{"id":911,"date":"2012-05-11T12:17:28","date_gmt":"2012-05-11T11:17:28","guid":{"rendered":"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/?p=911"},"modified":"2017-07-15T13:59:33","modified_gmt":"2017-07-15T12:59:33","slug":"tommy-in-der-wiener-stadthalle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/tommy-in-der-wiener-stadthalle\/","title":{"rendered":"Tommy &#8211; in der Wiener Stadthalle"},"content":{"rendered":"<p>Eine kurze R\u00fcckschau auf das gestrige Musical von The Who.<\/p>\n<p>Es hat ja schon Tradition bei Heinz, Andreas und mir: gemeinsame The Who-Konzerte, etwa am 1. Mai 97 in der Stadthalle oder im August 2002 in Amstetten &#8211; damals auch die Rockoper &#8222;Tommy&#8220;, die von Pete Townshend 1969 geschrieben wurde.<br \/>\nJa, es ist eigentlich eine Rockoper und ein Musical. Das d\u00fcrfte dem Regisseur des gestrigen Spektakels jedoch entgangen sein. Aber alles der Reihe nach.<\/p>\n<p><strong>Die Kartenbestellung<\/strong><\/p>\n<p>Das lief alles problemlos, bis auf den durchaus geschmalzenen Preis von 78 Euro. Aber alte The-Who-Fans zahlen sowas gerne. Ich hatte meine Karte f\u00fcr Mittwoch bei Andreas mitbestellt und mir den Termin sch\u00f6n fett im Kalender angestrichen. Andreas und Heinz gingen an beiden Tagen, also auch am Donnerstag.<br \/>\nMittwoch Nachmittag dann der Anruf bei Andreas:<br \/>\n&#8222;Du wann treffen wir uns denn heute und wo?&#8220;<br \/>\n&#8222;\u00c4h, Guido, Du hast eine Karte f\u00fcr Donnerstag.&#8220;<br \/>\n&#8222;Na sicher ned, ich hab eine f\u00fcr Mittwoch, da bin ich mir 100% sicher.&#8220;<br \/>\n&#8222;Schau einmal nach.&#8220;<br \/>\n&#8222;&#8230;&#8220;<br \/>\n&#8222;&#8230;&#8220;<br \/>\n&#8222;Geh leck!&#8220;<br \/>\nAlso flexibel sein, umdisponieren auf Donnerstag. Ist ja kein Problem f\u00fcr einen alten The-Who-Fan. <\/p>\n<p><strong>Die &#8222;neue&#8220; Stadthalle<\/strong><\/p>\n<p>Mehr oder weniger frisch renoviert, f\u00fcr mich ist kein Unterschied erkennbar. Halle F ist mittelpr\u00e4chtig gro\u00df und komplett bestuhlt, mit roten Pl\u00fcschpolstern. Da kommt bei bestem Willen kein Rockopern-Flair auf. Man sitzt brav in seinem Sessel und sieht sich an, was auf der B\u00fchne passiert.<br \/>\nMeine Gratulation des Tages geht jedoch an den Manager der Gastronomie. Da wir eine Pause hatten, str\u00f6mten die G\u00e4ste hinaus, denn es wurde nicht gesagt, wie lange diese ist. Ein Drittel geht aufs WC, ein weiteres Drittel hinaus rauchen und das dritte Drittel h\u00e4tte gerne was zu trinken.<br \/>\nWie es bei den WCs war, wei\u00df ich nicht, aber die Ausschank war eher ein Desaster. Die Buffets rechneten scheinbar nicht damit, dass G\u00e4ste kommen w\u00fcrden. Es bildete sich sofort eine lange Schlange mit den \u00fcblichen Vordr\u00e4ngern (&#8222;der blade Franz&#8220; vom Georg Danzer l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen) und leicht \u00fcberforderten Kellnern, die es nur mit M\u00fche schafften, ein Bier zu zapfen. Genau dieses Bier ging ihnen dann auch aus (Fass und Flaschen), und auf meine Frage, ob sie denn nicht mit G\u00e4sten gerechnet h\u00e4tten, bekam ich ein fr\u00f6hliches &#8222;Nein&#8220; zur Antwort.<br \/>\nWer bitte macht das Management der Gastro in der Stadthalle? Ich h\u00e4tte auch den Wunsch, dass man bei Beginn der Pause bekannt gibt, wie lange diese dauert. Dann wei\u00df ich, ob Zeit f\u00fcr Bier und WC ist oder ob ich anders disponieren muss.<\/p>\n<p><strong>Die Show<\/strong><\/p>\n<p>Eine gute B\u00fchnendekoration, die aber ein wenig an die Westside-Story erinnerte. Dieser Eindruck best\u00e4tigte sich w\u00e4hrend der Show, die f\u00fcr meinen Geschmack ein bisschen zu viel Herumgehupfe hatte (man kann auch &#8222;Tanzeinlage&#8220; dazu sagen). Dazu geh\u00f6rte auch das extrem ausdrucksvolle und stets ein wenig zu kraftvolle Herumgehen auf der B\u00fchne, ein bisschen wir im Balett. Da w\u00e4re weniger mehr gewesen. Das ist Musical und nicht Rockoper, das wurde vor 10 Jahren im Amstetten deutlich besser gel\u00f6st. Nat\u00fcrlich stellt sich die Frage, was man mit den Leuten auf der B\u00fchne denn sonst tun sollte und man darf es auch nicht am Film messen, denn dort bestehen ganz andere M\u00f6glichkeiten.<br \/>\nIch war trotzdem ein wenig entt\u00e4uscht, vor allem weil es nach der Pause abflaute. Dabei hatten sie gute Ideen: Tommy in dreifacher Darstellung war toll, &#8222;Fiddle about&#8220; war interessant inszeniert, die Luftschlacht mit kleinen Flugzeugen auf Stangen ein witziger Einfall.<br \/>\nDann kam Sally Simpson und es kippte ins Kitschige. Aus Tommy und Sally wurde ein Liebespaar gemacht und daf\u00fcr musste das Lied um das letzte Drittel gek\u00fcrzt werden (&#8222;Sally got married to a Rock Musician she met in California&#8220; &#8211; das h\u00e4tte nicht gepasst).<br \/>\nMusikalisch muss ich ein &#8222;bem\u00fcht&#8220; attestieren. Tommys Mutter hatte eine tolle Stimme, Tommy als Erwachsener wirkte immer an der Grenze seiner M\u00f6glichkeiten. Seine Stimme war recht d\u00fcnn, aber nat\u00fcrlich ist das eine sehr schwere Aufgabe, denn man muss stets gegen das \u00fcberm\u00e4chtige Vorbild von Roger Daltrey ank\u00e4mpfen. Am deutlichsten wurde das bei &#8222;I\u00b4m free&#8220;, das f\u00fcr mich einfach nicht gut gebracht war.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine fast volle Halle zeigte, dass es gut war, diese Produktion nach Wien zu holen. Engagierte Schauspieler bzw. T\u00e4nzer verdienten den Applaus. F\u00fcr echte Tommy-Fans vielleicht ein bisschen zu wenig originell, s\u00e4ngerisch Durchschnitt. Gut, es gesehen zu haben. Zwei Abende w\u00e4ren f\u00fcr mich aber einer zu viel gewesen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/bilder\/2012.05.11_Tommy\/064.jpg\" title=\"064.jpg\" alt=\"064.jpg\" \/><\/center><br \/>\nBild 1: Lichtspiele<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kurze R\u00fcckschau auf das gestrige Musical von The Who. Es hat ja schon Tradition bei Heinz, Andreas und mir: gemeinsame The Who-Konzerte, etwa am 1. Mai 97 in der Stadthalle oder im August 2002 in Amstetten &#8211; damals auch<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-911","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-analytisches"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/911","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=911"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/911\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2289,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/911\/revisions\/2289"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=911"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=911"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guidoschwarz.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=911"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}