Zum Kinosterben

Auf Facebook macht gerade das Zusperren des Bellaria-Kinos die Runde und es gibt Empörung allerseits. „Bitte nicht“ wird gepostet und „das muss doch verhindert werden.“
Die Diskussion erinnert mich an die letzten beiden Bio-Greissler in meinem Bezirk. Auch da war die Aufregung groß, als sie zusperren mussten. Leider sind die Aufgeregten nie dorthin einkaufen gegangen. Und wenn niemand hingeht, muss er zusperren. So einfach ist das.

Aber es gibt ja noch die großen Giga-Mega-Superplexxx-Kinos und in so einem (Cineplexx Auhof, bitte immer mit „xx“ statt nur einem „x“, das ist ganz wichtig, warum auch immer) hab ich mir „Rise of Skywalker“ angeschaut.
Der Kartenkauf ging einigermaßen einfach über die Website, wenngleich ich lange suchen musste, um irgendeine Beschreibung der vielen tollen technischen Neuerungen zu finden, die mit wunderschönen Logos angepriesen werden: Atmos, und Super-Wahnsinns-Dolby 28.0 und Mega-Giga-Ultra-3-D (schau ich nicht, da bekomm ich Kopfweh und die Nase drückt von den komischen Brillen).
Da ich mit meiner Nichte unterwegs war, mussten wir Kino-Normalgeher simulieren, also Cola, Popcorn und Nachos kaufen.
Beim Essen kann man das Vorsintflutliche erkennen, das in der Kinowelt drin steckt, auch in den modernsten Kinos. Die Nachos waren extrem versalzen und werden in einer Plastikschale ausgegeben. Während des Films sind sie schwer zu essen, weil es im Saal stockfinster ist.
Das Cola ist ebenfalls im Plastikbecher, wobei ich den Strohhalm weggelassen habe, ohne trinke ich es einfacher.

Jedenfalls Plastik ohne Ende, selbstverständlich alles zum Wegwerfen, meist mit der Hälfte der Nachos.

Leute, so wird das nix, das ist so anachronistisch wie nur möglich. Dazu kam noch, dass sie nirgends eine Karte haben und schon gar keine Preise angeschrieben. Auf meine Frage meinte die gelangweilte Schnepfe hinter der Ausgabetheke nur, dass es „da hinten, irgendwo im Eck“ eine kleine Tafel gäbe, wo das alles irgendwie draufstehen würde.

Alles in allem ein Erlebnis, das mich zweifeln lässt, ob die Erhaltung von Kinos wirklich erstrebenswert ist. Zumindest in dieser Form sicher nicht.

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