Öl-Info-Leck bei der deutschen Bundeswehr

Sie war nicht für die Veröffentlichung bestimmt, gelangte aber doch ins Internet. Spiegel online berichtet über eine Zukunftsstudie der deutschen Bundeswehr, die vor dem nahenden Peak-Oil warnt.

Hier die Zusammenfassung der Ergebnisse:

Öl wird bei Knappheit zu einem enormen Machtfaktor – damit gewinnen auch die Länder an politischer und ideologischer Macht, die viel Öl haben.

Das Zeitfenster wird beschränkt sein, daher werden die Länder ihre Machtinteressen mit kräftigen Mitteln durchsetzen.

Die Liberalisierung des Ölmarktes geht zurück – bilaterale Abkommen und Ländergemeinschaften dominieren.

Globaler Transport wird teuer, Engpässe bei Nahrungsmittelversorgung sind die Folge.

Erdöl ist für 95 % der Industriegüterproduktion essentiell – die Krise wird somit alle Bereiche treffen. Außerdem ist eine globale Wirtschaftskrise zu erwarten.

Die Studie warnt vor einem Zusammenbruch des globalen Wirtschaftssystems. die Folgen wären lokale Planwirtschaft. Außerdem bestünde die Gefahr des Zusammenbruchs der Demokratien, weil die Menschen Wirtschaftskrise mit Systemkrise verwechseln würden. Zu erwarten sind Extremisierungen und Bürgerkriege.

Oberösterreich: Wegen Reichtum geschlossen?

Vorweg, damit die Kommentare weniger ätzend ausfallen: Dieser kleine Reisebericht ist eine Momentaufnahme und soll keine Beurteilung eines ganzen Bundeslandes sein.

Mein Bruder und ich beschließen zum Tauchen an den Attersee zu fahren. Erstens waren wir dort noch nicht, zweitens gibt es die mehr oder weniger legendäre „Schwarze Wand“ (die eigentlich Schwarze Brücke heißt) und außerdem ist das Salzkammergut einigermaßen schnell erreichbar.
Schon die erste Hürde ist hoch. In der Tauchbasis Nautilus in Weyregg, die uns empfohlen wurde und die ich hiermit gerne weiterempfehle, empfiehlt man uns punkto Quartiersuche das Fremdenverkehrsbüro in eben diesem Ort anzurufen. Dort meldet sich eine jung, aber nicht sehr dynamisch klingende Dame, der ich mein Anliegen vortrage: Ein Zimmer mit zwei getrennten Betten in einer kleinen Frühstückspension irgendwo im Ort, oder zwei Einzelzimmer (Sägewerkserfahrung mit Peter).
Um mir Angebote zuschicken zu können bräuchte sie meine e-mail-Adresse: „Okay, das ist office@guidoschwarz.at“ – „Könnten´s ma das buchstabieren?“ (Phuuu…)
Nächster Tag, keine e-mail. Ich rufe an und komme an eine andere, jung und noch weniger dynamisch klingende Dame, die von meiner Anfrage nichts weiß, gestern wäre ihre Kollegin da gewesen.
Um mir Angebote zuschicken zu können bräuchte sie meine e-mail-Adresse: „Okay, das ist office@guidoschwarz.at“ – „Könnten´s ma das buchstabieren?“ (Phuuu…)
Nächster Tag, keine e-mail. Da das bereits Freitag und der Tag unserer Anreise ist, rufe ich noch einmal an mit ein wenig mehr, äh, Verve, und frage, was da schiefgegangen ist. Ich möchte nicht noch einmal den gleichen Mist machen und außerdem habe ich dafür keine Zeit mehr.
Daraufhin legt die junge Dame einfach auf.

Eigentlich habe ich die Lust auf den Attersee bereits verloren, rufe aber dann doch in der Zentrale an und erreiche einen netten Herren, der mir versichert, ich bekäme gleich ein Angebot und ja, doch, wir wären am Attersee durchaus willkommen.
Das klappt dann auch und wir bekommen eine nette Pension vermittelt (Untersberger in Weyregg, Wachtbergstraße 17, empfehlenswert).
Dort arbeitet eine junge Dame aus wahrscheinlich Tschechien, die einen schiefen Kopf hat. Das liegt aber nicht an einem Geburtsfehler, sondern daran, dass sie immer ein Handy eingeklemmt hat und dauertelefoniert, etwa während sie frische Wurst zum Frühstücksbuffet trägt oder abserviert. Nur unwillig gibt sie Antworten, weil dafür muss sie kurz ihr Telefonat unterbrechen.
Das Trinkgeld hielt sich in Grenzen.

Am Abend ist Weyregger Strandfest und beim Eingang warten ein paar gutgelaunte Jungs, die uns je 6 Euro Eintritt abknöpften und auf die Frage, was wir dafür bekämen, schenkelklopfend „eine diafts, haahaaha“ antworten.
Um wohlfeile 3,50 Euro bekam ich die kleinste Käsekrainer meines Lebens, was aber den Vorteil hatte, dass wir nicht allzu lang bleiben mussten. Das Feuerwerk war eh viel schöner von unserem Balkon aus zu sehen, wenngleich der Mond punkto spektakuläres Leuchten den ersten Preis bekam.

Am nächsten Tag zu Mittag machen wir einen kleinen Ausflug auf die Wieneroith, das ist eine Art extended Hügel an der Westseite des Attersees oberhalb von Nußdorf. Da ich dort viele Kindheitssommer verbracht habe und mich gut auskenne, alles kein Problem.
Oben angekommen stellen wir uns mit dem Auto auf eine kleine Anhöhe um auf einer Wiese ein Wurstsemmerl zu verzehren und die prächtige Aussicht zu genießen.
Das bleibt nicht lange unbemerkt, ein Bauer knattert auf seinem Traktor heran und brüllt schon von der Weite „Verschwinds da sofort!“. Dann fährt er zu uns heran und wartet, bis wir verschwunden sind.
Ich bin ein wenig erstaunt, wir haben nichts kaputt gemacht, sind nur auf einem Schotterweg gefahren, haben keinen Dreck hinterlassen und wollten nur die schöne Aussicht bewundern.

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Bild: Wieneroith

Am Abend fahren wir in das „Liehmann“ in Seewalchen, angeblich die beste Hütte weit und breit und the place to go. Zuerst einmal ist es der place to wait, denn es dauert, bis sich eine Servierkraft (aus Germanien) zu uns bequemt. Auf die Frage nach dem Hühnercurry antwortet sie „Leider heute nicht und auch die anderen Sachen auf der Karte haben wir heute nicht, außer Toast und Bratwürstel mit Sauerkraut, weil heute ist Champagnerfest.“
Peter wählt den Schinken-Käse-Toast, keinen Champagner und ich ordere ein Seiterl Trumer Pils, voller Vorfreude auf einen guten Schluck.
Bekommen tu ich einen Hansel und bezahlen müssen wir gleich, weil heute, eh scho wissen, Champagnerfest ist.
Auch dort war unsere Verweil von eher kurzer Dauer.

Das Fazit fällt trotzdem positiv aus: ein schönes Tauchwochenende, eine gute Pension, eine nette und kompetente Tauchbasis, ein paar interessante Tauchplätze.
Bleibt nur die Frage, was mit den Oberösterreichern los ist. Die habe ich gastfreundlicher in Erinnerung. Zu reich geworden?

Wenn Schnitzel kollektiv Musik hören

Ein kurzer Bericht über das Lovely Days Festival 2010

Präambel: Es war auch sehr schön und sehr heiß. Das Festival muss fast ausverkauft gewesen sein, es waren enorm viele Leute dort und es war entsprechend voll. So war es nicht leicht, Wiesenplätze zu finden. Also Wiesenplätze in Wiesen, wo man seine Decke ausbreiten und ob des schon höheren Alters der meisten Gäste das Sitzen und gleichzeitig Hören genießen kann.

Die Schnitzel kommen so zustande: Alle Zufahrtstraßen bzw. -wege sind teilweise unasphaltiert bzw. die Autofahrer fahren neben dem Asphalt. So hängt eine ständige Staubwolke über den Wegen und wegen des vielen Schwitz durch die Sonne ergibt das dann eine veritable Panier über das gute Fleisch. So wirken die meisten Gäste etwas bleich, fast ein wenig zombiehaft, aber ich will nicht übertreiben.

Gimme some lovin

Spencer Davis Group beginnt schwungvoll und um 20 Minuten früher als angekündigt. Da wir auch 20 Min. verspätet sind, gehen sich gerade noch die restlichen 20 Minuten aus, denn jede Gruppe spielt gerade mal eine gute Stunde, danach sind 40 Minuten Umbau. Das gut versteckte Bier wird entdeckt und spontan geleert, der Eingang ist aber gut organisiert plus dem obligatorischen vollfetten Stänkerer („I wü do eine“ – „Naa“ – „I wü oba do eine“ – „Naa“ – „Greif mi net au, AU!“ usw.)

Goin´ up the country

Canned Heat setzen noch eins drauf und bringen trotz der sengenden Hitze das Publikum zum Mittanzen. Plus nicht ausgemachter Zugabe, aber sie hatten alle ihren Spaß.

Auffällig die ständig gesünder werdende Ernährung der Gäste: Bier, Spritzer, Eitrige und Pizza haben deutlich die Oberhand.

Lady in black

Sie spielen sie alle, die Hitte, die sie gehabt haben. Und sie geben gut Gas, Stimmung ist prächtig bei Uriah Heep und zumindest mir wird klar, warum ich mir lieber die alten Gruppen anschaue als die meisten neuen.

Ein junger Knilch (lange Federn, Herumteufelhose, Timberlandbock) klettert auf das Dach des Technikhäusels und holt sich seine two minutes of fame, bis ein Security nachklettert und ihn runterscheucht. Dann klettert der Security auch runter und der junge Mann ein paar Meter weiter wieder rauf. Der Security ist unentspannt weil mit kräftigem Bauch und kein echter Kletterkünstler. So kommt der Timberlandtyp noch zu einem abendlichen Freiflug.

Saw a little girl in a Hollywood bungalow

Ray Manzarek und Robbie Krieger – samt neuem, richtig gutem Sänger, akustisch schon sehr nah am großen Vorbild dran. Mit sehr viel Esprit und Spiellust – scheinbar macht Wiesen überhaupt Lust, zumindest den alten Herren. Auch hier eine Umbauzeit verkürzende Zugabe, mit L.A.-Woman wunschgerecht.

Es wird langsam Abend und das merkt man am Wechsel des olfaktorischen Mix: Von Bier-Schweiß-Sonnencreme hin zu Speibe-Öfen-Autan. Ein freundlicher Alt-Hippie neben mir holt seit 14 Uhr alle 20 Minuten zwei Bier für sich und seinen Kumpani. Und er ist auch nach 6 Stunden noch topfit. Steherqualitäten, nicht nur auf der Bühne.

Die WCs sind wie immer voll auf der Damen- und gut begehbar auf der Herrenseite. Weiter hinten verdienen sich vor allem die Getränkebuden dumm und deppert.

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Bild: Menschen auf der Wiese in Wiesen

Rosanna in Africa

Noch nie gehört und daher mit Spannung erwartet – Toto liefern genau das, was gewollt wird und sie klingen aber exakt wie vor 25 Jahren. Irgendwie kennt man eh jeder Nummer und Toto sind rockiger als gedacht.

Hinter mir ein Knechter, der schon seit Stunden ständig „Ro-sa-ah-na“ schreit und leider kein Bier verträgt, allen rundherum auf die Nerven geht und mir zunehmend unsympathisch wird.

Einen Tipp hab ich noch für Liegewiesendeckenhersteller: Vergesst teure Produkttestzyklen – eine Decke auf den Boden in Wiesen und eine wilde Büffelherde könnte nicht effizienter testen. Da ist dann alles drauf, was denkbar ist.

The Mighty Quinn

Manfred Mann als Schlussakt haben wir uns geschenkt – gut, aber oft gehört und die Gelsen haben diesmal die Tiefflugstaffelformation gewählt. Opfer und deren nackte Beine gibt es genügend.

Das Fazit fällt wieder einmal sehr positiv aus: Für 10 Euro pro Gruppe wahrlich nicht überbezahlt, gut organisiert, mit angenehmem Publikum, auch wenn ich mir für nächstes Jahr ein rundum erneuertes Lineup erwarte.

Wenn der Mitarbeiter auf Urlaub ist!

Ich bin seit heute ein Fan vom SAMSUNG-Handy-Kundendienst: Vor 4 Tagen eine Anfrage gestellt (dringend!), heute kam der Rückruf. Auf die Frage, warum so spät, kam die Antwort: Ich war leider in Urlaub! Ja ja, wenn man den einzigen Mitarbeiter, der noch nicht gekündigt wurde, in den Urlaub schickt, steht die Hütte still. Das ist Service, das ist Kundenfreundlichkeit!
Was ist das für eine Bude? Ein Ein-Personen-Unternehmen? Haben die überhaupt noch nicht vestanden, dass die Konsumenten wieder mündiger werden? Haben die noch nichts vom Jack-Wolfskin-Fall gehört? Mein Bruder wartet seit über einem halben Jahr auf eine Antwort von Samsung wegen seines kaputten Handys!
Seit letzter Woche bin ich wieder bei Nokia!

Nowotny: Konsumkredite ja, KMU-Kredite nein!

Soeben im ORF 2, ein Interview mit Ewald Nowotny, der meint, die österr. Wirtschaft würde jetzt angekurbelt.
Auf die Frage von Claudia Reiterer, ob die Kreditvergabe durch die Banken jetzt wieder funktionieren würde, meint er (sinngemäß): Man kontrolliere das, die Konsumkredite würden gut funktionieren, die Industriekredite ebenso, leider noch nicht die Kredite an die Klein- und Mittelunternehmen.

Sorry, hier kann ich mir ein Kommentar nicht verkneifen: Genau diejenigen, die für die Ankurbelung der Wirtschaft dringend die Kredite brauchen würden, bekommen sie nicht.
Diejenigen, die Kredite für Urlaubsreisen, Flachbildschirme und Zweitautos brauchen, bekommen sie. Und die Industrie sowieso, dafür sorgen die entsprechenden Lobbies.

Mein Urteil: Wahnsinn! Hoffentlich bekommen die Damen und Herren vom Wirtschaftsbund und dem Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband dafür eine gesalzene Rechnung bei den Kammerwahlen – offiziell beschwören sie ständig, wie toll sie den EPU und KMU helfen würden.

Wenn man bedenkt, dass die Anzahl der Arbeitsplätze, die durch die kleinen und mittleren Unternehmen in Österreich existieren, deutlich über denen aus Industrie und Banken zusammen liegt, dann darf ich Herrn Leitl und Genossen empfehlen, endlich aufzuwachen!