Unsere Zukunft und die Drake-Gleichung

Wir kümmern uns um Plastiksackerln und ob sie verboten werden sollten oder nicht. Und natürlich um Parkplätze für unsere Autos. Das sind zwar auch interessante Fragen, aber wenn wir uns eine oder mehrere Stufen höher begeben, tauchen andere, noch wichtigere auf.

Die Astrophysiker etwa haben das schon 1961 getan und ein junger Physiker namens Frank Drake hat daraufhin die „Drake-Gleichung“ erstellt:

N = R x fp x ne x fl x fi x fc x L

Diese Gleichung soll helfen auszurechnen, wie hoch die Anzahl außerirdischer intelligenter Lebensformen ist, mit denen wir in Kontakt treten könnten.

Die Gleichung liest sich wie folgt:
„N“ ist die auszurechnende Zahl
„R“ ist die mittlere Sternentstehungsrate pro Jahr in unserer Galaxis
„fP“ ist der Anteil an Sternen mit mindestens einem Planeten
„ne“ ist die Anzahl der Planeten innerhalb der habitablen Zone
„fI“ ist der Anteil an Planeten, auf denen sich Leben entwickelt hat
„fi“ ist der Anteil an Planeten mit intelligentem Leben
„fc“ ist der Anteil an Planeten, auf denen intelligentes Leben mit uns in Kontakt treten kann und will
„L“ ist die Zeitdauer des Überlebens solcher Lebensformen

Am spannendsten ist für uns der Faktor „L“, denn er betrifft uns direkt.
Damals, im Jahr 1962, war die Gefahr eines atomaren Weltkrieges die größte, die „L“ beeinflussen konnte. Heute ist es wohl die Klimakrise, in der wir gerade stecken. Sofern wir bereit sind, uns auf die Ebene zu begeben, die Zukunft jenseits von Plastiksackerln und Parkplätzen zu betrachten, stoßen wir wohl zwangsläufig auf dieses „L“ als unbekannten Faktor.

Auf der Suche nach außerirdischem Leben ist er deswegen so interessant, weil die Wahrscheinlichkeit Kontakt aufzunehmen, stark von der Lebensdauer anderer intelligenter Lebensformen abhängt. Es kann durchaus sein, dass wir einen Planeten entdecken, auf dem es so etwas gab, aber eben nicht mehr gibt. Und das gilt natürlich auch umgekehrt, also wenn wir von Außerirdischen entdeckt werden, selbst aber bereits ausgestorben sind.

Vielleicht sollten wir uns darum kümmern, unseren Planeten nicht so zu zerstören, dass wir selbst darauf nicht mehr leben können. Das liegt nämlich in unserer Hand, wir haben die Wahl. Wir können das als Chance sehen oder einfach so weiter tun wie bisher und die eigene Bequemlichkeit über alles stellen.

Es gibt wichtigere Dinge als den Griff zu den Sternen, aber auch der wird nur möglich sein, wenn unsere Zivilisation so lange existiert, dass wir überhaupt die Zeit dazu haben.

Quelle: TV-Doku „Leben im All“, gesendet auf Arte am 18. August 2019

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