Historischer Kurssturz an der Wall-Street. Eine Analyse

Diesen Artikel habe ich am 7. Mai geschrieben und vergessen zu veröffentlichen. Hat er an Aktualität verloren? Nein.

historisch“ ist das Wort, das heute gerne für den gestrigen Kurssturz verwendet wurde. Was hat das zu bedeuten?

Ich möchte die Analyse kurz halten:

1. Wenn ein Kurs in wenigen Minuten so dramatisch abstürzt, dann kann diese Vielzahl von Ordern wohl nur mehr durch Computer getätigt werden. Die denken nicht nach oder recherchieren oder telefonieren, sie reagieren automatisch, wie das bei Automaten so ist.

Fazit: Wollen wir unsere Wirtschaft Computern überlassen? Das Argument, dass heute ohne Computer die Börse nicht handlungsfähig wäre, lasse ich so lange gelten, bis sie durch Computer handlungsunfähig wird. Dann reden wir weiter.

2. Alle jammerten, dass durch den starken Euro die Exporte schwierig würden und das die Wirtschaft schwächt. Jetzt jammern alle über den schwachen Euro. Leute, entscheidet euch! Oder ist der Euro ein so unbrauchbares Instrument?

Fazit: Es wird Zeit für klare Regelungsinstrumente innerhalb der europäischen Wirtschaft. Ein gemeinsames Währungssystem verlangt eine gemeinsame Finanzpolitik plus entsprechender Kontrollinstrumente. Ich pfeife auf den freien Markt, wenn er mir den freien Fall bringt. Das gilt auch für die Griechenland-Krise. Wie mies müssen die Kontrollinstrumente sein, wenn das jahrelang möglich war?

3. Die FIAT-Währungen geraten immer mehr unter Druck. Sie sind offensichtlich zu groß, zu manipulierbar, zu sehr von der Macht einzelner Profitgeier abhängig. Wann wird der Weg zu kleineren Strukturen, die wieder reale Wirtschaft abbilden, frei? Wann durchschauen die Euro-Länder, dass die Wirtschaft nicht von Banken, Riesenkonzernen und Großinvestoren getragen wird, sondern von den kleinen Strukturen, Organisationen, Firmen, Menschen…

Fazit: Da das System nicht einfach ersetzbar ist, sollte auch gesetzlich der Aufbau eines Komplementärsystems ermöglicht werden. Ab der nächsten Krise gelten Komplementärwährungen nämlich nicht mehr nur als Spinnerei einiger Verrückter. Ich will die Alternativen handlungsfähig sehen, wenn der große Knall kommt (natürlich völlig unerwartet).

All-over-Fazit: Auch jetzt tut es noch nicht weh genug und die heiligen Kühe bleiben unberührt. Die Ratingagenturen dürfen weiterhin das tun, was ihre Besitzer von ihnen verlangen, die Kontrollinstrumente sind zahnlos wie eh und je und der kleinste Huster kann ganze Länder in den Bankrott treiben. Ich übertreibe? Schau ma mal!

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