.<\/p>\n<p>Der Wald selbst ist sensationell, noch wesentlich sch\u00f6ner als der Kibale-Park. Urwaldriesen, H\u00fcgel, B\u00e4che, traumhaft! Auch die Pfade sind gut angelegt und wir rennen wieder einmal durch den Wald. Auf die Frage, ob die Tracker schon irgendwas gesichtet h\u00e4tten, greift Rachel zum Handy und macht einen Anruf. Auch das ist ganz anders als in Kibale. Es wirkt nicht so, als h\u00e4tte sie auch nur die geringste Ahnung, wo hier Schimpansen sein k\u00f6nnten. Wie wir sp\u00e4ter erfahren, wurden die Schimpansen dieses Waldes von einem japanischen Forscherteam untersucht. Ob sie aber habituiert sind, ist eine andere Frage. Wenn das n\u00e4mlich nicht der Fall ist, kann man ewig suchen und wird keine finden.<br \/>\nAuch der st\u00e4ndige, etwas hilflos wirkende Blick in die B\u00e4ume wirkt nicht sehr kompetent und vertrauensw\u00fcrdig. Uns beschleicht nach ca. einer Stunde der Verdacht, dass wir heute keine Schimpansen sehen werden. Immerhin wurde uns versprochen, dass wir sp\u00e4testens nach vier Stunden wieder am Ausgangspunkt zur\u00fcck w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Nach drei Stunden wird klar, dass das heute nichts mehr wird. Rachel wirkt so, als ob sie sich das einerseits nicht zu sagen traut, andererseits wirkt sie ein wenig teilnahmslos &#8211; ich habe den Verdacht, dass das meistens so ist. Thomy hofft bis zur letzten Minute und w\u00fcrde lieber noch ein paar Stunden hier bleiben &#8211; vielleicht geschieht ja ein Wunder. Ich habe mehr die noch bevorstehende sehr lange Fahrt im Kopf und dr\u00e4nge darauf zur\u00fcck zu gehen.<\/p>\n<p>Unser Fazit: Ein toller Waldspaziergang um 50 Dollar. Schimpansen w\u00fcrde ich eher woanders suchen.<\/p>\n<p>Dann geht es wieder auf gro\u00dfe Fahrt. Obwohl wir nicht schlecht vorankommen und nur wenige Pausen machen (eigentlich gar keine), verrinnt die Zeit und es beginnt schon zu d\u00e4mmern, als wir uns Kampala n\u00e4hern. Der Verkehr am Northern Bypass ist jedoch nicht schlimm und wir hoffen, doch noch bis Jinja zu kommen. Dann k\u00f6nnten wir es am n\u00e4chsten Tag bis Nairobi schaffen.<br \/>\nAls wir auf die Hauptstra\u00dfe Richtung Jinja kommen, ist es mit dieser Hoffnung vorerst vorbei. Wir stehen in einem Freitag-Abend-Stau der Sonderklasse. \u00dcberall fahren links und rechts Matatus vorbei, dr\u00e4ngen sich hinein und trotz unserer martialischen Sto\u00dfstangen am Toyota fahre ich eher defensiv &#8211; jetzt ein Unfall w\u00e4re \u00e4u\u00dferst unpraktisch.<\/p>\n<p>Irgendwann nach einer Ewigkeit bemerken wir die Ursache des Staus: Unsere Stra\u00dfe trifft mit der aus dem S\u00fcden zusammen &#8211; und diese Kreuzung ist g\u00e4nzlich unorganisiert. Immerhin geht es danach halbwegs gut weiter, aber es ist inzwischen stockfinster und der Verkehr ist dicht. <\/p>\n<p>Wir schaffen es bis ca. 21.30 Uhr nach Jinja und ich bin sehr m\u00fcde und gereizt. Wir finden auch noch das Adrift Nile Camp, das von einer Australierin verwaltet wird. Sie kassiert 5 Dollar pro Person und zeigt uns einen Platz f\u00fcr den Toyota. Es gibt Duschen und eine Bar, jedoch nichts mehr zu essen. Das st\u00f6rt uns nicht, Thomy \u00fcbernimmt die Zubereitung des Abendessens und wir verputzen die letzten Reste vom Speck. Danach g\u00f6nnen wir uns noch ein Bier an der Bar, die von einer Horde junger AbenteurerInnen bev\u00f6lkert wird, die mit einer Art Rotel-Mobil unterwegs sind. <\/p>\n<p>Der Blick auf den Nil ist gro\u00dfartig und die von dort organisierten Rafting-Touren sind wahrscheinlich auch ganz toll. Wir fallen todm\u00fcde auf unsere Matratzen, nachdem ich mir noch eine Dusche im Dunklen geg\u00f6nnt habe. Auf das Licht in der Dusche haben sie vergessen, wahrscheinlich duschen die meisten Leute am Tag, wo es nicht auff\u00e4llt. Und wieder einmal: keine Haken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 15: Kalinzu-Forest und R\u00fcckfahrt bis Jinja Wieder ein Tag, an dem wir im Morgengrauen aufstehen und alles zusammenpacken. Die Fahrt Richtung S\u00fcden dauert nur 35 Minuten und f\u00fchrt \u00fcber einen Pass. 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