{"id":872,"date":"2012-04-01T11:50:01","date_gmt":"2012-04-01T10:50:01","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=872"},"modified":"2012-04-01T11:50:01","modified_gmt":"2012-04-01T10:50:01","slug":"fast-food-macht-depressiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/fast-food-macht-depressiv\/","title":{"rendered":"Fast Food macht depressiv"},"content":{"rendered":"<p>Auf das Thema bin ich anl\u00e4sslich eines pressetext-Artikels gesto\u00dfen: http:\/\/www.pressetext.com\/news\/20120330018<\/p>\n<p>In einer Studie hat man herausgefunden, dass &#8222;wer st\u00e4ndig Fastfood und Fertignahrung konsumiert, hat gegen\u00fcber Anh\u00e4ngern einer &#8222;gesunden Kost&#8220; ein um bis zu 50 Prozent h\u00f6heres Risiko, an einer Depression zu erkranken.&#8220;<br \/>\nDas berichten Forscher der Universit\u00e4ten Las Palmas, Granada und Navarra in der Fachzeitschrift &#8222;Public Health Nutrition Journal&#8220;: &#8222;Fastfood l\u00f6st keine Depressionen aus. Doch der Lebensstil, zu dem auch die Ern\u00e4hrung geh\u00f6rt, kann ein Faktor der Krankheit sein&#8220;, betont Psychiater Manfred Wolfersdorf von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde.<\/p>\n<p>Es geht um das gemeinsame Mahl, das in einer hektischen Zeit, die durch Leistungsdruck und gleichzeitigem Zeitmangel definiert und dominiert wird, langsam aber sicher verloren geht.<br \/>\nIch blicke dabei auf meinen eigenen Fast-Food-Konsum: Hin und wieder eine schnelle Wurstsemmel oder mit dem Roller einquietschen und ein bis zwei Leberk\u00e4s-Semmeln einwerfen.<br \/>\nAllerdings mache ich so etwas nur max. 1x pro Woche. Und das ist gelogen, denn von M\u00e4rz bis November habe ich Dienstag Abend &#8222;Werkstatt&#8220;. Da treffe ich mich mit den Vespa- und Lambrettafreunden gegen 19 Uhr in unserer kleinen Werkstatt zum Zangeln, Schm\u00e4hf\u00fchren, Biertrinken und Essen. Wir treffen uns auch, wenn es gerade nichts zu reparieren gibt, was aber selten der Fall ist. Dabei ist folgendes Ritual entstanden:<\/p>\n<p>Nach dem ersten Bier so zwischen 20 und 21 Uhr nehme ich einen kleinen Zettel und damit die Bestellungen auf. Ronny nimmt immer 1x kleine Fritten, manchmal einen Fischmac dazu (der hei\u00dft jetzt nicht mehr Fischmac, aber jeder sagt Fischmac und auch beim McDonalds verstehen sie Fischmac).<br \/>\nPeeWee bevorzugt Burger, manchmal ein Men\u00fc, Oliver stets einen BicMac, Thomas will einen dicken Burger aber ohne Zwiebel und ich selbst nehme 1-2 Cheeseburger TS und einen normalen Cheeseburger. Meist h\u00e4ngen sich bis auf ein, zwei Freunde alle an die Bestellung an und ich d\u00fcse los. <\/p>\n<p>Nach einiger Zeit bringe ich dann die Lieferung und verteile die einzelnen Bestellungen. Wenn ich Gl\u00fcck habe, ist mir das depperte Cola von PeeWees Men\u00fc im Roller nicht umgefallen. Ich denke auch meistens daran die Fritten von Thomas so zu transportieren, dass sie atmen k\u00f6nnen (offenes Sackerl). Er will das so, auch wenn der Transport nur zwei Minuten dauert (es widerspricht zwar meiner gr\u00fcn angehauchten Einstellung die paar hundert Meter zum McDonalds mit dem Roller zu fahren, aber zu Fu\u00df w\u00e4ren alle Sachen eiskalt).<\/p>\n<p>Leider hat unsere Pizzeria am Eck zugesperrt, sonst k\u00f6nnten wir die alte Tradition der gemeinsamen Pizzae fortsetzen, aber f\u00fcr die Abende, an denen jemand keine Lust auf McDonalds hat, gibt es nebenan noch die Tankstelle, wo man Leberk\u00e4s-Semmeln und Schokoriegel bekommt. Alles auch nicht um Eckh\u00e4user ges\u00fcnder als das Zeug vom McD.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns steht hier die Gemeinschaft im Vordergrund, es handelt sich um ein gemeinsames Mahl, auch soziologisch betrachtet: Die Atmosph\u00e4re ist gesch\u00fctzt, privat und ohne Hektik. Wir verzehren die Beute, die vorher fair aufgeteilt wird. Wir tun das sogar nach einem ziemlich archaischen Muster, wenn auch statt der Feuerstelle in der Mitte ein Gasofen oder ein Autogen-Schwei\u00dfger\u00e4t herhalten muss. Die notwendige Romantik erzeugen wir durch gemeinsames R\u00fclpsen. Und wer zu sp\u00e4t kommt, geht leer aus und muss sich um sein Essen selbst k\u00fcmmern.<br \/>\n\u00dcber die Hygiene sage ich jetzt eher nichts, man m\u00fcsste uns wahrscheinlich standrechtlich erschie\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Wir schlingen das Essen auch nicht runter, sondern haben alle Zeit, die wir brauchen, um es zu genie\u00dfen. Wir tun das regelm\u00e4\u00dfig und auch nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig. Nun stellt sich die Frage, was ist daran noch Fast food? In erster Linie, dass wir es nicht selbst kochen.<\/p>\n<p>Vielleicht sind wir auch nicht typisch f\u00fcr die Mehrzahl der \u00d6sterreicherInnen, denn der &#8222;echte&#8220; Fastfood-Konsum steigt best\u00e4ndig. Dabei geht es nicht um McDonalds und Co, sondern um die immer voller werdenden Supermarktregale mit Fertiggerichten, die nur mehr kurz in die Mikrowelle gestellt und dann auf einen Teller gepampt werden. Dabei geht nicht zur der Bezug zu den Inhaltstoffen (wer liest sich das Kleingedruckte durch?), sondern auch zur Zubereitung der Nahrung g\u00e4nzlich verloren. \u00dcbrig bleibt ein N\u00e4hrstoffbrei, vorgekocht, erhitzt, chemisch konserviert und schnell hinuntergeschlungen. Ein Freund von mir bezeichnet diese Form von Essen auch als &#8222;Ruhigsteller&#8220;, weil man danach weder sehr leistungsf\u00e4hig noch sonstwie fit ist. <\/p>\n<p>Ich bin schon gespannt auf den Gegentrend, den ich zwar noch nicht sehe, der aber sicher irgendwann auftauchen wird. Bis dahin werde auch ich noch von Zeit zu Zeit meine Cheeseburger einwerfen. Mahlzeit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf das Thema bin ich anl\u00e4sslich eines pressetext-Artikels gesto\u00dfen: http:\/\/www.pressetext.com\/news\/20120330018 In einer Studie hat man herausgefunden, dass &#8222;wer st\u00e4ndig Fastfood und Fertignahrung konsumiert, hat gegen\u00fcber Anh\u00e4ngern einer &#8222;gesunden Kost&#8220; ein um bis zu 50 Prozent h\u00f6heres Risiko, an einer Depression<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-872","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-analytisches"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/872","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=872"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/872\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":875,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/872\/revisions\/875"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}