Beim Penny-Markt einkaufen. Warum eigentlich nicht?

Die Penny-Märkte gehören zur Rewe-Gruppe und der kann man in Österreich nur schwer entkommen, außer man ist autarker Bio-Bauer im Waldviertel oder so. In der Stadt sind sie Teil der Supermarktkettenlandschaft, die von den beiden Big Playern (SPAR, Rewe-Group) plus Hofer beherrscht wird.
Penny gilt als Unterschichtsupermarkt und in gewisser Weise mag das sogar stimmen. Ich gehe trotzdem manchmal dort einkaufen, weil sie genauso freundlich oder unfreundlich sind wie sonst überall und weil man dort jede Menge Markenprodukte bekommt.

Am Samstag war mir nach einem ordentlichen Rindsgulasch. Ich koche das gern in einer größeren Menge und friere Portionen ein. Und genau an diesem Samstag hatte der Penny-Markt eine Aktion: Rindsgulaschfleisch um ca. 50% billiger als sonst.
Also marschiere ich dorthin und beschließe fünf Kilo Fleisch einzukaufen. Ich besitze seit einiger Zeit einen wirklich großen Kochtopf und das würde sich ausgehen.
In der Fleischecke treffe ich eine Verkäuferin und sie meint, ich müsse den Fleischhauer suchen, der könnte mir das Gulaschfleisch aus der Aktion geben.

Ich werde fündig und er meint: Uijeeh, das ist zu viel, so viel kann er mir nicht geben.
Ich wusste gar nicht, dass ich so enttäuscht dreinschauen kann, auf jeden Fall deutet er mir mit einem verschwörerischen Blick, ich solle doch mitkommen. Gesagt – getan, er führt mich zur Fleischhauerei.
Ich wusste gar nicht, dass jeder Penny-Markt eine eigene Fleischhauerei hat, sondern dachte eher, das käme alles irgendwo aus einer Zentrale und würde verkaufsfertig angeliefert.
Doch dem ist nicht so und ich betrete den Ort der Fleischzerteilung. Es riecht nach gar nichts und sieht auch ausgesprochen sauber aus. Der Fleischhauer verschwindet in einem Kühlraum und kommt mit einem riesigen Stück Rind zurück. Dann legt er es auf den Tisch, wetzt das Messer und meint, ich solle doch das nächste Mal ein bis zwei Tage vorher bestellen, dann könne er mir das entsprechend herrichten.
Da ich ihm nicht zu viel Arbeit machen möchte, erkläre ich ihm, dass er mir das Fleisch ruhig in einem Stück geben könne, ich würde es mir dann selbst schneiden.

„Sind 6,5 kg zu viel?“ fragt er nachdem er ein Stück dieses Gewichts herunter gesäbelt hat. Ich sinniere kurz über die Größe meines Topfes und beschließe, den Rest notfalls als Fleisch einzufrieren. Er packt mir das Stück ein und betont noch einmal, dass es ihm leid tue, aber die bestellte Großlieferung wäre in eine andere Penny-Filiale geliefert worden.
Dann druckt er mir den Beleg aus und bringt ihn selbst zur Kasse, damit ich nach meinem Einkauf dort keine Probleme hätte.
Alles funktioniert bestens und daheim sehe ich mir das Etikett näher an:

penny

Das Fleisch ist etikettiert mit „Ich bin 100% Österreich.“ Hoffentlich heißt das, dass das Rind hier geboren wurde und aufgewachsen ist. Laut Etikett stimmt das, und zwar stammt es aus „A 3842 Thaya, Eggmanns 9“ vom Bauernhof der „Altschach GmbH“ und es wurde in Österreich geschlachtet und zerlegt.

Ich beschließe die Firma im Internet zu suchen und komme auf die Website www.altschach.com
Hier ein Auszug aus der Firmenphilosophie:

„Die Kernpunkte der Tätigkeit sind die optimale Vermarktung von Schlachtvieh aller Kategorien, Beschaffung von Nutztieren sowie eine beratende Funktion bei Betriebsoptimierungen und -umstellungen.
Die langjährige Erfahrung in Sortierung und Logistik der Schlachttiere ermöglicht in Verbindung mit den umgesetzten Mengen einen optimalen Verkaufserlös für die Landwirtschaft.
Lohn- und Notschlachtungen führen wir im eigenen Schlachtbetrieb durch.
Aufgrund der gestiegenen Mengen im Bio-Bereich sind wir seit 2006 auch Bio-zertifiziert.
Langjähriges Vertrauen unserer Landwirte und Zahlungssicherheit machen uns zu einem starken Partner der waldviertler Landwirtschaft.“

Es stellt sich heraus, dass es sich hier um einen echten Familienbetrieb handelt, der 1945 gegründet wurde. Man erfährt auch, dass sie sehr bemüht sind Transport und Schlachtung der Tiere sorgfältig durchzuführen. Die Nachvollziehbarkeit der Fleischherkunft ist gut, wenngleich noch nicht klar ist, wo die Tiere tatsächlich gehalten wurden: der angegebene Ort Thaya ist auf jeden Fall ganz in der Nähe von Windigsteig, der Heimat der Altschach GmbH.
Der Gesamteindruck ist zumindest bei mir ein guter und das Fleisch hat hervorragend geschmeckt. Ob der niedrige Preis auf eine ungesunde Tierhaltung hinweist, kann ich hier schwer beurteilen, möglich wäre es. Um das herauszufinden, müsste man dorthin fahren und „investigieren“.

Fazit: Wer Fleisch isst, wird nie verhindern können, dass Tiere gemästet und geschlachtet werden. In den „nobleren“ Supermärkten bekomme ich auch kein besseres Fleisch und der Penny-Markt wird mich wieder als Kunden begrüßen dürfen.

Das Rote Meer bald ein Totes Meer?

Nun, so schlimm wird es hoffentlich nicht sein. Aber trotz eines traumhaften Tauchurlaubs komme ich auch nachdenklich zurück.
Bereits vor drei Jahren habe ich hier einen Bericht geschrieben. Auch damals sind wir mit einem Safariboot von Port Ghalib gestartet, jedoch eine andere Tour gefahren. Diesmal ging es in den tiefen Süden – das bedeutete St. Johns Reefs, Rocky Island und dann noch zum Daedalus-Reef, was für mich ganz besonders spannend war, da es das einzige größere Riff im ägyptischen Roten Meer ist, bei dem ich noch nie war.

Aber ich habe ein wenig vorgegriffen. In Wien starteten wir mit einem AirBerlin/Fly Niki Charterbomber und 45 Minuten Verspätung (ein Problem mit den Bildschirmen – das musste behoben werden, denn gerade im Charter will man bitte seine Tom & Jerry Filmchen sehen).
Die meisten Gäste an Bord sind übrigens Badegäste, die in ein Ressort fahren und dort am Pool abhängen und sich bräunen lassen. Aber sie haben dazu gelernt und niemand hat bei der Landung geklatscht.
Marsa Alam ist mir als kleiner Flughafen deutlich lieber als Hurghada, ganz abgesehen davon, dass wir von dort nur 10 Minuten mit dem Bus zur Marina in Port Ghalib hatten. Und unser Gepäck war auch da – das ist nie garantiert und bei einem Tauchurlaub ganz besonders heikel, da man ohne Gepäck auch keine Tauchausrüstung hat.

Unser Schiff war da und unser Tauchguide Talaat empfing uns mit den Worten „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für euch.“

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Bild: Tauchguide Talaat

Die schlechte bestand darin, dass die restlichen Gäste in Stuttgart am Flughafen feststecken würden, weil ihr Flugzeug ein Kerosinleck hätte. Ankunft morgen Nachmittag, hoffentlich. Aber wir würden am nächsten Tag schon zu zwei Tauchgängen hinausfahren und dann nur kurz in den Hafen zurück kommen um die elf Stuttgarter an Bord zu nehmen. Dann sollte es über Nacht direkt in den tiefen Süden gehen, um in der Früh bereits auf Rocky Island tauchen zu können. Also eigentlich sehr gute Aussichten.

Die Golden Dolphin III ist das neueste und schönste Schiff der Flotte. Ich war schon mit der I und mit der II unterwegs und eine Steigerung war ohnehin nur mehr schwer vorstellbar, aber möglich, wie sich zeigte: unser Schiff hatte den Salon samt Küche im Untergeschoss und damit war das Oberdeck für Kabinen frei. Diese bestehen in der modernsten Klasse eigentlich aus Zimmern, mit je eigenem Badezimmer inkl. WC.

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Bild: Eine Kabine

Diese Schiffe sind alle zwischen 38 und 42 Meter lang, haben insgesamt 4 Decks und sind nahezu perfekt für eine Tauchsafari ausgestattet: 2 Dieselmotoren mit je 750 PS (gut für ca. 25 km/, was ziemlich flott ist), zwei große Generatoren, die abwechselnd je 12 Stunden laufen und zwei große Kompressoren, die unsere Tauchflaschen in Windeseile auffüllen können.

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Bild: Golden Dolphin III

Beste Voraussetzungen, vor allem, weil auch die Decks mit viel Vernunft gestaltet sind: Auf Deck Nr. 3 ist das Schattendeck und ganz oben das Sonnendeck für diejenigen, die sich gerne rösten lassen. Und die Küche ist meist auch hervorragend. Wir hatten noch dazu das Glück auf einem Schiff zu sein, das seit vielen Jahren mit dem selben Kapitän und einer fast gleich bleibenden Crew unterwegs ist. Das ist nicht nur stets ein gutes Zeichen, sondern auch deutlich spürbar, weil die Matrosen sehr entspannt sind und alles an Bord reibungslos abläuft.

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Bild: Am Sonnendeck vor Rocky Island

Es gibt zwar noch tollere Schiffe etwa mit einem Whirlpool an Deck und 46 Metern Länge für 26 Taucher, aber eigentlich braucht man das nicht. Jeglicher Luxus über dem unseres Schiffes muss extrem teuer erkauft werden und wird letztlich nicht benützt, da es an Bord eigentlich nur vier Aggregatszustände gibt: tauchen, über das Tauchen reden, essen und schlafen. Und all das ist auf der Golden Dolphin III perfekt möglich, etwa weil auch das Tauchdeck groß und gut strukturiert ist. Alles in allem kann man das Schiff uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Bild: Tauchdeck

Ein Holzschiff kostet übrigens 1,5 Mio Euro und wird in Hurghada gebaut, ein gleich großes Stahlschiff (ich bin 2x mit einem gefahren) kostet das Dreifache und hat nur den Vorteil, dass es etwas ruhiger im Wasser liegt. Die Stahlschiffe werden übrigens in Alexandria gebaut.
Die Kalkulation funktioniert übrigens nur, weil die Crew extrem billig ist und der Sprit ebenso. Auf 20 Gäste kommen 10 Mann Crew und wir haben insgesamt ca. 7.000 Liter Diesel verbraucht, davon 1.400 Liter für die Generatoren.
Jedes gute Schiff kommt 1x im Jahr für ein paar Wochen ins Trockendock und wird dort generalüberholt, manchmal etwas umgebaut und läuft dann wieder möglichst ohne Pause ein knappes Jahr. Nur dann können nach ein paar Jahren die Investments einen Return schaffen, als Gast merkt man es übrigens, ob das Trockendock schon länger her ist.

Dann erfuhren wir noch, dass am kommenden Tag unser lieber alter Freund Rudi mit den Deutschen zu uns stoßen würde.

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Bild: Rudi hält eine kleine Ansprache und die Stuttgarter hören dem Nordlicht aus Hamburg zu.

Er ist einer der lustigsten Tauchguides und wir hatten vor ein paar Jahren schon das Vergnügen. Damals war Rudi ein armer Hund: er ließ sich von meinem Bruder und seinen Freunden zu einer Pokerpartie überreden. Dann war er seinen gesamten Wochenlohn los. Als ich ihn ein Jahr später in einem Hafen am Nachbarschiff sah und freudig meinte, mein Bruder würde sich wieder über etwas Gesellschaft beim Pokern freuen, sprang er fast ins Wasser. Jedenfalls konnte er sich aus dieser Verpflichtung lösen indem er uns für den letzten Abend eine Palette Bier organisierte, das uns wie immer auf der Safari ausgegangen war.

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Bild: ein kleinerer Teil der Biervorräte, die diesmal gebunkert wurden. (500 Dosen wurden getrunken, laut Rudi ein Rekord, wenn man die Safaris mit Russen nicht einberechnet)

Port Ghalib ist eine künstlich gebaute Stadt, ähnlich wie El Gouna. Alle Häuser sehen mehr oder weniger gleich aus und man kann sie kaufen – wenn man den dortigen Immobilienfirmen vertraut, die einem die Wohnungen als sensationelle und zukunftssichere Anlageform verkaufen. Und natürlich um hier Urlaub zu machen. Für mich ist das der blanke Horror, denn da stimmt überhaupt nichts: die Häuser sind ganz sicher nicht lange haltbar, das Meer ist ziemlich kaputt und nur die Nähe zum Flughafen alleine macht aus dem Ort noch kein zukunftsträchtiges Investment.
Vielleicht bin ich aber auch nur zu weit weg von dem Denken, das man dazu braucht.
Jedenfalls ist die Marina groß genug für jede Menge Safarischiffe und Tagesboote. Es gibt eine Hafenpromenade und man hat vor Jahren geplant einen Kanal bis zum Flughafen zu graben, so dass die Passagiere direkt auf die Safariboote gehen können. Davon umgesetzt wurde eine eher brackige Lagune, in der man Jetski fahren kann plus eine Menge Brücken, die venezianisch aussehen sollen, letztlich aber ihre Stahlbetonseele nicht verheimlichen können. Es gibt eine Handvoll Lokale, in denen hin und wieder gelangweilte Gäste aus dem benachbarten Hotel herumsitzen, ein paar Souvenirläden, einen kleinen Tauchshop (sicher praktisch, wenn man etwas daheim vergessen hat und sie gerade offen haben) und ein protziges Gebäude mit der Hafenkommandantur. Dort herrscht der Hafenkommandant und er bestimmt wann ein Safariboot auslaufen oder einlaufen darf. Diese Macht bekamen wir auch zu spüren, als wir 15 Minuten warten mussten bevor wir in den Hafen einfahren durften.
Und es gibt eine Schiffstankstelle, die allerdings ziemlich wichtig und praktisch ist.

Rudi hat mir erzählt, dass vor ein paar Jahren die Anzahl der Safaribootlizenzen auf 500 begrenzt wurde, was prinzipiell eine sinnvolle Maßnahme ist, weil erstens das Rote Meer sowieso übertaucht ist und zweitens so die Billiganbieter etwas eingebremst wurden – die haben nämlich auch billige Boote, die dann ev. nicht sehr sicher sind.
Selbstverständlich sind die Lizenzen seitdem sehr gefragt, obwohl vor zwei Jahren mit der politischen Krise eine Entspannung eingetreten ist, die 2013 ihren HÖhepunkt hatte, als das Business mehr oder weniger zum Erliegen kam.
Uns hat das letztes Jahr auch getroffen, wir hatten gebucht und bezahlt und dann wurden die Flüge storniert. Auf dem Meer hätte es zwar keine Terrorgefahr gegeben und in Marsa Alam am Flughafen wahrscheinlich auch nicht, aber wenn kein Flug geht, steht das Business. Das haben einige Anbieter nicht überlebt.
Inzwischen hat sich der Tauchtourismus erholt, ist aber noch immer nicht auf dem früheren Niveau, was für uns natürlich gut war, da wir vor allem im tiefen Süden manchmal alleine am Riff waren. Kein Vergleich mit den 5-15 Safaribooten, die da noch vor drei Jahren überall neben uns gelegen sind. Diesmal war nur rund um Port Ghalib und auf Daedalus viel los.

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Bild: Am Daedalus-Riff, diesmal mit einer Menge anderer Safari-Boote

Rudi schätzt, dass 80% des Tauchtourismus wieder da ist. Für die Riffe ist das keine gute Nachricht, für die Ägypter im Tauchbusiness schon.

Es gibt eigentlich nur eine Handvoll verschiedener Touren:
1.) Die Nordtour – von Hurghada hinüber an die Halbinsel Sinai, meist als Wracktour und im Winter zu kalt.
2.) Brothers, meist in Kombi mit Elphinstone und ein paar kleineren Riffen.
3.) Die Südtour mit vielen Riffen von Hurghada bis südlich von Marsa Alam, manchmal mit Daedalus.
4.) Tiefen Süden mit St. Johns Riffen und Zabargad bzw. Rocky Island.

Alle Touren haben ihren Reiz, der jedoch in den letzten Jahren eindeutig verblasst ist, da die Riffe zunehmend kaputt gegangen sind und auch der Fischbestand kontinuierlich zurück ging, mit einer kleinen Erholung letztes Jahr. Das merkt man an partiellem Fischreichtum, jedoch nur mit kleinen Fischen. Die Riffe hatten nicht genug Zeit sich zu erholen und werden nach wie vor mit Unmengen an Tauchern bombardiert sowie massiv durch Abwässer und sonstigen Dreck vergiftet.
Die unglaubliche Schönheit der Korallenriffe ist für sehr lange Zeit verloren und wenn der Klimawandel weiter geht, dann wird es bald überhaupt keine mehr geben. Sie können einer Vielzahl von Schädigungen, die alle zur gleichen Zeit auftreten, nichts entgegensetzen, weil sie die Zeit zur Regeneration nicht haben. Wir zerstören sie schneller als sie nachwachsen können.

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Bild: Cave Reef an St. Johns

Leider ist der Tauchsport daran nicht unbeteiligt. Die einzigen Menschen, die wirklich von der Schönheit unberührter und noch nicht verdreckter Riffe erzählen könnten (Hans Hass und Jacques-Yves Cousteau) sind inzwischen selbst gestorben. Sie haben miterleben müssen wie der von ihnen selbst erfundene Tauchsport immer schneller zu wuchern begann und letztlich die Riffe verwüstete. Vor 15 Jahren wurde wenigstens das Ankern verboten, sonst gäbe es heute bereits keine Riffe mehr.

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Bild: Zwei Matrosen fahren mit dem Zodiac zum Riff um dort die Leine an fixen Halteleinen zu befestigen, die ins Riff gebohrt wurden.

Wie bitter muss es für die beiden – vor allem für Hans Hass, der ja erst kürzlich gestorben ist – gewesen sein, als sie im Alter den Vergleich zu früher hatten. Hans Hass hat sich vielleicht auch deswegen schon vor vielen Jahren vom Tauchen zurückgezogen. Er hat die Zerstörungen bereits in den 1970er Jahren sehen können.
Wer die Farbenpracht und Vielfalt kennt und das rege Leben an einem (halbwegs) intakten Riff gesehen hat, den macht der Anblick der Riffe heute nur mehr traurig. Ich habe sie im Abstand von je 5 Jahren gesehen: Shaab Claude, St. Johns, Elphinstone und viele andere.
Und ich bin selbst auch ein wenig daran schuld. Ich gehöre zwar nicht zu den Tauchern, die rücksichtslos durchs Riff fräsen, aber unser Schiff verbraucht auch jede Menge Diesel und hat Abgase und lässt Fäkalien ins Meer. Und auch mir passiert es, dass ich – selten, aber doch – von einer Welle gegen eine Koralle gedrückt werde und etwas beschädige.
Ich habe noch immer keine Lösung auf die Frage, ob ich deswegen den von mir geliebten Tauchsport aufgeben sollte. Kann mein grün-politisches Engagement die Schäden etwas kompensieren? Ich weiß es nicht. Ist seltener tauchen eine Lösung? Segelschiffe sind leider nur sehr bedingt geeignet und ohne Flugzeug ist das Rote Meer auch nicht ohne extremen Zeitaufwand zu erreichen. Flugmeilen kompensieren – funktioniert das? Auch da bin ich mir nicht sicher, vor allem, weil das CO2 maximal ein Teil des Problems ist.

Sollte das Öl teurer werden, so würde das alles verändern. Dann wären Tauchreisen auf einmal empfindlich teurer und würden zurück gehen. Aber dann müssten sich auch die vielen Ägypter, die im Tauchbusiness beschäftigt sind, neue Jobs suchen, die es aber dort nicht wirklich gibt. Dattelpalmen, Kamele und ein wenig Fischfang wird die Menschen dort nicht ernähren können.
Sind TaucherInnen generell eher bereit sich für den Schutz der Meere einzusetzen? Auch das kann ich nicht beantworten und ich kenne auch keine Statistik darüber. Auf unserem Schiff gibt es erste Bemühungen etwas für die Umwelt zu tun:
1.) Es gibt keine oder fast keine Plastikflaschen mehr. An mehreren Stellen stehen die bekannten Container mit den Wasserspendern, daneben sind Becher verfügbar, die immer wieder ausgewaschen werden.

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Bild: Das Schattendeck mit Bar und links im Eck der Wasserspender

Allerdings ist das Wasser das berüchtigte „Pure Life“ von Nestlé und somit wieder Teil der Industrie, die unseren Planeten kaputt macht.

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Bild: das in einer Woche verbrauchte Wasser – zum Trinken und Kochen

2.) Sie sammeln den Müll und dieser wird im Hafen von einem LKW abgeholt. Was allerdings dann passiert, weiß ich auch nicht. Ich schätze, dass es irgendwo hinten in der Wüste einfach abgeladen wird. Fetzen von Plastiksackerln sieht man in der Wüste jedenfalls jede Menge.

Bei dieser Art von Urlaub geht es mir nicht nur um das Tauchen, es sind noch einige andere Aspekte beteiligt. Es handelt sich um Ur-laub ohne Uhr. Ich habe selbst keine mit und das Handy drehe ich in Wien ab und erst in Wien wieder auf. Ich habe es nur für Notfälle mit. Die Zeit verändert sich dadurch ein wenig. Da man nach dem Tauchen relativ müde ist und ich immer die Maximalzahl an Tauchgängen mache (bis zu 4 pro Tag), gehe ich früh schlafen, also zwischen 22 und 24 Uhr. Früher geht nicht, denn da bin ich noch nicht müde genug. Am Abend sitzt man noch ein wenig an Deck, trinkt ein Deko-Bier und plaudert über die Taucherlebnisse des Tages. Ich war meist einer der ersten, der sich in die Kabine verzogen hat.

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Bild: Am Abend relaxen an Deck – manche lesen, andere trinken ihr Deko-Bier und plaudern.

Dafür wache ich schon vor dem Gebimmel der Glocke für den Early-Morning-Dive auf. Dann liege ich noch ein wenig im Bett und lasse den Tag langsam beginnen. Um 5.30 ist Wecken und um 6 Uhr (manchmal etwas später) gibt es den ersten Tauchgang. Das ist meistens einer, den alle Taucher mitmachen, auch diejenigen, die am Vorabend mehr als nur ein Bier hatten. Der Grund sind die Haie, die man oft in der Früh am besten zu sehen bekommt.

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Bild: die Schule von 21 Hammerhaien, die wir diesmal bei Daedalus hatten. Fast eine Sensation.

So steuern Müdigkeit, Schiffsglocke und der Sonnenstand den Tagesrhythmus. Dazu kommt noch, dass man an Bord normalerweise nur eine Short trägt und manchmal ein Shirt, vor allem, wenn im Salon noch die Klimaanlage rennt und die Ägypter wieder versucht haben die Luft zu frieren.

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Bild: Relaxen auf dem Schattendeck (hier noch im Hafen)

Ansonsten ist nur die Short angesagt und man geht prinzipiell barfuß. Die Böden werden ständig gereinigt und es ist an Bord generell sehr sauber. So kann man wunderbar ausspannen, und zwar über und unter Wasser. Das Tauchen unterscheidet sich vom Zustand ober Wasser so radikal, dass man unter Wasser alles vergisst, was oben eine Rolle spielt. Wenn man im Roten Meer eine Tauchsafari macht, dann kann man meistens lange unter Wasser bleiben, sofern man genügend Luft hat. Daher schaffe ich manchmal vier Stunden unter Wasser pro Tag. Da verschwinden die Probleme des Lebens doch recht vollständig, zumindest für die Zeit unter Wasser. Aber auch am Schiff ist es deutlich anders als daheim im Büro. Man ist mitten auf dem Meer und legt nur für Tauchgänge an einem Riff oder einer Insel an. Und natürlich in der Nacht, wenn nicht gerade eine Nachtfahrt angesagt ist. Dann kann es bei hohem Wellengang schon ein wenig schaukeln, was mir jedoch nichts ausmacht, weil ich nicht anfällig für Seekrankheit bin, glücklicherweise.

Unter Wasser ist es übrigens nicht still. Man hört ein ständiges Rauschen und Knistern, eine Mischung aus einer Vielzahl von Einzelgeräuschen, etwa wenn Papageienfische Korallen zermalmen. Und man hört natürlich den eigenen Atem und das Blubbern der Luftblasen. Durch die Schwerelosigkeit und das eigene Atmen entsteht oft ein kontemplativer Zustand, der manchmal ins Meditative hinüber gleiten kann.

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Bild: Guido am Riff

Dann ist die Außenwelt weit weg und das ist sehr angenehm. All das hängt natürlich vom Design des Tauchgangs ab, wenn man mit der Strömung an einem Riff entlang gleitet und manchmal alle Hände (eher: Füße) voll zu tun hat, gibt es keine Entspannung. Aber die gemütlichen Flachwassertauchgänge oder auch spezielle Nachttauchgänge sind hier ein besonderes Erlebnis. Am schönsten ist es, wenn man in 10 Metern Tiefe unter dem Boot auf einem Sandboden sitzt, die Tauchlampe ausschaltet und ein paar Minuten einfach da sitzt. Manche machen bei dieser Gelegenheit sogar ein kleines Nickerchen, aber ich finde es am schönsten, wenn man im silbrigen Licht des Mondes einfach die Ruhe genießt, die so eine Szenerie bietet. Zu Ende ist so ein Tauchgang ohnehin früh genug.

Am Boot nervt zumindest nicht die Zivilisationskrankheit Handy. Es gibt am Meer draußen keinen Empfang und manche Zeitgenossen halten das nur sehr schwer aus. Für mich ist es ein Traum, daheim werden sie schon eine Woche ohne mich zurecht kommen, das hat sich bisher immer noch gezeigt.

So ging eine traumhafte Woche zu Ende und ich möchte wiederkommen, sehr gerne sogar.

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Bild: Das Abschiedsfoto, als Talaat laut „Scheiiiiiisssseeeeee“ gerufen hat. Wir hätten aber auch so gelacht.

Auch der Oliver ist nicht mehr

Drei Freunde in drei Monaten – langsam wird es mir zu viel. So muss es im Krieg gewesen sein, wenn du ständig Nachrichten vom Tod eines geliebten oder geschätzten Menschen bekommen hast.
Und jetzt noch der Oliver. Dabei dachte ich noch bis zur Nachricht seines Todes, dass er es auf jeden Fall schaffen würde. Selten habe ich mich so bitter geirrt. Ich fühle mich wie ein Elefant, der sein von Wilderern geschossenes Junges sucht und nicht versteht, dass es nicht mehr da ist. Es muss doch antworten auf die Rufe!
Das Bild habe ich vor ca. 3 Jahren beim Rollertreffen im Prater gemacht:

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Es fällt mir sehr schwer über den Oliver zu schreiben. Ich habe ja noch nicht einmal wirklich kapiert, dass es den Christian und den Ronny nicht mehr gibt. Jetzt habe ich noch einen meiner engsten Freunde verloren. Mit kaum sonst jemandem habe ich in den letzten Jahren so viel Zeit verbracht und über so viele verschiedene Dinge gesprochen.
Und doch war es zu wenig als dass ich ihm hätte helfen können. Wer sich die Kommentare meines Weblogs durchliest, wird da und dort auch eines vom Oliver finden, er hatte es mittels RSS abonniert.

Eines Tages (am 8. April 2008) stand ein riesenhafter blonder Typ in der Türe von der Galleria und war mir auf der Stelle sympathisch. Das passiert ohne dass ich weiß warum, es ist das Bauchgefühl, das mir sagt, ob jemand ein Guter ist oder nicht. Bei Oliver war die Sache sofort klar, keine Bedenken. Wir kamen gleich ins Plaudern über dies und jenes und natürlich über Vepas. Ich hatte gerade eine GS in Restauration, er hatte auch eine. Ich hatte eine Sprint, er auch.
Aus dem gemeinsamen Hobby wurde eine Freundschaft und eine Kollegenschaft. Eines Tages (ich hab die mail gefunden, es war am 16. September 2009) fragte mich Oliver, ob ich nicht Lust hätte, auf der Fern-FH eine Lehrveranstaltung zu machen, einer der Lehrenden könnte einen Co gebrauchen und eigentlich würde er ihn gerne ablösen lassen. Und zwar durch mich.
Als ich erfuhr, dass es sich um den Masterstudienlehrgang in Wirtschaftsinformatik handelt, war ich mehr als skeptisch – davon habe ich nicht den Tau einer Ahnung. Doch er beruhigte mich – das wäre kein Problem, und außerdem wäre er mein Chef und würde mir helfen. Und sogar Geld gäbe es.

Daraus entwickelte sich eine durchaus intensive Zusammenarbeit und ich lernte Oliver neben dem Vespafahren und -zangeln auch von einer ganz anderen Seite kennen, als Wissenschafter, Computerspezialist und auch als oftmals leicht genervten Studienlehrgangsleiter.
Wir redeten über viele Themen und er war stets ein aufmerksamer Zuhörer und ein spannender Diskussionspartner. Die Freundschaft wuchs und entwickelte sich immer besser, ich hatte auf einmal drei Lehrveranstaltungen und auch die Abstimmung in Sachen Vespa wurde immer exakter – bald wussten wir über alle Pläne gegenseitig Bescheid und konnten uns in vielen Dingen aushelfen und ergänzen.
Auf dem folgenden Bild haben wir eine alte Vespa GL in seinen Keller getragen. Er wollte sie über den Winter herrichten.

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Wieso habe ich der düsteren Seite nicht mehr Beachtung geschenkt? Ich weiß sehr wenig über seine Vergangenheit, wir beschäftigten uns eigentlich immer mit der Gegenwart, die war viel spannender und lustvoller. Und natürlich auch mit der Zukunft, denn wir waren wahre Weltmeister im Pläneschmieden und im gemeinsamen Teilen der Vorfreude.
Das folgende Bild ist das letzte, das ich von Oliver machen konnte. Es zeigt ihn mit seiner fertig typisierten P 200 E und wurde am 2. August aufgenommen. Da hatte er noch genau vier Wochen zu leben.

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Das wusste ich nicht. Das ahnte ich nicht. Das konnte und wollte ich mir auch nicht vorstellen. Schließlich hatte er die bei weitem beste Prognose der drei Freunde, schließlich hatten die Ärzte gesagt, dass er entweder vollständig geheilt werden könne oder schlechtestenfalls eine Art chronischer Krankheit haben würde – alles nicht lustig, aber noch keine Beeinträchtigung des Lebens.

Ich habe erst jetzt erfahren, dass auch über seiner Familie ein Schatten lag, kenne aber keine Details. Er hat seinen Vater nie kennen gelernt – wer weiß, was das mit ihm gemacht hat.
Mehr wusste ich natürlich über seine beruflichen Vorstellungen und dass ihn der Job als Studienlehrgangsleiter schon länger nicht mehr freute – damit war aber nicht die wissenschaftliche und organisationsentwicklerische Seite seiner Arbeit gemeint, sondern die ständige Auseinandersetzung mit den Studenten – mit nervigen Typen, Obezahrern und anderen schwierigen Leuten. Da wollte er schon vor über zwei Jahren raus und durch die Krebserkrankung ist ihm das auch gelungen. Allerdings musste er jetzt den höchsten aller Preise zahlen.
Damit will ich nicht andeuten, dass ihn der Job krank gemacht hat, denn das stimmt sicher nicht. Es ist überhaupt nur als eine Verkettung vieler Umstände vorstellbar – genetische Prädisposition, Umweltschäden in kulminierter Form, vielleicht auch systemische Ursachen aus der Familiengeschichte – alles in allem ein tödlicher Cocktail. Oliver lebte nicht ungesund, er rauchte nicht oder fast nicht und ernährte sich nicht schlecht.
Es gab genügend Bereiche seiner Arbeit, die ihn mit Begeisterung erfüllten und wo er sich sehr wohl fühlte – vor allem wenn es um Verbesserungen im Sinne der Effizienz ging, konnte er stundenlang neue Programme schreiben und entwarf tolle Strukturen.

„Warum erwischt es nicht die Arschlöcher“ hat ein guter Freund anlässlich seiner Todesnachricht gefragt. Leider kenne ich niemand, der darauf eine Antwort geben könnte. Wenn es Gott gibt, dann würfelt er nicht, genauso wenig wie man mit dem Schicksal verhandeln kann.

Es gibt viel, was mir fehlen wird und wahrscheinlich weiß ich davon erst einen Teil. Die gute Zangel-Freundschaft und die daraus entstandene ständige Bereitschaft dem anderen bei Problemen zu helfen – mit Rat und Tat. Stundenlange Diskussionen über gute oder vielleicht noch bessere Lösungen für den Aufbau eines Restaurationsprojekts, bis hin zu einem kurzen Anruf: Kannst du mir morgen helfen den Motor einzuhängen? Er konnte immer.
Das folgende Bild zeigt Oliver am 22. April bei der Reparatur der Kupplung seiner PX 125 – sie war seit einem Jahr sein Alltagsgefährt und wird wohl eines der Fahrzeuge sein, das sich Ulli behält.

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Wir machten alles mögliche gemeinsam, etwa das Sandstrahlen der Karosserien. Das ist eine unglaublich schmutzige Angelegenheit und auch sehr anstrengend. Wir wechselten uns ab und immer wenn einer sein Kreuz nicht mehr spürte oder irgendwie schon nichts mehr sehen konnte, sprang der andere ein und übernahm. So wurde es für beide leichter und wir hatten noch dazu eine gute Geschichte zu erzählen: etwa die der „Strahlemänner“:

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Sehr fehlen werden mir die gemeinsamen Ausfahrten, bei denen er stets vorsichtiger fuhr als ich. Mit seiner Umhängetasche und seinen riesigen Schuhen (passend zu seiner Körpergröße aber nicht zu italienischen Trittbrettern) war er auch beim Vespafahren irgendwie unverwechselbar. Er fotografierte selbst gerne und oft und die vielen Bilder werden mir eine liebe Erinnerung sein an ein paar Jahre, die durch Oliver und seine Freundschaft merklich bereichert wurden.
Hier am Tulbinger Kogel am 12. Oktober 2013, eine der schönsten gemeinsamen Touren über Greifenstein und Katzelsdorf:

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Hier kann ich nur ein paar davon zeigen. Das nächste war eine unserer letzten Ausfahrten am 10. November 2013. Wir machen gerade Rast kurz vor der Kreuzung der Mauerbachstraße mit der Exelbergstraße. Ich weiß nicht, warum mir gerade diese Ausfahrt irgendwie stark in Erinnerung geblieben ist. Es war weder besonders schön noch aufregend.

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Vielleicht liegt es daran, dass er damals noch nichts von seiner Erkrankung wusste. Die Welt war sozusagen noch heil, d.h. sie hatte eine Zukunft. Wir beide hatten eine Zukunft und damit auch unsere Freundschaft. Doch daran dachten wir nicht, weil es nichts zu denken gab, es war ohnehin klar.
In den letzten Monaten erzählte ich immer, dass es der Oliver auf jeden Fall schaffen würde – schließlich waren die Ärzte zuversichtlich und hätten – so meinte er – noch viele verschiedene Pfeile im Köcher. Das mag stimmen, nur wussten wir nicht, dass es Giftpfeile waren. Die moderne Schulmedizin hat in sehr vielen Bereichen unglaubliche und bewundernswerte Fortschritte gemacht. Bei den meisten Krebsarten jedoch versagt sie kläglich. Paul Watzlawick hat das einmal ungefähr so beschrieben: Wer nur einen Hammer in der Hand hat, für den sieht alles aus wie ein Nagel.
Sie haben Oliver mit Chemie vollgepumpt, er bekam 6 Chemotherapien, dazu noch Bestrahlungen und jede Menge Medikamente, um die Folgen und Nebenwirkungen abzufangen. Er glaubte daran, dass die Ärzte wüssten, was sie tun. Das war möglicherweise ein tödlicher Fehler. Sie haben Statistiken und Studien und an die glaubt man am besten nur dann, wenn man sie selbst gefälscht hat. Sie kümmern sich weder um die Ursachen noch um eine ganzheitliche Betrachtung des Organismus.
Ich möchte ihnen nicht ihren guten Willen absprechen und auch nicht ihre Anstrengungen gering schätzen. Es muss für sie auch schlimm sein, einem Patienten beim Sterben zuzusehen. Irgendwie haben in diesem System alle an die Heilung geglaubt: die Ärzte, Oliver und sein gesamtes Umfeld. So hat sich auch niemand nach Alternativen umgesehen bzw. Oliver wollte sie lange nicht annehmen. Er dachte, er würde noch eine zusätzliche Anstrengung neben der Chemo nicht aushalten, es wäre ihm einfach zu viel gewesen, meinte er. Erst fast zum Schluss konnte ich ihn – leider zu spät – zu einer Spezialistin schicken, die ich selbst gut kenne und von der ich weiß, dass sie erfolgreich ist. Zaubern kann sie allerdings auch nicht.
Irgendwann verlor er auch den Glauben an die Schulmedizin. Dann wurde es sehr sehr schwierig, denn die anstehenden Entscheidungen waren keine einfachen: mache ich mit dem weiter, was mir die Ärzte empfehlen, auch wenn sie ihre Meinungen ständig ändern und es irgendwie so scheint, als hätten sie auch keinen Plan? Gehe ich weiter ins Krankenhaus, auch wenn mir schon bei seinem Anblick schlecht wird?
Wusste Oliver, wie es wirklich um seine Krankheit und damit um sein Leben stand? Wir werden das nie erfahren und irgendwie ist es auch egal, denn wir können es nicht mehr ändern.
Aber vielleicht können wir daraus lernen, etwa den Wert unserer Gesundheit zu schätzen, so lange wir sie haben. Vielleicht sollten wir auch den blinden Glauben an die Allmacht der Schulmedizin aufgeben, das wird gar kein leichter Lernprozess, denn wir haben das seit unserer Kindheit sozusagen inhaliert: Wenn du krank bist, geh zum Arzt.
Das ergibt aber nur einen Sinn, wenn es der richtige Arzt für deine Krankheit ist. Und hier ist auch der einzige echte Vorwurf, den ich der Schulmedizin hier und jetzt mache: Sie bietet keine Alternativen an. Es geht dabei nicht darum, dass ein Schulmediziner irgend einen Wunderheiler anpreist, sondern um zwei Dinge: Erstens wünsche ich mir eine Schulmedizin, die bereit ist sich mit Alternativen zu beschäftigen ohne sofort nach klinischen Studien und Statistiken zu schreien. Zweitens wünsche ich mir eine Schulmedizin, die nicht der Ansicht ist, dass sie die alleinige Heilkunst hat und somit alles andere aus Prinzip schlecht oder unwirksam ist. Genau das ist aber der Fall – nicht bei jedem Arzt, aber bei den meisten.
Ich möchte eine Diagnostik, die ganzheitlich orientiert ist. Das bedeutet in der Praxis folgendes: Wer krank ist geht zum Arzt. Dieser macht eine Diagnose und danach einen Therapievorschlag. Bei Krebs ist das Chemo, Bestrahlung und Operation. Ansonsten gibt es nichts und darf es nichts geben, denn alles andere würde bedeuten, dass die drei Therapien nicht das einzig Heilende sind, sondern nur drei von vielen verschiedenen Möglichkeiten. Der Arzt könnte etwa sagen: Lieber Patient, es gibt 7 (oder 12 oder vielleicht nur 5) Möglichkeiten ihre Krankheit zu behandeln. Wir können ihnen drei davon anbieten und empfehlen. Für die anderen müssen sie die dafür zuständigen Spezialisten aufsuchen.
Natürlich macht das den Patienten die Auswahl nicht leichter. Aber jetzt haben sie gar keine, außer sie ignorieren die Schulmedizin völlig und machen sich selbst schlau. Für die Schlauheit habe ich aber das (nicht gerade billige) Medizinsystem. Die Entscheidung über mein Leben kann mir der Arzt sowieso nicht abnehmen und wie ich bei meinen drei jetzt verstorbenen Freunden gesehen habe, war es drei Mal die falsche Entscheidung. Ich weiß nicht, ob sie noch leben würden, aber noch mehr tot könnten sie bei alternativen Behandlungen auch nicht sein. Jedenfalls hätten sie sich die schmerzhaften und unangenehmen Chemotherapien erspart.

Was es bedeutet, dass er mir fehlt, zeigen vielleicht die beiden nächsten Bilder. Das obere stammt vom 12. Oktober 2013, das untere ist ein Jahr später.

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Ich werde den fröhlichen, freundlichen Oliver vermissen. Die unzähligen Mails, die er mir zu tausend verschiedenen Themen oft zu nächtlicher Stunde geschickt hat. Er ist einen Weg gegangen, den wir alle gehen müssen. Wahrscheinlich ist es gut, dass wir nicht wissen, wann er uns bevorsteht und auf welche Art wir ihn betreten werden. Oliver konnte sich nicht mehr von uns verabschieden, er kämpfte bis zum Schluss um sein Leben. Vielleicht kann uns die Vorstellung trösten, dass wir ihm wieder begegnen werden. Ich werde dann mit ihm eine schöne Vespa-Ausfahrt machen, durch eine sonnige, hügelige Landschaft. Wir werden an einer Stelle mit guter Aussicht stehen bleiben und in die Abendsonne schauen. Wir beide, der Oliver und ich. Vielleicht wird dann in der Ferne ein Knattern zu hören sein und wir werden eine blau-weiße Lambretta und eine Vespa herankommen sehen. Dann werden Ronny und Christian neben uns stehen und gemeinsam werden wir uns ein Bierchen aufmachen, ein gut gekühltes Stiegl käme da grad recht.

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Dieses Posting entstand genau 40 Tage nach seinem Tod. So lange bleibt laut schamanischer Vorstellung die Seele noch bei uns, bevor sie sich wohin auch immer verabschiedet.

Kennen Sie Romans-sur-Isère?

Das macht nichts, denn die Trends gegen die Beschleunigung sind schwer zu erkennen, sie sind nicht so grellbunt und schreien nicht so laut. Aber es gibt sie und sie werden mehr. Sie entstehen aus dem Bedürfnis dem Wahnsinn zu entkommen, sich Inseln der Ruhe und Beschaulichkeit zu suchen, und zwar im Alltagsleben.
In dieser kleinen französischen Stadt gibt es jetzt eine Komplementärwährung. Sie heißt „Mesure“ und man kann damit nur in kleinen, innerstädtischen Geschäften bezahlen, nicht in den großen Shopping-Malls am Rande der Stadt.
Diese Währung wurde von einer Bürgerinitiative ins Leben gerufen und das ist wohl bei vielen Entwicklungen, die „von unten“ kommen, der Fall. Menschen mit einem Bedürfnis suchen sich Gleichgesinnte und versuchen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Sie bilden Gemeinschaft und suchen nach Lösungen für ihre Probleme.
Von „oben“ gibt es solche Trends nicht, die Gemeinde oder der Staat kämen nie auch nur auf den Gedanken so etwas einzurichten, zu erfinden, umzusetzen. Sie sind nie aktiv, sondern immer nur reaktiv.
Entwicklungen wie Komplementärwährungen sind den Gemeinden und dem Staat suspekt, weil sie an ihrer Zentralmacht rütteln. Machtsysteme investieren viel Geld und Energie in den Erhalt ihrer eigenen Macht.
In Romans-sur-Isère interessiert das die Bürgerinitiative nicht. Sie vergrößern ihr Netzwerk und haben Freude daran, ihre kleinen Strukturen selbst aufzubauen und zu pflegen.
Die lokale Währung funktioniert, weil sie an Kriterien gebunden ist: Man kauft damit nicht irgendwas irgendwo bei irgendwem, sondern in einem regionalen Verbund, einem so genannten „Lebensbecken“.
So lernt man lokale Strukturen wieder zu schätzen und denkt nicht mehr so intensiv an Großbanken, Shopping-Malls und Lebensmittelindustrie.
Durch die Lokalwährung wird die Wirtschaft re-lokalisiert und aktiviert. Ganz automatisch fördert das die guten Strukturen wie Qualität, Gemeinschaft und Sorgsamkeit. Man achtet plötzlich genauer darauf, wer etwas herstellt und wie es gemacht wird. Die Umgebung bekommt wieder einen Wert, der durch die Dis-Lokalität großer Strukturen zerstört wurde. Damit bekommen auch die Dinge wieder einen Wert.
In der Gemeinschaft bekommen auch die Menschen, die Bürger wieder einen Wert und eine Aufgabe. Sie müssen jetzt die Wirtschaft selbst steuern und sich überlegen, wie man das am besten macht.
Das Ergebnis ist fast ein Paradigmenwechsel: Die Wirtschaft dient jetzt wieder den Menschen und ihrer Versorgung mit notwendigen Gütern – und nicht umgekehrt. „Geht es der Wirtschaft gut, dann geht es den Menschen gut“ – dieser seltsame Werbespruch ruft in Romans-sur-Isère nur Kopfschütteln hervor: hier stehen die Menschen im Vordergrund und an erster Stelle, nicht die Wirtschaft als abstraktes Gebilde, das nur sich selbst und seine eigene Macht zu perpetuieren pflegt, genau genommen parasitär am Wohl der Menschen hängend.
Die Menschen machen dort die Wirtschaft und werden aktiv – ganz im Gegensatz zur passiven Rolle, die wir gemeinhin gewohnt sind, wo wir uns der Wirtschaft gegenüber als klein und machtlos empfinden, ihren Gesetzen scheinbar schutz- und machtlos ausgeliefert. Wir erschauern vor Ehrfurcht oder Angst, wenn wir hören, was „der Markt“ schon wieder will und dass die „Gesetze des Marktes“ über allem stehen.
Das ist „merde“, wie die Franzosen zu sagen pflegen.

Buben in Dublin – ein Reisebericht

Donnerstag, 28. August 2014

Es braucht nicht viel Gepäck für so ein Wochenende: Jeans, Sweater, feste Schuhe, eine Regenjacke und einen Kulturbeutel – mit wenig Inhalt, nicht einmal Rasierzeug nehme ich mit. Das alles passt in den famosen englischen Hedgren-Rucksack, einer der besten Käufe meines Lebens und stets handgepäcktauglich.
Laut ÖAMTC-Website gibt es diesen kleinen Zweirad-Parkplatz noch, den ich vor Jahren am Flughafen entdeckt habe und bei dem es sich immer noch um einen Geheimtipp handeln dürfte. Er befindet sich gleich neben der Abflughalle, ist unbewacht, überdacht und kostenlos.

parkplatzschwechat

Mit dem Motorroller fällt jedes Staurisiko weg, ich gebe den Helm, die Handschuhe, den Nierengurt und die Protektorenjacke ins Topcase, nehme meinen Rucksack und marschiere zum Abflug, wo ich die Buben treffe: Rupert, Knochi, die Steiner-Brothers, Schnick, Roschl, Killer, Andi C., Gösser, Stefan, Fifi, Wiesi, Martin, Thomas F. und Andi H. – einige haben sich bereits mit einem Aufwärmbier die Wartezeit verkürzt.
Air Lingus fliegt in 2,5 Stunden direkt nach Dublin, dem Gösser haben sie sein Roll-On und sein Duschgel bei der Sicherheitsschleuse abgenommen, sonst ist alles im grünen Bereich. Bei Air Lingus muss man für jedes Gepäckstück zahlen (saftige Euro 63,-), wir haben aber alle nur Handgepäck und da zeigen sie sich einigermaßen großzügig, entsprechend eng geht es in den Overhead-Bins zu.
Im Flugzeug können wir es irgendwie nicht lassen etwas zu laut und etwas zu auffällig zu sein, etwa wenn wir Andi H. mit tosendem Applaus begrüßen, als er das Flugzeug betritt. Der Pilot schafft es dann jedoch tadellos den Kurs zu halten, obwohl Andi H. Fifi und Wiesi alle rechts sitzen und wir demgemäß eigentlich in Dubai landen müssten und nicht in Dublin.
Andi H. kauft sich noch am Flughafen einen Football-Sweater, den er dann auch braucht, weil er beim Anprobieren (oder davor oder danach) seinen eigenen ließen lässt und erst im Taxi drauf kommt.
Das Taxi ist bei geteilter Rechnung billiger als der Bus und wir landen gut im Ripley Court Hotel. Das stellt sich als alter, unglaublich düsterer Kasten heraus, dem ich trotzdem eine Empfehlung geben möchte, schließlich habe ich nichts anderes erwartet und es hat uns eigentlich an nichts gefehlt.

ripley

Wir zahlen 70,- Euro pro Nacht im Dreibettzimmer, was zu der spannenden Frage führt, wer schnarcht und wer nicht. Ich erwische mit Gösser und Killer zwei Gelegenheitsschnarcher, die nur in bestimmten Schlafpositionen so richtig loslegen, wobei sich auch der Alkoholisierungsgrad als Einflussfaktor erweist.
Kurz gesagt, bis auf ein kleines Wäldchen wurde nichts gesägt.

Damit sind wir auch schon beim eigentlichen Sinn der Reise, denn es handelt sich um ein echtes Buben-Wochenende, an dem beruflich und privat vielbeschäftigte Familienväter in den besten Mannesjahren einmal im Jahr unbeaufsichtigt Schabernack treiben dürfen. Die Grenzen stecken die Iren, wir selbst und eine gewisse moralische Lässigkeit, am Rande flankiert von Budget und Alterserscheinungen – mehr dazu später.
Ich darf noch erwähnen, dass ich das erste Mal auf der grünen Insel bin und entsprechend voller Erwartungen und Klischees, sie sich so ziemlich alle als Volltreffer erweisen.
Da wäre etwa die skurril-britische Zimmereinrichtung mit Bügelbrett und Mini-Teebar – beides ließen wir unbenutzt. Die unpassenden Stecker (Irland-Profi Killer hat einen Adapter mit) passen zur unsäglichen Erfindung getrennter Wasserhähne und der Duschkopf ist fix an der Wand befestigt und höhenmäßig eher für Zwerge konzipiert, was für mich eine stets devote Duschhaltung bedeutet.

becken

Auf den Betten liegen jeden Tag auf´s Neue seltsame rote Stoffbahnen und Zierkissen und die Fenster kann man nur kippen und auch da nur die Hälfte.
Überall befindet sich watteweicher Teppichboden und der Iren liebste Chemikalie dürfte Chlor sein, auf jeden Fall riecht es im ganzen Hotel immer nach Jörgerbad.

Wir treffen uns nach dem Einchecken, um irgendwas gegen den Hunger zu tun – die Air Lingus Snacks waren mies und teuer – und marschieren zum Pub gegenüber und auch gleich wieder hinaus, weil uns Markus mit den Worten „do brunzelts“ davon überzeugt eine andere Lokalwahl zu treffen.
An dieser Stelle sind ein paar Worte zur Gruppendynamik fällig. Wir sind jetzt eben 8 Leute, die alle die Straße hinunterschlendern. Die anderen kommen nach oder gehen woanders hin, wobei 2 gerade in ein Geschäft hinein gehen und von den restlichen 6 nur mehr 4 zu sehen sind, von denen 2 eher nach links tendieren und die anderen zwei geradeaus gehen wollen oder vielleicht auch nach links. Oder nach rechts.

walk

Kurz und gut, nach wenigen Augenblicken hat man sich aus den Augen verloren. Wenn man sich nicht immer an Andi (deutlich über zwei Meter groß) anhängt, ist man sofort allein. Da hilft die Erfindung des Handys, denn sonst läuft man den anderen nur per Zufall über den Weg (das hat bei mir zwei Mal geklappt, ich hatte mein Handy nämlich ausgeschaltet) oder das ganze Wochenende gar nicht.
Jedenfalls landen wir an einer Ecke im O´Sheas, einem Hotel mit Restaurant und Bar, das aussieht wie ein Pub und sich auch so anfühlt. In einem Hinterzimmer ergattern wir einen Tisch für uns 9. Eigentlich sollte man Servierpersonal ja nur nach eingehender Spezialschulung auf uns loslassen, die kleine Irin ist jedoch recht robust und hält uns aus, vor allem, weil sie noch nicht weiß, dass wir die nächsten Tage noch öfter hier antanzen werden, allerdings nie mehr in Vollbesetzung.
Ich lerne schnell, dass Getränke in Dublin teuer sind und sich gut auf Guinness (Bier), Bulmers (Cider) und Jameson (Whiskey) zusammenfassen lassen. Als Unterlage eignet sich so ziemlich alles, was man hier zu essen bekommt, weil die notwendige Fettration überall reichlich enthalten ist.
Ich will es klassisch und entscheide mich für Fish & Chips, was sich als gute Wahl herausstellt.

fishandchips

Auch die restlichen 5 sind inzwischen eingetroffen und unterziehen den Guinness-Zapfhahn einem ersten Stresstest, den dieser jedoch ohne Punkteabzüge besteht.
Nach dem Essen geht es weiter Richtung Stadtzentrum, wobei sich hier alles in Gehdistanz abspielt – zumindest die für uns wichtigen Orte wie Hotel, Stadion und Temple Bar District. Letzterer ist ein Stadtviertel, in dem sich sozusagen alles abspielt, vergleichbar mit dem früheren Bermuda-Dreieck in Wien, der Khaosan-Road in Bangkok oder der Bahnhofstraße in Zürich.
Dublin sieht großteils so aus, wie ich es mir vorgestellt habe: Backsteingebäude, an jedem Eck ein Pub oder auch vier, rothaarige Menschen mit Irland-Teint (dauerregen-bleich) und Autobusse, Autobusse, überall Autobusse, die meisten davon doppelstöckig. Der Lokal-Mix ist bunt, die Pubs sind absolut vorherrschend und wirken von außen meist recht einladend und gemütlich. Dicht auf den Fersen sind ihnen die Pizza-Fastfood-Läden, die meist von Pakistanis betrieben werden und meist auch Burger, Kebab oder Fish & Chips anbieten.
China-Restaurants sowie die großen amerikanischen Burger-Ketten runden das Bild ab, wobei nicht nur McDonalds architektonisch heraussticht, weil sich die Filialen erstaunlich gut an das Stadtbild anpassen – bis auf einen Schriftzug ist meist gar kein CD zu erkennen, übrigens auch nicht bei Starbucks, von denen es ebenfalls jede Menge gibt.

mcdonalds

Die Preise sind etwas höher als bei uns, wobei wir an einem ganz besonderen Wochenende hier sind, es spielen nämlich am Samstag die Penn State Lions gegen die UCF Knights – zwei US-Collegeteams, die mit Sack und Pack angereist sind und einmal im Jahr ein Meisterschaftsspiel in Irland austragen. Deswegen ist Dublin mit Amis quasi abgefüllt und bemüht sich sehr diese Amis wiederum mit Guinness abzufüllen – die Stadt hat ca. 200.000 Einwohner und es sind etwa 40.000 Amis da. Zum Spiel kamen übrigens 53.000 Zuseher.
Die Amis sind überall auf der Welt leicht zu erkennen, diesmal besonders gut durch die Fan-Kluft, die sie fast alle tragen.
Ein Pint Bulmers Cider kostet in der Temple-Bar im Herzen des gleichnamigen Districts 6,85- Euro. Das Guinness ist ein wenig günstiger und am Stadtrand schon um 4,50 zu haben.

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Wir finden in der Temple-Bar einen erstklassigen Platz im überdachten Freien, was vor allem die Raucher freut. Generell herrscht hier schon seit vielen Jahren in allen Lokalen Rauchverbot, was aber niemand wirklich zu stören scheint und der Gemütlichkeit keinerlei Abbruch tut. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier und bei uns wird auch in ein paar Jahren kein Hahn mehr danach krähen.
Extrem auffällig ist auch die hohe Dichte an SPAR-Märkten. Ich schätze, der dänische Konzern hat irgendwann eine große lokale Supermarktkette übernommen. Die Supermärkte haben oft bis Mitternacht offen und dafür auch eine „special license“, was sehr praktisch ist, wenn man am Heimweg noch eine Wasserflasche gegen den morgendlichen Brand kaufen möchte, das Leitungswasser ist doch recht chloriert.
Die Temple-Bar ist riesig, es gibt Live-Musik, an diesem Wochenende allerdings leider nicht irisch, sondern amerikanisch – an jeder Ecke kannst Du dich an „Brown Eyed Girl“ tothören.

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Wir können uns gute Plätze und die Aufmerksamkeit des Servierpersonals besorgen. Andi bestellt um 14 Euro ein Sixpack Austern und erntet Hohn und Spott, weil es in der Karte um 12 Euro ebenfalls ein Sixpack Austern plus ein Pint Guinness gibt – so ganz ist die Preisgestaltung hier nicht zu durchschauen.
Eines wurde mir übrigens schnell klar: Half-Pint geht gar nicht, denn das bedeutet ersten erheblichen Reputationsverlust in der zunehmend lauter gröhlenden Runde („Jo wos is´n des?“) und zweitens kostet es unerheblich weniger als das doppelt so große Pint, das hier übrigens immer und überall sehr gut eingeschenkt wird, randvoll quasi.
Gerade recht kommt uns jetzt auch das nette Angebot eines Bloody-Mary-Oyster-Shots, die sie hier wohlfeil um 12 Euro im Sixpack anbieten, inklusive Zitrone und Tabasco. Nach drei bis vier Runden ist jedoch bei allen eine gewisse Sättigung mit den kleinen Schleimbatzen zu erkennen und es wird ordentlich nachgespült, meist mit einem Guinness oder zwei.

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Flotter als das Bier macht nur der Schmäh die Runde, vor allem als wir noch die Herren Sascha, Sladi, Peter und Blockmalz-Harry begrüßen dürfen, die mit einer anderen Fluglinie und daher anderem Zeitplan nach Dublin gekommen sind – es warat wegen dem Ausschlafen am Sonntag, wie sie meinen.
Heute gehört die Hütte uns, so viel ist schnell klar, wenngleich wir später noch einen Wechsel ins Quays gegenüber machen, weil auch dort ordentlich was los ist und gepflegtes Bier ausgeschenkt wird.
Fifi beschließt uns in dem überfüllten Lokal etwas Platz zu verschaffen und stellt einen ab. Dieser ist so gewaltig, dass nicht nur rundherum plötzlich alles frei ist, sondern auch eine unmissverständliche Mitteilung vom Kellner an ihn ergeht, dass bei einer Wiederholung der Untat ein sofortiger Hinauswurf bevorstünde.
Vor der Türe ist es übrigens auch nicht gerade menschenleer, wenngleich hier immer wieder zarte Schauer hernieder gehen. Mit Bierglas darf man übrigens nicht hinaus, die Türsteher haben allerdings stets einen Plastikbecher zum Umfüllen bei der Hand.
Das Wetter ist übrigens das ganze Wochenende irisch, d.h. es wechseln sich Sonne und Regen im Stundentakt ab. Alles in allem bleiben wir jedoch äußerlich weitgehend trocken.
Irgendwann gegen 23 Uhr beschließen Gösser und ich ins Hotel zu gehen, unterbrochen nur durch die eine oder andere Heißhungerattacke, die ihn immer dann befällt, wenn wir an einem der noch offenen Fastfood-Läden vorbei gehen. Das führt dazu, dass er sich letscherte Hot Dogs und kalte Pizza („bevor die mir das in die Mikrowelle hauen, ess ich es lieber so“) einwirft und noch bis Samstag eine Art Klumpen im Magen mit sich herum schleppt.

Freitag, 29. August

Die Gruppendynamik bleibt spannend, weil trotz äußerst verschiedener Hotelrückkunftszeiten irgendwie alle rechtzeitig zum Frühstück erscheinen, wenn auch in sehr unterschiedlicher Verfassung.
Das English Breakfast heißt hier Irish Breakfast und ist genau das gleiche. Fifi magaziniert mit einem Teller Baked Beans mit Tomatensauce für den heutigen Tag auf, alle anderen genehmigen sich die übliche leichte Kost: Ham & Eggs, gebratene Würstel und „Black Pudding“ – so heißt hier die Blutwurst. Toast, Tee und ein unbestimmbares Getränk, das offiziell als „Kaffee“ angeboten wird, runden das nicht ganz fettfreie Frühstück ab, wohlfeil um 5 Euro und vom Wiesi auch nach dem dritten Teller für erledigt erklärt. („Jetzt geh i schlofn“.)

Jetzt zeichnet sich wieder eine Aufsplittung der Gruppe ab: Gösser möchte eine Landpartie zu den Klippen einer nicht weit entfernten Insel machen, Killer will zur Jameson Destillerie, einige bevorzugen eine Stadtrundfahrt und andere wissen nicht, was sie wollen. Die Vorerfahrungen könnten unterschiedlicher nicht sein, vom Dublin-Profi Knochi und Markus bis zum blutigen Anfänger (ich).
Letztlich wählen wir die Hop-on-hop-off-Tour, für die es zwei Anbieter gibt. Wir entscheiden uns für die grüne Tour, weil da im Preis auch eine Dock-Tour inkludiert ist. Bei der Guinness-Brauerei sowie bei der Jameson-Destillery halten alle, daher fällt die Wahl letztlich leicht und auch der Killer ist zufrieden, zumindest bis zu dem Zeitpunkt des Einsteigens in den Bus, als er entdeckt, dass er die Fahrkarte (17 Euro) nicht mehr findet und noch ein zweites Mal kaufen muss.
Die Busse sind doppelstöckig, wobei der obere Stock zu einem Drittel überdacht ist. Da es nieselt wollen wir einen Bus mit freiem Dachabteil und müssen daher etwas warten, weil der gerade für die Abfahrt bereite Bus oben schon besetzt ist. Also raucht man eine. Dann kommt der nächste Bus, Leute steigen ein und besetzen einen Teil des oberen Stocks, was wiederum dazu führt, dass wir auf den nächsten warten müssten und die Burschen dazwischen eine rauchen können.
Dann wird es mir zu blöd und ich gewinne eine Mehrheit für eine Einsteigaktion.
Letztlich haben wir das ganze Dachabteil für uns, irgendwie und aus irgendwelchen Gründen haben uns die anderen Touristen Platz gemacht, Fifi ist aber unschuldig, seine Chemiewaffe kam diesmal nicht zum Einsatz.
Die Fahrt wird zu einem der Höhepunkte dieses Wochenendes, weil jeder von uns allein schon eine Dreckschleuder ist, gemeinsam jedoch können wir ungeahnte Momente aus dem Nichts erschaffen, bis sogar dem Schmäh selbst schwindlig wurde und der Tourleiter am Mikrophon einen Stock tiefer anmerkt, dass er sein eigenes Wort nicht mehr versteht.
Wir zeigen uns eher unbeeindruckt und starren um die Wette auf hübsche Mädchen unten auf der Straße, wodurch uns natürlich wichtige Sehenswürdigkeiten entgehen – nicht jedoch die Tatsache, dass ganz Dublin voll von Kirchen ist. Von einer grüßt sogar ein Priester und winkt uns zu.

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Bei der riesigen und weitläufigen Guinness-Brauerei beschließen wir nicht auszusteigen, sehr wohl jedoch bei der Jameson-Distillery. Der Busfahrer gibt noch per Funk an all seine Kollegen durch, dass sie bei unserem Anblick an der Haltestelle unverzüglich durchstarten sollen und entschwindet dann in der Ferne.
Wir marschieren um´s Eck und entdecken eine unglaublich lange Schlange an Touristen, die alle auf eine Führung warten. Da die prognostiziert-geschätzte Wartezeit etwa drei Stunden betragen dürfte, beschließen wir nur auf die Toilette und in den Gift-Shop zu gehen. Ab jetzt werden uns kleine Jameson-Flaschen in der Brown Bag durch den Tag helfen.

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Die Diaspora unserer Gruppe ist wieder einmal komplett vollzogen, der gemeinsame Treffpunkt könnte am Nachmittag die Cheerleader- und Marchingband-Parade im Temple-Bar District sein, was jedoch misslingt. Ich fahre mit einer kleinen Restmannschaft zurück ins Zentrum und mache noch die Dock-Tour, die man sich allerdings getrost schenken kann. Einziges Highlight ist eine Brücke in Form einer Harfe, irgend einem irischen Schriftsteller oder Dichter gewidmet.

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Einer der Steuerungsmechanismen unserer Gruppe sind Durst und Hunger. Jetzt etwa betrifft es mich, ich brauche dringend eine Stärkung in Form von Fish & Chips, aber die Herren Schnick und Roschl werden zu Mädchen und müssen jedes Schuhgeschäft von innen ausgiebig bestaunen. Da es jede Menge Schuhgeschäfte gibt, dauert das ewig und mein Hunger wird nicht kleiner. Dann ist auch noch die Zeit für die Parade, aber bei der Temple Bar erfahren wir von Penn-State-Fans, dass ihre Parade erst um 16.30 beginnen wird, aber die von UCF soll angeblich irgendwo dort drüben schon früher sein.

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Wir marschieren irgendwo dort hinüber und finden einen Platz, wo ein paar gelangweilte Musiker üben und eine Handvoll Cheerleader herum stehen. Etwas enttäuscht ziehen wir wieder ab und marschieren über die Brücke, wo wir einige der Buben treffen, die uns in die „Church“ schicken, einer zur Bar umgebauten Kirche.

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Dort warten Sascha, Blockmalz-Harry und Andi H. bei einem Getränk auf bessere Zeiten. Ich nütze die Chance um das erste Mal in meinem Leben Stoffwechselprodukte in einer Kirche zu hinterlassen und kenne jetzt das Designer-Häusl der Church.

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Dann marschieren wir endlich in Richtung Fish & Chips, doch dem Roschl gefällt die Bude nicht. Mir eigentlich auch nicht, aber ich habe schon richtig Hunger und eile daher zu einem anderen Lokal, das mir schon früher aufgefallen ist. Die anderen gehen weitere Schuhgeschäfte anschauen, während ich das zu teure und nicht wirklich gute Essen runterwürge.
Die anderen gehen einstweilen ins O´Sheas und speisen köstlich, ich marschiere ins Hotel zwecks einer kleinen Ruhepause. Am Abend könnte es ja noch intensiv werden. Beim Hotel treffe ich den Gösser, der gerade von seiner Inseltour zurück kommt und auch entsprechend müde ist, jedoch noch für seinen kleinen Sohn shoppen gehen möchte.
Ein wenig ausruhen, dann geht es ins „Quays“, das wir schon vom Vorabend kennen. Diesmal ist fast die ganze Runde vollständig und wir haben jede Menge Gaudi mit jeder Menge netter Menschen, etwa mit Tanja von der Isle of Man. Noch jemand ohne Foto mit ihr? Nein? Gut!

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Auch die seltsamen Leutchen mit ihrem noch seltsameren Schild werden von uns befragt. Es stellt sich heraus, dass sie von einer Sekte sind und was auch immer predigen.

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Wir predigen Guinness in Theorie und Praxis und sind damit wesentlich erfolgreicher. die Zweimann-Band holt das letzte aus den feiernden Amis heraus und die Stimmung ist überall wirklich gut, vor allem weil es nur hin und wieder tröpfelt, also vom Himmel.

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Irgendwann ist auch dieser Abend zu Ende und ich marschiere alleine zurück zum Hotel. Gösser ist bereits da und Thomas wird auch nicht allzu spät eintreffen. Auch der zweite Tag war ein voller Erfolg.

Samstag, 30. August 2014

Auch im Ripley Court Hotel grüßt täglich das Murmeltier und so versammeln sich alle zur Einnahmer fettreicher Speisen, meist noch leicht gezeichnet vom Vorabend. Aber heute ist Game Day und alles steht im Zeichen des American Football. Ich marschiere mit ein paar von den Jungs noch in den Temple-Bar-District um ein wenig Tailgating zu erleben. Es dient aber eher dem Zeitvertreib und ich erspare mir das Bier am Vormittag (ICH, nicht so manche andere…). Dann geht es Richtung Croke Park Stadium, denn ich möchte noch vor dem Kickoff dort sein. Das wollen auch viele andere und die zuerst einzelnen kleinen Grüppchen, die dem Stadion zuströmen, werden mehr und größer und dichter, bis wir am Schluss in einer langen, trägen Menschenschlange auf das beeindruckende Gebäude hinwandern.

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Ich habe mir noch Sandwiches und Wasser gekauft, die sie mir aber beim Eingang sicher abnehmen werden – gerade bei so einem Match wird die Sicherheitslage gespannt und die Kontrolle entsprechend scharf sein.
Dachte ich bis jetzt. Es gibt de facto genau überhaupt keine Security, ich marschiere durch ein Drehgitter, zeige meine Karte und bin drin. Es gibt keine lange Schlange und keine Abtastungen, ich hätte weiß Gott was hineinschmuggeln können.
Vielleicht hat das damit zu tun, dass American Football traditionell eine friedliche Sportart ist. So brutal es am Spielfeld aussieht, so friedlich gehen die Fans miteinander um. Es gibt nahezu nie Raufereien und beim Tailgating vor dem Stadion grillt man gemeinsam und trinkt untrinkbare Biersorten, zumindest in USA.

Es ist das erste große Footballmatch in meinem Leben und damit auch das erste College-Match, das ich live sehe. Da die Teams aus USA angereist sind, haben sie nur einen Bruchteil ihrer Entourage mit, also z.B. nur 7 Cheerleader-Girls und eine winzige Marching Band. Zu Beginn springen zwei Fallschirmspringer ins Stadion, von denen es aber nur einer schafft, der andere knallt außen an die Stadionwand und ward nicht mehr gesehen.

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Dann gibt es ein Fly-Over mit zwei Jets und die üblichen Rituale vor Spielbeginn. Das Stadion fasst max. 80.000 Personen und wenn man die Sitze sieht, weiß man warum. Sie sind auch für zart gebaute Gäste winzig, die Herren Wiesi, Fifi, Sascha und Andi H. haben ihre liebe Not und suchen sich zeitweise anderswo eine Reihe, wo mehrere Sitze nebeneinander frei sind.

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Wir sitze auf der UCF-Seite und wissen nicht wirklich genau, zu wem wir halten sollen. Penn State hat deutlich mehr Fans, UCF gilt als die eigentlich stärkere Mannschaft, die jedoch im ersten Viertel bereits zurück liegt und langsam schwappen die Sympathien in Richtung Florida. Die Cheerleader tun ihr Bestes und zeigen sich als wahre Profis: kräftig gebaute junge Männer und kleine, auch kräftig gebaute Mädchen zeigen sensationelle Akrobatik. Ich habe noch nie versucht ein Mädchen in die Höhe zu halten, die nur auf einer meiner nach oben gestreckten Hände steht und ich werde es auch nie tun. Die Cheerleader können es und zwar nicht nur einmal. Ihre Show dauert drei Stunden, so lange wie das Spiel.

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In der Halbzeit zeigen die Iren eine ihrer Nationalsportarten, von der ich bisher nicht einmal noch gehört habe: Hurling. Das ist eine seltsame Mischung aus Rugby, Cricket, Basketball, Baseball und noch einigen anderen Sportarten. Es wird mit kleinen Bällen gespielt und jeder hat eine Art Schläger in der Hand, der so lange wie ein Baseballschläger ist, aber flach. Das Spiel ist extrem schnell und sie pracken wie die Irren (Iren) auf den Ball, ohne Rücksicht auf andere Spieler und deren Körperteile. Außerdem spielen sie das alles ohne Handschuhe. Ja, auch der Torwart.

Die zweite Spielhälfte wird richtig spannend, nach ein paar Big Plays liegt UCF kurz vor Schluss zwei Punkte vorne. Wenn sie jetzt den letzten Angriff von Penn State abwehren können, gewinnen sie das wichtige Spiel. Jetzt hält es niemand mehr auf den Sitzen, es entwickelt sich zu einem richtig guten Spiel, bei dem letztendlich Penn State die Nase vorn hat und noch ein Fieldgoal erzielen kann. Es endet 24:23 und man sieht, wie groß die Enttäuschung bei UCF ist.
Ich bekomme noch die Gelegenheit die Cheerleader zu fotografieren, dann geht es auch schon wieder zurück in die Stadt.

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Wie üblich fällt die Wahl auf das O´Sheas, in dem heute ebenfalls Sport angesagt ist. In dem proppenvollen Lokal bekommen wir tatsächlich noch einen Tisch und können ein frühes Abendessen genießen. Meine Wahl fällt diesmal auf Lamb Stew, traditionell und durchaus empfehlenswert. Dazu sehen wir noch eine Übertragung eines Gaelic-Football-Matches und lernen die zweite völlig unbekannte Sportart kennen. Jetzt ist es eine Mischung aus Rugby und Handball, mit unten einem Fußballtor und oben einem American-Football-Tor. Das Spiel ist auch extrem körperbetont und wir spülen die Eindrücke mit einem Guinness runter.

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Bei mir geht dann die Energie auf Reserve und ich mache die letzte Tour zur Temple Bar nicht mehr mit. Wir müssen morgen am Sonntag um 05.30 raus, weil um 07.30 die Maschine zurück nach Wien geht. Ein ruhiger Abend im Hotel ist auch okay.

Sonntag, 31. August

Der Taxifahrer ist extrem gesprächig und gut aufgelegt, seine Schmähs sind gut und so sind wir im Nu am Flughafen. Da wir am Vorabend bereits online eingecheckt haben und die Security hier in Dublin sehr flink arbeitet, sind wir bald am Gate und warten auf den Heimflug. Auch dieser verläuft unspektakulär, die Mitreisenden müssen mit der einen oder anderen Fahne leben und auch mit dem dazu passenden Schmäh. Immerhin – es hat keiner geklatscht bei der Landung.
Auch meine brave Honda steht noch da und ich komme ohne weiteren Regenschauer nach Hause.
Als ich das Handy aufdrehe, sehe ich die Nachricht vom Tod meines lieben Freundes Oliver. Irgendwie bin ich froh, dass ich sie nicht in Irland bekommen habe. So war es ein wirklich schönes Wochenende mit den Buben.